15. Juni 2011

Zettels Meckerecke: Der "Ausstieg" bedroht unsere Freiheit. Auch die Freiheit der Lehre

In jedem freiheitlichen Staat gibt es Gruppen und Grüppchen, die von ihrer eigenen Wahrheit so überzeugt sind, daß ihnen die Bereitschaft zur Toleranz abhanden gekommen ist. Extremisten also, Zeloten, Fanatiker.

Bis vor drei Monaten waren die radikalen, die aus einer tiefempfundenen Überzeugung heraus handelnden Gegner der friedlichen Nutzung der Atomenergie eine solche intolerante Minderheit. Manche blockierten beispielsweise Castor-Transporte. Die Gesetze interessierten sie nicht; es ging ihnen ja um das Überleben der Menschheit oder dergleichen.

14. Juni 2011

Zitat des Tages: "Alle Studenten sollten Anarchisten werden". Noam Chomsky über seine politische Haltung

ZEIT Campus: Was war das Schlüsselerlebnis, das Sie zum Anarchisten machte?

Chomsky: Es gab keins. Als ich zwölf Jahre alt war, habe ich angefangen, in New Yorker Antiquariate zu gehen. Viele von ihnen wurden von Anarchisten betrieben, die aus Spanien stammten. Deshalb erschien es mir damals ganz natürlich, Anarchist zu sein.

ZEIT Campus: Sollen alle Studenten Anarchisten werden?

Chomsky: Ja. Studenten sollen Autoritäten herausfordern und sich damit in eine lange anarchistische Tradition einreihen.


Noam Chomsky in einem Interview mit "Zeit Campus", das seit drei Stunden auf "Zeit-Online" zu lesen ist.


Kommentar: Chomsky war und ist über buchstäblich Generationen ein Idol der Linken, vor allem der intellektuellen Linken.

Mal wieder ein kleines Quiz: Wie wird sich die friedliche Nutzung der Kernkraft weltweit bis 2020 entwickeln?

Das britisch-amerikanische Nachrichtenmagazin The Economist bietet einen Informationsservice für Entscheidungsträger (EIU) an, in dem ökonomische Entwicklungen und Trends analysiert werden. Dort ist jetzt ein Bericht über die künftige Entwicklung der friedlichen Nutzung der Atomenergie in den wichtigsten Staaten erschienen, in denen es gegenwärtig noch Kernkraftwerke gibt. Zugrundegelegt sind die jeweils aktuellsten nationalen Planungsdaten.

Quizfragen:

13. Juni 2011

Zitat des Tages: Josef Joffe erklärt seinen "Freunden da draußen", warum die Deutschen spinnen. Der Esel auf dem Eis

Wer wenig Sorgen hat, hat umso mehr Angst – das ist ein Naturgesetz. Oder so: Die Summe aller Ängste ist konstant. Da Deutschland ein gesegnetes Land ist, bleiben kaum noch Gründe für die Panik übrig, und umso größer wird das Grausen vor dem Atomaren – plus, je nach Saison, Ehec, Vogelgrippe, Feinstaub… Das, liebe Freunde da draußen, ist die Erklärung: German angst comes from German glueck.

Josef Joffe in der von ihm herausgegebenen "Zeit" (24/2011 vom 9.6.2011) über das Motiv für den deutschen "Ausstieg".


Kommentar: "Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er auf's Eis tanzen" sagt der Volksmund. Joffe sagt das in etwas anderen Worten über die deutsche Befindlichkeit dieser Tage.

12. Juni 2011

Frohe Pfingsten! Und zum Fest ein kleines Quiz


Allen Lesern von ZR ein frohes, ein vergnügliches und - falls Sie sich das wünschen - ein besinnliches Pfingstfest!

11. Juni 2011

Zettels Meckerecke: Wie der Deutschlandfunk desinformiert, wie dpa desinformiert. Die Falschmeldung des Tages

In seiner Nachrichtensendung am heutigen Samstag um 12 Uhr meldete der Deutschlandfunk:
Drei Monate nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe hat Japan der Opfer gedacht. Premierminister Kan legte bei einem Besuch in der nördlichen Provinz Iwate eine Schweigeminute ein. In der Hauptstadt Tokio und an anderen Orten erinnerten tausende Menschen an den Reaktorunfall von Fukushima und forderten einen Ausstieg aus der Kernkraft.
Fällt Ihnen an dieser Meldung etwas auf? Möglicherweise nicht, denn als Hörer und Seher der deutschen Öffentlich-Rechtlichen sind Sie vermutlich abgehärtet.

