Posts für Suchanfrage Iran werden nach Datum sortiert angezeigt. Nach Relevanz sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Iran werden nach Datum sortiert angezeigt. Nach Relevanz sortieren Alle Posts anzeigen

19. Oktober 2025

Anmerkungen zu Trump, zu Israel und anderer schöner Dinge

Dröhnendes Schweigen trifft es nicht wirklich, denn auch die deutsche Presse berichtet (unter vielem anderen) über den Friedensplan Nahost der Trump Regierung. Kein Vergleich zu den Schlagzeilen der letzten zwei Jahre, wo uns eindrücklich erklärt wird, wie böse doch die IDF ist, wie böse Trump ist und was für ein übler Völkermord in "Palästina" da vor sich geht, aber immerhin nach oben schafft es der eine oder andere Artikel, so lange man nicht darüber berichten "muss", was der böse Donald da wieder angestellt hat. 

4. November 2024

Die Wahl. Und eine Verschwörungstheorie. Und ein Gedankensplitter.

Aus deutscher Mainstreamperspektive entscheidet sich am heutigen Dienstagabend vor allem die Regierung der USA der nächsten vier Jahre. Und mit ein bischen Schiesspulver die Entscheidung darüber ob die USA ein paar neue Zölle erheben, etwas mehr von der NATO erwarten, etwas mehr oder weniger Waffen in die Ukraine liefern und ob ein paar mehr Waffen in den USA verkauft werden. Trotz allem linken Getröte glaubt niemand daran, dass Donald Trump, sollte er dann doch, wieder erwarten des juste millieus in Deutschland, gewählt werden, "die Macht" an sich reissen wird. Und da man ohnehin auf Seiten der "Demokraten" ist, erwartet man noch weniger, dass sich bei einem Wahlsieg von Kamala Harris irgendetwas ändern wird.

Und kaum eine Einschätzung könnte dümmer und kurzsichtiger sein als diese.

31. Juli 2024

Gruß aus Entebbe

Ismail Haniyeh ist tot. Und darf sich jetzt der 72 Jungfrauen erfreuen, wenn sich das Ganze nicht doch als "Misinformation" herausstellen sollte. 

Die erste und zentrale Frage, die sich dieser Autor stellt ist: Hat Steinmeier schon konduliert? 

14. Oktober 2023

Streiflicht: Nazis, aber in dumm.

Nicht wenige Berichterstatter haben in den letzten Tagen auf einen interessanten Aspekt hingewiesen, wenn es darum geht, die Hamas mit den Nazis zu vergleichen, was im Moment ja sehr viel passiert. Beide verfolgen zwar die selben Ziele, beide verwenden ähnliche Methoden, aber den Nazis war, im Unterschied zur Hamas, der Völkermord wenigstens nach außen hin peinlich.
Die Nazis haben die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 nicht wiederholt, sie haben die Vernichtungslager ausschließlich im Osten gebaut und auch wenn sie zwar in ihren Hetzschriften permanent von der "Endlösung der Judenfrage" fabuliert haben, keine Bilder von Gaskammern, Krematorien oder Konzentrationslagern veröffentlicht oder geduldet. Und als das Ende des dritten Reiches absehbar wurde, haben sie noch alles versucht die Beweise zu vernichten.

24. November 2022

Die Mannschaft und der Gratismut

Die "Mannschaft" (pardon, dieser Name ist auch nicht mehr aktuell, aber immer noch passend) konnte an ihren enormen Erfolg bei der Weltmeisterschaft 2018 nahtlos anknüpfen und hat es geschafft ihr Eröffnungsspiel gegen die große Fußballnation Japan mit 1:2 zu verlieren. Das ist immerhin schon eine Verbesserung gegenüber 2018, als man sich gegen die nicht weniger bekannte Fußballgröße Südkorea mit 2:0 geschlagen geben musste.

16. Oktober 2021

Gastbeitrag. „Moderner Kapitalismus. Eine politisch nicht ganz korrekte Einführung."



Aus aktuellem Anlaß hat „Zettels Raum“ sein Fernsehprogramm geändert.

Diesmal, anders als bei meinem letzten Posting, ein genuiner Gastbeitrag. Da es sich um einen auf YouTube eingestellten Beitrag handelt, der jedermann öffentlich zugänglich ist, geht es nur darum, auf ihn hinzuweisen, um (wenn Fortuna es will) die Reichweite noch ein wenig zu erhöhen. Da es Lesern/Zuschauern aus dem deutschen Sprachbereich nicht unbedingt zuzumuten ist, sich ungewarnt eine völlig unbekanntes Video von fast einer Viertelstunde Länge anzutun, habe ich den Text des Dialogs übersetzt; auch, um etwaigen Verständnisschwierigkeiten vorzubeugen – zumal mir auch die Erfahrung und die Übung fehlen, ein Video mit deutschen Untertiteln zu versehen.

Natürlich hat das Ganze etwas Schulfunkmäßiges. Die Animation ist schlicht; aber simpler als in der „Sendung mit der Maus“ ist dies auch nicht; während das Wechselspiel der beiden Sprecher als Kienzle und Hauser gemahnt (die allerdings konträre Standpunkte zu ihren Themen einnahmen. Einnehmen konnten. Tempi passati). Lesern von „Zettels Raum“ werden die aufgeführten Punkte nicht neu sein; es gilt das Schulfunk-Prinzip: eine kurze Wiederholung des Altbekannten kann nicht schaden. Von daher sei das Folgende allen Kindern zwischen 8 und 88 Jahren nahegelegt. Bei vielen davon, die in Medien und Politik tätig sind, ist freilich zu befürchten, daß sie mit diesen Aspekten des „modernen Kapitalismus“ noch nie konfrontiert worden sind. Manche von ihnen dürften aktuell sogar an den laufenden Berliner Koalitionsverhandlungen beteiligt sein.

###

Michael Malice: Ich mag das Landleben ja wirklich. Eisangeln! Wie in alten Zeiten! Holla – da hat einer angebissen.

(Tom Woods taucht aus dem Eisloch auf, eingefroren in einem Eisblock wie Ötzi oder Monsieur Synthése in Louis Boussenards Roman 10.000 ans dans un bloc de glace (1890).

MM: Moment mal: das ist gar kein Fisch. Das ist Tom Woods! Wie in alten Zeiten.

Tom Woods: Schon gut, schon gut. Ich bin wieder mal im Eis eingebrochen. Wie lange war ich diesmal weg?

MM: Nach diesem mottenzerfressenen Löwenfell zu urteilen, so an die zehntausend Jahre.

TW: Wie bitte? 10.000 Jahre? Michael, kann ich mal deine Toilette benutzen? Ich muß mal gerade dinosauriermäßig…



[Titel] „Moderner Kapitalismus. Eine politisch nicht ganz korrekte Einführung“

29. März 2021

Immer Ärger mit Joe

Der eine oder andere Leser mag sich an die Klamotte "Immer Ärger mit Bernie" erinnern, die vor knapp 30 Jahren in die Kinos kam und dort ganz anständigen Erfolg feierte. Der Plot war vergleichsweise simpel wie grotesk: Zwei Verlierer geraten in einen Strudel mit der Mafia, ihr Boss "Bernie"(ein Verbrecher) wird von eben dieser umgebracht und die beiden haben das Problem, dass sie den Anschein erwecken müssen, dass Bernie noch am Leben ist, um selber vor der Mafia zu entkommen. Deswegen unternehmen sie allerhand mit der Leiche und versuchen möglichst vielen Leuten zu verkaufen, dass Bernie noch sehr lebendig ist. 

