22. Januar 2021

"Die verspätete Nation": Zur Reichseinigung vor 150 Jahren





Oder: Ein Gepräch im Hause Steinmeier über den abwesenden deutschen Nationalstaat.

Vor vier Tagen, am 18. Januar 2021, jährte sich zum 150. Mal der "Tag von Versailles," der Gründungsakt des Deutschen Reiches als konstitutionelle Monarchie und die Annahme der Regentschaft durch Wilhelm I, nachdem die neue Verfassung am 1. Januar des neuen Jahres in Kraft getreten war, die Reichstag und Bundesrat am 9. und 10. Dezember ratifiziert hatten. Formell begann mit der Verabschiedung auch die Regentschaft; die Annahme war ein formeller Akt. Es war die Kulmination der Hoffnung auf die Eingung der Deutschen in einem gemeinsamen Nationalstaat, der im Gefolge des Wiener Kongresses erstmals konkrete Gestalt angenommen hatte und beim Hambacher Fest 1832 erstmals zum Ausdruck gebracht worden war. Das Aufgehen, die Unterordnung der bis dahin existierenden Kleinstaaten und Monarchien in einer größeren nationalen Klammer. Das Zögern Wilhelm, den ihm angetragenen Titel des Deutschen Kaisers anzunehmen, verdankte sich diesem Impuls: er befürchtete, daß die Bedeutung Preußens als Primus inter Pares der deutschen Staaten erheblich schwinden würde. Aber mit der Etablierung der von Bismarck beförderten "kleindeutschen Lösung" - unter Ausklammerungs der k.u.k Doppelmonarchie - gab es zum ersten Mal einen Zusammenhalt "der Deutschen" in einer gemeinsamen nationallen Ordnung: etwas das auch das Mittelalter nie gekannt hatte, als das Heilige Römische Reich deutscher Nation zwar über den Ewigen Reichtstag über eine Proklamationsinstanz zur Regelung der Herrschaftsnachfolge und darüber auch in länderübergreifenden Rechtsfragen über eine entsprechende Gerichtsbarkeit verfügte, für das aber in jeder anderen Hinsicht das Urteil Voltaires zutraf: "Ce corps qui s'appelait et qui s'appelle encore le saint empire romain n'était en aucune manière ni saint, ni romain, ni empire." (Er hätte auch noch "ni allemand" hinzusetzen können.)

Man sollte annehmen, daß die Schaffung eines solchen Staates, einer Nation, dem Staatsoberhaupt einer Nation, die sich, bei allen Brüchen und Zäsuren, bei mehreren Neubegründungen, immer noch aus dieser Nationwerdung herleitet, immer noch Teil dieser historischen und kulturellen Matrix ist, zum 150. Jubiläum Anlaß zu einem öffentlichen Gedenken, zu einem Festakt sein sollte. Gemäß dem Tonus der Selbstdarstellung der Bundesrepublik Deutschland nicht mit Gepränge und militärischem Pomp, sondern mit ostentativer Schlichtheit, mit einer geradezu philiströsen Bescheidenheit, aber doch als eine markante Wermarke. In den USA mag man den Nationalfeiertag am 4. Juli mit Paraden und Tschingderassabumm ebenso zelebrieren wie die Französen die Erstürmung der Bastille am 14. Juli, ohne daß die Bürger dieser Nationen von den Leitmedien der Auftrag erteilt erhielten, sich lieber wegen der schwarzen Flecken in ihrer Vergangenheit in Grund und Boden zu schämen. Deutschland ist dies aus den naheliegenden Gründen nicht möglich. Das liegt nicht nur an dem Bruch durch den Massenmord des Dritten Reiches, sondern der daraus resultierenden Memorialkultur der letzten 70 Jahre. Aber immerhin war es bis in die siebziger und achtiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts möglich, das Gedenken an die davorliegenden Epochen, die diesen Staat, seine kulturellen Traditionen und Entwicklungen geprägt haben, zu pflegen, sine ira et studio.

Quo Vadis Joe Biden? Blindflug, McCarthy oder Business as usual? Ein Gedankensplitter.

Tja, nun ist er im weißen Haus: Joe Biden hat es geschafft den so verhassten Präsidenten Donald Trump zu beerben und wohnt seit vorgestern Mittag nun im wohl bekanntesten Wohnhaus der Welt. Der von den Medien herbei geschriebene Staatsstreich blieb aus, es blieb bei einer völlig langweiligen Machtübernahme, die schwer an Joe Bidens Wahlkampfveranstaltungen erinnerte: Keiner da, aber die Medien zeigen sich begeistert. Besonders der ehemalige Nachrichtensender CNN konnte sich kaum einkriegen vor Begeisterung. 

21. Januar 2021

Somerset Maugham, "Der Sinologe" (1922)





Er ist ein großer Mann, ziemlich stämmig, aber mit schlaffer Haltung, als ob er sich nicht genügend bewegen würde, mit rotem, glattrasiertem, breitem Gesicht und grauem Haar. Er spricht ziemlich schnell und nervös, mit einer hohen Stimme, die nicht zu seiner Körpergröße paßt. Er bewohnt die Gästezimmer in einem Tempel gleich außerhalb des Stadttors, wo außer ihm drei buddhistische Mönche und ein winziger Novize leben und die heiligen Riten durchführen. Seine Räume sind spartanisch eingerichtet, mit ein paar chinesischen Möbeln und einer unüberschaubaren Menge von Büchern. Es ist kalt; das Zimmer, in dem wir sitzen, wird von einem Ölofen nur unzureichend gewärmt.

20. Januar 2021

Somerset Maugham, "Der Taipan" (1922)





(Somerset Maugham. Gemälde von Philip Steegman, 1931. National Portrait Gallery)

Niemand wußte besser als er selbst, daß er ein bedeutender Mann war. Er war die Nummer eins in einem der wichtigsten Niederlassungen der bedeutendsten englischen Handelsfirma, die in China tätig war. Er hatte sich seine Stellung durch Fleiß und Kompetenz erworben und er dachte nur amüsiert an den unwissenden Angestellten zurück, als der er vor dreißig Jahren nach China gekommen war. Wenn er an seine Herkunft dachte, an das bescheidene kleine rote Reihenhaus in Barnes, einem Vorort, dessen Einwohner sich nach einer bescheidenen Eleganz sehnen und es doch nur zu einer schäbigen Tristesse bringen, und das mit der prächtigen Villa mit ihrer großen Veranda und geräumigen Zimmern verglich, die ihm als Geschäftsadresse und als Wohnsitz diente, mußte er zufrieden lächeln. Es hatte es weit gebracht. Er dachte daran zurück, wie er als Kind aus der Schule heimgekommen war (er besuchte St. Paul's), und mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern zu Abend gegessen hatte: es gab eine Scheibe kalten Braten, Brot und Butter und Tee mit viel Milch, und jeder bediente sich selbst, und verglich es mit den Mahlzeiten, die er jetzt einnahm. Er trug stets Abendgarderobe, und er erwartete, daß ihn die drei Boys bedienten - egal, ob er allein speiste oder Gäste empfing. Boy Nummer Eins war mit seinen Vorlieben bestens vertraut; er selbst mußte sich nie um die Einzelheiten der Haushaltführung kümmern, aber er ließ jeden Abend ein vollständiges Dinner auftischen, mit Suppe, Braten als Hauptgericht mit süßen und sauren Beilagen, so daß er nicht in Verlegenheit kam, wenn er spontan jemandem zum Essen einlud. Er war ein Gourmet und sah nicht ein, warum er weniger gut speisen sollte, wenn er keine Gesellschaft hatte.

