6.3.15

Eine kurze Anmerkung zur Mietpreisbremse



Die große Koalition hat inzwischen so manchen Unsinn auf den Weg gebracht, von der neuen Frührente, über das Ökostromreförmchen, bis zum Mindestlohn. Allen diesen Gesetzen ist vor allem eins gemeinsam: Nahezu alles was ein bisschen wirtschaftlichen Sachverstand hat, ist dagegen Sturm gelaufen ist. Und ohne Erfolg. Natürlich. Um diese Serie nicht zu brechen (wenn man einen guten Lauf hat, soll man ja weitermachen) hat sich die GroKo jetzt auf das neueste Projekt Mietpreisbremse verständigt. 
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4.3.15

Mai-Feier

"Heraus zum 1. Mai" wird es demnächst wieder heißen. Ein Ruf, dem dieser Autor zugegebenermaßen noch nie gefolgt ist. Aber wenn dieses Jahr der Ruf von den lieben Blogger-Kollegen vom A-Team kommt, ist das doch etwas anderes.

Wer also den Mai-Anfang im schönen Franken genießen möchte, mit einem spannenden politischem und kulturellem Programm, wer Michael Miersch, Frank Schäffler, Albert Duin und diverse andere liberale und libertäre Vordenker erleben möchte, wer vielleicht auch Blogger vom A-Team oder Zettels Raum kennen lernen möchte - der sollte nach Bamberg fahren.

Das Programm klingt jedenfalls recht vielversprechend.
R.A.

© R.A.. Für Kommentare bitte hier klicken.

26.2.15

Das tut gar nicht weh. Ein Gedankensplitter zum Impfen und anderen Pflichten.



„Wissen sie was sich auch gut verkauft? Kindersärge, die gibt es auch in Froschgrün und Feuerwehrrot"
                                              --- Dr. Gregory House

Will man in einer großen Runde junger Eltern möglich schnell die Stimmung verderben und eine schnelle, emotionale Kamikazefahrt erleben, so startet man am besten eine Diskussion über Impfkritik. Und will man dann noch richtig vor die Wand fahren, dann sollte noch das Wort Impfpflicht fallen.
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19.2.15

Salonlinke Popmusik


Ach ja, die Popmusik. Entstanden in den USA der 50er Jahre, hat sie schon bemerkenswerte stilistische Wandlungen über die Jahrzehnte durchgemacht. Von Elvis über die Beatles und Stones, erfuhr sie spätestens in den 60er Jahren ihre Politisierung. Bezüge zu den Bürgerrechtsbewegungen in den USA oder die Anti-Vietnamkriegsbewegung steigerten sich zu radikalpazifistischen Bekenntnissen und kaum verhohlenen Sympathien für sozialistische Gesellschaftsexperimente. Gesungen wird für eine gerechtere Welt. Pop ist links, soviel ist sicher.
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18.2.15

Sie haben die Wahl

Wieder einmal ruft die Friedrich-Naumann-Stiftung auf, den "Autor der Freiheit" für das vergangene Jahr zu küren.

Ich empfehle eifrige Teilnahme.

Und besonders empfehle ich natürlich einen Klick beim Kollegen Andreas Döding.
R.A.

© R.A..

Der Pyrrhussieg (2)

Debalzewe ist gefallen. Ein weiterer militärischer Erfolg für Putin. Seine Truppen haben den strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt erobert, damit ihre Kontrolle über den Donbass gesichert und sich neue Angriffsoptionen geöffnet.

Die Eroberung wurde durchgeführt, nachdem die in Minsk vereinbarte Waffenruhe begonnen hatte. Womit diese vom Start weg Makulatur ist - auch wenn die an der Verhandlung beteiligten Hauptstädte das noch mit diplomatischen Formulierungen vernebeln wollen.
Es kann sein, daß es trotzdem eine gewisse Pause gibt. Schließlich müssen Putins Leute das eroberte Gebiet erst einmal konsolidieren. Aber einen stabilen Frieden kann es in der Ukraine nicht mehr geben, solange es nicht einen Machtwechsel im Kreml gibt.

Ein Sieg für Putin, und eine bewußte Demütigung für seine Verhandlungspartner Merkel und Hollande. Schmerzlich mußten sie lernen, daß Verhandlungen nur dann erfolgreich sein können, wenn man auch Druckmittel hat. Diese fehlen dem abgerüsteten Westeuropa.
Und trotzdem: Auch dies ist wieder nur ein Pyrrhussieg für den Kreml.
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15.2.15

Gesetzliche Betreuung


Bundesarbeitsministerin Nahles packt mit der ihr eigenen Beherztheit ihr nächstes Regierungsprojekt an. Nach der Rente mit 63 und dem Mindestlohn hat sie es diesmal auf die unmittelbar-dingliche Umwelt von Arbeitnehmern abgesehen. Mittels Revision der Arbeitsstättenverordnung soll sichergestellt werden, daß jeder Mitarbeiter jedes Unternehmens einen eigenen Spind bekommt, Mitarbeitertoiletten und -pausenräume künftig mit Tageslicht zu versorgen sowie Home-Office-Arbeitsplätze nach neuesten ergonomischen Standards zu gestalten sind. Zur Sicherstellung von letzterem sollen Arbeitgeber verpflichtet werden, die entsprechenden Räume ihrer Mitarbeiter (also bei ihnen zuhause!) kontrollierend zu begehen. 
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13.2.15

Der Pyrrhussieg

Jacques Schuster hat recht, Putin ist der Sieger der Vereinbarungen in Minsk.
Er hat seine Eroberungen in der Ost-Ukraine konsolidiert, er hat Deutschland und Frankreich zu Bittstellern degradiert, er hat die USA vorgeführt. Und er kann auch nach Belieben wieder mit neuen Angriffen weitermachen, wenn ihm dies nützlich erscheint - den versprochenen Abzug von Truppen und schweren Waffen wird er bestimmt nicht einhalten.

Der Westen hat nur eine Verschnaufpause gewonnen. Eine echte Friedenslösung ist nicht in Sicht. Putin kehrt im Triumph nach Moskau zurück und kann sich innenpolitisch als durchsetzungsstarker Weltmachtführer präsentieren.
Aber welche Perspektive hat er denn noch?
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12.2.15

Neues von der Quote: Frauen in der Falle

Mein verehrter Kollege Andreas Döding hat hat es bereits für einen kurzen Kommentar aufgegriffen und zeitgleich hat auch mich der heutige Artikel in der online Ausgabe der FAZ zur Frauenquote motiviert einen Kommentar zu schreiben. Deswegen wird das Thema heute doppelt versorgt.

Der Artikel der FAZ beginnt mit der Beobachtung das von den 17 Frauen, die in den letzten Jahren in DAX Vorstände berufen wurden, nun insgesamt acht nach nicht einmal der Hälfte ihrer Amtszeit vorzeitig geschmissen haben. Also gut die Hälfte. Die Verweildauer von weiblichen Voständen liegt damit im Schnitt bei drei Jahren und damit extrem niedriger als bei Männern (mit acht Jahren).

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Kurioses, kurz kommentiert: Hasta la vista, Genderista!


Unter dem Titel "Sie scheitern reihenweise" (inzwischen wurde der Titel bezeichnenderweise zu „Wurden sie in die Falle gelockt?" geändert) wird auf der Onlinepräsenz der FAZ aktuell nach den Ursachen gefahndet, weshalb Frauen in DAX-Vorständen überdurchschnittlich kurze Zeit dort verweilen. Im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, die im Schnitt 8 Jahre auf den Vorstandsposten bleiben, schaffen es Frauen durchschnittlich gerade einmal drei Jahre lang, sich dort zu halten. Aus Sicht der Genderwissenschaften, sekundiert von Familienministerin Schwesig, die bereits einen "Kulturwandel" fordert (und somit zukünftige Gesetzgebungsinitiativen, etwa ein Unternehmenskulturgleichstellungsfördergesetz, erwarten läßt), scheint der Fall klar zu sein: Männliche Seilschaften wollen ihre Pfründe wahren und lassen ihre weiblichen Kollegen beherzt ins offene Messer laufen; dergleichen.

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8.2.15

Ein Blick hinter die Theke: Warum wir moderieren, warum wir nicht darüber reden und was wir nicht sind.



Dies ist kein politischer Artikel. Es ist auch kein technischer Artikel. Es ist auch, anders als sonst, keine Aufforderung zum Gedankenaustausch. Es sind meine persönlichen Gedanken zu Moderation, Metadiskussion und Höflichkeit in Diskussionsforen im Allgemeinen. Doch auch wenn es meine Gedanken sind, so spreche ich an dieser Stelle ebenso für meine Mitautoren (auch wenn sie meinen gleich kommenden Vergleich vielleicht nicht ganz so kitschig sehen mögen). Es sind meine Gedanken und entsprechend sind sie gefärbt. 
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7.2.15

Zitat des Tages: Verbot der "Legida"-Demonstration

Die Stadt Leipzig hat heute die für Montag geplante Demonstration des Pegida-Ablegers "Legida" verboten. Die Polizei sei außerstande, den Aufzug abzusichern. Der Oberbürgermeister Burkhard Jung von der SPD erklärte dazu: "Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass in Sachsen offenbar Polizeinotstand herrscht und es nicht möglich ist, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit zu gewährleisten." ("Die Welt" vom 7.2.2015.)

