Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt
31. Mai 2017
Marginalie: Und jetzt wundern sie sich
Aktuelle "Fake News" kurz kommentiert
30. Mai 2017
Brauner Wind im Wasserglas
Entsprechend schlägt auch die offizielle Lutherbotschafterin der EKD zu:
Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern. Da weiß man, woher der braune Wind weht.
Und prompt kommt die Reaktion, in allen Internetforen rechts oder sehr weit rechts der Mitte wird das Zitat herumgereicht und wortreich Klage geführt, daß Kässmann alle "Biodeutschen" als Nazis verunglimpfen würde. Und Kolumnisten wie Broder schließen sich der Empörung an.
Aber: Stimmt das Zitat überhaupt?
29. Mai 2017
徐志摩 - 再别康橋 - Xu Zhimo, "Erneuter Abschied von Cambridge" (1928)
22. Mai 2017
Kleine Meldungen. Heute: Aus dem Willy-Brandt-Haus
Riesen-Aufregung in der SPD-Zentrale
SPD-Zentrale zeitweise geräumt - Quelle: Reuters
Inmitten der Beratungen des SPD-Parteivorstandes über das Regierungsprogramm für die Bundestagswahl ist am Montag die Parteizentrale in Berlin evakuiert worden. Um 9.45 Uhr wurde ein verdächtiger Gegenstand in der Poststelle des Willy-Brandt-Hauses gefunden.
Die Mitglieder des Parteivorstandes und die Mitarbeiter versammelten sich für knapp zwei Stunden außerhalb des Gebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Parteivorstand sollte ab 10 Uhr eigentlich abschließend über den Entwurf des Regierungsprogramms beraten, über den ein Parteitag am 25. Juni entscheidet.
Weiter hieß es gegen Mittag in der über die Stunden leicht den wechselnden Gegebenheiten angepaßten Meldung:
Die Polizei sperrte das Gebäude ab, aus dem Warnsirenen zu hören waren.Hier dürfte womöglich vom Zeitungsschreiber eine voreilige Verbindung insinuiert worden sein. Nach den letzten drei Landtagswahlergebnissen sollte dies für diese Partei der Normalzustand sein.
Beim folgenden Satz:
Daher standen auch Spitzengenossen wie Fraktionschef Thomas Oppermann, Generalsekretärin Katarina Barley oder Arbeitsministerin Andrea Nahles auf dem Bürgersteig.beschlich den Chronisten das sichere Gefühl, einen Blick in die Zukunft nach dem 24. September erhascht zu haben. Ab etwa 15:00 heute Nachmittag wurde die BILD-Meldung um diese Auskunft ergänzt:
Nach BILD-Informationen soll es sich bei dem Gegenstand um einen Holzkasten handeln, der einer Spendenbox ähnelt. Aus ihm sollen zwei Drähte herausgeguckt haben. Nach einer Überprüfung durch Röntgen konnte eine Gefahr ausgeschlossen werden. „Es sah so aus, als wenn in der Tat ein paar Drähte herausragen würden“, sagte der Polizeisprecher. Ob es sich um einen Scherz gehandelt hat, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.
Marginalie: Raider muss weg!
Nun hat also Crooked Don nach gerade einmal 120 Tagen im Amt seine erste Auslandsreise hinter sich (zuvor hat er es nicht einmal über den Mississippi geschafft), und sie führt ihn ausgerechnet ins Land der Scheichs, wo er was getan hat?
Er hat Saudi-Arabien und andere (islamische) Staaten aufgefordert, die Finanzierung des Terrors zu bekämpfen, und seine Tochter hat eine 100-Millionen-Dollar-Spende für ihre Stiftung eingesammelt.
白左 - oder was heißt eigentlich "linksverstrahlt" auf Chinesisch?
