(Artemis 1; 8. Dezember 2022)
I.
„Eines dieser Raumschiffe ist die Orion … Begleiten wir die Orion und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit.“
In knapp 21 Stunden, um 18 Uhr 39 Mitteleuropäischer Zeit, wird nach gut 26 Tagen der erste Flug eines Raumschiffs beim erneuten Ausflug zum Erdtrabanten sein Ende finden, wenn Artemis 1 in der Nähe der Insel Guadalupe, rund 250 Kilometer westlich der amerikanischen Pazifikküste niedergeht. Technisch gesehen steht natürlich noch die Bergung der Kapsel an, der Transport zum Schiff, der Rücktransport zur Heimatbasis und die Auswertung der beim Flug gewonnenen Daten. Aber das fällt unter „Nachbereitung.“ Jetzt, wo ich diese Zeilen tippe, befindet sich das Raumschiff, am 24. Tag und 14 Stunden seiner Mission nach dem Start von Cape Canaveral, noch 110.500 Meilen von der Erde entfernt und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 3400 Meilen pro Stunde auf sie zu. In den letzten drei Tagen hat sich diese Geschwindigkeit beständig von gut 900 Meilen pro Stunde erhöht, unter dem Einfluß der Erdgravitation.
Am Dienstag habe ich das „Intro“ der „phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion“ auf „noch ohne Besatzung“ variiert. Technisch gesehen stimmt das, da erst bei der nächsten Mission, derzeit auf die erste Hälfte des Jahres 2024 terminiert, vier Menschen erneut den Erdbegleiter umrunden sollen. Aber in effigie ist diesmal schon der „weltberühmte Astronaut“ an Bord, der als Namensgeber der Mondfähre von Apollo 10 im Juni diese Reise absolvierte – und in den zahllosen Zeitungen der USA, die den Tagesstrip der „Peanuts“ abdruckten, in sieben Folgen vom 8. Bis zum 15. März 1969. (Bemerkenswert daran war, daß Snoopy während seines Mondflugs die Lederkappe und die Fliegerbrille trug, die sein Markenzeichen für solche Phantasietrips gewesen waren, seit er am 25. Oktober 1965 als Fliegeras des Ersten Weltkriegs seinen ersten Luftkampf mit dem „Roten Baron“ ausgefochten hatte.)
("Peanuts", 12. März 1969)
Daß Snoopy eine solche Rolle als Maskottchen der NASA zugekommen war, verdankte sich einer kleinen Public-Relations-Initiative, die im Nachgang des Unglücks von „Apollo 1“, als im Januar 1967 bei einem Test der Raumkapsel auf der Startrampe die reine Sauerstoffatmosphäre im Raumschiff durch einen elektrischen Kurzschluß entzündet wurde und die drei Astronauten Edward White, Virgil Grissom und Roger Chaffee innerhalb einer halben Minute in dem Inferno ums Leben kamen. Um ein sichtbares, symbolisches Zeichen zu setzen, daß bei der NASA die Sicherheit jetzt oberste Priorität habe, bat die Leitung der Luft- und Raumfahrtbehörde den geistigen Vater der „Peanuts“, Charles M. Schulz, um die Erlaubnis, den kleinen Beagle als „Sicherheitsmaskottchen“ für solche Zwecke verwenden zu dürfen. Gleichzeitig stiftete sie den „Silver Snoopy Award“, eine Ehrennadel, mit der seit 1968 Personen ausgezeichnet werden, die sich besondere Verdineste im diesem (recht großzügig gefaßten) Bereich erworben haben. Mehr als 15.000 dieser Anstecknadeln sind in den letzten 54 Jahren vergeben worden.
("Peanuts", 12. und 13. März 1969)













