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13. Juli 2009

Zitat des Tages: Kämpfer ermordet

US-Geheimprogramm zur Ermordung von Qaida-Kämpfern enthüllt

Aktuelle Überschrift in "Spiegel-Online".

Kommentar: Wieviele deutsche "kämpfer" mag wohl die US Army nach der Invasion 1944 "ermordet" haben?

Kaum etwas ist so wirksam in der Agitprop wie die Wortwahl.



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6. Juli 2009

Mutmaßungen über Sarah. Oder: Jagdszenen aus den Niederungen der Publizistik. Nebst einer Bemerkung über die Beherrschung des Englischen

Sarah Palin - Sie erinnern sich? Palin war letztes Jahr die Überraschung des amerikanischen Wahlkampfs; von John McCain zur Kandidatin für die Vizepräsidentschaft der USA berufen.

Sie war, Sie erinnern sich, die Kandidatin, die sich "als wandelnde Lachnummer" entpuppte. Politisch aber war sie "so unbeleckt und rhetorisch so unbegabt, dass McCains Team sie panisch einem Crash- Kurs unterzog". Das war die Frau, die ein "desaströses Interview" gab, die für eine Witzsendung "Kanonenfutter" war; kurz ein "politisches Pin-up-Girl".

Das sind alles Zitate aus dem Artikel, in dem Marc Pitzke in "Spiegel- Online" am Samstag über den Rücktritt von Sarah Palin als Gouverneurin von Alaska berichtete. Wohlgemerkt: Kein Kommentar, sondern der Bericht eines Amerika- Korrespondenten von "Spiegel- Online".

Pitzke ist gewiß eine besonders unappetitliche Erscheinung im deutschen Journalismus. Schon während des Wahlkampfs hat er mit den miesesten Tricks gegen Palin gearbeitet; beispielsweise, indem er eine Äußerung von ihr bis zur Unverständlichkeit schlecht übersetzte. Aber in der Tendenz lagen und liegen viele Berichte über Sarah Palin nicht so sehr weit entfernt von dem, was Pitzke für Berichterstattung hält (und was "Spiegel- Online" ihm als solche durchgehen läßt).

Ist es in den USA anders? Nicht unbedingt. Nur, daß es in den USA undenkbar wäre, in einem führenden Medium derart Meinung und Berichterstattung zu vermengen. Nur, daß diese Herabwürdigung von Sarah Palin nicht flächendeckend zu finden ist. Sondern auf der Linken, besonders bei weiblichen Kommentatoren.



Ein Beispiel ist die Art, wie ebenfalls am Samstag in der New York Times Maureen Dowd die Zicke rausließ und Palin mit einem Aufwand an offenen und versteckten Bosheiten fertigzumachen versuchte, wie das - sagt ein Klischee, dem ich mich hier nicht verschließe - wohl nur eine Frau mit einer Frau machen kann.

Palin zeige ein "erratic and egoistic behavior", ein launisches und egoistisches Verhalten. Was sie darbiete, das sei "girlish burbling", das Geplapper eines kleinen Mädchens.

Oder: "The White House can drive its inhabitants loopy. So at least Sarah Palin is ahead of the curve on that one". Das Weiße Haus könne seine Bewohner ausrasten lassen. Zumindest in dieser Hinsicht habe Palin schon die Kurve gekriegt.

Oder: "The musher must jump out of the dogsled when warmer climes call." Die Steuerfrau des Hundeschlittens müsse ja schließlich aus dem Schlitten springen, wenn wärmeres Klima rufe.

Und in diesem Zusammenhang zitiert die zungenfertige Kommentatorin einen Satz, der auch dem "Spiegel- Online"- Korrespondenten Marc Pitzke aufgefallen ist. Einen Satz der Pressesprecherin von Sarah Palin, Meg Stapleton: "The world is literally her oyster."



Jetzt lachen Sie bitte mit, lieber Leser. Als ich den Artikel von Pitzke am Samstag das erste Mal las und ihn für einen Beitrag in ZR vormerkte, da stand dort als Übersetzung dieses Satzes: "Die Welt ist eine Auster."

Die Welt eine Auster? Ja, warum nicht? Warum nicht auch eine Schildkröte oder ein Eichhörnchen? Bei all dem Unsinn, den Pitzke schreibt, könnte man einen solchen Aberwitz ja glatt überlesen.

Irgendwer bei "Spiegel- Online" hat ihn aber nicht überlesen, sondern herauszufinden versucht, was die Redewendung "The world is her oyster" denn wohl wirklich bedeuten könnte. Vielleicht hat er sich bei LEO informiert; jedenfalls ziert den Artikel von Pitze jetzt ein redaktioneller Kommentar:
Korrektur: Die ursprüngliche Version dieses Textes enthielt bei einer zitierten Redewendung einen Übersetzungsfehler. So sagte Palins Sprecherin über die Politikerin: "Die Welt liegt ihr zu Füßen" (nicht: "Die Welt ist eine Auster.").
Das ist nun freilich nicht mehr ganz so absurd wie die Übersetzung des Meisters der englischen Sprache Marc Pitzke, aber es liegt im jetzigen Kontext noch immer daneben.

Meg Stapelton reagierte auf die Frage, was denn Sarah Palin jetzt vorhabe. Und sie antwortete mit dieser Redewendung, die bedeutet: Sie hat alle Möglichkeiten. Ihr stehen alle Türen offen. Die Welt steht ihr offen.

Denn das ist der Sinn. Die Redewendung geht, wie man zum Beispiel im britischen Independent nachlesen kann, auf die Zeit zurück, als Austern noch reichlich vorhanden und an der Küste so etwas wie die Nahrung des Kleinen Mannes waren. Jeder konnte also damals beim Sammeln von Austern hoffen, eine Perle zu finden. Jedem stand dieses Glück offen. Zu Füßen lag ihm freilich die Welt damit nicht.



Was hat es nun, wenn man allen diesen Schmutz und diese Inkompetenz hinter sich läßt, tatsächlich mit dem Rücktritt von Sarah Palin auf sich?

Sie hat es gesagt: In einer frei gesprochenen, einer sympathischen, einer offenen Rede, die freilich Marc Pitzke als einen "ungebremste[n] Gedankenstrom ohne Punkt und Komma, frei von lästiger Syntax und voller Bandwurmsätze, die mittendrin beginnen und auf halbem Wege verenden" wahrgenommen hat.

Urteilen Sie selbst, lieber Leser. Hier finden Sie den Wortlaut der Rede; und zum Beispiel hier können Sie sich das Video ansehen. Eine Rede, nicht vom Teleprompter abgelesen, wie es der jetzige Präsident selbst bei kleinsten Anlässen zu tun pflegt, sondern frei gesprochen. Finden Sie, daß Marc Pitzke fair berichtet?

Wenn Sie die Rede gelesen oder gehört haben, dann wissen Sie, warum Sarah Palin zurücktritt. Sie begründet diesen Schritt so deutlich, wie man das überhaupt nur kann:
Some say things changed for me on August 29th last year – the day John McCain tapped me to be his running-mate – I say others changed. Let me speak to that for a minute.

Political operatives descended on Alaska last August, digging for dirt. The ethics law I championed became their weapon of choice. Over the past nine months I've been accused of all sorts of frivolous ethics violations – such as holding a fish in a photograph, wearing a jacket with a logo on it, and answering reporters’ questions.

Every one – all 15 of the ethics complaints have been dismissed. We’ve won! But it hasn't been cheap - the State has wasted thousands of hours of your time and shelled out some two million of your dollars to respond to “opposition research” (...)

It’s pretty insane – my staff and I spend most of our day dealing with this instead of progressing our state now. I know I promised no more “politics as usual,” but this isn’t what anyone had in mind for Alaska. (...)

So I choose, for my State and my family, more "freedom" to progress, all the way around... so that Alaska may progress... I will not seek re-eelction as Governor.

Einige meinen, die Dinge hätten sich für mich am 29. August des vergangenen Jahres geändert - an dem Tag, als John McCain mich zu seiner Kandidatin für die Vizepräsidentschaft ernannte. Ich meine, andere haben sich verändert. Lassen Sie mich dazu kurz etwas sagen.

Politische Funktionäre haben sich vergangenen August nach Alaska aufgemacht, um nach Schmutzigem zu graben. Das Ethik- Gesetz, für das ich eingetreten war, wurde ihre Waffe der Wahl. In den vergangen neun Monaten wurde ich aller Arten der mutwilligen Verletzung von Ethik- Richtlinien beschuldigt - zum Beispiel, auf einem Foto einen Fisch hochgehalten zu haben, eine Jacke mit einem Logo darauf getragen und die Fragen von Reporten beantwortet zu haben.

Diese 15 Anklagen wegen Verletzung der Ethik- Richtlinien sind sämtlich abgewiesen worden. Wir haben gewonnen! Aber das war nicht billig - der Staat hat Tausende von Stunden Ihrer Zeit verschwendet und ungefähr zwei Millionen Ihrer Dollars zum Fenster hinausgeworfen, um auf die "Nachforschungen der Opposition" zu reagieren. (...)

Es ist einigermaßen krank. Meine Mitarbeiter und ich verbringen den größten Teil unseres Arbeitstags damit, uns mit dem herumzuschlagen, statt unseren Staat jetzt voranzubringen. Ich weiß - ich versprach, daß es keine "Politik wie gehabt" mehr geben würde. Aber an so etwas hat niemand für Alaska gedacht. (...)

