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23. Juni 2009

Zitat des Tages: "Es ist schlimm". Über Informationsmangel im Zeitalter weltweiter Kommunikation. Nebst Hinweisen auf Quellen zum Iran

It’s bad. You’d prefer to have the information.

(Es ist schlimm. Man hätte doch schon gern die Informationen).

Ein hochrangiges Mitglied der US-Regierung, das nicht namentlich genannt werden wollte, gegenüber der New York Times über die Informationslage zum Iran.

Kommentar: Wir haben uns in diesem Jahrhundert daran gewöhnt, jederzeit umfassend über alles informiert zu werden, was irgendwo auf der Welt geschieht. Selbst von den Vorgängen in China, auf Cuba und in den wenigen anderen verbliebenen Diktaturen meinen wir doch immerhin eine gewisse Vorstellung zu haben.

Gut, Nordkorea ist ein ein kleiner weißer Fleck auf dieser Weltkarte umfassenden Informiertseins. Ein winziges, meist kaum bemerktes Skotom, sozusagen.

Und nun der Iran. Mit einigen wenigen Maßnahmen - ausländischen Journalisten wird schlicht das Berichten verboten; die meisten werden ausgewiesen oder ihr Visum wird nicht verlängert - gelingt es einem totalitären Regime, nahezu perfekt zu verbergen, was im Land eigentlich vor sich geht.

Es nicht nur gegenüber der Weltöffentlichkeit zu verschleiern, sondern auch gegenüber den Regierungen. Davon handelt der Bericht von Mark Landler und Mark Mazzetti in der heutigen New York Times, dem ich das Zitat entnommen habe.

Die beiden Autoren haben sich in der Regierung Obama und bei ehemaligen Mitgliedern der Regierung Bush umgetan. Offiziell wollte sich kaum jemand äußern. Off the record aber erfuhren die Autoren, daß die US-Regierung offenbar weitgehend im Dunklen tappt:
As President Obama and his advisers watch the drama unfolding in Tehran, they are having to cope with a frustrating lack of reliable information (...)

With no diplomatic relations and with foreign journalists largely expelled from the country, an administration that was already struggling to make sense of Iran finds itself picking up tidbits about the crisis in the same ways private citizens do: viewing amateur videos on YouTube and combing posts on social networking sites like Twitter and Facebook.

Während Präsident Obama und seine Berater dem Drama zusehen, das sich in Teheran entwickelt, müssen sie mit einem frustrierenden Mangel an zuverlässigen Informationen zurechtkommen. (...)

Es fehlen die diplomatischen Beziehungen. Ausländische Journalisten wurden weitgehend des Landes verwiesen. So findet sich eine Administration, die ohnehin damit kämpft, sich ein Bild vom Iran zu machen, in der Situation, daß sie häppchenweise Informationen über die Krise sammelt; und zwar genauso, wie das der Privatmann tut: Indem man sich Videos auf YouTube ansieht und Beiträge zu sozialen Netzen wie Twitter und Facebook miteinander kombiniert.
Der Bericht geht dann auf die Möglichkeiten ein, die es für die US-Regierung gibt, Informationen auf anderen Wegen zu gewinnen. 2006 hat Präsident Bush im US-Konsulat in Dubai eine kleine Gruppe - gerade mal ein halbes Dutzend Mann - einrichten lassen, die Informationen über den Iran sammeln soll. Im CIA gibt es eine Iran- Abteilung, von deren Spionen und V-Leuten vor Ort aber viele gefaßt und gefangengesetzt oder hingerichtet wurden.

Vor allem aber, berichtet die New York Times, würden zu wenige Informationen über die Machtstruktur, über politische und gesellschaftliche Trends im Iran gesammelt. Die Dienste seien überwiegend damit ausgelastet, Informationen zu besorgen, die kurzfristig für die Truppen im Irak und in Afghanistan benötigt würden.



Berichte wie dieser der New York Times können einen schon ernüchtern. Man stelle sich das vor - die Regierung des mächtigsten Landes der Welt guckt YouTube und liest Twitter, um etwas darüber zu erfahren, was eigentlich im Iran vorgeht!

Das können, wer weiß, interneterfahrene Blogger am Ende besser als die Schlapphüte in Washington. In der Tat habe ich den Eindruck, daß man - sofern man die Zeit dazu hat - sich durch Blogs so gut über die Lage und die Vorgänge im Iran informieren kann, wie das unter den gegebenen Bedingungen überhaupt möglich ist. Dazu nun ein paar Hinweise:

Auf die beiden trotz der Namen deutschsprachigen Blogs Wind in the Wires und Free Iran Now habe ich schon am Samstag aufmerksam gemacht. Auch im teilweise von Exilpersern geschriebenen Blog Iran Baham Blog findet man aktuelle Informationen. Zuverlässig und kompetent wie immer berichtet auch das Transatlantic Forum seit Beginn des Aufstands über den Iran.

Besonders hervorheben möchte ich The Outside of the Asylum, auch dies ein deutschsprachiger Blog. Dort hat zum Beispiel gestern Califax den besten Überblick über die aktuelle Entwicklung gegeben, den ich irgendwo gelesen habe.

Auch in "Zettels kleinem Zimmer" berichten Califax und andere, die die Lage im Iran beobachten, fortlaufend über das Neueste aus dem Iran.

Und dann gibt es die zahlreichen englischsprachigen Blogs. Eine Liste findet man zum Beispiel in Free Iran Now. Hervorheben möcht ich The Daily Dish von Andrew Sullivan.



Nachtrag um 21.45: Die Termine für die Demonstrationen an den kommenden Tagen hat in "Zettels kleinem Zimmer" Popeye hier zusammengestellt.



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21. Juni 2009

Marginalie: Wie wird man Revolutionsführer? Mussawi, Washington, Dubček

Es gibt, grob gesprochen, zwei Arten von Revolutionären.

Die einen bereiten sich gezielt, oft viele Jahre lang, auf die Revolution vor und warten auf ihre Stunde. Sie wissen dann, was sie wollen; sie verwirklichen das, was sie sich im Untergrund, im Wartestand sozusagen, ausgedacht hatten. Lenin, Mao, Ho Tschi-Minh, Pol Pot waren Revolutionäre dieses Typus.

Es gibt aber auch die anderen, denen nicht in die Wiege gelegt war, daß sie einmal zum Führer einer Revolution werden würden.

Der aristokratische Pflanzer George Washington wurde 1775 zum Oberkommandierenden der Continental Army ernannt; vielleicht nicht gegen seinen Willen, aber jedenfalls trotz seines Zögerns. Am Ende wurde er der Führer der Amerikanischen Revolution und der erste Präsident der ersten modernen Republik.

Andere waren treue Diener des Systems gewesen, gegen das sie dann eine Revolution anführten.

Imre Nagy, der Führer der gescheiterten ungarischen Revolution von 1956, war ein Altkommunist, der schon an der Oktoberrevolution teilgenommen und in der Roten Armee gedient hatte. Pál Maleter, der wie er nach dem Scheitern des Aufstands von den Kommunisten ermordet wurde, hatte als kommunistischer Untergrundkämpfer gegen die Nazis gekämpft.

Ähnlich war es beim gescheiterten "Prager Frühling" von 1968. Deren Held Alexander Dubček war in der Sowjetunion aufgewachsen, hatte die Parteischule in Moskau besucht, in der ČSSR eine lupenreine Funktionärs- Karriere hinter sich gebracht und bis zum Januar 1968, als er zum Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei aufstieg, nie etwas anderes gewollt als die Herrschaft der Kommunistischen Partei. Sein Mitstreiter Ludvik Svoboda, Staatspräsident während des "Prager Frühlings", hatte es in der Roten Armee bis zum Brigadegeneral gebracht und besaß die sowjetische Staatsbürgerschaft.

Ähnlich ist es jetzt - Ulrike Putz macht heute in "Spiegel-Online" darauf aufmerksam - mit Hossein Mussawi; Islamist der ersten Stunde, Weggefährte des Ayatollah Khomeini, hoher Funktionär in diversen Staatsämtern der Islamischen Republik. Und jetzt Anführer derer, die dieses Regime bekämpfen.



Wie wird man ein Revolutionär dieses Typus? Es gibt da wohl eine eigenartige Dynamik.

Die betreffenden Personen zeichneten sich schon zuvor durch eine gewisse Eigenwilligkeit, eine Selbständigkeit des Denkens aus. Das veranlaßte sie, Reformen anzustreben.

Damit werden sie populär. Sie treten sozusagen in den Dialog mit dem Volk ein. Und dessen Vertrauen, die Hoffnung, die es in diese Personen setzt, scheint sie nicht nur zu beflügeln, sondern auch ihr Denken zu verändern. Sie radikalisieren sich, auch wenn sie schon im fortgeschrittenen Alter sind. Es gibt für sie kein Zurück mehr. Mag sein, daß sie sich auch selbst an der revolutionären Stimmung berauschen, die das Volk in einer solchen Situation erfaßt.

Freilich - sind diese Revolutionäre wider Willen auch erfolgreiche Revolutionäre? George Washington war es. Die meisten anderen nicht. Und auch Hossein Mussawi scheint nicht derjenige zu sein, der den im Iran Herrschenden ein Widerpart sein kann.

Gestern habe ich drei mögliche Entwicklungen im Iran skizziert und geschrieben, daß ich einen Mißerfolg der gestrigen Demonstration für das Wahrscheinlichste halte.

Diese hatte einerseits nicht mehr den Zulauf wie die vorausgegangenen Demonstrationen und ist andererseits mit äußerster Brutalität niedergeschlagen worden. Ich fürchte, sie war ein Mißerfolg, und das Regime hat sein Ziel erreicht.

Hossein Mussawi wird vielleicht, wenn er Glück hat, aus der Politik ausscheiden und wieder als Architekt und Maler arbeiten dürfen. Wenn er Pech hat, trifft ihn die Rache der Mullahs.



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20. Juni 2009

Marginalie: Nachrichtensperre im Iran. Wird der Machtkampf heute entschieden? Mit einem Nachtrag

In diesen Stunden entscheidet sich wahrscheinlich, wie der Machtkampf im Iran ausgehen wird.

Eine von zwei geplanten Demonstrationen in Teheran ist für 16 Uhr Ortszeit angekündigt, also 13.30 MEZ. Sie wurde von der Polizei offiziell verboten. Wie CNN berichtet, verbreiten die staatlichen Medien die Nachricht, die Demonstration sei daraufhin abgesagt worden.

Ebenfalls laut CNN dürfen ausländische Journalisten jetzt überhaupt nicht mehr frei berichten; jeder einzelne Bericht muß angemeldet werden und wird zensiert. SMS-Dienste sind abgeschaltet, zahlreiche WebSites blockiert. Das Telefon funktioniert nur noch zum Teil.

Der zentrale Platz in Teheran, an dem eine der beiden Demonstrationen stattfinden soll, ist von Polizei umstellt.

Wie CNN soeben meldet, haben mindestens zwei oppositionelle Organisationen ihre Teilnahme an der Pro- Mussawi- Demonstration abgesagt. Die Veranstalter halten aber, soweit bisher bekannt, an der Durchführung fest.

Twitter ist offenbar noch zugänglich. Dort hat heute eine Iranerin den Vorschlag gemacht, daß alle Teilnehmer an der Demonstration einen Koran bei sich tragen und ihn hochhalten sollten. Das würde sie vor Schüssen der Sicherheitskräfte schützen, weil es eine Todsünde sei, einen Menschen zu töten, der den Koran hochhält.

Kommentar: Seit faktisch eine Nachrichtensperre verhängt wurde, ist es noch schwerer als schon während der ganzen vergangenen Woche, zu beurteilen, was wirklich im Iran vor sich geht. Joe Klein, Kolumnist von Time Magazine, sagte gestern in CNN, niemand könne vorhersagen, wie sich die Lage entwickeln werde.

Soweit ich sehe, könnte es eine von diesen drei Entwicklungen geben:
  • Es findet eine große Demonstration statt, und es kommt nicht zu einer blutigen Repression. Dann hat die Opposition ihren wichtigsten Sieg errungen und gute Chancen, einen Macht- wenn nicht einen Systemwechsel zu erreichen.

  • Es findet eine große Demonstration statt, die blutig unterdrückt wird. Dann ist die Lage völlig offen. Entscheidend dürfte dann sein, ob das Militär dem Regime die Treue hält oder in Teilen zur Opposition überläuft.

  • Die heutigen Demonstrationen werden zu einem Mißerfolg. Nach den massiven Drohungen bleibt die Zahl der Teilnehmer gering, oder die Demonstrationen werden ganz abgesagt. Dann hat Chamenei gewonnen. Ich halte das für die wahrscheinlichste Entwicklung.



  • Soeben (13.30 Uhr) zeigte Al Jazeera ein Statement des stellvertretenden Polizeichefs von Teheran, der bündig erklärte, daß jede heutige Demonstration illegal sei und mit Polizeigewalt aufgelöst werde.

    Auf CNN sagte Christiane Amanpour, die bisher im Iran war und jetzt in London ist, aus Telefonaten mit Teheran entnehme sie, daß Viele zögerten, sich jetzt noch der Gefahr einer Teilnahme auszusetzen.



    Nachtrag um 20.45 Uhr: Inzwischen gibt es Berichte über die heutigen Ereignisse, die zusammenfassen, was aus persischen Quellen zu erfahren ist. Besonders informativ ist der Artikel in Wind in the Wires, der auch bei Free Iran Now zu lesen ist, das ich bei dieser Gelegenheit als Quelle für Nachrichten aus dem und über den Iran empfehlen möchte. (Beide Blogs trotz der Titel deutschsprachig).

    Was die drei oben genannten möglichen Entwicklungen angeht: Die erste ist leider offensichtlich nicht eingetreten. Was passiert ist, scheint irgendwo zwischen der zweiten und der dritten Möglichkeit zu liegen. Wieviele Menschen tatsächlich demonstriert haben und wie schwer die Repression war, ist trotz dessen, was aus dem Iran durchsickert, noch weitgehend unklar.

