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15. Oktober 2025

Ein leichter Kontrast



Manchmal fügt es der Zufall, der unvorhersehbare Gang der Zeitläufe (angesichts der Tragik der Ereignisse wäre es allerdings frivol, hier Hegels Wendung von der „List der Vernunft“ zu bemühen), daß ein Bild – oder in diesem Fall: der Kontrast zwischen mehreren – wie nichts anderes dazu taugt, einen Moment in der Geschichte symbolisch festzuhalten, zu illustrieren, eine Wendung im Gedächtnis der Nachwelt einzufrieren. Das sind Bilder, die tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“ – und bei denen man sich jede weitere Erläuterung schenken kann. Das berühmte Foto, das der deutsche Photograph Thomas Höpker (er ist vor einem Jahr im Alter von 88 Jahren gestorben) am 11. September 2001 aufgenommen hat, gehört dazu: Im Hintergrund, auf der anderen Seite des Hafens von New York, steigen schwarz die Rauchsäulen aus den getroffenen Twin Towers wie ein Fanal in den Himmel, und davor sitzt eine Gruppe junger Menschen, die unbeschwert und ohne jede Ahnung des entsetzlichen Geschehens in ein Gespräch vertieft sind. Vergangenheit und Zukunft zugleich: in einer Sekunde für alle Zeit auf ein Bild gebannt.

Im aktuellen Fall, fast ein Vierteljahrhundert danach, geht es mir um etwas viel „Niederschwelligeres,“ nämlich den Kontrast zwischen der Sicht der Medien auf einen Politiker, die wie kein anderer in diesen 25 Jahren eben diese Medien (die klassischen wie die modernen „sozialen“) gespalten und polarisiert hat, seit er zuerst vor acht Jahren für ein öffentliches Amt kandidiert hat: aus deutscher Perspektive – und aus der Sicht der von ihm verantworteten Politik unmittelbar Betroffenen.

17. August 2025

W. B. Yeats, "Das Drehen des Seils" (1892/1904)





(Von den sechs Radierungen, die Yeats' Vater John Butler Yeats (1839-1922) für den Band "The Secret Rose" angefertigt hat, ist dies die einzige, die eine der Erzählungen um Hanrahan den Roten illustriert)

"Das Drehen des Seils" (1904)

Als Hanrahan eines Tages die Straßen nahe Kinvara entlangwanderte, während der Tag sich dem Ende zuneigte, vernahm er den Klang einer Geige, der aus einem Haus kam, das ein wenig seitab lag. Er wandte sich dem Pfad zu, der zum Haus führte, denn es zählte zu seinen Gewohnheiten, daß er in jedem Haus, in dem Musik und Tanz und gute Gesellschaft auf ihn warteten, einkehrte. Der Herr des Hauses stand in der Tür, und als Hanrahan näher kam, erkannte er ihn und sprach: „Ein Willkommen will ich dir entbieten, Hanrahan, denn lange bist du nicht mehr bei uns zu Gast gewesen.“ Aber die Hausherrin trat in die Tür und sprach zu ihrem Mann: „Es wäre mir recht, wenn Hanrahan heute Nacht bei uns nicht zu Gast bei uns einkehren würde, denn bei den Priestern hat er keinen guten Namen, oder unter den Frauen, die ihren eigenen Geschäften nachgehen, und so, wie er geht, hat er mehr als einen Tropfen getrunken.“ Doch der Mann sagte: „Ich werde niemals Hanrahan, dem Dichter, die Tür weisen,“ und er bat ihn, hereinzukommen.

Es waren zahlreiche Nachbarn im Haus versammelt, und manche erinnerten sich an Hanrahan; aber einige der jungen Burschen, die sich in die Ecken drückten, kannten ihn nur vom Hörensagen, und sie drängten sich nach vorn, um ihn sich gut anzusehen, und einer von ihnen sagte: „Ist das nicht jener Hanrahan, der die Schule geleitet hat, und der von IHNEN entrückt worden ist?“ Aber seine Mutter hielt ihm mit der Hand den Mund zu, und hieß Ihn, still zu sein und nicht von solchen Dingen zu sprechen. „Denn Hanrahan wird ungehalten,“ sagte sie, „wenn man diese Geschichte erwähnt, oder wenn ihn jemand danach fragt.“ Und einigen von ihnen meldeten sich zu Wort und baten ihn um ein Lied, aber der Hausherr sagte, daß es nicht an der Zeit war, ihn um ein Lied zu bitten, bevor er sich nicht ausgeruht hatte, und er reichte ihm ein Glas Whiskey, und Hanrahan dankte ihm und leerte es auf seine Gesundheit.