Folglich habe ich für meinen Staat und für meine Familie mehr "Freiheit" zum Vorankommen gewählt. Damit Alaska vorankommt. Ich werde mich nicht der Wiederwahl als Gouverneurin stellen.
Palin erläutert dann, warum sie ihre Amtszeit nicht zu Ende bringen will: Weil sie keine lame duck sein will; eine Amtsinhaberin, die nicht mehr zur Wiederwahl steht und also in ihren Entscheidungen gehandicapt ist.



Und was wird da alles spekuliert!

Den meisten deutschen Medien ist auf irgendeinem geheimnisvollen Weg die Einsicht zugewachsen, daß Palin sich in Wahrheit eine günstige Ausgangs- Position verschaffen will, um 2012 (!) für die Präsidentschaft zu kandidieren. Bisher hat noch kein Gouverneur, der sich um die Präsidentschaft bewarb, deshalb mehr als drei Jahre vor den Wahlen sein Amt aufgegeben; warum auch?

Oder ist sie vielleicht krank, oder ihr Mann Todd? Oder ist sie gar schwanger? Oder will sie einen gutbezahlten Job in der Industrie annehmen? Oder läuft gegen sie, wie jetzt kolportiert wird, am Ende ein Strafverfahren?

Ja, das ist alles möglich. Für keine dieser Spekulationen gibt es aber auch nur den Schatten eines Hinweises. Nada.

Wie wäre es, wenn man, solange nichts dagegen spricht, einfach Sarah Palin glauben würde, was sie sagt? Daß sie nämlich sich, ihren Mann, ihre Kinder nicht länger dieser Schmutzkampagne aussetzen wollte?



Für Kommentare bitte hier klicken. Titelvignette: Sarah Palin im Juni 2007. Von der Autorin Tricia Ward unter GNU Free Documentation License freigegeben.

25. Juni 2009

Zettels Meckerecke: Solarstrom aus der Sahara? Und schon sind die Ideologen am Werk

Warum soll man nicht in der Sahara Solarstrom erzeugen, der dann über Hochspannungsleitungen nach Europa gelangt?

Wenn es technisch realisierbar ist, wenn es sich kaufmännisch rechnet, ist dagegen so wenig einzuwenden wie gegen den Bau neuer Atomkraftwerke. Wie man Energie erzeugt, ist schließlich eine technische und eine wirtschaftliche Frage.

Ach nein, das ist sie nicht. Sondern in dieser zunehmend durchideologisierten Gesellschaft, in der wir leben, ist es eine Frage von Gut und Böse. Atomenergie ist böse, Solarenergie ist gut.

Also wird nicht sachlich das Für und Wider abgewogen, sondern die grünen Ideologen begeben sich, sobald eine solche Frage auftaucht, sofort in ihre Schützengräben, aus denen sie ihre Salven gegen jeden abfeuern, der sachlich zu diskutieren versucht.



Zu besichtigen an einem Interview zur Solarenergie aus der Sahara, das heute in "Spiegel- Online" erschienen ist. Unter Verantwortung des Ressorts Wirtschaft; aber wirtschaftliche Erwägungen kommen überhaupt nicht vor. Ob sich das Projekt rechnet, interessiert weder den anonymen Interviewer noch seinen Interviewpartner.

Diesen freilich braucht es auch nicht zu interessieren. Wolfram Lacher ist nämlich kein Ökonom, sondern "Analyst beim internationalen Beratungsunternehmen Control Risks". Er wurde interviewt, um Auskunft geben, wie sicher eine solche Stromversorgung aus der Sahara wäre.

Wägt er das Für und Wider ab, äußert er sich differenziert? Nein. Er reiht die Argumente aneinander, die für eine hohe Sicherheit sprechen. Das Interview will augenscheinlich gar nicht informieren, sondern es ist eines der Geschütze, mit denen aus den grünen Schützengräben gefeuert wird.

Schon der Vorspann macht das klar:
Lobbyisten behaupten, die Wüste sei terrorgefährdet. Unsinn, sagt Nordafrika- Experte Wolfram Lacher.
Auf der einen Seite finstere "Lobbyisten", die etwas "behaupten". Auf der anderen Seite ein "Experte", der "sagt", wie es ist.

Nun spricht er in dem Interview keineswegs von "Unsinn". Das hat sich der "Spiegel- Online"- Redakteur ausgedacht. Sondern er sagt, er halte die Gefahr terroristischer Anschläge "für nicht wahrscheinlich". Und: "Ich halte das Projekt Sahara- Sonne für ziemlich terrorresistent".

Ziemlich. Daraus bastelt die Redaktion von "Spiegel- Online" die Überschrift "'Die Sahara-Sonne ist terrorresistent'".

Ja, die Sonne freilich schon. Ob auch eine solche Anlage, ob auch die Hochspannungs- Leitungen, weiß niemand. Auch nicht der Experte Lacher, der das ja auch nicht behauptet. Man hat ihn zu einem Interview gebeten, in dem er offensichtlich vortragen sollte, was alles zugunsten einer sicherheitspolitischen Unbedenklichkeit gesagt werden kann. Das hat er getan.

Einseitig genug. Aber was dann die Redaktion daraus gemacht hat - "Unsinn", "Die Sahara-Sonne ist terrorresistent" - , das dürfte er wohl nicht erwartet haben.

Es gilt halt, aus den Schützengräben zu feuern. Es gilt, die öffentliche Meinung im Sinn der grünen Ideologen zu beeinflussen. Darin war "Spiegel- Online" schon immer sehr gut.



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19. Oktober 2008

Kurioses, kurz kommentiert: "Debakel", "Peinliche Panne". Warum löst Sarah Palin Haß und Häme aus? Man könnte ins Psychologisieren kommen ...

  • Saturday-Night-Live-Debakel: Sarah Palin floppt in der Comedy-Show

  • Kampf ums Weiße Haus: Obama hängt McCain bei Wahlwerbung ab

  • Wahlempfehlung: US-Zeitungen schlagen sich auf Obamas Seite

  • US-Wahlkampf: Ex-US-Außenminister Powell will Obama wählen

  • Peinliche Panne: US-Regierung weiht Palin nicht in Irak-Pläne ein
  • Dies waren heute am frühen Nachmittag die fünf ersten Schlagzeilen bei "Spiegel- Online".

    Kommentar: Daß "Spiegel- Online" über den US-Wahlkampf ungefähr so ausgewogen berichtet, wie einst Karl- Eduard von Schnitzler die Verhältnisse in der Bundesrepublik dargestellt hat, ist nun gewiß keine Neuigkeit mehr. Daran noch einen Gedanken zu wenden wäre albern.

    Aber woher rührt diese besondere Haß, diese Häme, die sich gegen Sarah Palin richtet? Allein am Politischen kann es nicht liegen; in dieser Hinsicht ist sie nicht auffälliger konservativ als, sagen wir, der freundliche Pastor Huckabee.

    Es muß wohl etwas mit der Person zu tun haben.

    Sarah Palin wirkt ausgesprochen selbstsicher, ja selbstbewußt. Insofern entspricht sie dem Rollenklischee der emanzipierten Frau.

    Aber zugleich torpediert sie dieses Rollenklischee: Sie ist nicht den mühsamen Weg der Karrierefrau gegangen. Was sie erreicht hat, das ist ihr fast zugeflogen. Sie ist emanzipiert, ohne sich so zu verhalten, wie der Feminismus das emanzipierten Frauen verordnet. Sie ist einerseits eine konservative Mutter, andererseits jagt und fischt sie im wilden Alaska, ganz wie ein Mann.

    Damit polarisiert Sarah Palin. Sie irritiert, weil man sie nicht mit dem Klischee des Heimchens am Herd abtun kann. Ihre Selbstsicherheit tut ein übriges, um Klischees, ja Archetypen zu aktivieren.

    Das sind - so könnte man psychologisieren - je nach persönlicher psychischer Konstitution desjenigen, der auf Palin reagiert, positive Klischees, wie ich sie hier beschrieben habe. Oder eben auch negative, die in Richtung Amazone, Domina und Flintenweib gehen; dergleichen. Nicholas Ray hat mit der Figur der Vienna in "Johnny Guitar" diesen Archetypen perfekt auf die Leinwand gebracht.



    Was ist von solchem Psychologisieren zu halten? Ich finde es amüsant, aber man sollte es - siehe die Kategorie, unter die ich diesen Artikel stelle - doch mehr unter "Kurioses" ablegen. Das sind Gedankenspiele, nicht beweisbar und nicht widerlegbar.

    Aber gelegentlich ein wenig spielen, das macht ja nicht nur Spaß, sondern es kann auch die eine oder andere Erkenntnis befördern. Finden Sie nicht?



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    28. September 2008

    Kurioses, kurz kommentiert: If Marc Pitzke really English can?

    Im Vergleich mit dem, was Marc Pitzke in "Spiegel- Online" aus den USA berichtet, war der "Schwarze Kanal" des Karl- Eduard von Schnitzler ein Muster an Objektivität. Darüber ist nichts mehr zu sagen. Aber die Mittel, mit denen Pitzke zu diffamieren versucht, sind doch gelegentlich einen kleinen, kurzen Kommentar wert. So kurios sind sie.

