15. Juni 2012

Zitat des Tages: "In Fukushima stellt Strahlung kein Gesundheitsproblem dar". Nicht wahr, diese Meldung hätte eigentlich durch die Medien gehen müssen

In Fukushima stellt Strahlung kein Gesundheitsproblem dar. Aber die Angst vor Strahlung hat sehr schlimme Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Wir müssen deshalb viel mehr über Natur und Wirkung von Strahlung aufklären.
Der Oxforder Strahlenphysiker Wade Allison am vergangenen Dienstag in einem Interview mit "Welt-Online", in dem er ausführlich erklärt, wie gering die Schäden beim Unglück von Fukushima in Relation zu der Angst sind, die dieses ausgelöst hat.

Kommentar: Am Dienstag ist es erschienen, dieses Interview, in dem Allison die zitierte Beurteilung ausführlich anhand von wissenschaftlichen Daten begründet. Heute ist Freitag. Wenn Sie im deutschen Google News oder in der deutschen Nachrichtensuchmaschine News Reader nachsehen, werden Sie feststellen, daß kaum ein deutsches Medium außer der "Welt" selbst dieses Interview aufgegriffen hat. Es ist, medial gesehen, so, als hätte es gar nicht stattgefunden.

14. Juni 2012

Marginalie: In Ägypten übernimmt der Militärrat wieder die Macht. Die Islamisten müssen um ihre Vorherrschaft fürchten

Das Ägyptische Oberste Verfassungsgericht hat heute zwei Entscheidungen mit weitreichenden Folgen getroffen: Erstens wurde die Wahl beider Kammern des Parlaments für ungültig erklärt. Zweitens wurde ein Gesetz annulliert, das auf Englisch Political Disenfranchisement Law heißt, wörtlich "Politisches Entrechtungsgesetz". Es war vom islamistisch beherrschten Parlament verabschiedet worden und bestimmte, daß niemand für ein Amt kandidieren darf, der Teil des Mubarak-Regimes gewesen war.

Marginalie: Rosenkrieg im Haus François Hollande. Cherchez la femme! Aber es gibt auch einen politischen Hintergrund

Sehen Sie sich einmal diese beiden Fotos an: Zwillinge? Jedenfalls Schwestern?












Es sind Ségolène Royal, die langjährige Gefährtin von François Hollande, und Valérie Trierweiler, die aktuelle Gefährtin von François Hollande. Da haben Sie das Thema, das im Augenblick Frankreich mehr beschäftigt als die gesamte sonstige zweite Runde der Wahlen zur Nationalversammlung am Sonntag: Der Krieg, den Valérie gegen Ségolène führt. Die Nachfolgerin gegen die Ex.

13. Juni 2012

Marginalie: Hakan der Gemüsehändler und das Urheberrecht. Samt Link zu einer ungewöhnlich gründlichen Auseinandersetzung mit den Plänen der "Piraten"

Sollte man Äpfel mit Birnen vergleichen? Ja, warum denn nicht? Birnen sind zum Beispiel, wenn sie die richtige Reife haben, saftiger als Äpfel.

Sollte man aber auch das Urheberrecht mit Äpfeln und Birnen vergleichen?

Zitat des Tages: "Mut-Bürger in Uniform". Aus der Rede Gaucks vor der Führungsakademie der Bundeswehr. Nebst einem Kommentar zu einem Kommentar

Freiheit ist ohne Verantwortung nicht zu haben. Für Sie, liebe Soldatinnen und Soldaten, ist diese Haltung selbstverständlich. Ist sie es auch in unserer Gesellschaft? Freiheit und Wohlergehen sehen viele als Bringschuld von Staat und Demokratie. Manche verwechseln Freiheit mit Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus. Andere sind sehr gut darin, ihre Rechte wahrzunehmen oder gegebenenfalls auch vehement einzufordern. Und vergessen dabei allzu gern, dass eine funktionierende Demokratie auch Einsatz erfordert, Aufmerksamkeit, Mut, und manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben.

Diese Bereitschaft zur Hingabe ist selten geworden in Zeiten, da jeder für sich selbst Verantwortung zu übernehmen hat – und zu viele meinen, damit schon genug Verantwortung zu tragen. Hier, in der Bundeswehr, treffe ich auf Menschen mit der Bereitschaft, sich für etwas einzusetzen – gewissermaßen auf "Mut-Bürger in Uniform"!
Bundespräsident Gauck gestern in der Rede anläßlich seines Antrittsbesuch bei der Bundeswehr vor der Führungsakademie der Bundeswehr. Den Text der Rede können Sie auf der WebSite des Bundesministeriums der Verteidigung nachlesen. Was ich empfehle.

