Posts mit dem Label Autonome werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Autonome werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2. Mai 2009

Zitat des Tages: "Eine Gewalt, die selbst die Polizei überraschte". Nebst Anmerkungen zur Lage der Randalierenden Klasse in Deutschland

Während tausende Menschen noch friedlich rund um den Mariannenplatz feierten, flogen Steine und Flaschen mit einer Gewalt, die die Polizei überraschte. Dabei hat die autonome Szene seit Wochen auf eine solche Auseinandersetzung hingearbeitet, mit Brandstiftungen gegen Autos, Hetze gegen angeblich Yuppie- Kneipen und Anschlägen gegen angebliche Luxus- Bauprojekte. Am späten Abend war die Dresdener Straße mit Steinen übersät – wie in längst vergangen geglaubten Zeiten.

Der Berliner "Tagesspiegel" über den gestrigen 1. Mai in Berlin.

Kommentar: Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er auf's Eis tanzen, pflegte meine Großmutter zu sagen. Das paßt hier. Denn selten ging es der autonomen Szene so gut wie im Augenblick.

Wie SteffenH in B.L.O.G. bereits am Vorabend des 1. Mai treffend anmerkte:
Dabei fragt man sich, warum gerade die Herren und Damen von der Schnorrerfraktion so vehement gegen die Folgen der Finanzkrise protestieren. Ja klar, langsam scheint die Krise am Arbeitsmarkt anzukommen, doch was stört das jemanden, der ohnehin noch nie Bock zum Jobben hatte. (...)

Zugegebenermaßen sind die autonomen Grundnahrungsmittel der Rubrik Alkoholische Getränke und Tabakwaren auch diesen Monat wieder etwas teurer geworden. Man kann nur hoffen, dass dies durch günstige Hundefutterpreise kompensiert wird. Aber auch die Preisentwicklung am Berliner Wohnungsmarkt ist nicht gerade ein Grund für Randale, zumal der Druck auf die Wagenburgflächen als Standorte für Immobilieninvestitionen inzwischen deutlich nachgelassen haben sollte.
So kann man es auch sehen, mit dem Blick des Ökonomen auf die Lage der Randalierenden Klasse in Deutschland.

Oder, um nochmals einen Spruch meiner Großmutter zu zitieren: Sie beißen die Hand, die sie füttert.



Für Kommentare bitte hier klicken.

12. Dezember 2008

Was ist eigentlich in Griechenland los?

Erinnern Sie sich bitte einen Augenblick an Ihre Schulzeit: Bei welchen Lehrern benahmen sich die Schüler schlecht, waren aggressiv, attackierten andere Schüler, vielleicht gar den Lehrer?

Natürlich bei schwachen Lehrern. Bei denjenigen, die sich scheuten - die vor allem, als sie neu in die Klasse kamen, verabsäumt hatten -, sich Autorität zu verschaffen. Lehrer überwiegend, die zu den Schülern freundlich und nett waren, die sie fördern und die ihnen helfen wollten.

Die bekamen es ab. Nicht aber die fiesen Lehrer, die Autorität hatten. Erst recht nicht die strengen, die zugleich einen guten Unterricht machten.



Jugendliche - viele Jugendliche jedenfalls - mögen die Randale. Nicht immer, vielleicht nicht heftig. Aber gemeinsam Krawall zu machen, seine Stärke zu demonstrieren, Regeln zu ignorieren, es der Autorität zu zeigen - das ist nun einmal ein Bedürfnis; ein vermutlich evolutionär sehr altes Bedürfnis von Heranwachsenden, die um ihren Platz in der Hierarchie kämpfen wollen.

Meist gelingt es den Autoritäten, das im Zaum zu halten, es vielleicht sogar in positive Bahnen zu lenken; es zu sportlichem Verhalten werden zu lassen, beispielswiese.

Mitunter mißlingt es. Dann gibt es Horden von Hooligans, von Autonomen, von Neonazis, von Antifas, von "protestierenden Studenten". Manchmal wird eine ganze Epoche von derartigen Leuten geprägt, wie die Jahre am Ende der Sechziger, als diese Aggressivität, diese Respektlosigkeit von Jugendlichen zu einer weltweiten Bewegung wurde. Ich habe sie erlebt und in einer Serie in diesem Blog zu rekonstruieren versucht.

Fehlten es diesen Studenten in Berlin und Paris, diesen pöbelnden und prügelnden "Roten Garden" in Peking damals an einer "Perspektive"? Litten sie unter Arbeitslosigkeit oder drohte ihnen diese?

Keine Spur. Ganz im Gegenteil. Sie waren die erste Generation seit Jahrzehnten, die in Frieden und wachsendem Wohlstand aufgewachsen war. Wer damals studierte, dem war , wenn er seinen Abschluß schaffte, eine gut bezahlte Position so gut wie sicher. Den Protestierenden ging es so gut wie kaum einer Generation zuvor.

Ihr Aufstand resultierte nicht daraus, daß sie zu leiden hatten, sondern daß sie in ihrem Leben ungleich weniger zu leiden gehabt hatten als die Generationen ihrer Eltern und Großeltern. Mit deren strenger, aus der Härte ihres Lebens entstandenen Moral konnten sie nichts mehr anfangen. Sie wollten Spaß; sie wollten "alles, und zwar sofort", wie ein Parole des Mai '68 in Paris lautete.

Und zum Spaß gehörte es, über die Stränge zu schlagen, die Autoritäten herauszufordern. Steine zu werfen, sich mit der Polizei zu prügeln. Zoff haben ist geil.

Manche heutige Hooligans sind regelrecht süchtig nach dieser Art von Erleben und kommen ohne die wöchentliche Schlacht mit anderen Hooligans so wenig aus wie der Junkie ohne seinen Schuß. Auch damals, zwischen 1967 und 1969, herrschte an vielen Unis ein Klima ständigen High- Seins. Meist ganz ohne Drogen; das Adrenalin kam aus der ständigen Aufgeregtheit, der Spannung, den "Kämpfen" (die sich freilich meist darin erschöpften, Professoren und Andersdenkende niederzuschreien).



Und jetzt in Griechenland? Die Leitmedien bieten uns fast unisono dieselbe Erklärung für die Straßenschlachten an, die Jugendliche seit einer Woche veranstalten: Das Klischee, das jedem einfällt, der null Ahnung von der tatsächlichen Lage hat. Wie es der "Stern" im Vorspann zu einem Artikel von Niels Kruse formulierte:
In dem Land ist eine ganze Generation zutiefst enttäuscht, ausgegrenzt, perspektivlos. Auf den Straßen Athens entlädt sich nun ihre Wut.
Im Artikel selbst erfährt man dann freilich wenig über Ausgrenzung und Enttäuschung, aber viel von den Personen, die Randale machen:
Exarchia im Zentrum Athens ... ist eine Nummer härter als Berlin- Kreuzberg oder Malasana in Madrid: Schon seit vielen Jahren gilt das Quartier als "verbotene Stadt" für die Polizei. (...)

Mitten in der griechischen Hauptstadt regieren die Autonomen. Aber auch Drogenbanden. Es ist eine Art Deal, den die Polizei mit den Gruppen geschlossen hat: "Wir lassen Euch hier in Ruhe, dafür lasst ihr den Rest der Stadt in Ruhe", sagt ein Bereitschaftspolizist.
Das ist ein Milieu, das nur auf einen Anlaß für Randale wartet. Der unglückliche Tod eines Jugendlichen - offenbar traf ihn ein Querschläger; daß ein Polizist ihn absichtlich erschossen hat, ist durch nichts belegt - war ein willkommener Anlaß dazu. Der schwache Staat lädt zum Krawallmachen ein; so, wie der schwache Lehrer die Schüler dazu einlädt, ihn zu quälen.

Hinzu kommen politische Auseinandersetzungen in Griechenland. Es hat dieselben Probleme wie das restliche Europa; größtenteils heftiger, weil die Produktivität geringer und die Anspruchshaltung der Bevölkerung in Relation dazu höher ist. Wegen der von der Regierung geplanten Rentenreform, wegen ihrer Ansicht nach zu geringen Löhnen hatten Gewerkschaften für den vorgestrigen Mittwoch einen Generalstreik geplant; schon lange vor dem Tod des Jugendlichen, der die Krawalle auslöste.

Kein "Aufstand der Jugend" also. Schon gar nicht hat Griechenland eine schlechte Regierung. Es hat im Gegenteil eine Regierung, die noch immer mit dem zu kämpfen hat, was vorausgehende sozialistische Pasok- Regierungen den Griechen eingebrockt haben.



Darüber kann man Informatives in der heutigen FAZ lesen. Im Interview mit Michael Martens beschreibt dort der Athener Soziologe Michael Kelpanides, Professor an der Aristoteles- Universität, die Lage in seinem Land.

In der Tat, sagt Kelpanides in diesem sehr lesenswerten Interview, sieht es an den griechischen Universitäten schlecht aus. Aber das ist nicht Schuld der jetzigen konservativen Regierung, sondern wesentlich das Ergebnis einer "Reform", die von der linken Pasok 1982 durchgesetzt wurde. Kelpanides:
Das Gesetz von 1982 hat die Lehrstühle abgeschafft und Fachbereichsorganisation eingeführt. Es hat die Habilitation abgeschafft und faktisch die Berufung zu einer fast beamtenrechtlichen Beförderung degradiert. Es entstand ein System, dass die Konkurrenz praktisch ausschaltete. (...)

Die Jüngeren, die nun ohne externe Konkurrenz mit der etablierten Automatik der Beamtenbeförderung mit praktischer Gewissheit die nächsten Stufen hinaufsteigen werden, wollen natürlich nichts von der Änderung und dem Verlust ihrer Privilegien hören. (...) Ich halte diese Abschaffung der Konkurrenz an den Hochschulen für eine gravierende Entwicklung, die sich langfristig verheerend auf die Qualität der griechischen Hochschulen auswirken wird.
Nicht besser steht es aus der Sicht von Kelpanides bei den Schulen, wo der Unterricht so schlecht sei, daß die meisten Schüler nachmittags Nachhilfe bekommen. Von Lehrern, die dadurch ein zweites Gehalt haben.

Mißstände gibt es also in Griechenland. Aber sie haben wenig, vermutlich gar nichts mit den jetzigen Krawallen zu tun. Kelpanides:
An den Aktionen, den Plünderungen, den Raubüberfällen und der sinnlosen Zerstörung wird evident, dass es sich um dumpfe, unartikulierte Gewalt einer unpolitischen Masse handelt, die von wenigen linksradikalen Sympathisanten der Terroristenorganisation "17. November" angeführt wird. (...) Insgesamt handelt es sich aber um eine kleine Minderheit.
Solche lautstarken, gewalttätigen Minderheiten bringen es oft fertig, sich als Sachwalter einer Mehrheit darzustellen. Vor allem im Ausland wird das gern so gesehen. "Vor allem Schüler und Studenten gehen auf die Straße. Die wenigsten gehören zur radikalen, autonomen Szene. Eine ganze Generation begehrt auf", behauptete zum Beispiel heute die "Deutsche Welle".

Nein, keine Generation begehrt in Griechenland auf. So wenig, wie die Rostocker Krawalle anläßlich des G-8-Gipfels in Heiligendamm eine Aktion "der deutschen Jugend" waren. So wenig, wie in Frankreich die Brandstiftungen und Plünderungen durch kriminelle Banden das Werk "der Jugend der Vorstädte" gewesen sind.



Für Kommentare bitte hier klicken. Titelvignette: Foto des Eingangs zur Akropolis, vom Urheber MM für die Public Domain freigegeben.

21. September 2008

Mal wieder ein kleines Quiz: Wo und wann spielt diese Szene?

Bitte versuchen Sie die folgende Schilderung historisch einzuordnen. (Namen und Angaben, die es Ihnen zu einfach machen würden, habe ich weggelassen):
Eigentlich schien nichts dabei zu sein, ... in die Stadt zu fahren ... So machen es viele an diesem Samstag im September, auch ältere Herren von seiner Statur.

Einhundert Meter vor dem *** glauben sie ihn trotzdem zu erkennen.

"Nicht durchlassen, nicht durchlassen!", brüllt eine Frau, deren Stimme vom Schreien schon ganz heiser klingt. Sie steht in einer schmalen Gasse, inmitten eines Pulks aus aufgeregten Menschen. Die Umstehenden greifen ihre Parole auf, hysterisch, laut und wie ein Mann: "Nicht durchlassen, nicht durchlassen!", rufen sie. Dann löst sich ein Kerl aus der Wegsperre, er ist groß und stark und bösen Blickes.

Der Mann trägt eine grelle Ordnerweste, als käme er vom Saalschutz. Parteiabzeichen sind auf den Stoff genäht, er gibt sich reichlich offiziös. "Wer sind Sie, wo wollen Sie hin?", fragt er, und die Menschen hinter ihm wiederholen seine Worte wie im Chor. Einige wollen einen Ausweis sehen. "Wer sind denn Sie, dass ich Ihnen das verraten müsste. Lassen Sie mich durch!, versucht der Eindringling sich zu wehren. Doch man drängt ihn zurück – zu zweit, zu dritt, zu viert, voller Drohgebärden und ganz ohne Polizei.



Wo und wann spielt diese Szene?
(A) Sie spielt 1932 in Berlin. Die "Ordner" sind von der SA; ihr Parteiabzeichen ist das der NSDAP. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Sozialdemokrat, der zu einer Veranstaltung seiner Partei will.

(B) Sie spielt 1982 in Teheran. Die "Ordner" sind Angehörige der Revolutionsgarde Pasdaran; ihr Parteiabzeichen ist das der "Partei der Islamischen Republik". Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Kommunist, der zu einer Veranstaltung seiner Partei, der Tudeh- Partei, will.

(C) Sie spielt 1985 in Haiti unter dem Diktator Jean- Claude Duvalier ("Baby Doc"). Die "Ordner" sind Angehörige seiner Miliz "Tonton Macoutes"; ihr Parteiabzeichen ist das der Einheitspartei Haitis. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Priester, der zu einer Veranstaltung der Ti Legliz von Jean-Bertrand Aristide will.

(D) Sie spielt 2008 in Köln. Die "Ordner" sind von den "Autonomen"; ihr Parteiabzeichen ist das der betreffenden Organisationen. Der Mann, den sie nicht durchlassen, ist ein Sympathisant von "Pro Köln", der zu einer Veranstaltung seiner Bürgerbewegung will.
Die Lösung finden Sie, zusammen mit meiner Quelle und einigen näheren Angaben zu den Umständen dieser Szene, in "Zettels kleinem Zimmer".

4. Dezember 2007

Zitat des Tages: "Aufgrund ihres politischen Engagements in Konflikt mit der Justiz"

Die "Rote Hilfe e.V." ist eine Solidaritätsorganisation der gesellschaftlichen Linken, die strömungsübergreifend Rechtsbeistand organisiert, wo Menschen aufgrund ihres politischen Engagements in Konflikt mit der Justiz geraten. (...) Daher rufen wir alle Jusos auf, die "Rote Hilfe e.V." zu unterstützen und damit zu zeigen: Die Linke lässt sich nicht spalten!

Aus einem Aufruf von "Jusos für die Rote Hilfe", unterzeichnet u.a. von einem Mitglied im Landesvorstand der Thüringer Jusos, von drei stellvertretenden Berliner Landesvorsitzenden der Jusos und vom stellvertretenden Juso- Bundesvorsitzender Michael Clivot. - Einige Informationen über die "Rote Hilfe e.V." habe ich kürzlich hier mitgeteilt. - Für den Hinweis auf diesen Aufruf danke ich M. Schneider. - Für eine aktuelle Ergänzung zu den Unterzeichnern des Aufrufs klicken Sie bitte hier.

Für Kommentare und Diskussionen zu diesem Beitrag ist in "Zettels kleinem Zimmer" ein Thread eingerichtet. Wie man sich dort registriert, ist hier zu lesen. Registrierte Teilnehmer können Beiträge schreiben, die sofort automatisch freigeschaltet werden.

1. Dezember 2007

Zettels Meckerecke: Warum war Juso-Chefin Drohsel Mitglied der "Roten Hilfe"?

Die neue Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel ist, so steht es auf der WebSite der Berliner SPD, Mitglied der "Roten Hilfe" sowie der Gewerkschaft "ver.di".

Das stimmt inzwischen nur noch zur Hälfte. Denn wie der "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, ist Franziska Drohsel aus der "Roten Hilfe" ausgetreten.

Interessant erscheint mir weniger, warum sie ausgetreten ist (weil sie nicht wolle, daß "die Jusos nicht auf Grund ihrer politischen Positionen, sondern wegen meiner privaten Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe wahrgenommen werden"). Interessant erscheint mir allerdings, warum sie denn dort eingetreten ist.



Wer ist diese "Rote Hilfe"? Wenn man in der deutschen Wikipedia nachsieht, dann findet man zu diesem Stichwort eine Reihe von Artikeln. Wir lesen dort:
Rote Hilfe bezeichnet

* die bundesdeutsche Organisation Rote Hilfe e.V.
* die Rote Hilfe Deutschlands (RHD) der Weimarer Republik
* die Internationale Rote Hilfe (IRH) als Gründung der Komintern
* die Rote Hilfe e.V. (1973–1979 Hilfsorganisation der Kommunistischen Partei Deutschlands)
Franziska Drohsel gehörte offenbar der ersten dieser genannten Organisationen an. Wer ist diese "Rote Hilfe e.V."?

Unter ihrem Signet - zwei miteinander verschlungen Armen, die Fäuste geballt - lesen wir:
Die Rote Hilfe ist eine Solidaritätsorganisation, die politisch Verfolgte aus dem linken Spektrum unterstützt. (...) Zu politischen Gefangenen halten wir persönlichen Kontakt und treten dafür ein, daß die Haftbedingungen verbessert, insbesondere Isolationshaft aufgehoben wird; wir fordern ihre Freilassung. (...) Ist es der wichtigste Zweck der staatlichen Verfolgung, (...) durch exemplarische Strafen Abschreckung zu bewirken, so stellt die Rote Hilfe dem das Prinzip der Solidarität entgegen und ermutigt damit zum Weiterkämpfen.
Deutlicher geht's eigentlich nicht: Diese "Rote Hilfe e.V." ist eine Organisation, die denjenigen hilft, die aus politischen Gründen Gesetze brechen. Politkriminellen also. Leuten, die aus politischen Motiven straffällig geworden sind und die dafür nun vor Gericht stehen oder ihre Strafe absitzen. Leuten, die laut Text der "Roten Hilfe" aber nicht Straftäter sind, sondern "politisch Verfolgte" und "politische Gefangene".

Damit meint die "Rote Hilfe" offenbar nicht nur Autonome, die Steine werfen, auf Polizisten einschlagen oder Autos, wie sie das nennen, "abfackeln". Sondern - die Verwendung des Worts "Isolationshaft" weist schon darauf hin - die Fürsorge der "Roten Hilfe" galt zumindest in der Vergangenheit auch den politisch motivierten Mördern der RAF. Jedenfalls sagt dies das Innenministerium von NRW.



Sehr viele Mitglieder hat diese "Rote Hilfe" nicht; bundesweit sind es laut NRW-Innenministerium gerade mal 4000. Zu diesen 4000 gehörte also bis jetzt die neue Vorsitzende der Jusos.

Was hat sie dazu veranlaßt, Mitglied dieser Organisation zu werden? Laut Vorabmeldung des Spiegel erklärt sie das so: "Ich bin in die Rote Hilfe eingetreten, weil ich es richtig und wichtig finde, dass jeder Mensch das Recht auf Verteidigung hat. Vereine wie die Rote Hilfe tragen dazu bei, dass Menschen, die mittellos sind, einen guten Rechtsbeistand bekommen."

Offenbar hat sie die Rote Hilfe mit dem Weissen Ring verwechselt, die neue Vorsitzende der Jusos. Die übrigens ihr Jura- Studium mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen hat und derzeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität lehrt.

Für Kommentare und Diskussionen zu diesem Beitrag ist in "Zettels kleinem Zimmer" ein Thread eingerichtet. Wie man sich dort registriert, ist hier zu lesen. Registrierte Teilnehmer können Beiträge schreiben, die sofort automatisch freigeschaltet werden.

28. Mai 2007

Zettels Meckerecke: Die Komplicen der Politkriminellen

Eigentlich interessiert mich an den bevorstehenden sogenannten Aktionen zum G-8-Gipfel nur eines: Werden deren Organisatoren die Kriminellen dulden, vielleicht sogar unterstützen, die anläßlich dieser Aktionen Verbrechen planen?

Oder werden sie - als die gesetzestreuen Bürger, die zu sein sie ja beanspruchen - kriminelle Handlungen zu verhindern suchen; vielleicht auch, was ja eigentlich bei gesetzestreuen Bürgern selbstverständlich ist, mit der Polizei zusammenarbeiten, um Schläger, Steinewerfer, sonstige Kriminelle dingfest zu machen?



Ich habe da so meine Vermutungen. Aber jeder hat das Recht auf the benefit of the doubt. Vielleicht erweisen sich ja die Organisationen, die für friedlichen Protest eintreten, als rechtsstaatlicher denkend, als ich es ihnen zutraue.

Immerhin wird beispielsweise die Organisation Block-8 von zahlreichen Hochschullehrern unterstützt. Hochschullehrer kooperieren normalerweise nicht mit Verbrechern.



Was sich gestern in Hamburg abgespielt hat, gibt nun allerdings Anlaß zum Pessimismus. Es ist im Grunde unglaublich.

Die "Welt" meldet:
Am Nachmittag hatten die Demonstranten mit Sprechchören und Transparenten gegen das Außenministertreffen protestiert. Angeführt wurde der Zug von über 1000 Autonomen, die Sonnenbrillen und schwarze Kapuzen trugen. Die Polizei konzentrierte ihre Kräfte auf diesen Block. Immer wieder stockte der Zug, es kam zu Rangeleien. An der Hafenstraße wurden aus dem Kreis der Autonomen Rauchbomben geworfen und Leuchtraketen abgefeuert.
Wie allgemein bekannt ist, sind die Anmelder einer Demonstration für deren Organisation verantwortlich, also zB auch dafür, wer in den vorderen Reihen diese Demonstration anführt.

Wenn mehr als 1000 sogenannte Autonome diese Demonstration anführen konnten, dann kann das nach menschlichem Ermessen nicht gegen den Willen der Veranstalter geschehen sein. Hätten die Kriminellen versucht, sich gegen den Willen der Veranstalter an die Spitze der Demonstration zu drängen, dann hätte man dagegen vorgehen können, notfalls in Zusammenarbeit mit der Polizei. Oder eben die Demonstration absagen, wenn sie den Veranstaltern entglitten war, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Sodann heißt es in der "Welt":
Weiter hinten wurde der Demonstrationszug aber bunt gemischt. Eine achtköpfige Band begleitete die Protestierenden, die Spruchbänder mit Parolen wie "Kapitalismus abschaffen" oder "Sozialabbau und Krieg sind der Terror der Reichen" trugen. Hier marschierten auch Familien mit Kindern mit.
Im Schutz der Autonomen, so ist man versucht zu vermuten. Vorneweg die "Militanten", und dahinter der Troß.

Daß diese "Autonomen" Kriminelle sind, haben sie auch heute wieder unter Beweis gestellt. Aus dem Bericht der "Welt":
Nach einer überwiegend friedlichen Demonstration der Globalisierungskritiker kam es zu teilweise schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Autonomen. (...) Immer wieder hätten dabei Autonome Polizisten mit Reizgas, Steinen und Farbbeuteln angegriffen und wiederholt Müllcontainer angezündet, berichtete die Polizei. (...) Beim Auseinandergehen der Demonstranten sei es zu einer ernsten Situation gekommen, als ein Beamter seine Dienstwaffe gezogen habe, berichtete die Polizei weiter. Der Beamte sei massiv von einer Gruppe Demonstranten bedroht und mit Steinen sowie Farbbeuteln attackiert worden.


Warum haben sie das gemacht? Jeder weiß es: Weil sie Gewalt als Mittel der Politik einsetzen. Weil sie von vornherein zur Gewalt entschlossen waren und deshalb die dafür erforderlichen Mittel mitgebracht und sich vermummt hatten,

Aber die Veranstalter - Komplicen dieser Verbrecher - wollen uns für dumm verkaufen. Sie vertrauen offenbar darauf, mit jeder Lüge durchzukommen. Aus einer dpa-Meldung von gestern Abend:
Die Veranstalter der Demonstration gegen den ASEM- Gipfel in Hamburg haben das Vorgehen der Polizei scharf kritisiert. Sie warfen den Beamten vor, diese hätten die Demonstranten nicht friedlich abziehen lassen. Dadurch sei die Stimmung unnötig aufgeheizt worden.
So aufgeheizt war sie offenbar, die Stimmung bei den Politkriminellen, daß sie vor lauter Zorn in ihren Taschen Reizgas und Farbbeutel fanden.