    Diesmal geht es um ein Interview, das Sarah Palin der Star- Journalistin Katie Couric von CBS gegeben hat.

    Daraus zitiert Pitzke in der heutigen Folge seiner Serie gegen Sarah Palin unter anderem diesen Satz:
    ... unsere Nachbarn nebenan sind fremde Länder, dort in dem Staat, von dem ich die Exekutive bin.
    Wer stottert da herum? Sarah Palin, will uns Pitzkes Artikel sagen. Aber er zitiert ja nicht Sarah Palin im Wortlaut, sondern er hat eine Übersetzung angefertigt, der in den USA lebende Marc Pitzke.

    Und was hat Palin auf Englisch gesagt? Es geht in dieser Passage des Interviews darum, daß Alaska als einziger US-Bundesstaat nicht andere Bundesstaaten, sondern zwei ausländische Staaten zu Nachbarn hat, nämlich Rußland und Canada. Dazu sagt Palin:
    ... our next door neighbors are foreign countries. They're in the state that I am the executive of.
    Zu deutsch also:
    ... unsere unmittelbaren Nachbarn sind ausländische Staaten. Das sind sie in dem Staat, dessen Regierungschefin ich bin.
    Verstehen Sie jetzt, warum ich Pitzke für einen schlimmeren Agitator halt als den seligen Sudel- Ede?

    Pitzke will uns glauben machen, Palin hätte herumgestottert, eines verständlichen englischen Satzes nicht mächtig. Und was macht er zu diesem Zweck, der Sudel- Marc? Er übersetzt einen Satz, der in gesprochenem Englisch völlig normal ist, so grottenschlecht, daß er wie herumgestottert klingt.

    Und sehen Sie, so plump, so auf Goebbels- Niveau, hätte das selbst Karl- Eduard von Schnitzler nicht gemacht.



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    26. September 2008

    Marginalie: Stürmte ein Spezialeinsatzkommando ein Flugzeug in Köln?

    Zuerst habe ich es vor gut einer Viertelstunde auf CNN, das ich im Hintergrund laufen hatte, erfahren: "German special forces stormed airplane in Cologne"; als Breaking News ins laufende Programm eingefügt.

    Also bin ich zu "Spiegel- Online" gegangen. Und tatsächlich, dort steht im Augenblick - mit der Datierung von 10.13 Uhr - die Eilmeldung: "Polizei stürmte Flugzeug in Köln nach Terrorverdacht - zwei Festnahmen".

    Aber seltsam - weder die ARD noch das ZDF haben ihr Programm unterbrochen. Phoenix überträgt unverdrossen aus dem Bundestag.

    Und n-tv? Als ich dort angelangt war, lief gerade ein Telefoninterview mit einem Verantwortlichen des LKA von NRW. Ich habe es also nicht von Anfang an gehört, dieses Interview. Aber was ich gehört habe, besagte:

    Heute früh um 6.55 hat ein SEK der Polizei zwei Tatverdächtige in einem Flugzeug der KLM in Köln festgenommen.

    Nicht das Flugheug "gestürmt". Von Gegenwehr sagte der Sprecher nichts.

    Soweit man bisher weiß, also eine Festnahme unter den Vorsichtsmaßnahmen, die bei Terroristen angezeigt sind. Keine Erstürmung eines Flugzeugs.



    Die Schlampigkeit von "Spiegel- Online" ist nicht nur in Deutschland ein Ärgernis. Als das größte deutsche Nachrichtenportal liefert es natürlich auch Material für die internationalen Medien. Und dann kommt es zu einer Falschmeldung sogar bei CNN, das sonst außerordentlich zuverlässig ist.

    Jedenfalls sieht es im Augenblick so aus.



    Nachtrag um 11.07 Uhr: Es sieht nicht nur so aus. Es ist so. Siehe hier.



    Für Kommentare zu diesem Artikel gibt es einen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort findet man auch eventuelle Aktualisierungen und Ergänzungen.

    24. September 2008

    Der 44. Präsident der USA (22): Die Entwicklung der Umfragedaten. Was Sie dazu in "Spiegel-Online" nicht lesen können

    Wenn "Spiegel- Online" aus den USA oder über die USA berichtet, dann kann man im Allgemeinen davon ausgehen, daß der Artikel entweder einseitig ist oder überholt; oder auch beides.

    Heute Mittag machte "Spiegel- Online" mit einer Meldung auf, die inzwischen wieder ins Ausland- Ressort befördert, aber, soweit ich sehe, nicht geändert wurde. Unter der Überschrift "Obama geht in neuer Umfrage deutlich in Führung" heißt es darin:
    Es geht aufwärts für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Nach Wochen des Gleichstands zwischen ihm und seinem republikanischen Rivalen John McCain scheint die Wende geschafft.
    Wer die Berichterstattung über den US-Wahlkampf hier in ZR verfolgt, der weiß, daß es weder "Wochen des Gleichstands" gegeben hat, noch daß es jetzt plötzlich für Obama "aufwärts geht". Die Fakten waren und sind anders:
  • Wie man zum Beispiel bei Gallup Daily Tracking oder im Poll of Polls von Pollster sehen kann, begann sich der Abstand zwischen dem führenden Obama und McCain seit Obamas Orient- und Europa- Reise allmählich zu verringern.

  • Nach dem Parteitag der Republikaner und der Nominierung von Sarah Palin gab es einen Umschwung zugunsten von McCain, über den ich vor genau zwei Wochen in einem dreiteiligen Artikel berichtet habe.

  • In einem weiteren Artikel habe ich am 12. September drei Gründe dafür genannt, daß es für McCain dennoch schief gehen könnte. Vor allem habe ich darauf hingewiesen, daß noch unklar ist, ob die Nominierung von Sarah Palin ihm am Ende mehr nützt oder schadet. Das war noch vor der aktuellen Finanzkrise.

  • Vor einer Woche, am 18. September, war bereits offensichtlich, daß Obama McCain wieder überholt hatte. Die wahrscheinlichen Gründe dafür waren - hier nachzulesen - erstens die Finanzkrise und zweitens die sinkende Popularität von Sarah Palin. Außerdem ging vor einer Woche der Convention Bounce zu Ende; der Aufschwung, den jede Partei nach einem erfolgreich verlaufenen Parteitag hat.
  • Das ist jetzt also eine Woche her. Seither haben sich die Umfragen keineswegs zugunsten von Obama verändert.

    Im Gallup Daily Tracking hat sich der Abstand zwischen dem 17.9. und dem 22.9. folgendermaßen entwickelt: 4, 5, 6, 4, 5, 3 Prozentpunkte zugunsten von Obama. Im Überblick von Pollster über alle größeren Umfragen entwickelte sich die Differenz zwischen der Umfrage von Gallup (17. bis 19. September) und der gegenwärtig aktuellsten von Daily Kos (21. bis 23. September) wie folgt: 4, 1, 1, 7, 4, 1, 9, 3, 2, -2, 6, 2, 4 Prozentpunkte.

    Wer da einen Trend zugunsten von Obama hineinlesen will, der muß schon die Qualitäten eines Redakteurs von "Spiegel- Online" haben.



    Für Kommentare zu diesem Artikel gibt es einen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort findet man auch eventuelle Aktualisierungen und Ergänzungen.

    23. September 2008

    RAF und kein Ende: Warum wollten Terroristen Franz-Josef Strauß ermorden?

    RAF und kein Ende. Anfang 2007 hatte das Thema monatelang die Öffentlichkeit beschäftigt, als es um eine mögliche Begnadigung von Christian Klar ging. Dann ein weiteres Mal im Herbst desselben Jahres, als sich der "Deutsche Herbst" 1977 zum dreißigsten Mal jährte.

    Und nun, ein Jahr später, schon wieder. Diesmal anläßlich des Films "Der Baader- Meinhof- Komplex", der jetzt in die Kinos kommt und der vergangenen Sonntag gar Thema bei Anne Will gewesen ist.

    Es gibt da offenbar nach wie vor ein riesiges Interesse, und zwar quer über die Generationen.

    Diejenigen, die diese Zeit miterlebt haben, empfinden sie wohl vielfach als eine Spanne ihres Lebens, in der sich Geschichtliches zutrug; eine insofern herausgehobene, wichtige Zeit. Die Jüngeren scheinen sie oft mit einer Mischung aus Neugier, Unverständnis, Schauder und auch einem gewissen Neid zu betrachten; sie, die in weniger aufregenden Zeiten leben.

    Dabei ist der Wunsch nach Informationen groß. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Suchanfragen nach der RAF zu einem Artikel hier in ZR führen; die häufigste Suche lautet "Ziele der RAF".

    Das nun freilich ist die Frage, die innerhalb dieses ganzen Komplexes am einfachsten zu beantworten ist: Die RAF wollte - siehe die Vignette oben; sie zeigt ein paar Broschüren aus meiner Bibliothek - den "bewaffneten Kampf in Westeuropa".

    Sie wollte erst unser Land, dann ganz Westeuropa in einen Bürgerkrieg treiben, an dessen Ende - auch daran lassen die Schriften der RAF keinen Zweifel - ein kommunistisches System stehen sollte. Das Vorbild waren die Bürgerkriege, die sich damals in einigen Ländern Südamerikas vorbereiteten.