Zitat des Tages: "Das Umweltbundesamt schlägt zusätzliche Maßnahmen vor". Was der "Ausstieg" für den Bürger bedeutet. Blick in einen Horrorkatalog

Die deutschen CO2-Emissionen drohen durch den Atomausstieg und die zunehmende Nutzung von Kohle zu steigen. (...) Das Umweltbundesamt schlägt eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen vor, auch im Verkehrssektor.

Erster und letzter Satz einer Vorabmeldung zum gedruckten "Spiegel" der kommenden Woche (Heft 24/2011 vom 11. 6. 2011).


Kommentar: Was es mit diesen "zusätzlichen Maßnahmen" auf sich hat, kann man in dem vorabgemeldeten Artikel des "Spiegel" auf Seite 46 genauer lesen:

10. Juni 2011

Stratfors Analysen: "Die Palästinenser verfolgen eine Strategie der Provokation". G. Friedman über die Lage Israels (mit deutscher Zusammenfassung)

Zusammenfassung: Der Aufsatz schildert die aktuelle strategische Lage im Nahostkonflikt zunächst aus palästinensischer Sicht und fragt dann, welche Konsequenzen sich für Israel ergeben.

Drei Phasen. Zur Zeit des Kalten Kriegs hatte die Führung der PLO auf eine Doppelstrategie von politischem Druck und Terrorismus gesetzt, was sie weltweit Sympathien kostete, sie von der UdSSR abhängig machte, und was am Ende erfolglos blieb. Die zweite Phase war durch das Aufkommen der Hamas und die erste Intifada gekennzeichnet. In der dritten Phase erwuchs daraus der Bürgerkrieg zwischen Fatah und Hamas, der Verhandlungen mit Israel faktisch unmöglich machte, weil niemand für die Palästinenser verhandeln konnte.

Zitat des Tages: Mal wieder ein Bildzitat

Sie finden es hier im Blog von Daniel Pipes.

Marginalie: Warum ist Europa so schlecht? Eine Antwort aus den USA. Pfeifen im Walde? - Eurosklerose!

In dem amerikanischen Internet-Magazin Slate gibt es die Rubrik The Explainer, in der Fragen von Lesern beantwortet werden. Und zwar nicht auf dem Niveau von "Fragen Sie Tante Elfriede"; sondern es wird eine meist gut recherchierte journalistische Antwort gegeben.

Jetzt beantwortete Brian Palmer die Frage, warum eigentlich aus Europa so wenig Innovationen kommen; trotz dessen Wirtschaftskraft.

9. Juni 2011

Marginalie: Die Multiple Grüne Persönlichkeit (MGP). Eine nicht ganz unernst gemeinte Diagnose

Manche würden es vielleicht "schizophren" nennen. Aber die Schizophrenie ist trotz ihres Namens keine Spaltung der Persönlichkeit; wenn auch dieses Mißverständnis offenbar unausrottbar ist. Sagen wir also "Multiple Persönlichkeit". Hier: Grüne Multiple Persönlichkeit. Und weil ich diesen Begriff jetzt gleich oft verwenden werde, kürze ich ihn ab: MGP.

Zitat des Tages: "Gefahr durch Bio". German angst und die Mißachtung realer Risiken

Es ist makabere Ironie, dass ausgerechnet die böse Chemie in Form von Antibiotika und anderen Arzneimitteln und die Gentechnik in Gestalt biotechnisch hergestellter Medikamente nun die Menschen rettet, die möglicherweise "Bio" in Gefahr gebracht hat – falls sich die Indizien bestätigen.

Eigentlich beschäftigt sich die Öffentlichkeit eher mit den vermeintlichen Risiken der industriellen Landwirtschaft. Wie mit Pestizidrückständen, auch wenn diese so gering sind, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht. Oder mit "Genmais", der harmlos ist, aber wie Sondermüll behandelt wird. Die "german angst" diktiert die Gesetze und verschließt vor realen Risiken die Augen. Die Ehec-Epidemie zeigt, dass es die Natur ist, von der die eigentliche Gefahr in der Nahrung ausgeht, allem Bio-Kult und Öko-Kitsch zum Trotz.


Hartmut Wewetzer, Chef des Ressorts Wissenschaft, im "Tagesspiegel" über die Ehec-Epidemie und die Indizien dafür, daß bei ihrem Ausbruch ein Bio-Betrieb in Niedersachsen eine Rolle spielte.

8. Juni 2011

Kleines Klima-Kaleidoskop (20): Ist die globale Temperatur im letzten Jahrzehnt gestiegen? Hier können Sie sich die offiziellen Daten der NOAA ansehen

Den Potsdamer Meereskundler Stefan Rahmstorf wird man wohl einen Klimaeiferer nennen dürfen. Über seine wissenschaftliche Leistung kann und will ich als Laie nicht urteilen. Was aber sein Wirken in der Öffentlichkeit angeht, so läßt es doch ein wenig die skeptische Nüchternheit vermissen, die einen Wissenschaftler eigentlich auszeichnen sollte.

Ein Beispiel dafür habe ich vor einigen Jahren gegeben (Diskussionen über das Klima und das Klima von Diskussionen: Anmerkungen zu einer Kontroverse; ZR vom 4. 9. 2007).

7. Juni 2011

Literarische Randnotizen (2): Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus. Günter Grass (1980) kommentiert Thilo Sarrazin (2010) (Teil 2)

Gegen Ende der achtziger Jahre hörte ich einen Vortrag des Amsterdamer Demographen und Direktors des Netherlands Interuniversity Demographic Institute, Dirk van de Kaa, über die Bevölkerungsentwicklung in Europa. Seine Grafiken machten sinnfällig, daß die Geburtenrate in Deutschland weit unter derjenigen der anderen europäischen Länder lag. In der Diskussion fragte jemand, welche Erklärung die Demographie dafür hätte. Van de Kaa antwortete: "Nobody knows" - niemand wisse das.

Zitat des Tages: Der Ausstieg - ein "Risiko für kommende Generationen". Sprachschatz der Rücksichtslosen. Einer ruft in der Wüste.

Geht es auf diese Weise weiter, werden der Ausbau der Stromnetze, die Förderung der erneuerbaren Energien und die Folgen für Recht, Eigentum und Freiheit, die jetzt den Bundestag im Blitzverfahren beschäftigen, nicht zur Chance kommender Generationen, sondern zum Risiko. Die Hypothek auf die Zukunft würde noch größer, wenn es gelänge, die Energiewende "unumkehrbar" zu machen. Abgesehen davon, dass es sich wieder um eine Vokabel aus dem Sprachschatz des Rücksichtslosen handelt, kann es nur bedeuten, künftigen Generationen vorzuschreiben, welche Optionen sie haben, um ihre Energie zu gewinnen.

Jasper von Altenbockum heute in der FAZ über den "Ausstieg aus der Atomenergie".

6. Juni 2011

Zitat des Tages. Zugleich Zettels Meckerecke: Die Atomkraft und das Reich Gottes. Theologie als politische Agitation

Überall, wo Menschen hinschauen, sich ihren Verletzungen stellen und geheilt werden, leuchtet etwas vom Reich Gottes auf. Überall, wo Menschen sich zu ihren Verfehlungen bekennen und Irrwege nicht fortsetzen, so wie es bei der Atomkraft lange der Fall war.

Die Pfarrerin Ulrike Trautwein, die demnächst als Generalsuperintendentin für den Sprengel Berlin der Evangelischen Kirche Berlin - Brandenburg - schlesische Oberlausitz tätig sein wird, in ihrer Predigt beim Schlußgottesdienst des 33. Evangelischen Kirchentags gestern in Dresden; laut dem offiziellen Text der Predigt (Dokument: SGD_001_5250 des Kirchentags).

Marginalie: Die Niederlage des portugiesischen Sozialisten José Sócrates und der Euro-Sozialismus

In Portugal hat die bisherige Regierung gestern eine vernichtende Wahlniederlage erlitten. Warum? Das liegt doch auf der Hand, werden Sie vielleicht sagen - weil es Portugal wirtschaftlich schlecht geht. Das schreiben die Wähler nun einmal der jeweiligen Regierung zu.

Gewiß. Aber es ist kein Zufall, daß dies eine sozialistische Regierung ist; demnächst gewesen sein wird. Auch im Krisenland Spanien regieren die Sozialisten; dort seit 2004, in Portugal seit 2005.

5. Juni 2011

Die Bitcoin-Blase

Nicht erst seit der Euro-Krise steht das staatlich organisierte Zentralbankensystem in der Kritik. Es ist für die Stabilität einer Währung hochproblematisch, wenn nach politischen Vorgaben große Mengen neues Geld erzeugt und z. B. für die Begleichung von Staatsschulden verwendet werden. Das Beispiel der Hyperinflation in der Weimarer Republik ist gerade in Deutschland immer noch präsent. Und auch bei der US-Immobilienkrise wird ein großer Teil der Verantwortung bei der lockeren Geldpolitik gesehen.

Dazu kommt ein Unbehagen an zu viel staatlicher Kontrolle, festgemacht an Beispielen wie der geplanten Internetzensur von der Leyens oder der Sperrung von Konten, um Wikileaks nach der Veröffentlichung von US-Regierungs-Interna finanziell auszutrocknen.

Vor diesem Hintergrund stießen die ersten Informationen über die neue "Internet-Währung" Bitcoin auf großes Interesse. Insbesondere da "Spiegel-Online" in gewohnt unseriöser Berichterstattung ordentlich übertrieben hatte:
Ein gefährliches Projekt, das Regierungen stürzen und die Weltwirtschaft destabilisieren könnte.
Mit einem Open-Source-Projekt Regierungen zu stürzen - das traf den Nerv vieler Internet-Fans.
Und noch schöner: Mit einer bemerkenswert hysterischen Reaktion ließ sich ein bis dato unbekannter Verband zitieren. Und warf der neuen Währung unter anderem vor, genau das zu verhindern, was den Zentralbank-Kritikern ohnehin zutiefst suspekt ist:
... weil durch die automatische Steuerung der Geldmenge durch Algorithmen keine Konjunkturpolitik funktioniert. Bei kriselnden Währungen können Staaten sonst die Notenpresse anwerfen und frisches Geld in den Kreislauf pumpen.

Literarische Randnotizen (2): Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus. Günter Grass (1980) kommentiert Thilo Sarrazin (2010) (Teil 1)

Im Englischunterricht habe ich als Schüler den Begriff "rotten borough" gelernt. In England nannte man so Orte, die einmal von zahlreichen Menschen bewohnt gewesen waren, dann aber von vielen ihrer Einwohner verlassen wurden. Ihre Vertretung im Parlament behielten diese heruntergekommenen Orte aber, so daß mitunter - wie bei Plympton Erle in Devon - in 182 Häusern nur noch 40 Wähler lebten, die aber zwei Abgeordnete ins Unterhaus schicken durften.

Das war im 19. Jahrhundert. Es könnte im Deutschland des 21. Jahrhunderts, was die Bevölkerungsentwicklung angeht, ähnlich werden.

4. Juni 2011

Noch ein Zitat des Tages: "Wir sind nur ein Teil der Schöpfung"

"Die atomare Wirtschaft – von der Urangewinnung bis zur so genannten Endlagerung – steht symbolhaft dafür, dass die Menschheit bedingungslos danach strebt, die Schöpfung zu unterwerfen. Es wird jetzt Zeit, dass sich die Menschheit daran erinnert: Wir sind nur ein Teil der Schöpfung und können nur mit ihr, nicht gegen sie leben."
Katrin Göring-Eckardt, Präses der Synode der EKD und Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags (zitiert nach jesus.de)

Zitat des Tages: "Überdurchschnittlich viele Kinder". Da stimmt doch was nicht!

Überdurchschnittlich viele Kinder haben übrigens Einwanderer aus Nordafrika – natürlich kümmert sich der Herr Marokkaner nicht vornehmlich um die lieben Kleinen, aber "haben" tut er sie schon gern, als Visitenkarte seines ökonomischen Erfolgs. Kinder sind Statussymbole geworden: Man zeigt, was man sich leisten kann.

*** in ***.

3. Juni 2011

Marginalie: Steigt Deutschland wirklich aus der Nutzung der Atomenergie aus? Keineswegs. Es wird nur ein Outsourcing stattfinden

Zu den Absurditäten der deutschen Entscheidung, sich freiwillig selbst die günstigste Technik zur Stromerzeugung wegzunehmen, gehört die Inkonsequenz dieses "Ausstiegs". Deutschland wird nämlich auch künftig keineswegs auf die Nutzung der Atomenergie verzichten. Es findet nur ein Outsourcing statt.

In Zukunft wird der Atomstrom, den wir auch weiter verbrauchen werden, lediglich weniger innerhalb Deutschlands erzeugt und stattdessen in wachsendem Umfang importiert werden. Darauf hat jetzt bei Stratfor (in einem nur Abonnenten zugänglichen Beitrag) Peter Zeihan aufmerksam gemacht. Ich fasse den Artikel zusammen:

2. Juni 2011

Bericht vom grünen Kirchentag / Ein Gastbeitrag von Stefanolix

Als Bewohner Dresdens bin ich in diesen Tagen gleichzeitig Gastgeber und Gast des Kirchentags. In der gesamten Innenstadt finden fast rund um die Uhr Veranstaltungen statt. Die Stimmung der Teilnehmer ist gelöst, friedlich, entschleunigt und offen. Auf vielen Straßen, Plätzen und Brücken ist Musik zu hören. Ich habe in Dresden noch nie einen so ruhigen Himmelfahrtstag erlebt.

Auf der Agenda des Dresdner Kirchentags stehen auch politische Themen, und es sind viele Politiker vertreten. Das ist auf vergangenen Kirchentagen auch so gewesen. Doch diesen Kirchentag dominiert die Farbe Grün.

Marginalie: Russisches Erdgas statt deutscher Kernenergie. Wie der "Ausstieg" die geopolitische Lage verändert. Deutsche Ethik

Unter dem Titel "Russian gas and Germany's nuclear gamble" (Russisches Erdgas und das deutsche nukleare Lotteriespiel) hat Stratfor gestern einen bemerkenswerten Artikel publiziert (nur Abonnenten zugänglich).

Einen Tag nach der Entscheidung der Regierungskoalition über den "Ausstieg" sei Wirtschaftsminister Rösler nach Moskau geflogen, schreibt Stratfor - weil Deutschland künftig dringend auf Erdgas aus Rußland angewiesen sein werde; jedenfalls in diesem Jahrzehnt, bis möglicherweise "alternative" Energien den Bedarf decken könnten. Die neue Pipeline unter der Ostsee ("Nord Stream") werde dabei eine entscheidende Rolle spielen.

1. Juni 2011

Zitat des Tages: Alice Schwarzer über das Kachelmann-Urteil. Und Cora Stephan über Alice Schwarzer

Vor allem bei Sexualverbrechen gibt es naturgemäß fast nie Zeugen, bei Gewalt innerhalb von Beziehungen schon gar nicht. Sind die Spuren also nicht eindeutig – und auch das ist in hohem Maße eine Interpretations- also Ermessensfrage -, kommt es auf die Glaubwürdigkeit an. (...)

Denn so ein "Glaubwürdigkeitsgutachten" hat überhaupt nicht den Anspruch, etwas über den Wahrheitsgehalt der Beschuldigung auszusagen, sondern nur über die grundsätzliche Glaubwürdigkeit der Person. Doch auch Lügnerinnen können vergewaltigt werden. Kurzum: Glaubwürdigkeitsgutachten sind völlig überflüssig, eine Qual für die Befragten und richten sich im Zweifelsfall schon beim geringsten Widerspruch gegen dieselben.


Alice Schwarzer in ihrem Blog gestern über den Kachelmann-Prozeß.