Der Geiger stimmte seine Fiedel für einen weiteren Tanz, und der Hausherr sagte zu den jungen Leuten, daß sie erst dann wüßten, was Tanzen ist, wenn sie Hanrahan tanzen gesehen hatten, denn dergleichen hätte es hier nicht mehr gegeben, seit er das letzte Mal hier gewesen sei. Hanrahan sagte, daß er nicht tanzen würde, er wüßte jetzt einen besseren Gebrauch für seine Füße, die ihn durch die fünf Provinzen Irlands trugen. Als er dies gesagt hatte, trat Oona, die Tochter des Hauses, durch die Halbtür herein, in den Armen trug sie Torf aus Connemara für das Feuer. Sie warf sie auf den Herd, und die Flammen schlugen empor, und ließen sehen, daß ihr Gesicht sehr anmutig war und daß sie lächelte, und zwei oder drei der jungen Männer standen auf und baten sie um einen Tanz. Aber Hanrahan ging zu ihr und schob die anderen beiseite, und sagte, daß sie mit ihm tanzen müsse, nach dem langen Weg, den er gereist war, bevor er sie gesehen hatte. Und vielleicht flüsterte er ihr noch einige angenehme Worte ins Ohr, denn sie erhob keinen Einwand, und trat zu ihm, und ihre Wangen erröteten leicht. Andere Paare standen ebenfalls auf, aber als der Tanz anhob, warf Hanrahan zufällig einen Blick nach unten, und er bemerkte, daß seine Schuhe ausgetreten und zerschlissen waren, und die groben Wollsocken durch das Leder zu sehen waren, und er sagte zornig, daß der Tanzboden schlecht sei und die Musik nichts taugen würde, und er setzte sich nieder in den Schatten, der neben dem Herdfeuer herrschte. Und das Mädchen setzte sich neben ihn.

10. Oktober 2023

Kenji Miyazawa, "Der Erdgott und der Fuchs" (1934)





   (一)

 一本木の野原の、北のはずれに、少し小高く盛りあがった所がありました。いのころぐさがいっぱいに生え、そのまん中には一本の奇麗な女の樺の木がありました。
 それはそんなに大きくはありませんでしたが幹はてかてか黒く光り、枝は美しく伸びて、五月には白い花を雲のようにつけ、秋は黄金や紅やいろいろの葉を降らせました。
 ですから渡り鳥のかっこうや百舌も、又小さなみそさざいや目白もみんなこの木に停まりました。ただもしも若い鷹などが来ているときは小さな鳥は遠くからそれを見付けて決して近くへ寄りませんでした。
 この木に二人の友達がありました。一人は丁度、五百歩ばかり離れたぐちゃぐちゃの谷地の中に住んでいる土神で一人はいつも野原の南の方からやって来る茶いろの狐だったのです。
 樺の木はどちらかと云えば狐の方がすきでした。なぜなら土神の方は神という名こそついてはいましたがごく乱暴で髪もぼろぼろの木綿糸の束のよう眼も赤くきものだってまるでわかめに似、いつもはだしで爪も黒く長いのでした。ところが狐の方は大へんに上品な風で滅多に人を怒らせたり気にさわるようなことをしなかったのです。
 ただもしよくよくこの二人をくらべて見たら土神の方は正直で狐は少し不正直だったかも知れません。

12. Januar 2023

#Panzerwende



Der polnische Präsident Andrzej Duda hat heute nachmittag um 14 Uhr bei einem treffen mit seinen Amtskollegen aus der Ukraine, Wolodmyr Selenskij und aus Litauen, Gitanas Nausėda, der Ukraine fest zugesagt, ihr zur Verteidigung gegen die russischen Invasoren „ein Bataillion Kampfpanzer des Typs Leopard 2“ zur Verfügung zu stellen. Eine Stunde später erfolgte aus London die Zusage, man habe sich auch zu diesem Schritt entschlossen und werde MBTs (im offiziellen NATO-Jargon für „Main Battle Tanks“ stehend) des Typs Challenger 2 bereitstellen, die seit 1994 das Rückgrat der englischen Landstreitkräfte darstellen. Von der Menge auf den Straßen von Lviv ist Duda heute „wie ein Rockstar“ gefeiert worden.



Im zweiten Fall wurden keine genauen Zahlen genannt, man kann aber davon ausgehen, daß es sich auch hier um 10 bis 14 Panzer handelt. Diese „nackten Zahlen“ mögen sich auf den ersten Blick nicht besonders eindrucksvoll ausmachen, etwa, wenn man im Hinterkopf behält, daß die russische Armee bis heute, dem 11. Januar, nach den Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums 3094 verloren hat. Allerdings täuscht ein solcher Eindruck. Es handelt sich hier um die modernsten und schlagkräftigsten Modelle, die der Westen in seinen Armen einsetzen kann – und die entscheidende Funktion solcher Panzer auf dem Schlachtfeld ist der Einsatz im Rahmen einer Offensive an der Spitze nachrückender Infanterie und unter ausreichender Luftunterstützung. (Der völlig unzureichenden Luftunterstützung auf russischer Seite ist es zu verdanken, daß seit Monaten, seit April, keine ihrer Offensiven einen nennenswerten Erfolg zu verzeichnen hatte.) Die russische Armee kämpft seit dem Sommer an der Frontlinie im Donbass einen Stellungskrieg; die Linien weichen ohne nennenswerte Geländegewinne ein paar Kilometer vor oder zurück; große Abschnitte auf dem linken Ufer des Dnipro und im Nordteil der Krim sind seit dem Herbst zu einem Verteidigungsnetzwerk aus Schützengräben und Panzersperren ausgebaut und – geschanzt worden, eine Konsequenz daraus ist, daß die russische Armee nicht in der Lage sein dürfte, eine wirksame Offensive zu führen, während die Fernwaffen der ukrainischen Seite, wie etwa die HIMARS, bei Geländegewinnen durchaus in der Lage wären, die russische Logistik (etwa Kommandozentralen und Magazine) gezielt unter Beschuß zu nehmen, wie es seit September immer wieder der Fall ist, und die russischen Nachschublinien zu unterbrechen.

12. Mai 2022

"Wie nett, Sie zu kennen, Herr Lear!"





"How pleasant to know Mr.Lear!"
Who has written such volumes of stuff!
Some think him ill-tempered and queer,
But a few think him pleasant enough.

His mind is concrete and fastidious,
His nose is remarkably big;
His visage is more or less hideous,
His beard it resembles a wig.

He has ears, and two eyes, and ten fingers,
Leastways if you reckon two thumbs;
Long ago he was one of the singers,
But now he is one of the dumbs.

He sits in a beautiful parlour,
With hundreds of books on the wall;
He drinks a great deal of Marsala,
But never gets tipsy at all.

He has many friends, lay men and clerical,
Old Foss is the name of his cat;
His body is perfectly spherical,
He weareth a runcible hat.

When he walks in waterproof white,
The children run after him so!
Calling out, "He's gone out in his night-
Gown, that crazy old Englishman, oh!"

He weeps by the side of the ocean,
He weeps on the top of the hill;
He purchases pancakes and lotion,
And chocolate shrimps from the mill.

He reads, but he cannot speak, Spanish,
He cannot abide ginger beer:
Ere the days of his pilgrimage vanish,
How pleasant to know Mr. Lear!



“Wie nett, Sie zu kennen, Herr Lear!“
Der hat seltsame Bücher geschrieben.
Zumeist gilt er als Grantler und wirr,
Doch für ein paar ist er harmlos geblieben.

Sein Verstand ist scharf und präzise.
Seine Nase ist bemerkenswert groß.
Seine Visage ist eine recht miese.
Sein Bart ist ein Urwald aus Moos.

Er hat Ohren, zwei Augen, und der Finger Stück zehn
(Jedenfalls wenn man die Daumen mitzählt).
Vorzeiten konnt‘ er noch als Sänger durchgehn,
Doch jetzt ist er mit Stummheit gequält.

Er sitzt in einem feinen Saal, da
Stehen hunderte Bücher in Reih’n.
Er süffelt fortwährend Marsala
Ohne jemals beschickert zu sein.

Zu Freunden zählt er Laien und Geistliche.
Und „Old Foss,“ so heißt seine Katze.
Seine Gestalt ist eine kugelrund-feistliche
Mit einem runzlichten Hut auf der Glatze.

Will er den Regenmantel ausführen
Rennt die Kinderschar hinter ihm her,
„Da geht er im Nachthemd spazieren,
Der spinnerte Engländer, der!“

Er weint an des Ozeans Gestade
Er weint auf des Bergs lichten Höhn.
Er kauft Pfannkuchen ein und Pomade
Und Schokoladenkrabben beim Müller erstehn.

Er liest Spanisch, doch kann’s nicht parlieren.
Er erträgt keinesfalls Dunkelbier.
Eh‘ sich seine irdischen Spuren verlieren:
Wie schön, Sie zu kennen, Herr Lear!

5. Mai 2021

Napoleon und die Raumfahrt. Zwei kleine Erinnerungen



Nachdem vorgestern an dieser Stelle auf den 120. Geburtstag von John Collier verwiesen wurde und gestern auf den 150. von Salomo Friedländer alias "Mynona," soll heute der Hinweis auf den 200. Todestag Napoleon Bonapartes erfolgen, der am 5. Mai 1821 im Longwood House auf seiner Verbannungsinsel St. Helena an der einsamsten Stelle des Südatlantiks starb. (Genauer: an der zweiteinsamsten Stelle: die am weitesten von jedem anderen Flecken Land entfernte Insel ist Tristan da Cunha.) Solche kalendarisch-nomerologischen Häufungen haben keinen tieferen Sinn, wie Astrologen vermuten könnten: sie sind statistisch einfach unvermeidbar, wenn in der Welt genügend genau datierte Ereignisse wie in diesem Fall Geburtstag und Todesdatum registriert worden sind.

