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29. März 2013

Vierter Armuts- und Reichtumsbericht: wozu 480 Seiten lesen, wenn´s auch fünf Sätze tun


Schon mal vom "Armutsbericht" gehört? Bestimmt. Schade nur, dass es den nicht gibt. Statt dessen gibt es den Bericht "Lebenslagen in Deutschland - Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung". 
Der vierte Bericht steht kurz vor der Übergabe an das Parlament - aber bereits jetzt ist die politische Debatte über die Ergebnisse voll entbrannt. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen haben eine "Große Anfrage" dazu gestellt, der DGB hat bereits eine vorläufige Stellungnahme abgegeben, der paritätische Wohlfahrtsverband hat ein Interview gegeben. Alle Medien berichten. Und Ausgangspunkt des Schlagabtauschs ist wohl hauptsächlich die Behauptung, der Bericht solle "geschönt" werden. 

13. Juli 2009

Zitat des Tages: Kämpfer ermordet

US-Geheimprogramm zur Ermordung von Qaida-Kämpfern enthüllt

Aktuelle Überschrift in "Spiegel-Online".

Kommentar: Wieviele deutsche "kämpfer" mag wohl die US Army nach der Invasion 1944 "ermordet" haben?

Kaum etwas ist so wirksam in der Agitprop wie die Wortwahl.



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30. Juni 2009

Zitat des Tages: "Konservative und Nazis haben so viel gemeinsam wie das Flötenkonzert von Sanssouci mit dem Horst-Wessel-Lied"

Der Kampf gegen rechts, der einmal der Abwehr des Rechtsextremismus dienen sollte, ist längst ein Mittel geworden, das politische Gleichgewicht immer weiter nach links zu verschieben. (...) Rechts im Sinne von konservativ hat mit dem Nationalsozialismus so viel gemein wie das Flötenkonzert von Sanssouci mit dem Horst- Wessel- Lied, um den inzwischen verfemten Gerhard Ritter zu zitieren.

Alexander Gauland im Deutschlandradio Kultur.



Kommentar: Das "Deutschlandradio Kultur" ist im wesentlichen aus einem Zusammenschluß des ehemaligen RIAS und des "Deutschlandsenders Kultur" hervorgegangen, der in der Nach- Wendezeit aus Teilen des Rundfunks der DDR entstanden war.

Die freiheitliche Tradition des RIAS ist in seinem Programm immer noch spürbar; es können dort politische Sendungen ausgestrahlt werden, die anderswo im öffentlich- rechtlichen Rundfunk dem Rotstift linker Redakteure zum Opfer fallen würden. Das gilt vor allem für das früh am Morgen ausgestrahlte "Politische Feuilleton".

Alexander Gauland war unter anderem Herausgeber der "Märkischen Allgemeinen" und Chef der Hessischen Staatskanzlei. Jetzt ist er freier Publizist.

Der Text, dem ich das Zitat entnommen habe, ist meines Erachtens unbedingt lesenswert. Allein daß eine Initiative gegen den Rechtsextremismus als "Kampf gegen Rechts" firmieren kann, ohne daß das in der Öffentlichkeit beanstandet wird, zeigt, wie sehr es der linken Propaganda gelungen ist, konservative Rechte und Rechtsextreme in einen Topf zu werfen.

Was ebenso absurd ist, als würde man Peer Steinbrück mit Sarah Wagenknecht in einen Topf werfen, nur weil sie beide Mitglieder einer linken Partei sind. Oder Helmut Schmidt mit dem Befürworter "illegaler Arbeit" und Verherrlicher der Gewalt Rudi Dutschke; ich habe über ihn und seine politischen Pläne hier geschrieben.

Nach diesem Dutschke aber kann in Berlin eine Straße benannt werden, schreibt Gauland, während es beanstandet wird, daß ein Preis den Namen des konservativen Historikers Gerhard Ritter trägt.



Für Kommentare bitte hier klicken. Mit Dank an Werner Stenzig.

7. März 2009

Zettels Meckerecke: Sinken die Umfragewerte der CDU? Wie "Spiegel- Online" sich selbst dementiert

Selten wurde eine Behauptung von "Spiegel- Online" so eindeutig durch just die Daten dementiert, die den betreffenden Artikel begleiten.

Die Behauptung:
In der Union wächst angesichts schlechter Umfragewerte der Unmut am Kurs der CDU und Kanzlerin Angela Merkel. (...) An der Spitze der Kritiker steht Günter Oettinger aus Baden-Württemberg. (...) Hintergrund von Oettingers Vorpreschen sind die katastrophalen Umfragewerte, die die Wahlforscher in ihren jüngsten Umfragen ermittelt haben.
Und hier kann man die "katastrophalen Umfragewerte" sehen. Die Grafik zeigt die aggregierten Daten der Institute Emnid, Forsa, Infratest Dimap, Allensbach und der Forschungsgruppe Wahlen. Durch Auswahl aus der Schaltfläche unten in der Grafik kann man sich die Daten der einzelnen Institute getrennt ansehen.

Nach der jüngsten Umfrage von gestern, 6. März, liegt die CDU mit 37 Prozent dreizehn Prozentpunkte vor der SPD (24 Prozent) und hat zusammen mit der FDP (15 Prozent) eine komfortable Mehrheit. In den Wochen zuvor gab es einen allenfalls schwachen Abwärtstrend der CDU bei gleichzeitiger Zunahme bei der FDP, der aber zufällig sein kann.

Dies als "schlechte" oder gar "katastrophale" Umfragewerte zu bezeichnen, ist, milde gesagt, eine eigenwillige Interpretation der Tatsachen.

Der Wahlkampf hat halt begonnen.



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28. September 2008

Kurioses, kurz kommentiert: If Marc Pitzke really English can?

Im Vergleich mit dem, was Marc Pitzke in "Spiegel- Online" aus den USA berichtet, war der "Schwarze Kanal" des Karl- Eduard von Schnitzler ein Muster an Objektivität. Darüber ist nichts mehr zu sagen. Aber die Mittel, mit denen Pitzke zu diffamieren versucht, sind doch gelegentlich einen kleinen, kurzen Kommentar wert. So kurios sind sie.

Diesmal geht es um ein Interview, das Sarah Palin der Star- Journalistin Katie Couric von CBS gegeben hat.

Daraus zitiert Pitzke in der heutigen Folge seiner Serie gegen Sarah Palin unter anderem diesen Satz:
... unsere Nachbarn nebenan sind fremde Länder, dort in dem Staat, von dem ich die Exekutive bin.
Wer stottert da herum? Sarah Palin, will uns Pitzkes Artikel sagen. Aber er zitiert ja nicht Sarah Palin im Wortlaut, sondern er hat eine Übersetzung angefertigt, der in den USA lebende Marc Pitzke.

