Anmerkungen zur Sprache (4): Ein Prosit an der Symbol-Bar

Wie verbessert man sein Deutsch? Indem man zum Beispiel ein Programm zur Stilprüfung herunterlädt und es mit MS Word integriert. Wie heißt dieses Programm? Kein Witz: Style Checker.
Und da es ja nur unseren Style zu checken verspricht und nicht etwa auch unser Spelling, nehmen wir den Verkäufern dieses Produkts nicht übel, daß sie auf ihrer WebSite mit dem Spruch werben: "Hohlen [sic!] Sie sich den neuesten StyleCecker."
In der obigen Passage habe ich ziemlich viele Wörter aus anderen Sprachen verwendet. Einige in ironisierender Absicht; aber nicht alle.
Natürlich gibt es keinen vernünftigen Grund, statt "Rechtschreibung" das englische "Spelling" zu verwenden. Das habe ich getan, um StyleChecker ein wenig zu veralbern.
Aber das "sic!" in eckigen Klammern habe ich verwendet, weil man auf diese Weise seit Jahrhunderten darauf aufmerksam macht, daß eine fehlerhafte Schreibung oder Formulierung kein Fehler des Autors oder des Setzers ist, sondern daß sie mit Absicht so gewählt wurde, weil der Fehler so im zitierten Original steht. In solch einem Fall schreibt man nun einmal "sic!"; die Alternative wäre ein umständliches "so im Original".
Und "WebSite" habe ich verwendet, weil ich kein besseres Wort weiß. "Netzseite" ist schlicht falsch; eine reine Klangassoziation. Ungefähr so, als würde man "horse" mit "Hase" übersetzen. Eine site ist ein Ort, eine Lage, ein Platz, eine Stätte, dergleichen. "Webauftritt" oder "Netzauftritt" liest man gelegentlich - umständliche, auch inhaltlich unpassende Verdeutschungen. Und manche verwenden gar "Homepage" für eine WebSite, was aber "Startseite" heißt und nicht etwa "eigene Seite" oder so etwas.
Mit der Schreibweise "WebSite" habe ich gleich auch noch gegen die deutsche Rechtschreibung verstoßen, die keine Großbuchstaben im Inneren eines Wortes kennt. Und zwar deshalb, weil ich eine solche Schreibweise zusammengesetzter Wörter aus Gründen der Lesbarkeit manchmal für vernünftig halte; auch als kleine Hommage an Arno Schmidt, der diese Variante der VerSchreibKunst entwickelt hat. Da es seit dem NeuSchreibChaos ohnehin keine einheitliche deutsche Rechtschreibung mehr ergibt, erlaube ich mir diese Freiheit.
Bewußt habe ich auch "Hommage" geschrieben. Weil das mit "Ehrung", "Verbeugung", "Anerkennung" nur unscharf wiedergegeben wäre.
Mir scheint, "Hommage" und "WebSite" sind Bereicherungen des Deutschen. Solche Bereicherungen aus einem dogmatischen Sprachpurismus heraus abzulehnen, kommt mir ebenso unvernünftig vor wie die Verwendung von albernen, überflüssigen Anglizismen.
Das Deutsche rein halten zu wollen ist ein undurchführbares, ja ein widersinniges Vorhaben. Denn es setzt voraus, daß es überhaupt eine reine deutsche Sprache gibt oder zumindest gegeben hat.
Jeder weiß aber, daß das nicht so ist. Im Lateinunterricht lernt man, welche deutschen Lehn- oder Fremdwörter von den lateinischischen Vokabeln abgeleitet wurden, die man sich einprägen soll. Das erleichtert das Lernen. "Fenestra" hat unser "Fenster" hervorgebracht, "tabula" die "Tafel" wie auch die "Tabelle". Die "cella" wurde zum "Keller" ebenso wie zur "Zelle", "crassus" zu "kraß". Andere lateinische Wörter wurden im Deutschen heimisch, ohne lautlich assimiliert zu werden - der "Minister", im Lateinischen ein "Diener" (woran man gelegentlich erinnern sollte), der "Dozent" zum Beispiel. Manche finden sich in der Urform wie auch in einer assimilierten Form - "prosit!" zum Beispiel neben "prost!".
Ebenso war es später mit dem Französischen, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert. Manche ursprünglich lateinischen Wörter sind mehrfach ins Deutsche gelangt - das "palatium" zum Beispiel in der fränkischen Zeit als "Pfalz", später als "Palast" und dann noch einmal als "Palais".
Und wenn heute Sprachreiniger uns (berechtigterweise) die dummen Anglizismen austreiben wollen, dann müssen sie aufpassen, daß sie uns als Ersatz nicht dumme Latinismen oder Französismen der Vergangenheit vorschlagen - sagen wir, statt "Hair Stylist" den guten alten "Frisör", statt "Controller" den "Kontrolleur", statt "Dossier" die "Akte" oder statt "Motherboard" die "Hauptplatine".
Wer mir im dritten Teil dieser Serie bei der Kritik an Anglizismen zugestimmt hat, der wird sich vielleicht wundern, daß ich jetzt scheinbar gegen die Sprachreiniger Front mache. Aber ich kritisiere ja nicht ihr Vorhaben als solches, dem im Gegenteil meine Sympathie und Unterstützung gilt. Nur finde ich, daß es nicht um Reinheit oder Verunreinigung geht, sondern um dumme, nutzlose und gespreizt klingende Übernahmen aus anderen Sprachen auf der einen Seite; und auf der anderen Seite um Bereicherungen durch Wörter und Ausdrücke, für die das Deutsche noch keine gute Entsprechung hatte.
Oft kommt mit dem neuen Wort ja die neue Sache; - wie einst vinum und die schola, wie später das parfum und die perruque, so heute das internet und der CD player.
Ob sich dafür deutsche Kunstwörter einbürgern, scheint von mehreren Faktoren abzuhängen - vor allem der Kürze und Eingängigkeit des konkurrierenden deutschen Worts. "Festplatte" ist genauso kurz wie "hard disk" und konnte sich also durchsetzen, wie auch "löschen" für "to delete" und "speichern" für "to store". Aber für "laptop" gibt es eine solche griffige Eindeutschung halt nicht, oder für "scanner"; also wurde hier das englische Wort übernommen.
Manchmal freilich kann das auch zu Kuriosem führen. Ein Programm, das ich viel nutze und dessen Namen ich nicht verrate, übersetzt - es geht um die Anordnung von Symbolen auf einer Leiste (englisch "bar") - den Begriff "the symbol bar" mit "die Symbol-Bar".
Na denn prost! Oder prosit!
Und da es ja nur unseren Style zu checken verspricht und nicht etwa auch unser Spelling, nehmen wir den Verkäufern dieses Produkts nicht übel, daß sie auf ihrer WebSite mit dem Spruch werben: "Hohlen [sic!] Sie sich den neuesten StyleCecker."
In der obigen Passage habe ich ziemlich viele Wörter aus anderen Sprachen verwendet. Einige in ironisierender Absicht; aber nicht alle.
Natürlich gibt es keinen vernünftigen Grund, statt "Rechtschreibung" das englische "Spelling" zu verwenden. Das habe ich getan, um StyleChecker ein wenig zu veralbern.
Aber das "sic!" in eckigen Klammern habe ich verwendet, weil man auf diese Weise seit Jahrhunderten darauf aufmerksam macht, daß eine fehlerhafte Schreibung oder Formulierung kein Fehler des Autors oder des Setzers ist, sondern daß sie mit Absicht so gewählt wurde, weil der Fehler so im zitierten Original steht. In solch einem Fall schreibt man nun einmal "sic!"; die Alternative wäre ein umständliches "so im Original".
Und "WebSite" habe ich verwendet, weil ich kein besseres Wort weiß. "Netzseite" ist schlicht falsch; eine reine Klangassoziation. Ungefähr so, als würde man "horse" mit "Hase" übersetzen. Eine site ist ein Ort, eine Lage, ein Platz, eine Stätte, dergleichen. "Webauftritt" oder "Netzauftritt" liest man gelegentlich - umständliche, auch inhaltlich unpassende Verdeutschungen. Und manche verwenden gar "Homepage" für eine WebSite, was aber "Startseite" heißt und nicht etwa "eigene Seite" oder so etwas.
Mit der Schreibweise "WebSite" habe ich gleich auch noch gegen die deutsche Rechtschreibung verstoßen, die keine Großbuchstaben im Inneren eines Wortes kennt. Und zwar deshalb, weil ich eine solche Schreibweise zusammengesetzter Wörter aus Gründen der Lesbarkeit manchmal für vernünftig halte; auch als kleine Hommage an Arno Schmidt, der diese Variante der VerSchreibKunst entwickelt hat. Da es seit dem NeuSchreibChaos ohnehin keine einheitliche deutsche Rechtschreibung mehr ergibt, erlaube ich mir diese Freiheit.
