9. August 2012

Haltet den Dieb!

Eines der größten Probleme grüner Energiepolitik ist die Verdrängung von Lebensmittelproduktion durch Biospritanbau. De facto werden gute Lebensmittel verheizt oder verstromt, während gleichzeitig Menschen hungern. Eine absolut unmoralische Politik, Menschenopfer für den Klimawahn.

Die direkte Wirkung dieser Politik besteht darin, daß die Preise für Nahrungsmittel weltweit steigen. Eine ganz logische und unvermeidliche Folge der Entwicklung von Angebot und Nachfrage.

Nun ist es den Apologeten der "alternativen Energiepolitik" aber doch peinlich, für den Hunger in der Welt mitverantwortlich zu sein. Und um davon abzulenken, müssen Sündenböcke her, die angeblich für das Problem verantwortlich sein sollen. Und hier bietet sich ein Feindbild an, das schon Nazis und Kommunisten gerne benutzt haben: Der "Spekulant".
Großspekulanten und Kleinanleger treiben die Preise für Lebensmittel in die Höhe, verschärfen den Hunger in der Welt, stürzen Millionen Menschen in Armut und manchmal sogar in den Tod.
Haßpropaganda auf unterstem Niveau, abseits jeder Realität. Und selbstverständlich steigt die "Qualitätspresse" darauf gerne ein.

Marginalie: Jetzt hat auch Amerika seinen Fall Nadja Drygalla. Aber wie anders ist die Reaktion!

Als ich in der Washington Post den Hinweis auf einen Artikel las, dessen Überschrift mit "Modern-day McCarthyism ..." begann, moderner McCarthyismus, dachte ich einen Augenblick, daß der "Fall" Nadja Drygalla nun auch in den USA Aufsehen erregt hätte. Die Parallele zu McCarthys Hexenjagd liegt ja auf der Hand; ich habe darauf hingewiesen (Hexenjagd. Noch einmal der "Fall" Nadja Drygalla. Wo bleibt die liberale Öffentlichkeit?; ZR vom 4. 8. 2012).

Als ich das schrieb, hatte sich weder in der Politik noch in der Publizistik (sieht man von Blogs ab) irgendwer gerührt und diese Treibjagd gegen eine Sportlerin angeprangert, der man die politische Gesinnung ihres Freundes vorwarf.

8. August 2012

Kurioses, kurz kommentiert: "Zugang zu gehobenen Kreisen". Gysis vergiftetes Wagenknecht-Lob

Sie hat jetzt Zugang zu gehobenen Kreisen, deren Vertreter sie gern einladen.
Gregor Gysi über Sahra Wagenknecht in einem Interview mit der "Bunten", zitiert in "Zeit-Online".

Kommentar: Süffissanter kann ein Kommunist einer Kommunistin kaum ein vergiftetes Lob spenden; und das auch noch in der "Bunten".

Ähnlich sind auch die anderen Äußerungen Gysis über Wagenknecht, die aus dem Interview zitiert werden.

Deutschland im Öko-Würgegriff (32): Die Energierevolution frißt ihre Kinder

La Révolution est comme Saturne: elle dévore ses propres enfants, sagte der Revolutionär Pierre Vergniaud, bevor er am 31. Oktober 1793 unter der Guillotine starb - die Revolution ist wie [der Gott] Saturn: Sie frißt ihre eigenen Kinder. Büchner hat das in seinem Drama "Dantons Tod" zitiert.

Frißt jetzt auch der Ökowahn seine eigenen Kinder? Führt er am Ende statt zu mehr zu weniger Naturschutz? Es könnte sein.

Wissenschaftler kritisieren den Klimawahn (2): Was ist eigentlich der Treibhauseffekt? (Teil 1)


In der ersten Folge habe ich erläutert, was Klimamodelle sind: Es sind mathematische Modelle überwiegend aus Differentialgleichungen, die bestimmte Prozesse in der Atmosphäre beschreiben - Temperaturveränderungen, Luft­bewegungen, Niederschläge beispielsweise. Prozesse, die wie jeder physikalische Prozeß, Energie benötigen; und diese Energie liefert die Sonne.

