10. Februar 2024

Mathematikunterricht. Heute: Wie man als deutsches Ministerium mit Statistik lügt.



I.

Einer bekannten Redewendung im Englischen zufolge gibt es drei Möglichkeiten, wenn man als Autor, Redner oder Nachrichtenoutlet sein Publikum irreführen, im Dunkeln lassen, foppen, es zum Besten halten, ihm einen Bären aufbinden, ein X für ein U vormachen möchte, ihm einen vom Pferd erzählen oder es hinter die Fichte zu führen gedenkt – und dies in steigender Dosis: mit der schlichten Unwahrheit („lies“), grob gestrickten Lügen („damned lies“) und der Statistik. Mark Twain hat die heute geläufige Formulierung in seiner 1907 erschienenen Autobiographie bekannt gemacht und sie dort dem früheren englischen Premierminister Benjamin Disraeli zugeschrieben. In dessen Schriften und Parlamentsansprachen findet sie sich zwar nicht, aber literarische Trüffelsucher haben eine ganze Reihe ähnlicher Formulierungen aus dem Staub der Archive ausgegraben, wo sie ab den Jahren 1894 und 1895 einige Male auftaucht und damit schon den Rang einer sprichwörtlichen Wendung beanspruchen kann, wobei für den ersten Gang hier zumeist der Ausdruck „fib“ auftaucht (also eine „Flunkerei“) zuerst in einem Leserbrief, den die englische Tageszeitung „National Observer“ am 13. Juni 1891 abdruckte -ironischerweise zu der Frage „die Rente ist sischa!“

Sir, — It has been wittily remarked that there are three kinds of falsehood: the first is a 'fib,' the second is a downright lie, and the third and most aggravated is statistics. It is on statistics and on the absence of statistics that the advocate of national pensions relies…


„Nihil novum sub sole” heißt es beim Prediger Salomo (Ecclesiastes 1:9). Und getreu diesem Motto hat das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) vor zwei Tagen, am 8. Februar 2024, eine kleine Anfrage der schwefelblauen Oppositionspartei Alternative für Deutschland (AfD) im Landtag in einer Weise beantwortet, die dem dritten Grad der Trias zu aller Ehre gereicht. Die Antwort des nordrheinwestfälischen Innenministeriums wurde zwar schon mit dem Datum des 31. Januar 2024 auf dem Parlamentsserver des Landtags in NRW eingestellt worden, als Antwort auf die Kleine Anfrage vom 28. Dezember 2023, aber erst durch zwei Nachrichtenoutlets am 6. Februar etwas weiter bekannt geworden: auf den Seiten des „Stern“ und des Nachrichtenportals „Tag24“: ­

Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 3132 vom 28. Dezember 2023
des Abgeordneten Markus Wagner AfD
Drucksache 18/7571
"Anstieg von Straßenkriminalität in Deutschland – Wie sicher ist NRW?"

Es handelt sich dabei um ein 18-seitiges Dokument (2 Seiten Anfragen, eine Antwort des Innenministeriums, die mit einer Seite kürzer ausfällt, und vier Anhängen, von denen Nr. 4 wenig zur Klärung der Sachlage beiträgt, da es sich nur um Pläne der Innenstadt von Köln und Düsseldorf handelt, auf denen die „Waffenverbotszonen“ eingezeichnet sind, die die jeweiligen Stadtverwaltungen Ende des Jahres 2021 dekretiert haben. Aufschlußreich ist allein vier Seiten umfassende Anlage 3, „Ermittelte Tatverdächtige der Straßenkriminalität in NRW nach Nationalität,“ die statistisch sämtliche polizeilich aufgenommenen Fälle von Straßenkriminalität aus den Jahren 2015 bis 2022 auflistet. Unter „Straßenkriminalität“ werden folgende Delikte aufgeführt (S. 4, Vorbemerkung der Landesregierung):

Im Detail umfasst der Summenschlüssel folgende Straftaten:
· Sexuelle Belästigung
· Straftaten aus Gruppen
· Exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses
· Raubüberfälle auf Geld- und Werttransporte
· Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
· Handtaschenraub
· Sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen
· Gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen
· Erpresserischer Menschenraub i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
· Geiselnahme i. V. m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte
· Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen insgesamt
· Taschendiebstahl insgesamt
· Diebstahl von Kraftwagen (einschl. unbefugter Ingebrauchnahme)
· Diebstahl von Mopeds und Krafträdern (einschl. unbefugter Ingebrauchnahme)
· Diebstahl von Fahrrädern (einschl. unbefugter Ingebrauchnahme)
· Diebstahl von/aus Automaten
· Landfriedensbruch
· Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen
· Sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen

Anlage 3 läßt sich entnehmen, daß im fraglichen Zeitraum nicht ein einziger Staatangehöriger des Vatikanstaats eines dieser Vergehen schuldig gemacht hat – und für die Jahre 2019 und 2021 auch nur zwei Anzeigen gegen Staatsbürger aus Japan ergangen sind - während aus dem gesamten Dokument KEINERLEI Aufschluß über die Art der Straftaten, die Verteilung auf Altersklassen oder die Verteilung auf die jeweilige Herkunft zu entnehmen ist. Und vor allem ist daraus nicht zu ersehen, bei wie vielen (mutmaßlichen) Tätern aus der zahlenmäßig größten Gruppe, den „Deutschen,“ es sich hier um Delinquenten mit „Mihigru“ handelt. Nur sticht die schiere Zahl schon beim ersten Überfliegen ins Auge: während für die Volksrepublik China die Zahlen im Berichtszeitraum bei 12 und 17 Fällen liegen (wohlgemerkt: die das größte deutsche Bundesland und den Zeitraum von jeweils 12 Monaten) finden sich und „Deutschland“ folgende Fallzahlen: 36615 (2015), 36921 (2016). 37758 (2017), 34920 (2018), 33121 (2019), 31003 (2020), 29539 (2021), 31790 (2022).

II.

Aber nicht diese um schütteren (und letztlich wenig aussagekräftigen Zahlen) soll es hier gehen, sondern darum, was ein Nachrichtenportal wie „Tag24“ daraus macht. Deshalb sei die dortige Meldung einmal in vollem Umfang hierhergesetzt:

"Bei den Tatverdächtigen lagen Deutsche mit 36.600 im Jahr 2015 einsam an der Spitze."

Kriminalitätsstatistik: Deutsche begehen die meisten Verbrechen auf NRWs Straßen

Düsseldorf - Niemand begeht auf den Straßen Nordrhein-Westfalens so viele Verbrechen wie deutsche Staatsbürger. Das geht aus einem von der AfD angeforderten Bericht des Innenministeriums hervor.

Die Straßen in Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen Jahren sicherer geworden (Symbolbild).

Die Straßenkriminalität sank in NRW demnach seit 2015 sechs Jahre in Folge, ehe es erst 2022 wieder einen Anstieg gab. Das Niveau von 2015 wurde dabei aber nicht erreicht.

2015 hatte die Straßenkriminalität bei 390.000 erfassten Straftaten gelegen. Sie sank bis 2021 um 30 Prozent auf 273.000 Taten. Im Jahr 2022 wurde dann erstmals wieder ein Anstieg registriert - auf 312.000 Taten. Für 2023 liegen noch keine Zahlen vor.

Bei den Tatverdächtigen lagen Deutsche mit 36.600 im Jahr 2015 einsam an der Spitze. Im Jahr 2022 waren es immer noch 31.700 deutsche Verdächtige. Dahinter folgten im Jahr 2022 Verdächtige aus Syrien, von denen 1883 erfasst wurden (2015: 350). Auf Platz drei kamen türkische Verdächtige mit 1632 (2015: 2584), gefolgt von Rumänen (1485, 2015: 1170) und Polen (1270, 2015: 1223).

Der Bericht geht auf eine Anfrage der AfD-Fraktion zurück.

Die offenkundige dreifache Aufladung („Deutsche begehen die meisten Verbrechen“, „Niemand begeht so viele Verbrechen“ und „Deutsche liegen einsam an der Spitze“) ist nicht zu übersehen. Bei jeder anderen genannten Volkszugehörigkeit würde man hier klar von „Hetze“ sprechen. Auch der zweifache Hinweis, daß die Anfrage von der AfD kam, läßt sich hier einordnen. Ganz offenkundig hat eine Fraktion im Parlament solche Fragen nicht zu stellen. Nun sind wir aus den letzten acht Jahren, seit die AfD 2016 bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ihre ersten Mandate in den Landtagen erhalten hat, an genau solches Schneiden, Versuche des Mundtotmachens und der Dämonisierung gewöhnt. Ich will damit keineswegs eine Lanze für diese Partei und ihre Programmatik brechen. Aber es ist die Aufgabe einer parlamentarischen Opposition, die Funktion einer Opposition wahrzunehmen. Das gilt völlig unbesehen davon, welche Position diese Partei einnimmt, ob es sich um Grüne, um die Linke oder eine national-konservative Fraktion wie die AfD handelt. Das gilt ebenso für die CDU, die unter Frau Merkel diesem Land unabsehbaren Schaden zugefügt hat und deren Kurs die Herren Scholz und Habeck nur konsequent weiterführen: als Opposition obliegt es ihnen, kritische Fragen zu stellen, auf unangenehme Fakten hinzuweisen und vor allem: bei der Meinungsbildung der Bürger über das Geschehen im Land beizutragen – eine Aufgabe, in der die „Systemparteien“ und die ihnen bislang knechtisch ergebenen Medien ganz offenkundig seit Jahren versagen. (Mittlerweile scheint sich in den Medien, und nicht nur in den „alternativen“ „rechten“ Outlets, sondern sogar in den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten, ein zages Umdenken anzudeuten, angesichts des unübersehbaren Scheiterns der „Energiewende“ und der sozialen und ökonomischen Folgen von Frau Merkels „alternativloser“ Schleifung der deutschen Landesgrenzen im Sommer 2015 – vor mittlerweile achteinhalb Jahren).

Aber auch darum soll es mir an dieser Stelle nicht gehen. Sondern darum, daß man ganz am Ende der Meldung bei „Tag24“ den Satz liest:

Eine Gewichtung nach Anteil an der Bevölkerung wurde nicht vorgenommen.

Denn an dieser Stelle liegt der Hase im Pfeffer.

III.

Um es einmal schlicht zu erklären, so, daß selbst deutsche Journalisten und deutsche Ministerialbeamte, sogar im Bundesland Nordrhein-Westfalen, den Sachverhalt ansatzweise verstehen:

Wenn ich zwei Kenngrößen in eine sinnvolle Relation (für Ministerialbeamte: „in Beziehung zueinander“) setzen will, dann reicht es nicht, die absoluten Zahlen nebeneinander zu platzieren, wenn sie sich auf unterschiedliche Mengen beziehen. Sie müssen sich auf einen gemeinsamen Kennwert beziehen, der erst ihre prozentualen Unterschiede sichtbar macht. Um ein schlichtes Rechenexempel (für Ministerialbeamte: „ein Beispiel“) zu wählen: Wenn ich eine Firma habe, die etwa Kraftfahrzeuge produziert, oder elektronische integrierte Schaltkreise, kann ich damit rechnen, daß ein gewisser Anteil dieser Werkstücke nicht den geforderten Ansprüchen und Leistungsprofilen entspricht. Oder schlichter gesagt: Ausschuß ist. (Bei Computerchips etwa beträgt ein solcher Anteil an wertlosen Elementen bis zu 90 Prozent beim Ätzen und Fräsen der Leiterplatinen; diese Siliziumscheibchen werden nach automatischer Funktionsprüfung erneut für einen weiteren Durchlauf eingeschmolzen.) Wenn nun Werk A pro Tag 100.000 Chips anfertigt (moderne Werke produzieren heute Mengen zwischen einer halben und einer Million integrierter Schaltkreise pro Tag, in einem Prozeß, der 70 Arbeitsschritte verlangt; aber es geht mir hier um rein Beispielszahlen: wir können auch Kaffeetassen oder Jumbojets nehmen). Wenn also Werk A eine Tagesproduktion von 100.000 Exemplaren ausstößt, von denen 1 Prozent bei der Qualitätsprüfung durchfallen, während die Konkurrenz B im Nachbarort es nur auf eine Stückzahl von 1000 was-auch-immer bringt, von denen allerdings die Hälfte aussortiert werden muß („die Schlechten ins Kröpfchen“), so produziert A in absoluten Zahlen doppelt so viele Nieten wie B. Es ändert aber nichts daran, daß jedes zweite Exemplar von B wertlos ist. Und das läßt gute Schlüsse auf die Qualität zu.

(Ich hätte an dieser Stelle auch die hiesigen Bildungseinrichtungen und die Zahl von Abiturienten und Hochschulabsolventen nennen können. Aber hier liegt die Möglichkeit nahe, daß durch systematisches Absenken der Anforderungen ein völlig verzerrtes Bild entstanden ist – nicht so sehr in den MINT-Fächern, wohl aber bei den Abiturprüfungen, die von Bundesland zu Bundesland kaum vergleichbar sein dürften, und den Absolventen von Geisteswissenschaften und „Ideologiebunkern.“ Einen bösen Ondit zufolge hat sich der in der Oberstufe behandelte mathematische Stoff wie folgt entwickelt. Und wer von heutigen Erstsemester verlangt, etwa einen Dreisatz freihändig und im Kopf zu lösen, dürfte das nur sehr leicht übertrieben finden.))



Die Zahlen in meinem Beispiel sind bewußt extrem und unrealistisch gewählt. Aber sie sollen das Prinzip verdeutlichen. Und wenn man nach diesem Grundsatz die Zahlen der im Bericht des Innenministeriums genannten Tatverdächtigen mit ihrer Anzahl im Bundesland NRW vergleicht, ergibt sich doch ein etwas anderes Bild.

Laut den Angaben des Statistischen Bundeamtes Statista lebten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 17,93 Millionen Menschen. Wanderbewegungen aus anderen Bundesländern lasse ich einmal außen vor, das sie aus diesen Statistiken nicht zu erkennen sind und zu vermuten ist, daß sich das durch Wanderungen in entgegengesetzter Richtung unter dem Strich ausgleicht. Davon waren laut Statista 15,11 Millionen deutsche Staatsbürger und 2,82 Millionen Nichtdeutsche. (Es fällt auf, daß es laut dieser Statistik in NRW keine Menschen mit einer doppelten Staatsbürgerschaft gibt; tatsächlich gibt die Bundesregierung an, keine Ahnung zu haben, wie viele Menschen bei uns zwei oder mehr verschiedene Pässe besitzen; nach Angabe des Mediendienstes Integration „dürfte die Zahl der Doppelstaatler*innen zwischen 2,6 und 4,3 Millionen liegen.“ Aber Hauptsache, vorbildlich gegendert.) Auch die Tatsache, daß sich somit die offizielle Zahl der ausländischen Mitbürger auf fast ein Fünftel in NRW (auf 18,66 Prozent, um genau zu sein) beläuft, lasse ich einmal beiseite. Daß sie in vielen Großstädten mittlerweile bei den jüngeren Jahrgängen die Mehrheit der Bevölkerung stellen, vor allem ist wirklich kein Staatsgeheimnis (der Gesamtanteil in Hagen beläuft sich zurzeit auf 43% und in Bielefeld 40%).

Aber - immer gemäß diesen offiziellen Zahlen - sind von den gerade genannten 15,11 Millionen „Bio-Deutschen“ im vorigen Jahr 312.000 aufgrund des Verdachts einer Straftat auf offener Straße erkennungsdienstlich registriert worden – also einer unter 476. Oder, prozentual ausgedrückt: eine Quote von 0,21 Prozent. Für die 255.000 hier gemeldeten Syrer lag die Quote bei 0,74 %, also dreieinhalb mal so hoch; für die 486.000 türkischen Staatbürger (bei denen keine Unterscheidung zwischen Türken und Kurden vorgenommen wurde), lag der Wert bei 0,33 %; für die 156.000 Rumänen bei 0,95 % (mithin um den Wert 4,5 höher) und die den 220.000 Polen bei 0,57 %.



Liebes Innenministerium, und liebe Journalisten von „Tag24“ und „Stern“: was ihr hier vorgeführt habt, ist ein Paradebeispiel für das, was der deutsche Ökonom Walter Krämer 1991 im Titel seines zweiten populären Buches genannt hat: „So lügt man mit Statistik“ (erschienen beim Campus Verlags und 2011 in einer überarbeiteten Neuausgabe beim Piper Verlag). Ihr insinuiert – nein, ihr behauptet ganz offen und dreist, daß „die Deutschen“ schlicht um erhebliche Größenordnungen krimineller sind, zu mehr Straftaten neigen und weniger gesetzestreu sind als „unsere ausländischen Nachbarn“. Und was ausländische Mitbürger angeht, deren Anwesenheit allseits geschätzt und respektiert wird: nämlich Menschen aus dem EU-Umland und vor allem aus Ostasien – da habt ihr sogar vollkommen recht. Wer sich hier ein neues Leben aufbauen will, der von seiner Umgebung akzeptiert und respektiert werden will, wer von der Arbeit der eigenen Hände lebt, der neigt in aller Regel dazu, sich den Regeln des Gastlandes, der neuen Heimat anzupassen. Aber diese Menschen stellen nun einmal nicht das Gros der Menschen, die in den letzten 10 Jahren in diesen Land Zuflucht gefunden haben. Und da ihr offenkundig an gravierender Dyskalkulie leidet, möchte ich euch an dieser Stelle einmal die Gesamtzahl verraten, die laut dem statistischen Bundesamt von 2014 bis 2022 nach Deutschland gekommen sind: sie beträgt 15,332 Millionen. (Nein, ihr habt euch NICHT verlesen. Es sind EURE offiziellen Zahlen, und man muß kein Kleiner Zyniker sein, um zu vermuten, daß die wirklichen Zahlen noch höher ausgefallen sind.) Oder, um es im Netzjargon zu sagen: guckt ihr hier:



Der Buchklassiker auf diesem Gebiet, der sich mit solchen statistischen Hütchenspielertricks befaßt, ist der Titel „How to Lie with Statistics“ des amerikanischen Journalisten Darrell Huff (1913-2001), 1954 im Verlag W. W. Norton & Company erschienen, das in den folgenden Jahrzehnten zum meistgelesenen Buch in den USA in Sachen Statistik wurde und von deren englischer Version mehr als anderthalb Millionen Exemplare verkauft worden sind. Neben solchen Täuschungen wir dem Weglassen des unteren Teil einer Skala, um vergleichbare Werte als immens unterschiedlich erscheinen zu lassen, die Wahl einer Anfangszeitraums, um Trend nach Belieben zuschneiden zu können und der Behauptung, bei zufälligen Korrelationen handele es sich um direkt miteinander verbundene Wirkungen (in Original: „correlation is NOT causation“), findet sich dort auch das Weglassen solcher Bezugsgrößen, um Proportionen zwischen Zahlen nach Belieben verzerren zu können. Nur, lieber Innenministerium, liebes Journalistenp***: Huff hat dieses Buch geschrieben, um seine Leser vor solchen Tricks zu warnen und ihren Blick dafür zu schärfen – nicht als Anleitung zum Tricksen und Täuschen.





Und nächste Woche, liebes Ministerium, geht es weiter mit "warum niedrigere Steuersätze staatliche Subventionen sind."









U.E.

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