31. Mai 2012

Vorsicht, Wallraff! Reportage als Agitation

Günter Wallraff hat also wieder, wie man gern sagt, "zugeschlagen". Er war wieder einmal in der Art eines Hochstaplers unterwegs, der unter falscher Identität auftritt. Früher machte er aus dem, was er dabei erlebte, nur Bücher. Dann wurde auch gefilmt. Das Ergebnis ist, wie im jetzigen Fall, eine Art Dokusoap im Fernsehen; plus ein Text im "Zeit-Magazin", mit dem Wallraff einen Autorenvertrag hat. In dessen Vorabmeldung heißt es:

Marginalie: Zur Einstimmung in die Zeit der Fußball-EM eine Meldung und ein Gedicht mit einem Porträt

Die Meldung kann man aktuell in "Spiegel-Online" lesen: Die Spieler der Fußball-Nationalmannschaft reden ihren Trainer Löw (fast alle) mit "Sie" an. Löw hingegen duzt seine Spieler.

Ist das nicht bemerkenswert?

30. Mai 2012

Kurioses, kurz kommentiert: Ein Satz zum Netzausbaubeschleunigungsgesetz. Wann rebelliert der Bürger?

Die Kosten werden voraussichtlich auf den Verbraucher abgewälzt.
Aus einem Artikel von Oliver Klasen in sueddeutsche.de, in dem Einzelheiten zu dem heute vorgestellten Netzentwicklungsplan mitgeteilt werden.

Kommentar: Kurios an dem Satz ist das "voraussichtlich". Ja, wer sonst soll denn die Kosten dessen tragen, was durch das Gesetz mit dem schönen amtlichen Namen "Netzausbau­beschleunigungs­gesetz" festgelegt ist? Wer sonst, wenn nicht der Verbraucher?

Der Steuerzahler? Der unterscheidet sich freilich vom Verbraucher ungefähr so, wie sich die Kanzlerin von Angela Merkel unterscheidet.

Zettels Meckerecke: Das Germanistikstudium und der Duden. Studieren im Wolkenkuckucksheim

Leserkommentare zu Artikeln im Internet lese ich selten. Im Fall der aktuellen Kolumne von Harald Martenstein im "Zeit-Magazin" habe ich es einmal getan. Ich rechnete mit Kuriosa; und ich wurde nicht enttäuscht.

Es geht in dieser Glosse um die miserablen Kenntnisse deutscher Rechtschreibung und Zeichensetzung, die Martenstein bei Studenten der Germanistik (so schreibt er es jedenfalls) antraf, als er "wieder ein Seminar an der Universität besucht" hat. "Ich war jetzt der Dozent".

29. Mai 2012

Politischer "Gleichklang" in Deutschland und die Aussonderung von Ketzern. Über die Kommunikationsgesellschaft und ihre Schwarmdummheit


Aktuell können Sie in den deutschen Medien zwei Äußerungen über die deutschen Medien lesen; geschrieben von einem der einflußreichsten deutschen Journalisten, dem "Zeit"-Chef Giovanni di Lorenzo, und einer der besten deutschen politischen Publizistinnen, der Liberalen Cora Stephan. Zwei, von denen man nicht unbedingt übereinstimmende Meinungen erwarten würde.

Di Lorenzo sagte in einem in der aktuellen "Zeit" (22/2012 vom 24. 5. 2012) abgedruckten Gespräch mit Frank Schirrmacher, moderiert von Katrin Göring-Eckardt:

28. Mai 2012

Marginalie: Mathias Rust, das Ende des Kalten Kriegs und die Tante des Kolchos-Vorsitzenden. Der "Kreml-Flug" am 28. Mai 1987


Dies ist die Flugroute, die Mathias Rust am 28. Mai 1987 zur Landung in Moskau führte.

Er war war fast zwei Wochen zuvor gestartet - zu einem "Rundflug über die Nordsee", wie er sagte, als er die Cessna-172 bei seinem Hamburger Luftsportvereins buchte.

Mal wieder ein kleines Quiz: Was verlangen Jane P. Baldwin und. Ellen L. Haring zur Gleichstellung von Frauen?

Zwei Frauen, Jane P. Baldwin und L. Haring, haben jetzt in den USA Klage wegen Diskriminierung von Frauen eingereicht. Was fordern sie?

27. Mai 2012

Allen Lesern ein schönes Pfingstfest! Mit einem Kugelsternhaufen und einer Erinnerung an den Geist der Aufklärung


Dieses Foto wurde vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. Wenn Sie es im Detail betrachten wollen, dann klicken Sie bitte zweimal auf die Abbildung. Es lohnt sich.

Zu sehen ist der Kugelsternhaufen NGC 6333 oder Messier 9 (M 9); benannt nach dem französischen Astronomen Charles Messier, der ihn am 28. Mai 1764 entdeckte.

Messiers Werk ist typisch für das, was die Aufklärung im 18. Jahrhundert an wissenschaftlicher Begeisterung freisetzte, an wissenschaftlichen Leistungen hervorbrachte.

26. Mai 2012

Zitat des Tages: Die "Teufelsspirale der Subventionen". Rainer Brüderle entdeckt ein liberales Prinzip. Mitgefangen, mitgehangen

Brüderle: Klar ist nur: Es wird teurer für den Bürger. Wir brauchen über 4000 Kilometer neue Stromleitungen, wir brauchen Gaskraftwerke. Schon jetzt merken die Leute, dass die Stromrechnung nach oben geht. (...)

Welt Online: Wird die Energiewende damit enden, dass wir eine gigantische neue Staatswirtschaft aufbauen? Die Länder wollen Subventionen: für Kraftwerke, Solartechnik und Netzausbau.

Brüderle: Es ist das Fatale an Subventionen, dass sie zu Fehlsteuerungen führen, gegen die dann neue Subventionen gefordert werden. Aus dieser Teufelsspirale müssen wir raus.
Aus einem Interview mit Rainer Brüderle, das heute in "Welt-Online" erschien.

Kommentar: Ja, wie will er denn aus der Teufelsspirale heraus, der Liberale Rainer Brüderle?

Die "Energiewende" basiert nun einmal darauf, daß über die deutsche Energieversorgung nicht nach ökonomischen und nicht nach technischen Gesichtspunkten entschieden wird, sondern nach ideologischen.

Mit anderen Worten: Nicht das, was vernünftig und kostengünstig ist, soll realisiert werden, sondern das, was aus der kollektiven Besoffenheit des Deutschen Volks nach der "Katastrophe" von Fukushima (Todesopfer: null; Tendenz: günstig) folgt.

Eurovision Song Contest: Ein wenig Nostalgie und ein wenig Meckerei


Ein Musikblog ist ZR ja eigentlich nicht. Aber zu der Veranstaltung, die einmal Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß und die jetzt Eurovision Song Contest heißt, schreibe ich immer wieder einmal etwas.

Warum? Aus zwei Gründen:

Marginalie: Obamas Schwarze, Hollandes Moslems, Shafiqs Kopten. Die Macht der Stimmblocks von Minderheiten

Bei Wahlen entscheiden bekanntlich Mehrheiten. Aber manchmal ist es gerade das Mehrheitsprinzip, das einer Minderheit Macht verleiht; ihr unter Umständen wahl­entscheidende Macht verleiht. Drei aktuelle Beispiele verdeutlichen das:

25. Mai 2012

Zettels Meckerecke: Jetzt dichtet er wieder. Grass kann die Tinte nicht halten. Jetzt dichte auch ich!

Das wollen wir doch mal sehen, mag Günter Grass sich gedacht haben. Das wollen wir doch mal sehen, ob ich als Dichter nicht die Welt verändern kann.

Der Erfolg seines politischen Gedichts zum perfiden Israel war überwältigend gewesen. Tagelang beherrschte es die deutschen Medien (Zitat des Tages: "Ist Günter Grass womöglich ein bißchen verrückt geworden?"; ZR vom 27. 4. 2012).

Und die Wirkung? Gewaltig. Vermutlich wird Israel jetzt seinen von Grass erstmals enthüllten Geheimplan, den Iran mittels eines atomaren Erstschlags auszulöschen, nicht realisieren können. Dank Günter Grass.

Zitat des Tages und Meckerecke: "Er krault sich die Eier. Das geht überhaupt nicht". Die Sprache der Unterschicht hat den deutschen Bundestag erreicht

Zu Herrn Lindner muss ich sagen, dass ich das unerträglich finde: Jedes Mal, wenn hier eine Frau redet, dann macht dieser Macho arrogante Zwischenrufe und krault sich die Eier. Das ist wenig zu ertragen. Das geht überhaupt nicht.
Der kommunistische Abgeordnete im Bundestag Jan van Aken in einer Bundestagsdebatte, zitiert von der "Tageszeitung".

Kommentar: Mir ist an dieser Meldung wieder etwas aufgefallen, was ich schon seit Längerem beobachte: Mit dem Vordringen der Linken in der deutschen Politik ist nicht nur die Verherrlichung des Proletariats hoffähig geworden, sondern vor allem das Denken, die Sprache der Prolls; also der unteren Unterschicht.

Zitat des Tages: "Wozu reformieren, wenn Geld vom Himmel fällt?" Über Gleichheit und Gerechtigkeit

Euro-Bonds höhlen das Vertrauen darin aus, dass sich an den Ursachen der Krise je etwas ändern könnte. Athen würden Schlamperei und Verweigerung erlaubt, anderen Ländern die Untätigkeit schmackhaft gemacht: Wozu reformieren, wozu Sozialsysteme, Arbeitsmärkte und Staatsverwaltung zukunftssicher machen, wenn Geld vom Himmel fällt? Hollande nennt Zinsunterschiede "zutiefst ungerecht" und verwechselt damit Gleichheit und Gerechtigkeit.
Florian Eder in "Welt-Online" unter der Überschrift "Hollande bringt das Fundament Europas ins Wanken".
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Kommentar: Ja, das ist nun freilich eine Binsenweisheit, was Eder da konstatiert. Das Wesen des Sozialismus ist es, Gleichheit mit Gerechtigkeit vielleicht nicht zu verwechseln, aber doch Gerechtigkeit als Gleichheit zu definieren.

Das ist eine seltsame Definition, die wenig mit dem zu tun hat, was wir im allgemeinen unter Gerechtigkeit verstehen.

24. Mai 2012

Marginalie: Verurteilung wegen Beleidigung. Kein Grund, daß in Frankreich ein sozialistischer Minister zurücktritt. Die "Gauner" sind ja Kapitalisten

Als er noch Kandidat war, sagte François Hollande, daß er als Präsident niemanden um sich haben wolle, der "vor Gericht gestellt und verurteilt" worden sei. Jetzt hat er einen Minister, der vor Gericht gestellt und verurteilt wurde, den Linksaußen seiner Sozialistischen Partei, Arnaud Montebourg.

Montebourg hatte zur allgemeinen Überraschung bei der Urwahl des sozialistischen Kandidaten Hollande gegen seine Konkurrentin Martine Aubry unterstützt und war dafür jetzt mit einem Ministerium belohnt worden. Mit einem Ministerium für Redressement productif, was gewiß nicht, wie die "Zeit" vermutete, "Ministerium für Reindustrialisierung" heißt.

Das unbemannte Raumschiff Dragon auf dem Weg zur ISS. Auf der letzten Strecke fliegt es nicht - es wird gehievt


Diese Zeichnung (wenn Sie darauf klicken, sehen Sie eine vergrößerte Version) zeigt ein Stück der Internationalen Raumstation ISS. Man blickt auf den amerikanisch-europäisch-japanischen Teil (der russische ist sozusagen "dahinter"). Links ist das europäische Labormodul Columbus zu sehen, rechts das japanische dreiteilige Modul Kibō. Beide sind angedockt an das Herzstück dieses Teils der ISS, das Modul Harmony, das die Funktion eines Hubs hat: Es verbindet die einzelnen Moduln miteinander und enthält zugleich die Andockvorrichtung, über die Raumfahrzeuge, die bei der ISS angekommen sind, mit ihr verbunden werden.

Genauer gesagt: Solche Raumfahrzeuge, die sich der amerikanischen Andocktechnik bedienen. Diese unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von der russischen am gegenüberliegenden Ende der Station; wie ja überhaupt die ISS im Grunde aus zwei Stationen besteht, mit ihrer jeweils eigenen Technologie. Selbst die Raumanzüge, die bei Außenbord-Aktivitäten getragen werden, sind bei den Russen und den Anderen ganz verschieden.

Aufruhr in Arabien (28): Die Christen könnten den Wahlausgang in Ägypten entscheiden

Ägypten hat eine der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt, die Koptische Orthodoxe Kirche von Alexandria, die sich auf den Evangelisten Markus zurückführt. Koptische Christen machen rund zehn Prozent der Bevölkerung aus.

Wie in allen Ländern, in denen Islamisten im Vormarsch sind, unterliegen sie Repressionen, bis hin zu gewaltsamen Übergriffen. Unter Mubarak hatte sich ihre Situation zunehmend verschlechtert; während der Unruhen des vergangenen Jahres war es zu tödlichen Attacken auf Christen gekommen. Wegen eines solchen Vorfalls wurden jetzt nicht etwa die beteiligten Moslems verurteilt, sondern die Christen, die sich zu verteidigen versucht hatten.

Trotz dieser Situation - oder vielmehr gerade ihretwegen - könnten die ägyptischen Christen die Wahl des Präsidenten entscheiden.

23. Mai 2012

Zitat des Tages: "So kam Deutschland zum Euro". Erste Eindrücke von der Lektüre des neuen Sarrazin-Buchs

Die kühne Hoffnung war: Gerade weil eine Währungsunion ohne politische Union auf die Dauer nicht funktionieren könne, würden, wenn die Währungsunion einmal da ist, die Sachzwänge zur politischen Union diese quasi automatisch herbeizwingen. (...)

Die Skeptiker unter den Fachleuten waren damals in der Mehrheit. Ihre Argumente waren schlüssig, sie waren einleuchend, und sie behielten Recht. Weshalb hat man dann damals nicht auf sie gehört? Die Wahrheit ist, die Menschen denken nicht in Argumenten. Nur die Experten tun das, wenn sie unter sich sind. Menschen denken in Bildern, und das umso mehr, je weniger sie von einer Sache verstehen. (...)

Wie viele ältere Männer war Helmut Kohl von dem Gefühl getrieben, wichtige, langfristige Fragen, für die Weisheit und Macht seiner Nachfolger nicht ausreichen würden, möglichst zu seiner Zeit abschließend zu regeln, mochten ein paar technische Unterpunkte auch noch ungeklärt sein. So kam Deutschland zum Euro.
Thilo Sarrazin in seinem Buch "Europa braucht den Euro nicht" über die Motive der Entscheidung für den Euro.

Kommentar: Mein erster Eindruck, nachdem ich mich ein wenig eingelesen habe: Dies ist ein Buch, aus dem man lernen kann. Es ist das Buch eines Fachmanns, der seinen Stoff beherrscht und der auf der Basis dieses gründlichen Wissens eine Analyse vorlegt. Er drängt dem Leser seine Meinung nicht auf; er bietet sie an.

Auch wenn man seinen Beurteilungen nicht in allem folgt, wird man nach der Lektüre dieses Buchs als Nichtökonom die Zusammenhänge besser verstanden haben; die Wechsel­wirkungen zumal zwischen Ökonomie und Politik.

Denn es geht um ökonomische Zusammenhänge, und es geht um politische Entscheidungen. Das ist das Spannungsfeld; eines übrigens, für das sich Sarrazin lebenslang interessiert hat. Was ich nicht gewußt hatte und jetzt aus dem Buch erfuhr:

22. Mai 2012

Zitate des Tages: "Sterbenslangweilig". "Miese Luft". Bei "Spiegel-Online" gibt es eine Strategie gegen Sarrazins neues Buch

Und da zu ihm und seinem Werk alles gesagt ist, ist das Ganze eine sterbenslangweilige Veranstaltung.
Stefan Kuzmany in "Spiegel-Online" über die heutige Vorstellung des Buchs "Europa braucht den Euro nicht" im Berliner Hotel Adlon.
Der Autor ist einfach nur ein guter Buchverkäufer.
Schlußsatz eines Videos von "Spiegel-Online" zur selben Veranstaltung; Autoren: Benedikt Borchers und Justus Hütter.

Kommmentar: Wie man mit einer sterbenslangweiligen Veranstaltung ein guter Buchverkäufer sein kann - das mögen die Redakteure von "Spiegel-Online" unter sich klären.

Deutlich wird jedenfalls die Strategie der Berichterstattung:

Aufruhr in Arabien (27): Ab morgen wird der neue Präsident Ägyptens gewählt. Der Ausgang ist überraschend ungewiß

Nicht morgen wird in Ägypten gewählt, sondern ab morgen. Denn zum einen geht dieser Wahlgang übermorgen weiter; und zweitens ist es nur der erste von zwei Wahlgängen. Die Stichwahl findet am 16. und 17. Juni statt. Sie würde allerdings ausfallen, wenn morgen und übermorgen einer der 13 Kandidaten die absolute Mehrheit erringen sollte, was aber als so gut wie ausgeschlossen gilt.

Als ich Anfang April bereits einmal über diese Wahlen berichtet habe, waren zwei zentrale Punkte noch ungeklärt: Erstens, wer überhaupt antreten würde. Zweitens gab es ein Tauziehen zwischen dem Militär (dem SCAF - Supreme Council of the Armed Forces -, der herrschenden Militärjunta) und islamistischen Parteien über die künftige Machtverteilung

21. Mai 2012

Zettels Meckerecke: "Ich bin überzeugter Europäer", sagt Sarrazin. Das Freiheitsverständnis des Generalsekretärs der FDP. Der Euro und der Holocaust

Ich bin überzeugter Europäer und glaube auch an europäische Integration. Allerdings sage ich, daß ich Europa aus drei Elementen definiere: Frieden und Freiheit, Wohlstand und Arbeit für alle, die arbeiten wollen, - auskömmliche Arbeit. Das sind für mich die drei Dinge. Und soweit europäische Integration dafür einen Beitrag liefert - sehr gut! Ich behaupte, daß eine gemeinsame Währung für diese drei Elemente nicht notwendig war. Sie schadet auch nicht. Wenn sie funktioniert, dann kann sie sogar Nutzen bringen.
Kernaussage von Thilo Sarrazin in seinem Streitgespräch mit Peer Steinbrück gestern Abend bei Günter Jauch. Eine Aufzeichung der Sendung können Sie sich hier ansehen.

Kommentar: Als diese Sendung angekündigt worden war, sagten laut "Bild am Sonntag":

20. Mai 2012

Zitat des Tages: Der einzigartige Norbert Röttgen. Warum eigentlich gab es kein Revirement?

Er ist eine einzigartige Verbindung von Intelligenz, Charme und Humor.
Der stellvertretende Vorsitzende der NRW-CDU, Armin Laschet, laut "Zeit-Online" über Norbert Röttgen.

Kommentar: Schade, daß über die Nachfolge von Gottschalk bei "Wetten, daß ...?" schon entschieden ist.

Im übrigen erscheint es mir nach wie vor unaufgeklärt, was zum Rauswurf Röttgens geführt hat.

Bayern vs. Chelsea: Warum ich nicht mit Schweini weine. Ungerecht? Ja, das ist ja (mit) das Schöne am Fußball. Über Kommentatoren


Da dominieren die Bayern das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute. Der Gegner bietet eine Leistung, als entstamme er einer anderen Liga. Und am Ende geht Chelsea als Sieger vom Platz, Besitzer der Trophäe.

So ungerecht kann Fußball sein. So schön kann Fußball sein!

"Schweini, wir weinen mit dir", titelt "Bild". Nein, ich kann da nicht mitweinen.

Nicht, weil ich etwas gegen die Bayern habe. Auch nicht, weil ich eine sadistische Freude daran hätte, den Besseren am Boden zu sehen. Sondern weil so etwas - die schreiende Ungerechtigkeit - zum Fußball gehört und seinen Reiz ausmacht. Unter anderem seinen Reiz ausmacht. Weil gerade dies seinen Reiz ausmacht.

19. Mai 2012

US-Präsidentschaftswahlen 2012 (27): Die beiden Kandidaten und die Rassen in den USA

"Rassen" - in Deutschland ist das, bezogen auf Menschen, fast ein Tabuwort. In den USA ist der Begriff nicht nur geläufig, sondern sogar eine offizielle Bezeichnung; für statistische Zwecke beispielsweise werden die Menschen nach Rassen kategorisiert. Es zählt die Selbstauskunft; bei Native Americans (Indianern) zusätzlich die Bestätigung eines Stamms, daß der Betreffende ihm angehört.

Für die Wahl des Präsidenten im kommenden November spielt die Rasse eine zentrale Rolle. Welch eine entscheidende Bedeutung sie haben wird, das erhellt aus zwei Publikationen von gestern und heute:

18. Mai 2012

Grexit

Der griechische Exit, also der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone, ist seit zwei Jahren ein Dauerthema. Zuerst ein Tabu, nur von wenigen Ketzern ins Gespräch gebracht, wurde diese Option dann immer breiter diskutiert. Weil beim Euro-Beitritt gemogelt wurde, wenn Sparmaßnahmen nicht greifen, falls die "falschen" Leute an die Regierung kommen, wenn der Staatsbankrott doch kommt - die "Rückkehr zur Drachme" scheint allgemein die naheliegende Konsequenz.

Denn es gab eigentlich gar keinen direkten Zusammenhang zwischen gemogelten Wirtschaftsdaten und "Euro-Reife". Und es gibt keinen zwischen Staatsbankrott und Ausschluß aus der Euro-Zone. Daß die Griechen schlecht gewirtschaftet haben, war und ist völlig unabhängig davon, in welcher Währung sie ihre Schulden anhäufen. Und an denen würde sich auch nichts ändern, wenn die Griechen ihre täglichen Einkäufe in irgendeiner anderen Währung tätigen würden.

Vor allem aber: Es gibt überhaupt kein vernünftiges Konzept, wie die "Rückkehr zur Drachme" denn organisatorisch und finanzpolitisch durchgeführt werden sollte. Für die Bildung der Währungsunion gab es naheliegende und durchführbare Verfahren. Für ihre Auflösung gibt es die nicht. Man hat nur die Wahl zwischen einem hochkomplizierten und aufwendigen Verfahren - und ganz schlechten Basteleien.