Und was hat Palin auf Englisch gesagt? Es geht in dieser Passage des Interviews darum, daß Alaska als einziger US-Bundesstaat nicht andere Bundesstaaten, sondern zwei ausländische Staaten zu Nachbarn hat, nämlich Rußland und Canada. Dazu sagt Palin:
... our next door neighbors are foreign countries. They're in the state that I am the executive of.
Zu deutsch also:
... unsere unmittelbaren Nachbarn sind ausländische Staaten. Das sind sie in dem Staat, dessen Regierungschefin ich bin.
Verstehen Sie jetzt, warum ich Pitzke für einen schlimmeren Agitator halt als den seligen Sudel- Ede?

Pitzke will uns glauben machen, Palin hätte herumgestottert, eines verständlichen englischen Satzes nicht mächtig. Und was macht er zu diesem Zweck, der Sudel- Marc? Er übersetzt einen Satz, der in gesprochenem Englisch völlig normal ist, so grottenschlecht, daß er wie herumgestottert klingt.

Und sehen Sie, so plump, so auf Goebbels- Niveau, hätte das selbst Karl- Eduard von Schnitzler nicht gemacht.



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3. September 2008

Kurioses, kurz kommentiert: Glaubhaftigkeit

Wie glaubhaft ist eine ultrakonservative Republikanerin, deren ledige, minderjährige Tochter ein Kind erwartet?

Marc Pitzke in "Spiegel- Online" über Sarah Palin, die republikanische Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin.

Kommentar: Diesen Satz von Marc Pitzke - oder vielleicht von einem Hamburger Redakteur in den Artikel gesetzt - unter "kurios" zu subsumieren, ist nicht richtig. Aber eine Kategorie "widerlich" habe ich nicht.



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11. Juli 2008

Kurioses, kurz kommentiert: Feuer auf schwedischem AKW!

Vor knapp zwei Stunden, um 12.55 Uhr, brachte das Schweizer Fernsehen SF die Meldung. Inzwischen war sie in den 14-Uhr-Nachrichten des ZDF zu hören, fast ganz am Beginn der Nachrichtensendung. Ein Störfall also? Lesen wir die Meldung des SR in der momentanen Fassung:
Auf dem Gelände des schwedischen Atomkraftwerks Ringhals 2 ist ein Feuer ausgebrochen. Der Brand auf dem Dach einer Turbinenhalle sei aber unter Kontrolle, erklärte die Feuerwehr.
Das ist alles; der Rest der Meldung ist Archivmaterial.

Und was ist nun gewesen? dpa meldete es um 13.12 Uhr:
Laut einem Kraftwerkssprecher konnte das Feuer schon nach wenigen Minuten gelöscht werden. Ausgelöst hätten es Dachdecker, als sie auf dem Dach des Turbinengebäudes versehentlich Dachpappe in Brand setzten. Alle vier Reaktoren produzierten während des Zwischenfalls und danach mit voller Kraft weiter.
Und das ist für das ZDF Anlaß zu einer "Meldung" fast am Beginn seiner Nachrichtensendung, komplett mit einer Landkarte, die die Lage des AKW zeigt!

Kommentar: Seltsam, nicht wahr, daß immer dann "Unfälle" in AKWs durch die Medien gehen, wenn über die Nuklearenergie diskutiert wird. Wir hatten das im August 2006 und erst kürzlich Anfang Juni dieses Jahres. Auch vor ein paar Tagen wieder in Frankreich.

"Dieser Mortimer starb euch sehr gelegen" heißt es in Schillers "Maria Stuart". Diese AKWs, so scheint mir, kommen immer dann in die Schlagzeilen, wenn das den AKW-Gegnern sehr gelegen ist.

Auch wenn nur irgendwo für ein paar Minuten die Dachpappe schmurgelt .



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16. Juni 2008

Zitat des Tages: "Bush hat niemals zum Irak gelogen"

Bush never lied to us about Iraq. The administration simply got bad intelligence. Critics are wrong to assert deception

(Bush hat uns zum Irak niemals angelogen. Die Regierung wurde nur von den Geheimdiensten schlecht informiert. Kritiker, die von einer Täuschung sprechen, sind im Unrecht.)

Titel und dessen Unterzeile eines Gastbeitrags von James Kirchick, Redakteur der New Republic, in der heutigen Los Angeles Times.

Kommentar: Ich empfehle dringend, diesen Artikel zu lesen. Denn mir scheint, daß selbst viele, die sonst nicht leicht auf linke Propaganda hereinfallen, das Märchen glauben, Bush hätte in Bezug auf Massenvernichtungs- Waffen im Irak gelogen, um Unterstützung für einen Krieg zu gewinnen, den er aus ganz anderen Gründen habe führen wollen.

Es gab und gibt für diese Behauptung nicht den Schatten eines Belegs. Sie wurde aus der Partei der Demokraten in den USA heraus in die Welt gesetzt; und zwar, als sie eine Rechtfertigung dafür brauchten, daß sie selbst diesem Krieg zugestimmt hatten, den sie dann ablehnten, als er nicht gut lief und ihnen die Ablehnung Stimmen bringen konnte.

Unterstützt wurden sie von einem Teil der US-Medien. Und nachgeplappert wurde das in Europa, bis in die liberalen und konservativen Medien hinein. Mit dem Ergebnis daß es hier in Deutschland für viele Menschen als erwiesen gilt, daß "Bush gelogen" habe.

So wie man überhaupt - selbst Eckart von Klaeden hat sich da gerade unrühmlich hervorgetan - in Deutschland zu meinen scheint, jeder dürfe nach Belieben gegen den Präsidenten der USA herummotzen; ja als Politiker sei man dazu nachgerade verpflichtet.

Tatsächlich gehört George W. Bush zu denjenigen US-Präsidenten, die das meiste Verständnis für Europa gezeigt, die uns am fairsten behandelt haben.

Ich wünsche mir keinen Präsidenten Obama. Aber sollten die Amerikaner ihn wählen, dann wünsche ich allen denen, die jetzt auf Bush herumhacken, daß sie die Politik, die dieser Präsident Obama dann in Bezug auf Europa führen wird, bis zur Neige auskosten dürfen.



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9. Juni 2008

Zettels Meckerecke: Wie "Spiegel Online" die NPD hochschreibt

Zu den klassischen Mitteln linksextremer Agitation gehört es, die "Gefahr von Rechts" zu übertreiben. Die Linksextremen brauchen die Rechtsextremen. Sie wachsen an ihnen, sie wachsen mit ihnen. Diese sind ihre Partner, die ihnen ideologisch so nah stehen und zugleich als Feindbild so wertvoll sind.

Nein, "Spiegel Online" ist nicht linksextrem. Brutus ist ein ehrenwerter Mann.



Im Augenblick lesen wir in "Spiegel Online" einen Artikel, der so beginnt:
KOMMUNALWAHLEN IN SACHSEN
Jeder Vierte wählte in Reinhardtsdorf-Schöna NPD

Rechtsruck in Sachsen: Die NPD hat ihr Ergebnis bei den Kommunalwahlen im Vergleich zu 2004 vervierfacht. In der Gemeinde Reinhardtsdorf- Schöna stimmten sogar mehr als 25 Prozent für die Rechtsextremen.