Er hatte es wirklich weit gebracht. Das war der Grund, warum er kein Bedürfnis verspürte, nach England zurückzukehren. Er war seit einem Jahrzehnt nicht mehr in England gewesen, und verbrachte seinen Urlaub in Japan oder Vancouver, wo er sichergehen konnte, alte Bekannte aus China zu treffen. In der alten Heimat kannte er niemanden mehr. Seine Schwestern hatten ihrem Stand gemäß geheiratet; ihre Männer waren Beamte und ihre Söhne waren Beamte: zwischen ihnen gab es nichts Verbindendes; sie langweilten ihn. Er kam seiner Pflicht als Verwandter nach, indem er ihnen zu Weihnachten ein paar Meter feinen Seidenstoff schickte, ein paar auserlesene Stickereien, ein paar Pfund Tee. Es war nicht so, daß er geizig war: solange seine Mutter noch lebte, hatte er sie jeden Monat unterstützt. Aber er hatte nicht vor, nach England zurückzukehren, wenn er aus dem Geschäftsleben ausschied. Er hatte zu oft erlebt, daß andere damit gescheitert waren. Er würde ein Haus nahe der Pferderennbahn in Shanghai erwerben und den Rest seines Leben mit Bridgespielen, Reiten und Golfspiel angenehm zubringen. Aber bis dahin würde noch einige Zeit vergehen. In fünf oder sechs Jahren nahm Higgins seinen Abschied, und er würde die Leitung des Firmensitzes in Shanghai übernehmen. Bis dahin war er mit seiner Stellung hier ganz zufrieden; er konnte Rücklagen bilden, was in Shanghai nicht möglich war, und obendrein ein angenehmes Leben führen. Ein weiterer Vorteil war, daß er der wichtigste Mann der kleinen Gemeinschaft war; er bestimmte, was hier galt. Selbst der Konsul achtete darauf, es sich mit ihm nicht zu verscherzen. Mit einem seiner Vorgänger hatte es gewaltigen Ärger gegeben - und es war nicht er gewesen, der am Ende den Kürzeren gezogen hatte. Der Taipan reckte kampflustig das Kinn in die Höhe, als er an die kleine Episode dachte.

18. Januar 2021

"The Midnight Sky"





Vielleicht bin ich auch nur zu anspruchsvoll.

Und zudem ist es mißlich, den Stab über einen Film zu brechen - oder über einen Roman, ein Theaterstück - ohne ihn gesehen (oder gelesen) zu haben, nachgerade aus willentlicher Ignoranz. Soweit ich weiß, hat sich nur Julie Burchill, selbsternannte Königin des "literarischen Punks" und britische Kultur-Krawallnudel, in den "Plattenkritiken" dazu verstiegen, die sie über neue Pop- und Rockalben, noch bevor sie auf dem Markt waren, Ende der 1980er Jahre für den New Musical Express geschrieben hat.

Außerdem ist mir klar, und das seit Jahrzehnten, daß im Genre der Science Fiction hanebüchene Prämissen, wildeste Unwahrscheinlichkeiten und das Ignorieren aller Naturgesetze eher die Regel als die Ausnahme darstellen - und daß die audiovisuelle Spielart in Filmen und Fernsehserien hier noch einmal ungenierter mit der Realität umspringt. Selbst in der sogenannten "harten Science Fiction" - in der sich ein Autor bemüht, sich an den Erkenntnissen der Physik und Astronomie zu orientieren und seine Handlungen und die Spielregeln seiner Geschichte daran ausrichtet - ist es durchaus verstattet, etwa einen "Überlichtantrieb" zu postulieren, dessen tatsächliche Konstruktion die Relativitätstheorie kategorisch ausschließt, damit die Mannschaft (bzw. Diversschaft) des Sternenkreuzers "Markus Söder" der Bavarian Space Agency nicht diverse Jahrtausende braucht, um beim Orionnebel - Distanz: 1.200 Lichtjahre - einzutreffen. Aber wenn sie am Ziel aus dem Hyperraum ins Raumzeitkontinuum zurückstürzen, erwartet der Leser, daß sie unter Beachtung der naturgesetzlich verhängten Verkehrsregeln auf Beteigeuze III landen - und nicht, indem sie sich wie einst Pan Tau an die Melone tippen. (Das Beispiel macht klar, daß auch hier die Grenzen fließend sind: daß sich Captain James Tiberius Kirk und alle seine Nachfolger im Trekkieversum ohne Empfangsstation an beliebige Ziele beamen konnten, war den Budgetbeschränkungen der ersten Staffel von 1966 geschuldet, die den Bau einer Raumfährenattrappe nicht zuließen; die Spielwarenfirma Mattel hat dem Studio Desilu, das die drei Staffeln der "Original Series" produzierte, das "lebensgroße" kastenförmige Modell, das ab Folge 27 zum Einsatz kam, im Gegenzug für die Produktionsgenehmigung des Merchandisings finanziert. NARRATOLOGISCH entspricht das Beamen eben jenem "Rücksturz in den Normalraum" oder dem plötzlichen Auftauchen eines Zeitreisenden und bricht, wenn sich der Zuschauer einmal an dieses Versatzstück gewohnt hat, nicht den stillschweigenden Kontrakt, den Samuel Taylor Coleridge 1817 als "willing suspension of disbelief" bezeichnet hat - die Bereitschaft, solche Unmöglichkeiten um der Geschichte willen zu akzeptieren.)

16. Januar 2021

Freie Meinung, Big Tech & der Reichstagsbrand. Ein Gedankensplitter.

“There is freedom of speech, but I cannot guarantee freedom after speech.”

                                                                                                                    - Idi Amin 

Historische Vergleiche sind immer etwas schwierig, besonders dann, wenn sie sich auf die Nazis beziehen, aber dieser Vergleich drängt sich einfach viel zu sehr auf, als das man ihn liegen lassen könnte. Am 27. Februar 1933 brannte in Deutschland der Reichstag und in Folge des Brandes entstand eine bis dahin beispiellose Notverordnung, die "Reichstagsbrandverordnung", deren Auswirkungen direkt zur Machtergreifung und damit zum dritten Reich führten. Es ist ein, wenn nicht das Beispiel schlechthin, wie man aus einem eigentlich nicht einmal sehr dramatischen Ereignis die Grundlagen einer ganzen Gesellschaftsordnung aus den Angeln hebt und damit einen völlig neuen (im Beispiel sehr, sehr dunklen) Weg einschlägt. Dabei ist es nicht einmal erheblich, ob die Nazis den Brand selber legten oder ob sie nur einfach (heute würde man sagen in guter politischer Tradition) dem Prinzip folgten eine gute Krise nicht ungenutzt zu lassen.

Arnold Bennett, "Nachtstück im Majestic" (1905)



I.

Im geschäftigen Leben eines Grandhotels gibt es immer wieder Momente, in denen die chaotische, wilden Vorgänge zur Ruhe kommen, und der ganze riesige Organismus wie unter dem Einfluß eines einschläfernden Opiats zu träumen scheint. Die Zustand tritt etwa dann ein, wenn die Gäste sich in den Rauchsalons oder in der Loge eines Theaters den geheimnisvollen Vorgängen der Verdauung hingeben. Am Abend dieses Notturnos war die wohlbekannte Rotunde der Eingangshalle des Majestic mit ihrem gefliesten Boden, den Säulen aus Malachit, den Perserteppichen, den Sitznischen und den berühmten ausgestopften Bären, die neben der breiten Haupttreppe Wache hielten, fast verlassen, bis auf den Chefportier, den Nachtportier und die Empfangsdame. Es war viertel vor neun, und der Chefportier übergab gerade das Szepter über sein Reich an den Nachtportier und weihte ihn in die Geheimnisse des Tages ein. Diese beiden Eminenzen, die Tag und Nacht Zeugen der Wechselfälle des menschlichen Lebens wurden, hielten des Morgens und des Abends Kriegsrat. Sie kannten das Leben und gaben sich keinen Illusionen hin. Shakespeare selbst hätte von ihnen noch lernen können.

Die junge Frau in der Rezeption hatte sich an das Fenster vor ihn gelehnt, wie ein schönes, entspanntes Tier in seinem Käfig, und betrachtete die beiden Majestäten, die da von zwei der Säulen eingefaßt vor ihr standen. Sie waren zu weit entfernt, um ihr Gespräch belauschen zu können, und sie sah ihnen nur zu, verloren in einem Tagtraum, den die süße Schwermut des Sommerabends, die Ruhe, die eingetreten war, und die Aussicht auf den morgigen freien Tag ausgelöst hatten. Die Herrschaften in ihrer prunkvollen Livree schenkten ihr keine Beachtung; wahrscheinlich war sie in ihren Augen nicht mehr als ein dekorativer Blickfang. Und doch war sie es, die das geheime Zentrum aller Aktivität darstellte, nicht sie. Wenn eine Rechnung beglichen wurde, war sie es, die das Geld in Empfang nahm; wenn ein Gast ein Zimmer wünschte, suchte sie es aus; und die Herren hatten sie mit "Miss" anzureden. Das riesige, prächtige Hotel drehte sich um ihr schlichtes Herz, das unter ihrer weißen Bluse schlug. Besonders im Sommer.

Ihre Anwesenheit und die ihrer Kolleginnen an der Rezeption (heute abend war sie freilich allein) diente der Erbauung der männlichen Gäste, deren primitive (wenn auch zutiefst menschliche) Instinkte Gefallen daran fanden, daß diese hübschen Gefangenen in ihrem Käfig auf sie warteten,wenn sie von ihren Wanderungen heimkehrten, sie mit einem Lächeln begrüßten, sich mit hochgezogenen Brauen ihre kleinen Gehirne über gewaltigen Kladden zermarterten, aus rosigen Mündchen Unverbindlichkeiten plapperten, und ihre entzückende Kleidung mit langen schmalen Händen ordneten, die dafür geschaffen waren, von Ringen und Armreifen geschmückt zu werden und nicht für die Arbeit mit Lineal und Stahlfeder.

13. Januar 2021

"Ein Treffen unter Gleichen"

«Ognuno sta solo sul cuor della terra
trafitto da un raggio di sole:
ed è subito sera.»

- Salvatore Quasimodo





Ich ließ Rouen hinter mir und folgte den weiten Kurven der Straße in ein Land von schwarzem Glas.

Ich hatte schon viele Solarfarmen gesehen - in Australien, Amerika und auf meinem Weg von Paris in die Normandie - aber der Effekt, den die tiefstehende Sonne auf die endlosen Reihen der dunklen Paneele hatte, verlieh der Szenerie etwas Unwirkliches. Der Motor des Tesla summte lautlos, und in der vom letzten Regenschauer noch feuchten Luft war es, als ob ich durch eine Art magischer Stille fuhr. Zur Rechten ragte ein Kiefernwäldchen in die reglose Abendluft, und ringsum saugten die angewinkelten schwarzen Reihen das letzte Licht des Tages auf. Die Reflexe, die mitunter auf den oberen Kanten aufblitzen, verliehen den Ganzen einen merkwürdig belebten Ausdruck, obwohl niemand auf den verlassenen ehemaligen Feldern zu sehen war. Auch als mich nach zehn Kilometern hinter Vieux-Manoir das Navi anwies, die A28 zu verlassen und die Abzweigung nach Buchy zu nehmen, hielt der traumhafte Eindruck an.

Bevor mir Max seine Adresse an diesem Morgen per WattsApp mitgeteilt hatte - in seiner typischen Manier hatte er sich auf die Angabe von geograpischer Länge und Breite beschränkt, die ich mehr oder weniger genau mit den Karten im Netz abgeglichen hatte - hatte ich mir vorgestellt, er könne, gemäß seinem Leben im Verborgenen und angesichts dessen, was er war, in einem abgelegenen kleinen Landhaus wohnen, ein Robinson hinter einer Dornröschenhecke. Aber die Adresse erwies sich als eine ganz normale Vorortstraße in einem ganz normalen nordfranzösischen Dörfchen, gleich hinter dem Ortsschild. Platanen und Kastanien säumten die schmale Fahrspur. Während ich langsam zwischen den kleinen Vorgärten dahinrollte und überlegte, welches der sauberen, geputzen Häuschen gemeint sein mochte, klingelte mein Telephon.

8. Januar 2021

Über die Ungerechtigkeit der Welt und den "Clash of Cultures". Ein Gastbeitrag von Frank2000



Anknüpfend an eine Debatte um "Impfstoffnationalismus" im Diskussionsforum zu "Zettels Raum" hat unser Forumsmitglied und geschätzter Gastautor Frank2000 einen Beitrag zu den weitergefaßten, grundsätzlicheren Umständen von Kollektiven, sprich Gemeinschaften, hier im Sinne von in Konkurrenz stehender, unterschiedlich verfaßter Gesellschaften verfaßt. (U.E.)

* * *



Über Geburtsvorteile

Möglicherweise muss man das wirklich mal aussprechen: die Welt ist nicht gerecht. Ich habe mir nicht ausgesucht, in Deutschland geboren zu werden. Gesund zur Welt zu kommen. Fürsorgliche Eltern zu haben. In der Sekunde, in der ich das Licht der Welt erblickte, war ich umfassend privilegiert: hatte Zugang zu einem Bildungssystem, sauberem Wasser und öffentlicher Sicherheit und Ordnung. Aber die Ungerechtigkeit geht noch weiter, denn auch viele individuelle Merkmale sind angeboren: Intelligenz, Charakter... selbst hier in Deutschland sind viele Menschen "geborene Verlierer". Auch mit größter politischer Korrektheit kann man Dumme nicht intelligent machen (lediglich die vorhandene Intelligenz aktivieren). Und wer als aggressive, emotional gestörte Persönlichkeit zur Welt kommt, wird immer Probleme in sozialen Gruppen haben. Die größte Ungerechtigkeit überhaupt ist aber Gesundheit und Aussehen: auch wenn die "No body shaming"-Fraktion gern etwas anderes einführen möchte: die Menschen werden immer instinktiv (!) das Aussehen des Gegenübers bewerten. Zwar gibt es hier in einem engen Spielraum kulturell bedingte Prägungen (zB steigt nach einer Hungersnot die Attraktivität moderat dicker Menschen). Aber unzählige Tests mit der Messung von Augenbewegungen, Blutdruck usw haben bewiesen, dass das Aussehen bewertet wird. Immer.

Die Menschen sind keine Bärtierchen oder Termiten, deren individuellen Abweichungen kaum noch messbar sind. Die Natur der Menschheit ist die Diversifikation. Welche Schlussfolgerung zieht man zunächst aus dieser Tatsache? Die Evolutionstheorie beschreibt als Grund dieser Varianz die Innerspezies-Konkurrenz: es sollen eben nicht alle Individuen gleiche Ergebnisse erzielen. Sondern einige Individuen setzen sich auf Grund von Konkurrenzvorteilen stärker durch, bekommen mehr oder fruchtbarere Weibchen, mehr Nahrung, Macht usw.
Wenn hier schon Schluss wäre mit der Geschichte, dann könnte man "Links" argumentieren: In einer Welt des Überflusses ist individuelle Konkurrenz überflüssig. Und an die Stelle von "Gewinner und Verlierer" tritt der Sozialismus: der zentrale Ausgleich der individuellen angeboren Vorteile und Nachteile. Die Menschen mit angeborenen Vorteilen geben die Früchte ihrer Konkurrenzvorteile ab, da sie diese nicht "verdient haben": schließlich handelt es sich um angeborene Vorteile. Kann man nix für. Die Einnahmen der ausgebeuteten Gewinner werden an die Verlierer verteilt.

6. Januar 2021

Das Impfdesaster



Dieser Beitrag erscheint mit einem Tag Verzögerung, da ich erst um einen ruhigen, halbwegs nüchternen Ton ringen mußte und nicht Gefahr laufen wollte, mich in meinem Zorn und in meiner Fassungslosigkeit zu Formulierungen hinreißen zu lassen, die justiziabel sind. Der Vorgang, der vor zwei Tagen durch einen Bericht der BILD-Zeitung bekannt geworden ist (die mittlerweile, neben "Tichys Einblick", das einzige Medium in diesem Land zu sein scheint, das noch kritische Recherchen zur Arbeit zur Arbeit der Regierung durchführt - was von seither die oberste Aufgabe der "Vierten Macht" war, statt nur als willfähriges Propagandawerkzeug zu dienen) - dieser Vorgang ist ungeheuerlich, und selbst ich, der ich unsere Regierung für unfähig und blind für die Wirklichkeit halte, hätte mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können, daß sie zu dergleichen fähig wäre.

Es geht um das, was seit Anfang dieser Woche als "Impfstoffskandal" geläufig ist. Es geht um die Tatsache, daß diese Regierung, die seit dem vergangenen April immer wieder, Tag für Tag, betont hat, daß wir ohne einen wirksamen Impfstoff gegen SARS-CoV-19, und ohne eine weitreichende Durchimpfung der Bevölkerung, die Pandemie nicht hinter uns lassen können. Es kommt nicht oft vor, daß ich mit den Zielen und Plänen unserer Regierung absolut d'accord bin. Aber hier hat sie recht. Und nicht sie allein: ALLE Regierungen der Welt verfolgen dieses Ziel: Das Virus zu eradizieren, es auszurotten, sein Auftreten auf Null zu bringen (in dieser Einmütigkeit sehe ich auch den Grund, warum die Entscheidungen unserer Regierung halbwegs richtig lagen. Wohlgemerkt: die ENTSCHEIDUNGEN, nicht die Durchführung). Für eine wirksame Erreichung dieses Ziels - wie es etwa China und Taiwan geschafft haben - ist es seit März zu spät; auch der Lockdown, der seit nun 9 Wochen andauert und bislang keine nennenswerte Wirkung zeigt, dient nur dazu, die Fallzahlen und ihr Anwachsen möglichst gering zu halten.

Man sollte meinen, daß es eine Selbstverständlichkeit wäre, daß eine Regierung alles daran setzt, um dieses Ziel zum schnellstmöglichen Zeitraum zu erreichen. Wir haben zurzeit pro Tag 500 Todesfälle an COVID-19; in jedem Monat also 15.000. Jede Woche Verzögerung führt dies fort. Man sollte meinen, die Regierung habe bei jedem Impfstoff, dessen Entwicklung erfolgsverprechend schien, sich ein größtmögliches Kontingent durch Vorkaufsoption gesichert, um es schnellstens und auf der brreitesten möglichen Ebene einsetzen zu können, sobald die für die Zertifizierung zuständige EU-Behörde EMA, die European Medicines Agency, die Vakzine freigegeben hat.

4. Januar 2021

Arnold Bennett, "Der ermordete Mandarin" (1907)



"Was redet ihr da von Mord?" fragte Mrs. Cheswardine, als sie mit dem Tablett mit dem Abendessen in den geräumigen Salon kam.

"Stell's da hin," sagte ihr Gatte (das bezog sich auf das Tablett) - und zeigte auf einen kleinen Tisch, der mit zwei Beinen auf und den beiden anderen vor dem Kaminvorleger stand.

"Die Schürze steht dir ausgezeichnet," brummte Woodruff, der Freund der Familie, der seine langen Beine - noch länger als die von Cheswardine - auf das Schutzblech vor dem Kaminfeuer gelegt hatte. Beide Männer saßen in einem Lehnsessel neben dem Kamin; beide waren sie groß und schlaksig, und beide zählten sie vierzig Jahre.

Mrs. Cheswardine setzte das Tablet mit einer unbeschreiblich eleganten Bewegung auf dem Tischchen ab, nahm auf einem Stuhl dahinter Platz, der sich wie ein winziger Großneffe der Lehnsessel ausnahm, und strich sich die Schürze glatt.

Die Schürze stand ihr tatsächlich ausgezeichnet. Es ist ganz erstaunlich, welche bezaubernde, köstliche Wirkung eine adrette Schürze entfalten kann, vor allem, wenn sie über einem gutgeschnittenen, teuren Kleid getragen wird; wenn darunter das Rascheln eines Unterkleides aus Seide zu hören ist, und wenn die Schürze dann auch noch von reichberingten Frauenhänden glattgestrichen wird. Jeder Mann weiß das. Jede Frau weiß es. Mrs. Cheswardine wußte es. In solchen Dingen wußte sie außerordentlich gut Bescheid. Es machte ihr Freude, selbst noch einen kleinen Imbiß zuzubereiten, weil die Dienstboten schon schlafen gegangen waren, wenn ihr Mann spätabends Woodruff noch auf einen Sprung vorbeibrachte - was nicht selten der Fall war, wenn er den Klub aufgesucht hatte. Etwa Tomatensandwiches, mit Bier oder Chapagner. Die Männer zogen natürlich Bier vor, aber Mrs. Cheswardine stand eher der Sinn danach, Champagner aus einem geschliffenen Kristallglas zu trinken. Also wurde kein Bier aufgetischt.

3. Januar 2021

McDonald's in Pompeji. Nachschlag: Garum, Garum, Garum



(Moretum)

Und ein kleines Quiz.

* * *

Der Esprit de l'escalier, der Treppenwitz (die Wendung findet sich zuerst bei Denis Diderot) bezeichnet gemeinhin eine Pointe, eine Volte, ein Antwort, die einem erst im Nachhinein einfällt, wenn man die Konversation, in die sie gepaßt hätte, schon verlassen hat: auf der Treppe halt. (Das ist nicht zu verwechseln mit der bekannten Anekdote, in der Alexandre Dumas pêre seinen Sohn, der ihm den täglichen Morgenbesuch abstatten wollte, von einem Diener hinauskomplimentieren ließ. Am nächsten Morgen entschuldigte sich der Autor der Drei Musketiere mit der Begründung. "Ich lag mit einer kleinen Erkältung im Bett." "Ich weiß," gab der Verfasser der Karneliendame zur Antwort, "Sie ist mir auf der Treppe begegnet.")

So (also im Sinne von Diderot, nicht A.D. fils), ging es mir auch mit dem in Folgenden übersetzten kleinen Text, der mir erst einfiel, als mein Beitrag zum kürzlich ausgegrabenen Straßenimbiß in Pompeji schon eingestellt war. So möge es denn als zweiter Besuch in der Kulinarik der Antike durchgehen.

2. Januar 2021

Arnold Bennett, "Mitternacht im Grandhotel Babylon" (1905)





(Das Savoy Hotel in London, das Bennett als Vorbild für das Grandhotel Babylon diente.)

I.

"Also gut," begann der Arzt. "Manche hier sind der Ansicht, daß ich mich in letzter Zeit ziemlich bedeckt gezeigt habe. Kann sein. Trotzdem werde ich euch jetzt - nur euch hier in der Runde - alles über den Fall erzählen, der mich beschäftigt hat. War nicht der seltsamste, der mir je untergekommen ist. Ihr wißt, daß ich so allerlei erlebt habe; jeder Fall ist auf seine Art interessant. Aber Giftmorde haben etwas Besonderes an sich, und dieser hier war der Merkwürdigste von allen. Kommt nicht oft vor, daß jemand, der einen Mord mit Gift ausführen will, einen Arzt ruft und ihn dann zu diesem Zweck einspannt, ohne daß er davon etwas ahnt. Aber genau das ist hier passiert. Es kommt auch nicht oft vor, daß ein Giftmörder ein Gift wählt, das ausgefallen ist, das kaum nachzuweisen ist, und das in jeder Apotheke ohne Rezept erhältlich ist. Aber genau das ist mir passiert. Ihr könnt euch darauf verlassen, daß mir das eine Lehre war. Mir ist hier zum ersten Mal wirklich aufgegangen, welche Möglichkeiten sich einem wirklich gerissenen Mörder hier im zwanzigsten Jahrhundert bieten. Es gibt ja die Berichte über die raffinierten Giftmorde im Mittelalter. Bah! Alles zweitklassig! Damals verstand niemand genug davon im Vergleich zu dem, was ein wirklich raffinierter Mörder heute erreichen kann; sie besaßen das nötige Wissen einfach noch nicht. Und das andere, was mir auffiel, ist, wie nützlich ein großes Hotel in London für einen modernen Mörder ist. In einem großen Hotel kann man sich alles erlauben, und es fällt niemandem auf. Man verläßt es, man kommt herein; niemand nimmt groß davon Notiz; man ist nur jemand in der Menge der Gäste. Sobald man oben in den Zimmerfluren ist, ist man vor Verfolgung und Beobachtung so sicher wie eine Stecknadel im Heuhaufen. Man kann zwei Zimmer buchen, unter verschiedenen Namen, in verschiedenen Stockwerken. Die Leitung und das Personal merken davon nichts; niemand, der im zweiten Stock zu tun hat, weiß, wer im dritten wohnt; oder im vierten. Man kann hin und her pendeln, daß selbst Inspektor Anderson vor einem unlösbaren Rätsel stehen würde. Sobald man auf seinem Zimmer ist, sitzt man da so sicher wie ein Baron im Mittelalter auf seiner Burg - sogar noch sicherer. In der fraglichen Nacht hielten sich mehr als tausend Gäste im Grandhotel Babylon auf (im Goldsaal fand ein Ball statt, und es gab mehrere Bankette), und mitten unter dieser Menge spielte sich eine schreckliche Tragödie ab, ohne daß es jemand geahnt oder mitbekommen hätte, und ich wurde da hineingezogen. Also hört gut zu.

1. Januar 2021

Jahresauftaktklang

Da das alte Jahr mit Musik ausklang, scheint es nur angemessen, auch mkit einem musikalischen Auftakt zu beginnen. Und, entre nous soit dit: es mag mein Alter zeigen, aber SO habe ich in meinen jungen Jahren das einundzwanzigste Jahrhundert immer vorgestellt.

https://www.youtube.com/watch?v=fn3KWM1kuAw



Dr. Susan Calvin von US Robots soll dem Vernehmen nach nicht besonders begeistert reagiert haben. Das mag man der renommiertesten Roboterpsychologin angesichts ihrer Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Interaktionen, die sie für ihren Job so qualifizieren, nachsehen.

Arnold Bennett, "Der Anfang des neuen Jahres" (1907)



I.

Wir in den Fünf Städten sind ein phlegmatischer Menschenschlag und machen nicht viele Worte. Vielleicht liegt's daran, daß wir weitab vom Rest der Welt liegen; vielleicht auch deshalb, weil wir unser Brot mit der Arbeit an Ton und Eisen verdienen; und vielleicht liegt es einfach in unserer Natur, schweigsam und und gemächlich zu sein. Aber wir sind nun einmal wortkarg und gefestigt, und mitunter nehmen unsere Wortkargheit und unsere Sturheit ein Ausmaß an, das diesen Rest der Welt in Erstaunen versetzt. Für uns hier gilt das natürlich nicht: wir halten das für einen Riesenwitz, und uns kümmert es nicht, was der Rest der Welt von uns hält. Ich habe mich schon des Öfteren gefragt, wie dieser Rest der Welt wohl reagieren würde, wenn man ihm an einem Beispiel diese Besonderheiten unseres Charakters hier in den Fünf Städten vorführen würde (außer, sich darüber zu wundern). Ich habe vor, zum ersten Mal davon öffentlich Zeugnis abzulegen. Ich habe mit Bedacht kein extremes Beispiel gewählt, nur ein völlig durchschnittliches. Aber urteilen Sie selbst.

Toby Hall, der aus Turnhill stammte, der nördlichsten und kleinsten der Fünf Städte, kam am letzten Silvester auf der Fahrt von Crewe nach Derby durch den Bezirk. Er wohnte in Derby, und er kam von der Beerdigung eines alten Logenbruders des Alten Försterordens in Crewe. Er stieg in Knype, dem großen Eisenbahnknotenpunkt der Fünf Städte, aus dem Zug, um sich ein Glas Bier im zweitklassigen Bahnhofsrestaurant zu genehmigen. Es war Silvester; die Fahrgäste drängelten und stauten sich, besonders in Bahnhofsrestaurant, und als Toby wieder auf den Bahnsteig ankam, fuhr der Zug gerade an. Toby war weder jung noch sportlich. Er zählte fünfzig Jahre, und aus Anlaß der Beerdigung trug er einen Anzug aus schwerem Tuch, einen Filzhut, und sein Mantel war neu und hinderte ihn an raschen Bewegungen. Ausgeschlossen, dem Zug hinterherzusprinten! So verpaßte er seinen Zug. Dann fuhr er sich über seinen kurzen grauen Bart (er trug keinen Schnurrbart, und seine Oberlippe hing weit herunter), und dann strich er den Anzugstoff glatt, der seine stämmige Gestalt umspannte.

31. Dezember 2020

Tsai Chin, "Die letzte Nacht" 最後一夜 - (zuìhòu yī yè)



Wie es an dieser Stelle üblich geworden ist, sei das scheidende Jahr mit diesem Walzer verabschiedet, den Tsai Chin 1984 aufgenommen hat.



踩不完惱人舞步
喝不盡醉人醇酒
良夜有誰為我留
耳邊語輕柔
走不完紅男綠女
看不盡人海沉浮
往事有誰為我訴
空對華燈愁

我也曾陶醉在兩情相悅
像飛舞中的彩蝶?
我也曾心碎於黯然離別
哭倒在露濕台階?
紅燈將滅酒也醒
此刻該向它告別
曲終人散
回頭一瞥
嗯......最後一夜



Tsai Chin, "Die letzte Nacht" (Text: Shen Zhi, Musik: Chen Zhiyuan)

Ich werde mich nicht mehr im endlosen Tanz drehen
Den benehmenden milden Wein trinke ich nicht aus.
Niemand wird diese Nacht bei mir sein
Und mir tröstende Worte zuflüstern.
Zahllose hübsche junge Männer und schöne Frauen
Das ewige Auf und Ab des Lebens
An nichts davon kann ich mich halten.
Ratlos schaue ich ins Licht der Laterne.

Habe ich je den Zauber gekannt,
der zwischen zwei Liebenden herrscht?
Hat mir je ein Abschied das Herz gebrochen
und ich saß in Tränen auf den kalten Stufen?
Bald verlöschen die Lichter,
die Gäste erwachen aus ihrem Rausch,
und auch ich gehe fort...
Der Vorhang fällt, und die Bühne ist leer -
... diese letzte Nacht.

* * *

Zettels Raum wünscht allen Lesern ein friedliches, gesundes und vor allem: viel hoffnungsvolleren neues Jahr, als es uns das verflossene beschert hat.

U.E.

© U.E. Für Kommentare bitte hier klicken.

Ein Anruf von ET? - Das mysteriöse Signal von Proxima Centauri



(Lori Nix, "The Outpost", 2004)

Das Jahr 2020 begann, in der Wissenschaft und auf diesem Netztagebuch, mit einem kosmischen Ereignis - der Möglichkeit, daß wir Zeugen einer Supernovaexplosion in unserer galaktischen Nachbarschaft werden würden. (Wie sich herausgestellt hat, handelte es sich freilich "nur" um einen massiven Materieausstoß, der das Licht des zweithellsten Sterns in Sternbild Orion über Wochen hinweg verdunkelte.) Es scheint nur passend, daß das Jahr mit einem weiteren "galaktischen Rätsel" endet.

* * *

Wie vor drei Monaten, als an dieser Stelle die Frage nach "Leben auf der Venus" gestellt wurde - allerdings auf einem anderen Level, denn dort ging es um den möglichen Nachweis von Leben überhaupt an einem Ort außerhalb unseres Heimatplaneten und nicht um einen möglichen Nachweis von intelligentem Leben - muß auch in diesem Fall die Antwort lauten: Möglicherweise. Eher nicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Aber es ist nicht auszuschließen.

Aber der Reihe nach: bei dem Signal, das in den Tagen vor dem Weihnachtsfest für ein wenig Echo in den Medien sorgte, handelt es sich um einen Radiopuls, der im Zug der vor fünf Jahren gestarteten "Breakthrough Initiatives" aus der Richtung des nächsten Sterns, Proxima Centauri, im vorigen Jahr registriert wurde, über eine Dauer von 30 Stunden hinweg.

Die am Projekt beteiligten Fachleute haben einhellig betont, daß sie sehr stark davon überzeugt sind, daß es sich bei diesem Signal um einen Fehlalarm handelt. "Wenn ich sage, daß es höchstwahrscheinlich menschlichen Ursprungs ist, meine ich 'in der Größenordnung von 99.9 %," wie es der Leiter des Projekts, Pete Worden, ausdrückte: "The most likely thing it that it's some human cause. And when I say it's most likely, it like 99.9 percent."

29. Dezember 2020

"Das Phonogramm von Pompeji." Zwei Ausgrabungen



(Alle Bilder Parco Archeologico di Pompei)



Tod und Leben, nahe hier beisammen,
Aschenurnen neben Rosenflammen;

Jeder Morgen ist ein Blumenbringer,
Jeder Blick streift einen Totenzwinger.

Und den Trümmerrest von Architraven
Überdecken siegreich der Agaven

Bläulichgrüne, riesige Rosetten;
Auf dem Boden nackte Amoretten,

Tonfiguren, Statuettentrümmer;
Und ich frag mich: Ob nicht auch im Zimmer,

Wo ich Fremdling gestern übernachtet,
Eine Aschenurne eingeschachtet,

Da im Traum ein Weib mit Kahn und Ruder
Mich willkommen hieß als ihren Bruder?

Christian Wagner (1835-1918), "Im Garten des Albergo del Sole. Pompeji" (1906)

In seinem regelmäßigen Rechenschaftsbericht nach Weimar über die Abenteuer des "Maler Müller" im Land, wo die Zitronen blühen, schreibt Goethe, der sich nach zehn Jahren unablässiger Tätigkeit im Kabinett seines Großherzogs, wo er von den wöchentlichen Arbeitssitzungen nur insgesamt sechs versäumt hatte (zwei fielen mit einer Dienstreise zusammen), endlich eine kleine und anonyme Auszeit gegönnt hatte, am Dienstag, dem 13. März 1787 an seine Confidante Frau von Stein: "Sonntag waren wir in Pompeji. - Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres." Aus der Tatsache, daß der Herr Geheimbde Rath weiter kein Wort über die Örtlichkeit verliert, darf man aber freilich schließen, daß er sich sehr wohl allerlei Interessanteres vorstellen konnte. Die Enge und Kleinheit der freigelegten Behausungen, die verwinkelten Gäßchen mit ihren Trittsteinen, die aufdringliche Tünchung der Wände in ihrem benehmenden dunklen Rotton, das bis heute unter "pompejanischem Rot" geläufig ist; die nicht selten ungeschlachten Proportionen der auf den Wandmalereien dargestellten Personen, das fettglänzende Grau, das oft dunkle Hauttöne andeutet, nicht zuletzt die Begattungsszenen auf den Fresken der "Lupanare," der öffentlichen Bordelle - all das konnte seinen am klassischen Ideal ausgerichteten Kunstsinn mit verschwimmendem Chiaroscuro, wie er es in den Kupferstichen seiner Studienzeit kennengelernt hatte, eigentlich nur beleidigen. Auch bei heutigen Betrachtern stellt sich beim Durchblättern von Bildbänden über die im Jahr 832 ab urbe condita von den pyroklastischen Lavaströmen des Vesuvs begrabenen Stadt am Golf von Neapel eher ein Gefühl von Beklemmung und Befremdung ein als ein ästhetischer Genuß - ein Eindruck, den übrigens Bauten und auch Gemälde aus der Anfangszeit der italienischen Frührenaissance oft hervorrufen, eine Art ästhetischer Atembeklemmung. Dennoch war die Entdeckung von Pompeji und dem benachbarten Herculaneum in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Wendepunkt, weil sie einen unmittelbaren Einblick in die gelebte Alltagswirklichkeit der als Ideal verklärten Antike gestattete - und weil man an ihrem Beispiel zuerst die Techniken entwickelte, die diese handgreifliche Ans-Licht-Beförderung einer verlorenen Vergangenheit erst ermöglichte. In das Sortiment des bildungsbürgerlichen Kanons stieg die Stadt freilich erst im Lauf der neunzehnten Jahrhunderts auf - vor allem durch einen der größten "Bestseller" der frühen viktorianischen Zeit, Edward Bulwer Lytton "The Last Days of Pompeji" von 1834 (dessen frühe Popularität sich auch dem Zufall verdankt, daß wenige Monate nach dem Erscheinen des Buchs die Medien der Zeit voll von Berichten über einen neuen - wenn auch weitaus glimpflicher verlaufenen - neuen Ausbruch des Vesuvs berichteten. "Die letzten Tage von Pompeji" begründeten zwei Schulen der literarischen Vergangenheitsschau: zum einen den Historienroman, der sich an Topographie und dem Quellenstand und der historischen Forschung orientierte und die geschilderte Zeit nicht einfach als bunte Abenteuerkulisse benutzte (nach dem Muster von Alexandre Dumas pêres "Drei Musketiere") - und, weil sich Bulwers Roman auf das Schicksal und die drohende Verfolgung einer frühen christlichen Gruppe durch die heidnische Priesterschaft konzentriert, auf die Befestigung oder Evozierung des christlichen Ursprungs der westlichen Tradition, die durch den wissenschaftlichen Fortschritt wie auch die quellenkritische vergleichende Religionsforschung von zwei Seiten "unter Beschuß gekommen" war. Dieser Traditionsschiene verdanken sich spätere Beispiele des Genres, wie etwa Henryk Sienkiewicz' "Quo Vadis" (1896), Lew Wallaces "Ben Hur" (1880) oder auch Charles Kingsleys "Hypatia" (1853) - wobei Kingsley als anglikanischer Geistlicher seinen Strauß mit der katholischen Kirche in Gestalt des Bischofs von Alexandria ausficht, der den ungebildeten, abergläubischen Mob zum Mord an der antiken Philosophin aufstachelt.

25. Dezember 2020

Arnold Bennett, "Veras zweites Weihnachtsabenteuer" (1907)



(Mince Pies)

I.

Vera war es gewöhnt, daß ihr seltsame und merkwürdige Dinge widerfuhren - vielleicht, weil sie so eine außergewöhnlich feminine Frau war. Aber von alle den seltsamen und merkwürdigen Dingen, die ihr je zugestoßen waren, war dies mit Abstand das seltsamste und merkwürdigste. Es war eine nicht wirklich befriedigende Geschichte, weil die Affäre mit einem Rätsel endete - oder besser: weil Vera sie beendete. Der Leser kann sich aber damit trösten, daß er vielleicht vor einem unlösbaren Rätsel steht, daß Vera von genau denselben Fragen und Rätseln noch viel mehr gequält wurde.

Zwei Tage vor Weihnachten, etwa um drei Uhr nachmittags, als draußen gerade die Dämmerung hereinbrach und die ferne Rauchglocke, die über den Fünf Städten hing, im allgemeinen Grau des Himmels im Norden verschwamm, saß Vera vor dem Erkerfenster im Salon von Stephen Cheswardines neuerworbenen Haus in Sneyd. Sneyd ist die fashionabelste Wohngegend der Fünf Städte, geadelt durch die Gegenwart einer Gräfin. Und als die schlanke, dreißigjährige Vera nun dort leicht verstimmt saß (aus Gründen, die gleich klar sein werden), in ihrem reizenden Teekleid, fuhr ihr Gatte mit dem Einspänner vor dem Tor vor, und er war nicht allein. Er war in Begleitung eines Mannes von kraftvollem und schneidigen Äußeren, höchst ansehnlich und mit feingeschnittenen Gesichtszügen, lebhaften Augen und in einen prächtigen Pelzmantel gehüllt. Als sie seiner ansichtig wurde, klopfte Veras Herz zwar nicht heftig, aber es stand kurz davor.

Einen Moment später geleitete Stephen seinen Bekannten in den Salon.

"Meine Gattin," sagte Stephen, der sich die Hände rieb. "Vera, das ist Mr. Bittenger aus New York. Er wird uns die Ehre geben, heute bei uns zu übernachten."

Und jetzt klopfte Veras Herz tatsächlich heftig.

24. Dezember 2020

Arnold Bennett, "Veras erstes Weihnachtsabenteuer" (1907)





I.

Fünf Tage vor Weihnachten kam Cheswardine heim zu seiner Frau, nachdem er eine Woche in Geschäftsangelegenheiten in London verbracht hatte. Vera empfing ihn an der Haustür (oder in deren Nähe) ihres hübschen, aber kinderlosen Heims in ihrer Eigenschaft als bestgekleidete Dame in Bursley in einem Teekleid, das auch ein wesentlich unempfänglicheres Mannsbild als ihren Gatten beindruckt haben würde; während er, in seiner Eigenschaft als nüchterner und erfolgreicher Steingutproduzent vorgab, daß das Teekleid nichts besonderes sei, und ihr den nüchternen, kurzen Kuß eines Mannes gab, der seit sechs Jahren im Stand der Ehe weilt und sich daran gewöhnt hat.

Trotzdem: das Teekleid gefiel ihm, und Vera konnte an den gewissen kleinen Zeichen ablesen, daß es ihm gefiel. Sie hatte auch darauf gehofft, daß das Teekleid diese Wirkung erzielte. Sie hatte gehofft, daß er in versöhnlicherer Stimmung heimkommen würde, als er abgereist war, und daß sie doch noch ihren Willen bekommen würde.

Nun darf man mit Fug und Recht gewisse Erwartungen hegen, wenn ein Ehemann, der über einen gewissen Wohlstand verfügt und ein schönes und verwöhntes Weib sein eigen nennt, eine Woche in London verbringt und fünf Tage vor Weihnachten heimkehrt. Es würde nicht nur gewaltigen Mut, sondern auch einen beeindruckenden Mangel an Takt und Anstand im Hinsicht auf den ehelichen Hausfrieden zeigen, diese Erwartungen zu enttäuschen. Und Cheswardine, der durchaus imstande war, den Extravaganzen seiner besseren Hälfte strenge Zügel anzulegen, war ein anständiger Kerl. Er hatte nicht vor, sie zu enttäuschen; er kannte seine Pflichten.

Und so begann er an jenem Nachmittag, während das Teekleid den Reiz des großen, im Chippendalestil eingerichteten Salons noch erhöhte, die kleine hölzerne Kiste zu öffnen, die er eigenhändig ins Haus getragen hatte; öffente sie mit großer Vorsicht, verstreute Verpackungsmaterial auf dem Teppich und holte schließlich ein Paar Vasen aus venezianischem Glas ans Tageslicht. Er stellte sie auf den Kaminsims.

"Da, bitte!" sagte er stolz.

Arnold Bennett, "Der Einbruch am Heiligabend" (1906)



I.
Lady Dain sagte: "Jee, wenn dieses Bild hier noch länger hängt, kannst du mich demnächst in Pirehill einliefern."

In Pirehill befindet sich das große Bezirkskrankenhaus, aber auch die große örtliche Nervenheilanstalt, und wenn die Leute in den Five Towns, den Fünf Städten, von "Pirehill" (ohne Zusatz) sprechen, meinen sie die Irrenanstalt.

"Ich will dir ganz offen sagen, daß mir mittlerweile aller Appetit vergangen ist," sagte Lady Dain, "und das liegt nur an diesem Porträt!" Sie schaute finster auf das gewaltige Ölgemälde, das vor ihr an der Wand des geräumigen und teuer ausgestatteten Speisezimmers hing.

Sir Jehoshophat sagte nichts.

22. Dezember 2020

Niemand hat die Absicht eine Impfpflicht einzuführen. Ein Gedankensplitter.

Nun ist sie da, die berühmte Corona-Impfung, ein medizinisches Novum, hergestellt in einer absoluten Rekordzeit von weniger als 12 Monaten und mehr oder minder auch gleich in großen Dosen verfügbar. Die Lösung des Corona-Problems zeichnet sich ab, endlich kann die Gesellschaft wieder aufatmen, endlich kann man das Ende der verhassten Lockdowns absehen, endlich triumphiert der Mensch über das böse Virus, dass uns so lange das Leben vermiest hat. 

18. Dezember 2020

Arthur Quiller-Couch, "Das Veilchen der Zarin" (1913)



Prince! your armies, horse and foot,
Cannot kill a violet.
Call your engineers to root it,
Your artillery to shoot it;
See, the flower defies you yet.
Drum, drum, fife and drum -
Pass and let the children come!




Einst, vor vielen Jahren, wünschte sich der deutsche Kaiser, in Frieden mit dem Zaren von Rußland zu leben. Zwar herrschte in seinem Reich schon lange Frieden, aber es verlangte ihn, ihn noch zu befestigen, denn er war alt, und alte Männer sehnen sich nach einem gesicherten Frieden ringsum. Es macht es ihnen so viel leichter, ihre Angelegenheiten zu ordnen, und wenn sie die Augen schließen, heißt es im Volk: "Er hat gewußt, wie nutzlos Streit und Zank ist!"

Leider aber war er vom Alter schon so geschwächt, daß er die Strapazen einer Reise nach Sankt Petersburg nicht auf nicht nehmen konnte. Deshalb schrieb er einen Entschuldigungsbrief und übergab ihn seinem Kanzler - der niemand anderes war als der berühmte Fürst Bismarck.

Fürst Bismarck traf erst spät in der Nacht in Sankt Petersburg ein. Aber der Hofmarschall war noch auf und lud ihm zu einem Abendmahl ein, und wies ihm ein prächtiges Schlafzimmer zu, in dem ein Kaminfeuer loderte, denn Rußland ist ein kaltes Land.

Am nächsten Morgen erwachte er bei hellem Sonnenschein, und da er ein Frühaufsteher war (er schrieb dieser Angewohnheit seinen Erfolg im Leben zu), verlor er keine Zeit, kleidete sich an und machte sich zu einem Morgenspaziergang im Park auf.

Aber obwohl Fürst Bismarck so früh aufgestanden war, waren die Wachen des Zaren noch eher auf. An jeder Ecke der großen Palastes standen sie, an jeder Stelle, an dem sich die Wege gabelten, und entlang jeder akkurat gestutzten Allee. Jeder Soldat präsentierte das Gewehr, als er vorbeikam, mit abgezirkelten, steifen Bewegungen. Das begann Fürst Bismarck zu stören, denn die Vögel sangen mit aller Macht, der Tau blitzte im Gras, und zudem wünschte er, allein zu sein und nachdenken zu können, denn der Zar würde ihn sicherlich nach dem Frühstück empfangen, und es gab noch ein paar strittige Punkte, die es zu klären galt, bevor der Vertrag unterzeichnet werden konnte.

17. Dezember 2020

Streiflicht: Kauft nicht bei Amazon

Es wurde erfolgreich "nachgeschärft", der mehr oder minder volle Lockdown ist nun da und der Handel sieht sich zurückversetzt in den Horror des ersten Lockdowns, mit dem Unterschied dass dieser zeitlich deutlich befristeter war und nicht das überlebensnotwendige Weihnachtsgeschäft betroffen hat. Kurz gesagt: Der Handel steht vor der selben Katastrophe, die schon die Gastronomen erfasst hat, eine zweistellige Prozentzahl von Betrieben ist direkt von der Insolvenz bedroht, wie viele es am Ende werden, lässt sich derzeit nicht einmal vernünftig schätzen.

12. Dezember 2020

Panik, aber wann?

Unser Land ist in Panik. Daran gibt es wenig zu rütteln. Seit dem zweiten Weltkrieg hat es keine derartig tiefgehende Einschnitte in die Bürgerrechte gegeben, selbst die Radikalenerlässe aus den 70er Jahren kommen da nicht mit. Bayern hat den Katastrophenfall ausgerufen, was der Landesregierung einmalige Rechte einräumt sogar noch die verbleibenden Rechte weiter einzuschränken. Das Freizeitleben ist eingefroren, seit sechs Wochen kann man keinen organisierten Sport mehr treiben, nicht mehr Schwimmen gehen, die Schulen bereiten sich auf erneute Schliessungen vor und die Gastronomie steht vor einer einmaligen Katastrophe mit Schätzungen um die 50% Insolvenzen. Und das ist noch nicht genug. "Team Merkel" will unbedingt nachschärfen, nachdem die Gastronomie zu guten Teilen erdrückt wurde, ist der Einzelhandel dran. Was,  da das Weihnachtsgeschäft diesen Jahres ohnehin in den Seilen hängt, sicher ebenso gut funktionieren wird.