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19. März 2009

Internationale Klimakonferenz äußerst Zweifel an globaler Erwärmung

Nein, kein verfrühter Aprilscherz.

Vom 8. bis 10. März dieses Jahres fand in New York die 2009 International Conference on Climate Change statt, auf der überwiegend skeptische Auffassungen zur Möglichkeit einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung vorgetragen wurden.

Auf der Konferenz trafen sich Klimatologen, Ökonomen, Politiker und Fachleute für Mathematische Modelle und Forecasting, die Wissenschaft von den Möglichkeiten und Grenzen des Vorhersagens künftiger Entwicklungen.

Zur Eröffnung der Veranstaltung sprach kein Geringerer als Vaclav Klaus, Präsident der Tschechischen Republik und derzeit oberster Repräsentant der EU.

Haben Sie in den Medien etwas von dieser Konferenz erfahren? Ich vermute, nein. Ich jedenfalls bin erst jetzt durch einen Artikel im American Thinker darauf aufmerksam geworden, der ausführlich über die wichtigsten Vorträge berichtet.



Ja, aber sind denn diese Klimaskeptiker nicht allesamt Propagandisten, wissenschaftlich überhaupt nicht ausgewiesen? Wie es das Umwelt-Bundesamt auf seiner WebSite über die Klimaskeptiker formuliert:
Gezielt wird primär alles gesammelt, was - zumindest auf den ersten Blick - gegen eine menschverursachte Klimaerwärmung sprechen könnte. Die Skeptiker geben ihren Texten bewusst den Anstrich der Wissenschaftlichkeit, indem sie sehr viele Zitate verwenden. Zumeist zitieren sie jedoch lediglich Zeitungsberichte, ungeprüfte "Ergebnisse" Gleichgesinnter oder einzelne ausgewählte und häufig aus dem Zusammenhang gerissene Forschungsresultate. (...) Die Skeptiker beschäftigen sich weniger mit Forschung, sondern legen das Hauptgewicht auf die Verbreitung ihrer Meinungen in der Öffentlichkeit.
So schreibt es ein Bundesamt, das nicht etwa einem Propaganda- Ministerium untersteht, sondern das eigentlich seriöse, wissenschaftliche Umwelforschung fördern soll. Es tut das Gegenteil: Es diffamiert Wissenschaftler, die abweichende Meinungen vertreten.

Ja, seriöse Wissenschaftler und nicht Scharlatene, wie uns das Umwelt- Bundesamt einreden will. Wenn Sie es nicht glauben, dann schlage ich vor, daß Sie sich das Programm der Konferenz herunterladen.

Sie finden zuerst, wie bei solchen Konferenzen üblich, eine Art Stundenplan mit den einzelnen Sitzungen; dort die Themen, die man von einer Klimakonferenz erwartet - Klimatologie allgemein, Paläoklimatologie, Ökonomische und politische Aspekte des Themas "Klimawandel".

Interessant für die Frage, wie seriös die beteiligten Wissenschaftler sind, wird es, wenn Sie auf Seite 13 und die folgenden Seiten gehen. Dort finden Sie die Liste der Redner, alphabetisch geordnet und ausführlich mit Tätigkeit und wissenschaftlichen Arbeiten vorgestellt. Sie können dort sehen, daß es sich ganz überwiegend um ausgewiesene Fachleute in entsprechenden beruflichen Positionen handelt.



Warum also werden diese Skeptiker kaum zur Kenntnis genommen, diffamiert, als unseriös abqualifiziert?

Die Klimatologie hat in den vergangenen Jahrzehnten eine seltsame Entwicklung genommen; eine Entwicklung wie kaum jemals eine andere Disziplin: Sie wird von einem einzigen Thema beherrscht, und zu diesem Thema herrscht eine einzige wissenschaftliche Meinung.

Es ist dies nun aber ein ausgesprochen unsicheres Thema. Prognosen sind bei einem hochkomplexen, zu chaotischem Verhalten neigenden System wie dem Weltklima (gewiß komplexer als, sagen wir, eine Nationalökonomie) extrem schwierig. Zudem ist die Klimatologie eine ganz junge Disziplin; eine Wissenschaft in den Kinderschuhen. Also sollte man doch meinen, daß gerade hier eine offene Diskussion angebracht wäre, die alle Meinungen einbezieht.

Niemand kann ja sicher sein, Recht zu haben. Diejenigen, die von einer drohenden globalen Erwärmung mit katastrophalen Folgen überzeugt sind, können sich ebenso irren wie die Klimaskeptiker. Worauf die in den vergangenen Jahrzehnten gemessene Erwärmung zurückgeht, kann niemand sagen; außer daß mit Sicherheit eine Vielzahl interagierender Faktoren beteiligt waren. Erst recht weiß niemand, ob diese Entwicklung sich fortsetzen wird und wenn ja, mit welchem Verlauf. Man kann nur Vermutungen äußern, mehr oder weniger gut begründete.

Aber eine offene Diskussion, die alle diese Vermutungen einbezieht, findet nicht statt. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) benimmt sich nicht wie eine wissenschaftliche Organisation, sondern wie eine Religionsgemeinschaft, die Hüter der einzigen Wahrheit ist und die jeden Ketzer exkommuniziert.

Also müssen - ein Unding in einer Wissenschaft - diejenigen, die abweichende Meinungen vertreten, ihre eigene Konferenz organisieren.



Leser von ZR wissen, daß ich mich nicht an der "Klimadiskussion" beteilige. Ich bin kein Klimaskeptiker, sondern ein Klimagnostiker.

Trotzdem bin ich in dieser Debatte engagiert. Und zwar gegen Meinungsdominanz und Ideologisierung. Für die Freiheit der Forschung.



Titelvignette: Frei unter GNU General Public License. Für Kommentare bitte hier klicken.

11. Juni 2008

Anmerkungen zu Sigmund Freud (1): Freud, Marx, Einstein

Sie in einem Atemzug zu nennen ist nachgerade zum Topos geworden.

Die drei genialsten Wissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts. Alle drei zwar keine religiösen Juden, aber doch in der jüdischen Kultur verwurzelt, so wie alle drei auch in der deutschen Kultur zu Hause waren.

Alle drei hätten, so heißt es, das wissenschaftliche Weltbild radikal verändert, jeder in einem anderen Bereich: Marx das der Sozialwissenschaften, Einstein das der Naturwissenschaften und Freud das der Humanwissenschaften.

Alle drei hätten, so sagt man, unsere Sicht auf den Menschen und die Welt relativiert: Marx, indem er das, was wir für Wahrheit halten, als auf materielle Interessen gegründet entlarvte; Einstein, indem er den Dimensionen der Zeit und des Raums ihren absoluten Charakter nahm; Freud, indem er - so hatte er selbst es formuliert - nachwies, daß unser Ich "nicht Herr im eigenen Haus" ist.



Das ist ja nicht ganz falsch. Aber etwas Entscheidendes wird übersehen, wenn man die drei in dieser Weise nicht nur nebeneinander, sondern auf dieselbe Stufe stellt: Ihr ganz unterschiedlicher wissenschaftlicher Rang.

Einstein war ein schon zu seiner Zeit, erst recht heute, von der Fachwelt anerkannter Ausnahmewissenschaftler. Jemand, dessen Theorien weitgehend die experimentelle Nachprüfung bestanden haben und inzwischen längst in der Technik genutzt wären; GPS zum Beispiel könnte ohne die Berücksichtigung der Allgemeinen Relativitätstheorie gar nicht exakt funktionieren.

Karl Marx andererseits war zu Lebzeiten niemals in der Fachwelt anerkannt; in keiner der zahlreichen Disziplinen, in denen er dilettierte, von der Philosophie, die er zu studieren vorgegeben hatte, über die Jurisprudenz, deren Doktorgrad er von einer Universität erhielt, an der er niemals studiert hatte, bis hin zur Geschichtswissenschaft, zur Nationalökonomie, zur Soziologie, von denen er behauptete, er habe sie auf neue Grundlagen gestellt.

