Liebe FDP,
Da habt ihr nun, nach zwei Jahren Pause durch COVID-19, am Freitag, dem Dreikönigstag, euer traditionelles Dreikönigstreffen im Stuttgarter Opernhaus hinter euch gebracht. Zum einen als der seit Jahrzehnte übliche Start, daß die Pause zwischen den Jahren vorbei ist: die traditionellen zwölf Rauhnächte vorüber und nun der übliche Drehbühnenzauber mit Akklamationen und Slots in den Prime-Time-Medien (wie man im Deutschen sagt) wieder von neuem beginnt – nicht zuletzt als nötige Erinnerung, daß es die Partei auch noch gibt – und nicht nur ihre Vertreter im Ministeramt oder die Bundestagsfraktion. Business as usual (wie man im Deutschen sagt). Mit den üblichen Reden voller irgendwie wohlklingender, aber inhaltsfreier Phrasen, die seit Jahrzehnten beliebig ausgetauscht werden können und schon vergessen sind, bevor sie vom Teleprompter abgelesen werden. Same old, same old (wie man im Deutschen sagt). Und nicht zuletzt als ein öffentlich zelebrierter Auftritt, daß wir jetzt auf Maskenball und Abstandsmessungen im Freien mit dem Zollstock verzichten können.
Liebe FDP, genau solche Rituale waren es, die dazu geführt haben, daß ich auch schon vor 20 Jahren, als ich noch einen Fernseher besaß, solche Zeremonien ebenso ignoriert habe wie die Stunksitzungen anderer Karnevalsvereine. Ganz läßt sich dergleichen im Zeichen der sozialen Medien, die Rundfunk und Fernsehen als Informationsquelle ersetzt haben, nicht außer Sichtweite halten. Und deshalb habe ich auch die Plakate gesehen, auf denen das Motto zu lesen war, unter das ihr dieses Treffen gestellt habt:
„Die Zukunft glaubt an uns.“



