Das einfachste Klimamodell, das Grundmodell, ist dasjenige, das die Erde als eine Einheit behandelt und nur beschreibt, wie sich die Sonnenenergie auf deren Temperatur auswirkt, gegeben die beiden Parameter, die für alle Planeten gelten: Ihre Entfernung von der Sonne und ihre Albedo. Die Albedo ist der Prozentsatz der einfallenden Energie, der aufgrund der Bodenbeschaffenheit zurück ins All reflektiert wird.

Die mittlere Albedo der Erde liegt bei ungefähr 0,3. Hieraus, aus der Sonnenenergie und der Entfernung der Erde von der Sonne kann man berechnen, daß die Temperatur auf der Oberfläche der Erde, gäbe es keine weiteren Faktoren, -18° Celsius betragen würde.

Daß es tatsächlich +15 Grad - also 33 Grad wärmer - sind, liegt im wesentlichen am Treibhauseffekt:

7. August 2012

Mal wieder ein kleines Quiz: In welchem US-Bundesstaat wird man künftig am besten leben?

Das demoskopische Institut Gallup hat einen Index namens Future Livability dafür entwickelt, wie gut es sich nach Meinung der Befragten künftig dort leben läßt, wo sie wohnen.

Der Index basiert auf 13 Skalen, die zum Beispiel die wirtschaftlichen Aussichten erfassen, den Lebensstandard, die Situation auf dem Arbeitsmarkt; aber auch Details wie die Art, wie man von seinem Boss behandelt wird und ob man "gestern etwas Neues erfahren" hat. Auch gesundheitliche Faktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit und die Häufigkeit, mit der ein Zahnarzt besucht wird, gehen unter anderem in den Index ein.

Quizfrage: Welcher der 50 US-Bundesstaaten schnitt in der Befragung zu diesem Thema, an der zwischen Januar und Juni 2012 mehr als 530.000 Bürger der USA teilnahmen, mit deutlichem Abstand am besten ab?

Blum 2.0

In den 70er Jahren galt Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" als exemplarische Anprangerung eines Hetz-Journalismus, der seinerzeit vor allem bei der BILD üblich war.

Inzwischen muß man wüste Entgleisungen dieser Art fast als normalen journalistischen Standard bezeichnen. Jedenfalls bei "Leitmedien" à la Spiegel, taz, SZ oder den staatlichen Sendern. Die Lokalzeitungen sind meistens noch zurückhaltender, halten manchmal sogar dagegen.

Da gab es vor einiger Zeit eine große Spiegel-Titelgeschichte gegen ALDI. Ein völlig substanzloses Pamphlet, wie ein Blogger damals ausführlich und mit Fortsetzung darstellte.

Opfer solcher Berichterstattung war aber nicht nur der eher anonyme Großkonzern ALDI. Da gibt es auch konkrete Opfer der dort verbreiteten Lügen. Ein Unrechtsbewußtsein findet sich bei der Spiegel-Redaktion nicht. Auf Nachfrage der Kollegen vom Lokalblatt wird kaltschnäuzig geantwortet, es wäre eben "persönliches Pech" des Betroffenen, wenn in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck entstanden wäre.

Bölls Roman endet damit, daß das Opfer den Lügenjournalist erschießt. Das kann man als Rechtfertigung von Selbstjustiz sehen, und dafür ist Böll damals heftig kritisiert worden.
Im realen Leben hat es das m. W. noch nie gegeben, daß ein deutscher Journalist für das von ihm angerichtete Unheil irgendwie büßen mußte. Maximal bekommt seine Zeitung eine Unterlassungsverfügung oder eine Geldstrafe.
R.A.



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Ein Ehrenmann. Wortprotokoll dessen, was Verteidigungsminister de Maizière zum "Fall" Drygalla gesagt hat


In einem SID-Interview hat sich Verteidigungsminster Thomas de Maizière zum "Fall" Drygalla geäußert. Er sagte:

Biß aus der Burka. Etwas unter "Faits divers". Frieden halten

Faits divers ist eine Rubrik in vielen französischen Zeitungen; wörtlich: Mannigfache Tatsachen. Es handelt sich um vermischte Meldungen aus dem Inland; überwiegend über Verbrechen und Unfälle.

In manchen Zeitungen gibt es während der grandes vacances, der Sommer­ferien, eine Unterabteilung Les noyades; gewidmet den täglichen Badeunfällen, bei denen jemand ertrunken ist. In Frankreich mit seinen vielen Küsten ist man auf den Badeurlaub versessen; also ist das eine meist gut bestückte - und offenbar allseits interessierende - Kategorie.

Kürzlich fand sich im Nouvel Observateur in dieser Rubrik Faits divers eine Meldung, die vielleicht auch eine Kategorie begründen könnte; etwa mit dem Titel Les burqas

6. August 2012

Marginalie: Nach sieben Minuten Zittern: Curiosity ist gelandet!

Als Zeitpunkt der Landung wird 7.31 Uhr MEZ angegeben. Dies ist die Zeit, zu der das bestätigende Signal auf der Erde eintraf. Abgeschickt worden war es von Curiosity 14 Minuten zuvor. So lange ist ein Signal mit Licht­geschwindigkeit beim gegenwärtigen Abstand vom Mars zur Erde unterwegs.

Auf NASA TV konnte man verfolgen, wie während der Annäherungs-, Eintritts- und Abstiegsphase von Curiosity (offizieller Name Mars Science Laboratory) jeder wichtige Schritt bestätigt und von den Ingenieuren im Kontrollraum mit Beifall bedacht wurde.

Bereits in den kommenden Minuten ist mit den ersten Bildern zu rechnen. Allerdings könnten sie, je nach Witterung und aufgewirbeltem Staub, ein wenig trübe sein.

Interessant übrigens die Zusammensetzung der Crew im JPL-Kontrollraum:

Zitate des Tages: Rufmord

Raus mit der Sprache! Geht es um Nazis? Warum hat sich die Ruderin Nadja Drygalla aus dem Staub gemacht, nachdem der Deutsche Olympische Sportbund und der Ruderverband sie ins Gebet genommen haben? Was wissen die deutschen Verbände über die Beziehung einer ihre Sportlerinnen zum militanten Neonazi Michael Fischer? (...) Eine unangenehme Frage steht im Raum: Wieviel Nazi darf eigentlich sein im deutschen Sport?
Andreas Rüttenauer in der "tageszeitung".

5. August 2012

Curiosity - Höhepunkt der bisherigen Marsforschung. Einige technische Details. Nebst einer Terror-Entwarnung


Auf diesem Foto sehen Sie drei Generationen von Marsfahrzeugen: Links vorn den 1997 gelandeten Sojourner, dahinter Spirit, baugleich mit Opportunity, die beide 2004 auf dem Mars ankamen, und rechts Curiosity. Dies ist das Gerät, das morgen früh um 7.31 Uhr MEZ auf dem Mars landen soll.

Wenn Sie zweimal auf die Abbildung klicken, können Sie sie in hoher Auflösung sehen; mit allen Details der Instrumente. Ein Beispiel für die Schönheit des rein Funktionalen.

Curiosity ist in jeder Hinsicht der Höhepunkt der bisherigen Marsforschung: Größer und schwerer als jedes der früheren Marsfahrzeuge; infolgedessen mit mehr und raffinierteren Instrumenten ausgerüstet.

Marginalie: Zu wenige Migranten sind ein wesentlicher Grund für die Euro-Krise

In einem lesenswerten Artikel in der heutigen F.A.S. beschreibt Winand von Petersdorff-Campen, stellvertretender Leiter des Wirtschaftsressorts, einen Sachverhalt, der dem ökonomischen Laien auf den ersten Blick wenig einsichtig erscheinen mag: Eine wesentliche Ursache für die Krise des Euro ist, daß es im Euroraum zu wenige Migranten gibt.

Warum gibt es diesen Zusammenhang? Wenn man die jetzige Krise verstehen will, dann sollte man fragen, auf welchen falschen Prognosen die Einführung des Euro basierte.

4. August 2012

Marginalie: Habermas, Bofinger, Nida-Rümelin. Die Quadratur des Kreises, zum zweiten

Der Essay der drei Autoren Habermas, Bofinger und Nida-Rümelin, dessen Ankündigung ich das heutige Zitat des Tages entnommen habe, ist schneller aus der gedruckten FAZ in FAZ.Net übernommen worden, als ich es erwartet hatte. Deshalb dieser kurze Nachtrag.

Der Artikel enthält bemerkenswert wenig, das über die Ankündigung hinausgehen würde. Der Widerspruch, den ich als die Quadratur des Kreises bezeichnet habe, tritt in dieser Langfassung noch deutlicher zutage:

Hexenjagd. Noch einmal der "Fall" Nadja Drygalla. Wo bleibt die liberale Öffentlichkeit?


Dies ist ein Foto von Joe McCarthy, der in den Jahren 1953 und 1954 als Senator Vorsitzender des Permanent Subcommittee on Investigations (PSI) des amerikanischen Senats war; eines Unterausschusses, zuständig für Fragen der Inneren Sicherheit.

McCarthys Tätigkeit ist als "Hexenjagd" in die Geschichte eingegangen. Er witterte - manchmal zu Recht, meist zu Unrecht - überall kommunistische Spione; bei der "Stimme Amerikas", bei den Streitkräften, in zahlreichen Regierungsbehörden. Auch Autoren wurden zur Anhörung vorgeladen, sofern ihre Bücher in den Bibliotheken von Amerikahäusern und ähnlichen Einrichtungen geführt wurden.

Zitat des Tages: Souveränitätsübertragung an Brüssel durch Referenden? Drei Autoren fordern die Quadratur des Kreises. Nebst einer Linkliste

Die drei Wissenschaftler [Jürgen Habermas, Julian Nida-Rümelin und Peter Bofinger; Zettel] fordern im Kern eine Souveränitätsübertragung auf Europäische Institutionen, um Fiskaldisziplin wirksam durchzusetzen und zudem ein stabiles Finanzsystem zu garantieren. Zuvor schlagen Sie die Einberufung eines Verfassungskonvents in Deutschland vor und plädieren für Referenden in den europäischen Staaten der Eurozone.
Aus der Ankündigung eines gemeinsamen Texts der drei Autoren, der als "programmatische Aufforderung an die deutschen Sozialdemokratie" konzipiert ist.

Kommentar: Der Text steht gegenwärtig im Internet noch nicht zur Verfügung. Aber bereits diese Ankündigung läßt ahnen, daß die drei Autoren die Quadratur des Kreises verlangen:

Sie wollen, daß die nationalen Parlamente ihr wichtigstes Recht - das Budgetrecht - weitgehend an Brüssel abgeben und damit die Staaten Europas - jedenfalls der Eurozone - ihre Souveränität in einem zentralen Punkt verlieren. Und sie wollen zugleich, daß dies in Referenden beschlossen werden wird.

Woher nehmen die drei Autoren den nachgerade waghalsigen Optimismus, daß die Völker Europas einer so weitgehenden Aufgabe ihrer nationalen Souveränität zustimmen werden?

3. August 2012

Zettels Meckerecke: DDR, schon nicht mehr light. Der "Fall" Nadja Drygalla und die Ex-FDJ-Funktionärin Petra Pau

Im Sport, das wissen wir alle, hat die Politik nichts zu suchen. Deshalb beispielsweise dürfen auch Sportler aus Diktaturen wie Nordkorea und Vietnam an den Olympischen Spielen teilnehmen. Weil Sport und Politik getrennt werden müssen, durfte die Ukraine kürzlich die Fußball-EM mit ausrichten.

In der DDR freilich, wie in allen kommunistischen Ländern, wurde Sport und Politik nicht getrennt. Im Gegenteil war der internationale Sport ein wesentliches Instrument der Außenpolitik; und den Sportlern wurde ein Bekenntnis zu ihrem "sozialistischen Vaterland" und zur SED abverlangt.

Aus der DDR kommt bekanntlich Petra Pau. Über diesen Teil ihrer Biografie ist in der Wikipedia dies zu lesen:

Mihaela Ursuleasa ist gestorben

Wussten Sie, wer Mihaela Ursuleasa war? Die junge Starpianistin? Ich nicht bis heute morgen. Nie gehört. Dabei interessiere ich mich für klassische Musik. Mit Schubert machte sie von sich reden - mein geliebter Schubert! Und ich kannte die talentierteste Interpretin nicht, bis sie tot war.

Mal wieder ein kleines Quiz: Nachts allein auf der Straße

Im Rahmen der weltweiten Erhebung in 148 Ländern, aus der ich am Montag eines der Ergebnisse berichtet habe, hat Gallup auch die folgende Frage gestellt:
Fühlen Sie sich in der Stadt oder Region, in der Sie wohnen, nachts allein auf der Straße sicher?
Die Befragten konnten mit "Ja" oder "Nein" antworten. Es ergaben sich überraschende Resultate. Einige Länder erwiesen sich - gemessen an diesem Kriterium - als sicherer, als man es erwartet hätte; andere als unsicherer.

Von den folgenden vier Aussagen sind drei richtig; d.h. sie entsprechen den Ergebnissen der Erhebung. Eine der Aussagen ist falsch. Welches ist die falsche Aussage?

Marginalie: Loki und Loah. On retourne toujours à ses premiers amours

Helmut Schmidt hat wieder eine neue Lebensgefährtin gefunden; eine alte Freundin, Ruth Loah.

Ich habe mich gefreut, als ich das gelesen habe; und es hat mich etwas gewundert. Wiederum gewundert.

2. August 2012

Zitat des Tages: "Hier waltet ein Unsegen". Peter Gauweiler erklärt seine Euroskepsis

Ist die Formation der Europäischen Union heute ein rechtes oder linkes Projekt?

Möglicherweise bündelt sie die historisch belegbaren Nachteile beider Richtungen: Ortlosigkeit und Unbezogenheit von links, von rechts Kontinentalismus, Überbietung und Anpassungsdruck. Und einen auf Enteignung zielenden Kollektivismus, der - seit Goldman Sachs neben Marx und Lenin getreten sind - aus zwei Richtungen die europäische Menschheit bedroht. Hier waltet ein Unsegen.
Peter Gauweiler in einem Essay in der heutigen FAZ unter der Überschrift "Peter Gauweiler zur Zukunft Europas - Alles so großtuerisch, so herzlos und leer!"

Kommentar: Peter Gauweiler ist Bayer. Bayer vor allem - dann kommt alles Andere: Sein konservativer Liberalismus oder liberaler Konservativismus, seine Unerschrockenheit, wenn es gilt, gegen den Strom zu schwimmen.

Also handelt sein Artikel über Europa zuvorderst von Bayern. Er hat sich in die Geschichte des Beitritts Bayerns zum Deutschen Reich im Januar 1871 vertieft und sieht manche Parallelen zur heutigen Situation.

Eindrucksvoll und wehmütig schildert Gauweiler, wie damals die Bayern Abschied von ihrer Eigenstaatlichkeit nahmen, und er zitiert den hellsichtigen Abgeordneten der zweiten Kammer des Bayerischen Landtags Krätzer, der in der Debatte über den Beitritt sagte:

Wissenschaftler kritisieren den Klimawahn (1): Grundlegendes zu Klimamodellen


In dieser kleinen Serie möchte ich Sie hauptsächlich mit einem einzigen Buch bekanntmachen; einem Kompendium wissenschaftlicher Untersuchungen, mit Schwerpunkt auf neuen Erkenntnissen aus den vergangenen Jahren. Ich habe dieses Buch "Climate Change Reconsidered" hier vorgestellt und in der Ankündigung der Serie mein Motiv dafür genannt, mich mit ihm zu befassen:

Dieses Sammelwerk, an dem zahlreiche durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten ausgewiesene Klimatologen mitgearbeitet haben, zeigt, daß die Theorie von der menschengemachten globalen Erwärmung (anthropogenic climate change, ACC) in der Form, wie sie vom IPCC (dem "Weltklimarat" der UNO) vertreten wird, keineswegs wissenschaftlich unumstritten ist. Es ist eine dominierende, aber nicht eine von der scientific community einhellig akzeptierte Theorie.

Es gibt viele Forscher, die an ihr zweifeln; und deren Argumente und die Fakten, die sie ins Feld führen, möchte ich in dieser Serie vorstellen.

1. August 2012

IQ-Untergang

Seit Beginn der als "Eurokrise" fehltitulierten Schuldenkrise ist Spiegel-Kommentator Münchau ein zuverlässiger Kompaß. Ein Kompaß, der stets nach Süden zeigt. Man liegt also richtig, wenn man immer das Gegenteil von dem annimmt, was er empfiehlt.

Das sollte man auch aktuell so halten, wenn er als Allheilmittel für die Krise den Weltuntergang empfiehlt.

Nach Münchau wäre der Weltuntergang das Beste, was uns derzeit passieren könnte. Denn dann würde geschehen, was seit Beginn der Krise alle linken Journalisten und Politiker empfehlen - die Geldschleusen würden voll geöffnet: "Die Banken geben endlich wieder Kredite. Niemand sorgt sich mehr um langfristige Solvenz oder Eigenkapitalrichtlinien."

Es gibt also beliebig viel Geld, und das würden die Menschen dann auch sofort ausgeben: "Die Welt geht einkaufen bis zum Umfallen. ... die Bestände von Media Markt (sind) binnen weniger Tage leergefegt." Auch der Tourismus würde sofort exzessiv profitieren.

Und wenn dann der Weltuntergang doch nicht kommt? Nach Münchau kein Problem - denn der Boom ginge sofort weiter: "Der Tourismusboom in Neapel ginge zwar jäh zu Ende, aber die neuen Buchungen für den Sommer würden schnell folgen."

Und wenn sie nicht gestorben sind ...

Natürlich ist das nicht völlig ernst gemeint, und kleinere Logikfehler kann man bei so einem Gedankenmodell gerne übersehen.

Aber durch die leichte satirische Übersteigerung werden einige zentrale linke Denkfehler beklemmend deutlich sichtbar.

Marginalie: Hollande 2012 - wie Schröder 1998. Steuererhöhungen, rückgängig gemachte Reformen. Die Sozialisten machen Ernst

Gerhard Schröder wird oft dafür gepriesen, die Agenda 2010 auf den Weg gebracht zu haben; eine der Grundlagen dafür, daß Deutschland heute wirtschaftlich so viel besser dasteht als seine Nachbarn.

Dieses Verdienst hat Schröder in der Tat. Freilich war das nicht die Politik, die er gewollt und durchgesetzt hatte, als er 1998 Kanzler geworden war.

Damals hatte sein Kabinett klassische sozialdemokratische Politik betrieben.

Zettels Meckerecke: Heribert Prantls Küchenlatein

Auf einer Party von Politikern kommt das Gespräch auf die nicht anwesende Kanzlerin. Einer der Gäste, der Abgeordnete X, erzählt:
Man muß sie am Küchentisch erleben. Man muss erleben, wie sie ein großes Essen vorbereitet. Bei Merkel setzt man sich nicht an die gedeckte Tafel und wartet, was aufgetragen wird. Eine Einladung (...) beginnt in der Küche: Der eine Gast putzt die Pilze, der andere die Bohnen, der dritte wäscht den Salat. Zu diesem Arbeitsessen gibt es ein Arbeitsweinchen. Natürlich hat die Gastgeberin alles sorgfältig vorbereitet, natürlich steht die Menüfolge fest; aber es entsteht alles gemeinsam. Jeder hat seinen Part, jeder hat was zu schnippeln, zu sieden und zu kochen, jeder etwas zu reden: Es geht um die Nudel, die Küchenrolle und um die Welt. Die Kanzlerin selbst rührt das Dressing. Man ahnt, wie sie im Kabinett agiert.
Was würden Sie von dem denken, der das erzählt? Vermutlich erstens, daß er ein wenig mit seiner Nähe zur Kanzlerin protzen möchte. Und zweitens selbstredend, daß die Kanzlerin ihn einmal zu einem solchen Essen eingeladen hat.

Angenommen, Sie finden es bemerkenswert, daß just diesem Politiker diese Gunst von der Kanzlerin gewährt wurde, und Sie erkundigen sich - da Sie Journalist sind - im Kanzleramt nach den näheren Umständen. Dort teilt man Ihnen dies mit: