How to locate in darkness, with a gasp
Terra the Fair, an orbicle of Jasp.
John Shade, „Pale Fire“ (1962), Canto Three, Vers 557-8
Aus Mondentfernung betrachtet, ist das Erstaunlichste an der Erde, das, was einem den Atem verschlägt, die Tatsache, daß sie lebt. Die Fotografien zeigen im Vordergrund die staubtrockene, aufgewühlte Mondoberfläche, so tot wie ein versteinerter Knochen. Darüber, eingehüllt in die feuchte, schimmernde Membran des hellen blauen Himmels, schwebt die aufgehende Erde, das einzige dynamische Objekt in diesem Teil des Alls. Wenn man lang genug hinsehen würde, könnte man den Zug der großen weißen Wolkenbänke erkennen, die die halbverdeckten Landmassen verbergen und wieder freigeben. Wenn man über den Zeitraum geologischer Epochen hinsehen könnte, würde man sehen, wie sich die Kontinente selbst bewegen, die auf ihren Schollen auseinander driften, angetrieben durch das Feuer unter ihnen. Sie macht den Eindruck eines organisiertes, autarken Lebewesens, voller Information, optimal darauf angelegt, mit dem Sonnenlicht umzugehen. – Lewis Thomas, 1973
Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.
Einer Insel gleich trieb sie im Winde.
Prangend trug sie durch den reinen Himmel
Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.
(…)
Unaufhörlich trieb die junge Erde
Durch das siebenfache Licht des Himmels.
Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten
Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.
Marie Luise Kaschnitz, 1947