Kamenz - Reinhardtsdorf- Schöna, ein Örtchen in der sächsischen Schweiz, gilt ohnehin schon als Hochburg der NPD - doch auch hier, wie vielerorts im Land, legte die rechtsextreme Partei bei den Kommunalwahlen kräftig zu. Bei der Kreistagswahl am Sonntag ging mit 25,2 Prozent jede vierte Stimme aus der Gemeinde in der Sächsischen Schweiz an die NPD, wie aus dem vom Statistischen Landesamt in Kamenz veröffentlichten vorläufigen Ergebnis hervorgeht.

Besser schnitten lediglich die Freien Wähler mit 26,8 Prozent ab. Schlechter weg kam hingegen selbst die CDU (21,7 Prozent). Linke (15,6 Prozent), FDP (4,2 Prozent), SPD (3,7 Prozent) und Grüne (2,8 Prozent) liegen zusammen nur 1,1 Prozentpunkte besser als die NPD.
Es ist die klassische Methode unfairer Rhetorik: Man greift zu Beginn einen Einzelfall auf, der zu dem paßt, wovon man den Adressaten überzeugen möchte. Dieser wird damit für diese These gewonnen, bevor er überhaupt die Gesamtheit der Fakten kennt.

Dieser Einzelfall wird liebevoll ausgemalt und detailliert geschildert; auch das gehört zu diesem rhetorischen Trick.

Wer seinen Zuhörern einreden möchte, schwere Verbrechen hätten zugenommen, schildert zuerst einmal in allen Einzelheiten einen Mord oder einen Überfall. Das sagt zwar nichts über die Statistik, aber es soll den Zuhörer in eine Haltung versetzen, in der er vor lauter Angst und Empörtheit gar nicht mehr auf die Daten achtet; in der er jedenfalls bereit ist, sie im Sinn der These des Redners zu interpretieren.



In Reinhardtsdorf- Schöna haben gestern 749 Bürger an der Wahl teilgenommen. Sie haben keineswegs den Gemeinderat von Reinhardtsdorf- Schöna gewählt, denn bei diesen Wahlen wurden überhaupt keine Gemeinderäte gewählt, sondern nur Kreistage, Landräte und Bürgermeister. Daß "Spiegel Online" diese kleine Gemeinde herausgreift und ihr den gesamten ersten Teil seiner Berichterstattung über diese Wahlen widmet, ist also die pure Willkür.

Eine Willkür freilich, die den Effekt hat, daß der Leser das Weitere mit dem Gedanken im Hinterkopf liest: "Die NPD hat in Sachsen gefährlich zugenommen".

Hat sie? In einem seriösen Blatt, der "Leipziger Volkszeitung" (LVZ), kann man in einer dpa- Meldung lesen, wie diese Wahlen tatsächlich ausgegangen sind:
Klarer CDU-Sieg bei den Kommunalwahlen in Sachsen: Sowohl bei der Wahl der zehn neuen Kreistage, der zehn Landräte sowie der Bürgermeister dominierte die Union am Sonntag. Sie brachte auf Anhieb in sechs von zehn Kreisen ihre Landratskandidaten durch. Zudem stellt sie 123 von 282 gewählten Bürgermeistern. Das Ergebnis der Kreistagswahl wird erst im Laufe des Montags feststehen, die Auszählung wurde in der Nacht unterbrochen. Nach Auszählung in 507 von 509 Gemeinden kam die CDU auf 39,5 Prozent der Stimmen und übertraf damit ihr Ergebnis der Wahl in den alten Kreisen und kreisfreien Städten von 2004 (38,4).

Im Vergleich zur Kreistagswahl 2004 konnte vor allem die rechtsextreme NPD zulegen. Sie lag am frühen Morgen bei 5,1 Prozent (2004: 0,9 Prozent) und dürfte damit künftig in allen Kreistagen vertreten sein. Bei den Landratswahlen lag die NPD in zwei Kreisen sogar knapp vor der SPD: Im Landkreis Görlitz mit 7,3 Prozent sowie im Kreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge mit 7,8 Prozent.
Die NPD hat also in der Tat ihre Stimmenzahl erheblich erhöht. Aber auf gerade mal 5,1 Prozent.

Und die Kommunisten? Weiter LVZ:
Die Linke fuhr bei den Landratswahlen in neun von zehn Kreisen das jeweils zweitbeste Ergebnis ein. Nur im Landkreis Leipzig, wo die bislang einzige SPD-Landrätin antrat, konnten die Sozialdemokraten vor den Linken den zweiten Platz belegen. Bei den Wahlen zu den Kreistagen lagen die Linken kurz vor Ende der Auszählung bei 18,7 Prozent und dürfte damit im Vergleich zu 2004 - damals noch PDS - (21,6) eingebüßt haben. Die Wählervereinigungen wurden bei 12,1 Prozent (10,1) gesehen. Rang vier belegte die SPD mit 11,5 Prozent (13,6). Die FDP kam auf 8,3 Prozent (7,2).
Die NPD kam also bei diesen Wahlen hinter CDU, Kommunisten, Freien Wählern, SPD und FDP auf den sechsten Platz, mit etwas mehr als fünf Prozent der Stimmen.

Ja, aber sie hat doch ihre Ergebnis vom Frühsommer 2004 verfünffacht? Ja, das hat sie. Aber bei Kommunalwahlen geht es auch darum, wo eine Partei überhaupt antritt. Gegenüber den Landtagswahlen im Herbst 2004 hat die NPD ihr Ergebnis jetzt fast halbiert. Damals erreichte sie 9,2 Prozent.



Lohnt es sich noch, "Spiegel Online" schlechten Journalismus nachzuweisen? Viele Blogger- Kollegen verzichten inzwischen darauf. Auch ich tue es nur noch selten.

Aber "Spiegel Online" ist halt nach wie vor das größte deutsche Nachrichten- Portal. Man liest es, weil es aktuell ist und viele Informationen bringt. Da ist es vielleicht gut, sich von Zeit zu Zeit vor Augen zu führen, daß man mit jedem Klick auf "Spiegel Online" zugleich Adressat von politischer Agitation wird.



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14. April 2008

Kurioses, kurz kommentiert: Was wirklich hinter der Explosion in der Moschee in Schiraz steckt

Zuerst habe ich es gestern Mittag in einem Sender erfahren, den ich gleich noch etwas näher beleuchte. Inzwischen kann man es auch in der westlichen Presse lesen: Die Explosion in einer Moschee im iranischen Schiraz war ein Unfall.

Nach "amtlichen Angaben" nämlich. Danach hatte es in dieser Moschee eine Ausstellung gegeben. Und Munition aus dieser Ausstellung war versehentlich hochgegangen, so heißt es.

Eine kuriose Erklärung, nicht wahr?.

Zum einen, weil der Unfall sich just einen Zeitpunkt ausgesucht hatte, zu dem in dieser Moschee ein Prediger gegen die Wahabiten und die Baha'i wetterte.

Zum anderen ist es ja ein wenig kurios, daß in einer Moschee eine Ausstellung stattfindet, in der Munition gezeigt wird, und zwar scharfe. Die dann ganz von selbst losgeht, während gerade gegen die Wahabiten gepredigt wird.