    Also, diese Frage ist leicht zu beantworten. Schwieriger wird es, wenn es um die Details geht.



    Heute hat "Spiegel- Online" einen Artikel publiziert, in dem es um ein solches Detail geht; nämlich um einen von der RAF geplanten Anschlag auf Franz- Josef Strauß, über den dessen Tochter Monika Hohlmeier und sein Sohn Franz Georg Strauß jetzt in "Bild" berichtet haben.

    Danach hatte die RAF bereits eine konspirative Wohnung nah der Wohnung der Familie Strauß bezogen, von der aus 1977 der Mordanschlag verübt werden sollte. Vorgesehen sei gewesen, ein Modellflugzeug mit einer Sprengstoffladung zu verwenden. Durchaus glaubhaft angesichts der Technik- Versessenheit der RAF.

    "Spiegel- Online" berichtet regelmäßig und (für seine Verhältnisse) meist auch gründlich über die RAF und hat die betreffenden Artikel in einem verdienstvollen Dossier zusammengestellt. Der jetzige Artikel aber ist, milde gesagt, irreführend.

    Er besteht aus zwei Teilen: Zunächst informiert er über das, was die Kinder von Franz- Josef Strauß zu diesem geplanten Anschlag sagten. Und dann gibt es einen zweiten Abschnitt, der - so, wie solche Meldungen aufgebaut zu sein pflegen - Hintergrund- Informationen liefern soll.

    Nur sind sie das in diesem Fall nicht. Oder sagen wir, dieser zweite Teil des Artikels suggeriert einen Hintergrund, den es nicht gab, und ignoriert den wahren Hintergrund.

    Dieser letzte Abschnitt des "Spiegel- Online"- Artikels lautet:
    Strauß gehörte im Deutschen Herbst von 1977 zum parteiübergreifenden, sogenannten "großen politischen Beratungskreis", dem großen Krisenstab, in dem Maßnahmen zur Bekämpfung des RAF-Terrors beraten wurden.

    Dort sollen im September 1977 auch radikale Maßnahmen wie der Einführung der Todesstrafe, von Erschießungen und von Repressalien zur Sprache gekommen sein, sollte der damals entführte Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer nicht freigelassen werden. Strauß galt als Verfechter einer besonders harten Linie: Er forderte eine "massive Gegendrohung".


    Es wird damit suggeriert - welchen anderen Sinn sollte diese Passage in diesem Zusammenhang haben? - , daß es zwischen dem geplanten Mordanschlag und Strauß' harter Haltung im Großen Krisenstab einen Zusammenhang gegeben habe.

    Davon kann aber keine Rede sein, und zwar aus mindestens drei Gründen:
  • Die Vorbereitungen für den Anschlag auf Strauß fanden laut Monika Hohlmeier und Franz Georg Strauß im Jahr 1977 statt. Ab der Schleyer- Entführung war die gesamte Logistik der RAF durch diese Entführung gebunden. Also muß der Plan zur Ermordung von Strauß entstanden sein, bevor es überhaupt den Großen Krisenstab gab.

  • Zweitens wurden die Interna aus den damaligen Sitzungen erst jetzt bekannt; beispielsweise durch eine Serie im gedruckten "Spiegel" im vergangenen Jahr. Im Jahr 1977 gab es zunächst eine Informationssperre, an die sich auch alle Medien hielten. Nach dem Mord an Schleyer und den Ereignissen in Stammheim und Mogadischu wurde eine Dokumentation der Bundesregierung erstellt, in der aber Interna über die Sitzungen des Großen Krisenstabs nicht enthalten waren.

  • Und drittens lagen die Gründe dafür, daß die RAF Strauß ermorden wollte, wo ganz anders. Strauß war, wie auch Buback und Schleyer, damals ein Haßobjekt der Linken weit über die RAF hinaus. Man hat ihn sich offenbar als Opfer ausgesucht, weil man einen Mord an diesem verkörperten Feindbild für "vermittelbar" hielt; weil man sich davon eine "klammheimliche Freude" innerhalb der Linken versprach, wie beim Mord an Buback.



  • Von dem Haß, der damals Franz- Josef Strauß entgegenschlug, kann man sich heute kaum mehr eine Vorstellung machen.

    Als Schleyer entführt worden war, kursierte an den deutschen Unis und in der linken Szene ein sogenannter "Sponti- Spruch"; ich habe ihn damals auch an Wände geschmiert gesehen: "Buback, Ponto, Schleyer - der nächste ist ein Bayer".

    Strauß galt als die Verkörperung schlechthin des "Schweinesystems" und wurde von dem Karikaturisten Hachfeld (er zeichnete u.a. für den vom MfS finanzierten und von dessen Agenten redigierten "Berliner Extra-Dienst") auch als ein kopulierendes Schwein dargestellt.

    Wie weit die Dehumanisierung des politischen Gegners damals getrieben (und in der Linken weithin goutiert) wurde, belegen andere Karikaturen von Hachfeld im "Extra- Dienst", die Strauß, grotesk verrenkt, in Gestalt eines Hakenkreuzes zeigen.

    In einem unsäglichen "Gutachten" suchte damals der Historiker Imanuel Geiss nachzuweisen, daß Hachfeld Strauß zu Recht in die Nähe der Nazis gerückt hatte. Einen hämischen Artikel zu den Karikaturen schrieb Otto Köhler im "Spiegel".

    Diese Kolumne von Otto Köhler erschien am 26.10.1970, sieben Jahre, bevor Strauß am "Großen Krisenstab" teilnahm.

    Solche Kampagnen, diese damals in der gesamten Linken verbreitete Herabwürdigung des politischen Gegners Strauß zum Monster waren es, die Strauß zu einem für die RAF interessanten potentiellen Opfer machten. Nicht seine spätere Tätigkeit im Krisenstab.



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    2. September 2008

    Was weiß die OSZE über den Schuldigen am Georgien-Krieg? Wie "Spiegel-Online" wieder einmal manipuliert hat

    Am vergangenen Samstag brachte "Spiegel- Online" eine Meldung, die am Samstag und am Sonntag von zahlreichen deutschen Medien zitiert wurde, zum Beispiel von der "Welt" und der "Deutschen Welle".

    Die Agentur AFP übernahm die Meldung, und so gelangte sie in alle Welt, von der Times of India über die Tehran Times bis in die australische Zeitung The Age.

    Die Meldung, auf die das alles zurückging, basierte nicht auf eigenen Recherchen von "Spiegel- Online", sondern der Bericht berief sich auf "Informationen des SPIEGEL", der bekanntlich redaktionell von "Spiegel- Online" unabhängig ist.

    Es geht um die Schuld am Georgien-Krieg. Die Meldung von "Spiegel- Online" ist ein Beispiel für das Umschreiben eines Textes, so daß er für den Leser einen anderen Sinn bekommt. Das nennt man gemeinhin Manipulation.



    Ich zitiere jetzt zunächst, was im gedruckten "Spiegel" von gestern zu lesen war, und dann, wie "Spiegel- Online" am Samstag vorab darüber berichtete.

    "Der Spiegel", Heft 36/2008 vom 1. September 2009, Seite 21f:
    ... tauchten in verschiedenen Regierungsstellen in Berlin Zweifel an der Glaubwürdigkeit des derzeit schwierigsten Freunds des Westens auf. Der georgische Präsident Saakaschwili habe offenbar Südossetien angreifen lassen, bevor russische Panzer durch den Roki- Tunnel dorthin vorgedrungen seien.

    Das haben Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erzählt, die in Georgien waren. In die Berichte, die jetzt aus der Wiener OSZE- Zentrale heraussickerten, flossen womöglich auch Informationen über abgehörte Telefonate der georgischen Führung ein.
    Und das berichtete darüber vorab "Spiegel- Online am Samstag:
    "Spiegel- Online", 30. August 2008, 16:24 Uhr:
    Die georgische Regierung am Pranger: Nach SPIEGEL- Informationen hat die OSZE Hinweise darauf, dass die Führung in Tiflis den Krieg mit Russland verschuldet hat. (...) In der Zentrale der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) häufen sich offenbar Hinweise auf ein massives Fehlverhalten der georgischen Führung, das zum Ausbruch der Krise beigetragen hat.

    Nach Informationen des SPIEGEL sind auf informellen Kanälen Berichte von OSZE- Militärbeobachtern aus der Kaukasus- Region an verschiedene Regierungsstellen in Berlin gelangt. Demnach habe Georgien den Militärschlag gegen Südossetien intensiv vorbereitet und seinen Angriff begonnen, bevor russische Panzer den Verbindungstunnel nach Südossetien befuhren.
    Ein Vergleich zwischen diesen beiden Versionen zeigt erhebliche und systematische Unterschiede. Das gilt für die Quellen und den Inhalt:



    Was die Quellen angeht, so berichtet der "Spiegel", es seien Berichte aus der OSZE- Zentrale "herausgesickert"; daß Militärbeobacher etwas "erzählt" hätten.

    Es steht nicht da, daß das schriftliche Berichte waren. Erst recht waren es laut "Spiegel" keine Berichte an die deutsche Bundesregierung. Vielmehr geht es um Gerüchte, um Behauptungen einzelner Mitarbeiter, die durchsickerten und dadurch auch deutschen Regierungsstellen zu Ohren kamen.