Bewußt habe ich auch "Hommage" geschrieben. Weil das mit "Ehrung", "Verbeugung", "Anerkennung" nur unscharf wiedergegeben wäre.
Mir scheint, "Hommage" und "WebSite" sind Bereicherungen des Deutschen. Solche Bereicherungen aus einem dogmatischen Sprachpurismus heraus abzulehnen, kommt mir ebenso unvernünftig vor wie die Verwendung von albernen, überflüssigen Anglizismen.
Das Deutsche rein halten zu wollen ist ein undurchführbares, ja ein widersinniges Vorhaben. Denn es setzt voraus, daß es überhaupt eine reine deutsche Sprache gibt oder zumindest gegeben hat.
Jeder weiß aber, daß das nicht so ist. Im Lateinunterricht lernt man, welche deutschen Lehn- oder Fremdwörter von den lateinischischen Vokabeln abgeleitet wurden, die man sich einprägen soll. Das erleichtert das Lernen. "Fenestra" hat unser "Fenster" hervorgebracht, "tabula" die "Tafel" wie auch die "Tabelle". Die "cella" wurde zum "Keller" ebenso wie zur "Zelle", "crassus" zu "kraß". Andere lateinische Wörter wurden im Deutschen heimisch, ohne lautlich assimiliert zu werden - der "Minister", im Lateinischen ein "Diener" (woran man gelegentlich erinnern sollte), der "Dozent" zum Beispiel. Manche finden sich in der Urform wie auch in einer assimilierten Form - "prosit!" zum Beispiel neben "prost!".
Ebenso war es später mit dem Französischen, vor allem im 17. und 18. Jahrhundert. Manche ursprünglich lateinischen Wörter sind mehrfach ins Deutsche gelangt - das "palatium" zum Beispiel in der fränkischen Zeit als "Pfalz", später als "Palast" und dann noch einmal als "Palais".
Und wenn heute Sprachreiniger uns (berechtigterweise) die dummen Anglizismen austreiben wollen, dann müssen sie aufpassen, daß sie uns als Ersatz nicht dumme Latinismen oder Französismen der Vergangenheit vorschlagen - sagen wir, statt "Hair Stylist" den guten alten "Frisör", statt "Controller" den "Kontrolleur", statt "Dossier" die "Akte" oder statt "Motherboard" die "Hauptplatine".
Wer mir im dritten Teil dieser Serie bei der Kritik an Anglizismen zugestimmt hat, der wird sich vielleicht wundern, daß ich jetzt scheinbar gegen die Sprachreiniger Front mache. Aber ich kritisiere ja nicht ihr Vorhaben als solches, dem im Gegenteil meine Sympathie und Unterstützung gilt. Nur finde ich, daß es nicht um Reinheit oder Verunreinigung geht, sondern um dumme, nutzlose und gespreizt klingende Übernahmen aus anderen Sprachen auf der einen Seite; und auf der anderen Seite um Bereicherungen durch Wörter und Ausdrücke, für die das Deutsche noch keine gute Entsprechung hatte.
Oft kommt mit dem neuen Wort ja die neue Sache; - wie einst vinum und die schola, wie später das parfum und die perruque, so heute das internet und der CD player.
Ob sich dafür deutsche Kunstwörter einbürgern, scheint von mehreren Faktoren abzuhängen - vor allem der Kürze und Eingängigkeit des konkurrierenden deutschen Worts. "Festplatte" ist genauso kurz wie "hard disk" und konnte sich also durchsetzen, wie auch "löschen" für "to delete" und "speichern" für "to store". Aber für "laptop" gibt es eine solche griffige Eindeutschung halt nicht, oder für "scanner"; also wurde hier das englische Wort übernommen.
Manchmal freilich kann das auch zu Kuriosem führen. Ein Programm, das ich viel nutze und dessen Namen ich nicht verrate, übersetzt - es geht um die Anordnung von Symbolen auf einer Leiste (englisch "bar") - den Begriff "the symbol bar" mit "die Symbol-Bar".
Na denn prost! Oder prosit!
© Zettel. Für Kommentare bitte hier klicken. Titelvignette: Johann Gottfried Herder. Gemälde von Johann Ludwig Strecker (1775). In der Public Domain, da das Copyright erloschen ist. Links zu allen Folgen dieser Serie findet man hier.
Labels: Anglizismen, Fremdwörter, Latein, Lehnwörter, Sprache

10 Comments:
[klugscheiß]Außer "sic!" soll man auch nur "!" schreiben können. Beides kommt wohl auch vor.[/klugscheiß]
Aber es ist natürlich richtig, Fremdwörter und Anglizismen differenziert zu sehen. Ich würde drei Arten unterscheiden:
1. Bezeichnungen Dinge betreffend, für die wir bislang noch kein Wort hatten und das übernommene Fremdwort aus bestimmten Gründen sinnvoll übernommen werden kann (z.B. weil es wesentlich kürzer oder genauer als denkbare deutsche Entsprechungen ist). Beispiele: Bar (die echte), Image (im übertragenen Sinn) oder sogar auch Website (wie wäre es mit "Netzpräsenz" oder "Netzadresse"?).
2. Bezeichnungen Dinge betreffend, für die wir bislang noch kein Wort hatten, sich aber mehrere deutsche Wörter (oder bereits bekannte Fremdwörter!) sinnvoll anbieten würden (schließlich ist unsere Sprache sehr kombinatorisch-schöpferisch, was Substantive angeht...). Beispiele: Hauptplatine statt Motherboard, Symbol für Icon, Rechner statt Computer.
3. Bezeichnungen längst Bekanntes (und "Benanntes") betreffend.
Richtig ärgerlich ist aus meiner Sicht alles zu Punkt 3. Sowas steht bei mir unter ständigem Schwallverdacht.
Punkt 1 ist etwas, mit dem wir immer leben müssen und sollen. Das bereichert wirklich.
Die Grauzone ist Punkt 2. Dass man gedankenlos mit neuen Dingen auch deren ausländische Bezeichnungen übernimmt, ist nicht neu. Es braucht dann Leute vom Schlage eines Philipp von Zesen, die mal wirklich kreativ an die Sache rangehen und passende deutsche Entsprechungen suchen, denn warum sollen nur die Erfinder einer Sache den Genuss schöner Assoziationen haben? Es ist nicht so, dass uns diese Leute heute fehlen würden - ihr Tun ist aber nicht mehr erwünscht. Wer verlangt, dass bei neuen Dingen, für die es eine Bezeichnung in fremder Sprache gibt, zunächst nach einer deutschen Entsprechung gesucht wird, "outet" sich als hoffnungsloser Reaktionär und Hinterwäldler. Es soll sogar Leute geben, die tatsächlich der Meinung sind, durch möglichst viele übernommene Fremdwörter falle Ausländern die Kommunikation mit Deutschen leichter. Dumm nur, dass die Ausländer das gar nicht so sehen - zumindest die mit fremden Muttersprachen.
Nun bin ich selbst Mitglied im VdS (nicht zuletzt, weil ich vor langer Zeit in einem anderen Zusammenhang mal in den Genuss der persönlichen Bekanntschaft mit Walter Krämer kam) und konnte mir auf einer Versammlung der örtlichen Sektion ein Bild machen, das nicht nur alle Vorurteile der Gegner dieses Vereins zu bestätigen in der Lage wäre, sondern wahrscheinlich deren kühnste Vorstellungen noch weit übertrifft. Das Thema wird leider von zu vielen Fanatikern und Spinnern besetzt.
Danke für den Artikel, lieber Zettel, und auch meinem Vorredner Rayson, der mir aus B.L.O.G wohlbekannt ist, sei Dank für seine Stellungnahme, da sie ebenso meine Ansicht wiedergibt wie das durch sie Kommentierte. Gerade weil ich aus dem Englischen stammende Begriffe dann völlig akzeptiere, wenn Sie im Deutschen nur umständlich zu Bezeichnendes prägnant wiedergeben, mache ich mir oft einen Spaß daraus, sprachlichen Purismus auf die Spitze zu treiben. Auf meiner Schreibtischspitze ("Lübke-Deutsch" für "Desktop") finden sich daher fast ausschließlich trefflich verdolmetschte Begriffe wie zum Beispiel "Winzigweich Ausguck" statt "Outlook" oder "Offener Zugriff" statt "Open Access". Der alte Ich-Schießer "Unreal" erscheint dort als "Nicht wirklich". Klar, dass ich den Feuerfuchs als Zwischennetz-Blätterer benutze und den Donnervogel als Bersteinpost-Weichware. ("Bernsteinpost" deshalb, weil sich das "E" in "E-Mail" von "Electron" ableitet, was ja "Bernstein" bedeutet). Und auf die Frage, welchen Internet-Provider ich bevorzuge, pflege ich zu antworten: "Mein Zwischennetz-Fürsorger ist Te-Aufstrich", wodurch mein Ruf als "hoffnungsloser Reaktionär und Hinterwäldler" (Rayson) abermals untermauert wird.