Was wurde da für die Frommen ausgestellt, im Gotteshaus? Erinnerungsstücke an den Krieg mit dem Irak, 1980 bis 1988, laut Nazila Fathi in der New York Times. Und auf der WebSite des erwähnten Senders erfährt man, wie dieser Krieg im Iran heißt: Der "Heilige Krieg".

Aha, darum also die Ausstellung in einer Moschee.



Dieser Sender nun trägt einen harmlosen Namen. Er nennt sich Press TV und ist in Deutschland über Hotbird zu empfangen (Frequenzdaten unten auf der verlinkten Seite).

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Propagandasender der iranischen Regierung; und zwar mit Propaganda vom Heftigsten.

In seiner Selbstbeschreibung freilich sagt der Sender: "Press TV delivers unbiased reporting" und nennt als sein Ziel "building bridges of cultural understanding"; also unvoreingenommene Berichterstattung und das Bauen von Brücken des kulturellen Verstehens.

Auch das ist schon recht kurios, nicht wahr?



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28. Februar 2008

Zitat des Tages: "Juden kamen kaum vor"

Ich habe keine Schulwoche erlebt, in der nicht über den Nationalsozialismus gesprochen wurde. (...) Allerdings wurden im Unterricht nur Kommunisten als Opfer vermittelt. Juden kamen kaum vor, und wenn, dann Juden, die Freunde der Kommunisten waren, nicht aber in der Dimension und Singularität der Shoah. Das Zweite, was uns in der Schule offiziell vorgegaukelt wurde, war, dass die DDR mit diesem Nationalsozialismus gar nichts zu tun gehabt hat, sondern Nationalsozialismus ein rein westdeutsches Problem war.

Angela Merkel in einem lesenswerten Interview mit Evelyn Roll im heutigen "Süddeutsche Zeitung Magazin", in dem sie über ihre Jugend in der DDR und vor allem das Jahr 1968 spricht.

Kommentar: Daß in der DDR der Nationalsozialismus nie aufgearbeitet wurde, ist ein meines Erachtens unterschätzter Aspekt des Erbes der DDR und vermutlich einer der Gründe dafür, daß in den Neuen Ländern die Neonazis erfolgreicher sind als in der alten Bundesrepublik. Statt sich ernsthaft mit dem Nazismus auseinanderzusetzen, haben die Machthaber der DDR die Befassung mit ihm lediglich als ein Mittel der Agitation und Propaganda benutzt.

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10. Februar 2008

Marginalie: Neoliberal? Allemal!

In der Auseinandersetzung zwischen der politischen Linken und der Rechten gibt es einen bemerkenswerten semantischen Unterschied:

Rechte nennen die Linken im Allgemeinen so, wie diese sich selbst bezeichnen - Sozialisten, Kommunisten, Grüne.

Linke nennen aber in der Regel Rechte nicht mit den Bezeichnungen, die sie sich selbst geben, also - in Europa - Liberale und Konservative. Sondern sie belegen sie sehr häufig mit Namen, die einen herabsetzenden Charakter haben.

Sie nennen sie zum Beispiel Neokonservative. Sie nennen sie zum Beispiel Neoliberale. Sie haben es im Deutschen sogar hinbekommen, dem eigentlich neutralen (in fast allen anderen Sprachen auch immer noch neutralen) Wort "Rechte" selbst eine negative Konnotation zu verleihen, indem sie es in die Nähe von "Rechtsextreme" rückten. So, als sei irgend etwas verwerflich daran, politisch rechts zu stehen. Der Kampf "gegen Rechts" wird staatlich gefördert. Warum dann nicht auch der "gegen Links"?

"Rechte", "Neokonservative", "Neoliberale" - das sind Namen, die zugleich bezeichnen und negativ kennzeichnen sollen. Gefärbte, semantisch aufgeladene Bezeichnungen.

Damit hat die Linke schon immer gearbeitet. Die Namen wechseln, aber ihre Funktion hat sich seit der Zeit Lenins nicht geändert. Mit Kampfbegriffen ("Kalte Krieger", "Multis", "Heuschrecken", "gierige Manager") Agitprop zu betreiben, gehört in der Linken zum Standard. Nicht nur in der Linken, die durch Gregor Gysi und durch Lothar Bisky repräsentiert wird. Sondern leider auch in derjenigen, für die Namen wie Franz Müntefering und Andrea Nahles stehen.



Neben dem Klassiker "Kapitalismus", "Kapitalisten", "Büttel des Kapitals" usw., der heute kaum noch verwendet wird (vermutlich, weil die damit Bezeichneten den Spieß umgedreht haben und sich oft selbst fröhlich und unbefangen zum Kapitalismus bekennen), ist der zweite sozusagen altehrwürdige Begriff dieser Art "Imperialismus". Er geht auf Lenins Imperialismus- Theorie zurück, wonach der Kapitalismus sich zwangsläufig über die nationalen Grenzen heraus immer neue Märkte erschließen müsse, um nicht unterzugehen.

Als die klassischen kolonialen Imperien verschwanden, wurde diesem Wort ein "Neo" angehängt: "Neo- Imperialisten", die neuen Imperialisten, das sollten nun diejenigen sein, die zwar kein koloniales Imperium mehr haben, denen die Propagandisten aber ein sozusagen virtuelles Imperium vorwerfen wollten; in Gestalt von Kapital- Investitition, von multinationalen Konzernen, von Terms of Trade, die nach der Behauptung dieser Agitprop nicht dem fairen Handel, sondern der Ausbeutung dienten.

Dieses Wort "Neo- Imperialismus" (oder auch "Neo- Kolonialismus") war ein solcher Propaganda- Erfolg, daß mit der Zeit schon die unschuldige Vorsilbe "Neo-" eine negative Konnotation bekam. Ein interessanter Fall von Bedeutungs- Übertragung durch Assoziation, Linguisten nicht unbekannt.

Das machte es leicht, den Begriff "neokonservativ" negativ zu besetzen. Vor dem geistigen Auge vieler deutscher Medien- Konsumenten dürften eifernde Fundamentalisten erscheinen, wenn sie dieses Wort hören oder lesen. (Daß die Neocons, viele von ihnen jüdisch- säkulare Intellektuelle, mit wiedergeborenen Christen aus dem mittleren Westen der USA ungefähr so viel gemeinsam haben wie ein Marabu mit einem Mastino - wenn interessiert's?).

Und so, wie man durch das vorangestellte "Neo" aus Konservativen ein Schreckgespenst machen konnte, so gelang das auch mit "neoliberal".

Nicht, daß diese Bezeichnungen von den Gegnern der betreffenden Richtungen erfunden worden wären. Deren Vertreter selbst haben sie verwendet und verwenden sie; dazu gleich mehr. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung ist es, dank sehr erfolgreicher linker Propaganda, mittlerweile ein nachgerade vernichtendes Urteil, jemanden als einen Neoliberalen oder eine Ansicht als neoliberal zu bezeichnen. Wie es Christian Reiermann treffend formuliert hat:
Was der DDR früher der Klassenfeind ist dem sozial Empfindsamen heute der Neoliberale. Das Wort ist ein politischer Kampfbegriff, er dient vor allem der Diffamierung des politischen Gegners, gleichgültig ob innerhalb oder außerhalb der eigenen Partei.(...)

