14. Dezember 2012

Seit Dienstag gilt in Michigan ein Recht-auf-Arbeit-Gesetz. "Ein Schlag gegen die Gewerkschaften"

Was in der Washington Post am Mittwoch als Überschrift zu lesen war, klingt paradox: "Michigan enacts right-to-work law, dealing blow to unions" - Michigan beschließt ein Recht-auf-Arbeit-Gesetz, ein Schlag gegen die Gewerkschaften.

"Recht auf Arbeit", das ist doch eine linke Parole? Wie kann so etwas ein Schlag gegen die Gewerkschaften sein? Weil in den USA mit diesem Begriff etwas anderes gemeint ist als bei uns.

Die Hamas auf dem Weg zur Machtbeteiligung im Westjordanland

Zum ersten Mal seit 2007 hat die Hamas gestern im Westjordanland wieder eine Massenkundgebung abgehalten; zur Feier ihres 25jährigen Bestehens und ihres angeblichen kürzlichen "Siegs" über Israel. Der Bericht von Al Jazeera zeigte eine große Menschenmenge in Nablus; viele verschleierte Frauen, vor allem aber junge Männer mit der grünen Stirnbinde des Kämpfers.

Erst am 7. Dezember hatte es eine andere Massen­kund­gebung gegeben; im Gazastreifen.

13. Dezember 2012

Erinnerungen an Schnuffi. Robert Gernhardt wäre heute 75 Jahre geworden. Vom Lachen des Dichters

In den ersten Jahrgängen von "Pardon", Anfang der sechziger Jahre, schrieb ein Autor namens "Lützel Jeman". "Pardon" war im September 1962 auf den Markt gekommen. Ich erinnere mich noch an das erste Heft mit dem lustigen Teufelchen, das durch das höfliche Lüften seines Huts seine Hörner entblößte. Damals jobbte ich als Student auf dem Land, und das Heft verschönerte mir den Feierabend.

Es war eine ganz neuartige Zeitschrift. Ein bißchen an "Mad" erinnernd, aber intellektueller, auch politischer. Und herausragend war für mich sehr bald Lützel Jeman, der ab Ende 1964 zusammen mit F.W. Bernstein und F.K. Waechter "WimS" gestaltete, eine Beilage im Heft.

"… ein deutscher Dichter, der mir am liebsten ist, nämlich ich". – Zum 215. Geburtstag von Heinrich Heine. Ein Gastbeitrag von Noricus

"Seid ruhig, ich werde den Rhein nimmermehr den Franzosen abtreten, schon aus dem ganz einfachen Grunde: weil mir der Rhein gehört. Ja, mir gehört er, durch unveräußerliches Geburtsrecht, ich bin des freien Rheins noch weit freierer Sohn, an seinem Ufer stand meine Wiege, und ich sehe gar nicht ein, warum der Rhein irgendeinem andern gehören soll als den Landeskindern".

Diese Worte stammen aus der Feder eines Mannes, der nicht nur an den Ufern des mitteleuropäischen Schicksalsflusses das Licht der Welt erblickt hatte; er setzte diesem Strom mit seinem Loreley-Lied auch ein unsterbliches literarisches Denkmal: Heinrich Heine.

12. Dezember 2012

Zitat des Tages: "Winter mit viel Schnee wird es in unseren Breiten nicht mehr geben"

In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie.
Aus "Spiegel-Online" vom 1. April 2000.

Kommentar: Ja, da habe ich ein Zitat des Tages recycelt.

Gerade habe ich Schnee geschippt; zum zweiten Mal heute, und wenn es so weiterschneit, werde ich es heute noch mindestens ein drittes Mal tun.

Erdachte Probleme, reale Probleme - der Welt, Europas, Deutschlands

Wenn man dem glaubt, was im Vordergrund der öffentlichken Diskussion steht, dann ist das Hauptproblem dieser Welt, daß es in ihr zu warm wird. Dann ist es das Hauptproblem Europas, daß einige seiner Staaten sehr verschuldet sind; und dann besteht das Hauptproblem Deutsch­lands darin, daß auch hier Rechtsextremisten ihr Unwesen treiben.