Kommentar: Das Befreiende an den Reden von Bundespräsident Gauck ist, daß er das Selbstverständliche sagt.

Er redet von Freiheit und Verantwortung, von den Rechten des Einzelnen und seiner Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft so, wie das für einen amerikanischen, einen französischen oder seit der Befreiung vom Kommunismus für einen polnischen Präsidenten selbstverständlich ist.

Er nennt die Verwundeten des Afghanistan-Kriegs nicht "Verletzte" und die Toten nicht "ums Leben Gekommene". Er spricht von Kriegsversehrten und Gefallenen.

12. Juni 2012

Zettels Meckerecke: Schäm dich, "Spiegel"!

Auf dem Titelblatt des aktuellen "Spiegel" finden Sie eine, tja, wie soll man es nennen? Sagen wir: Schlagzeile. Sie besteht aus dem Wort "Schade", dahinter ein Punkt. Darunter klein "Obamas mißglückte Präsidentschaft".

An dieser Schlagzeile ist zweierlei bemerkenswert.

"Wir sind alle Marsianer" - Zum Tod von Ray Bradbury. Ein Gastbeitrag von Ulrich Elkmann

Zu den "Großen Drei" auf den Gebiet der Science Fiction zählt man in der Vereinigten Staaten Isaac Asimov (1920-1992), Arthur C. Clarke (1917-2008) und Robert A. Heinlein (1907-1987) - Autoren, die den klassischen Themenkomplex dieses Genres umrissen haben und die auch dem Nichtspezialisten ein Begriff sind. Sie haben das nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, daß ihre Bücher zu den ersten gehörten, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs von renommierten Verlagen herausgebracht wurden und diese Literaturgattung aus dem Ghetto bunter Groschenhefte befreiten - jenen pulps, knallige action-Literatur, die man verschämt am Kiosk erstand.

Der Autor, der die meisten Leser gehabt haben dürfte, war aber wohl ein anderer: Ray Bradbury, dessen Bücher The Martian Chronicles (1950, dt.: Die Mars-Chroniken) und The Illustrated Man (1951; dt. Der illustierte Mann) für Millionen amerikanischer Leser eine erste Berührung mit den Themen der Science Fiction waren; vor allem mit der Behandlung des Themas "Zukunft", ob nun optimistisch oder mit dunkler Furcht grundiert.

11. Juni 2012

Marginalie: Breivik ist nicht schizophren. Sagt ein Team von Experten

Um den Breivik-Prozeß ist es in unseren Medien still geworden. Dessen zentrale Frage ist aber noch immer unbeantwortet: Leidet Anders Breivik unter einer paranoiden Schizophrenie und ist er damit schuldunfähig, oder ist er ein Psychopath - zwar auch eine gestörte Persönlichkeit, aber voll verantwortlich für das, was er getan hat?

Jetzt ist ein weiterer Schritt zur Beantwortung dieser Frage getan.

Frankreichs Wahljahr 2012 (13): Die Mehrheit der Wähler hat gegen die Linke gestimmt. Falschmeldung in "Spiegel-Online". Das amtliche Endergebnis

"Frankreich will die politische Wende: Bei den Wahlen zum neuen Parlament erhielten die linken Parteien im ersten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen". So steht es seit gestern 23.55 Uhr bei "Spiegel-Online". Eine glatte Falsch­meldung des größten deutschen Nachrichtenportals. Eine, die sich wahrscheinlich in vielen Köpfen festsetzen wird.

Hier können Sie sich das vorläufige amtliche Endergebnis ansehen, veröffentlicht vom französischen Innenministerium. Es zeigt, daß die linken Parteien nicht die Mehrheit der Stimmen erreicht haben.

10. Juni 2012

Zitat des Tages: Public Viewing zur Fußball-WM anno 1954. Ein Psychologe psychologisiert

F.A.S: Früher hat man in kleinen Kneipen geguckt. Heute schaut man auf großen Plätzen, mit Hunderten von Menschen. Macht das einen Unterschied?