Als neoliberal gelten hierzulande generell Leute, die sich mit dem Rüstzeug der Ökonomie den Problemen der Wirklichkeit stellen und dabei auch noch Sympathie für das Wirken von Märkten erkennen lassen oder die Globalisierung für eine gute Sache halten. Das tut man nicht, das zeugt von Kälte, geistiger, emotionaler, moralischer sowieso.
Reiermann schrieb das am Freitag an einem Ort, wo man so klare Einsichten nicht gewohnt ist, nämlich in "Spiegel Online". Aber gemach, er arbeitet dort nicht. Er ist Redakteur in der Wirtschafts- Redaktion des gedruckten "Spiegel"; und zwar in deren Berliner Dependance, wo - dank Gabor Steingart - die deutlich kompetenteren Leute sitzen als in der Hamburger Zentrale.

Reiermann weist auf das hin, was jeder weiß, der sich auch nur die Mühe gemacht hat, den Artikel "Neoliberalismus" in der Wikipedia zu lesen: Eine der Spielarten des Neoliberalismus ist die Lehre der Freiburger Ordoliberalen, aus der - formuliert zum Beispiel durch Ludwig Erhards Staatssekretär, den Ordoliberalen Alfred Müller- Armack - die Soziale Marktwirtschaft hervorging. Es ist also einigermaßen putzig, wenn heutzutage Politiker sich hochrecken, um die Soziale Marktwirtschaft "gegen den Neoliberalismus" zu verteidigen.



Reiermann ist allerdings einseitig und polemisch, wenn er "den Neoliberalen" den Ruf nach einem starken Staat andichtet. Das gilt allenfalls für die Freiburger Ordoliberalen; sicher nicht für die heute viel einflußreichere Schule von Chicago. Ein starker Staat war so ungefähr das Letzte, was Milton Friedman für wünschenswert hielt.

Aber auch diese amerikanische Spielart des Neoliberalismus ist ja nichts, dessen man sich zu schämen brauchte. Womit ich bei der Frage bin, wie man als Liberaler, als Konservativer mit der Propaganda- Technik umgeht, derartige Begriffe negativ zu besetzen.

Sollte man es deshalb vermeiden, sich als neokonservativ, sich als neoliberal zu bezeichnen? Ich halte das für ganz falsch. So, wie ich es für falsch halte, den Begriff Zionismus lieber nicht zu verwenden, weil Antisemiten erfolgreich versuchen, ihn negativ zu besetzen ("Ich bin kein Antisemit, nur Antizionist"; so in dieser Art)

Meines Erachtens hilft nur der Gegenangriff. Nennen wir Neoliberale uns doch neoliberal. Machen wir es so wie die Schwulen, die dieses als beleidigend gedachte Wort einfach übernommen und ins Positive gewendet haben.

Neoliberal? Allemal!

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24. Januar 2008

Zettels Meckerecke: Agitprop, Agitprop, Agitprop. Mal wieder etwas zu "Spiegel Online"

Unter der Überschrift "Ich, ich, ich" steht gegenwärtig in "Spiegel Online" ein - ja was? Soll man es einen Bericht nennen? Soll man es einen Kommentar nennen? Es ist keines von beiden.

Es ist kein Bericht, denn es wimmelt darin nur so von Wertungen, von herabsetzenden Formulierungen.

Es ist kein Kommentar, denn der Autor nennt an keiner Stelle explizit seine Meinung. Er äußert auch, wie es ein Kolumnist vielleicht täte, keine Vermutungen, stellt keine Analyse an, liefert keine Hintergrund- Informationen.

Es ist auch, obwohl es um eine TV-Sendung geht, keine TV-Kritik, denn auf die Qualität der Sendung, auf die Leistung des Moderators wird mit keinem Wort eingegangen.

Wie also sollte man ein derartiges journalistisches Produkt nennen? Mir fällt nur eine Bezeichnung ein; vielleicht weiß jemand ja eine bessere: Agitprop.



Wäre es ein Bericht, dann könnte man als Thema nennen: Carsten Volkery, Redakteur im Berliner Büro von "Spiegel Online", berichtet über ein Interview, das Frank Plasberg mit Wolfgang Clement geführt hat und das in der Sendung "Hart, aber fair" gestern Abend in der ARD ausgestrahlt wurde.

Es war ein kurzes Interview von ein paar Minuten; seinen Inhalt könnte man in ein wenigen Absätzen zusammenfassen. Aber darüber, was Clement nun eigentlich gesagt hat, erfährt man von Carsten Volkery nur ein paar aus dem Zusammenhang gerissene Sätze. Man erfährt auch wenig über das Umfeld, die Hintergründe dieses Interviews; zum Beispiel die innerparteilichen Kämpfe in der SPD um die Linie der Partei und mögliche Koalitionen.

Ja, womit füllt denn Volkery eigentlich die mehr als hundert Zeilen, die der Artikel immerhin lang ist? Mit Sätzen wie:

"Allein gegen die SPD - in dieser Rolle fühlt sich Ex-Minister Wolfgang Clement am wohlsten."

"Rache kann so süß sein."

"Dass die SPD Amok lief, nachdem ihr früherer Parteivize am Sonntag zur Wahl des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) aufrief, kommt Clement wie gerufen. Endlich mal wieder 'News of the town'."

"Eine schlüssige Erklärung, warum er sich ausgerechnet eine Woche vor der Wahl mit einer Attacke auf Ypsilanti zu Wort meldet, liefert Clement nicht."

"Dass die Partei im Moment andere Sorgen hat, ist ihm schlicht - egal. Deshalb sind die Parteifreunde auch mit der Geduld am Ende."



Und so fort. Das sind Sätze, deren Informationswert nahe Null liegt. Es sind auch keine kommentierenden Sätze; Volkery äußert ja gar keine eigene Meinung. Es ist Agitprop. Es ist der Versuch, dem Leser einen negativen Eindruck von Wolfgang Clement und seinem Auftritt in diesem Interview zu vermitteln.

In den siebziger Jahren hat die SPD in NRW vor wichtigen Wahlen eine Zeitung namens "ZaS" (Zeitung am Sonntag) produziert, die am Sonntag Vormittag von Parteihelfern an die Haushalte verteilt wurde. Sie war natürlich - das war ihr Zweck, sie war ja ein Mittel des Wahlkampfs - vollkommen parteilich und sollte den Lesern die Ereignisse der vorangegangenen Tage, vor allem auch TV-Sendungen, so darstellen, wie die Partei sie gesehen haben wollte. Es war Agitprop. Völlig legitim und als solche sofort erkennbar.

Journalisten wie Volkery veranstalten dasselbe, aber sie geben nicht zu erkennen, daß es Agitprop ist. Und der Chefredakteur deckt das; unterbindet es jedenfalls nicht.

Dieser Chefredakteur, Matthias Müller von Blumencron, war - ich habe das damals kommentiert - schon im November als Nachfolger von Aust in der Chefredaktion des gedruckten "Spiegel" im Gespräch. Er schien danach aus dem Rennen zu sein. Die aktuellen Berichte sehen ihn wieder als einen von zwei Chefredakteuren in einer kollektiven Führung des "Spiegel".

Wie sich dann der "Spiegel" entwickeln dürfte - davon geben Texte wie der von Volkery einen Vorgeschmack.

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22. Januar 2008

Zitat des Tages: "Extreme Gewichtung von Gruppeninteressen"

Die ganze Bandbreite des antikapitalistischen Ressentiments taucht in den untersuchten Schulbüchern auf. (...) Wenn die deutschen Lehrpläne und Schulbücher eines auszeichnet, dann die extreme Gewichtung von Gruppeninteressen, sozialen Klassen und Arbeitskonflikt.

Der Newsweek-Redakteur Stefan Theil in einem sehr lesenswerten Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Theil hat mit einem Stipendium des German Marshall Funds Lehrpläne und Schulbücher in den USA, Frankreich und Deutschland daraufhin untersucht und verglichen, was über Markt, Kapitalismus, Unternehmertum und Globalisierung gelehrt wird.

Das Zitat bezieht sich, wohlgemerkt, nicht auf Lehrbücher aus den siebziger Jahren oder DDR- Schwarten, die noch irgendwo benutzt werden, sondern auf im Jahr 2008 offiziell an deutschen Schulen zugelassene Lehrbücher.



Nachtrag: Wie ich erst nachträglich erfahren habe, hat es zu diesem Thema schon vor zwei Wochen einen Beitrag von Rayson in B.L.O.G gegeben, der mir leider entgangen war. Dort auch der Link zu der ursprünglichen englischen Fassung des Artikels von Theil in Foreign Relations. Siehe auch den Artikel von Statler im Antibürokratieteam.

Mit Dank an Thomas Pauli für den Hinweis auf den Artikel von Theil. Für Kommentare und Diskussionen zu diesem Beitrag ist in "Zettels kleinem Zimmer" ein Thread eingerichtet. Wie man sich dort registriert, ist hier zu lesen. Registrierte Teilnehmer können Beiträge schreiben, die sofort automatisch freigeschaltet werden.

13. September 2007

Zettels Meckerecke: Ein General als Propagandist

Genügt denn nicht Marc Pitzke? Jetzt also auch noch ein gewisser Gregor Peter Schmitz.

Der General Petraeus hat dem Kongreß einen sehr nüchternen, faktenorientierten Bericht über die Lage im Irak vorgelegt.

Nur entsprach diese realistische Lagebeurteilung nicht dem Schreckensbild, das die Demokraten im Kongreß malen. Nur entsprach sie erst recht nicht dem, was "Spiegel-Online" habituell über die Lage im Irak verbreitet.

Also schreibt der Artikel von Gregor Peter Schmitz dem General Petraeus eine "Propagandisten- Rolle" zu. Ausgerechnet Petraeus, der mit einem Propagandisten ungefähr soviel Ähnlichkeit hat wie Dirk Bach mit einem Zehnkämpfer.

Ein "mittlerer Angestellter" sei Petraeus, heißt es in dem Artikel. Wenn Petraeus sagte, daß er den Bericht vor der Veröffentlichung dem Weißen Haus nicht vorgelegt hatte, dann fügt der "Spiegel-Online"-Autor Gregor Peter Schmitz dem ein "angeblich" hinzu.

Und überhaupt: "Doch seine positiven Worte vor dem Kongress in dieser Woche vertragen sich schlicht nicht mit der Fronterfahrung vieler US-Soldaten."

Die "positiven Worte" von Petraeus basieren auf Fakten. Davon kann jeder sich überzeugen, der sich die kleine Mühe macht, die von Petraeus vorgelegten Statistiken in Augenschein zu nehmen; man findet sie sogar bei "Spiegel-Online".

Wieso die "Fronterfahrung vieler US-Soldaten" diesen Fakten widerspricht, verrät uns Gregor Peter Schmitz nicht. Haben sie, die Frontsoldaten, bessere, genauere Statistiken als Petraeus? Können sie, an der Front, die strategische, die taktische Lage besser beurteilen als die militärische Führung?

Vielleicht, wohl eher aber nicht. Sicher aber scheint mir zu sein, daß die von Petraeus vorgelegten Zahlen der Lagebeurteilung von Marc Pitzke und Gregor Peter Schmitz widersprechen. Also muß, wie denn auch anders, Petraeus ein Propagandist sein.

Wenn die Meinung dieser Journalisten nicht der Wirklichkeit entspricht - umso schlimmer für die Wirklichkeit. Umso schlimmer für den, der diese Wirklichkeit beschreibt.

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28. Juni 2007

Randbemerkung: Glanz und Elend der Wikipedia - eine Hypothese

Obwohl ich auf dem Rechner immer die Encyclopedia Britannica im Hintergrund habe, benutze ich, wenn ich etwas schnell nachschlagen möchte, fast nur noch die Wikepedia.

Erstens, weil sie unschlagbar aktuell ist. Man kann das z.B. bei Weltraum- Missionen sehen, wo der aktuelle Stand buchstäblich Stunde für Stunde in der Wikipedia steht. Oder wenn ein Politiker gestürzt wird, ein Schauspieler stirbt usw. - manchmal ist die Wikipedia schneller als die gedruckte Presse, es zu melden.

Zweitens ist die Wikipedia inzwischen meist auch informativer als die Encyclopedia Britannica. Die gemeinsame Anstrengung vieler, sehr vieler Beiträger schlägt immer öfter die beste Lexikon- Redaktion der Welt.



Soviel zum Glanz der Wikipedia. Er strahlt von ihrer internationalen Version, also en.wikipedia.org.

Das Elend der Wikipedia wird sichtbar, wenn man sich die nationalen Versionen ansieht.

Ich kann nur zwei beurteilen - die deutsche und die französische. Und nichts, was sich über die internationale Wikipedia Lobendes sagen läßt, gilt auch für diese beiden nationalen. (Ich würde mich nicht wundern, wenn es bei den anderen nationalen genauso wäre; aber das kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen).

Sie sind notorisch unzuverlässig. Viele Beiträge sind einseitig, zum Teil pure politische Propaganda.

Und vor allem geht die Korrelation zwischen dem Raum, der einem Eintrag zuerkannt wird, und der Bedeutung des Themas gegen Null.

Darauf bin ich wieder einmal aufmerksam geworden durch diesen sehr schönen, sehr gut recherchierten, glänzend geschriebenen Beitrag von C.

Es geht um einen Professor namens Christoph Butterwegge, einen Politologen seines Zeichens. Wenn man ihm wohl will, wird man sagen können, daß er sein Fach nicht schlechter vertritt als mancher andere deutsche C-4-Professor das seinige.

Aber wenn man C.'s Link folgt, dann stößt man in der deutschen Wikipedia auf einen Artikel von einem größeren Umfang als zum Beispiel dem des Artikels über Frank Walter Steinmeier oder - um in der Politologie zu bleiben - über Condoleezza Rice.