Das sind ja alles Themen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Aber was sind sie gegen die realen Probleme der nächsten Jahrzehnte?

Stratfors Analysen: "Israels Überleben steht auf dem Spiel". Reva Bhalla über die neue strategische Lage im Nahen Osten (englisch mit deutscher Zusammenfassung)

Im Mittelpunkt dieser Analyse von Reva Bhalla stehen zwei Themen: Erstens ist die sicher­heits­poli­tische Lage Israels derart, daß es die Anforderungen, denen es sich gegenübersieht, nicht vollständig allein bewältigen kann. Es ist also auf Hilfe angewiesen; nach Lage der Dinge von den USA. Zweitens hat sich die Sicherheitslage Israels seit dem Beginn des "Arabischen Frühlings" erheblich verschlechtert.

Den zweiten Punkt untersucht die Autorin im einzelnen. In den vergangenen 33 Jahren (also seit dem Friedensvertrag mit Ägypten) konnte Israel hoffen, weniger bedroht und deshalb weniger auf Hilfe angewiesen zu sein als zuvor. Jetzt aber hat sich die Lage an allen drei Fronten verschlechtert und ist in Gefahr, sich weiter zu verschlechtern:

11. Dezember 2012

In Ägypten machen die Salafisten mobil. Die Kaida versucht sich einzuschalten

Diese Karikatur habe ich der englischprachigen Internet­ausgabe Egypt Independent der ägyptischen Zeitung Al-masry Al-youm entnommen. Der Text lautet auf Deutsch:
"Ein Unterhaltungsspiel"
Eene, meene, mini, muh,
Du bist der Ungläubige, raus bist du!
Der das sagt und dabei blind tippt, ist ein Salafist, erkennbar an seinem Bart.

Die Karikatur illustriert trefflich das, was jetzt offenbar in Ägypten angelaufen ist: Parallel zu dem Bestreben der Moslembrüder, die ganze politische Macht zu erlangen, findet in der Gesellschaft der Versuch einer Kulturrevolution statt. "Ungläubige" werden an den Pranger gestellt; die Kultur soll islamisiert werden.

Zitat des Tages: Katja Kipping erhebt "schwere Vorwürfe" gegen den DFB. Agitprop gegen den Westen

Nach dem Ausschluss des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden aus dem DFB-Pokal für die kommende Saison hat die Linke schwere Vorwürfe gegen das Sportgericht erhoben. "Die Sportrichter müssen sich fragen lassen, ob sie ein vergleichbar hartes Urteil gegen einen westdeutschen Verein gefällt hätten", sagte Linke-Vorsitzende Katja Kipping.
Aus einer Meldung von dapd, die man seit einer Stunde beispielsweise bei "Welt-Online" lesen kann.

Kommentar: Warum Dynamo Dresden bestraft wurde, das war gestern ausführlich zu erfahren, beispielsweise im "Tagesspiegel":

10. Dezember 2012

Friedensnobelpreis für die EU - eine Verleihung mit Gschmäckle


Wo mag dieses niedliche Bild zu finden sein, mit dem Friedenstäubchen, im Schnäbelchen ein Schnürlein, daran Sternchen? Und noch ein Wölkchen und Noten, die gewiß ein fröhlich Liedlein symbolisieren sollen?

Sie werden es wahrscheinlich nicht glauben:

Peer Steinbrück - der deutsche Mitt Romney

Die Parallele liegt auf der Hand, aber sie scheint noch kaum jemandem aufgefallen zu sein: Peer Steinbrück ist der deutsche Mitt Romney.

Er ist ein Mann der Mitte, der aber Kandidat einer Partei wurde - und ja werden wollte -, die überhaupt nicht ihren Schwerpunkt in der Mitte hat. Wie der liberale Konservative Mitt Romney, der Kandidat einer nach rechts gerückten Republikanischen Partei wurde, ist Peer Steinbrück nun ein liberaler Sozialdemokrat, der Kandidat einer nach links gerückten SPD ist.

