20. August 2017

Marginalie: Die Empörung über Erdoğan ist berechtigt, aber scheinheilig

Es ist ein eklatanter Verstoß gegen die anerkannten Regeln der diplomatischen courtoisie, wenn ein ausländisches Staatsoberhaupt Empfehlungen für die Parlamentswahlen in einem anderen Land abgibt. Von daher ist die Empörung deutscher Spitzenpolitiker über den - laut SPIEGEL-Online an "meine Bürger in Deutschland" gerichteten - Aufruf des türkischen Präsidenten, bei der Bundestagswahl nicht CDU, SPD oder die Grünen zu wählen, durchaus verständlich und berechtigt. Die öffentlich zur Schau gestellte Entrüstung ist aus zwei Gründen aber auch scheinheilig.

19. August 2017

Selbstdemontage

Es gibt Vorkommnisse, öffentliche Selbstdemontagen, zu denen sich jeder Kommentar erübrigt. So gestern bei dem Statement, das der Kanzlerkandidat der SPD, Marin Schulz, am Freitag morgen zum Massaker in Barcelona vor den Kameras der Weltöffentlichkeit ablieferte.



Zitat des Tages: Terrorismus und Fatalismus

"Das Risiko lässt sich nicht vermeiden, damit müssen wir uns abfinden. Aber jeder Einzelne kann Widerstand leisten – weiter in Cafés, zu Konzerten und auf Flaniermeilen gehen, und damit die eigenen Werte verteidigen."

Sandra Louven, "Der Terror ist zurück in Spanien", 18.08.2017, Handelsblatt online, zu den Terroranschlägen in Barcelona und Cambrils.

Kommentar: Um es vorwegzunehmen: Der Verfasser dieser Zeilen ist anderer Meinung als Sandra Louven. Die zwei angeführten Sätze aus deren verlinktem Artikel haben sich ungeachtet dessen ein Zitat des Tages verdient, weil sie den Tenor der nach Terroranschlägen erfolgenden, meist recht verschwurbelten Appelle der politisch-publizistischen Klasse prägnant zusammenfassen.

17. August 2017

Der Tod des Herzogs und die Niedersachsenwahl

Wenn man zeigen möchte, daß in der hohen Machtpolitik die moralischen Maßstäbe anderen Prioritäten unterliegen als im Alltagsleben, wird gerne Fouché zitiert. Als Napoleon, der außerhalb der Schlachtfelder oft wenig geschickt agierte, den Herzog von Enghien entführen und ermorden ließ, da kommentierte sein Polizeiminister: "Das war schlimmer als ein Verbrechen, das war ein Fehler". Denn fies darf man schon sein als Staatsmann - aber möglichst nicht doof.

Nun ist es etwas schwierig, von Napoleon überzuleiten auf Thomas Oppermann. Ein ganz krasser Niveauabstieg in nur wenigen Sätzen. Immerhin kann man auch vom SPD-Fraktionschef sagen, daß er außerhalb der - in Deutschland Gott sei Dank nicht mehr aktuellen - Schlachtfelder oft wenig geschickt agiert.

Es wäre auch übertrieben zu sagen, die von ihm angekündigte Verschiebung der Koalitionsgespräche nach der Wahl wäre ein Verbrechen.
Aber demokratisch anständig ist sie natürlich nicht. Nach den klassischen Vorstellungen arbeitet die Regierung für das Wahl des Landes, und eine unnötige Verzögerung bei der Regierungsbildung schadet also dem Land. Die SPD nimmt diesen Schaden in Kauf, um ihre Chancen bei der Niedersachsenwahl zu verbessern.
Kein Verbrechen, aber ein übliches mieses parteitaktisches Manöver.

Und ein Fehler.

16. August 2017

Die Mitglieder der Bundesregierung in der Einzelkritik

Um einen Wahlkampf zu beschreiben, bietet sich ein militärisches Vokabular an: Die Kampagne zur Abstimmung über die Bestückung des nächsten deutschen Bundestages wäre demnach als Sitzkrieg zu bezeichnen. Es rührt sich nicht viel und das Ergebnis dürfte so ausfallen, dass Angela Merkel auch weiterhin über eine Parlamentsmehrheit für ein von ihr geführtes Kabinett verfügen wird.

Aber auch wenn man Überraschungseffekte einkalkuliert, steht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass in der kommenden Legislaturperiode entweder die CDU/CSU oder die SPD (möglicherweise auch beide) an der Bundesregierung beteiligt sein werden, weshalb es mit dem einen oder anderen Minister ein Wiedersehen geben wird.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) hat sich den verdienstvollen Spaß gemacht, die Mitglieder der derzeitigen deutschen Bundesregierung einer Einzelkritik zu unterziehen, wie man dies sonst etwa aus dem Sportjournalismus kennt. Da es langweilig ist, Einzelkritik an der Einzelkritik des wohl besten deutschsprachigen Tagesperiodikums zu üben, wird der Verfasser dieser Zeilen im Folgenden seine eigene Bewertung der Leistungen der Bundeskanzlerin und ihrer Minister abgeben. Die geschätzte Kommentatorenschaft ist herzlich eingeladen, es ihm im Kleinen Zimmer gleichzutun.

15. August 2017

Das Wettrennen um das nächste Informationsmonopol

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Ein Gastbeitrag von Frank2000

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat das Wettrennen um den neusten digitalen Markt begonnen: das Wettrennen um ein Produkt, das so neu ist, dass nicht mal ein Gattungsbegriff dafür existiert.
Oder wie heißen die Dinger, die aus einem Chip, einem Mikrofon, einem Lautsprecher und einer Internetverbindung bestehen? Irgendwas mit "Assistent" vermutlich. Abgeleitet von den "Sprachassistenten", die auf den Handys angeboten werden.

14. August 2017

"Die Katzen"

Die Katzen

Die heiß Verliebten und staubtrockenen Doktoren,
Sie schätzen beide, sobald sie verblühten,
Die Katzen, stark und sanft, zum Hausschatz auserkoren,
Die wie sie frieren und wie sie das Zimmer hüten.

Von Wissenschaft wie Wollust sind sie angetrieben
wenn sie zur Stille und dem Graus der Schatten fliehen.
Im Hades würden sie die Leichenwagen ziehen
Wenn sie nur ihre wilde Freiheit schuldig blieben.

Und träumend liegen sie, ganz ohne Willen
Wie große Sphinxe, in die Tiefen hingebannt.
Sie scheinen wie im ewigem Schlaf versunken.

Aus ihren Lenden sprühen Zauberfunken,
Und goldener Staub, wie ein feiner Sand
Bestirnt hauchzart die magischen Pupillen.

(U.E.)


Les Chats

Les amoureux fervents et les savants austères
Aiment également, dans leur mûre saison,
Les chats puissants et doux, orgueil de la maison,
Qui comme eux sont frileux et comme eux sédentaires.
Amis de la science et de la volupté
Ils cherchent le silence et l'horreur des ténèbres;
L'Erèbe les eût pris pour ses coursiers funèbres,
S'ils pouvaient au servage incliner leur fierté.
Ils prennent en songeant les nobles attitudes
Des grands sphinx allongés au fond des solitudes,
Qui semblent s'endormir dans un rêve sans fin;
Leurs reins féconds sont pleins d'étincelles magiques,
Et des parcelles d'or, ainsi qu'un sable fin,
Etoilent vaguement leurs prunelles mystiques.

— Charles Baudelaire

Baudelaires Sonett "Les Chats", neben den gleich betitelten Singular-Gedichten "Le chat" ("Viens, mon beau chat, sur mon coeur amoureux" und "Dans ma cervelle se promène  / Ainsi qu'en son appartement...") eines der drei Stubentiger-Gedichte in den Fleurs du Mal, hier als No. 66, wurde zuerst in der Zeitschrift Le Corsaire vom 14. November 1847 gedruckt.

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Der Leser möge dies als verspätete Abendgabe sowohl zu der Verpflichtung, die Wochenenden den beständigeren Sphären der Künste zu widmen, sehen, als auch als eine solche zum Weltkatzentag in der verflossenen Woche. Felidae, so sei betont, sind zwar strenge Gewohnheitstiere, doch stets nur auf eigenes Betreiben, nur auf die Anordnungen eines von Dosenöffnern ausgeheckten Zufallskalendariums.

U.E.

© U.E. Für Kommentare bitte hier klicken.

BTW 2017. And the winner is...




Lieber Leser:

Vor gut elf Monaten wurde an dieser Stelle das Ergebnis der Wahlen zur US-Präsidentschaft bekanntgegeben. Das hatte nicht zuletzt das Ziel der Fokussierung, um unnötige Verzettelung vin Aufmersamkeitsökonomie zu unterbunden. Heute sei der gleiche Dienst in Hinblick auf die anstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag gelistet. Wobei, dies sollte klar sein, es nicht um die de jure zu bestimmende Besetzung des Parlaments geht, sondern die sich daraus ergebende Weichenstellung, wer innert der nächsten Legislaturperiode "Kanzler kann", um es im bevorzugten politischen Idiom unsere politisch-medialen Klasse, in "leichter Sprache" also, zu sagen. Auch geht es mir nicht um die nächsten Wahlen, die, um es in der Begrifflichkeit der Luhmann'schen Systemtheorie auszudrücken, einen Unterschied machen" (a difference that makes a difference). Was in gut 1500 Tagen sein wird, in 48 Monaten, erscheint von heute aus ungewisser denn je; keine Kristallkugel könnte die Bahn, die dieses Land und seine Führung bis dahin nimmt, ansatzweise enthüllen. Nein, hier geht es um den in sechs Wochen anstehenden Urnengang, dessen Ergebnis en gros bereits so unumstößlich feststeht wie die Anzahl der bis dahin noch verrinnenden Stunden.

10. August 2017

Eine Verteidigung Wolfgang Amadeus Mozarts

Muss man Wolfgang Amadeus Mozart verteidigen? Offenbar schon. Denn wie Sabine Bergk in einer unbedingt zur Lektüre empfohlenen Ausgabe ihrer auf cicero.de erscheinenden Kolumne "Morgens um halb sechs" enthüllt, lehnen sämtliche zeitgenössische Tonsetzer, mit denen sie Kontakt hatte, den großen Salzburger Komponisten ab. Zu kitschig sei das Œuvre des vor gut 225 Jahren Verstorbenen nach dem Verdikt der Moderne, die nur das schwer Zugängliche und Komplizierte als Kunst anerkenne.

Sabine Bergk kann man vertiefte Einblicke in die heutige Musiktheater-Community ohne weiteres zugestehen. Sie ist nämlich nicht nur Schriftstellerin, sondern hat auch selbst das eine oder andere Klangwerk, darunter auch Stücke des hier interessierenden Urhebers, auf die Bühne gebracht.

9. August 2017

Im Namen des Volkes? - Gedanken eines Nichtjuristen

Was haben Juristen und Bären gemeinsam? Dass ihnen beiden die Literatur - in Person von Harry Rowohlt bzw. Ludwig Thoma einen mäßigen Verstand zuschreibt. Nun bin ich kein Jurist und auch nur qua nom de plume ein Bär, versuche aber trotzdem hier einigermaßen verständlich meine Gedanken zu einer interessanten Diskussion aus dem kleinen Zimmer darzulegen.

An Hand eines - von den meisten Diskussionspartnern als skandalös empfundenen - Urteils wurde die Frage aufgeworfen, in wie weit die Justiz zu einer "Geheimwissenschaft" geworden ist, die sich anmaßt, "im Namen des Volkes" Recht zu sprechen und in Wirklichkeit dessen Gerechtigkeitsempfinden systematisch verletzt.

Ich stelle die beiden konträren Positionen an Hand von exemplarischen Zitaten dar, ersuche aber den Leser, sich zum Verständnis die komplette Diskussion anzusehen.

Der geschätzte Autorenkollege Noricus schreibt:
In diesem Forum wird verbreitet (und zu Recht) die Meinung vertreten, dass die Ergebnisse von Diskussionen, die Theaterwissenschaftler über Abgasnormen führen, irrelevant sind bzw. sein sollten. Anders sieht man das offenbar, wenn Nichtjuristen anhand eines von einem Nichtjuristen geschriebenen Zeitungsartikels (wie war das mit der Glaubwürdigkeit der Presse? Gab es da nicht mal das L-Wort?) bei sonstiger Unkenntnis des Verfahrens ihre Ansichten über die Rechtsrichtigkeit eines Urteils äußern.

Der ebenso geschätzte Forist dirk schreibt:
Wenn Gesetze allgemeinverbindlich sind und Recht im Namen des Volkes gesprochen werden soll (gut, das wurde es hier offenkundig nicht), dann kann eine Diskussion ueber Recht und Rechtsprechung nicht einer lizensierten Minderheit vorbehalten sein. Die Juristerei ist keine "Science". Im Gegenteil: Je mehr Fachkenntnis erforderlich ist um Rechtssprechung nachzuvollziehen, umso schlechter der Zustand der Juristerei.(...) In einer idealen Welt wendet der Jurist Recht an, hat also quasi die Bedeutung eines Sachbearbeiters. In der realen Welt schaffen sich Juristen Interpretationshoheit und berufen sich zum Priester. Im Unterschied zu anderen Bereichen, zu Wissenschaften, ist der von ihnen behandelte Gegenstand nicht kompliziert. Er wird kompliziert gemacht, entgegen dem wie es idealerweise sein sollte.

Ist also die Justiz, wie der Vorwurf lautet, a) undemokratisch und b) elitär?

Google, Gender, Galgenstrick ?

Es ist in der deutschen Öffentlichkeit eine absolute Nickeligkeit, vielleicht allenfalls dazu da, um mal zwischen 15 und 18 Uhr den Ticker einer online Zeitung zu füllen, nichts was auf Seite eins groß auftaucht oder auch nur eine Chance hätte durch die Print-Presse in den Stand einer echten Nachricht geadelt zu werden: Anfang dieser Woch wurde durch Alphabet (die Muttergesellschaft und damit Eignerin von Google) der Ingenieur James Damore entlassen (genauer: gefeuert). Und in China ist ein Sack Reis geplatzt. Sollte man meinen. Eine nähere Beschäftigung mit dem Falle dagegen offenbart und characterisiert ein Problem, dass weit bedeutender ist, als nahezu alles, was derzeit durch den deutschen Blätterwald getrieben wird, von den Schulzschen Nachwahlambitionen bis zu hochgehypten Fipronil-Skandalen.

6. August 2017

Zur Abwechslung mal wieder ein kleines Quiz

Als dieses (dieser?) Blog noch von seinem Gründer unter dem nom de plume Zettel betrieben wurde, war es nicht ungewöhnlich, daß ab und an den Lesern eine kleine Frage, in Form einer Multiple-Choice-Entscheidung, gerichtet wurde, um auf überraschende Sachverhalte hinzuweisen oder deren Besonderheit, eben durch den Kontrast (oder die Vergleichbarkeit) der angebotenen Lösungsoptionen in ein kärftigeres Licht zu tauchen. In diesem Sinne sei hier, nach langer Pause, eine solche Probe vorgelegt. (Strenggenommen handelt es sich um nichts Multiples, da es nr um eine einzige Auswahl zwischen zwei Positionen geht.) Auf den beiden folgenden Fotos ist jeweils eine Schulklasse des Sommers 2017 zu sehen; bei beiden Schulen handelt es sich um die Abschlußklassen weiterführender, bzw. studienberechtigenden Abteilungen eines mehrzügigen Schulsystems. Welches der beiden Bilder stammt aus

A. Deutschland?
B. Syrien?

(Die Lösung, mitsamt einigen kurzen Reflektionen, wird morgen an dieser Stelle nachgereicht.)

1.)­



2.)





4. August 2017

Wir werden alle sterben! Eine kleine Dieselei

Man hat es schon nicht leicht, wenn man dieser Tage die Zeitung liest.Statt das Sommerloch mit den vielleicht dringenden Problemen unserer Tage zu füllen (anschwellende Flüchtlingszahlen in Italien, überbordende Sozialausgaben, steigende Kriminalität) hat sich das deutsche Establishment auf ein neues Thema gestürzt: Das Ende des Verbrennungsmotors für Fahrzeuge, und wenn nicht das, wenigstens für Dieselfahrzeuge. Die Rede ist dabei ständig vom "Dieselkandal" und den 10.000 Toten, die man durch das Verbot dieser Fahrzeugtypen demnächst einsparen werde.

2. August 2017

Kurioses, fast unkommentiert: "Schulz 2017"

Lieber Leser,

vielleicht erachten Sie ja den Kürlauf des Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, SPD genannt, zur kommenden Bundestagswahl als eine, salopp gesagt, Nullnummer, vielleicht sogar den Kandidaten selbst, den Gottkanzler in spe, Martin den Einzigen, weiland im Aufsichtsrat der Firma EU und verflossener Würseler Spaßbadgroßmeister, unnetterweise für eine Null. Bislang konnten Sie sich damit trösten, daß es sich hierbei um eine unmaßgebliche Privatmeinung handelte, und Trost aus der alten roten Weisheit schöpfen: "Du, Genosse, hast nur zwei Augen - die Partei hat tausend Augen!" Aber was seit kurzem von der Kampa der SPD zur Beglückung, ja Bestechung, der prospektiven Wählermassen angeboten wird, scheint geeignet, moralisch weniger gefestigten Zeitgenossen den Eindruck zu vermitteln, man sehe dies im Willy-Brandt-Haus ähnlich.
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Aus der Schwalbenperspektive (12): Schämt euch, ihr Türken!

Über den Unterschied zwischen Frauenfußball und Fußball hat sich der Kollege Noricus ja schon eingehend geäußert. Ich stimme ihm zwar nicht darin zu, dass man sich auf den Frauenfußball in den nächsten Jahren freuen kann, aber das ist ja im Grund genommen auch egal.

Im Gegensatz zu Sportarten wie Tennis, Biathlon, Schwimmen, Ski alpin oder - mit Abstrichen - Leichtathletik, wo die öffentliche Aufmerksamkeit trotz ebenso erheblicher Leistungsunterschiede annähernd gleich  zwischen männlichen und weiblichen Athleten verteilt ist, wird dem Frauenfußball immer ein sportliches Attraktivitätsdefizit bleiben. Denn wir als Zuschauer haben uns an ein hochathletisches, physisch dominiertes Spiel gewöhnt, und zwar - von der gesamten Mannschaft!

1. August 2017

Aus der Schwalbenperspektive (11): Nicht Hilfreiches über Frauenfußball

Königin Fußball regiert derzeit Europa: In den Niederlanden findet gegenwärtig die Kontinentalmeisterschaft im Balltretsport statt. Die deutsche Mannschaft (Frage an die Emma: Müsste es „Frauschaft“ heißen?) ist im Viertelfinale gegen Dänemark ausgeschieden. Die Damen aus dem Norden kämpfen am Donnerstag gegen die Österreicherinnen um den Einzug ins Endspiel. Die zweite Semifinalpartie bestreiten nur wenige Stunden später die Gastgeberinnen und die Engländerinnen.

Es soll hier kein Lamento darüber angestimmt werden, dass das Seriensiegerteam mit dem Bundesadler auf dem Trikot heuer so früh seine Koffer packen musste. Es soll auch nicht darüber spekuliert werden, ob für Bundestrainerin Steffi Jones die Schuhe ihrer außerordentlich erfolgreichen Vorgängerin vielleicht zu groß sind. Nein, es sollen hier ganz allgemeine, zweifellos nicht hilfreiche (sapienti sat) Betrachtungen über den Frauenfußball angestellt werden.