28. Februar 2021

Der Mond als Reklametafel. Nachtrag





Ne serait-ce pas un spectacle capable d’alarmer les esprits faibles et d’éveiller l’attention du clergé que de voir apparaître, sur le disque même de notre satellite, sur la face épanouie de la Lune, cette merveilleuse pointe-sèche que nous avons tous admirée sur les boulevards et qui a pour exergue : À l’Hirsute? (Villiers de l'Isle-Adam, 1873)



Wäre es nicht ein Schauspiel, das so recht geeignet wäre, empfindsame Seelen aufzuregen und den Klerus zu empören, wenn auf unserem himmlischen Begleiter, auf der hellen Mondscheibe, jener wunderbare Lockenbrenner erscheinen würde, dessen Bild wir alle auf unseren Boulevards bewundert haben und der von dem Schriftzug "Für prächtige Mähnen!" umrahmt ist?


Heinlein und Clarke mögen die bekanntesten Vorschläge unterbreitet haben, den Begleiter der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne in eine kugelförmige Litfaßsäule (Litfaß-Kugel?) umzuwidmen - sie waren aber nicht die ersten und sind auch nicht die letzten geblieben. Das Besondere ihrer "bescheidenen Vorschläge" liegt darin, daß hier Luna höchstselbst als Träger der Werbebotschaft dienen sollte, um die nächtlichen Betrachter zum Konsum einer nicht unbekannten Getränkemarke anzuregen. Ein gleicher Fall liegt in Isaac Asimovs Kurzgeschichte "Buy Jupiter!" (zuerst erschienen in Venture Science Fiction im Mai 1958), in dem außerirdische Wesen die aus reiner Energie bestehen, den Erdlingen die Nutzungsrechte für den größten Planeten des Sonnensystems abkaufen - um ihn ebenfalls mit einer Werbebotschaft zu versehen. Asimovs Pointe liegt darin, daß der Unterhändler der Vereinten Nationen den im Geschäft offenkundig nicht sehr versierten Aliens nur die Lizenz für den Jupiter abgetreten hat: die nachfolgende Konkurrenz erhält mit dem Ringplaneten Saturn einen wesentlich markanteren Blickfang.

8. Juli 2020

Die Welt am Scheideweg durch Donald Trump

Ob sich Europa, insbesondere Deutschland, von Merkel und ihrer fundamental grünen Politik wird erhohlen können erscheint derzeit, insbesondere im Schatten von Corona, unwahrscheinlich. Zumindest kurz- oder mittelfristig. Der Schaden ist angerichtet und derart massiv das selbst bei einer Kurskorrektur nicht davon auszugehen ist, dass Europa in naher Zukunft noch eine große weltpolitische Bedeutung zufällt (zumal der deutsche Wähler bis dato immer noch nicht so richtig realisiert, wer ihm die Entwicklung der letzten Jahre so aufgedrückt hat). Vielleicht ist das, auch wenn es für die Europäer eher bitter ist, am Ende für die Welt nicht das schlechteste, in der Vergangenheit waren die Ansätze aus Europa (und auch da gerade wieder aus Deutschland) ihre Werte in die Welt zu exportieren von teilweise recht verheerenden Folgen.

26. Mai 2020

Shelter in place: Lawrence Wright, "The End of October" (Mai 2020). Ein Roman zur Pandemie

Als vor gut zwölf Wochen an dieser Stelle (mittlerweile scheint es eine Ewigkeit her zu sein), im zweiten Beitrag, der sich dem "neuartigen Coronavirus" widmete, ein Blick auf Dean R. Koontz' Thriller "The Eyes of Darkness" aus dem Jahr 1981 geworfen und die Frage gestellt wurde, ob es sich dabei um eine Vorschau auf das Geschehen handelt, das seit Monaten alles andere im Weltlauf überschattet, war der Bescheid abschlägig. Nein: bei dem im Roman im Zentrum stehenden "Supervirus" aus einem Biowaffenlabor im chinesischen Wuhan handelte es sich um einen reinen Zufall (der auch der in der Zweitausgabe des Buches sieben Jahre nach seinem ersten Erscheinen umgeändert wurde, um den veränderten politischen Verhältnissen im Zeichen der Glasnost'-Ära thrillertechnisch Rechnung zu tragen.) Über diesen Ortsnamen hinaus gibt es zwischen dem Geschehen im Roman und dem Killervirus keine Ähnlichkeit mit unserer Gegenwart. (Der Ullstein-Verlag hat Koontz' Buch am 15. Mai unter dem Titel "Die Augen der Finsternis" neu aufgelegt; die deutsche Erstübersetzung, die die "Dunkelheit" im Titel trug, erlebte von 1988 bis 1995 im Münchner Heyne-Verlag insgesamt 15 Auflagen; danach gab es 2004 einen Nachdruck bei Pavillon.) Und dennoch...

*          *          *

Drei "kulturelle Artefakte" - ein Film und zwei Romane - können zumindest mit einigem Recht für sich beanspruchen, als luzide Vorwegnahme, als prophetischer - oder: scheinbar prophetischer - Vorschein eine Vorahnung der Seuche geliefert zu haben. Natürlich ist die Schilderung einer solchen Epidemie für die Literatur keine Neuigkeit; sei es als kritische Bedrohung der gesamten Menschheit, die noch abgewendet werden kann, sei es als explizit geschilderte "Beendigung des Experiments Menschheit" (das vielleicht nur noch ein paar Überlebende überstehen, die sich auf eine prähistorische Subsistenz zurückgeworfen sehen): vom Mary Shelleys "The Last Man" aus dem Jahr 1827 als erstem Beispiel bis zu Cormac McCarthys "The Road" von 2006 lassen sich mit den entsprechenden Titeln zahlreiche Regalmeter füllen. (Um nur, ganz wahllos, ein paar Titel aus dieser endlosen Reihe zu nennen: Richard Jefferies' After London von 1880; Jack Londons The Scarlet Plague von 1912, George R. Stewarts Earth Abides aus dem Jahr 1949, Edgar Pangborns Davy von 1964, Stephen Kings The Stand von 1982, Frank Herberts The White Plague von 1982 und Carl Amerys letzter Roman Das Geheimnis der Krypta von 1990 - in den beiden letzten Romanen wird das Virus bewußt als biologische Waffe erschaffen und eingesetzt, um die Menschheit auf einen - nach ökototalitären Vorstellungen - "erträglichen Stand" zu dezimieren.) Doch bei drei dieser Geschichten haben die Umstände, die mit diesen Texten selbst wenig zu schaffen haben, dafür gesorgt, daß sie, hier und jetzt zur Kenntnis genommen, wie ein luzider, böser Blick in eine Kristallkugel wirken.

6. März 2020

COVID-19. Münsterland. Die Ruhe vor dem Sturm

Bin zu alt um Waffen zu tragen zu kämpfen wie die andern
man bestimmte mir gnadenhalber den minderen Part des Chronisten
ich notiere - wer weiß für wen - die Ereignisse der Belagerung.

ich schreibe wie ich's vermag im Rhythmus endloser Wochen
Freitag: Beginn der Pest
...
ich weiß das klingt monoton keinen vermag's zu bewegen
ich meide das Kommentieren halte Gefühle im Zaum

- Zbigniew Herbert (1924-1998), "Bericht aus einer belagerten Stadt" ("Raport z oblężonego Miasta i inne wiersze", im polnischen Original 1983 in Paris erschienen; auf deutsch erschienen Frankfurt am Main 1985, S. 91-93)

Frivol gestartet - in diesen Zeiten ist ein gewisses Maß an schwarz grundiertem Humor die Bedingung dafür, den Zeitläufen mit einem gewissen stoischen Gleichmaß des Gemüts zuzusehen, auch wenn das gelegentlich zynisch anmuten mag. Anschließend wird es definitiv ernst.