Ich gehe davon aus, daß die Person und die Taten des "kleinen Korsen," des "Weltgeists zu Pferde," auch heute noch hinreichend geläufig sind, um sie hier nicht weiter erörtern zu müssen. Und wenn nicht: die Bibliotheken sind gefüllt mit Arbeiten, Biographien, Spezialwerken zu jedem Aspekt seines Lebens. Sogar die in den letzten Jahrzehnten aufgekommene Frage, ob Napoleon wirklich einem Magenkrebs erlegen ist oder doch mit Arsen vergiftet wurde (oder durch das Schweinfurter Grün, das zur Einfärbung der Tapeten im Longwood House verwendet wurde und Arsen als Gas abgab) dürfte gemäß der Diagnose der Autopsie bestätigt worden sein.

21. März 2021

Marguerite Yourcenar, "Wie Wang-Fô gerettet wurde" (1936)





Der alte Maler Wang-Fô und sein Schüler Ling waren schon seit langem auf den Straßen des Reiches der Han unterwegs. Sie kamen nur langsam voran, denn Wang-Fô hielt oft nachts inne, um die Sterne zu betrachten und am Tag, um dem Flug der Libellen zuzusehen. Sie führten nur wenig Gepäck bei sich, denn Wang-Fô liebte die Bilder der Dinge, aber nicht die Dinge selbst. Nichts auf der Welt schien es ihm wert, es zu besitzen, außer Pinseln, Farben, Tiegeln für Lack und Chinatusche und Rollen von Seide und Reispapier. Sie waren mittellos, denn Wang-Fô tauschte seine Bilder lieber gegen eine Portion Hirsebrei ein und verschmähte selbst Silbermünzen von geringem Wert. Sein Schüler Ling trug schwer an einem Sack, der prall mit Entwürfen gefüllt war; er krümmte den Rücken voller Ehrfurcht, als trüge er das Himmelsgewölbe auf dem Rücken, denn dieser Sack enthielt in Lings Augen schneebedeckte Berge, Frühlingsblumen und den Mond in einer Sommernacht.

14. März 2021

Algernon Blackwood, "Der Mann, der Milligan war" (1923)





(Algernon Blackwood)

Milligan musterte mit einem abschätzigen Blick die armselige Zimmerflucht, während die Vermieterin hinter ihm stand und darauf wartete, wie er sich entscheiden würde. Sie hatte die Arme verschränkt. Ihr aufmerksamer Blick taxierte seinerseits natürlich Milligan. Er war als Angestellter in einem Reisebüro tätig; in seiner Freizeit schrieb er für den Film. Was ihm an der schlichten Wohnung zusagte, waren die großen Flügeltüren. Er suchte nur nach einer Unterkunft, in der auch noch Frühstück serviert wurde, aber jetzt stellte er sich vor, wie er hier saß und Drehbücher verfaßte - und das mit Erfolg. Es war eine verlockende Aussicht: Endlich ein Literat - mit einem angemessenen Arbeitszimmer!

"Die Miete scheint mir doch ein wenig hoch, Frau ---?" begann er.

"Bostock, Sir, Mrs. Bostock," ließ sie ihn wissen und fing an, ihm das Elend der hohen Lebenshaltungskosten zu klagen. Es war vergebene Liebesmüh, denn Milligan hörte nicht zu. Er hatte sich längst entschlossen, die Zimmer zu mieten.

18. Januar 2021

"The Midnight Sky"





Vielleicht bin ich auch nur zu anspruchsvoll.

Und zudem ist es mißlich, den Stab über einen Film zu brechen - oder über einen Roman, ein Theaterstück - ohne ihn gesehen (oder gelesen) zu haben, nachgerade aus willentlicher Ignoranz. Soweit ich weiß, hat sich nur Julie Burchill, selbsternannte Königin des "literarischen Punks" und britische Kultur-Krawallnudel, in den "Plattenkritiken" dazu verstiegen, die sie über neue Pop- und Rockalben, noch bevor sie auf dem Markt waren, Ende der 1980er Jahre für den New Musical Express geschrieben hat.

Außerdem ist mir klar, und das seit Jahrzehnten, daß im Genre der Science Fiction hanebüchene Prämissen, wildeste Unwahrscheinlichkeiten und das Ignorieren aller Naturgesetze eher die Regel als die Ausnahme darstellen - und daß die audiovisuelle Spielart in Filmen und Fernsehserien hier noch einmal ungenierter mit der Realität umspringt. Selbst in der sogenannten "harten Science Fiction" - in der sich ein Autor bemüht, sich an den Erkenntnissen der Physik und Astronomie zu orientieren und seine Handlungen und die Spielregeln seiner Geschichte daran ausrichtet - ist es durchaus verstattet, etwa einen "Überlichtantrieb" zu postulieren, dessen tatsächliche Konstruktion die Relativitätstheorie kategorisch ausschließt, damit die Mannschaft (bzw. Diversschaft) des Sternenkreuzers "Markus Söder" der Bavarian Space Agency nicht diverse Jahrtausende braucht, um beim Orionnebel - Distanz: 1.200 Lichtjahre - einzutreffen. Aber wenn sie am Ziel aus dem Hyperraum ins Raumzeitkontinuum zurückstürzen, erwartet der Leser, daß sie unter Beachtung der naturgesetzlich verhängten Verkehrsregeln auf Beteigeuze III landen - und nicht, indem sie sich wie einst Pan Tau an die Melone tippen. (Das Beispiel macht klar, daß auch hier die Grenzen fließend sind: daß sich Captain James Tiberius Kirk und alle seine Nachfolger im Trekkieversum ohne Empfangsstation an beliebige Ziele beamen konnten, war den Budgetbeschränkungen der ersten Staffel von 1966 geschuldet, die den Bau einer Raumfährenattrappe nicht zuließen; die Spielwarenfirma Mattel hat dem Studio Desilu, das die drei Staffeln der "Original Series" produzierte, das "lebensgroße" kastenförmige Modell, das ab Folge 27 zum Einsatz kam, im Gegenzug für die Produktionsgenehmigung des Merchandisings finanziert. NARRATOLOGISCH entspricht das Beamen eben jenem "Rücksturz in den Normalraum" oder dem plötzlichen Auftauchen eines Zeitreisenden und bricht, wenn sich der Zuschauer einmal an dieses Versatzstück gewohnt hat, nicht den stillschweigenden Kontrakt, den Samuel Taylor Coleridge 1817 als "willing suspension of disbelief" bezeichnet hat - die Bereitschaft, solche Unmöglichkeiten um der Geschichte willen zu akzeptieren.)

22. November 2020

Max Haushofer, "Der Thanatograph" (1888)



Im ärztlichen Vereine zu A. erregte unlängst ein Vortrag über den Thanatographen bedeutendes Aufsehen. Der Vortragende berichtete hierüber folgendes:

Der Apparat, dessen Beschaffenheit ich später angeben werde, wurde dem Sterbenden zu Häupten gestelle. Der Griff des Apparates ward in die erkaltende Hand des Sterbenden gelegt und dieselbe mit einem seidenen Tuche sanft zusammengebunden, so daß sie den Griff nicht fallen lassen konnte. Ein Assistent beobachtete den Puls des Sterbenden, und in dem Augenblicke, als er das gänzliche Stillstehen des Pulses durch ein Kopfnicken konstatierte, flüsterte der dirigierende Arzt in das Ohr des Verstorbenen: "Schreibe!"

Der Thanatograph begann zu arbeiten. Erst sehr langsam; dann mit zunehmender Geläufigkeit. Etwa drei Stunden nach dem Tode erreichte diie Thätigkeit des Apparates ihre höchste Geschwindigkeit, sodann nahm sie fortwährend ab. Als die Totengräber am folgenden Tage den Gestorbenen abholten, war der Apparat seit einer halben Stunde völlig regungslos gewesen. In der ersten hatte er siebzehn Worte geschrieben, in der zweiten hundertneununddreißig, in der dritten schon über siebenhundert. Dann hatte er allmählich nachgelassen.

Was bis jetzt über den Thanatographen bekannt ist, läßt sich dahin zusammenfassen, daß derselbe ein Appparat ist, welcher den Elektromagnetismus dazu benutzt, um das Nervensystem eben verstorbener Menschen zu schriftlichen Mitteilungen zu veranlassen. Es sind nur die nächsten Stunden nach dem Tode, welche der Thanatopgraph benutzen kann; jene Stunden, ehe der völlige Zerfall des Menschen beginnt. Vielleicht wird eine spätere Zeit noch bessere Apparate ersinnen, die geeignet sind, uns Kunde von dem zu geben, was nach des Menschen Tode in ihm vorgeht.

29. Oktober 2020

Venus zum Zweiten. Das schwebende Haus auf dem "Morgenstern".

"The surface of Venus is a place of crushing pressure and hellish temperatures. Rise above it, though, and the pressure eases, the temperature drops. Fifty kilometers above the surface, at the base of the clouds, the temperature is tropical, and the pressure the same as Earth normal. Twenty kilometers above that, and the air is thin and polar cold.

"Drifting between these two levels are the ten thousand cities of Venus."
(Geoffrey A. Landis, "The Sultan of the Clouds", 2010)

"An der Oberfläche der Venus herrschen ein ungeheuerer Druck und infernalische Temperaturen. Aber weiter höher läßt der Druck nach und es wird kühler. In fünfzig Kilometer Höhe über der Oberfläche, unterhalb der Wolkendecke, entspricht die Temperatur der in den Tropenbereichen der Erde, und der Druck dem an der Erdoberfläche. Weitere zwanzig Kilometer darüber ist die Luft dünn und kalt wie an den Polen.

"Innerhalb dieser Zone schweben die zehntausend Städte der Venus."
("Der Wolkensultan")

Als an dieser Stelle vor kurzem auf den möglichen Nachweis von Spuren organischen Lebens auf dem "Schwesterplaneten" der Erde berichtet wurde (wohlgemerkt: nicht wahrscheinlich, aber immerhin möglich), hieß es:

Es wird die Aufgabe künftiger Raumsonden-Missionen sein, daß ihr Instrumentarium so ausgelegt wird, daß es Antworten auf diese Fragen liefern kann. (Denkbar wären etwa Ballon-Sonden, die in der Zone zwischen 70 und 50 Kilometern treiben und für längere Zeit Daten übertragen könnten.)

Als ich das schrieb, war mir das Projekt noch unbekannt, das zwei für die amerikanische Weltraumagentur tätige Ingenieure, Dale Arney und Chris Jones, vor fünf Jahren, 2015, in einer Projektstudie unter dem Kürzel HAVOC (für "High Altitude Venus Operational Conecpt") vorgestellt haben, und das eine detaillierte Ausarbeitung eines Aspektes eines umfassenderen Konzepts darstellt, das der ebenfalls für die NASA tätige Ingenieur und SF-Autor Geoffrey A. Landis zuerst auf einer Konferenz in Albuquerque im Jahr 2001 präsentiert hat. Es geht dabei um ein auf den ersten Blick völlig irreales, grosteskes Vorhaben, wie es nur einem drauflos fabulierenden Verfasser von Zukunftsphantasien in den Sinn kommen mag: die Erkundung des Morgensterns durch Menschen selbst und die anschließende Errichtung beständig bemannter Basen. Diese sollen allerdings nicht wie in den wenigen Fällen, in denen sich die spekulative Literatur sich diesen unwirtlichen Nachbarplaneten zum Reiseziel nimmt, tief unter der Oberfläche eingegraben vor den höllischen Bedingungen geschützt werden - eine Temperatur von 450° Celsius, ein Atmosphärendruck, der dem hundertfachen auf der Erdoberfläche entspricht, und Niederschlag aus konzentrierter Schwefelsäure, die auf allen Oberflächen kondensiert, die kälter als die Umgebung sind. (Solche Kunsthöhlen finden sich etwa in Fredrik Pohls "The Merchants of Venus", 1972 oder Michael Swanwicks "Tin Marsh", 2006.) Stattdessen sollen die Stationen als gigantische Freiballons in der oben beschriebenen oberen Atmosphäre der Venus schweben, im oberen Bereich der Troposphäre. Grundlage der Überlegung ist die Tatsache, daß ein Gasgemisch wie auf der Erde, mit einem Anteil von gut einem Sechstel bis gut einem Viertel an Sauerstoff mit dem Hauptanteil Stickstoff leichter ist als das Gemisch, aus dem die Gashülle der Venus (96,5% Kohlendioxid und 3,5% Stickstoff) besteht und daher als Traggas wirken würde. Wir reden hier freilich nicht von Gaszellen der Größenklasse, wie man sie an schönen Sommertagen in ländlichen Gegenden wie der unseren über Land fahren sieht (Ballons "fliegen" in der Sprache der Luftschiffer nicht, sondern "fahren"), sondern von Hüllen mit einem Innendurchmesser von mehreren hundert Metern. Die fliegenden Städte, die Landis für seine Erzählung "The Sultan of the Clouds" projektiert hat, tragen kreisförmige Plattformen mit einem Durchmesser von gut einem Kilometer. (Man muß im Hinterkopf behalten, daß der Verdoppelung des Durchmessers einer Kugel gemäß der Formel 4/3πr³ der Inhalt um den Faktor Acht wächst; je größer also die Hülle ausfällt, desto ungleich stärker wird die Tragfähigkeit.) Der Sauerstoff für das Traggas und die Versorgung der Besatzung wird der Umgebung entnommen: die Oberfläche der mehrgeschossigen Plattformen nehmen Gewächshäuser ein, für deren Pflanzen das Kohlendioxid das Lebenselixir darstellt. Landis' Konzept sieht zudem eine Raumstation im Orbit um die Venus vor; an der Raumschiffe, die den Shuttledienst für Material und Besatzung zwischen Venus und Erde erledigen, andocken und von denen man mit Gleitern, die im Vakuum per Raketenantrieb angetrieben werden und in der Atmosphäre durch Jetantrieb operieren.

27. September 2020

Die amerikanische Wahl: And the winner is...



Da der geschätzte Blogger-Kollege Llarian zu Beginn dieser Woche hinsichtlich der Ausgestaltung des Parcourses für die in gut fünf Wochen anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA eine gute Übersichtkarte entworfen hat und die Regeln des Spiels als allgemein bekannt vorausgesetzt werden dürfen, kann ich es mir leicht machen und brauche nur noch wie beim letzten Wahlgang vor vier Jahren den Ausgang des Matches mitzuteilen.

Ich habe es mir in den letzten Jahren (die Wahl von 2016 war hier der Anlaß) zur Angewohnheit gemacht, einen anstehenden Wahlgang nicht unter der Perspektive "wer könnte es werden?", "was spricht für oder gegen diesen oder jenen Kandidaten?" zu sehen, sondern es auf die schlichte Frage "wer WIRD es?" herunterzubrechen. Es wird einen Wahlausgang geben, der Gewinner wird feststehen (wenn auch womöglich mit einiger legalistischer Verzögerung), und die Unwägbarkeiten, die "known knowns" und "known unknowns", vor allem die eigenen Präferenzen werden nach Feststehen des Endergebnisses keine Rolle mehr spielen. Das mag wie ein semantischer Taschenspielertrick wirken, es läßt die Angelegenheit aber in anderer Perspektive erkennen, es taucht sie in ein anderes Licht. (Man beachte auch, daß aus dieser Optik ein Faktor des üblichen wahltaktischen Rasenschachs weitgehend entfällt, nämlich Überlegungen der Art: "wenn Trump die 'swing states' nicht für sich entscheiden kann, aber statt dessen auf die Stimmen aus Minnesota, Wisconsin und Michigan zählen kann..." Es reicht, daß ein Kandidat auf eine Mehrheit an Wahlmännern aus seiner Partei zählen kann - deren Anzahl von der Bevölkerungszahl der jeweils entsendenden Bundesstaaten abhängt - die ihn im Dezember in sein Amt wählen.)

Freilich ist die Gemengelage dieses Mal etwas anders als 2016.

25. Juni 2019

Warum die Juden?

Die Frühmenschen breiteten sich, wohl von Afrika her, überallhin als Jäger, Bauern, Städte- und Reichsgründer aus: in Europa, Asien und auf dem amerikanischen Kontinent. Sie bauten in Ägypten und Amerika Pyramiden, entwickelten Waffen und hatten überall ein ähnliches Schmuckbedürfnis. Aber ihre Religionen und das Verhältnis zu Welt, Leid und Tod entwickelten sich sehr verschieden.

11. Dezember 2018

Muss Israel noch einen Krieg führen?

Allein der eine Satz „In Auschwitz ist nicht das Judentum gestorben, sondern das Christentum" (1946 im Bericht „Die Nacht") könnte Elie Wiesel unsterblich machen. Man möchte mehr von ihm wissen und lesen. 1986 bekam er den Friedensnobelpreis und 2016 ist sein Todesjahr.

Siebter von links in der zweiten Reihe von unten (links vom Pfosten): Wiesel im KZ Buchenwald, 16. April 1945, 5 Tage nach der Befreiung.

1982 veröffentlichte Wiesel fünf Porträts jüdischer Propheten: Josua, Elias, Saul, Jeremias und Jona. Ich wähle das erste und kriegerischste vom Eroberer: „Josua oder die Tragik des Siegers". Warum? Weil ich zeigen will, wie er mit dem biblischen Bericht, den er so nimmt, wie er da steht, ringen muss, um zu seinem Ziel zu kommen: Manchmal könne ein Krieg unvermeidlich sein und gerechtfertigt als Verteidigungskrieg. Aber hier war es anders: „Josua irritiert uns."

29. September 2018

Was wird da aufgedeckt in der Kirche?

Die Kräfte der Stille und der Mitte drohen Europa zu verlassen.
Gehen sie wirklich fort, dann muss das Abendland verdorren. (1933)

Romano Guardini, † 1. 10. vor 50 Jahren



Wie seltsam die alten Worte Stille und Mitte. Wir hören heute andere: Verstrickung, Vertuschung, Missbrauchstudie, Machtstrukturen, Risikofaktor, Frühwarnsysteme. Die Psychologen sind nicht erstaunt, dass die Anzahl der „Betroffenen“ in Deutschland genauso groß ist wie die in Irland, USA und Australien. Der Mensch ist überall derselbe. Aber von Christen und Amtsträgern erwartet man Vorbildlicheres.

25. Dezember 2017

Jahreszeitenklang: 小伯利恆, xiǎo bólìhéng

­



陶明潔 - 小伯利恆

美哉小城伯利恆 你是何等清靜
無夢無驚 深深睡着 群星悄然運行
在你漆黑的街道 永遠的光照耀
萬世希望 人類憂喜 今夜集中於你

Tao Mingjie - "xiǎo bólìhéng"

Měizāi xiǎochéng bólìhéng nǐ shì héděng qīngjìng
wú mèng wú jīng shēn shēn shuìzhe qúnxīng qiǎorán yùnxíng
zài nǐ qīhēi de jiēdào yǒngyuǎn de guāng zhàoyào
wànshì xīwàng rénlèi yōu xǐ jīnyè jízhōng yú nǐ

Kleines Bethlehem

Wie still ist es in Bethlehem, der kleinen Stadt
Über deinem tiefen, traumlosen Schlaf ziehen die Sterne dahin
Doch auf deinen dunklen Straßen leuchtet das ewige Licht
Die ganze Welt soll heut Nacht auf dich blicken.



6. August 2017

Zur Abwechslung mal wieder ein kleines Quiz

Als dieses (dieser?) Blog noch von seinem Gründer unter dem nom de plume Zettel betrieben wurde, war es nicht ungewöhnlich, daß ab und an den Lesern eine kleine Frage, in Form einer Multiple-Choice-Entscheidung, gerichtet wurde, um auf überraschende Sachverhalte hinzuweisen oder deren Besonderheit, eben durch den Kontrast (oder die Vergleichbarkeit) der angebotenen Lösungsoptionen in ein kärftigeres Licht zu tauchen. In diesem Sinne sei hier, nach langer Pause, eine solche Probe vorgelegt. (Strenggenommen handelt es sich um nichts Multiples, da es nr um eine einzige Auswahl zwischen zwei Positionen geht.) Auf den beiden folgenden Fotos ist jeweils eine Schulklasse des Sommers 2017 zu sehen; bei beiden Schulen handelt es sich um die Abschlußklassen weiterführender, bzw. studienberechtigenden Abteilungen eines mehrzügigen Schulsystems. Welches der beiden Bilder stammt aus

A. Deutschland?
B. Syrien?

(Die Lösung, mitsamt einigen kurzen Reflektionen, wird morgen an dieser Stelle nachgereicht.)

1.)­



2.)





18. November 2016

Hofreiters Hühner

Grünen-Vorsitzender Hofreiter ist nicht nur ein extrem schöner Mann, sondern immer auch für originelle Aussagen gut. Zum Wahlkampfauftakt behauptet er nun:
"Deutsche Agrarpolitik für Flüchtlingskrise mitverantwortlich".
Konkret gemeint sind subventionierte deutsche Produkte, insbesondere Geflügelerzeugnisse, die in diversen afrikanischen Ländern verkauft werden und dort nach Meinung Hofreiters die Leute in die Flucht schlagen.

Nun haben Subventionen viele Nachteile. Insbesondere für die Leute, die sie bezahlen müssen - hier also die deutschen Steuerzahler. Dagegen profitieren die Leute, denen diese Gelder zugute kommen - hier also deutsche Bauern und afrikanische Konsumenten. Gerade in ärmeren Ländern sind die Ausgaben für Nahrungsmittel der teuerste Anteil der Lebenshaltung und jede Erleichterung ist hochwillkommen.
Nicht so glücklich wie ihre Landsleute sind natürlich afrikanische Hühnerzüchter, denen Geschäft entgeht. Aber diese Leute sollen nun so frustriert sein, daß sich sie zu Tausenden auf den Weg nach Europa machen?

Eigentlich eine ziemlich hanebüchene Behauptung, die Hofreiter natürlich auch nicht belegt. Aber hanebüchen oder nicht - das läuft unkritisiert und unrecherchiert durch die deutschen Medien.
Dabei ist es gar nicht so schwer, das nachzuprüfen.

17. Mai 2016

Arabischer Mythos

In Nahost ist wieder einmal Krieg, und wieder einmal werden Schuldige gesucht. Oder genauer: Die Schuldigen sind natürlich längst bekannt, weil es immer dieselben Schuldigen sind. Gesucht wird also eine Begründung, warum sie es auch diesmal sind.

Da kommt gelegen, daß das Sykes-Picot-Abkommen gerade 100 Jahre alt wird. So bietet sich die Chance für außenpolitisch inkompetente Journalisten, "den Westen" einmal wieder vorzuführen. Denn selbstverständlich habe dieser während des ersten Weltkriegs die heutigen Konflikte angezettelt.

Wie üblich prescht das Neue Süddeutschlant dabei besonders deutlich formulierend vor:
Warum der Nahe Osten ein Blutbrunnen ist - und bleibt
Und dann wird der Mythos nacherzählt, mit dem IS und arabische Nationalisten ihren Frust und ihre Aggressivität begründen.
Grotesker Unsinn.

18. September 2015

Wer könnte und was können wir schaffen?

Die deutsche Vergangenheit weist Deutschland eine besondere Pflicht zu, die echten Flüchtlinge aufzunehmen. Unser Asylgesetz wurde vom Wissen um vergangene Verfolgungen von Millionen geschrieben. Sind es verrückte Gutmenschen gewesen, die mit Obst und Teddybären an die Bahnhöfe eilten, um die Fremden zu bewillkommnen? Vielleicht wollten die Deutschen nicht nur wiederum die Besten sein, wie andere Europäer spotteten.