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5.2.15

Unterwerfung unter den Islam

Zufällig geschahen die Attentate auf „Charlie Hebdo“ und den koscheren Supermarkt am Tag, als Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ erschien. Er beschreibt das Frankreich in sieben Jahren: islamisiert durch Dschihadismus und Selbstunterwerfung. Wie das?

Die Religionen arrangierten sich, der Islam sei die kräftigste unter ihnen. Und die einfachste. „Es ist vielleicht zu kompliziert mit dem Katholizismus, im Islam gibt es den Schöpfer, und Schluss“, sagte der Schriftsteller im Interview. „Jedes Mal, wenn ich auf eine Beerdigung gehe, spüre ich, dass der Atheismus unserer Gesellschaften unerträglich geworden ist.“ („Der Tod ist nicht auszuhalten“, DIE ZEIT vom 22.01.2015)

Vom französischen bekennenden Juden Eric Zemmour (Bestseller „Der französische Selbstmord“) wird auf der gleich folgenden ZEIT-Seite noch Schärferes berichtet: Der Blick auf die Ausländerghettos zeige einen Kriegsgrund. „Man schneidet unsere christlichen Wurzeln ab und zwingt uns den allgemeinen Multikulturalismus auf.“ Was ist zu fürchten? „Wenn zwei Völker auf einem Territorium leben, dann herrscht normalerweise Krieg. Das habe ich schon vor den Attentaten gesagt.“

Zwei Feuer brennen und in Frankreich liegen sie nah zusammen: der Dschihadismus gegen die Dekadenz des Westens und der Bruderstreit mit den Juden.

Kann man aus der Geschichte etwas lernen?

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30.1.15

Clemens Wergins USA-Beobachtungen und der Blick in die Kristallkugel


Die hysterische Kultur des Nanny-Staats USA lautet der Titel eines exzellenten und unbedingt zur Lektüre empfohlenen Essays von Clemens Wergin auf Welt online. Er beschreibt hier anhand persönlicher Erfahrungen (Wergin ist im letzten Jahr mit seiner Familie als Ressortleiter nach Washington übergesiedelt) Art und Ausmaß, in dem Kinder in den USA inzwischen von überängstlichen Helikoptereltern (und die Eltern wiederum zunehmend durch Helikopterbehörden), drangsaliert werden. Im Interesse eines völlig überzogenen "safety first" scheint es inzwischen jenseits des Atlantiks sogar unüblich zu sein, Kinder allein im eigenen Garten spielen zu lassen; Eltern die dies dennoch erlauben, riskieren nicht nur Verständnislosigkeit und Argwohn seitens der Nachbarschaft, sondern auch Besuch von Polizei oder Jugendamt. Zu Fuß zur Schule gehen: undenkbar. Zehnjährige, die allein in der New Yorker U-Bahn angetroffen werden, werden, wie Wergin anhand eines Beispiels aufzeigt, inzwischen in behördliche Obhut genommen. Seine (Wergins) Töchter seien aufgrund der liberalen Erziehungsmethoden in der Vorortsiedlung inzwischen als die exotischen "German Girls" bekannt.
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28.1.15

(357439) 2004 BL86




Computerlogbuch, Sonnensystem, Orbis Tertius. Sternzeit 2457072,6:
 
Wenn Sie, lieber Leser, am gestrigen späten Nachmittag es verabsäumt haben sollten, einen Blick gen Himmel zu werfen, um wenigstens einen flüchtigen Blick auf den himmlischen Besucher zu erhaschen, der der Erde im Fall einer Kollision gefährlich hätte werden können, wie die Medien (wie in solchen Fällen üblich) warnten - was die Webseite der Welt zu der hübschen Fehlleistung
        "Heute verfehlte der Asteroid "2004 BL86" unsere Erde. Das ist
       gut so, er wäre sonst gefährlich gewesen"
 veranlaßte - oder wenn Sie all dies nicht einmal zur Kenntnis genommen haben sollten, dann sind Sie aus drei Gründen entschuldigt.
 
Zum einen war es der Beschluß der Olympischen, daß der Bereich der ehemaligen *Germania transalpina* ganztägig unter die Schirmherrschaft des *Jupiter pluvius* gestellt sei, so daß ein Blick nach oben dazu angetan war, den Titel des späten Fernsehmonologs von Samuel Beckett zu evozieren: "Nur noch Gewölk..."
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25.1.15

Wie einem der Schnabel gewachsen ist


Die Basler Zeitung brachte schon vor einem Jahr auf ihrer Website einen Artikel mit dem interessanten Titel "Der Besuch der Sextante D.". Dieser Bericht wurde jedoch nicht von einem Journalisten verfasst, sondern von der Schülerinnen der Klasse 3s, Sekundarschule Binningen, Basel Landschaft, Schweiz. Es handelt sich um ungefähr 12- bis 13-jährige Schülerinnen, nicht um Grundschüler. Die männlichen Schüler wurden im Verlauf der Veranstaltung an dem sogenannten "Pubertätstag", von dem berichtet wird, von den weiblichen Schülern getrennt.

In dem Bericht fand ich zwei Absätze wegen der schönen Wiedersprüchlichkeit der titelgebenden Sextante interessant. Eine Widersprüchlichkeit, welche der Sextante in ihrem Wunsch oder besser Eifer Hemmungen abzubauen, selber vermutlich nicht auffällt.

Im ersten Zitat wird noch von einer Aussage der Sextante berichtet, die für sich genommen durchaus auch als zwanglose Akzeptanz der Individualität der einzelnen Schülerinnen und Schüler gedeutet werden könnte.


Am Nachmittag begrüsste uns die Sextante zuerst und stellte sich mit ­Vornamen D. und ihren Arbeits­partner vor. Dann sagte sie – weil offensichtlich einige gehemmt waren – wir müssten bei manchen vulgären Begriffen einfach so reden, «wie uns der Schnabel gewachsen sei».
Das klingt doch erst einmal sehr vielversprechend und Sicherheit spendend. Jeder soll so reden, wie ihm "der Schnabel gewachsen sei". Niemand muss sich verstellen.

Doch das wird schnell richtig gestellt, denn so war das offenbar nicht gemeint. Direkt als erstes mussten die Schülerinnen und Schüler ein kleine Spiel spielen:
Erst mussten wir «Sex-Tabu» ­spielen, welches wie ein herkömmliches im Handel erhältliches «Tabu» funktioniert, aber nun nur mit Sex­begriffen wie Oralverkehr, Schwangerschaft, Quickie, Anal­verkehr und so weiter. Manche von uns hatten ­Probleme mit einigen Begriffen oder wollten sie aus Scham nicht erklären. Sie mussten es dann aber trotzdem tun. Die Begriffe waren zum Teil oft nicht einfach zu erklären, wenn man sich nicht traut, manche Wörter vor seinen Klassen­kameraden und -kameradinnen zu sagen.
Bis zu diesem Spiel waren die Geschlechter noch nicht getrennt, dies geschah erst im Anschluss an das Spiel.

Offenbar hat die Sextante eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wie der Schnabel gewachsen zu sein habe.

Auch der Rest des Berichts ist zu empfehlen, denn offenbar hat die Dame eine etwas seltsame Vorstellung vom Liebesleben der 12- bis 13-jährigen, die sie meint komplett zu verstehen. Da mir eine Wiedergabe des Berichts der Schülerinnen in eigenen Worten keinen Mehrwert zu bringen scheint, insbesondere auch, das es viel interesannter ist, es in ihren eigenen Worten zu lesen, verweiße ich an dieser Stelle einfach noch einmal auf der Artikel in der Basler Zeitung selber:
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Techniknörgler


© Techniknörgler. Für Kommentare bitte hier klicken. Dies ist der erste von zwei Nachfolgeartikeln zum Artikel "Sexualaufklärung abnorm" von Calimero.

20.1.15

Zitat des Tages: Lechts und Rinks



„Das Traurige ist für mich, dass es weder eine linke Gesellschaftsströmung von irgendeiner Relevanz gibt, die mit einem aufklärerischen Impuls Massen begeistert, noch eine konservative Strömung, die die westlichen Werte populär verteidigen kann. Links hat sich als esoterisch-evangelisches Beamtentum etabliert, rechts als besserverdienendes Ignorantentum.“ 

Ein Leser an , zitiert nach "Na dann ohne mich", erschienen auf der Achse des Guten am 20.01.2015, Michael Mirschs Abschiedsartikel von der Achse des Guten
Kommentar: Besser kann man es eigentlich kaum Treffen. Es ist traurig, aber wahr. Es ist eingetreten, was ich immer befürchtet habe: Das Pendel wird von Links nach Rechts ausschlagen oder zwei große, verfeindete Lager, die sich gegenseitig mit illiberalen (aber zum Glück nicht gleich totalitären) Mitteln bekämpfen wollen, stehen einander gegenüber.

Doch was mich an dem Zitat wirklich fasziniert, ist die prägnante Formulierung, mit der das heutige linke Establishment und Salon-Linke auf der einen Seite und die konservative Gegenströmung auf der anderen Seite charakterisiert werden.

Zur treffenden Bezeichnung des grünen Milieus als esoterisch-evangelisches Beamtentum ließe sich noch viel sagen. Es sagt viel über den kulturellen Ursprung der Entwicklung des grünen Zeitgeistes aus und warum er dem Liberalismus das Potential geraubt hat. Der Liberalismus hat ja auch seinen Ursprung und seine ersten Erfolge nicht zufällig in protestantischen Gebieten gefeiert, er speist sich quasi aus dem gleichen kulturellen Kern, was nicht heißt, dass Grün und Liberal nicht zwei vollkommen unterschiedliche Strömungen wären oder die einen leicht zum anderen wechseln würden (natürlich gibt es auch hier Schnittmengen). 

Die Charakterisierung macht aber auch eines deutlich: Wir haben es auch bei Pegida nicht mit Dummköpfen zu tun. Die AfD ist mindestens so intellektuell wie das grüne, post-moderne Milieu. Die wird durch das adjektiv "besserverdienend" deutlich, was sich hier vermutlich auch noch eher auf den Teil der Besserverdiener bezieht, welche ihr Einkommen in der Privatwirtschaft oder als Freiberufler verdienen. Es sind auch nicht Aufsichtsräte in großen Aktienunternehmen gemeint, die ihre hoch dotierten Aufsichtsratsposten durch Beziehungen, eventuell in der Politik geknüpfte Beziehungen erhalten haben. Und auch war nicht vom Adjektiv "reich" die rede, es geht also auch nicht um ererbten Wohlstand. Eigentlich wäre es gemäß grünem Klischee das typische FDP-Klientel. Ist es aber größtenteils nicht, die Schnittmenge zwischen klassischen FDP-Wählern und AfD-Wählern ist gering und diejenigen, die sich in dieser Schnittmenge befinden, werden in der AfD immer weiter an der Rand gedrängt - und zwar von denjenigen rechten Konservativen, um die es hier eigentlich geht. Natürlich stammen auch viele (frühere) FDP-Wähler aus einem Milieu, welches mit Besserverdiener aus der Privatwirtschaft und den freien Berufen umschrieben werden kann. Aber es ist ein politisch ganz anders eingestellter, von anderen Idealen geprägte und mit anderem Weltbild ausgestatteter Menschenschlag. Aber bei beiden liegt die Mutmaßung nahe, dass es sich um überdurchschnittlich gebildete Menschen handelt, einfach weil dies mit höherem Einkommen statistisch korreliert (und auch in eine Richtung kausal zusammen hängt, die gerade von Grünen gerne bestritten oder verleugnet wird) und, da nicht durch politisch motiviert geschaffene Arbeitsplätze erworben, vermutlich auch mit einer handfesten, produktiven und Mehrwert schaffenden Bildung.

Das unterscheidet die AfD sowohl von den Piraten als auch von Rechtsradikalen, NPD, und ihren Vereinigungen. Diese haben keine Chance (oder wie die Piraten verspielt, in dem man gescheiterte Grüne und Feministinnen und allerlei andere komische Gestalten die Partei hat übernehmen lassen), weil ihnen der Intellekt fehlt.

Und deshalb wird die AfD aller Voraussicht nach eine bleibende Kraft in der Bundesrepublik werden und sich etablieren. Zuerst mag das ein erfrischendes Aufbrechen des grünen Mehltaus sein, aber irgendwann wird es zu einer ermüdenden Dauermehlschlacht werden, mit zwei wahrgenommenen Fraktionen in Dauerkonfrontation. Auf der einen Seite grüner, auf der anderen Seite nationalkonservativer Mehltau.


Techniknörgler


© Techniknörgler. Für Kommentare bitte hier klicken.

19.1.15

Demonstrationsverbot gegen die Pegida?


Gestern wurde gemeldet, die Polizeidirektion Dresden hat die für heute angekündigte  Pegida-Demonstration verboten.
Das ist rein rechtlich betrachtet, korrekt.
Aber was erfüllt das Verbot einer Demo für einen Zweck, wenn sie zuvor von den Veranstaltern abgesagt wurde?
Gar keinen. 
Es gab jedoch für den heutigen Montag noch eine weitere angekündigte Demonstration. Sie ist diejenige, die realiter verboten wurde, weil die Veranstalter weit davon entfernt sind, sie abzusagen. 
Die Terrorgefahr interessiert sie nicht. Auch nicht das Risiko für die Demonstrationsteilnehmer, auf das die Polizei noch nicht eingestellt ist.
Es aber hoffentlich schnellstens sein wird.
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18.1.15

Verkehr 2025 (4)

Ob 2025 wirklich die "richtige" Jahreszahl für diese kleine Serie ist, das ist natürlich völlig offen. Aber wenn überhaupt, dann würde das maximal die Markteinführung selbstfahrender Autos betreffen. Bis sie unseren Verkehr dominieren würde es ein gutes Stück länger dauern. Schon etwas Zeit für die Gesellschaft, diese heftige Umstellung zu verdauen.

Ganz wesentlich betroffen ist natürlich Deutschlands größte Branche: Die Autoindustrie.
Auf den ersten Blick würde sie profitieren. Es werden Millionen neue Autos gebraucht, und die wären technisch aufwendiger und damit teurer als die bisher üblichen. Und es würden sich zusätzlich Leute Autos kaufen, die bisher mangels Fahrerlaubnis keine hatten.
Aber auf den zweiten Blick kommt schon die Frage, ob gerade die deutschen Autobauer Gewinner der Umstellung sein werden. Denn gerade ihre Lieblingsverkaufsargumente beruhen auf überlegener Fahrtechnik und wären dann eher wertlos. Es hat schon seinen Grund, daß die Autobauer zwar bei der Forschung an der neuen Technik dabei sind - die Einführung aber nicht forcieren. Sie können es sich nicht leisten, auf die Automatisierung nicht vorbereitet zu sein. Aber sie fürchten sie auch. Wie oft bei Technikumbrüchen kommt der entscheidende Druck von Außenstehenden, hier von Google.

Entscheidender für die ganze Branche wird aber sein, daß die Automatisierung wahrscheinlich dazu führt, daß sehr viele Autofahrer gar kein privates Fahrzeug mehr anschaffen, sondern nach Bedarf auf Mietwagen setzen. Damit würde der Gesamtfahrzeugbestand drastisch reduziert.
Auch wenn es einige gegenläufige Effekte gäbe: Die Mietwagenflotten wären differenzierter als heute, nicht mehr von Standard-Fahrzeugen dominiert, die für vier Leute plus Gepäck ausgelegt sind. Insbesondere gäbe es wohl einen großen Bedarf nach Fahrzeugen, die auf das bequeme Reisen einer einzigen Person optimiert sind.
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17.1.15

Die Atomverschwörung (1): Die Fakten

"Schmutziger Deal: wie die Politik den Atomkonzernen zu Millionen-Klagen verhilft" (Titel eines MONITOR-Berichtes vom 15.01.2015)

Was für ein Scoop! Die sowieso unter dem Generalverdacht der Atomfreundlichkeit stehende CDU schustert den bösen Atomkonzernen auf deren eigenen Wunsch eine Möglichkeit zu, den Steuerzahler um dreistellige Millionenbeträge zu prellen.

Das investigative Flaggschiff des WDR hat zwei "geheime Dokumente" entdeckt. Nein, eigentlich nur eines, denn das andere war bereits zum Zeitpunkt seines Versandes vor dreieinhalb Jahren bekannt. Obwohl: eigentlich gar keines, denn auch das erste lag dem Biblis-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtages von Beginn an vor.

Es geht dabei um eine Korrespondenz zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier (CDU) und dem damaligen RWE-Chef Großmann über die Frage der Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Biblis nach dem Moratorium vom 15. März bis 15. Juni. Im (zeitlich) zweiten Brief, der aber schon länger bekannt war, warnt Bouffier RWE davor, Biblis wieder hochzufahren, denn ansonsten werde die hessische Atomaufsicht dagegen vorgehen. Im zeitlich vorangegangenen Schreiben, das aber erst jetzt durch Monitor an die Öffentlichkeit kam, beruft sich Großmann auf eine Ankündigung von Kanzleramtsminister Pofalla, dass Bouffier vorhabe, die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks zu verhindern und bittet darum, ihm dieses schriftlich zu bestätigen.   

Der Schluss von Monitor lautet nun: RWE hat bei der hessischen Regierung eine Möglichkeit bestellt, Schadenersatz einzuklagen, und aus alter Verbundenheit heraus auch bekommen. Gewohnt reißerisch kommen die Vorwürfe daher; bitte nehmen Sie sich die Zeit und sehen sich das oben verlinkte Video an. 

Starker Tobak, nicht wahr? 

Ich nehme mal ganz frech das Ergebnis meiner Recherche vorweg: Es ist nicht mal eine Marlboro Light.
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16.1.15

Interview mit einem Intellektuellen


Er war gerade in einem Museum. Klar, denke ich, wo sonst hält sich ein Intellektueller tagsüber auf. Vielleicht noch in einem Cafe, nach dem Museumsbesuch. Schließlich muss man auch mal raus, wegen der Eindrücke, der Inspiration und den Menschen da draußen. 
Der Intellektuelle darf nicht den Faden abreißen lassen an dem sein Schwebezustand behäbig zieht.
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15.1.15

5 Millionen Mal Satiremagazin

Ein weinender Mohammed zeigt sein Schild „Je suis Charlie“. Und die Überschrift dieser Titelseite lautet: „Alles ist vergeben“. Der Idee-Geber und die Redaktion haben sich auf ein Niveau erhoben, das angesichts der früheren vulgären Karikaturen niemand erwartet hätte. Ein Sieg der besten abendländischen Tradition. Man schaut noch einmal hin: Und das hat nicht ein Papst gemalt und gesagt.

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13.1.15

Die Sache mit der Lügenpresse. Ein Gedankensplitter zu Freiheit, Presse und Lüge.

Wenn man jahrelang den Niedergang der deutschen Presselandschaft erleben musste, vom Abstieg der SZ unter Prantl seit den neunziger Jahren, dem Verlust jedweder Integrität beim Spiegel nach Augsteins Tod, dem Niedergang der Zeit, und in jüngerer Entwicklung die sich immer weiter verschlechternde Lage bei Welt und FAZ, dann kann man schon mal geneigt sein, den Pegida-Vorwurf der Lügenpresse erst einmal hinzunehmen. Die deutsche Presselandschaft war und ist schon seit mehreren Jahrzehnten stark einseitig ausgerichtet, aber an die Stelle wo früher die Ausrichtung in Kommentaren und Meinungen zu finden war, ist heute eine Einseitigkeit in der Darstellung von Fakten getreten. Bestimmte Nachrichten werden nahezu vollständig ignoriert, während andere Ereignisse bis ins teilweise absurde überbetont werden. Fakten werden ausgelassen, Behauptungen als Fakten ausgewiesen, Berichte derart tendenziös geschrieben, dass schon das Wort Propaganda ganz gut passen würde, alles im Dienste einer Erziehung, statt im Dienste Informationen zu übermitteln. Das gipfelt sogar in einem eigenen Kodex, der das Weglassen von Informationen vorschreibt, wenn dadurch die (etwas nebulöse) Gefahr bestünde, dass Vorurteile entstehen könnten. 
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12.1.15

Verkehr 2025 (3)

Die ersten beiden Phasen der Einführung selbstfahrender Autos sind wohl ziemlich sicher so wie beschrieben zu erwarten. Der Zeitablauf ist natürlich offen, aber wenn man von der grundsätzlichen technischen Machbarkeit ausgeht, ist die volle Zulassung kein echtes Thema.
Natürlich werden die Ewig-Gestrigen von Campact oder Greenpeace auch diese technische Neuerung bekämpfen. Aber wie der geschätzte Kollege Llarian so schön sagte:
Wenn es nach den Grünen ginge hätten wir heute ja auch keine PCs am Schreibtisch. So richtig viel Erfolg haben sie damit auch nicht gehabt.

Was unstrittig auch kommen wird, ist begleitend auch die Vernetzung der Fahrzeuge per Funk. Das ist ja heute schon erlaubt und wird von manchen Herstellern verwendet, um Verkehrsinfos oder Nachrichten aus dem Internet zu holen oder bei Unfällen automatisch die Notzentrale zu verständigen.
Die Fahrzeuge können Passagier oder Gepäck also nicht nur von A nach B bringen. Sondern man kann sie von irgendwoher herbeirufen, um in A abgeholt zu werden. Und nach Ankunft in B schickt man sie wieder weg, sich irgendwo anders einzuparken.
Und genau diese Eigenschaft ist entscheidend dafür, daß für sehr viele Menschen das bedarfsgerechte Anmieten eines Fahrzeugs viel attraktiver sein wird als der Besitz eines eigenen Autos. Alle Nachteile von heutigen Car-sharing-Modellen oder Mietwagen fallen weg, aber die Vorteile bleiben.
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9.1.15

Sollbruchstellen der Freiheit

Worum geht es islamistischen Terroristen wie den Pariser Attentätern vom 7. Januar 2015? Geht es um Religion, um den Islam? Etwas, vielleicht. Geht es um politisch-weltliche Macht? Sicher, auch. Zuallererst aber geht es um Freiheit. Es geht also um alles. 
Konrad Adenauer hat dies 1952 in der ihm eigenen rhetorischen Schlichtheit auf den Punkt gebracht: „Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit!“ Damals war das Gespenst der Unfreiheit der Kommunismus. Wenige Jahre zuvor war es der nationalsozialistische Terror gewesen, der die halbe Welt in den Abgrund der Unfreiheit gestürzt hatte. Heute ist es ein global ambitionierter, terroristisch operierender Islamismus, der die Freiheit aller Menschen (und nicht nur „unsere“ Freiheit) bedroht. Die Ideologie ist dabei lediglich das Vehikel; ob Nazis, Kommunisten oder Islamisten; stets haben sie es auf individuelle Freiheiten, ja auf die Individualität an sich, abgesehen. Es scheint dem Menschen eine Tendenz innezuwohnen, andere zu unterdrücken und zu knechten; zumindest wenn er in Kollektiven auftritt; evolutionsbiologische Mutmaßungen über die Ursachen oder den „Zweck“ dieser Tendenz gehören nicht an diesen Ort. 
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7.1.15

Zitat des Tages: Sie haben unrecht


"Je veux m'adresser directement aux Parisiens et à tous les Français pour leur dire que tous les Américains se tiennent à leurs côtés. Aucun pays ne sait mieux que la France que la liberté a un prix, car c'est en France que de nombreux idéaux démocratiques ont vu le jour. 


La liberté d'expression et de la presse sont des valeurs fondamentales, universelles. Il arrive que ces principes soient attaqués, mais ils ne seront jamais éradiqués, car partout dans le monde, des hommes et des femmes se dresseront toujours avec courage contre l'intimidation et la terreur que voudraient répandre ceux qui cherchent à les détruire.

Les assassins ont proclamé aujourd'hui que Charlie Hebdo était mort. Soyez sûrs d'une chose : ils ont tort. Aujourd'hui, demain, en France et à travers le monde, le pouvoir de la liberté d'expression vaincra dans la lutte contre l'obscurantisme."

"Ich möchte mich direkt an die Pariser und an alle Franzosen wenden, um ihnen zu sagen, dass alle Amerikaner an ihrer Seite stehen. Kein Land weiß besser als Frankreich, dass die Freiheit einen Preis hat, weil es Frankreich ist, wo zahlreiche demokratische Ideen das Licht der Welt erblickt haben.

Die Freiheit der Meinungsäußerung und der Presse sind universelle Grundwerte. Es kommt vor, dass sie angegriffen werden, aber sie werden niemals ausgelöscht werden, weil überall auf der Welt Männer und Frauen mutig gegen die Einschüchterung und den Terror derer auftreten, die sie zerstören möchten.

Die Attentäter haben heute verkündet, dass Charlie Hebdo tot sei. Seien Sie sich über eines versichert: Sie haben unrecht. Heute, morgen, in Frankreich und rund um die Welt wird die Kraft der freien Meinungsäußerung im Kampf gegen die Feinde der Aufklärung obsiegen."

John Kerry. Quelle: francetvinfo.fr

Kommentar:

Damit ist alles gesagt. Jedes weitere Wort wäre zuviel. Dass gerade in Deutschland so viele weitere Worte gesagt werden, ist beschämend.

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Meister Petz


© Meister Petz. Die Titelvignette ist ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit mit den Toten des Anschlags und ihren Angehörigen. Für Kommentare bitte hier klicken.

Verkehr 2025 (2)

Es ist natürlich offen, ob und wann das vollautomatische Auto wirklich marktreif ist. Im weiteren gehe ich aber davon aus, daß das schneller passiert als viele bisher geglaubt haben - wahrscheinlich noch in den nächsten paar Jahren.

Aber die Existenz einer technischen Lösung bedeutet natürlich noch lange nicht, daß der Einsatz erlaubt wird. Schon gar nicht in Deutschland - schließlich geben sich Bahn und Gesetzgeber lieber ein paar Lokführerstreiks, obwohl automatisiertes Fahren bei der Bahn schon heute problemlos möglich wäre und in anderen Ländern praktiziert wird.
Ich glaube aber nicht, daß eine solche Verweigerung bei Autos möglich sein wird. Aber der Einsatz wird nur in Etappen genehmigt werden.
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Vergleiche, Gleichsetzungen und Unterschiede



Oder eben in Berlin die Methoden der Stasi erläutert werden (die einige Zeit als gruselig wirkten, inzwischen aber im Vergleich zu dem, was über Abhören durch die USA und die Briten herauskam, wie romantischer Kinderkram mit Agentenausstattung aus dem Yps-Heft aussehen)


Die Krankheit Zerstörungswut, 9.11.2014 von Hadmut Danisch

Auch wenn es vom Autor vielleicht nur als reiner Vergleich des technischen Vorgehens gemeint war, so halte ich das für einen irreführenden, am wesentlichen vorbeigehenden Vergleich und zwar aus drei Gründen:
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5.1.15

Verkehr 2025 (1)

Der Jahreswechsel ist die Zeit für Vorausschau und Prognosen. Was wird im neuen Jahr sein, was kann danach kommen, wie steht es in einem Jahrzehnt?
Aber dieser Artikel hat eigentlich einen Anlaß aus dem alten Jahr: Google stellte kurz vor Weihnachten seinen Prototyp für ein fahrerloses Auto vor. Eine kleine Nachricht - aber sie wird wohl viel größere Konsequenzen haben als alles, was derzeit in den Schlagzeilen steht.
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2.1.15

Zitat des Tages: Die da oben und das Volk

"Doch eine Neujahrsansprache, in der es die Regierungschefin aller Deutschen darauf anlegt, das Volk zu spalten, indem sie die Bürger warnt, von ihrem grundgesetzlich verbrieften Demonstrationsrecht Gebrauch zu machen, das gab es noch nicht, nicht in der Bundesrepublik Deutschland. Erstmals haben wir jetzt - zu erahnen war es schon länger - eine Kanzlerin, die das Volk in dem Bewusstsein führt, die Lufthoheit über die Herzen ihrer Untertan zu besitzen."

Thomas Rietzschel, Die Achse des Guten (Quelle)

Kommentar:

Die Frage nach dem Thema kann sich auch ein konsequenter Neujahrs-, Weihnachts- und sonstiger Gedunkansprachenverweigerer wie ich sparen, denn es gibt nur eines: Pegida. Ein medialer Hype, dem sich offensichtlich nicht einmal die Kanzlerin entziehen kann, die ja erfahrungsgemäß der Seismopolitik à la Horst Seehofer auch nicht abgeneigt ist. 

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1.1.15

Zum neuen Jahr


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"Und nun wollen wir glauben an ein langes Jahr, das uns gegeben ist, neu, unberührt, voll nie gewesener Dinge, voll nie getaner Arbeit, voll Aufgabe, Anspruch und Zumutung; und wollen sehen, daß wirs nehmen lernen, ohne allzuviel fallen zu lassen von dem, was es zu vergeben hat, an die, die Notwendiges, Ernstes und Großes von ihm verlangen."

Rainer Maria Rilke, aus einem Brief an Clara Rilke vom 1. Januar 1907 (Quelle).

Allen Lesern von Zettels Raum und Zettels kleinem Zimmer ein gesundes und freudvolles Jahr 2015.

Meister Petz

© Meister Petz. Titelvignette: Neujahrskarte, abgestempelt in Berlin am 31.12.1904. Für Kommentare bitte hier klicken.

31.12.14

Der Datenkrake (2): Politische Säuberung

Nachdem Kollege R.A. einen interessanten Hinweis auf die Problematik der Selbst(ent)äußerung auf Facebook geschrieben hat, möchte ich noch eine andere Seite des Themas beleuchten.

Seit ein paar Wochen geistert im Netz ein "Tülchen" rum, das - durch Eingabe einer URL mit der entsprechenden Facebook-Seiten-ID - die eigene Freundesliste danach durchsucht, wer der gesuchten Seite einen "Gefällt mir"-Klick gegeben hat.

Vor dem Hintergrund der Pegida-Demonstrationen nutzten fast alle größeren Medien in ihren Online-Auftritten diese Funktion als Aufhänger, um ihren Lesern vorzuschlagen, doch mal ihre Freundesliste nach Pegida-, AFD- und NPD-Anhängern durchzuforsten und diese Freunde danach zu entfernen.

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30.12.14

Der Datenkrake

Jeder deutsche Zeitungsleser weiß, daß Facebook einer der den pösen US-amerikanischen Großkonzerne ist, die Kultur und Sozialstaat in Deutschland kaputt machen.

Obwohl das deutsche Feuilleton energisch von der Benutzung dieses neumodischen Zeugs gewarnt hat, hat Facebook in Deutschland unverzeihlicherweise Millionen von Nutzern gefunden. Außerdem ist es wirtschaftlich sehr erfolgreich, ebenfalls eine Todsünde. Es bietet seine Dienste kostenlos an und ruiniert damit das Geschäftsmodell der etablierten deutschen Dorfklatsch-Verbreiter.

Und das größte seiner Verbrechen: Facebook veröffentlicht genau das, was seine Nutzer veröffentlichen wollen!

Und das kann zu Peinlichkeiten führen.
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Russland heute

Auf dem (bisherigen) Höhepunkt der Krimkrise und dem folgenden Streit um die Ostukraine zeigte sich ein erstaunlich einseitiger, verdrehter Blick auf das Geschehen und seine Einordnung in das größere Bild des Weltgeschehens. Es war einer sehr wirkmächtige, einflussreiche Darstellung, die das Bild vieler Menschen in Deutschland geprägt hat. Doch Ausnahmsweise wurde es nicht von den traditionellen Medien, in denen Anhänger der Grünen eine zumindest relative Mehrheit haben, propagiert, sondern von Blogs, Nischenmedien, in Foren und Kommentarspalten und hier nicht nur von den üblichen Extremisten, sondern auch frei denkenden Demokraten, die ansonsten mit eine Prise gesunden Menschenverstandes dem betreuten Denken entgegentreten. Es war nicht auf eine bestimmte politische Strömung beschränkt, sondern erfasste Linke, Linksextreme, Liberalkonservative, Libertäre, Rechtskonservative, Rechtspopulisten, Rechtsextreme und religiöse Rechte.
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26.12.14

Dummes, kurz kommentiert: Deutschland muss besser werden.



Das Zitat der Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahimi, ist etwas gekürzt, genaugenommen hat Sie gesagt: „Deutschland muss besser werden, nicht billiger.“ Sie sagte dies im Zusammenhang dessen, dass sie es „leid sei“, dass die deutsche Industrie die Politik der aktuellen Regierung als extrem schlecht bezeichnet und von einem verlorenen Jahr spricht. 
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24.12.14

Franz, Franziskus und die Krippe


Laut der Überlieferung von Thomas von Celano geht die Darstellung der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem auf den heiligen Franz von Assisi zurück:

In jener Gegend lebte ein Mann mit Namen Johannes, von gutem Ruf, aber noch besserem Lebenswandel. Ihm war der selige Franziskus in besonderer Liebe zugetan, weil er trotz des großen Ruhmes und des Ansehens, das er daheim genoß, den Adel des Fleisches verachtete und nach dem Adel der Seele trachtete. Diesen ließ nun der selige Franziskus, wie er oft zu tun pflegte, zu sich rufen, etwa vierzehn Tage vor der Geburt des Herrn, und sprach zu ihm: „Wenn du wünschest, daß wir bei Greccio das bevorstehende Fest des Herrn feiern, so gehe eilends hin und richte sorgfältig her, was ich dir sage. Ich möchte nämlich das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde, und ich möchte die bittere Not, die es schon als kleines Kind zu leiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar als möglich mit leiblichen Augen schauen." Als der gute und treuergebene Mann das hörte, lief er eilends hin und rüstete an dem genannten Ort alles zu, was der Heilige angeordnet hatte.

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23.12.14

Der Anfang vom Ende ukrainischer Blockfreiheit


Der Gesetzgeber in der Ukraine hat den Weg für die Beendigung der Blockfreiheit des Landes freigemacht und der seit 1997 bestehenden Partnerschaft mit der NATO die Möglichkeit eröffnet, in eine Mitgliedschaft zu münden.
Die Blockfreiheit wurde durch Russland 2010 erzwungen und da Russland seinen verbalen Zwangsmaßnahmen auch militärische hat folgen lassen, war es nur konsequent, sich diesem Diktat zu entziehen. Sie sollte die Ukraine vor dem Schicksal Georgiens bewahren.
Nun, da Russland die europäischen Grenzen abermals nur noch nach eigenem Ermessen respektiert, hat das Parlament die Blockfreiheit wohl als unzureichenden Garanten angesehen, um sich vor dem seit 2008 auferstandenen russischen Imperialismus zu schützen.
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21.12.14

Sie ist's

Nein, falsch ist es nicht, wenn die Freie Demokratische Partei etwas verbindlicher auftreten will. Stark in der Sache, milde in der Art! Den Parteinamen möchte sie zwar nun doch nicht ändern, sondern alles drumherum. Neue wärmere Farben, vielleicht sogar ein anderes Logo! Adé Blaugelb. Frische, Wärme, Menschlichkeit und Einfühlsamkeit sind die Leitmotive, wie die für das "Kommunikationskonzept" zuständige Werbeagentur "Heimat" der "Welt am Sonntag" mitteilte.

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Samuel Beckett – Zum 25. Todestag. Gastbeitrag von Ludwig Weimer

Beckett starb am 22. Dezember 1989. Sein großes Thema sei gewesen, was zu Ende geht und wie es zu Ende geht, heißt es. Offensichtlich sind die Figuren auf seiner Bühne Strolche, Hanswurste und Clowns, burlesk und peinlich, weil er mitten in der bürgerlichen Erfolgsgeschichte der Nachkriegszeit eine tiefere Wahrheit zeigen will, die innere Krise der Moderne.

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19.12.14

Das Wirtschaftsministerium sucht einen Strommarkt


Es ist schon viel über die Energiewende geschrieben worden, dass sie eine beispiellose Erfolgsgeschichte ist z.B.
Mein Thema ist eine bemerkenswerte Ausschreibung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. 
Seit nunmehr vier Jahren reiten wir in Deutschland voran. Der Anteil der "erneuerbaren" Energien stieg lt. Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft im Mai dieses Jahres auf 27%.

In seiner Ausgabe 04/2014 stellt der BDEW fest:
"Der Energiemarkt funktioniert in seiner jetzigen Form nicht mehr."
Wie auch? Dieser Markt ist planwirtschaftlich transformiert worden, ineffizient und mit drastischen Konsequenzen für die Energieunternehmen und für die Arbeitsplätze in dieser Branche. 

Das ist anscheinend dem BMWi  bewusst geworden. Und es will handeln. 
Nein, es will nicht die Marktwirtschaft wieder einführen. Ihr Ziel ist viel bizarrer:
Es schreibt einen Strommarkt für die Energiewende aus.
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17.12.14

Doppelzitat des Tages: Differenzierung und Pauschalisierung


Tagesspiegel: Warum lehnen Sie den Begriff Unrechtsstaat ab? 
Gesine Schwan: Weil Unrechtsstaat ein diffuser Begriff ist. Er impliziert, dass alles unrecht war, was in diesem Staat geschehen ist. So weit würde ich im Hinblick auf die DDR nicht gehen.
(Gesine Schwan, Tagesspiegel, 17.05.2009)

Die USA sind ein Folterstaat. Wir wussten das. Jetzt können wir es nachlesen. Schwarz auf weiß.

(Jakob Augstein, Spiegel Online, 11.12.2014)

Kommentar:

Mancher Leser mag es mir als Einfallslosigkeit ankreiden, dass ich mich schon wieder an Augstein abarbeite. Aber es geht nicht um Augstein - auch nicht um Gesine Schwan, obwohl es auffällig ist, dass die SPD von einer potenziellen Bundespräsidentin weniger historisches Bewusstsein verlangt hat als vom Ministerpräsidenten von Thüringen.

Es geht um Differenzierungen und Pauschalisierungen, um Verharmlosungen und Diffamierungen.

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11.12.14

Warum Gabriel in Bezug auf die Ex-SED recht hat und auch wieder nicht.


Es ist schon seltsam:
Ich betrachte einen politischen Vorgang, analysiere ihn und komme zu einem Schluss der identisch ist mit dem einer anderen Person, die sich der gleichen Problemstellung widmet.
Und plötzlich zweifle ich an meiner eigenen Analyse.
Weil ich die des Anderen für fehlerhaft halte. 

Aber möglicherweise liegt es auch am kleinen Unterschied zwischen "können" und "wollen"
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10.12.14

Zitat des Tages: Meinungsfreiheit ist dermaßen von vorgestern

Free speech is so last century. 

(Brendan O'Neill, The Spectator vom 22.11.2014)

Kommentar:

In seinem lesenswerten Artikel nimmt Brendon O'Neill die no platform policy an britischen Universitäten unter die Lupe und zeichnet ein düsteres Bild. Als Beispiel führt er an, dass er aufgrund radikalfeministischer Proteste als Teilnehmer einer geplanten Diskussion zum Thema Abtreibung ausgeladen wurde. Aufgrund einer fehlenden Gebärmutter wurde er als nicht berechtigt angesehen, sich zu diesem Thema zu äußern.

Gerade die Leuchttürme Oxford und Cambridge, die ich mir als Kontinentaleuropäer stets als Hort der freien Debatte vorgestellt habe, sind mittlerweile fest im Griff postmoderner Ideologien.
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6.12.14

Zitat des Tages: Sakrale Bedeutung

Of course, we will talk about this year’s landmark events. You know that a referendum was held in Crimea in March, at which its residents clearly expressed their desire to join Russia. After that, the Crimean parliament – it should be stressed that it was a legitimate parliament that was elected back in 2010 – adopted a resolution on sovereignty. And then we saw the historical reunification of Crimea and Sevastopol with Russia. It was an event of special significance for the country and the people, because Crimea is where our people live, and the peninsula is of strategic importance for Russia as the spiritual source of the development of a multifaceted but solid Russian nation and a centralised Russian state. 

It was in Crimea, in the ancient city of Chersonesus or Korsun, as ancient Russian chroniclers called it, that Grand Prince Vladimir was baptised before bringing Christianity to Rus. 

In addition to ethnic similarity, a common language, common elements of their material culture, a common territory, even though its borders were not marked then, and a nascent common economy and government, Christianity was a powerful spiritual unifying force that helped involve various tribes and tribal unions of the vast Eastern Slavic world in the creation of a Russian nation and Russian state. It was thanks to this spiritual unity that our forefathers for the first time and forevermore saw themselves as a united nation. All of this allows us to say that Crimea, the ancient Korsun or Chersonesus, and Sevastopol have invaluable civilisational and even sacral importance for Russia, like the Temple Mount in Jerusalem for the followers of Islam and Judaism.

Natürlich werden wir über die prägenden Ereignisse dieses Jahres reden. Sie wissen, dass im März ein Referendum auf der Krim abgehalten wurde, bei dem die Bewohner ihrem Wunsch, sich Russland anzuschließen, Ausdruck verliehen haben. Danach verabschiedete das Parlament der Krim - hervorzuheben ist, dass es sich um ein legitimiertes, 2010 gewähltes Parlament handelt - eine Resolution über die staatliche Souveränität. Und dann erlebten wir die historische Wiedervereinigung der Krim und Sevastopols mit Russland. Dieses Ereignis war von besonderer Bedeutung für das Land und das Volk, denn auf der Krim lebt unser Volk, und die Halbinsel ist für Russland wichtig als der geistige Ursprung für die Entwicklung einer facettenreichen, aber stabilen russischen Nation und eines russischen Zentralstaates.

Es war auf der Krim, in der ehemaligen Stadt Chersones, oder Kurson, wie frühe russische Chronisten sie nannten, wo Großfürst Vladimir getauft wurde, bevor er das Christentum in die Rus brachte.

Über die ethnische Verwandtschaft, eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Elemente in der materiellen Kultur, und die Entstehung einer gemeinsamen Wirtschaft und Staatsgewalt hinaus war das Christentum ein starker Motor der geistigen Einheit, der zahlreiche Stämme und Stammesverbände der gesamten ostslawischen Welt zur Errichtung einer russischen Nation und eines russischen Staates bewegte. Diese geistige Einheit ermöglichte es, das unsere Ahnen sich zum ersten Mal und fürderhin als gemeinsame Nation betrachteten. All dies lässt uns zu der Aussage kommen, dass die Krim, das frühere Kurson oder Chersones und Sevastopol von unschätzbarer zivilisatorischer, ja sogar sakraler Bedeutung für Russland sind, wie der Tempelberg in Jerusalem für die Anhänger von Islam und Judentum.
(Wladimir Putin in seiner Rede an die Föderationsversammlung, 4.12.2014)

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2.12.14

Aufsichtsrätinnen und anderer Mumpitz. Ein Gedankensplitter zur Diskriminierung und warum man damit leben muss.



Eigentlich wollte dieser Autor nix mehr dazu schreiben, weil das Thema eigentlich zu unwichtig ist, als das es viel Aufmerksamkeit verdiente. Mutti™ und ihre Mannschaft (ersatzweise Frauschaft) haben ein wahrlich wichtiges Thema endlich durchgesetzt: Die Frauenquote in Aufsichtsräten. In Zukunft sind also 30% der Aufsichtsratsposten in größeren Aktiengesellschaften von den primären Geschlechtsmerkmalen des Bewerbers abhängig. Insgesamt geht es dabei um vielleicht 170 Pöstchen, bei denen dann in Zukunft ein eventuell besserer Bewerber mit dem falschen Geschlecht vor der Tür zu bleiben hat. Angesichts dessen mit welchem Klüngel in Deutschland Aufsichtsräte besetzt werden und ebenso angesichts der Tatsache, dass schon etliche hundert dieser Posten an Personen vergeben werden müssen, die dort als „höhere Betriebsräte“ sitzen, kann dieser Autor nix wirklich dramatisches darin sehen. Sitzen halt in Zukunft neben den Gewerkschaftsonkeln und abgehalfterten Politikern noch ein paar Quothilden.
Der Grund für diesen Gedankensplitter ist eher in der begleitenden Schrift mancher Spätfeministinnen zu suchen, die parallel dazu das Feld beackern und uns immer schön einreden wollen, dass Diskriminierung etwas ist, dass grundsätzlich von Männern ausgeht und grundsätzlich immer nur Frauen zu Opfern macht. Ein Beispiel dafür ist dieser Artikel aus der FAZ, dem dieser Autor ein paar Gedanken widmen will.
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30.11.14

Ist dies eigentlich das, was man von einem NATO-Staat erwartet?

Nein, mit Sicherheit nicht.
Was man nicht von einem NATO-Staat erwarten sollte, ist, dass er die Hamas unterstützt. Auch sollte man von solch einem Staat nicht erwarten, dass er die Planung und Befehligung von Terroranschlägen von seinem Territorium billigt. Durch die Hamas. 
Und was man für völlig ausgeschlossen halten sollte, wäre, dass in einen solchen Staat das Hauptquartiers der Hamas verlagert wird.  
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Jung und Naiv - Qualitätsjournalismus wider Willen?

Gib mir Sonne
Gib mir Wärme
Gib mir Licht
All die Farben wieder zurück
Verbrenn den Schnee
Das Grau muss weg
Schenk mir' n bisschen Glück
(Rosenstolz, 2008)
 
Wenn es ein Schlagwort gibt, das den politischen Arm der "Generation Facebook" passend beschreibt, ist es "jung und naiv". Ganz Deutschland staunte über den Auftritt der jungen Grünen Theresa "Terry" Reintke, Franziska "Ska" Keller und Jan-Philipp "Jan" Albrecht. 

"Jung und Naiv" heißt passend dazu auch ein ziemlich erfolgreiches Online-Videoformat. Es wurde von Redaktionsleiter Hans Hütt und Interviewer Tilo Jung entwickelt, hat mittlerweile über 200 Folgen und erreicht fünfstellige Klickzahlen Ein Grimme-Onlinepreis ist ihm auch schon zuteil geworden. 

Das Prinzip besteht darin, dass der Interviewer entsprechend der alten Devise "Da stelle mer uns mal janz domm" auf jugendlich-rotzige Art von vorgeschobener Unwissenheit und Naivität geprägte Fragen stellt. Die Interviewpartner sind in der Regel bekannte Politiker, allerdings gibt es auch aus mehreren Beiträgen bestehende Reportagen - z. B. aus Israel und Palästina oder der Ukraine. Die Beiträge werden ungeschnitten ins Netz gestellt.

Aufmerksam geworden bin ich auf das Format durch Forenbeiträge des Kollegen Elkmann sowie des Stammforisten adder und die sich anschließende Diskussion, die unter anderem die Frage nach der Qualität des Journalismus sowie nach der Interviewtechnik aufwirft. Auslöser war dieses Interview mit Bundesumweltministerin Hendricks.

Daraufhin habe ich mir eine Menge Videos angeschaut und war erst mal ziemlich überrascht. Denn es ist etwas passiert, womit ich als durchaus ausdauernder und leidensfähiger Medienkonsument nun als allerletzes gerechnet hätte: Das Format regt dazu an, sich Gedanken zu machen. Und das mache ich jetzt.
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29.11.14

Dummes, kurz kommentiert: Günter Grass und die Zwangseinquartierung.



Zugegeben, wenn Günter Grass und eine Zwangseinquartierung in einem Satz auftaucht, dann ist die erste Assoziation dieses Autors, dass jemand ein Einsehen hatte und der Mann demnächst nicht mehr für die eigene Miete aufkommen muss. Und gleichzeitig endlich Ruhe ist. Aber, wie so oft im Leben, ist der erste Eindruck falsch und tatsächlich hat Grass nur mal wieder etwas von sich gegeben, was eigentlich so dumm ist, dass es nicht ernsthaft diskutiert würde, wenn es nicht eben von jemandem kommen würde, den man aus unerfindlichen Gründen für eine moralische Instanz hält und der eben auch mit dem inzwischen auch reichlich entwerteten Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde.
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26.11.14

Statistisches Rauschen

Lärm kann unangenehm sein. Lärm kann gesundheitsschädlich sein.
Aber welcher Lärm und wieviel Lärm wie stark wirkt - das hängt sehr von den Gegebenheiten und individueller Empfindlichkeit ab. Ein ideales Feld für statistische Forschungen.

Und da Fluglärm politisch besonders heikel ist, wurde er im Umfeld des ausbaufreudigen Frankfurter Flughafens mit einer speziellen Studie bedacht. Und die Ergebnisse sind wie erwartet: Fluglärm behindert das Lernen. In besonders betroffenen Anliegerkommunen, so die Forscher, können Kinder bis zu zwei Monate beim Lesenlernen verlieren.

Jetzt wird natürlich gestritten, ob das zu viel ist - oder angesichts anderer Faktoren doch verkraftbar. Ein Umzug ins falsche Bundesland kann laut PISA-Studie ja locker mal ein ganzes Schuljahr kosten ...

Aber klar scheint, daß Lärm meßbar dem Lernerfolg schadet. Was ja auch intuitiv einleuchtet. Jedenfalls den Eltern, nicht unbedingt den Teenies, die bei den Hausaufgaben Radio hören.

Aber ein merkwürdiges Detail steht da noch in der Studie.
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25.11.14

Echter Zoigl

Egal wie dunkel man das Frühmittelalter ansieht - die Zeit der Völkerwanderung wird schwerlich als eine der Prosperität angesehen werden können. Die Nahrung bestand aus viel Fleisch sowie aus Brot und aus Brot. Flüssig wie fest. Gebacken oder gegärt. 
Gebrauten Getreidesaft benötigte ein Haushalt um eine trinkbare und lagerbare Flüssigkeit zur Verfügung zu haben. 
Ein Braukessel gehörte zur Mitgift.
Das Bierbrauen war nicht nur eine Frauensache, sondern auch eine häusliche.
So wie eben das Backen von Brot.
Profis gab es natürlich auch. Die brauten in den Klöstern,  nachgewiesenermaßen schon 820 die Benediktiner im Kloster in Sankt Gallen.
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24.11.14

Kleiner Witz und große Lüge

Das ansonsten sehr unauffällige Bundes-Umweltministerium macht derzeit mit einer Werbekampagne Schlagzeilen. Beim Sex soll man also das Licht ausmachen, in einem anderen Clip soll man das Fenster zumachen, wenn draußen die Zombies lärmen. Und dabei spart man dann Strom bzw. Heizenergie, und leistet so einen Beitrag im Kampf gegen die "Klimakatastrophe".

Lassen wir mal beiseite, ob das nun besonders gelungene Witze sind - einen gewissen Zuspruch scheinen sie jedenfalls zu finden.
Fragen wir auch nicht, ob das Steuergelder in Millionenhöhe wert ist.
Diskutieren wir hier nicht die geistige Verfassung einer Ministerin, die so etwas in Auftrag gibt.
Und vor allem will ich hier gar keine Diskussion darüber anfangen, was denn noch dran ist am großen Klimahype.

Aber auffällig ist schon, wie hier wieder die große Lüge suggeriert wird.
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17.11.14

Alles wird gut. Oder besser. Ein Gedankensplitter zur Zukunft und wider den Fatalismus.



Liest man in Deutschland Zeitungen, schaut die eine oder andere mehr oder weniger investigative Nachrichtensendung oder gar eine politische Talkshow, so muss man unweigerlich zu dem Ergebnis kommen, dass nicht nur unsere Gesellschaft, nein, die ganze Menschheit kurz vor dem Kollaps steht und das der Homo sapiens nach einer kurzen Geschichte von knapp 6000 Jahren nun endlich von dem Antlitz dieser Erde getilgt werden wird. (Gerade letzterer Gedanke scheint bei dem einen oder anderen Umweltbewegten sogar eine nicht mal wirklich verhehlte Wunschvorstellung zu sein.) Aber selbst wenn man nicht zu den selbsthassenden Elementen der Gattung Mensch gehört, so wird man schnell angesteckt von diesem permanenten Schlechtreden der Zukunft. Und es ist inzwischen auch wirklich typisch deutsch in allen Entwicklungen gleich immer die Schlechteste aller Folgen sehen zu wollen und dieser Autor kann sich, als Angehöriger eben dieses Volksstammes, auch oftmals nicht davon frei machen. Und das obwohl bei tieferem Nachdenken eigentlich meistens eines klar wird: Dass das alles ganz großer Kappes ist.

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13.11.14

Hohe Haftstrafen ? Ein paar kleine Gedanken zu Proportion und moderner Justiz

Heute ist das Urteil im "Düsseldorfer Al Kaida Prozess" gefallen. Und wenn es nach der Schlagzeile einiger Nachrichtenmagazine geht, so sind dort Urteile mit hohen Haftstrafen verhängt worden. Liest man es dagegen nach kommen diesem Autor doch erhebliche Zweifel an der Sichtweise der deutschen Presse oder auch an der deutschen Justiz an sich.
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11.11.14

Die Evolution kennt keine Moral (Teil 2). Gastbeitrag von Ludwig Weimer

Terror, Kriege und Leid zeigen eine steigende Tendenz.

Die Frage war, ob die Naturwissenschaft gegen das Böse in der Menschenwelt helfen könne und ob sie dafür nicht auf einen anderen Bundesgenossen angewiesen sei. Zweifellos hat sie ja eine Mitverantwortung, da ihre Ausnutzung zu technischen Fortschritten auch die Gefahren erhöht.

Der Philosoph Hans Jonas war von dem Gedanken bewegt, wie sehr das Abenteuer des Lebens und des Geistes auf diesem Planeten in unsere Hände gelegt ist. Es sei die Pflicht der Wissensmacht, das kosmische Abenteuer nicht scheitern zu lassen. Er hatte eine bescheidene Hoffnung: Kein irdisches Paradies, aber eine „Weiterwohnlichkeit der Welt“.

Ob das Raumzeitabenteuer Mensch und Geist im Wollen eines außermateriellen Geistes begründet sei, sei eine Glaubenssache und kein Ergebnis der Naturwissenschaft, sagt er. Mit dem Menschen erscheinen das Wissen, die Freiheit und die Verantwortung. Die Unschuld des Lebens sei zuende, die Dinosaurier-Unschuld auch, es agieren nun Gut und Böse.

Die Schuld von Auschwitz belaste den Gott der Gläubigen, sie müssten ihn reinwaschen.

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10.11.14

Die Evolution kennt keine Moral (Teil 1). Gastbeitrag von Ludwig Weimer

Erstmals, am 12. November, landet eine Raumsonde auf einem Kometen, um ihn anzubohren, den 4,5 Milliarden Jahre alten Brocken 67P/C-G, einen Zeugen des Anfangsstadiums unseres Sonnensystems. Zehn Jahre ist sie gereist, eine Milliarde Euro kostet es. Die Erwartung ist groß: Enthält der Komet die Bausteine, aus denen auf der Erde das Leben entstand? Dann gibt es vielleicht im ganzen All die Chance?

Vielleicht glücken die Messungen, und wir wissen etwas mehr über das Leben. Wie aber kam der Geist in die Materie? Der Urknall, die Atome, die Galaxien brauchten noch keine Geistinformation. Es genügt, wenn unser Planet erst im Menschen über sich nachzudenken beginnt und Kultur, Moral, Religion, die Wissenschaften entwickelt.

Wie aber kam der Mensch evolutiv zu Geist, Technik und Ethik? „Die Evolution als der neue Demiurg kennt die Kategorie des Moralischen nicht“ (J. Ratzinger). Die Naturwissenschaft bleibt bei ihren Fragen.

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9.11.14

Deutscher Gedunk und zwei Beispiele, was der Fall der Mauer wirklich bedeutete

Gedenken in Deutschland ist eine ernste Sache. Verfolgt man die Medienberichterstattung, so geht es - gerade bei offiziellen Anlässen - um die "richtige" Form, die "richtigen" Worte. Darf der Biermann im Bundestag auf die Linke schimpfen; und wenn er es tut, darf ihm der Parlamentspräsident die Hand schütteln? Darf man Unrechtsstaat sagen, oder ist das jetzt "Interzonenautobahn"? Die kommentierenden Journalisten wirken wie Kiebitze beim Kartenspiel, die gespannt darauf warten, bis ein Spieler z. B. Herz ausspielt, um sogleich lauthals auszurufen, dass Eichel die bessere Wahl gewesen wäre.

Vor allem natürlich darum, wem gerade nicht gedacht wird. Die sind nämlich ausgeschlossen, und das ist dem deutschen Gedunk (frei nach B. Matzbach) unerträglich:

Kann man des Mauerfalls gedenken, wenn doch eine gar um vieles schröcklichere Mauer in der Westbank steht? Wie der Mauertoten, wenn an Europas Außengrenzen Flüchtlinge ums Leben kommen?  

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Die Justizialisierung der Verfassung und der Liberalismus

In Deutschland hat der klassischen Liberalismus generell einen schweren Stand. Gerade auch aktuell wird dies deutlich, in einer Zeit, in der nicht nur die sächsische FDP aus dem Landtag gewählt wird, sondern auch ganz offen in wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen ein Mehltau, der innere Harmonie und konformistisches Gemeinschaftsgefühl anstrebt, zunimmt statt abnimmt und Abweichlertum als zerstörerischer Egoismus gebrandmarkt wird, der im übrigen wie selbstverständlich als Hauptursache für all die kollektivistischen Verirrungen der Weltgeschichte angesehen wird.  

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8.11.14

Belege und Propaganda. Ein Nachtrag.


In der Diskussion um Putins außenpolitische Doktrin gab es ja immer wieder den Vergleich mit Hitler und dem sogenannten Nichtangriffspakt, der zur Aufteilung Polens und zur Annektierung der baltischen Republiken führte. Dieser Vergleich wurde in der öffentlichen Diskussion immer wieder zurückgewiesen, auch hier im Forum. 
Nicht zuletzt wegen mangelnder Belege, was ja auch zutreffend war. 

Nun gibt es einen Beleg. 
Es fing an mit einer zurückgenommenen Behauptung des ehemaligen polnischen Außenministers Sikorski bezüglich eines Angebots Putins an den ehemaligen polnischen Regierungschefs Tusk, die Ukraine untereinander aufzuteilen. 

Nun schreibt die NYT lt. t-online, dass Putin eben diesen Hitler-Stalin-Pakt verteidigt. 

Ich denke es ist von Bedeutung, die Sicht Putins auf diesen Aufteilungspakt bei einer Beurteilung seiner Außenpolitik zu berücksichtigen. 
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7.11.14

Der elende Rest


Danke Wolf Biermann!
Danke für diesen Auftritt im Deutschen Bundestag. Danke, dass Sie ausgesprochen haben, was kaum ein Parlamentarier zu sagen wagt. Nicht im Parlament und nicht in einer Talkshow.

Danke, diesen elenden Rest deutscher Diktatur der sich im Bundestag breit gemacht hat, obwohl er dort nichts zu suchen hat, zu benennen. Der sich wählen lässt, um eines Tages die parlamentarische Demokratie zu überwinden, wie er sagt. 
In ein Parlament das er verachtet. Dessen Ruf er mit antisemitischen und dem Terrorismus verbundenen Abgeordneten beschädigt. Die damals wie heute eine Diktatur in Deutschland errichten wollen.
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6.11.14

Die Telekom und die deutsche Email oder was manche von ihren Kunden denken.



„Deutsche Emails bleiben auf deutschem Boden“, so ähnlich könnte man den neuesten Beitrag der Telekom zum innerdeutschen Providerwettbewerb umschreiben. Ein etwas kurioses Ansinnen, das doch einer gewissen Reflektion bedarf. Doch der Reihe nach.
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5.11.14

Meckerecke: Das geistige Herz

In seinen großartigen Philippiken "Jedem das Seine" und "Vergesst Auschwitz" findet Henryk M. Broder scharfzüngige Worte gegen die "Erinnerungskultur". Schonungslos zeigt er auf, dass das Gedenken häufig zum Selbstzweck verkommt: 
Was das Gedenken an Auschwitz angeht, so ist längst der deutsche "Sündenstolz" (Hermann Lübbe) an die Stelle der deutschen Scham getreten – wenn es die je gegeben hat. Wir waren die größten Schurken, jetzt sind wir die größten Büßer.(...)
Ginge es nach mir, würde ich Auschwitz dem Erdboden gleichmachen. Auschwitz ist zu einem Disneyland der Gruselkultur verkommen. Zuletzt hat die Bundesrepublik 60 Millionen Euro zugesagt, um die Baracken vor dem Verfall zu retten und den verrosteten Stacheldraht zu ersetzen. Mich interessiert der letzte Holocaust so sehr wie der Auszug aus Ägypten. Mich interessiert, wie wir die Gegenwart meistern, den nächsten Holocaust verhindern. (...) 
Das Gedenken an die toten Juden hat sich vollkommen von den Opfern gelöst und dient nur noch dazu, den Tätern und deren Nachkommen ein gutes Gefühl zu verschaffen.
Nun ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus der KZ-Gedenkstätte Dachau die Tür mit dem berühmten Schriftzug "Arbeit macht frei" in einem aufwendigen Raubzug abmontiert und entwendet worden. Im Verdacht stehen entweder Neonazis (die eine ähnliche Aktion vor fünf Jahren in Auschwitz verübt haben) oder - als Auftraggeber - Sammler von Artefakten mit mehr als makabrer Historie. Schtonk lässt grüßen. 

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1.11.14

Wie die gewünschte Konformität zur Vielfalt umgedeutet und Intoleranz als Toleranz verstanden wird. Ein Gastbeitrag von nachdenken_schmerzt_nicht


Mit 
Meine Homosexualität ist ein Geschenk Gottes 
und 
Ich bin Stolz darauf schwul zu sein 
wird Tim Cook zitiert, seines Zeichens Konzernchef von Apple. In den sozialen Netzwerken und Medien wird er dafür goutiert.
Bei mir stellte sich folgender Gedanke ein:
Was wäre wenn,…… irgendein Politiker, Konzernlenker, irgendein Mensch des öffentlichen Lebens mit folgendem Statement an die Öffentlichkeit träte: "Ich bin stolz darauf heterosexuell zu sein. Meine Heterosexualität ist ein Geschenk Gottes."
Ich wage vorauszusagen, dass es mediale und öffentliche Kritik und Empörung hageln würde, über Diskriminierung und das dahinter liegende Verachtens würdige Menschenbild. Der Untergang der freien und offenen Gesellschaft wäre mediales Dauerthema. Man würde assoziieren (und das womöglich nicht einmal zu Unrecht), dass der Sprecher solcher Zeilen Ressentiments hegt; Ressentiments gegen Menschen mit anderen Lebensentwürfen als seinem eigenen.
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29.10.14

Datenschatten

Die allgegenwärtigen Gefahren des Fortschritts waren den Grünen seit Gründung ein besonderes Anliegen. Und da sie trotz beständiger Verbotsforderungen auch irgendwie ein bißchen Bürgerrechtspartei spielen wollen, kümmern sie sich auch gerne um die Gefahren des Internets.

Freundlich begleitet von der "Qualitätspresse" will sich nun ein Herr Spitz als Datenschützer profilieren. Er hat dazu bei Firmen und Behörden nachgefragt, was diese über ihn speichern und präsentiert das Ergebnis nun der Öffentlichkeit.
Ein aus seiner Sicht "erschreckendes Ergebnis".
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27.10.14

Wenn die Quotis die Quote fürchten: Eine kleine Anmerkung zu Frauenquote und Mitbestimmung.


Ein kleines Streiflicht ist mir in der FAZ begegnet: Da rebellieren Betriebsräte gegen die Frauenquote in Aufsichtsräten. Das klingt auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch, warum sollte sich ein Betriebsrat nicht auch zu Dingen äußern, die seinem Unternehmen eventuell schaden könnten? Oder die gegen den Willen seines Unternehmens einfach von der Politik installiert werden?
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Free counter and web stats