Auf der Webseite von openDemocracy widmet sich ein Beitrag dem in chinesischen online-Foren vagabundierenden Terminus baizuo (白左), "or literally the 'white left'" (ich danke Leser *** für den Hinweis). Der Begriff sei erstmals vor etwa zwei Jahren aufgetaucht und gehöre inzwischen zu den am meisten gebrauchten "derogatory descriptions for Chinese netizens to discredit their opponents in online debates". In China kann also jemand geschmäht werden, indem man ihn als "weißen Linken" bezeichnet – ist das nicht skurril? – bzw. diesem Menschen vorwirft, wie ein solcher zu argumentieren. (acta diurna, 16. Mai 2017)
17. Mai 2017
Geoffrey Bayldon, 1924 - 2017
Es gibt Schauspieler, die, obwohl sie auf eine lange Karriere, oft Jahrzehnte überspannend, zurückblicken können, es dennoch nie in die Reihe der markanten, großen Stars geschafft haben - und die trotzdem in manchen Fällen so sehr mit einer bestimmten Rolle identifiziert worden sind, daß man von einem Verschmelzen der schauspielerischen persona sprechen kann. Ihre übrige Karriere als sidekicks, als bit players, supporting actors - also als die markanten Charaktere, die den Hauptakteuren Rahmen und Kontrast verleihen, wirkt daneben nicht nur blaß, sie verschwindet auch auf dem Gedächtnis des zusehenden Publikums. Geoffrey Bayldon, der am vorigen Mittwoch im Alter von 93 Jahren gestorben ist, war so ein Fall. Für jetzt drei oder vier heranwachsende Generationen - für das hier intendierte Publikum kann eine Generation wohl mit höchstens fünf Jahren angesetzt werden - war er, nicht nur in deutschen Sprachraum, sondern auch in seiner englischen Heimat, eins mit Catweazle, dem exzentrischen, grimassierenden und so absolut starrköpfig wie inkompetenten Zauberer, der sich - 1066 and all that - durch einen wie üblich mißratenen Zauberspruch vor der Verfolgung durch normannische Soldaten nicht an einen anderen Ort, sondern eine andere Zeit hext und hinfort, das heißt 13 Folgen lang, als fish out of temporal water seinen vergeblichen Kampf gegen die Unbillen der modernen Technik ausficht.
16. Mai 2017
Friedensuschis fröhlich feifendes Fähnlein. Ein bescheidener Vorschlag
14. Mai 2017
Zur Wahl in NRW. Der Arbeitstag der Spin-Doktoren beginnt.
Denn, völlig unabhängig von ihrem Ausgang, ist die Wahl in NRW eben nur eine von vielen. Und sie liegt natürlich auch im Schatten der weit bedeutenderen Bundestagswahl im Herbst. Zeit, aus dem Ergebnis das Maximale heraus zu holen.
13. Mai 2017
Wahlplakate in NRW. Zum Schluss die FDP.
Jetzt hätte ich gerne zum Abschluss ein schönes Bild von einem der Lindner-Plakate gehabt. Leider habe ich keins, was weniger daran liegt, dass es keine gäbe, sondern eher daran, dass sie nicht so sehr am Straßenrand hängen, sondern auf klassischen Plakatwänden (wo ich nicht immer vorbei komme). Die ganze Kampagne der FDP unterscheidet sich von den meisten der anderen Parteien: Sie ist erheblich professioneller. Beispiele kann man hier sehen. Wenn man sich die meisten Plakate angesehen hat, so kommt man zu zwei Hauptthemen: 1. Die derzeitige Regierung versaut so ziemlich alles (stimmt). 2. Wählen Sie Christian Lindner, um das zu ändern. Prinzipiell wäre das eine sehr schöne Kampagne, die Sprüche sind markant, frech, teilweise witzig und transportieren auch die eine oder andere Idee (siehe das Thema mit den Gründern, was so bei den anderen nicht vorkommt). Nach meinem Geschmack könnten sie etwas mehr liberale Programmatik vertragen, aber sie sind für sich schon sehr gut.12. Mai 2017
Viele Wähler zurücklassen: Mutter und Vater Staat bei der nordrhein-westfälischen SPD
Hannelore Kraft, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin, inszeniert sich gerne als Urheberin des Programms oder - kongenial ausgedrückt - Heilsversprechens Kein Kind zurücklassen. Der Name stammt offenkundig aus Übersee, doch das Sozialpädagogen- und Kümmerergeschwurbel, mit dem die Initiative angepriesen wird, ist typisch für die Erben des aufgeklärten Absolutismus: Da ist von zu hohen Schwellen die Rede und sinngemäß davon, dass die Eltern dort abgeholt werden müssen, wo sie stehen. So spricht "Mutter Staat", wie Zettel die obrigkeitlichen Fürsorge-Anmaßungen in seinem Interview mit Cora Stephan treffend nannte.
10. Mai 2017
Wahlplkate in NRW. Afd & Company
9. Mai 2017
Wahlplakate in NRW. Grün würgt.
8. Mai 2017
Feu tricolore (7): Der bittere Sieg des Emmanuel Macron
Das Politmagazin Le Point spricht deshalb vom "naufrage du front républicain", also dem "Schiffbruch der republikanischen Front". Denn besonders im linken Elektorat scheint der Slogan "Ni Le Pen ni Macron" ("Weder Le Pen noch Macron") nicht ganz wenige Anhänger zu finden. Aber auch das katholische Lager, das im ersten Durchgang im Gesamtbevölkerungsvergleich überdurchschnittlich stark zu seinem bekennenden Glaubensbruder François Fillon tendierte, dürfte mit beiden in der zweiten Runde verbliebenen Kandidaten nicht ganz glücklich gewesen sein.
美黛 - 意難忘
Wahlplakate in NRW. Heute mit der Weltrevolution.
Normalerweise sollte nach der SPD nun die CDU kommen. Dummerweise ist deren Kampagne (so man überhaupt davon sprechen kann) derart seicht, dass sie kaum der Kommentierung lohnt. Weit beachtlicher (kein Witz) sind die Plakate der MLPD. MLPD? Ja, genau: Der "Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands". Eine kommunistische Splitterbewegung, die normalerweise in ihren Wahlergenissen selbst unter den "Sonstigen" kaum zu finden ist, und je nach Bundesland so irgendwo um ein Promille der Wahlergebnisse herum liegt.7. Mai 2017
Wahlplakate NRW. Heute von und mit Hannelore Kraft.
In NRW wird in gut einer Woche gewählt was für den geneigten Bürger dieses bevölkerungsreichsten Bundeslandes bedeutet, dass er sich seit einigen Wochen über intensive Wahlwerbung freuen kann. Alle paar Jahre entdeckt die Politik bekanntlich den Bürger wieder und versucht diesen möglichst dazu zu bringen, das Kreuz doch an der richtigen Stelle zu machen. Das mit bekannteste Mittel sind dabei die diversen Plakate mit denen man dann die Innenstadt zukleistert. Nun muss Werbung nicht unbedingt per se schlecht sein. Manche ist witzig, kann unterhalten, andere kann ansprechen und ganz, ganz selten schafft es die Werbung sogar einen zum Nachdenken zu bringen. Leider fällt das Gros von dem, was derzeit in NRW stattfindet, unter keine dieser Kategorien. Es fällt eher unter die Kategorie nervig, teilweise sogar ins Ärgerliche. Da aber die Politik meint, damit ihre Botschaft zu transportieren, und das immerhin die Leute sind, die entscheidenden Einfluss auf dieses Land haben, sollte es doch Sinn machen, sich einmal mit der Wahlwerbung zu beschäftigen. Welche Botschaft will man transportieren? Was will man dem Büger sagen?
Marginalie: Political correctness und Beleidigung
3. Mai 2017
Einmal Weltraum und zurück
28. April 2017
Der Erfolg der AfD
gerade auf ihrem Parteitag einstweilen zerlegt hat[.]
24. April 2017
Feu tricolore (6): Kurzes und Bündiges zur ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl
18. April 2017
Zeitmarke. Vor 100 Jahren: Die verrücktgewordene Kapelle (瘋狂樂隊)
17. April 2017
Die türkischen Demokraten: Ein paar Streiflichter
13. April 2017
Reine Endlichkeit, ohne Himmel
Die Tiere werden immer mehr der Menschenwürde angenähert und die Menschen immer mehr auf die Tierstufe herabgedrückt. Von Durs Grünbein wurde am 25. März 2017 ein Beitrag mit dem Titel „Unter Affen“ in DIE WELT veröffentlicht. Er ist einer der letzten, der den alten Blick in die Metaphysik mit dem jetzigen Lebensgefühl verbindet, mit einem ironisch-schmerzlichen Stirnrunzeln. Heute gilt der Streit um die Religionen als beendet – wenn man den fundamentalistischen Islam unter die Ideologien und nicht als religiösen Glauben rechnet. Nur der Kampf um die Ideologien dauert noch an. Der Gottesbegriff hat sich verflüchtigt. Selbst die Kirchgänger eines „lebens- und wirklichkeitsnahen“ Christentums benötigen ihn nicht.