    Und was macht "Spiegel- Online" daraus? Es seien "auf informellen Kanälen Berichte von OSZE- Militärbeobachtern aus der Kaukasus- Region an verschiedene Regierungsstellen in Berlin gelangt." Das erweckt den Eindruck, daß es sich um formale, schriftliche Berichte handelte. Es erweckt weiter den Eindruck, daß diese - wenn auch auf "informellen Kanälen" - an Berliner Regierungsstellen geschickt worden seien.

    Natürlich kann man auch Gerüchte als "informelle Kanäle" bezeichnen. Natürlich kann man, wenn auch die Bundesregierung von diesen Gerüchten hört, sagen, sie seien "an sie gelangt". Aber der Leser wird das nicht so verstehen.

    Daß er es nicht so versteht, erhellt daraus, wie die Agenturen und wie einzelne Journalisten über das berichteten, was "Spiegel Online" als angebliche Informationen des gedruckten "Spiegel" gemeldet hatte.

    Beispielsweise schrieb die schon erwähnte australische Zeitung The Age (basierend auf AFP):
    The German weekly Der Spiegel separately reported that OSCE observers were blaming Georgia, whose bid to join NATO is championed by the United States, for triggering the crisis in a series of unofficial reports presented to the German government. OSCE monitors said Georgia had made elaborate preparations for the offensive in South Ossetia on August 7.

    Die deutsche Wochenschrift "Der Spiegel" berichtete unabhängig, daß Beobachter der OSZE Georgien in einer Reihe von inoffiziellen Berichten, die der Regierung übermittelt wurden, dafür verantwortlich machten, die Krise ausgelöst zu haben. Die Überwacher der OSZE erklärten, Georgien hätte ausführliche Vorbereitungen für die Offensive in Südossetien am 7. August getroffen.
    Es ist wie bei dem Spiel "Stille Post":

    Der "Spiegel" meldet Gerüchte aus der OSZE, von denen auch deutsche Regierungsstellen erfuhren. "Spiegel-Online" macht daraus Berichte, die an die Bundesregierung gelangt seien. Und die Autorin von Age, sich auf AFP stützend, versteht das, wie auch anders, als Berichte, die Beobachter der OSZE an die Bundesregierung übermittelt hätten, wenn auch nicht über offzielle diplomatische Kanäle.



    Ähnlich wie mit den Quellen macht es "Spiegel- Online" mit den Inhalten.

    Im gedruckten "Spiegel" ist allein davon die Rede, daß laut dem, was aus der OSZE "herausgesickert" sei, Saakaschwili "offenbar" Südossetien habe angreifen lassen, bevor russische Panzer durch den Roki- Tunnel hindurchgefahren waren.

    Das mag durchaus stimmen; aber über die Schuld an dem Konflikt sagt es exakt nichts.

    Es könnte sein, daß die Aktionen der Russen und diejenige der Georgier unabhängig voneinander für den Fall einer Eskalation geplant und ungefähr zeitgleich gestartet wurden; die der Georgier ungefähr dreieinhalb Stunden früher. Es könnte auch sein, daß Georgien nicht erst auf das Durchqueren des Roki- Tunnels reagierte, sondern schon auf den Aufmarsch der russischen Truppen auf nordossetischer Seite.

    Und so fort. Ich will das hier nicht diskutieren; für eine eingehende Diskussion siehe diesen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort wird vor allem auch erörtert, ob die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des Beschusses von Tschinwali - 22.30 Uhr in der Nacht zum 8. August laut "Spiegel" 35/2008 - und der ersten Meldung über das Auftauchen russischer Panzer am Ausgang des Roki- Tunnels - 2.06 Uhr laut derselben Quelle - überhaupt so groß ist, daß der Einmarsch der Russen die Reaktion auf den Angriff auf Tschinwali gewesen sein kann.

    Um diese offenen Fragen geht es mir hier nicht. Sondern darum, daß "Spiegel- Online" dem gedruckten "Spiegel" etwas zuschreibt, das dort überhaupt nicht steht: "Die OSZE" hätte Hinweise darauf "dass die Führung in Tiflis den Krieg mit Russland verschuldet hat". Es "häuften" sich Hinweise auf ein "massives Fehlverhalten" der georgischen Führung.

    Alles hinzugedichtet. Kein Wort von einer Häufung von Hinweisen steht im gedruckten "Spiegel", nichts über die Kriegsschuld.



    Und was sagt nun die OSZE selbst zu dem, was der "Spiegel" berichtet und was "Spiegel- Online" manipulativ daraus gemacht hat?

    Die in Wien, dem Sitz der OSZE, erscheinende "Presse" berichtete dazu gestern:
    "Der Spiegel" bezieht sich auf Berichte von Beobachtern der "Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (OSZE). (...) OSZE-Sprecher Martin Nesirky wies die "Spiegel"-Darstellung jedoch zurück: Die Beobachtermission erstelle regelmäßig Berichte, die über "offizielle diplomatische Kanäle" an alle OSZE-Staaten, darunter Russland und Georgien, weitergeleitet werden. "Keiner dieser Berichte enthält Informationen der Art, wie sie im Spiegel- Artikel vorkommen."
    Was ja auch der gedruckte "Spiegel" gar nicht behauptet hat. Nur hatten dessen Kollegen von "Spiegel- Online" die "Spiegel"- Geschichte so umgedeutet, daß aus Gerüchten, die Regierungsstellen in Berlin erreicht hatten, Berichte aus der OSZE an die Bundesregierung geworden waren.



    Für Kommentare zu diesem Artikel gibt es einen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort findet man auch eventuelle Aktualisierungen und Ergänzungen.

    19. Juli 2008

    Marginalie: Eine Meldung und die Wahrheit. Was sagte Präsident Bush über einen Truppenabzug aus dem Irak?

    In "Spiegel- Online" ist im Augenblick zu lesen:
    19. Juli 2008, 11:45 Uhr
    IRAK
    Bush spricht erstmals von Zeitplan für Truppenabzug


    Bisher wollte der US-Präsident sich partout nicht festlegen - jetzt hat Bush erstmals einem "allgemeinen Zeitplan" für den Abzug von US-Truppen aus dem Irak zugestimmt. Damit reagiert das Weiße Haus auch auf immer massivere Forderungen der Regierung in Bagdad.
    Und dies meldet The Hill, die größte auf Nachrichten aus dem US-Kongreß spezialisierte Zeitung:
    Bush, Maliki agree on not setting withdrawal timeline
    By Klaus Marre
    Posted: 07/18/08 11:15 AM [ET]

    The White House announced Friday that President Bush and Iraqi Prime Minister Nouri al-Maliki agreed that troop reductions should be "based on continued improving conditions on the ground and not an arbitrary date for withdrawal."

    Al-Maliki had made news last week when remarks he made were interpreted to indicate that he would like to see some sort of a timetable included in the bilateral agreement the two countries are in the process of hammering out.

    Bush und Maliki einigen sich darauf, keinen Zeitplan für einen Rückzug festzusetzen

    Das Weiße Haus teilte am Freitag mit, daß Präsident Bush und der irakische Premierminister Nuri Al-Maliki übereinstimmten, daß Truppenreduzierungen "auf kontinuierliche Verbesserungen der Bedingungen im Feld und nicht auf ein willkürliches Datum für einen Rückzug" gegründet sein sollten.

    Al-Maliki war vergangene Woche in der Presse gewesen, als Bemerkungen, die er gemacht hatte, als Hinweis darauf verstanden worden waren, daß er gern so etwas wie einen Zeitplan in das zweiseitige Abkommen einbezogen sehen würde, das die beiden Länder gegenwärtig ausarbeiten.

    Kommentar: Statt eines Kommentars habe ich ein Wort rot hervorgehoben.



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    18. Juli 2008

    Zettels Meckerecke: Urin bei der Nasa. Aber bei "Spiegel Online" läuft's nicht

    Der "Spiegel" galt einmal als die zuverlässigste Publikation Deutschlands, eine der zuverlässigsten der Welt. Das lag an der peniblen, wesentlich von Heinz Klatte aufgebauten Dokumentation; an einer Schlußredaktion, bei der jedes einzelne behauptete Faktum in jedem Manuskript vom zuständigen Redakteur der Dokumentation durch Abzeichnen bestätigt werden mußte, bevor der Artikel zum Druck freigegeben wurde.

    Lange ist's her, daß man sich auf die Fakten, die im "Spiegel" standen, verlassen konnte; so, wie auch Druckfehler und orthographische Fehler so gut wie unbekannt waren.

    Seit Kurzem hat der "Spiegel" am Ende der Leserbriefspalte einen Kasten, in dem die jeweils aktuellen Korrekturen zu der vorausgehenden Nummer stehen. In der Ausgabe 29/2008 dieser Woche erfährt man zum Beispiel, daß in der Titelgeschichte über die Nuklearenergie der vergangenen Woche irreführend über den zu erwartenden Temperaturanstieg berichtet worden war.

    Ja, hätte das denn die Dokumentation nicht merken können, nein merken müssen, bevor die Titelgeschichte in Druck ging?



    Wie in der politischen Tendenz ist beim "Spiegel" auch hinsichtlich der Sorgfalt so etwas wie eine Spiegel- Onlinisierung zu bemerken.