    Neue Informationen findet man fortlaufend auch in Zettels kleinem Zimmer.



    Für Kommentare bitte hier klicken. Mit Dank an Mr. Moe von der "Zeitung für Schland", auf dessen Aktion ich aufmerksam machen möchte.

    19. Juni 2009

    Zitat des Tages: "Schmutzige Zionisten". Auszüge aus der Freitagspredigt des Ayatollah Chamenei

    The enemies are trying through their media - which is controlled by dirty Zionists.(...)

    The race has ended. Whoever has voted for these candidates will receive divine reward. They all belong to the state. (...)

    The legal mechanism in our country won't allow any cheating. Those are involved in the election process are aware of this fact.

    Just observe the hands of the enemy. They are hungry wolves ambushing and removing the diplomacy cover from their faces. (...)

    It was said on behalf of the US president that he was waiting for a day that people came out to streets. Inside the country their agents started their action, they started to cause riots in the street, they caused destruction, burnt houses, theft and insecurity prevailed. The people felt unsafe and insecure. This has nothing to do with supporters of the candidate, this is the servants of the westerners.


    (Die Feinde versuchen es mittels ihrer Medien - die von schmutzigen Zionisten kontrolliert werden. (...)

    Der Wettbewerb ist zu Ende. Wer für diese Kandidaten gestimmt hat, der wird von Gott belohnt werden. Sie alle gehören zum Staat. (...)

    Die gesetzlichen Mechanismen in unserem Land machen keinerlei Betrug möglich. Wer am Wahlvorgang beteiligt war, der kennt diese Tatsache.

    Blicken Sie nur auf die Hände des Feindes. Sie sind hungrige Wölfe, die im Hinterhalt liegen und die diplomatische Maske vom Gesicht nehmen. (...)

    Im Namen des amerikanischen Präsidenten wird gesagt, daß er auf den Tag wartete, an dem die Menschen auf die Straße gehen würden. In unserem Land begannen ihre Agenten ihre Aktion, sie begannen, Aufruhr auf den Straßen zu verursachen, sie verursachten Zerstörung, zündeten Häuser an, es breiteten sich Diebstahl und Unsicherheit aus. Die Menschen fühlten sich unsicher und ungeschützt. Das hat nichts mit den Unterstützern der Kandidaten zu tun; dies sind die Lakaien des Westens.)


    Aus der heutigen Freitagspredigt des Ayatollah Chamenei. Den Text habe ich in PasteBay gefunden. Er ist lückenhaft und basiert teils auf dem persischen Original, teils auf der Simultanübersetzung in dem iranischen Propagandasender Press TV.

    Kommentar: Die Hinhaltetaktik hat also eine Woche gehalten. Chamenei fühlt sich jetzt stark genug für die Konfrontation.

    Bemerkenswert ist, wie völlig im Hintergrund Ahmadinedschad bleibt. Chamenei erwähnte ihn nicht (anders als zum Beispiel Rafsandschani). Man sah ihn in der Übertragung betend, knieend, in der ersten Reihe. Seit seiner Rückkehr aus Rußland ist er ansonsten nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten.

    Chamenei scheint entschlossen, den Demonstrationen ein Ende zu machen. Daß er sein Vertrauen in Ahmadinedschad setzt, sehe ich im Augenblick nicht. Chameneis Strategie ist es offenbar, die Unruhen als das Werk von Zionisten hinzustellen und die nationale Einheit zu betonen.

    Eine Möglichkeit ist, daß er Mussawi und den anderen Kandidaten - und vor allem Rafsandschani, den er ausdrücklich lobte - ein Angebot macht, sie an der Macht zu beteiligen, wenn sie vorläufig den "Sieg" Ahmadinedschads anerkennen. Haben sich die Wogen erst einmal geglättet, kann man diesen immer noch aus dem Verkehr ziehen.

    Jedenfalls ist das Regime zum Kampf entschlossen; daran ließ diese Predigt keinen Zweifel.



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    17. Juni 2009

    Zitat des Tages: Wie der Nahost-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" den Iran sieht

    Die Islamische Republik ist ein Zwitterding aus einer theokratischen Diktatur und einer Demokratie.

    Tomas Avenarius, Nahost-Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung".

    Kommentar: Wenn Avenarius aus "Zwitter" und "Mittelding" ein "Zwitterding" zusammenschustert, dann kann sich die deutsche Sprache nicht wehren.

    Und die im Iran verfolgten, gefolterten und in den Gefängnissen wie Vieh gehaltenen Demokraten können sich nicht gegen die Unsäglichkeit wehren, daß Avenarius einen der schlimmsten totalitären Unrechtsstaaten irgendwo zwischen Diktatur und Demokratie verortet.



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    9. April 2009

    Zitat des Tages: Claudia Roth will den Schießsport verbieten. Totalitäres Denken bei den Grünen

    Sportschützen können ihren Sport auch mit Luftgewehren oder anderen Waffen ausüben, die weniger gefährlich sind.

    Die Vorsitzende von "Die Grünen" Claudia Roth gegenüber der "Frankfurter Rundschau" als Erläuterung zu ihrer Forderung, Schützenvereinen die Verwendung scharfer Waffen zu verbieten.

    Kommentar: Sportschützen schießen mit scharfen Waffen. Sie tun das weltweit; so wie Kegler mit der Kugel kegeln und der Schlittensport mit Schlitten betrieben wird. Internationale Wettbewerbe finden überwiegend mit scharfen Waffen statt.

    Claudia Roths Forderung ist also nichts anderes als die Forderung, den Schießsport in Deutschland faktisch zu verbieten; oder sagen wir: ihn abzuwürgen. Der Deutsche Schützenbund hat 1.476 Millionen Mitglieder. Diesen soll ihr Sport größtenteils untersagt werden.

    Das Empörende an der Forderung Roths ist das Staatsverständnis, das sie erkennen läßt: Wie in einem totalitären Staat soll die Obrigkeit bis in das Privatleben hinein bestimmen dürfen, wie die Menschen ihr Leben gestalten.

    Nein, "Die Grünen" sind keine totalitäre Partei. Aber sie sind von allen deutschen Parteien, sieht man von den Kommunisten und den Nazis ab, die mit Abstand freiheitsfeindlichste Partei; eine Partei, die sich totalitärem Denken keineswegs generell verschließt.



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    28. März 2009

    Zitat des Tages: "Schattenseiten der DDR". Was ein Minister über den Staat sagt, der mal der seine gewesen ist

    Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Jugendlichen erfahren, wie das Alltagsleben in der DDR aussah und welche Schattenseiten die DDR hatte, die viele ihrer Eltern miterlebt haben.

    Der brandenburgische Minister für Bildung, Jugend und Sport, Holger Rupprecht, laut dem Internetauftritt seines Ministeriums.

    Das Zitat bezieht sich auf die Reise, die Rupprecht gegenwärtig durch Schulen Brandenburgs unternimmt, um "mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11 bis 13 über die DDR" zu diskutieren.

    Kommentar: Stellen Sie sich einmal vor, zwanzig Jahre nach dem Ende der Naziherrschaft - also Mitte der sechziger Jahre - hätte ein Minister von den "Schattenseiten des Dritten Reichs" gesprochen und angeregt, daß Schüler etwas über das "Alltagsleben im Dritten Reich" erfahren.

    Natürlich wäre der Mann ab dem nächsten Tag Gegenstand eines Skandals gewesen, und ein paar Tage später sehr wahrscheinlich kein Minister mehr.

    Denn man hätte ihm zu Recht vorgeworfen, daß es beim Verständnis einer Dikatur nicht um das "Alltagsleben" geht, sondern um das Schicksal der Opfer, um die Verbrechen des Regimes. Durch sie ist eine Diktatur bestimmt, und nicht dadurch, daß man in ihr einen fröhlichen Alltag haben konnte. Den hatten die meisten Deutschen nach 1933 auch.

    Und man hätte ihn darauf hingewiesen, nein, ihm um die Ohren gehauen, diesem Minister, daß man von "Schattenseiten" nur dann spricht, wenn etwas überwiegend helle Seiten hat. Wer spricht denn von den Schattenseiten der Kriminalität, oder von den Schattenseiten des Terrorismus? Wer von den Schattenseiten des Antisemitismus?

    Es sind Gysi, Bisky und Co, die heute mehr oder weniger diskret darauf hinweisen, daß die DDR auch ihre Schattenseite hatte. Wenn das ein demokratischer Politiker sagt, dann disqualifiziert er sich damit.

    Gewiß findet nicht jeder immer das richtige Wort. In einer improvisierten Äußerung hätte man dem Minister so etwas durchgehen lassen können. Aber das Zitat stammt aus dem Internetauftritt seines eigenen Ministeriums. Es beinhaltet somit die offizielle Meinung des Ministers.

    Kein Wort von den Verbrechen des Regimes; kein Wort von seinen Opfern. Alltag soll vermittelt werden, auf Schattenseiten soll hingewiesen werden. Ja, die Versorgung mit Südfrüchten war schlecht.



    Holger Rupprecht, der jetzt Minister ist, war von 1975 bis zu deren Ende Lehrer in der DDR. Niemand konnte in der DDR Lehrer sein, ohne die Schüler im Sinn des Sozialismus zu erziehen. Wer auf Lehramt studierte - Rupprecht tat das ab 1971 -, der wußte das und war bereit, einen Beruf auszuüben, in dem er sich nicht politisch würde zurückhalten können.

    Ich halte es für abwegig, jemanden deswegen zu verurteilen. Ich würde noch nicht einmal so weit gehen wie Rupprecht selbst, der sich laut "Spiegel- Online" gestern beim Besuch der katholischen Privatschule Bernhardinum in Fürstenwalde wegen seines Verhaltens in der DDR als "einfach feige" bezeichnet hat.

    Es ist schwer genug, in einer Diktatur zu leben; und aus meiner Sicht sollte niemand, der das nicht selbst erlebt hat, sich anmaßen, über diejenigen zu urteilen, die dieses Schicksal zu ertragen hatten.

    Aber seit zwanzig Jahrn lebt Holger Rupprecht nicht mehr in einer Diktatur. Daß er sein Leben als Mitläufer, als Verteidiger des Sozialismus aufgearbeitet hätte, lassen seine Äußerungen nicht erkennen.

    Nicht daß er "feige" gewesen sei, sollte ein solcher Minister sagen, sondern daß er sich fürchterlich geirrt hat, als er dem Sozialismus diente.

    Nicht "Schattenseiten" sollte er den Schülern vorgaukeln, sondern sie darauf aufmerksam machen, daß keine noch so schönen "sozialen Errungenschaften" etwas am Unrechts- Charakter eines Regimes ändern können. Daß ein Regime, das seine Bürger wie Gefangene hält und sich die Kontrolle aller ihrer Lebensbereiche anmaßt, nicht seine guten und seine schlechten Seiten hat, sondern von seinem Wesen her verwerflich ist.

    Wer sich geirrt hat, wer Mitläufer war, der steht - wenn er es ehrlich meint - in der Pflicht, eine Wiederholung zu verhindern. Also aufzuklären, aktiv gegen den ja immer noch virulenten Totalitarismus zu kämpfen. Unverbindliche Selbstbezichtigungen tun es nicht.

    Nach 1945 hatten viele, die dem Nationalsozialismus gedient hatten, die Charakterstärke, sich so zu verhalten. Carola Stern war ein herausragendes Beispiel; Werner Höfer war es. Nach dem Ende des DDR- Regimes hatten Leute wie Günter Schabowski die Größe, sich so zu verhalten. Dem Minister Rupprecht scheint dieses Format zu fehlen.



    Innerhalb weniger als einer Woche habe ich jetzt zum zweiten Mal - nach dem Artikel über Erwin Sellering - etwas zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur geschrieben; jeweils aus aktuellem Anlaß.

    Ist es Zufall, daß sich solche Anlässe häufen? Vielleicht. Vielleicht hat es aber auch seine Gründe, daß zwanzig Jahre nach dem Ende eines totalitären Regimes dessen Aufarbeitung beginnt, oder vielmehr neu einsetzt. Beim Nazismus war es genauso; erst ab Mitte der sechziger Jahre hat man sich wirklich mit ihm befaßt, vor allem auch mit den Lehren aus ihm.

    Vielleicht braucht man einen so langen Abstand. Inzwischen beginnen die ersten jungen Leute in Ostdeutschland ihr Studium, die schon nicht mehr in der DDR geboren wurden. Sie werden an ihre Eltern dieselben Fragen stellen, die meine Generation an unsere Eltern gestellt hat.



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    28. Februar 2009

    Zitat des Tages: Die Modernität des Islamismus

    Because of its emphasis on returning to Islamic purity, and its apparent — indeed noisy — rejection of modernity, most people failed to notice how modern a phenomenon Islamism was, not just in time but in spirit.

    (Weil er die Rückkehr zum reinen Islam betont und weil er scheinbar, ja lautstark die Moderne ablehnt, wird meist übersehen, was für ein modernes Phänomen der Islamismus ist - nicht nur von seiner zeitlichen Entstehung her, sondern auch, was seinen Geist angeht.)

    Theodore Dalrymple in der Zeitschrift City Journal des Manhattan Institute in einem Aufsatz "The Persistence of Ideology" (Das Fortbestehen der Ideologie).

    Kommentar: Der Islamismus ist keine Religion, sondern eine politische Bewegung. Er ist die letzte der totalitären Bewegungen des Zwanzigsten Jahrhunderts - nach dem Faschismus, dem Kommunismus und dem Nazismus.

    Er ist eine Bewegung mit allen Kennzeichen des Totalitarismus:

    Mit einer für alle Bürger verbindlichen Ideologie, die vor allem die "Gemeinschaft" betont (die Volksgemeinschaft, die sozialistische Menschengemeinschaft, die Gemeinschaft der Gläubigen (Umma)); die einen übergreifenden geschichtlichen Zusammenhang herstellt (des Kampfs der "Rassen", des Klassenkampfs, der Kampfs gegen die Ungläubigen); die das Heil verspricht; die eine Welterklärung liefert bis hin zur Erklärung dafür, daß es Feinde der betreffenden Ideologie gibt (weil sie "fremdrassig" sind; weil sie der Klasse der Ausbeuter angehören; weil sie nicht vom Licht des Glaubens erleuchtet sind).

    Gewinnt eine solche totalitäre Ideologie die Herrschaft, dann schafft sie einen Einparteienstaat mit der vollständigen Überwachung der Bürger durch eine Geheimpolizei; mit Folter, Verschleppungen und Hinrichtungen als Instrumenten der Einschüchterung; mit einer staatlich kontrollierten Wirtschaft; mit dem Hineinregieren des Staats in alle Lebensbereiche, bis in die Familie, in die Gestaltung der Freizeit. (Für den Faschismus, der ja mit dem Nazismus nur wenig Ähnlichkeit hatte, gilt das alles nur teilweise).

    Warum wird diese offensichtliche Übereinstimmung oft nicht gesehen?

    Teils, scheint mir, weil unter dem Einfluß der Kommunisten das Phänomen des Totalitarismus als solches oft noch geleugnet wird. Die Kommunisten haben natürlich jedes Interesse daran, es zu leugnen, weil die offensichtlichen Übereinstimmungen zwischen dem kommunistischen und dem NS- Herrschaftssystem verschleiert werden sollen. Die simple empirische Tatsache des Totalitarismus wird als eine "Totalitarismus- Theorie" abgetan.

    Was speziell den Islamismus angeht, mag Unwissen eine Rolle spielen. Daß der Islamismus eine Ideologie ist, die im 20. Jahrhundert entstanden ist, die also auf bestimmte Autoren und Gruppierungen zurückgeht, ist oft nicht bekannt. Viele meinen, der Islamismus verhalte sich zum Islam wie, sagen wir, der Kapitalismus zum Kapital.

    Theodore Dalrymple geht vor allem auf einen der Väter des Islamismus ein, den Ägypter Sayyid Kutub, den Theoretiker der Moslem- Bruderschaft, auf die beispielsweise die Kaida wesentlich zurückgeht. Er zeigt anhand von Zitaten, wie Aussagen von Kutub bis in die Einzelheiten mit denen von Lenin übereinstimmen.



    Dalyrymples hauptsächliches Thema in dem Aufsatz ist die Frage, warum das Zeitalter der Ideologien nicht mit dem Scheitern des Kommunismus zu Ende gegangen ist, sondern im Islamismus (und, wie er meint, im Ökologismus) seine Fortsetzung gefunden hat. Seine Antwort erscheint mir einleuchtend:
    ... in many parts of the world, the number of educated people has risen far faster than the capacity of economies to reward them with positions they believe commensurate with their attainments. Even in the most advanced economies, one will always find unhappy educated people searching for the reason that they are not as important as they should be.

    ... in vielen Teilen der Welt ist die Zahl der gut Ausgebildeten schneller gestiegen als die Kapazität der Volkswirtschaften, sie mit Positionen zu belohnen, die ihnen dem, was sie erreicht haben, angemessen erscheinen. Selbst in den fortschrittlichsten Volkswirtschaften wird man immer gut Ausgebildete finden, die unglücklich sind und die nach dem Grund dafür suchen, daß sie nicht so wichtig sind, wie es ihnen zustehe.
    Diese Schicht, meint Dalrymple, sei der hauptsächliche Träger von Ideologien.

    Eine sicher nicht neue These, aber eine, von der ich mir doch wünschen würde, daß sie allgemeiner anerkannt wird, als das bisher der Fall ist.

    Es sind nicht die "benachteiligten Massen", die aus sich heraus anfällig für Ideologie wären. Dafür denkt der Angehörige dieser Schicht viel zu praktisch und realitätsnah. Sein Bedürfnis ist es nicht, Ursprung und Ziel der Geschichte zu verstehen, sondern seine Familie ordentlich zu ernähren und sich einen Fernseher und ein Auto leisten zu können. Kein Volk der Welt ist in seiner Mehrheit anfällig für Ideologie.

    Vielen von denen, die Dalrymple die "educated people" nennt - ich habe das mit "gut Ausgebildete" übersetzt, denn gebildet müssen sie keineswegs sein - genügt das aber nicht. Sie erleben die Diskrepanz zwischen dem, was sie, die Absolventen einer Hochschule (oft auch nur einer Fachhochschule oder dergleichen), im Leben sind und dem gesellschaftlichen Rang und Einkommen eines ungebildeten Geschäftsmanns, eines Militärs, eines Anghörigen der Feudalschicht.

    Mit kaum etwas kann man sein derart gekränktes Selbstwertgefühl so aufrichten wie mit dem schönen Gefühl, den Schlüssel zum Verständnis der Welt zu besitzen. Zumal, wenn man daraus das Recht ableitet, andere zu bevormunden und am Ende auch in der sozialen Hierarchie ganz oben anzukommen.

    Dank des Glaubens an die Ideologie vom Volksschul- Lehrer zum NS-Bonzen, vom Dorfgeistlichen zum mächtigen Ayatollah, vom Studenten zum Polit- Kommissar. Solche Karrieren haben im Zwanzigsten Jahrhundert die totalitären Staaten geprägt. Heute findet man sie dort, wo Islamisten regieren.



    Mit Dank an Thomas Pauli. Für Kommentare bitte hier klicken.

    24. August 2008

    Peking 2008 (3): Zweimal neun Olympiaden. Zweimal ästhetischer Totalitarismus

    Neun Olympiaden lagen zwischen den beiden Olympischen Sommerspielen in Deutschland - Berlin 1936 und München 1972. Wieder neun Olympiaden, 36 Jahre also, liegen zwischen diesen und den Olympischen Spielen in Peking, die in diesen Minuten zu Ende gehen.

    1972 wollte man, was die Gestaltung der Spiele, was vor allem die Eröffnungs- und die Schlußfeier angeht, das Gegenteil des Bildes von 1936 vermitteln. Es sollten lockere, es sollten heitere Spiele sein. Locker waren sie; die Heiterkeit wurde durch das Attentat auf die israelische Mannschaft beendet.

    Als ich damals die Schlußfeier gesehen habe, bei der die Mannschaften nicht "einmarschierten", sondern in fröhlicher Unordnung, fast ein wenig anarchisch, ins Stadion strömten, da dachte ich, es sei vorbei mit dem Totalitarismus bei Olympischen Spielen.

    Nicht vorbei mit dem Totalitarismus überhaupt; der existierte ja damals noch in seiner kommunistischen Variante. Aber ich konnte mir damals nicht vorstellen, daß man die Spiele jemals wieder in ein totalitär regiertes Land vergeben würde.



    Man hat es getan, bereits 1980 mit Moskau und jetzt mit Peking. Und Peking 2008 - das war das perfekte Abbild der Spiele von Berlin 1936. Ich habe das im zweiten Beitrag dieser Serie, die kürzer wurde als geplant, zu beschreiben versucht.

    Das "perfekte" Abbild in dem Sinn, daß dieses "Aufmarschieren", diese Behandlung des Individuums als ein Stückchen der Rohmasse, aus welcher der Regisseur seine visuellen Effekte formt, in Peking 2008 ungleich perfekter gehandhabt wurde als in Berlin 1936.

    Die faschistische Ästhetik, die man den Filmen von Leni Riefenstahl vorgeworfen hat, war eine Orgie von libertärem Individualismus im Vergleich mit der Verherrlichung des Kollektivs, mit der völligen Unterordnung des Individuums unter die Choreografie, die sowohl in der Eröffnungs- als auch jetzt in der Schlußfeier vorgeführt wurde.

    In der Schlußfeier freilich nur zunächst. Nachdem am Anfang wieder die Körper der Soldaten (oder wer immer da seinen Körper zur Verfügung stellen mußte), dazu benutzt wurden, um allerlei optischen Schnickschnack vorzuführen, wechselte die Regie unversehens in die Sparte "Individualismus".

    Jedenfalls zum Teil. Den Fahnenträgern mutete man das Marschieren im Gleichschritt nicht zu; vielleicht hätten sich manche ja auch geweigert. Aber neben ihnen liefen Soldaten im Gleichschritt, deren gedrillte Bewegungen man nur durch ein verordnetes Dauerlächeln etwas zu humanisieren versucht hatte.

    Gegen Ende dann herrschte "bunte Fröhlichkeit". Die Kamera wechselte von der Totalen überwiegend zu Großaufnahmen. Einzelne sollten gezeigt werden.

    Szenen, die, würde man sie für sich genommen sehen, sympathisch sein könnten. Aber innerhalb dieses ganzen Größenwahns eines visualisierten Totalitarismus wirkt auch das - auf mich jedenfalls - wieder nur wie ein Teil der totalitären Inszenierung. Auch ein buntes Muster kann ja den Charakter der homogenen Textur haben.



    Und es war auch sozusagen optisch nicht das letzte Wort. Denn während ich dies schreibe, geht die Inszenierung ihrem Ende entgegen. Einem Ende wieder mit Pomp und Gloria. Wieder die Totale als Kameraeinstellung, die sozusagen adäquate Einstellung für den Totalitarismus.

    Es sei denn, der Führer spricht. Hier also der jeweilige kommunistische Funktionär. Dann sieht man ihn natürlich in Großaufnahme, mit den ihm begeistert applaudierenden Massen als Zwischenschnitt.

    Alles wie gehabt; alles wie 1936. Nur größer, schöner, bunter. Nur noch viel erdrückender.



    Einen Schlußabschnitt oder Nachspann zu diesem Artikel findet man diesmal im "Kleinen Zimmer". Wohin, wie immer, zum Kommentieren und Diskutieren eingeladen ist.



    Links zu allen Folgen dieser Serie sind hier zu finden.

    8. August 2008

    Peking 2008 (2): Die Eröffnungsfeier - eine Visualisierung des Totalitarismus

    Massenchoreographie nannte man das früher, als die Kommunisten und die Nazis es in Perfektion präsentierten: Die Aufmärsche zum Nürnberger Reichsparteitag; diese Stadien, in denen die Menschen auf Befehl mit entsprechenden Gerätschaften mal Parolen, mal Bilder formten.

    "Wie ein Uhrwerk" schnurrte das ab, so sagte man damals. Immer wieder geübt. Die Menschen hatte der Staat ja. Gehorsam waren sie ohnehin. Die Zeit, die auf das Drillen solcher Kunststückchen verwendet wurde, ihre Kosten spielten keine Rolle. Erstens, weil im Sozialismus Kosten ohnehin keine Rolle spielen. Zweitens, weil der Propaganda- Effekt solcher Inszenierungen als so bedeutend galt, daß sie beliebige Kosten wert waren.

    Heute haben wir bei der Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen die chinesische, die moderne, eine megalomane Variante eines solchen Schauspiels gesehen.

    Menschen, die überhaupt nicht mehr als Menschen erkennbar waren. Die man zur Herstellung dieser bewegten Bilder einsetzte, so wie man auch Bühnentechnik hätte einsetzen können.



    Eines dieser Bilder zeigte ein Karree, das aus zahlreichen quadratischen Elementen bestand. Mal hoben sich die einen Elemente, mal jene, und erzeugten so die Große Chinesische Mauer, Schriftzeichen oder was immer. Man hätte das ebenso hydraulisch realisieren können und computergesteuert. Aber unter jedem der Element befand sich ein Mensch, der mal hockte, mal sich unterschiedlich hoch erhob.

    Daß Menschen drinsteckten, in den Elementen, das wurde zum Schluß gezeigt, als sie sich zeigten und winkten.

    Das war wichtig. Denn würde man solche Bilder tatsächlich mechanisch und computer- gesteuert darbieten, dann wären sie ziemlich langweilig. Zum Effekt gehört, daß das alles von perfekt funktionierenden Menschen hinbekommen wird.

    Der Reiz solcher Schauspiele speist sich wesentlich aus der Unterwerfung des Einzelnen. "Du bist nichts, dein Volk ist alles!", "Dem Volk dienen!" - derartige Parolen werden versinnbildlicht, wenn Hunderte, ja Tausende von Menschen "wie auf Knopfdruck" mechanische Bewegungen ausführen, um gemeinsam etwas zu erzeugen, das den Einzelnen nicht mehr erkennen läßt.

    Bei dem Karree versäumten die deutschen Sprecher nicht die Anmerkung, wie lange diese Menschen geübt haben mußten, um auswendig zu lernen, wann sie sich wie zu erheben hatten. In der Tat; sie mußten programmiert werden, jeder einzelne. L'homme machine, der Mensch als Maschine oder die Mensch- Maschine; so heißt das Hauptwerk des materialistischen Philosophen LaMettrie. Dieser Titel ging mir durch den Kopf, als ich das sah.



    War diese Eröffnungsfeier eine gelungene Inszenierung?

    Aus der Sicht der chinesischen Führung bestimmt. Nichts ging schief. Keiner der Tausende von Gedrillten vergaß seinen Drill und lief dorthin, wo er nicht hingehörte, oder hob sein Schild, wenn er es hätte gesenkt halten sollen. Selbst die Kinder, die natürlich heutzutage zu einem solchen Spektakel gehören, funktionierten perfekt, wie kleine Marionetten mit einem ins Gesicht gemalten Lächeln.

    Wie das weltweit aufgenommen werden wird, wage ich nicht zu prognostizieren. Ich kann nur meine eigene Reaktion schildern: Ich fand es abstoßend.

    Ja, abstoßend. Eine Visualisierung des Totalitarismus, wie ich sie so perfekt noch nicht gesehen habe.



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    31. Juli 2008

    Zitat des Tages: Wie wirken sich die Olympischen Spiele auf die Menschenrechtssituation in China aus? Sie haben sie verschlechtert

    We've seen a deterioration in human rights because of the Olympics. (...) Specifically we've seen crackdowns on domestic human rights activists, media censorship and increased use of re-education through labour as a means to clean up Beijing and surrounding areas.

    (Wir beobachten eine Verschlechterung bei den Menschenrechten wegen der Olympischen Spiele (...) Insbesondere beobachten wir Razzien gegen Menschenrechts- Aktivisten, Medienzensur und den verstärkten Einsatz von Umerziehung durch Arbeit als Mittel, um Peking und die Umgebung zu säubern.)

    Roseann Rife, stellvertretende Programmdirektorin bei Amnesty International, über die Lage der Menschenrechte in China unmittelbar vor den Olympischen Spielen.

    Kommentar: In "Spiegel-Online" berichtet der Peking- Korrespondent des "Spiegel", Andreas Lorenz, über diese Art, wie die chinesischen Kommunisten die Olympischen Spiele vorbereiten, und zeigt sich verwundert:
    Zur Erinnerung: In der Nacht des 13. Juli 2001 schwebte Peking noch im Glück. Gerade hatte das IOC die chinesische Metropole als Austragungsort der Spiele 2008 erkoren (...)

    Schon wuchs die Hoffnung auf ein toleranteres China, das zugleich transparenter, gerechter und freundlicher wäre - kurz: humaner und würdevoller, im Sinne der griechischen Erfinder der Spiele. Dieser Wunsch verband in jener Nacht viele Menschen in China und im Ausland. Doch das war ein grandioses Missverständnis. Die KP denkt überhaupt nicht daran, ihr Versprechen zu halten, mehr Freiheiten und mehr Gerechtigkeit zuzulassen. (...)

    Mit unerbittlicher Härte verfolgt die KP-Führung noch Tage vor Beginn der Spiele politische Kritiker, unliebsame Rechtsanwälte, Arbeitervertreter, echte oder vermeintliche Störenfriede, Journalisten, Blogger.
    Ja, was hatte man denn erwartet? Daß die Kommunisten etwa freie Demonstrationen erlauben würden? Daß sie ausgerechnet dann, wenn die ganze Welt zusieht, Proteste zulassen würden?

    1936 hat man Hitler die Chance gegeben, seine Diktatur in den freundlichsten Farben zu malen. Jeder wußte, als die chinesischen Kommunisten sich bewarben, daß sie diese Gelegenheit genauso nutzen würden wie damals die Nazis.

    Als die Spiele 1936 vorbei waren, war die Hitler- Diktatur nicht geschwächt, sondern gestärkt. So wird es auch mit der kommunistischen Diktatur in China sein.

    Sich jetzt zu verwundern, gar von einem "Mißverständnis" zu sprechen, zeugt nicht eben von historischen Kenntnissen, zeugt nicht gerade von Einsicht in das Wesen von totalitären Systemen.



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    24. Februar 2008

    Zitat des Tages: "Wir Cubaner haben nur drei Probleme: Frühstück, Mittagessen, Abendessen"

    I hope against hope, however, that whoever takes over will make simply living in Cuba a bit less difficult: Today it is an ordeal for us Cubans to feed ourselves, to clothe ourselves, to use public transport and to have telephones. (Here we say that Cubans have only three problems: breakfast, lunch and dinner.)

    I put those prosaic aspects of life even before our dreams of political freedoms -- being able to express an opinion, to travel freely, to own something -- of which I know only from what my husband talked about.


    (Ich hoffe dennoch gegen alle Hoffnung, daß, wer auch immer die Macht übernimmt, er das Leben in Cuba einfach nur ein bißchen weniger schwierig macht: Heute ist es eine Tortur für uns Cubaner, uns zu ernähren, uns zu kleiden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und zu telefonieren. (Bei uns sagen wir, daß die Cubaner nur drei Probleme haben: Frühstück, Mittagessen und Abendessen).

    Ich setze diese prosaischen Aspekte des Lebens selbst vor unsere Träume von politischer Freiheit - eine Meinung sagen zu dürfen, frei reisen zu dürfen, etwas besitzen zu dürfen -, wovon ich nur durch das etwas weiß, was mir mein Mann erzählt hat.)

    Die Cubanerin Ileana Marrero in der Washington Post von diesem Wochenende über die Lage in Cuba. Der Mann von Frau Marrero, der Journalist Omar Rodríguez Saludes, wurde im März 2003 verhaftet und wegen "Handlungen gegen die Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes" zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er in einer Samisdat- Zeitung regimekritische Artikel geschrieben hatte.

    Dazu, unter welchen Bedingungen politische Gefangene in Cuba ihre Haft verbüßen, siehe hier. Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion zu einer möglichen Regierungsbeteiligung von "Die Linke" in Hessen ist vielleicht auch diese Notiz über die Relaciones de amistad y colaboración, die Beziehungen der Freundschaft und der Zusammenarbeit, zwischen der damaligen (2007) PDS und der Kommunistischen Partei Cubas von Interesse.

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    3. Februar 2008

    Zitat des Tages: "Wir sind auf Indoktrination aus"

    "Wenn sie uns vorwerfen, daß wir auf eine Indoktrination aus sind, dann haben sie Recht", entgegnete Zulay Campos den Kritikern. Die Mitarbeiterin der staatlichen Bildungs- Kommission erklärte offen zum Ziel, "die kapitalistischen Ideen zu beseitigen, die in unserer Bevölkerung soviel Schaden angerichtet hat [sic]".

    Die kommunistische "Junge Welt" in einem Artikel über das Bildungswesen in Venezuela. Titel: "Schulen für neue Menschen. Bildung steht im Zentrum des Reformprozesses in Venezuela".

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    15. Dezember 2007

    Zitat des Tages: Umorientiert

    Dann wurden die Frauen umorientiert von zwei Kindern auf drei Kinder.

    Freya Kliehr in der heute im Sender "Phoenix" wiederholten Sendung "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht - Kinderbetreuung in der DDR" über die Reaktion der DDR-Führung auf den Rückgang der Bevölkerung durch Republikflucht.

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    2. Mai 2007

    Chávez macht Schlagzeilen. Nur die wichtigste fehlt

    Hugo Chávez ist heute wieder einmal in den Schlagzeilen, und zwar gleich mehrfach.

    Erstens hat er angedroht, daß Venezuela die OAS (Organisation amerikanischer Staaten) ebenso verlassen werde wie die Organisationen der Weltbank und des Welt- Währungs- Fonds. Dazu zitiert ihn die cubanische Prensa Latina:
    "We are quitting. I want to sign the bill (the departure from those agencies) tonight, we don't want to be there. Give us what it belongs to us," he pointed out. In that regard, he said that the country has a deposit in those institutions "that must be returned to the Venezuelans, before they steal it, because they are capable of that, because they are in a crisis."

    "Wir treten aus. Ich will das Gesetz (Austritt aus den beiden Organisationen) heute Abend unterzeichnen, wir wollen da nicht dazugehören. Gebt uns, was uns gehört", betonte er. Dazu sagte er, daß das Land bei diesen Einrichtungen Guthaben hat, "die den Venezolanern zurückerstattet werden müssen, bevor sie sie stehlen, denn dazu sind sie fähig, weil sie in einer Krise stecken."
    Zweitens hat Chávez heute angekündigt, die letzten noch privaten Ölfelder zu verstaatlichen.

    Drittens war es Chávez, der gestern verkündete, Fídel Castro sei "wieder im Amt". Zugleich teilte Chávez mit, daß er von Castro einen zehnseitigen "philosophischen Brief" erhalten habe.

    Genug Chávez für einen Tag? Keineswegs. Wie weiter gemeldet wird, stehen den Venezolanern das Goldene Zeitalter bevor. Eine Kommission wurde von Chávez persönlich eingesetzt, die ein Gesetz vorbereiten soll, wonach die tägliche Arbeitszeit auf sechs Stunden herabgesetzt wird.

    Jetzt aber wirklich genug Chávez für einen Tag? Immer noch nicht. Nach einem Bericht der International Herald Tribune hat Chávez ein Komplott gegen sich aufgedeckt: Die USA hätten den Cubaner Luis Posada Carriles aus dem Gefängnis entlassen, damit dieser ein Attentat auf Chávez vorbereiten könne. Er, Chávez habe das venezolanische Militär und die Geheimdienste daraufhin in erhöhte Bereitschaft versetzt (ordered to be on alert).

    Posada Carriles ist 79 Jahre alt.

    Nun ja, da könnte man lachen. Aber in derselben Rede teilte Chávez mit, daß die venezolanischen Reservetruppen im Augenblick schnell aufgestockt würden. "Wir haben eine Million Mann Reserve" sagte er, laut International Herald Tribune.



    Eine ganz schöne Menge Nachrichten, die Chávez da an einem einzigen Tag an die Medien geliefert hat, nicht wahr? Aber die wichtigste aus Venezuela ist nicht darunter. Sie stammt freilich auch nicht von Chávez persönlich.

    Sie steht im Miami Herald. Überschrift: "Exasperated by Chávez, more Venezuelans leave. Middle- and upper-class Venezuelans are leaving the country in droves" Von Chávez zur Verzweiflung gebracht, verlassen Venezolaner aus der Mittel- und Oberklasse in Scharen das Land.

    Wie immer bei einer bevorstehenden Machtübernahme durch eine totalitäre Regierung gehen diejenigen, die es sich leisten können und die den Mut zu einem Neuanfang haben, in die Emigration, bevor es zu spät ist.

    So war es in Deutschland vor und unmittelbar nach der Machtergreifung der Nazis. So war es in den Ländern Osteuropas vor und unmittelbar nach der Machtergreifung der Kommunisten. So ist es jetzt in Venezuela, wo die kommunistische Machtergreifung schleichend im Gang ist.

    Die Zahl der Visa- Anträge zur Einreise in die USA war - so schreibt der Miami Herald - im März um 33 Prozent höher als im Vorjahr. In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Zahl derjenigen verdoppelt, die einen US-Paß beantragen (meist uner Berufung auf US-Vorfahren).

    Die kanadische Botschaft hat mitgeteilt, daß im ersten Quartal 2007 die Zahl der Visa- Anträge gegenüber dem Vorjahr um 69 Prozent gestiegen ist. Auch vor den Botschaften von Australien, Portugal, Spanien und Italien in Carácas findet man lange Schlangen von Visasuchenden, schreibt der Miami Herald.

    Das Motiv für die Emigration sind weniger die schon stattfindenden Repressionen als die Erwartungen, die man für die Zukunft hat. Wie bei jedem Übergang zu einer Diktatur kursieren Gerüchte. In Venezuela heißt es zum Beispiel, demnächst müßten Bewohner ihre Wohnungen aufgeben, wenn sie diese nicht "ausreichend nutzten". Solche Gerüchte stützten sich auf Äußerungen aus der Regierung, wonach niemand mehr als ein Haus haben dürfe.

    Es wird befürchtet, daß Venezuela ein zweites Cuba werde. Eine auswanderungswille Frau sagte dem Reporter des Miami Herald: "Man glaubt, daß es wird wie in Cuba. Alle Prinzipien sind dieselben."



    In diesem Blog habe ich wiederholt über die kommunistische Machtergreifung in Venezuela berichtet, die bis in die Details nach dem Vorbild der Machtergreifung in den Ländern Osteuropas in den späten vierziger Jahren inszeniert wird; zuletzt hier.

    Ich werde zunehmend zorniger.

    Man hat den Zeitgenossen der Machtergreifung der Nazis zu Recht vorgeworfen, daß sie gleichgültig gewesen seien, daß sie die Gefahr heruntergespielt hätten. Man hat es den Zeitgenossen der kommunistischen Machtergreifungen jenseits des Eisernen Vorhangs vorgeworfen.

    Die Nazis - sie seien schon nicht so schlimm, so hieß es Anfang der dreißiger Jahre in der Presse vieler Demokratien. Der "Spuk" werde bald vorbei sein; oder alternativ: Hitler sei ein Schwätzer, der schon von der Realität zur Vernunft gebracht werden würde.

    So, als hätte man nichts gelernt, wird jetzt Chávez auf just diese Weise verharmlost. Ein Beispiel ist das, was Time Magazine zur Verstaatlichung des letzten noch privaten Ölfelds schreibt: Es gebe keinen Grund zur Aufregung, denn die Ölindustrie sei fast überall auf der Welt unter staatlicher Kontrolle.

    Schon wahr. Nur macht es eben einen Unterschied, ob ein demokratischer Staat Kontrolle über seine Erdölförderung hat, oder ob die Verstaatlichung dieser Industrie ein Schritt auf dem Weg in den totalitären Staat ist.

    31. Januar 2007

    Castro und Chávez: Bilder von heute

    Seit August letzten Jahres zeichnet sich ab, daß Venezuela vor einer kommunistischen Machtergreifung steht und daß Castro nicht einen Cubaner, sondern Húgo Chávez als seinen Erben ausersehen hat. Ich habe das hier in Zettels Raum zu dokumentieren versucht, zum Beispiel in diesem und zuvor in diesem Beitrag. Zusammengefaßt ist es in Zettels kleinem Zimmer nachzulesen.



    Heute nun hat das cubanische internationale Fernsehen CubaVision nur ein einziges Thema: Der künftige Führer Chávez hat wieder einmal den sterbenden Führer Castro besucht.

    Die cubanischen TV-Leute - handwerklich perfekt, wie in jeder totalitären Diktatur - haben das sehr sinnfällig ins Bild gesetzt: Castro als Moribundus, klapprig und zitternd. Chávez als der Starkmensch, der vor Kraft nich loofen kann. Jeder sah, wie da die Fackel weitergereicht wurde.

    Ich habe das vom Bildschirm zu fotografieren versucht; hier sind ein paar Impressionen: