17. März 2024

Krieg ist nicht nur wenn geschossen wird. Anmerkungen zu TikTok.




Wie letzte Woche durch die Medien geisterte (und auch schon im kleinen Zimmer kurz angesprochen wurde), hat der amerikanische Kongress ein neues Gesetz vorgeschlagen (noch nicht in Kraft, weil noch Senat und Präsident zustimmen müssen), dass die Aktionäre hinter TikTok zwingen wird, ihre Anteile an Amerikaner zu verkaufen. Eine etwas ungewöhnliche Konstruktion, die offenkundig wie unzweifelhaft dazu dient die Kontrolle über den amerikanischen Arm von TikTok der chinesischen Regierung zu entziehen. TikTok wird vom chinesischen Konzern ByteDance betrieben und steht damit fest und direkt unter Pekings Kontrolle. 

Grundsätzlich ist das, was der amerikanische Gesetzgeber hier versucht recht ungewöhnlich. Zwar ist die amerikanischen Regierung, analog zur EU, in den letzten Jahren deutlich gewachsen, aber normalerweise mischt man sich nur begrenzt in die Privatwirtschaft ein, schon gar nicht so deutlich. Was hat also die amerikanische Regierung dazu bewogen diesen ungewöhnlichen Schritt zu gehen?

Die Antwort ist auf den ersten Blick nicht weniger kurios als die ganze Aktion selber: Weil der amerikanische Gesetzgeber (übrigens im Unterschied zum europäischen) nach viel zu langer Zeit endlich verstanden hat, dass es sich bei TikTok deutlich weniger um eine Unterhaltungsplattform als schlicht um eine Waffe der psychologischen Kriegsführung handelt. Das zentrale Programm von TikTok dient eigentlich nur der Zersetzung der westlichen Gesellschaft und das tut es außerordentlich erfolgreich. Während TikTok in China gänzlich andere Ziele und Inhalte aufweist, ist es im Westen vollgestopft mit spalterischen Thesen aus dem linken bis zum extrem linken Bereich. Clevere Algorithmen sorgen für das geschickte Anfixen der Jugend, es ist kein Zufall, dass TikTok (im Unterschied zu anderen sozialen Medien) weniger aus den Inhalten als aus maschinellem Lernen und KI entstanden ist. Das ganze System ist darauf ausgelegt systemzerstörende Denkmuster in Jugendlichen zu verankern.

Und TikTok ist nur eine von diversen Methoden, die die Volksrepublik gegen den Westen auffährt. Ein weiteres nicht minder verheerendes Beispiel ist die Flutung der vereinigten Staaten mit Fentanyl, bzw. mit Vorprodukten von Fentanyl, die von den mexikanischen Drogenkartellen dann zu Fentanyl verarbeitet werden können. Alleine in den USA sterben jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen an einer Fentanyl Überdosis, das ist damit die Todesursache Nummer eins für die Altersgruppe der jungen und mitteljungen Erwachsenen. Noch deutlich vor Unfällen oder Morden, wie es dem Stereotyp der Amerikaner gerne angehangen wird. Die Basis der Drogen stammen aus China und werden dort mit vollem Bewusstsein hergestellt, was aus diesen Stoffen wird. 

Anders gesagt: China fährt schon lange einen mehr oder minder offenen Krieg gegen die westliche Gesellschaft, vor allem gegen die USA. Gemessen daran war der kalte Krieg vergleichsweise harmlos, denn zu keinem Zeitpunkt war die westliche Gesellschaft ernstlich vom Warschauer Pakt bedroht oder lief Gefahr innerlich beschädigt zu werden. Es ist allerhöchste Zeit, dass der Westen gemeinschaftlich begreift was hier passiert, bzw. seit etlichen Jahren abläuft. Die Illusion China werde durch zunehmenden Wohlstand "verwestlicht" werden, kann man sich endgültig von der Backe putzen, ebenso das mit dem Zusammenbruch der UDSSR das Zeitalter der Systemauseinandersetzungen beendet worden ist. China führt einen Krieg gegen den Westen. Nur eben ohne Waffen. Bzw. mit Waffen, von denen die meisten nicht einmal begreifen das es solche sind. 

Und insofern ist eine Einschränkung wenn nicht sogar das Verbot von TikTok nicht nur richtig sondern vor allem eins: Jahre zu spät.
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Llarian

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