Strauß: Psychologisch gesehen: nein. In beiden Fällen möchte man seine Emotionen nicht allein auf dem Sofa erleben. Das konnte man auch schon bei der Welt­meisterschaft 1954 beobachten. Menschen versammelten sich vor den großen Kaufhäusern, um auf den Fernsehgeräten in den Schaufenstern gemeinsam das Spiel zu sehen.
Aus einem Interview in der heutigen "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.) mit dem Münsteraner Professor für Sportpsychologie Bernd Strauß.

Kommentar: Die Menschen wollten bei der WM 1954 "ihre Emotionen nicht allein auf dem Sofa erleben" und versammelten sich deshalb vor den Fernsehgeräten in den Schaufenstern?

Eine interessante psychologische Theorie.

9. Juni 2012

Frankreichs Wahljahr 2012 (12): Morgen sind Parlamentswahlen. Die Parteien rechts von der Mitte liegen vorn. Die Linke wird wahrscheinlich gewinnen

Die Wahl des Präsidenten im Nachbarland Frankreich hat unsere Medien stark beschäftigt. Die Wahlen zur Nationalversammlung, deren erster Wahlgang morgen stattfindet (der zweite dann in einer Woche) erregen viel weniger Interesse.

In gewisser Weise zu Recht. Denn zum einen ist es in Frankreich der Präsident, der weitgehend die Richtlinien der Politik bestimmt. Präsident Hollande hat beispielsweise bereits die Regierung gebildet, bevor überhaupt der Wähler über die Zusammensetzung des Parlaments bestimmen konnte (Die Regierung ist ernannt, noch bevor die Nationalversammlung gewählt wurde. Das neue, sozialistische Frankreich; ZR vom 17. 5. 2012). Zum anderen gibt es kaum einen Zweifel daran, daß die Linke siegen wird.

Sieht man sich allerdings die Umfrageergebnisse an, dann bietet sich ein anderes Bild als ein Sieg der Linken; jedenfalls auf den ersten Blick.

Zitat des Tages: Hansi Flicks Äußerung im Wortlaut. Es gibt da eine hübsche Pointe

Da heißt's einfach Stahlhelme aufsetzen, groß machen, und dann ..., wenn so eine Situation kommt. Aber wir haben ja auch ... unsere Spielphilosophie ist ja auch die, daß wir im Zweikampf geschickt agieren, daß wir auf Ballgewinn aus sind, und möglichst wenige Fouls. Und klar, morgen ist es natürlich auch noch die Vorgabe, daß man um den ... sagen wir mal, um zwanzig, fünfundzwanzig, man könnte es fast auch auf dreißig Meter ausweiten, ... letztendlich geschickt im Zweikampf agiert. Und ... ja, Ronaldo hat schon einen außergewöhnlichen ... äh ... ja ... muß ich ich es jetzt richtig sagen, ich sag nicht .. "Schuß" sagen, sondern [lacht] ... äh ... Freistoß-Qualität.
Der Assistent von Bundestrainer Löw, Hans-Dieter ("Hansi") Flick, gestern bei einer Pressekonferenz in Danzig als Antwort auf die Frage eines Journalisten, wie sich die deutsche Mannschaft auf Freistöße der portugiesischen Mannschaft in der Nähe des Tors vorbereite. Das Video können Sie beispielsweise hier ansehen.

Kommentar: Flick hat also offenbar, noch während er sprach, geahnt, daß er "Autobahn" gesagt hatte, und ironisierte das mit der Bemerkung über den Schuß.

Die öffentliche Aufregung konnte er damit nicht abwenden. Wenn man nach "'Hansi Flick' Stahlhelm" googelt, erhält man im Augenblick 49.700 Fundstellen. Es dürften im Lauf des Samstag noch einige mehr werden.

8. Juni 2012

Marginalie: Ausbau der Kernenergie in Osteuropa - mit Rußlands Hilfe. Angebote liegen auf dem Tisch

Wenn der eine aussteigt, dann steigt der andere ein.

Rosatom ist die staatliche russische Atomagentur; zuständig sowohl für die militärische als auch die friedliche Nutzung der Atomenergie. Rosatom will jetzt nach Osteuropa expandieren.

Wie Stratfor vorgestern meldete, verhandeln die Russen mit Ungarn. Sie bieten an, den Ausbau von dessen Versorgung mit Atomstrom zu finanzieren. Kosten rund 10 Milliarden Euro.