Offenbar kann in der deutschen Wikipedia jeder, der Fan von irgendwem ist, über diesen losschreiben, was und wieviel er mag. Ja, gewiß, es gibt dann redaktionelle Dispute. Aber dem Redaktionsprozeß fehlt, in der deutschen Wikepedia, eindeutig die Fähigkeit, zu einem vernünftigen Resultat zu gelangen.

Wie kommt's? Und warum ist das in der internationalen Wikipedia ganz anders? Ich möchte eine einfache Hypothese vorschlagen: Es ist eine Frage der, sagen wir, kritischen Masse.

Man zeige zehn Menschen einen Strich mit der Bitte, seine Länge in cm zu schätzen. Sie werden nicht sehr weit entfernt vom wahren Wert liegen, ihn aber auch nicht treffen. Man mache dasselbe Experiment mit tausend Menschen. Der Durchschnittswert ihrer Schätzung wird nur noch um Millimeter vom wahren Wert abweichen.

Das ist das, was man landläufig das "Gesetz der großen Zahl" nennt. Genauer ist es die Regression zum Mittelwert. Je größer eine Stichprobe, umso mehr werden Fehler in eine Richtung durch Fehler in die entgegengesetzte Richtung kompensiert.



Die Wikipedia funktioniert also nur, wenn sehr viele Beiträger an jedem Artikel arbeiten. Nur dann haben politisch Einseitige, haben die Fans einer Person, haben irgendwelche Sektierer und Exoten keine Chance, sich durchzusetzen.

Deshalb bin ich für die Abschaffung aller nationaler Wikipedias. Sie sind nicht nur überflüssig, sondern sie sind - die, die ich kenne, jedenfalls - ein Ärgernis. Sie diskreditieren die wunderbare Idee der Wikipedia. Einfach deshalb, weil nicht genügend Menschen an einem Artikel arbeiten; noch dazu meistens nur aus einem Land oder einer Sprachgemeinschaft.

Und die Fähigkeit, einen englischen Artikel zu lesen, darf man ja wohl von jedem verlangen. Wer das nicht kann, der braucht auch nicht zu wissen, was in der Wikipedia steht.

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15. Juni 2007

In memoriam Kurt Waldheim

Die Geschichte des Kommunismus ist eine Geschichte seiner Opfer.

Vermutlich hat es niemals in der Geschichte der Menschheit - und da schließe ich die Nazi - Verbrecher ausdrücklich ein, die ja nur zwölf Jahre lang wüten konnten - eine politische Bewegung gegeben, die über eine so lange Zeit so skrupellos, so unmenschlich, so barbarisch mit Menschen verfahren ist wie die Kommunisten.

Der Kommunismus - genauer: der Marxismus- Leninismus - war und ist ein absoluter moralischer Tiefpunkt in der Geschichte der Menschheit.



Zur habituellen Methodik der Kommunisten gehörte und gehört der physische Mord, wenn man die Möglichkeiten dazu hatte und hat.

Zu ihrer Methodik gehörte und gehört der Rufmord, wenn man denn das Opfer nicht physisch vernichten konnte und kann. Der Versuch, einen Menschen zu diskreditieren, ihn in seinem Ansehen, seiner Existenz zu vernichten.


Im eigenen Herrschaftsgebiet haben die Kommunisten das durch sogenannte "Zersetzung" getan - die Opfer wurden psychisch fertiggemacht, beruflich ruiniert, ihre Angehörigen wurden gegen sie aufgehetzt usw.

Im Bereich außerhalb der Herrschaft des Kommunismus arbeitete und arbeitet man mit "Enthüllungen", also Fälschungen.

Es gab wenige deutsche rechte Politiker und Journalisten, in der alten Bundesrepublik, die nicht in dieser Weise von den Kommunisten ins Visier genommen wurden - von dem "SA-Mann" Gerhard Schröder über den "KZ-Baumeister" Heinrich Lübke und den "NS-Propagandisten" Kurt-Georg Kiesinger bis zum "furchtbaren Juristen" Hans Filbinger.

Eines der letzten Opfer vor der Wiedervereinigung war der große Demokrat und Liberale Werner Höfer, der auf eine erbärmliche Weise von den Kommunisten fertiggemacht wurde; und keine Hand rührte sich für ihn in dem Sender, den er geprägt hatte.

Keiner von allen den Journalisten, denen er den Weg geebnet hatte, für deren Freiheit er immer gekämpft hatte, verteidigte ihn, der das schreckliche Verbrechen begangen hatte, als junger Mann einen Artikel zu schreiben, der von der Redaktion, der er den Artikel schickte, ohne sein Wissen im Sinn der Nazis umgearbeitet worden war.

Immer gaben die Fälscher und Agitprop- Fachleute aus Ostberlin die Themen und die Schlagwörter vor. Immer fanden sie willige Helfer unter den westdeutschen Journalisten. Ein schlimmes, ein blamables Kapitel deutscher Journalistik.

Kein geschlossenes, wie mir scheint.



Kurt Waldheim war eines der wenigen nichtdeutschen Opfer dieser Strategie. Er war ein sehr angesehener und erfolgreicher UN- Generalsekretär gewesen. Dann aber wollte er österreichischer Bundespräsident werden.

Das war der Zeitpunkt, zu dem von den Kommunisten die Diffamierungs- Maschine angeworfen wurde.

Es war nichts dran. So wenig, wie bei fast allen anderen Opfern der kommunistischen Diffamierungs- Kampagnen. Waldheim war kein Nazi gewesen, er war kein Kriegsverbrecher gewesen.

So wenig, wie Kiesinger, Lübke, Filbinger. Er war nur eine geeignete Zielperson für die kommunistische Propaganda.

Und die nützlichen Idioten in der liberalen Öffentlichkeit, diese Journalisten, von denen man nicht weiß, ob sie nur dumm waren oder auch skrupellos, verbreiteten diese Desinformation. Ohne ihre Mithilfe hätten die Kommunisten nahezu keine Wirkung erzielt.

Simon Wiesenthal hat Waldheim verteidigt. Einer also, ein ungewöhnlich honoriger Mann, der zwischen Nazi- Verbrechern und Opfern der kommunistischen Ehrabschneidung zu unterscheiden wußte.

11. Mai 2007

Randbemerkung: Nicolas Sarkozys erste Bewährungsprobe

Wenn ein Linker Wahlen gewinnt - beispielsweise Mitterand 1981, beispielsweise Schröder 1998, beispielsweise Prodi 2006 -, dann hat er zumindest am Anfang eine gute Presse.

Man ist gespannt darauf, was er denn leisten wird. Man setzt Hoffnungen in ihn. Man wartet ab. Man gewährt ihm die Zurückhaltung, die "Gnade" der ersten hundert Tage.

Wenn ein Rechter Wahlen gewinnt - Berlusconi zum Beispiel, Schüssel, jetzt Sarkozy -, dann darf er nicht auf eine solche Reaktion, nicht auf den état de grâce, nicht auf Fairness rechnen.

Vom ersten Augenblick an, ja schon bevor er überhaupt im Amt ist, ist er zum Abschuß freigegeben.

Ein Rechter! Écrasez l'infâme!



Nicolas Sarkozy hat sich das erlaubt, was für jeden Menschen selbstverständlich ist: Er hat sich von einem guten Freund zu ein paar Tagen Urlaub einladen lassen.

Hätte er bedenken sollen, daß das zum Anlaß für die erste Kampagne gegen ihn wird, bevor er auch nur im Amt ist?

Ja, natürlich. Er ist ja kein Dummkopf. Natürlich wußte Sarkozy, daß er diese Reaktion auslösen würde.

Er hat, denke ich, die Partie offensiv eröffnet, indem er dieser Einladung eines Milliardärs folge. Ein Signal, daß er sich nicht einschüchtern lassen wird.

Recht so!

9. Mai 2007

Zettels Meckerecke: Michael Moore fälscht und manipuliert - ja isses denn möglich?

Selten hat ein Dokumentarfilm eine Tür eingerannt, die so weit offenstand. Jetzt haben also zwei Filme- Macher, Rick Caine und Debbie Melnyk, entdeckt, daß Michael Moore fälscht und manipuliert, und darüber ihrerseits einen Dokumentarfilm gedreht, "Manufacturing Dissent".

Wow! Wer hätte das gedacht! Hielten wir doch bisher alle Michael Moore für einen verantwortungsbewußten, objektiven Dokumentaristen.



Let's quit kidding. Jeder weiß, daß Moore ein notorischer Tatsachenverdreher ist. Einer, der Szenen arrangiert und sie dann als dokumentarisch verkauft. Einer, der Statements aus dem Zusammenhang reißt und sie in einen neuen Kontext montiert, so daß sie etwas ganz anderes auszusagen scheinen, als der Sprecher sagen wollte.

Das ist alles seit Jahren bekannt. Für "Bowling for Columbine" hat sich zum Beispiel vor vier Jahren Dave Kopel der Mühe unterzogen, die Arbeitsmethode dieses Agitprop- Spezialisten im einzelnen nachzuweisen. Christopher Hitchens hat dasselbe für "Fahrenheit 9/11" gemacht.

Als Moore im November 2003 zu einer Lesereise nach Deutschland kam, gab es auch hier bei uns eine Diskussion über seine fragwürdigen Methoden. Wie es mit dem Wahrheitsgehalt seiner Behauptungen in "Stupid White Men" bestellt ist, habe ich damals ein wenig recherchiert und das Ergebnis in Infotalk mitgeteilt.



Warum jetzt das Erstaunen, wenn zwei Filmemacher noch einmal das dokumentieren, was seit Jahren die Spatzen von den Dächern pfeifen?

Weil es überwiegend keine linken Spatzen waren.

Es waren liberale und konservative Autoren, die sich im Detail mit Moores Methoden beschäftigt haben.

Und offenbar gibt es - jedenfalls in Deutschland - noch immer die seltsame Vorstellung, daß man Linken mehr trauen kann als Konservativen und Liberalen, was die Sorgfalt ihrer Recherche, was die Ehrlichkeit dessen angeht, was sie schreiben. Zumal wenn sie einen kritisieren, der seinerseits als Linker gilt.

Eine wahrhaft seltsame Vorstellung.

29. April 2007

Zettels Meckerecke: SPON berichtet über den Wiederaufbau im Irak! Allerdings ...

Zur Nazi-Zeit erfuhr man über moderne Kunst nur dann etwas, wenn sie als "entartet" angeprangert wurde.

Gelernte DDR-Bürger wußten aus den Negativ- Meldungen über die Bundesrepublik das eine oder andere über die wahren Lebensbedingungen zu entnehmen, zwischen den Zeilen lesend.

Daran fühlte ich mich durch eine Meldung in "Spiegel Online" (SPON) über den Irak erinnert. Ihre Tendenz ist, wie könnte es anders sein, negativ:
Unsummen haben die USA in den Aufbau des Irak gesteckt. Stichproben förderten nun viel Murks zu Tage. Gewaltige Summen wurden offenbar in den Sand gesetzt.
Wer seine Informationen nur aus SPON bezieht, der dürfte damit zum ersten Mal etwas davon erfahren haben, daß im Irak nicht nur Terroristen bomben und US-Soldaten sterben, daß dort nicht nur Geiseln genommen werden und Menschen in berüchtigten Gefängnissen sitzen, sondern daß auch ein Wiederaufbau stattfindet. Und zwar offenbar ein gewaltiger Wiederaufbau. Über acht Projekte, die jetzt inspiziert worden waren, heißt es:
150 Millionen Dollar haben sie insgesamt verschlungen - nur ein kleiner Bruchteil der insgesamt 30 Milliarden, die für den Aufbau veranschlagt sind.
Dreißig Millarden Dollar haben die USA für den Wiederaufbau des Irak ausgegeben oder planen das! Seltsam, nicht wahr, daß über alle diesen neuen oder modernisierten Schulen und Krankenhäuser, über den Straßenbau und die Modernisierung der Stromversorgung, daß über alle diese Infrakstruktur- Maßnahmen so gut wie nichts berichtet wird. Jedenfalls nicht in SPON. Lesen wir weiter:
In einer Geburtsklinik in der im Norden gelegenen Stadt Erbil etwa fanden die Inspektoren zwar die teure, eigens angeschaffte Verbrennungsanlage für medizinische Abfälle - sie lag jedoch hinter einer mit einem Vorhängeschloss gesicherten Tür. (...) Ein eigens eingebautes System zur Trinkwasseraufbereitung war ebenfalls nicht in Betrieb. (...) Ein System zur Sauerstoffversorgung, das installiert worden war, wurde nicht genutzt.
Schau an, da wurde also mit US-Mitteln eine Klinik modernisiert. Hat SPON je darüber berichtet, oder über andere derartige Projekte? Nein, solange sie funktionieren, sind sie keine Meldung wert. Wenn aber Inspektoren etwas finden, was ähnlich jeder Bericht des Bundes- Rechnungshofs enthält, dann auf einmal erfährt das der staunende Leser von SPON.

Der Artikel schließt mit dem süffisant gemeinten Satz:
Ein US-Brigadegeneral hatte erst im vergangenen Monat gefordert, man solle doch endlich einmal darauf schauen, was schon alles erreicht worden sei im Irak: "Was Sie nicht sehen", sagte General Michael Walsh zu Journalisten, "sind die Erfolge im Wiederaufbau- Programm, wie der Wiederaufbau das Alltagsleben der Menschen im Irak verändert".
In der Tat, das sehen wir nicht. Wir sähen es jedenfalls nicht, wenn wir unser Bild von der Situation im Irak aus SPON bezögen.

Es sei denn, wir lesen Horror- Stories wie die jetzige sozusagen gegen den Strich.

So, wie viele der Besucher, die 1937 durch die Ausstellung "Entartete Kunst" in München zogen, Kunstfreunde waren, die auf diese Weise endlich Zugang zu verbotenen Kunstwerken hatten.