    "Spiegel- Online" wurde schon immer schlampig redigiert. Diese Nonchalance, was die Fakten angeht (und die Vermischung von Tatsachen und Meinungungen; viele Redakteure der ersten Stunden kamen ja von der "taz") scheint jetzt auf den gedruckten "Spiegel" überzuschwappen. Daß der ehemalige Chef von "Spiegel- Online", Mathias Müller von Blumencron, jetzt einer der beiden Chefredakteure des "Spiegel" ist, dürfte diese Assimilation zumindest nicht erschwert haben.

    Ein aktuelles Beispiel zur Arbeitsweise von "Spiegel- Online": Dort steht im Augenblick ein Artikel aus der Wissenschaftsredaktion mit einer dieser albernen Meldungen, wie man sie halt gelegentlich zur Auflockerung bringt: "WELTRAUM-TOILETTE - Nasa ruft zu Urin- Spenden auf".

    Nun gut, warum nicht. Bei der Konstruktion der Toilette für das neue Raumschiff "Orion" braucht man halt zu Testzwecken Urin, und den besorgt sich die Nasa. Vermutlich auch noch Anderes, das nicht explizit genannt wird. Also eine Meldung unter "Buntes".

    Nicht daß diese Albernheit berichtet wird, macht den Artikel erwähnenswert, sondern diese Passage:
    Das neue Raumschiff "Orion" soll die alten Space- Shuttle ablösen, die bis zum Jahr 2010 ausgemustert werden sollen. "Orion" wird allerdings frühestens 2014 zur Verfügung stehen und Flüge zum Mond ermöglichen. Es stellt eine Abkehr vom Shuttle-Design dar: Wie früher beim "Apollo"- Programm werden die Astronauten wieder in einer Kapsel auf der Spitze einer Rakete sitzen - und nicht seitlich am Haupttank zweier Booster-Raketen.
    Am Haupttank zweier Booster-Raketen! Der das geschrieben hat, weiß offenkundig nicht, wie die Shuttle- Konfiguration konstruiert ist. In der Tat hängt das Raumfahrzeug seitlich am Haupttank. Aber dieser ist keineswegs der Tank der beiden Booster. Diese nämlich sind Feststoffraketen, die folglich keinen Tank benötigen. Der Haupttank enthält den flüssigen Sauerstoff und flüssigen Wasserstoff für die Triebwerke des Raumfahrzeugs selbst. Die Booster hingegen werden nach dem Ausbrennen abgesprengt und kehren zur Erde zurück.

    Der Autor des Artikels stellt sich die Shuttle- Konfiguration offenbar so vor, daß das Raumschiff keinen eigenen Antrieb hat, daß die Booster es in den Orbit befördern und daß diese mit Flüssigtreibstoff arbeiten, der sich im Haupttank befindet. Jeder amerikanische Schüler, der sich für Raumfahrt interessiert, weiß, daß das rubbish ist.

    Der Artikel ist nicht aus Agentur- Meldungen zusammengestellt, sondern mit "(lub") gezeichnet; das ist die Paraphe des Wissenschaftsredakteurs Jens Lubbadeh. Wenn der für Raumfahrt zuständige Redakteur nicht weiß, wie ein Shuttle aufgebaut ist, dann ist das mehr als eine läßliche Schlamperei; dann ist es ein Indiz für die Arbeitsweise dieser Redaktion.

    Und wenn ich darüber meckere, dann ist das keine Beckmesserei, sondern so ziemlich die härteste Kritik, die man an einer Redaktion üben kann: Daß sie ihr Handwerk nicht beherrscht.



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    13. September 2007

    Zettels Meckerecke: Ein General als Propagandist

    Genügt denn nicht Marc Pitzke? Jetzt also auch noch ein gewisser Gregor Peter Schmitz.

    Der General Petraeus hat dem Kongreß einen sehr nüchternen, faktenorientierten Bericht über die Lage im Irak vorgelegt.

    Nur entsprach diese realistische Lagebeurteilung nicht dem Schreckensbild, das die Demokraten im Kongreß malen. Nur entsprach sie erst recht nicht dem, was "Spiegel-Online" habituell über die Lage im Irak verbreitet.

    Also schreibt der Artikel von Gregor Peter Schmitz dem General Petraeus eine "Propagandisten- Rolle" zu. Ausgerechnet Petraeus, der mit einem Propagandisten ungefähr soviel Ähnlichkeit hat wie Dirk Bach mit einem Zehnkämpfer.

    Ein "mittlerer Angestellter" sei Petraeus, heißt es in dem Artikel. Wenn Petraeus sagte, daß er den Bericht vor der Veröffentlichung dem Weißen Haus nicht vorgelegt hatte, dann fügt der "Spiegel-Online"-Autor Gregor Peter Schmitz dem ein "angeblich" hinzu.

    Und überhaupt: "Doch seine positiven Worte vor dem Kongress in dieser Woche vertragen sich schlicht nicht mit der Fronterfahrung vieler US-Soldaten."

    Die "positiven Worte" von Petraeus basieren auf Fakten. Davon kann jeder sich überzeugen, der sich die kleine Mühe macht, die von Petraeus vorgelegten Statistiken in Augenschein zu nehmen; man findet sie sogar bei "Spiegel-Online".

    Wieso die "Fronterfahrung vieler US-Soldaten" diesen Fakten widerspricht, verrät uns Gregor Peter Schmitz nicht. Haben sie, die Frontsoldaten, bessere, genauere Statistiken als Petraeus? Können sie, an der Front, die strategische, die taktische Lage besser beurteilen als die militärische Führung?

    Vielleicht, wohl eher aber nicht. Sicher aber scheint mir zu sein, daß die von Petraeus vorgelegten Zahlen der Lagebeurteilung von Marc Pitzke und Gregor Peter Schmitz widersprechen. Also muß, wie denn auch anders, Petraeus ein Propagandist sein.

    Wenn die Meinung dieser Journalisten nicht der Wirklichkeit entspricht - umso schlimmer für die Wirklichkeit. Umso schlimmer für den, der diese Wirklichkeit beschreibt.

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    13. August 2007

    Zettels Meckerecke: Wer darf eigentlich bei Artikeln den Vorspann schreiben?

    Bei "Spiegel"-Online ist es notorisch: Im Vorspann, im "Aufmacher" zu einem Artikel steht oft etwas erheblich Anderes als im Artikel selbst. Reißerisches, Übertriebenes, oft regelrecht Falsches, das durch den Text der Meldung oder des Beitrags überhaupt nicht gestützt wird.

    Eben habe ich ein besonders drolliges Beispiel gefunden; allerdings bei "Welt Online". Im Vorspann zu einem Artikel über einen Mord nach dem Kirchgang steht:
    Im US-Staat Missouri hat eine schreckliche Bluttat nach einem Gottesdienst drei Menschen das Leben gekostet. Der Gouverneur des Ortes sprach von einer „schreckliche Tragödie an einem friedlichen Ort des Glaubens".
    Wie stellt sich der- oder diejenige, der/die das geschrieben hat, die politischen Verhältnisse in den USA vor? Jeder Ort hat einen "Gouverneur"? So, wie Robinson Crusoe sich zum Gouverneur seiner Insel ernannt hatte?

    Eine Kleinigkeit, gewiß. Nur - sowas kann doch nur jemand schreiben, dessen politische Kenntnisse nicht über die eines Obertertianers hinausreichen.

    Wer also schreibt eigentlich so einen Aufmacher, so einen Vorspann? Ob das vielleicht das erste ist, was ein Praktikant, ein Volontär tun darf?

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    5. Juli 2007

    Zettels Meckerecke: Jetzt weiß ich, warum Marc Pitzke in "Spiegel-Online" schreiben darf

    Ich habe mich oft gefragt, wieso die Redaktion von "Spiegel-Online" sich dafür entschieden hat, anti- amerikanische Propaganda zu verbreiten.

    Natürlich besteht die Redaktion zum Teil aus Leuten, die - manche von der "TAZ" kommend - die USA hassen, weil sie den Kapitalismus hassen. Aber sie wollen ja auch Geld verdienen.

    Und diesem Ziel schadet es doch offensichtlich, wenn "Spiegel-Online" unseriös berichtet. Ich jedenfalls glaube kein Wort von dem, was dort steht; es sei denn, ich habe es aus seriöser Quelle verifiziert.

    Ich vermute, daß niemand glaubt, was in "Spiegel-Online" steht. Jeder weiß, daß das tendenziös ist, eine Mischung aus Berichterstattung und Agitation.



    Heute habe ich verstanden, warum die Chefredaktion von "Spiegel-Online" der Meinung ist, sie könne ihrem Antiamerikanismus so frei Lauf lassen wie das "Neue Deutschland" oder die "Junge Welt".

    Der schlichte Grund ist, daß die Redaktion ihre Leser für debil hält.

    Hier ist ein "Großes Quiz" von "Spiegel-Online" zum Wissen über die USA.

    Dort müssen sauschwere Fragen beantwortet werden - wer der momentane (es heißt "aktuelle") Präsident der USA ist (Condoleezza Rice?), wie die Hauptstadt der USA heißt (Los Angeles?), wer der erste Präsident der USA war (Harry S. Truman?), wie man die Fahne der USA nennt (Trikolore?), was am 4.Juli gefeiert wird (Sonnenwende?).

    Und wenn man dann durch ist durch diese Fragen, die sich offensichtlich an Schwachsinnige wenden, dann bekommt man mitgeteilt:
    Hut ab, Sie kennen die USA wie Ihre Westentasche. Zwischen New York und Los Angeles bewegen Sie sich kenntnisreich und souverän, Sie sind sicher, wenn es um Geschichte, Wirtschaft und Politik geht. Unser Tipp: Gründen Sie in Ihrer Stadt den deutsch-amerikanischen Freundschaftsverein.
    Mit anderen Worten - "Spiegel-Online" hält seine Leser für Deppen, was die Kenntnis der USA angeht.

    Kein Wunder, daß man ihnen Marc Pitzke zumuten kann. Sie werden's - so denkt offenbar die Chefredaktion - schon nicht merken, was man ihnen da vorsetzt.

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    22. Juni 2007

    Zettels Meckerecke: Über das schöne Leben unter der Hamas. Nebst einer Anmerkung zum Revolutionstourismus

    Auf der Meinungs- Seite der "New York Times" schrieb vorgestern ein gewisser Ahmed Yousef einen Kommentar, in dem zu lesen war:
    The events in Gaza over the last few days have been described in the West as a coup. In essence, they have been the opposite. (...)

    The streets of Gaza are now calm for the first time in a very long time. We have begun disarming some of the drug dealers and the armed gangs and we hope to restore a sense of security and safety to the citizens of Gaza. We want to get children back to school, get basic services functioning again, and provide long-term economic gains for our people.

    Our stated aim when we won the election was to effect reform, end corruption and bring economic prosperity to our people. Our sole focus is Palestinian rights and good governance. We now hope to create a climate of peace and tranquillity within our community (...)

    We continue to believe that there is still a chance to establish a long-term truce.

    Die Ereignisse in Gaza während der vergangenen Tage sind im Westen als Putsch bezeichnet worden. Im wesentlichen waren sie das Gegenteil (...).

    Zum ersten Mal seit langer Zeit sind die Straßen von Gaza jetzt ruhig. Wir haben mit der Entwaffnung einiger der Drogen- Dealer und der bewaffneten Banden begonnen und hoffen, den Bürgern Gazas ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zurückzugeben. Wir wollen, daß die Kinder wieder in die Schule gehen, daß die Grundversorgung wieder funktioniert, und wir wollen für unser Volk langfristig wirtschaftliche Verbesserungen.

    Unser ausdrückliches Ziel, als wir die Wahlen gewannen, war die Durchführung von Reformen, ein Ende der Korruption und wirtschaftlicher Wohlstand für unser Volk. Unser einziger Schwerpunkt sind die Rechte der Palästinenser und gute Regierung. Jetzt hoffen wir ein Klima des Friedens und der Ruhe in unserer Gemeinschaft herzustellen.

    Wir glauben weiterhin, daß es immer noch eine Chance für einen lang anhaltenden Waffenstillstand gibt.

    Das nennen ich eine faire Presse, in der der Autor dieser Agitprop, ein Ratgeber des Hamas- Führers Ismail Haniya, sich derart äußern darf. Nicht als Leserbrief, nicht als Zitat, von dem die Redaktion sich distanziert. Sondern als ein Op-Ed- Kommentator wie jeder andere.



    Da will "Spiegel-Online", freilich weniger zur Weltpresse zählend, nicht nachstehen. Gestern gleich mit zwei langen Pro- Hamas- Beiträgen.

    Erstens mit einem Interview mit einem Hamas- Führer, über das in Spirit of Entebbe Informatives zu lesen ist.

    Und zum anderen mit einem zweiteiligen Artikel von Ulrike Putz, die auch das Interview geführt hatte, und in dem Sätze stehen wie:
    Als Israel am Mittwoch zum ersten Mal seit einer Woche wieder ausländische Journalisten nach Gaza ließ, wusste niemand so recht, was ihn erwartet. Nicht das: Gaza, wie es die allermeisten von uns noch nie erlebt haben. Lebhaft, fast schon lebenslustig. Wo früher an den Straßenkreuzungen Uniformierte mit Kalaschnikows standen, regeln jetzt Männer in neongelben Schutzwesten den Verkehr. Dass sie dazu von der Hamas abgestellt sind, zeigen die grünen Schirmmützen mit dem Logo der islamistischen Partei. (...)

    "Endlich leben wir in friedvollen Zeiten", ruft uns ein Mann, dessen Familie sich am Strand zum Picknick versammelt hat, zu sich. Er ist Englischlehrer bei einer von der Uno betriebenen Grundschule in einem Vorort von Gaza- Stadt. Noch vor zwei Wochen sei das Leben in Gaza furchtbar gewesen, sagt er. "Wer immer wollte, konnte dir ein Bestechungsgeld abpressen, konnte dich einfach anhalten und dein Auto stehlen", sagt Abu Bashar. Das sei nun vorbei.
    Und so weiter. Ein paar salvatorische Klauseln - die Ruhe sei trügerisch usw. -, aber insgesamt ein Bild der Idylle, das Ulrize Putz für uns entwirft.



    Mich erinnert das an den "Revolutionstourismus" nach Lenins Sieg in Rußland. Da sahen viele Journalisten auch nur die Wiedereinkehr von Ruhe und Ordnung, die fröhlichen Menschen, die Aufbruchstimmtung.

    Ebenso positiv berichteten viele westliche Journalisten über Deutschland, als sie es anläßlich der Olympischen Spiele 1936 besuchten.

    Ruhe und Ordnung sind halt leicht zu erkennen. Die Verhaftungen und Folterungen, die Verfolgung Andersdenkender, das Klima der Angst, das eine Diktatur mit sich bringt, erschließt sich nicht jedem Naiven, der zwecks Berichterstattung irgendwo hinfährt.

    Naja, er muß ja nicht naiv sein. Vielleicht weiß er auch, wessen Sichtweise er darstellt, und warum.

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    2. Mai 2007

    Marginalie: Da staunt der Steingart ...

    ... und der SPON-Leser wundert sich. Nach Malzahns Breitseite gegen den Antiamerikanismus (die irgendwie aber an seiner eigenen Redaktion vorbeigeflogen sein muß) ist es nun Gabor Steingart himself, der sich als Atlantiker outet. Eingebettet in eine Eloge auf die Kanzlerin, die ja in der Tat im Begriff ist, in die Riege der großen Staatsmänner aufzurücken.



    Schön, daß Steingart das jetzt merkt. Glückwunsch, Redakteur!

    Nur, erstens: Was veranlaßt Gabor Steingart, diese seine Einsicht uns Lesern von SPON mitzuteilen?

    Er ist ja eigentlich Wirtschaftsredakteur. Jetzt allerdings zum Leiter der Hauptstadt- Redaktion des "Spiegel" aufgestiegen.

    Damit freilich immer aber noch nicht so ganz richtig zuständig für Außenpolitik. Ist da einer dabei, seine Schuhe ein wenig zu weiten, damit sie die Schuhgröße von Aust erreichen?

    Recht sollte es mir sein. Einen besseren als Steingart als Nachfolger von Aust kann ich mir nicht vorstellen. Aber eben darum - weil Steingart ein Liberaler ist, ein im Zweifelsfall Liberalkonservativer - kann ich mir das auch wieder nicht so recht vorstellen.



    Was zweitens SPON angeht - ob der "Spiegel"- Grande Steingart, ob der SPON- Politik- Chef Malzahn, wenn sie es denn ernst meinten, nicht doch vielleicht die Macht hätten, die antiamerikanischen, oft genug auch antiisraelischen Linken in ihrer Redaktion, die so schreiben und Meldungen auswählen, als hätten sie ihr Handwerk an der Sektion für Journalistik der Karl- Marx- Universität Leipzig gelernt, - ob diese beiden nicht doch die Macht hätten, diese Leute, die Journalismus mit Agitprop verwechseln, zur Räson zu bringen?

    Nein, ich fordere keine Zensur. Jeder soll schreiben dürfen, was er mag.

    Nur gehört die Verlängerung von Verträgen ja nicht zu den Menschen- oder Freiheitsrechten.

    Wer systematisch linke Propaganda betreibt, der mag das in der "Jungen Welt" tun, im "Neuen Deutschland" oder in der "taz". Wenn Leute wie Malzahn und Steingart glaubwürdig sein wollen, dann sollen sie doch bitte dafür sorgen, daß er und sie das nicht länger in SPON tut.

    29. April 2007

    Zettels Meckerecke: SPON berichtet über den Wiederaufbau im Irak! Allerdings ...

    Zur Nazi-Zeit erfuhr man über moderne Kunst nur dann etwas, wenn sie als "entartet" angeprangert wurde.

    Gelernte DDR-Bürger wußten aus den Negativ- Meldungen über die Bundesrepublik das eine oder andere über die wahren Lebensbedingungen zu entnehmen, zwischen den Zeilen lesend.

    Daran fühlte ich mich durch eine Meldung in "Spiegel Online" (SPON) über den Irak erinnert. Ihre Tendenz ist, wie könnte es anders sein, negativ:
    Unsummen haben die USA in den Aufbau des Irak gesteckt. Stichproben förderten nun viel Murks zu Tage. Gewaltige Summen wurden offenbar in den Sand gesetzt.
    Wer seine Informationen nur aus SPON bezieht, der dürfte damit zum ersten Mal etwas davon erfahren haben, daß im Irak nicht nur Terroristen bomben und US-Soldaten sterben, daß dort nicht nur Geiseln genommen werden und Menschen in berüchtigten Gefängnissen sitzen, sondern daß auch ein Wiederaufbau stattfindet. Und zwar offenbar ein gewaltiger Wiederaufbau. Über acht Projekte, die jetzt inspiziert worden waren, heißt es:
    150 Millionen Dollar haben sie insgesamt verschlungen - nur ein kleiner Bruchteil der insgesamt 30 Milliarden, die für den Aufbau veranschlagt sind.
    Dreißig Millarden Dollar haben die USA für den Wiederaufbau des Irak ausgegeben oder planen das! Seltsam, nicht wahr, daß über alle diesen neuen oder modernisierten Schulen und Krankenhäuser, über den Straßenbau und die Modernisierung der Stromversorgung, daß über alle diese Infrakstruktur- Maßnahmen so gut wie nichts berichtet wird. Jedenfalls nicht in SPON. Lesen wir weiter:
    In einer Geburtsklinik in der im Norden gelegenen Stadt Erbil etwa fanden die Inspektoren zwar die teure, eigens angeschaffte Verbrennungsanlage für medizinische Abfälle - sie lag jedoch hinter einer mit einem Vorhängeschloss gesicherten Tür. (...) Ein eigens eingebautes System zur Trinkwasseraufbereitung war ebenfalls nicht in Betrieb. (...) Ein System zur Sauerstoffversorgung, das installiert worden war, wurde nicht genutzt.
    Schau an, da wurde also mit US-Mitteln eine Klinik modernisiert. Hat SPON je darüber berichtet, oder über andere derartige Projekte? Nein, solange sie funktionieren, sind sie keine Meldung wert. Wenn aber Inspektoren etwas finden, was ähnlich jeder Bericht des Bundes- Rechnungshofs enthält, dann auf einmal erfährt das der staunende Leser von SPON.

    Der Artikel schließt mit dem süffisant gemeinten Satz:
    Ein US-Brigadegeneral hatte erst im vergangenen Monat gefordert, man solle doch endlich einmal darauf schauen, was schon alles erreicht worden sei im Irak: "Was Sie nicht sehen", sagte General Michael Walsh zu Journalisten, "sind die Erfolge im Wiederaufbau- Programm, wie der Wiederaufbau das Alltagsleben der Menschen im Irak verändert".
    In der Tat, das sehen wir nicht. Wir sähen es jedenfalls nicht, wenn wir unser Bild von der Situation im Irak aus SPON bezögen.

    Es sei denn, wir lesen Horror- Stories wie die jetzige sozusagen gegen den Strich.

    So, wie viele der Besucher, die 1937 durch die Ausstellung "Entartete Kunst" in München zogen, Kunstfreunde waren, die auf diese Weise endlich Zugang zu verbotenen Kunstwerken hatten.

    10. April 2007

    Rückblick: Woher kamen die "Hunderttausende"?

    Gestern habe ich hier darauf aufmerksam gemacht, daß laut "Spiegel-Online" in Nadschaf "Hunderttausende" demonstrierten, während in den seriösen Medien durchweg nur von Zehntausenden die Rede war und ein Sprecher der US-Armee sogar aufgrund von Luftaufnahmen nur 5000 bis 7000 Teilnehmer schätzte.

    Ja, wo hatte denn "Spiegel-Online" seine Horrorzahlen (oder, je nach Blickwinkel, seine geschönten Zahlen) her?

    Eine mögliche Quelle verrät heute in "Iraq the Model" der Blogger Omar, der auch sonst Aufschlußreiches über diese Demonstration zu berichten weiß:
    Speaking of the Sadrists' pitiful demonstrations. His aides were hoping to gather a million marchers for yesterday but all they could manage were less than ten thousands, that's even when they bussed people from Baghdad and Basra.

    The Arabic-speaking al-Alam Iranian channel claims the number was "hundreds of thousands" but that's just al-Alam, other channels and the footage we saw all put the number between 5 and 10 thousand.

    I had personally been to a demonstration of 10 thousands once and what I saw yesterday was definitely smaller.

    Etwas zu den armseligen Demonstrationen der Sadristen. Seine Führungsriege hoffte, für gestern eine Million Marschierer auf die Beine zu bringen. Aber sie schafften nur weniger als zehntausend, obwohl sie Menschen aus Bagdad und aus Basra mit Bussen hinfuhren.

    Der auf Arabisch sendende iranische Kanal Al Alam behauptet, die Zahl sei "Hunderttausende" gewesen. Aber das ist nur Al Alam. Andere Kanäle und das Bildmaterial, das wir sahen, besagen eine Zahl zwischen fünf- und zehntausend.

    Ich bin selbst auf einer Demonstration mit zehntausend Teilnehmern gewesen, und was ich gestern gesehen habe, war eindeutig weniger.
    Weiter berichtet "Iraq the Model", daß die Sadristen neuerdings bei Demonstrationen irakische Flaggen in großer Zahl verwendeten. Sie würden damit der im Irak weitverbreiteten Meinung entgegenwirken wollen, daß sie vom Iran gesteuert seien. Das Geld für den Kauf der vielen Flaggen sei in Bagdad bei Geschäftsleuten als "Spende" eingetrieben worden - 6000 Dinar hätten die Geschäfte an den Hauptstraßen blechen müssen; 2000 Dinar die anderen.



    Übrigens: Leiter des Ressorts "Politik" von "Spiegel-Online" ist jener Claus Christian Malzahn, der kürzlich den Antiamerikanismus in Deutschland beklagt und dafür "die offizielle deutsche Politik" verantwortlich gemacht hat.

    Ob Malzahn, der bekennende Anti- Anti- Amerikaner, nicht mal seinen Redakteuren nahebringen könnte, daß im Zweifel CNN und Reuters zuverlässigere Informationen liefern als ein iranischer Propagandasender?

    9. April 2007

    Marginalie: Zehnerpotenzen

    Drei Überschriften, wie sie momentan im Web zu finden sind:
  • IRAK
    Sadr stachelt Miliz an, Hunderttausende folgen Protestaufruf

    Spiegel-Online

  • Irak
    Zehntausende protestieren gegen Besatzungs- truppen

    FAZ.Net

  • Thousands join anti-U.S. march marking Baghdad's fall
    Powerful Shiite cleric Muqtada al-Sadr called for the demonstration, which Najaf police said included tens of thousands of protesters. The U.S. Army estimated the crowd size at closer to 5,000 to 7,000 participants based on aerial photographs, said military spokesman Lt. Col. Steve Boylan.

    Der mächtige schiitische Geistliche Muktada Al Sadr rief zu der Demonstration auf, die nach Angaben der Polizei von Nadschaf Zehntausende von Protestierenden umfaßte. Die US-Armee schätzte die Größe der Menge aufgrund von Luftaufnahmen auf eher 5000 bis 7000 Teilnehmer. Dies teilte der Militärsprecher Oberstleutlant Steve Boylan mit.
    CNN heute um 9:27 a.m. EDT, entsprechend 15.27 MEZ.



  • Kommentar: Von "Zehntausenden" sprechen verschiedene Meldungen, u.a. die von Reuters. "Hunderttausende" habe ich bei einer Durchsicht der aktuellen Meldungen nur bei Spiegel-Online gefunden.

    29. März 2007

    Zettels Meckerecke: "Spiegel-Online" gegen den Antiamerikanismus!

    "Nichts ist verächtlicher, als wenn Literaten Literaten Literaten nennen", hat Tucholsky geschrieben.

    Daran fühle ich mich erinnert, wenn ich jetzt in - ausgerechnet! - Spiegel- Online eine Philippika gegen den Antiamerikanismus lese. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von Claus Christian Malzahn, dem Leiter des Ressorts Politik von SPON.



    Wow! Jahrelang hat der "Spiegel", hat noch viel schlimmer "Spiegel-Online" den Antiamerikanismus gepflegt und gehätschelt wie kaum ein deutsches Medium. Wer's nicht glaubt, der schaue im Archiv von Davids Medienkritik nach und lese zum Beispiel dies. Oder er tue es sich an, in SPON die dort vermutlich archivierten Berichte von Marc Pitzke aus den USA zu lesen.

    Nun also wettert ein Leitender Redakteur von SPON gegen den Antiamerikanismus. Der Literat nennt die Literaten Literaten.

    Ja, wo kommt er denn her, dieser Antiamerikanismus? Sind etwa Medien wie SPON schuld? Wie der "Stern", wie "Panorama" und "Monitor"?

    Sind diejenigen schuld am deutschen Antiamerikanismus, die seit Jahrzehnten nicht im Kommunismus und im Islamismus die Bedrohung für unsere Freiheit sehen (dies jedenfalls so sagen), sondern im "ungezügelten Kapitalismus", im "Neoliberalismus", im "US-Imperialismus"?

    Die uns die USA so schildern, als hätten sie ihr Wissen allein aus den Pamphleten und der cineastischen Agitprop von Michael Moore bezogen?

    Aber nein! Weit gefehlt! "Die offizielle deutsche Politik, die das Ergebnis der Umfrage heftig beweinen wird, hat den Antiamerikanismus größtenteils verursacht" schreibt Malzahn.

    Ob er, wie Herr Keuner, erbleichte, als er das zu Papier oder zu Computer brachte, wird man leider nicht erfahren.