Marx war kein Wissenschaftler. Er war ein in diversen Wissenschaften dilettierender Amateurphilosoph, dessen Philosophie alle Züge einer Erlösungsreligion trug. Insofern kann man ihn als einen Religionsgründer sehen; den Gründer einer vierten großen Offenbarungsreligion, nach Moses, Christus und Mohammed.

Wie in den drei anderen Religionen hat sich um die Schriften und Lehren des Gründers herum auch im Marxismus eine zeitweise bedeutende Gelehrsamkeit entwickelt; was den Eindruck erzeugen kann, auch Marx sei ein Wissenschaflter gewesen. Er war das aber, pointiert gesagt, so wenig wie Mohammed.



Und Freud? Ich habe Einstein und Marx natürlich konstrastiert, um in Bezug auf Freud die Frage zu stellen, um die es mir geht: Ist er, was den wissenschaftlichen Rang angeht, auf dieselbe Stufe zu stellen wie Marx? War er also nur der Gründer einer in diesem Fall nicht Religion, aber doch Sekte? Oder spielt er für die Erforschung der menschlichen Psyche eine ähnliche Rolle wie Einstein für das Verständnis der physischen Welt?

Beide Sichten auf ihn gibt es nicht nur heute, sondern gab es schon zu seinen Lebzeiten.

Freud schaffte es, binnen einiger Jahrzehnte aus den Ideen eines Einzelgängers, der anfangs nur den Psychiater Breuer und den HNO-Arzt Fließ zu Gesprächspartnern gehabt hatte, eine große wissenschaftliche Bewegung zu machen, die an Universitäten in vielen Ländern Fuß fassen konnte. Aber zugleich zog er eine Ablehnung, ja einen Haß auf sich, wie sie kaum ein anderer Wissenschaftler des 19. oder 20. Jahrhunderts erleben mußte.

Das hält bis heute an. Noch immer gibt es "Freudianer", die in Freuds Werken in ähnlicher Weise unumstößliche Wahrheiten finden, wie die Schriften von Marx und Engels für orthodoxe Marxisten den Rang Heiliger Schriften haben. Und noch immer gibt es Stimmen, die in Freud einen Scharlatan sehen, einen Mann, der wie Marx nur vorgab, ein Wissenschaftler zu sein.

Aus meiner Sicht sind diese beiden Positionen ungefähr gleich weit von einer gerechten Beurteilung der Leistungen Freuds entfernt.

Freud ist es nicht gelungen, wissenschaftliche Erkenntnisse von einer ähnlichen Solidität zu finden wie Einstein; nachprüfbar und der Nachprüfung standhaltend. Kaum eine seiner Behauptungen kann heute, nach rund einem Jahrhundert psychoanalytischer Forschung und der Forschung zur Psychoanalyse, als zweifelsfrei bestätigt gelten.

Aber anders als Marx war Freud ein ernsthafter und auch ein großer Wissenschaftler, der sich der Grenzen seiner Methoden bewußt gewesen ist und der seine Theorien immer wieder im Licht neuer empirischer Daten überprüft und modifiziert hat.

Wie paßt das zusammen? Wie kann man jemanden als einen großen Wissenschaftler rubrizieren und zugleich sagen, daß selbst nach hundert Jahren sich keine seiner Behauptungen unanfechtbar bestätigt hätte? Dazu einige Gedanken im zweiten Teil.



Mit Dank an den geschätzten Bloggerkollegen Califax, dessen Kritik an Freud mich zu dieser kleinen Serie angeregt hat. - Für Kommentare zu diesem Artikel gibt es einen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort findet man auch eventuelle Aktualisierungen und Ergänzungen.

5. April 2007

Zettels Oster-LobhudelEi (3): Lob des Klimawandels

Im Paradies gibt es keine Evolution. Sieben Tage waren nötig, bis alles fertig war - dann aber war es, siehe, gut. Wäre nicht der Sündenfall dazwischen gekommen, dann wäre es so geblieben, für alle Zeiten.

Nicht nur dieses erinnerte, vergangene Paradies, sondern auch das erhoffte, zukünftige - das Paradies, in das Christen und Moslems dereinst zu kommen hoffen - wird als zeitlos gedacht.

In der Hölle, ja, da herrscht immerhin Leben, wenn auch kein schönes; Leiden ist aber Leben.

Aber der Himmel - das ist im Grunde ein Nirwana, zeitlos, also unveränderlich. Von Ewigkeit zu Ewigkeit.



Wer in einem Goldenen Zeitalter lebt, der hat das Paradies auf Erden. Er möchte es, verständlicherweise, nicht verlieren.

Also hat er Angst vor Veränderungen. Viel besser kann es eigentlich nicht werden, aber schlechter natürlich. Wem es gut geht, der ist "wertkonservativ".

Angst vor Veränderung - das ist deshalb nachgerade das Prüfzeiches jeden Goldenen Zeitalters. Heute ist dies, in den reichen Ländern, in denen ein Goldenes Zeitalter herrscht, die Angst vor einer Änderung des Klimas.



Ja, gewiß, das Klima ändert sich. Wir leben ja nicht in einem klimatischen Steady State. Im Gegenteil - kaum etwas ist unsteter als das Klima.

Das Klima ändert sich, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann, weil die Erdbahn nicht ganz stabil ist, weil die Erdachse ihre Lage ändert, weil die von der Sonne abgestrahlte Energie variabel ist, weil die kosmische Strahlung wechselt, weil Vulkane ausbrechen, weil es tektonische Verschiebungen gibt, weil Asteroiden auf die Erde fallen.

Das alles interagiert miteinander und mit dem jeweils bestehenden Zustand, und daraus entsteht eben das Klima. Die Dynamik des Weltklimas, die immer extreme Ausschläge gekannt hat.



Ist diese ständige Klimaänderung gut oder schlecht? Seltsame Frage. Jede Klimaänderung ist schlecht für das Bestehende und gut für das Zukünftige.

Die Klimaänderung, die vor einigen Millionen Jahren baumbewohnende Primaten, Brachiatoren, die in ihrem tropischen Regenwald- Paradies fröhlich von Baum zu Baum hangelten, in eine karge Savanne versetzte - war sie gut oder schlecht?

Sie war schlecht für diejenigen, die die Anpassung nicht schafften. Sie war eine bestandene Herausforderung für diejenigen, die sich genetisch so veränderten, daß sie zu den Vorfahren des Homo Sapiens wurden. Sie war gut für den Fortschritt.

Challenge and Response, das war für Arnold Toynbee die Dynamik der Geschichte: Es sind Herausforderungen, oft Klimaänderungen, die die Menschen dazu gezwungen haben, neue Antworten zu finden. Die Völkerwanderungen, die so Entscheidendes zur Entwicklung der Kulturen beigetragen haben, wurden meist durch Hungersnöte ausgelöst, also durch klimatische Veränderungen.



Ob uns jetzt eine Klimaänderung bevorsteht, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmaß sie menschengemacht ist, weiß niemand. Alles, was dazu an angeblich unzweifelhaftem Wissen verkündet wird, ist schlicht Agitprop.

Soweit ich das beurteilen kann, scheinen im Augenblick mehr gute Gründe für als gegen einen bevorstehenden, einen vielleicht schon im Gang befindlichen Klimawandel zu sprechen.

Im Augenblick. Und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Wie komplex das Thema ist, wie vorsichtig man mit Folgerungen sein sollte, wie fragwürdig insbesondere Computersimulationen sind, das ist in dieser ausgezeichneten Zusammenstellung nachzulesen.

Nicht die Skeptiker lassen es folglich, wie uns das Umwelt-Bundesamt mit seiner Agitprop weismachen will, an Wissenschaftlichkeit fehlen. Sondern die Gläubigkeit der Klimawandel- Propheten ist Junk Science, Pseudowissenschaft.



Aber auch diejenigen, die sich nicht nicht anmaßen, als Laien die Diskussion der Fachleute zu beurteilen, sollten zur Kenntnis nehmen, daß unter diesen Fachleuten eine deutliche Mehrheit einen bevorstehenden Klimawandel für wahrscheinlich hält. Sie können sich irren; es wäre ja nicht das erste Mal, daß eine Mehrheit der Fachleute irrt. Aber wir Laien tun doch gut daran, dieses Mehrheitsurteil ernst zu nehmen.

Was also, wenn das Klima sich wandelt? Sofort steigen vor unserem geistigen Auge Bilder auf: Der Kölner Dom, im Wasser versinkend. Die Eisbären, die unter so warmen Bedingungen leben müssen wie der bedauernswerte Knut. Südsee- Inseln, im Meer versinkend. Hurrikans, die über uns hinwegfegen. Noch nicht ganz der Weltuntergang, aber schon fast.



Warum waren eigentlich alle früheren Klimaänderungen nicht so katastrophal? Nun, sie waren das ja zum Teil. Sie haben Arten sterben lassen, und sie haben anderen erlaubt, sich zu entwickeln. Nach einer verbreiteten Theorie verdanken wir Säugetiere unserem Aufstieg einem dramatischen Klimawandel, der den Sauriern den Garaus machte.

Dem einen sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall, sagte meine Großmutter.

Wenn die CO2-Konzentration in der Atmosphäre anwächst, dann bedeutet das für die Pflanzen mehr Luft zum Atmen, im Wortsinn. CO2 ist ja keine Verschmutzung, kein Gift, sondern bekanntlich für Pflanzen das, was für uns der Sauerstoff ist.

Ein Experte des Cato-Instituts, Patrick J. Michaels, hat das kürzlich beschrieben:
Objectively speaking, any environmental change should have both positive benefits and negative effects. For example, theory predicts and observations confirm that human-induced warming takes place primarily in winter, lengthening the growing season. Satellite measurements now show that the planet is greener than it was before it warmed. There are literally thousands of experiments reported in the scientific literature demonstrating that higher atmospheric carbon dioxide concentrations -- cause by human activity -- dramatically increase food production.

Objektiv gesprochen sollte jede Änderung in der Umwelt sowohl positiven Nutzen als auch negative Folgen haben. Zum Beispiel sagt die Theorie vorher, und Beobachtungen bestätigen es, daß die vom Menschen verursachte Erwärmung sich hauptsächlich im Winter auswirkt und damit die Erntezeit verlängert. Satellitenmessungen zeigen jetzt, daß der Planet grüner ist als vor der Erwärmung. Es gibt buchstäblich Tausende von Experimenten, über die in der wissenschaftlichen Literatur berichtet wird und die nachweisen, daß eine größere Konzentration von CO2 in der Atmosphäre - wie der Mensch sie bewirkt - die Nahrungsmittelproduktion dramatisch steigert.
Ich werde mich, wie gesagt, nicht in die Diskussion der Fachleute einmischen. Mag das Klima sich schnell ändern, wie das Umweltbundesamt es für die einzige wissenschaftliche Wahrheit hält, oder langsam, wie es das immer getan hat - jedenfalls scheint mir auf der Hand zu liegen, daß in solchen Änderungen Herausforderungen liegen.



Wenn das Klima in Deutschland sich um einige Grade erwärmt, dann wird es auf Sylt so warm sein wie jetzt in Südbaden. Ist das nicht schön?

Wenn im äußersten Norden Europas der Permafrost verschwindet und man dort Getreide anbauen kann - was ist daran katastrophal?

Wenn infolge der Zunahme an CO2 Pflanzen schneller wachsen, wo ist da die Apokalypse?

Natürlich wird es auch Probleme geben. Der Meersspiegel wird steigen. Also sollte man die Deiche erhöhen, wie es Hamburg nach der Flutkatastrophe getan hat; wie es die Holländer tun, seit sie sich entschlossen haben, einen Teil ihres Landes unter den Meeresspiegel zu legen.

In den Alpen wird es weniger Wintersport geben, wenn es zu einer Klimaerwärmung kommen sollte. Dafür wird sich die Sommersaison verlängern.

Biergärten werden sich, über Bayern hinaus, bis nach Flensburg ausdehnen. Der Weinbau wird vielleicht Norddeutschland erreichen. Gut für Mecklenburg; schlecht vielleicht für Baden.

So ist das eben; selten sind alle glücklich, wenn sich etwas ändert.



Ja, aber die armen Eisbären? Ja, aber die armen Menschen auf der Insel Tuvalu?

Man muß ihnen halt helfen. So, wie man immer denen helfen hätte sollen und müssen, die die Leidtragenden einer geschichtlichen Veränderungen sind.

24. März 2007

Umwelt-Bundesamt: Propaganda statt Wissenschaft

Was schert mich mein Geschwätz von gestern.

Gerade habe ich bekräftigt, daß ich mich zur Klima- Debatte nicht äußern werde, weil ich mich nicht als kompetent ansehe, irgend etwas zur Diskussion unter den Fachleuten beizutragen.

Jetzt tue ich es doch, mich äußern. In bestimmter Hinsicht allerdings. Nicht zum Klima, aber zur Diskussion.

In dem verlinkten Beitrag hatte ich auf eine Linkliste der FAZ aufmerksam gemacht, die mir, würde ich mich denn an dieser Klimadiskussion beteiligen wollen, nützlich erschiene.

Dort war unter anderem das Umweltbundesamt verlinkt. Was ich da gelesen habe, das hat mir nun allerdings die Sprache verschlagen. Also rede ich.

Freilich nicht zur Klimaentwicklung, von der ich keine Ahnung habe. Auch nicht zur Klimadiskussion, an der ich mich nicht beteiligen kann und will.

Aber zu dieser Bundesbehörde. Zu dem, was auf ihrer WebSite steht.



Jedem Erstsemester in einer naturwissenschaftlichen Disziplin wird eingebleut, daß man zwischen Daten und Theorien unterscheiden muß.

Daten werden in einer anderen Sprache - der Protokollsprache - formuliert als Theorien. An Daten ist der Anspruch zu stellen, daß sie intersubjektiv gültig sind. Theorien können das niemals sein, nur unterschiedlich wahrscheinlich; also mehr oder weniger durch Daten gestützt.

Man kann bestimmte theoretische Annahmen falsifizieren, eine Theorie in toto aber in der Regel nicht. Theorien werden aufgegeben, wenn es andere Theorien gibt, die denselben Datensatz einfacher, eleganter, mit weniger Annahmen erklären. So bringt man es Erstsemestern bei.

Grundsätzlich, so lernen es die Erstsemester, kann man nie ausschließen, daß eine Theorie sich als falsch erweist, auch wenn sie sehr gut belegt ist. Auch Theorien, die von einer Minderheit vertreten werden, müssen deshalb immer in der wissenschaftlichen Diskussion bleiben.

In der Wissenschaft wird nicht durch Handaufheben per Mehrheitsbeschluß entschieden, so sagt man es den Erstsemestern. Minderheitsmeinungen haben denselben wissenschaftlichen Status, verdienen denselben Respekt wie Mehrheitsmeinungen.

Oft genug, so erklärt man es den Erstsemestern (etwa am Beispiel der Kosmologie, am Beispiel der Relativitätstheorie, mit Verweis vielleicht auf Kuhns The Structure of Scientific Revolutions) haben Minderheitsmeinungen sich am Ende als die richtigen erwiesen.



Dies gesagt - werfen wir nun einen Blick auf die WebSite des Umweltbundesamts, auf der es sich zur Klimadiskussion äußert. Auf die WebSite einer Behörde, die von unseren Steuergeldern finanziert wird.

Gehen wir dort einmal zu den häufig gestellten Fragen. Das wird so eingeleitet:
Trotz des internationalen Problembewusstseins melden sich immer wieder Zweifler, die die Möglichkeit einer durch den Menschen verursachten Klimaänderung entweder generell abstreiten oder die Stichhaltigkeit von Teilen der Argumentation in Abrede stellen.
"Abstreiten", "in Abrede stellen". Man merkt gleich: Das sind nicht etwa gleichberechtigte, alternative Theorien. Sondern da sind Häretiker am Werk, Ketzer.

Mit denen also nicht etwa wissenschaftlich zu diskutieren ist, sondern die man widerlegen muß. Oder noch besser: Runtermachen. Denn das ist es, was der Leser dieser WebSite vorfindet, wenn er sich weiterklickt zu den einzelen "häufig gestellten Fragen".

Zunächst klingt das gar nicht so schlecht:
In der Forschung werden immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen. Die wissenschaftliche Diskussion läuft nach bestimmten Regeln ab. Ergebnisse, die dem aktuellen Kenntnisstand widersprechen, werden überprüft und die bestehenden Vorstellungen allenfalls revidiert, falls die neuen Erkenntnisse durch unabhängige Resultate bestätigt werden. So werden die wissenschaftlichen Erklärungen und die Vorstellungen zu den Vorgängen in der Natur mit der Zeit umfassender und detaillierter oder können sich in gewissen Fällen auch ändern.
So ist es. Und was folgt nun für die Klimaforschung? Daß diejenigen, die eine menschengemachte globale Erwärmung vorhersagen, ebenso eine ernsthafte Diskussion ihrer Thesen verdienen wie diejenigen, die anderer Meinung sind?

Keineswegs. Denn weiter geht's (Hervorhebungen von Zettel):
Skeptiker: Für Laien schwierig zu beurteilen

Die Ökoaktivisten geben sich zumeist klar als solche zu erkennen (Umweltorganisationen). Schwieriger zu beurteilen sind hingegen die Skeptiker in der Klimafrage. (...) Gezielt wird primär alles gesammelt, was - zumindest auf den ersten Blick - gegen eine menschverursachte Klimaerwärmung sprechen könnte. Die Skeptiker geben ihren Texten bewusst den Anstrich der Wissenschaftlichkeit, indem sie sehr viele Zitate verwenden. Zumeist zitieren sie jedoch lediglich Zeitungsberichte, ungeprüfte "Ergebnisse" Gleichgesinnter oder einzelne ausgewählte und häufig aus dem Zusammenhang gerissene Forschungsresultate. (...) Die Skeptiker beschäftigen sich weniger mit Forschung, sondern legen das Hauptgewicht auf die Verbreitung ihrer Meinungen in der Öffentlichkeit. (...)

Die Argumentation der Skeptiker erfolgt meist nach einem sehr ähnlichen Muster: Zwar wird die gegenwärtige Erwärmung nur noch in wenigen Fällen bestritten, doch wird sie als natürlicher Vorgang mit anderen Ursachen als den menschlichen Treibhausgasemissionen dargestellt. (...) Oft werden Zitate oder einzelne Resultate aus dem Zusammenhang der wissenschaftlichen Arbeit gerissen, damit sie ins gewünschte Bild passen. Auch fußt die Argumentation oft auf Arbeiten, die in der wissenschaftlichen Diskussion längst widerlegt worden sind.


Mit anderen Worten: Glaubt man dem Umweltbundesamt, dann ist die Klimatologie die einzige Wissenschaft, in der genau eineTheorie richtig ist und in der alle alternativen Theorien unwissenschaftlich sind. Jedenfalls, was die zukünftige Entwicklung des Weltklimas angeht.

Sie sollten zurück auf die Universität, die Wissenschaftler, die für diesen unglaublichen Text verantwortlich sind. Sich mit den Erstsemstern in den Hörsaal setzen. Und endlich - vielleicht ja doch noch - lernen, daß Wissenschaft keine Agitprop ist.

Denn das ist es, was diese Bundesbehörde sich auf ihrer WebSite leistet: Agitprop. So, wie dieses Bundesamt unter dem Vorwand der Wissenschaftlichkeit jedes wissenschaftliche Denken vermissen läßt, so haben in der DDR die herrschenden "wissenschaftlichen" Marxisten Andersdenkende abgekanzelt.