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5. Juli 2008

Zitat des Tages: Die zwei Reden des Präsidenten Jefferson

It seems Jefferson got away with only delivering two public speeches during his presidency. I'm sure a lot of Americans wish that were the case today.

(Jefferson schaffte es offenbar, während seiner ganzen Präsidentschaft nur zwei Reden in der Öffentlichkeit zu halten. Bestimmt wünschen sich viele Amerikaner, das wäre heute noch so.)

Präsident Bush am gestrigen amerikanischen Nationalfeiertag in Monticello, der Heimatstadt Thomas Jeffersons.

Kommentar: Ein belangloser Scherz des Präsidenten, gewiß. Ich zitiere ihn, weil er eine Seite George W. Bushs beleuchtet, die in Deutschland selten wahrgenommen wird: Seinen Humor, seine Selbstironie.

Die Bemerkung hätte auch von Ronald Reagan sein können, der einmal anmerkte, im Notfall dürfe man ihn jederzeit wecken, sogar während einer Kabinettssitzung. Oder von John McCain, der für seine Ironie berüchtigt ist.

Daß Barack Obama oder Hillary Clinton so etwas gesagt haben könnten, ist schwer vorstellbar. Ich kann mich nicht erinnern, von einem der beiden jemals eine ironische, geschweige denn eine selbstironische Bemerkung gelesen zu haben.



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4. Juli 2008

Zitat zum Unabhängigkeitstag: Ronald Reagan über die Freiheit


Freedom is never more than one generation away from extinction. We didn't pass it to our children in the bloodstream. It must be fought for, protected, and handed on for them to do the same, or one day we will spend our sunset years telling our children and our children's children what it was once like in the United States where men were free.

Die Freiheit ist nie mehr als eine Generation von ihrer Auslöschung entfernt. Unsere Kinder haben sie nicht von uns im Blut. Sie muß erkämpft, geschützt und an sie weitergegeben werden, damit auch sie dasselbe tun können. Sonst werden wir eines Tages unseren Lebensabend damit verbringen, unseren Kindern und Enkeln zu erzählen, wie es einmal in den Vereinigten Staaten war, wo die Menschen frei waren.



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2. Juli 2008

Zitat des Tages: Der Staatspräsident spricht. Über die Eigenart des Nicolas Sarkozy. Oder seine Eigenartigkeit

"Enfin, quand on est invité, on a le droit que les gens vous disent bonjour quand même! Ou alors, on n'est pas dans le service public, ... on est chez les manifestants. Ça va changer.

(Also, wenn man eingeladen wird, dann hat man doch wohl das Recht, daß die Leute einem "Guten Tag" sagen! Wenn nicht, dann ist man nicht beim Öffentlichen Dienst, ... sondern bei den Demonstranten. Das wird sich ändern.)

Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montag Abend vor Beginn einer Sendung, in der er zum Auftakt der französischen EU-Präsidentschaft Journalisten Rede und Antwort stand.

Vorausgegangen war, daß Sarkozy vor dem Rundfunkgebäude von Demonstranten empfangen worden war, die gegen seine Pläne zu Änderungen beim Öffentlichen Rundfunk protestierten. Danach sollen diese Sender keine Werbung mehr ausstrahlen dürfen.

Sarkozys Schimpfen galt einem Techniker, den er begrüßt hatte, ohne daß dieser den Gruß erwiderte.



Kommentar: An sich eine Lappalie. Daß Politiker sich vor oder nach einer Sendung schon einmal sehr direkt äußern, soll vorkommen. Am vermutlich bekanntesten ist das, was Ronald Reagan für einen Mikrofontest einfiel: "My fellow Americans, I am pleased to tell you I just signed legislation which outlaws Russia forever. The bombing begins in five minutes". Er habe gerade ein Gesetz unterzeichnet, das Rußland zum Outlaw mache. Die Bombardierung beginne in fünf Minuten.

Also, eigentlich wäre über Sarkozys Geschimpfe nicht viel Aufhebens zu machen (zumal er damit rechnen konnte, daß keine Kamera lief).

Aber.

Aber Sarkozy hat sozusagen schon die Gelbe Karte. Er hat es fertiggebracht, sich in gut einem Jahr das Image eines Mannes zu erwerben, der sich nicht beherrschen kann und der beim kleinsten Anlaß losschimpft.

Wie kann ein Politprofi wie Sarkozy so ungeschickt sein, diesem Image auch noch Nahrung zu geben?

Ich fürchte, er kann nicht anders. Dieser hyperaktive Mann, der keinen Augenblick stillhalten kann, der selbst beim Reden unaufhörlich wackelt und zappelt, als hätte er Louis de Funès als Rhetoriktrainer gehabt - dieser Mann ist halt so.

Sein Verhalten ist so, daß einer der angesehensten französischen Journalisten, Jacques Julliard, ihn mit einem verzogenen Kind verglichen hat; daß der Präsident des Conseil Constitutionel (vergleichbar unserem Bundes- Verfassungsgericht), Jean-Louis Debré, sich veranlaßt sah, ihn an die Würde seines Amts zu erinnern.

Und dann war da noch die Sache mit dem älteren Herrn, der beim "Bad in der Menge" Sarkozys Hand nicht hatte ergreifen wollen und der dafür von Sarkozy wüst beschimpft worden war.

Daran erinneren sich die Franzosen, wenn jetzt schon wieder Sarkozy schimpft und droht, nur weil ein kleiner Techniker ihn nicht gegrüßt hat.

Vielleicht war der ja nur so mit seinem Mikrophon beschäftigt gewesen, daß er Sarkozys Gruß gar nicht mitbekommen hat.



Und vielleicht ist er im Grunde gar kein so schlechter Präsident, der Nicolas Sarkozy. Aber er hat es fertiggebracht, daß kaum ein Franzose das noch merkt.



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