9. Dezember 2012

Zu Steinbrücks "Gerechtigkeits"-Wahlkampf eine Gegenthese: In dieser Gesellschaft nivellieren sich immer mehr die sozialen Unterschiede

Vor ein paar Jahren war ich zu einer Familienfeier eingeladen. Die Gastgeber hatten uns zum Übernachten ein Zimmer bei privaten Vermietern besorgt. Ich vermeide sonst solche "Pensionen", aber nun waren wir eben dort einquartiert worden.

Die Inhaberin gehörte zu denen, die davon überzeugt sind, daß es ihren Gästen angenehm ist, wenn sie sich zum Frühstück zu ihnen gesellen und eine Schwatzerei anfangen. So erfuhren wir also die Biografie der Dame; und daß sie leidenschaftlich gern reise - Karibik, Malediven, das ganze Programm.

Morsi und das Militär

Wenn Sie Ihre Informationen über die Vorgänge in Ägypten aus dem Fernsehen und der Qualitätspresse beziehen, dann haben Sie wahrscheinlich in den letzten Wochen den Eindruck gehabt, daß es in Ägypten nur zwei Machtfaktoren gibt: Morsi mit seinen Moslembrüdern und die "Opposition". Die eigentliche Macht im Land, das Militär, fand und findet kaum Berücksichtigung.

Gestern beispielsweise überschrieb "Spiegel-Online" einen Artikel: "Verfassungskrise in Ägypten - Mursi schmiedet Pakt mit Militär"; und im Vorspann hieß es, Morsi wolle "offenbar das Militär autorisieren, härter durchzugreifen".

Solch ein Satz zeigt die völlige Verkennung der realen Machtverhältnisse.

Konkurrenzlos: Das Kreuzworträtsel der "Zeit"

Jahrzehnte habe ich die "Zeit" gelesen, ohne mich um das Kreuzworträtsel zu kümmern; überhaupt um Rätsel. Das schien mir doch eher etwas für alte Damen im Seniorenstift zu sein, ihre Zeit mit dem Lösen von Rätseln zu verbringen. Allenfalls Tratschke interessierte mich; da konnte man ein wenig überprüfen, wie gut man sich in der Geschichte auskennt.

Dann kam jene schicksalhafte Bahnfahrt Ostern 1990.

8. Dezember 2012

Peer Steinbrück und die Gerechtigkeit


Gerechtigkeit gehört zu den Begriffen, von denen jeder weiß, was sie bedeuten - außer den Philosophen, die darüber nachdenken. Wir haben ein Gefühl für Gerechtigkeit. Wir können meist spontan sagen, ob wir etwas als gerecht oder als ungerecht empfinden. Eine abstrakte Definition von Gerechtigkeit brauchen wir dazu nicht.

Vor allem wissen wir, was ungerecht ist.

Kurioses, kurz kommentiert: "Demokratie kann auch Hegemonie der Mehrheit bedeuten". Ein deutscher Politologe macht sich Gedanken über Ägypten

Dass Demokratie eben auch die Hegemonie der Mehrheit bedeuten kann, erleben die säkularen Kräfte derzeit schmerzhaft.

Es war abzusehen und zeigt sich jetzt deutlich, dass Ägyptens neues politisches System zwar eine Demokratie mit freien Wahlen, Versammlungs- und Medienfreiheit werden kann, dass sie aber nicht lupenrein säkular werden würde. Um ehrlich zu sein: auch westliche Demokratien haben dafür Jahrhunderte gebraucht: die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau beispielsweise erfolgte erst mehr als hundert Jahre nach der amerikanischen Verfassungsgebung.
Der Erfurter Politologe Kai Hafez gestern in der "tageszeitung".

Kommentar: Und die Sklaverei wurde in den USA auch erst 1865 durch das Thirteenth Amendment abgeschafft, 76 Jahre nach dem Inkrafttreten der amerikanischen Verfassung.

Was also ist das für ein kurioses Argument, das Hafez da auftischt?

7. Dezember 2012

Folterung von Gefangenen durch die ägyptische Polizei und Moslembrüder?

Aus zwei Gründen habe ich gezögert, diesen Artikel zu publizieren. Erstens erschien mir das, was heute im englischsprachigen Internetportal einer ägyptischen Zeitung zu lesen ist, zunächst unglaubhaft. Zweitens enthält der Artikel die Fotografie eines fürchterlich entstellten Folteropfers, die in keiner deutschen Zeitung veröffentlicht werden würde.

Ich habe mich dann aber davon überzeugt, daß die Zeitung Al-masry Al-youm seriös ist, in deren englischsprachigem Internetportal Egypt Independent der Artikel "Al-Masry Al-Youm goes inside the Brotherhood's torture chambers" erschienen ist; Al-Masry Al-Youm geht in die Folterkammern der Bruderschaft.

Rüstungsexporte, Siedlungspolitik. Automatismen der Gedankenlosigkeit und die strategische Lage im Nahen Osten

Es gibt in der deutschen Außenpolitik Stichwörter, die unweigerlich eine bestimmte - und nur diese eine - Reaktion hervorrufen; so, wie aus dem Automaten die Colaflasche purzelt, wenn man das Geld eingeworfen hat. Solche Stichwörter sind "Israels Siedlungspolitik" und "Waffenlieferungen in Krisengebiete". Die zugehörigen Reaktionen sind: Waffenlieferungen - unmoralisch, also nicht erlaubt. Israelische Siedlungen - nicht erlaubt, also unmoralisch.

Wenn sich solche Automatismen des Denkens, oder vielmehr der Gedankenlostigkeit, erst einmal festgesetzt haben, dann ist es schwer, dagegen anzugehen.

Hinzuweisen ist auf zwei Artikel, die - beide gestern erschienen - das dennoch versuchen; verfaßt von zwei Autoren, die es sich leisten (und sich das leisten können), auch einmal gegen den Strom zu schwimmen, oder quer zu ihm.

Popcorn aus der Kampa

Selbst nach Einschätzung seiner Parteifreunde und der ihm geneigten Medien war Steinbrücks Kanzlerkandidatur bisher ein Fehlstart. Die große Personalhoffnung der Sozialdemokraten kommt als kalt, großkotzig, raffgierig und genußsüchtig rüber. Ganz schlecht für eine Partei, die sich als Anwalt der "kleinen Leute" sieht. Und in seinem ganzen Wahlkampfteam ist keine einzige Frau - nicht zeitgemäß, kam nicht gut an bei den Medien.

Oder doch - eine Frau findet sich, die für Peer Steinbrück Wahlkampf macht. Nämlich seine Ehefrau.
Die nun in die Offensive geht und Journalisten einen tiefen Blick ins Steinbrück'sche Privatleben gönnt.

Bald doch die Bezahlschranke für Zeitungen im Internet? Die NYT machte es vor. Jetzt zieht die Washington Post nach

Einen Artikel wie diesen werden Sie vielleicht in einem halben Jahr nicht mehr in ZR lesen können. Denn für ihn stütze ich mich auf einen Beitrag in der Washington Post (WP), den ich kostenlos im Netz lesen kann. Das wird ab Mitte 2013 wahrscheinlich nicht mehr gehen - wie ich just diesem Artikel entnehme.

In ihm wird angekündigt, daß die WP "wahrscheinlich" ab Mitte kommenden Jahres eine Bezahlschranke (paywall) einführen wird. Nach dem Vorbild ihrer Konkurrentin, der New York Times, die das seit März 2011 praktiziert. Nach dem Vorbild des Wall Street Journal und der Financial Times.

6. Dezember 2012

Zitat des Tages: "Auf der Schule kommt es nicht in erster Linie auf Leistung an".

Aber auf der Schule kommt es nicht in erster Linie auf Leistung an, sondern darauf, dass das Kind gut durch die wichtigen Phasen des Lebens begleitet wird.

Eine Berliner Lehrerin, zitiert von Tilman Prüfer im aktuellen "Zeit-Magazin" (50/2012 vom 6. 12. 2012, S. 57); zu lesen auch bei "Zeit-Online".

Kommentar: Tilman Prüfer schildert in dem Artikel seine Erfahrungen als ein Vater, der eine Schule für seine Tochter sucht. In Berlin. Im Berlin einer - so beschreibt er es - Schulreform, die einen "entschleunigten Unterricht" anstrebt:

Aufruhr in Arabien (37): Chemiewaffen, Patriot-Raketen, das Schicksal des Assad-Clans. Hintergründe der aktuellen Entwicklung in Syrien

Das Interesse der Medien ist, was den Aufruhr in Arabien angeht, im Augenblick auf Ägypten gerichtet. Aber es spricht Vieles dafür, daß der Fokus demnächst wieder nach Syrien schwenken wird. Denn dort könnte sich der Endkampf anbahnen.

Die Rebellen rücken, so berichtete es gestern Stratfor, auf Damaskus vor. Das hat zu diplomatischen Aktivitäten geführt, die vor allem um zwei Fragen kreisen:

Zettels Meckerecke: Was tun gegen die Jugendarbeitslosigkeit? Einfach jedem Jugendlichen Arbeit garantieren. Kein Witz. EU-Wahnwitz

László Andor wuchs im Sozialismus auf; in Ungarn. Er studierte sozialistische Ökonomie an der Karl-Marx-Universität in Budapest (heute Corvinus-Universität) und später auch wissenschaftliche Ökonomie in den USA. Seit fast zwanzig Jahren ist er Herausgeber der Zeitschrift Eszmélet, die - so die Wikipedia - eine "radikale und konsistente Kritik des Kapitalismus" vertritt.

Dieser László Andor ist seit 2009 außerdem EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration.

In dieser Eigenschaft hat er jetzt einen Vorschlag vorgelegt, der so klingt, als sei er verfaßt worden, als die Corvinus-Universität noch die Karl-Marx-Universität war.

5. Dezember 2012

Merkel, Erhard ... und die FDP?

"Merkel, Erhard und die Wirtschaft" betitelt die Leitende Redakteurin im Ressort Wirtschaft der FAZ Heike Göbel heute ihren Kommentar zum Parteitag der CDU. Göbels Botschaft ist einfach und bündig: Die Union beschwöre zwar den Geist der Marktwirtschaft. Ihre real existierende Politik aber sehe anders aus. Es sei das "Handeln von Angela Merkels schwarz-gelber Koalition nicht vom Wettbewerbsgeist Ludwig Erhards durchzogen".

Ja, das ist nun freilich wahr. Heike Göbel hat es leicht, Beispiele Revue passieren zu lassen:

Voyager 1 in der Heliopause. Jetzt geht es in die Weiten unserer Galaxie


Als Voyager 1 gestartet wurde, war Helmut Schmidt gerade drei Jahre Bundeskanzler. Philipp Rösler ging noch nicht zur Schule, und wenige Monate zuvor war der Apple II auf den Markt gekommen; mit einem Arbeitsspeicher von 4 Kilo(!)byte und zum Preis von ungefähr 3.500 D-Mark.

Das war am 5. September 1977. Seither fliegt und fliegt und fliegt Voyager 1; wie auch seine Schwestersonde Voyager 2. Genau 35 Jahre, 2 Monate und 30 Tage ist Voyager 1 heute unterwegs; so kann man es der Wikipedia entnehmen. Die Sonde hat sich auf dieser Reise rund 18 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Das bedeutet, daß ein Funksignal von ihr ungefähr 18 Stunden unterwegs ist, bis es von einer irdischen Station aufgefangen werden kann.

Vorgestern hat sich in seinem Blog der Astronom und Schriftsteller Phil Plait mit Voyager befaßt; und zwar deshalb, weil dieser im Begriff ist, eine Schwelle zu überschreiten: