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21. Januar 2010

Gorgasal und Obama (5): Erwartungen

Präsident Obama über die Erfolge seiner Bemühungen um Frieden im Nahen Osten:
[W]hat we did this year didn't produce the kind of breakthrough that we wanted, and if we had anticipated some of these political problems on both sides earlier, we might not have raised expectations as high.



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19. Juni 2009

Marginalie: Wie sehen die Israelis Obamas Politik? Eine aktuelle Umfrage

Von den jüdischen Wählern in den USA haben im vergangenen November 77 bis 78 Prozent für Barack Obama gestimmt. Ob sie dabei auch an die Interessen des Staates Israel gedacht haben?

Heute erschien in der Jerusalem Post eine Umfrage, in der 500 jüdische Israelis befragt wurden. Eine der Fragen lautete, ob Obama pro-Israel, pro-Palästinenser oder neutral sei.

36 Prozent hielten Obamas Nahostpolitik für neutral. 50 Prozent sahen sie als pro-Palästinenser an. Ganze 6 Prozent entschieden sich für die Antwort "pro-Israel".

Das mag eine Momentaufnahme sein; mit beeinflußt durch die Kairoer Rede Obamas und Netanyahus Antwort darauf. Aber daß Obama jedenfalls kein zweiter George W. Bush ist, das hat sich in Israel offenbar herumgesprochen.

Im vergangenen Monat hat man in einer Umfrage dieselbe Frage in Bezug auf Bush gestellt. Im Rückblick sagten 88 Prozent, die Regierung Bush sei pro-Israel gewesen, 7 Prozent hielten sie für neutral und 2 Prozent bezeichneten sie als pro-Palästinenser.

John McCain aber, der mit großer Wahrscheinlichkeit die Nahost- Politik von Präsident Bush fortgesetzt hätte, erhielt die Stimmen von gerade einmal 21 Prozent der amerikanischen Juden.



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29. Februar 2008

Zitat des Tages: "Der Iran hat in der Nuklearfrage gesiegt"

Die ganze Welt weiß, daß der Iran die erste Macht der Welt ist. (...) Heute erschallt der Name des Iran wie ein Faustschlag ins Gesicht der Mächtigen und weist ihnen ihren Platz zu. (...) Die Feinde der Nation und die Mächtigen, die uns einzuschüchtern versuchen, wagen nicht einzugestehen, daß unsere Nation in der Nuklearfrage gesiegt hat.

Der iranische Präsident Ahmadinedschad auf einer vom irakischen Fernsehen übertragenen Ansprache an Angehörige der Opfer des iranisch- irakischen Kriegs.

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16. September 2007

Marginalie: "Schlag den Raab!" Der Tom-und-Jerry- Effekt

Gestern bin ich beim Herumzappen in eine Sendung geraten, deren Namen ich schon gelesen, die ich aber noch nie gesehen hatte: "Schlag den Raab!". Ich bin dort hängengeblieben, d.h. sie lief im Hintergrund, während ich am Rechner saß. Und es machte mir Spaß, sie dort laufen zu haben.

Worin bestand dieser Spaß, worauf basierte er?

Die Sendung war in Konzept und Realisierung so öde, wie eine Sendung nur sein kann. Zwei Männer, die mal gegeneinander liefen, mal die Kugel stießen, mal Memory spielten. Der jeweilige Sieger bekam Punkte, und am Ende gab es noch ein Stechen in Gestalt des beliebten Werfens auf Blechdosen, das schon in meiner Kindheit der Knüller auf der Dorfkirmes gewesen ist, weil es auch damals, in der Nachkriegszeit, leere Dosen gab.

Warum also habe ich mir diesen unsäglichen Schund angesehen? Aus einem einzigen Grund: Da spielte ein Underdog gegen einen arroganten Fiesling. Darauf hoffte ich, darauf spekulierte ich: Daß der stille, aber drahtige Martin es dem bräsigen Grinser Stefan Raab zeigen würde.

Was er ja denn auch tat, wenn auch denkbar knapp.



Nur weil es einen Kampf "Underdog gegen Leitwolf" gab, habe ich dieses Gewerfe und Gequatsche nicht abgeschaltet. Ein sehr irrationales, also ein vermutlich sehr normales Verhalten. Wir sind, wenn es Tom gegen Jerry geht, auf der Seite von Jerry, und zwar spontan und emotional.

Ich frage mich, wieviel an politischen Entscheidungen, an emotionaler Parteinahme diesem Tom- und- Jerry- Effekt zu verdanken ist.

Die Kurden - ein "kleines, unterdrücktes" Volk. Also sind viele auf ihrer Seite. Die Hartz-4-Empfänger. Die "Kinderarmut" (womit nicht gemeint ist, daß Familien wenige Kinder, sondern daß Kinder wenig Geld haben). Selbst die Sorge um die "geschundene Natur" hat Momente einer solchen Parteinahme für den Schwächeren.

Wieviele, die im Nahost- Konflikt auf der Seite Israels stehen, tun dies wohl, weil sie in Israel ein kleines Land sehen, das sich verzweifelt einer arabischen Übermacht erwehrt? Wieviele, deren Sympathien auf der arabischen Seite sind, sehen wohl spiegelbildlich die Palästinenser als die Underdogs, von den reichen und überlegenen Israelis kujoniert?

Wir sind auf der Seite von Jerry, wen immer wir als den jeweiligen Jerry sehen. Und wir sind gegen Tom. Also sind viele gegen den Tom aller Toms, die USA. Mit dem Super-Tom Bush an der Spitze.

Sie können tun, was sie wollen, die USA, Präsident Bush - sie lösen offenbar bei vielen Menschen ungefähr dieselben Empfindungen aus wie bei mir der grinsende, breitbeinige Stefan Raab. Weil sie die Stärkeren sind.

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