7. Juni 2012

Zettels Meckerecke: Eine Frage verschwindet. Die Meinung der Deutschen zum Atomausstieg und die Berichterstattung des WDR

Das, was Sie jetzt lesen, habe ich mehrfach nachgeprüft, weil ich es nicht glauben konnte.

Direkt unter diesem Artikel finden Sie die Marginalie, in der ich mich mit den Ergebnissen des aktuellen "Deutschlandtrends" der ARD befaßt habe.

Ich hatte mich für die dortigen Angaben auf die PDF-Datei von Infratest dimap gestützt, die Sie hier herunterladen können. Die Grafiken wurden von dem Institut erstellt; jede trägt dessen Logo.

Nach der Sonntagsfrage wurden insgesamt 17 Fragen gestellt (Numerierung von mir):

Marginalie: 53 Prozent der Deutschen sind dafür, bei steigenden Strompreisen den "Ausstieg" zu verschieben. Nur 42 Prozent wollen das nicht

Gestern Abend um 22.45 Uhr veröffentlichte der WDR die Ergebnisse des aktuellen Deutschlandtrends, der regel­mäßigen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Senders. Inzwischen liegen dazu Schlagzeilen vor; und wie meist findet das eine Medium dieses, das andere jenes Befragungsergebnis so wichtig, daß es in den Titel des Artikels gehoben wird. Zum Beispiel:

6. Juni 2012

Die Angst des Journalisten vor der Autobahn

Die Fußball-EM steht vor der Tür und die Berichterstattung läuft sich schon warm. Und noch vor dem Anpfiff spürt man die Angst deutscher "Qualitätsjournalisten", sich politisch inkorrekt auszudrücken.

Der heutige Venusdurchgang: Einige Informationen, die Sie vielleicht interessieren


Während ich dies schreibe, bewegt sich die Venus vor der Sonne. Ich verfolge das auf der WebSite der NASA. Man kann es sich beispielsweise auch beim CosmicLog von MSNBC ansehen.

Wenn Sie dies lesen, ist das Spektakel wahrscheinlich vorbei. Auch wenn Sie sich für Astronomie interessieren, werden Sie es vermutlich nicht direkt haben beobachten können, angesichts der Wolkendecke über Mitteleuropa.

Auch wenn Sie sich andererseits nicht für Astronomie interessieren, werden Sie von dem Ereignis gehört und gelesen haben; meist vermutlich unter der Bezeichnung "Venustransit". Das ist ein Anglizismus (venus transit heißt die Sache auf Englisch), der sich inzwischen eingebürgert hat.

Möglicherweise sind Ihnen dabei einige Fragen durch den Kopf gegangen. Vielleicht beantwortet das Folgende die eine oder andere davon.

5. Juni 2012

Aktuelles zum Krieg der Dschihadisten (11): Die Kaida ist besiegt? Keineswegs. Im Jemen kontrolliert sie bereits "Emirate"

Seit der Tötung Osama Bin Ladens ist die Kaida weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Das liegt zum einen an der seither weit­ver­breiteten Meinung, die Dschihadisten seien durch diesen Schlag derart entscheidend geschwächt, daß von ihnen kaum noch eine Gefahr ausgehe. Zum anderen richtet sich seit dem Beginn der tunesischen Revolution im Dezember 2011 die Aufmerksamkeit zunehmend auf die politischen Umbrüche in Arabien; weniger auf den Kampf der Dschihadisten.

Auch an den Berichten in diesem Blog können Sie diese Verlagerung der Aufmerksamkeit sehen.

4. Juni 2012

Zettels Meckerecke: Quietschende Töne. Juli Zeh und Ilija Trojanow tuten gegen den Aufruf der Autoren zum Urheberrecht

Manchmal dauert es ein wenig, bis, nachdem einer laut getutet hat, andere ins selbe Horn stoßen.

Am 11. Mai schrieb Georg Diez in "Spiegel-Online":

Eine militärische Intervention in Syrien? Hollandes Vorstoß und warnende Worte von Henry Kissinger

Sollte der Westen in Syrien militärisch intervenieren? Das Thema ist auf dem Tisch, seit vergangene Woche der neue französische Staatspräsident Hollande eine solche Option ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat.

Man reibt sich die Augen. Wie war das doch gleich bei der Invasion des Irak vor neun Jahren? Kein Land hat sich damals so massiv gegen sie gestellt wie Frankreich; mit diplomatischen Vorstößen bis buchstäblich zur letzten Minute. Und ausgerechnet Frankreich bringt jetzt ein militärisches Eingreifen gegen eine ähnlich blutige Diktatur im Nachbarland des Irak offiziell ins Spiel?

Weiter: In Frankreich, in Deutschland und weltweit war es vor allem die Linke, die gegen die Invasion des Irak Front gemacht hat. Jetzt ist es der erste linke Präsident Frankreichs seit Mitterrand, der von der Möglichkeit eines Eingreifens in Syrien spricht. Verkehrte Welt, so scheint es.

Zu fragen ist zum einen, was es mit dieser doppelten Rochade auf sich hat. Wichtiger ist die zweite Frage, wie denn eine solche Option zu beurteilen ist.

3. Juni 2012

Marginalie: "In unserer Fraktion im Bundestag herrscht auch Haß“, sagt Gysi. Die Westschrumpfung der umbenannten SED

Eine kommunistische Partei an der Macht hat kaum etwas gemeinsam mit einer revolutionären kommunistischen Partei. Das ist der Hintergrund dessen, was sich gestern auf dem Wahlparteitag der Partei "Die Linke" in Göttingen zugetragen hat. Es ist der Hintergrund von Gregor Gysis Bemerkung auf diesem Parteitag "In unserer Fraktion im Bundestag herrscht auch Haß".

2. Juni 2012

Zitat des Tages: Ein "Mörder" und sein Hinterhaupt. Der Fall Trayvon Martin in den deutschen Medien

Der Mörder des schwarzen Teenagers Trayvon Martin muss wieder ins Gefängnis. Ein Richter setzte am Freitag die Kaution von George Zimmerman aus. Er hatte falsche Angaben zu seinem Vermögen und seinem Reisepass gemacht.
Beginn einer Meldung, die seit gestern, 21:31 Uhr, bei "Spiegel-Online" zu lesen ist.

Kommentar: Seit mehr als einem halben Tag steht das jetzt so auf der Seite; und niemanden ist offenbar bei "Spiegel-Online" etwas aufgefallen. Oder man findet die Formulierung "der Mörder" ja vielleicht sogar richtig.

Sie ist doppelt falsch.

Gehört der Islam zu Deutschland? Wunschdenken und Wirklichkeit


Christian Wulff würde allmählich in Vergessenheit geraten, wäre da nicht dieser eine Satz, den er am 3. Oktober 2010 gesagt hat; in seiner Bremer Rede zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit. Hier ist er, im Kontext des offiziellen Wortlauts der Rede:

1. Juni 2012

Marginalie: Erschöpfte "Piraten". Die Jugendpartei und das Erwachsenwerden

Nein, kein Grund zur Häme: Heute sind der Bundes­presse­sprecher der "Piraten", Christofer Lang, und sein Stellvertreter Aleks Lessmann zurückgetreten. Das Motiv ist Erschöpfung. Die FAZ meldet:
"Ich kann nicht mehr, bin für den Moment müde, ausgepowert und erschöpft", begründete der 25 Jahre alte Lang seine Entscheidung. (...) Auch die ehemalige politische Geschäftsführerin Marina Weisband, der ehemalige Schatzmeister René Brosig und der frühere Berliner Landesvorsitzende Gerhard Anger waren aus Überforderung zurückgetreten.
Hat die Partei "Die Piraten" Politiker, die ungewöhnlich schlecht belastbar sind? Nein, vermutlich nicht. Sie hat nur Politiker, die ungewöhnlich naiv sind, was die Anforderungen des politischen Geschäfts angeht.

Zitat des Tages: "Leute, bitte einmal tief durchatmen". Der Bundespräsident, der Islam, die Moslems

Die Absicht war die, zu sagen: Leute, bitte einmal tief durchatmen und sich der Wirklichkeit öffnen. Und die Wirklichkeit ist, dass in diesem Lande viele Muslime leben. (...) Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.
Bundespräsident Gauck in einem Gespräch mit der "Zeit", zitiert von "Welt-Online", über den Satz seines Vorgängers Wulff "Der Islam gehört zu Deutschland".

Kommentar: So einfach ist das. Gauck, der Theologe, übt sich in Exegese, und das Ergebnis ist eine einleuchtende Interpretation. Eine, deren Inhalt niemand widersprechen kann, der bei Verstand ist: