6.12.12

Zitat des Tages: "Auf der Schule kommt es nicht in erster Linie auf Leistung an".

Aber auf der Schule kommt es nicht in erster Linie auf Leistung an, sondern darauf, dass das Kind gut durch die wichtigen Phasen des Lebens begleitet wird.

Eine Berliner Lehrerin, zitiert von Tilman Prüfer im aktuellen "Zeit-Magazin" (50/2012 vom 6. 12. 2012, S. 57); zu lesen auch bei "Zeit-Online".

Kommentar: Tilman Prüfer schildert in dem Artikel seine Erfahrungen als ein Vater, der eine Schule für seine Tochter sucht. In Berlin. Im Berlin einer - so beschreibt er es - Schulreform, die einen "entschleunigten Unterricht" anstrebt:
... wer etwas länger braucht, kann sich die Zeit nehmen, die er benötigt. Während manche schon fünf Arbeitshefte durchgearbeitet haben, sind andere erst beim zweiten. In der Theorie klingt das vernünftig. Ein Bekannter erzählte jedoch, sein Sohn habe von der Lehrerin Anweisungen bekommen, mal eine Woche nichts zu lernen, damit die Schwächeren den Rückstand aufholten. Er solle lieber spielen.
Das ist Entschleunigung nach dem Geleitzug-Prinzip: Das langsamste Schiff bestimmt das Tempo.

Förderung der Schwächeren ist ja richtig und notwendig. Dies auf Kosten der Intelligenteren und Motivierteren zu tun, ist schlicht verantwortungslos.

"An Berliner Schulen haben die Kinder eine entspannte Zeit – und verlassen sie als Bildungsgeschädigte", resümiert Prüfer.

Und sie sind ja nicht nur bildungsgeschädigt, die Kinder, denen in der Schule der Glaube vermittelt wird, es komme nicht auf Leistung an und alle seien gleich, ob sie sich nun anstrengen oder nicht. Sie sind auch in ihrer Persönlichkeit geschädigt und in ihrem Lebensglück.

Wer ein solches Bildungsziel hat, der will Kinder erziehen, die nicht dafür gerüstet sind, sich im Leben zu behaupten. Also potentielle Versager.

Jedenfalls nimmt er in Kauf, daß sie versagen, wenn sie die für sie dann verwunderliche Entdeckung machen, daß im Leben Motivation und Leistung zählen.
Zettel



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