@ Rayson
sic! ;-)
Das als allgemeiner Kommentar: Ich stimme dir in fast allem zu; du hast das freilich a bisserl besser geordnet als ich.
Dies gesagt (was ein Französismus sein dürfte - cela dit):
* Zur WebSite hast du mich nicht überzeugt - eine Site ist keine Präsenz, noch weniger eine Adresse.
* "Platine" ist ja genaus ein Fremdwort wie "Motherboard", nur halt ein älteres. Und "Symbol" ist auch nicht deutscher als "Icon". (Wo deutsch "Ikon" vernünftig wäre; die Engländer ersetzen das griechische Kappa ja meist durch ein c, aber warum sollten wir?).
* Meines Erachtens sollte man, was deine Kategorie 3 angeht, erbarmunglos sein. Bloßstellen, lächerlich machen. Einen Führer "Guide" zu nennen oder einen Schalter "Counter", das muß bestraft werden. Aus meiner Sicht nicht mal primär wegen der Sprachverhunzung, sondern wegen der Dummheit.
Aber nochmal: In der Beurteilung sind wir uns so einig, wie man sich nur einig sein kann.
Herzlich, Zettel
@ Friedel
Prächtig! Ich lache so sehr, daß es da wackelt, wo es nicht wackeln sollte. ;-)
Jetzt hoffe ich nur, daß du auch weiter meinen Netzholzblock liest und auch künftig solche Hochlichter schreibst wie dieses. :)
Sehr herzlich, Zettel
@Zettel
Schade, dass dich meine Vorschläge nicht überzeugen ;-)
Zu "Symbol" und "Platine" möchte ich aber dann doch noch mal auf meinen Einschub hinweisen, der da lautete: "oder bereits bekannte Fremdwörter!"
Sehr komisch finde ich den deutschen Begriff "zurücksetzen". Eigentlich bedeutet das zum Beispiel für mich, daß man sich etwa im Kino zurücksetzt (also ein paar Reihen weiter nach hinten), weil man merkt, daß man sich doch zu weit nach vorne gesetzt hat (was ich gerne tue), aber nun halt doch nicht so den Überblick über die große Leinwand hat.
Was der Ausdruck "zurücksetzen" aber im Computerdeutsch bedeuten soll, darüber habe ich lange gerätselt. Was es meinen Computer interessieren soll, wenn ich mich mit meinem Stuhl zurücksetze - das war mir nicht klar. Auch geht das ja nur ein kleines Stück, man muß doch mit den Armen noch die Tastatur und die Maus erreichen können!
Erst als mir dann die Bedeutung des Wortes "reset" klar wurde (damals, noch als Computer-Anfängerin), da verstand ich, was manche mit "zurücksetzen" meinen ...
@regina
Aber die Frage ist doch: Ist "zurücksetzen" weniger treffend oder passend als "reset"?
Für mich wäre dies das Ideal einer "Eindeutschung", weil die wörtliche Übersetzung nicht nur das entsprechende, sondern auch ein passendes Bild transportiert. "In den Ausgangszustand zurücksetzen" - intuitiv perfekt. Oder nicht?
@ Regina und Rayson
"Reset" mit "zurücksetzen" zu übersetzen ist wirklich ein Schmarrn - vermutlich einfach durch die Klangähnlichkeit verursacht; so, wie "boat" grundsätzlich mit "Boot" oder "place" mit "Platz" übersetzt wird.
(Wobei dann zB die "See you at our place this evening?", Also: "Kommst du heute Abend zu uns nach Hause?" mit "Sehen wir uns an unserem Platz heute Abend?" übersetzt wird).
So auch "reset", was schlicht "zurückstellen" heißt. Die Uhr zum Beispiel. Oder eben den Rechner.
Herzlich, Zettel
So einfach ist die Sache m.E. nicht. Es gibt immerhin den Ausdruck "(in einen ursprünglichen Zustand) zurückversetzen", der dem, was mir mit dem Rechner tun, viel näher kommt als das Zurückstellen einer Uhr.
@ Rayson
Ja, das stimmt. An "zurückversetzen" hatte ich gar nicht gedacht.
Also ist "zurücksetzen" vielleicht eine Verschmelzung (jetzt hatte ich erst "Kontamination" geschrieben *g*) von "zurückstellen" und "zurückversetzen"? Nahegelegt durch die Klangähnlichkeit mit "reset"?
Post a Comment
<< Home