Es gibt eine alte, schon aus der Antike geläufige Divinationsmethode, Bibliomantie oder auch Stichomantie genannt: sie besteht darin, ein hochverehrtes, wennmöglich gar heiliges Buch (etwa die Bibel oder das 易经, das Yijing, das "Buch der Wandlungen" - im Westen nach der kantonesischen Aussprache eher als I Ging geläufig ist, während es in China zumeist als 周易, Zhuji, "Die Wandlungen des Zhou" firmiert) als Orakel zu befragen, indem es aufs Geratewohl aufgeschlagen und der erste Satz, der dem Ratsuchenden ins Auge springt, als deutenden Fingerzeig höherer Mächte, des Fatums zu nehmen. Vor gut zwei Jahrtausenden war dies nach den damals oft verwendeten Quelltexten als sortes homericae oder sortes vergilianae bekannt. Hier nun ein Beispiel aus dem Jahr 2020, von vorgestern, dem 3. März. 

9. Januar 2020

Same procedure as every year ...

Eben noch groß in den Schlagzeilen, ist die Nahostkrise schon wieder vorbei. Entgegen der hysterischen Kommentare gibt es allgemeine Deeskalation und Übergang zum Tagesgeschäft.
Überraschend nur für die, die sich nur aus deutschen "Qualitätsmedien" informieren und den dort auftretenden "Experten" à la Islamismus-Lüders glauben.

Dabei folgte die ganze Krise dem ganz normalen Schema, wie es seit vielen Jahren in Nahost zu beobachten ist. Nur üblicherweise mit Israel und Irans Terrortruppen Hamas und Hisbollah als Akteuren, nicht wie diesmal mit den USA und dem Iran selber.

9. Mai 2018

RE: Zur Kündigung des Joint Comprehensive Plan of Action ("Iranabkommen") durch die USA




Aufgrund der aktuellen Entwicklung im Verhältnis der Vereinigten Staaten von Amerika zur theokratischen Diktatur des Irans, nämlich der Aufkündigung des im Juni 2015 in Wien unterzeichneten Joint Comprehensive Plan of Action (J.C.P.O.A) und die Wiedereinsetzung der vor diesem Abkommen geltenden wirtschaftlichen Sanktionen scheint es angezeigt, die Begründung, die Präsident Donald Trump gestern gestern im Weißen Haus vor der Presse verlas, vollständig und im Wortlaut zu dokumentieren. Die Neigung der Medien, insbesondere der deutschen, solche ausführlichen Begründungen extrem verkürzend zusammenzuschneiden, zu unterschlagen und unweigerlich mit negativ abwertenden Kommentaren zu versehen, ohne dem Zuschauer die Chance auf die Bildung eines eigenständigen Urteil zuzugestehen, darf, nach den Erfahrungen der ersten 18 Monate der Amtzeit von Präsident Trump, für die deutschen Medien als eisernes Gesetz gewertet werden. Nichts zuletzt etwa angesichts einer so unsäglichen wie unsäglich dummen Äußerung, zu der sich ein Georg Restle, Redaktionsleiter des ARD-Politmagazins "Monitor" als Reaktion auf die Meldung der Deutschen Presse Agentur auf das Ende des "Iran-Deals" hinreißen ließ:

 @georgrestle
Folgen @georgrestle folgen
Und das am 8.Mai: Oberster Kriegstreiber sitzt im Weißen Haus.
11:45 Uhr - 8. Mai 2018


Nirgendwo sonst die die negative Einstellung zu einem der leitenden politischen Führer der freien westlichen Welt so ausgeprägt, nirgendwo sonst werden seine Erfolge dermaßen beharrlich verschwiegen. Das Internet, die sozialen Medien, die Netztagebücher können hier ein bescheidenes Gegengewicht setzen. Das sei hiermit versucht.

*          *          *




­
(Videoquelle: PBS News Hour)

5. April 2018

Cui Bono oder die Frage nach dem Neuling

­Die Vorgeschichte muss man kaum groß erklären: Es gab einen Anschlag in Großbritannien der dem ehemaligen Agenten Sergej Skripal galt und mit einem vergleichsweise seltenen Nervengift, das unter dem Namen Nowitschok bekannt ist, ausgeführt wurde. Skripal liegt noch immer im Krankenhaus und wenn man sich den Wirkmechanismus von Nervengiften ansieht, wird er, selbst wenn er den Anschlag übersteht, schwer davon gezeichnet bleiben. Nowitschok ist ein Nervengift, das gezielt als chemische Waffe entwickelt wurde, ist selbst unter C-Waffen vergleichsweise hochgiftig und wurde wohl in Russland entwickelt. Das sind noch die vergleichsweise(!) unbestrittenen Fakten.
Aufgrund der unterstellten Motivlage und dem verwendeten Gift, wurde Russland durch Großbritannien für den Anschlag verantwortlich gemacht, das widerum dies bestreitet, es gab wechselseitige Ausweisungen, die inzwischen die halbe westliche Welt betreffen. Auch das ist noch vergleichsweise unumstritten.

6. August 2017

Zur Abwechslung mal wieder ein kleines Quiz

Als dieses (dieser?) Blog noch von seinem Gründer unter dem nom de plume Zettel betrieben wurde, war es nicht ungewöhnlich, daß ab und an den Lesern eine kleine Frage, in Form einer Multiple-Choice-Entscheidung, gerichtet wurde, um auf überraschende Sachverhalte hinzuweisen oder deren Besonderheit, eben durch den Kontrast (oder die Vergleichbarkeit) der angebotenen Lösungsoptionen in ein kärftigeres Licht zu tauchen. In diesem Sinne sei hier, nach langer Pause, eine solche Probe vorgelegt. (Strenggenommen handelt es sich um nichts Multiples, da es nr um eine einzige Auswahl zwischen zwei Positionen geht.) Auf den beiden folgenden Fotos ist jeweils eine Schulklasse des Sommers 2017 zu sehen; bei beiden Schulen handelt es sich um die Abschlußklassen weiterführender, bzw. studienberechtigenden Abteilungen eines mehrzügigen Schulsystems. Welches der beiden Bilder stammt aus

A. Deutschland?
B. Syrien?

(Die Lösung, mitsamt einigen kurzen Reflektionen, wird morgen an dieser Stelle nachgereicht.)

1.)­



2.)





23. Januar 2017

No, you couldn't

­In den nächsten Wochen werden wahrscheinlich Dutzende von Artikeln erscheinen, die sich mit der Präsidentschaft von Barrack Obama beschäftigen. Gerade in der deutschen Presse werden vermutlich einige Artikel, gerade in Bezug auf Donald Trump erscheinen, die seine Präsidentschaft in ein letztes großes Licht tauchen werden, bevor Amerika dann in den Abgrund versank.
Deswegen möchte ich ein bischen vorgreifen, und vielleicht die eine oder andere Aussage zu Obamas Präsidentschaft in den Raum stellen.

6. Januar 2016

Kleine Randnotiz: Eine Botschaft brennt und keinen interessiert es


In der aktuellen Situation in Deutschland gibt es sicher brennendere Themen, aber es ist diesem Autor dennoch eine kleine Randnotiz wert.
Wie die meisten geneigten Leser wissen werden, gibt es im Moment nicht nur kleinere Verstimmungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Saudia Arabien hat sämtliche diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen und alle iranischen Diplomaten ausgewiesen. 

2. Oktober 2015

Alte Rivalen

Eine erstaunliche Schlagzeile: "Russische Luftangriffe verärgern die Türkei". Erstaunlich nicht nur inhaltlich: Sowohl Rußland wie die Türkei kämpfen offiziell gegen den IS, aber real bombardieren sie dessen Gegner. Rußland die syrische Opposition, die Türkei die Kurden. Bei so viel Gleichklang müßten die Türken sich ja freuen, nicht verärgert sein.
Aber erstaunlich auch wegen der Details des Protests. Der wurde nämlich von den Alliierten erhoben, also den USA, Frankreich, Großbritannien und dann noch diversen arabischen Staaten und eben der Türkei. Und übrigens auch Deutschland - aber das ist nur unwichtige Folklore.

Wie kommt also der Spiegel dazu, nur über die Türkei zu reden, wenn normalerweise die USA als Hauptakteur gelten? Das liegt wohl nur daran, daß die Erklärung von der türkischen Regierung veröffentlicht wurde. Es ist eher unwahrscheinlich daß der Spiegel-Reporter begriffen hat, was er da eigentlich abschreibt.

Denn eigentlich geht es um etwas ganz Anderes: Den Konflikt der beiden traditionellen Gegner Rußland und Türkei um ihre Einflußsphären im Nahen Osten.

10. September 2015

Die Kolonialherren

Eigentlich sollte der Vortragende über Geschichte sprechen, über 200 Jahre Wiener Kongreß. Aber die Parallele lag halt nahe: Damals durfte man ja noch Länder erobern und aufteilen, und der russische Zar war dabei geschätzter Partner. Und heute sind diese schönen Sitten außer Mode gekommen und der arme Wladimir muß deswegen draußen bleiben. Was dem Vortragenden überaus mißfiel und nach den üblichen Klagen über den Verfall von Bildung und Moral zur Aufzählung des großen Sündenregisters führte: "Wir" wollen den Russen wie schon damals im Krimkrieg ihre Gebiete wegnehmen, und "wir" haben den Zerfall Jugoslawiens verursacht und "wir" haben das osmanische Reich zerschlagen und damit die Konflikte in Nahost verursacht.

Wenn man deutsche Medien verfolgt, bekommt man von linker Seite Ähnliches serviert: "Wir" haben die Taliban und ISIS gegründet und unterstützt, "wir" hatten auch seinerzeit zu verantworten, daß die Mullahs den Iran übernommen haben. "Wir" sind schuld an der Armut in weiten Teilen der Welt und "wir" sind schuld an Afghanistan, Irak und Libyen, weil "wir" interveniert haben und an Eritrea, dem Sudan und Burundi, weil wir nicht interveniert haben.
In Syrien sind sich die Kommentatoren noch uneinig, ob "wir" schuld sind wegen Intervention oder "wir" schuld sind wegen Nicht-Intervention. Auf jeden Fall sind sie eich einig: Die Einheimischen haben mit dem Bürgerkrieg sicherlich nichts zu tun.

5. Februar 2015

Unterwerfung unter den Islam

Zufällig geschahen die Attentate auf „Charlie Hebdo“ und den koscheren Supermarkt am Tag, als Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ erschien. Er beschreibt das Frankreich in sieben Jahren: islamisiert durch Dschihadismus und Selbstunterwerfung. Wie das?

Die Religionen arrangierten sich, der Islam sei die kräftigste unter ihnen. Und die einfachste. „Es ist vielleicht zu kompliziert mit dem Katholizismus, im Islam gibt es den Schöpfer, und Schluss“, sagte der Schriftsteller im Interview. „Jedes Mal, wenn ich auf eine Beerdigung gehe, spüre ich, dass der Atheismus unserer Gesellschaften unerträglich geworden ist.“ („Der Tod ist nicht auszuhalten“, DIE ZEIT vom 22.01.2015)

Vom französischen bekennenden Juden Eric Zemmour (Bestseller „Der französische Selbstmord“) wird auf der gleich folgenden ZEIT-Seite noch Schärferes berichtet: Der Blick auf die Ausländerghettos zeige einen Kriegsgrund. „Man schneidet unsere christlichen Wurzeln ab und zwingt uns den allgemeinen Multikulturalismus auf.“ Was ist zu fürchten? „Wenn zwei Völker auf einem Territorium leben, dann herrscht normalerweise Krieg. Das habe ich schon vor den Attentaten gesagt.“

Zwei Feuer brennen und in Frankreich liegen sie nah zusammen: der Dschihadismus gegen die Dekadenz des Westens und der Bruderstreit mit den Juden.

Kann man aus der Geschichte etwas lernen?