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21. Mai 2009

Marginalie: Britische Moslems zeigen Nulltoleranz gegenüber Homosexualität. Mehr darf ich Ihnen leider nicht verraten

Die Umfrage wurde schon vor zwei Wochen publiziert; aber erst gestern bin ich durch den Bericht in Islamist Watch darauf aufmerksam geworden.

Islamist Watch konzentriert sich in seinem Artikel auf die Einstellungen zur Homosexualität, die in dieser Umfrage erhoben wurden.

Das ist aber nur ein Aspekt einer sehr viel umfangreicheren Umfrage, die von Gallup im vergangenen Jahr durchgeführt wurde; genauer vom Gallup Center for Muslim Studies. Ihr Thema waren die Einstellungen der Gesamtbevölkerung und der Moslems in ausgewählten Staaten insbesondere zu solchen Fragen, die für die Integration relevant sind. Europa war durch Frankreich, Großbritannien und Deutschland vertreten.

Ich hätte gern ausführlich über diese Untersuchung berichtet, die viele überraschende Ergebnisse enthält. Aber das darf ich nicht. Zwar darf man den Bericht als PDF-Datei herunterladen; aber was ihr Copyright angeht, verstehen die Leute von Gallup keinen Spaß:
This document contains proprietary research, copyrighted materials, and literary property of Gallup, Inc. It ... is not to be copied, quoted, published, or divulged to others ... (...) ... international and domestic laws and penalties guaranteeing patent, copyright, trademark, and trade secret protection protect the ideas, concepts, and recommendations related within this document.

Dieses Dokument enthält durch Eigentumsrecht geschützte Forschung, durch Copyright geschütztes Material und geistiges Eigentum von Gallup Inc. Es ... darf nicht vervielfältigt, zitiert, veröffentlicht oder anderen ... zugänglich gemacht werden. ... (...) ... Internationale und amerikanische Gesetze und Strafvorschriften, welche die Patentrechte, das Copyright, Warenzeichen und den Schutz des Geschäftsgeheimnisses garantieren, schützen die Ideen, Konzepte und Empfehlungen, die mit diesem Dokument in Zusammenhang stehen.
Da äußere ich mich doch lieber gar nicht zu dieser Untersuchung und zitiere nur, was man im britischen Guardian lesen kann:
Muslims in Britain have zero tolerance towards homosexual acts compared to their counterparts in France and Germany, according to a survey published today. (...) It shows that British Muslims hold more conservative opinions towards homosexual acts, abortion, viewing pornography, suicide and sex outside marriage than European Muslims, polling markedly lower when asked if they believed these things were morally acceptable.

The most dramatic contrast was found in attitudes towards homosexuality. None of the 500 British Muslims interviewed believed that homosexual acts were morally acceptable. (...) By comparison, 35% of French Muslims found homosexual acts to be acceptable.

Die Moslems in Britannien haben eine Nulltoleranz gegenüber homosexuellen Handlungen, vergleicht man sie mit denjenigen in Frankreich und Deutschland. Dies ergab eine heute veröffentlichte Untersuchung. (...)

Sie zeigte, daß die britischen Moslems konservativere Meinungen zu homosexuellen Handlungen, zur Abtreibung, zum Betrachten von Pornographie, zum Selbstmord und zu außerehelichem Geschlechtsverkehr haben als Moslems auf dem europäischen Kontinent. Sie erreichten niedrigere Werte, wenn sie danach gefragt wurden, ob sie glaubten, daß diese Dinge moralisch akzeptabel seien.

Der drastischste Kontrast wurde bei den Einstellungen zur Homosexualität gefunden. Keiner der 500 interviewten britischen Moslems war der Meinung, daß homosexuelle Handlungen moralisch akzeptabel wären. (...) Hingegen sahen 35% der französischen Moslems homosexuelle Handlungen als akzeptabel an.
Und in Deutschland? Soviel darf ich, denke ich, verraten, ohne mich der angedrohten Strafverfolgung auszusetzen: 19 Prozent der deutschen Moslems hielten Homosexualität für moralisch akzeptabel (Abbildung 32 auf Seite 31 des Berichts).

Das mag wenig sein. Aber - und bei diesem Ergebnis bin ich doch ins Grübeln gekommen - auch nur 68 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung hielt Homosexualität für moralisch akzeptabel!



Wie erwähnt - in der Untersuchung geht es nicht zentral um Homosexualität. Sie befaßt sich mit der Religiosität der Bevölkerungsgruppen, mit ihrer Loyalität zu dem Land, in dem sie leben, und mit vielen anderen Themen im Zusammenhang mit dem allgemeinen Thema der Integration. Ich empfehle sehr, den Bericht zu lesen.

Die Erhebungen laden meines Erachtens zu methodischen Einwänden ein; sie bieten aber jedenfalls ein ganzes Füllhorn überraschender Ergebnisse.

Ich bin gespannt auf die Diskussionen dazu in "Zettels kleinem Zimmer". Aber Vorsicht - nur diskutieren, nicht zitieren!



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14. Februar 2009

Zitate des Tages: Die Kleinigkeit eines Mordes. "Breite Empörung" vor drei Jahren. Worüber wohl? Jetzt erfüllt sich der Traum von Multikulti

Lebenslang wegen so einer Kleinigkeit!

Kommentar eines Verwandten von Ahmad Obeidi zum Urteil des Landgerichts Hamburg, das Obeidi wegen Mordes an seiner Schwester zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilte hatte. Mitgeteilt wurde das Zitat von der Gerichtsreporterin des "Spiegel" Gisela Friedrichsen.

In der Union wird weiter an der Verschärfung der Einwanderungsbedingungen gearbeitet. Zunächst preschte das Innenministerium im CDU- geführten Baden- Württemberg mit einem Fragenkatalog vor, der bald als "Muslimtest" Eingang in den politischen Sprachgebrauch fand und bei FDP, Grünen, Linkspartei und SPD sowie Migrantenorganisationen für breite Empörung sorgte. Die Fragen seien diskriminierend

Aus einem Bericht von "Spiegel- Online" vom 15. 3. 2006 über damalige Versuche Baden- Württembergs und Hessens, einen Einbürgerungstest einzuführen.

Kommentar: Das Urteil gegen Ahmad Obeidi ist umstritten. Ob das Gericht ihn zu Recht wegen Mordes verurteilt hat, oder ob es sich um ein Delikt im Affekt handelte, ist - folgt man Friedrichsen - offen; sie selbst steht dem Urteil skeptisch gegenüber. Das wird, falls Obeidi in Revision geht, der Bundesgerichtshof zu entscheiden haben.

Nicht offen ist, daß diese Familie Obeidi sich weigert, die deutsche Rechtsordnung zu akzeptieren. ("Du Hurensohn! Ich ficke deine Mutter!" eröffnete der Verurteilte dem Staatsanwalt seine weiteren Absichten). Die Rechtsordnung also des Landes, in das sie eingewandert ist. Sowohl beim Täter als auch dem Opfer handelt es sich um Deutsche.

Sie waren dem Paß nach Deutsche. Aber als man ihnen den deutschen Paß gewährte, hat man sich nicht darum gekümmert, ob sie denn überhaupt die Absicht hatten, sich in ihrer neuen Heimat zu assimilieren.

Sie hatten sie offenbar nicht. Gisela Friedrichsen:
Da leben Menschen unter uns in einer unzugänglichen Parallelgesellschaft, die sehen die Tötung eines jungen Mädchens als "Kleinigkeit" an. Die toben im Gerichtssaal, drohen, brüllen und schlagen um sich - nicht um der Familienehre willen, sondern weil sie gegen den deutschen Rechtsstaat und gegen unsere Werte und Normen aufbegehren. Von Integration oder auch nur dem Schatten eines Bemühens darum keine Spur.
Ja, warum sollten sich die Obeidis denn um Integration bemüht haben, da man das offenbar doch nicht von ihnen verlangte, als man ihnen deutsche Pässe gab?

"Ausweisen kann man die Obeidis nicht, sie sind längst Deutsche. Der Traum von Multikulti ist längst ausgeträumt", schließt Gisela Friedrichsen ihren Artikel.

Nein, er ist nicht ausgeträumt. Das zweite Zitat ist gerade einmal knapp drei Jahre alt. Damals gab es erste zaghafte Versuche von konservativ regierten Bundesländern, wenigstens in Ansätzen mittels eines Tests zu prüfen, ob jemand, der Deutscher werden will, dafür die Voraussetzungen besitzt. "Diskriminierend" sei das, befanden die Träumer von einer multikulturellen Gesellschaft. Mit "Empörung" reagierten sie.

Sie haben das gewollt, sie haben es ausdrücklich angestrebt, was Gisela Friedrichsen jetzt beschreibt: Eine Einwanderung ohne Assimilation; ohne eine Assimilation, die sie als "Zwangsgermanisierung" oder "Eindeutschung" diffamierten.

Der Traum von Multikulti ist nicht ausgeträumt. Im Gegenteil: Er erfüllt sich. Es wird nur allmählich deutlich, daß er ein Alptraum ist.



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25. Januar 2009

Zitat des Tages: "Mit der Integration geht es jetzt schnell" (Wolfgang Schäuble)

SPIEGEL: Manche Integrationsforscher schätzen, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis die Türken hier richtig angekommen sind. Wie ist Ihre Prognose?

Schäuble: Das geht jetzt schnell. Warten sie einfach noch einmal vier Jahre CDU-geführte Regierung ab!


Innenminister Wolfgang Schäuble im Interview mit "Spiegel- Online". Dort war gestern ein Bericht über eine neue Untersuchung erschienen, die morgen veröffentlicht werden soll, und nach der "türkischstämmige Migranten ... in Deutschland mit Abstand schlechter integriert (sind) als andere Zuwanderergruppen".



Kommentar: Schäuble hat Recht. Ob Einwanderer integriert werden, ist eine Frage des politischen Willens. Diesen gibt es bei der CDU und der FDP, aber nicht bei der SPD, und schon gar nicht bei den Grünen und den Kommunisten.

Der Artikel in "Spiegel- Online" erwähnt auch, daß die Untersuchung des "Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung" ein Ranking der Bundesländer enthält. Leider wird nur mitgeteilt, daß das Saarland ganz unten steht; aber nicht, wer die Spitzenreiter im Erfolg der Integration sind.

Schäuble, dem die ganze Untersuchung offenbar vorlag, sagt dazu aber etwas: "Die Studie zeigt ja auch, dass es in den Ländern sehr unterschiedlich läuft – in Hessen, Baden Württemberg, und gerade in Stuttgart zum Beispiel ganz gut, in Hamburg und München auch."

Warten wir die Einzelheiten ab. Jedenfalls ist schlechte Integration nicht gottgegeben, sondern eine Folge falscher Politik.

Diese falsche Politik hat einen Namen: Rotgrün.

Jahrzehntelagn wurde von der SPD und vor allem den Grünen gepredigt, Assimilation sei "Eindeutschung" oder gar "Zwangsgermanisierung". Stattdessen galt die Multikulti- Ideologie, die es als erstrebenswert ansah, daß eingewanderte Türken ihre eigene Kultur bewahren, statt sich der deutschen anzupassen. Wie sie zugleich Abitur machen und studieren sollten, darüber wurde offenbar gar nicht erst nachgedacht.

Jetzt sehen wir die Folgen. Gegen diese hilft nur eine Assimilationspolitik, wie sie in jedem Einwanderungsland selbstverständlich ist. Eine CDU- FDP- Regierung in Berlin wird eine solche Politik betreiben. Freilich kann sie auf die Länder nur begrenzt einwirken.

Für die Länder wird auch weiterhin gelten: Wer in einem links regierten Bundesland lebt, der hat halt Pech. Ob er nun Deutscher ist oder Einwanderer - es wird ihm in fast allen Lebensbereichen schlechter gehen als jemandem, der in einem von den bürgerlichen Parteien regierten Land lebt.

Das klingt Ihnen zu simplifizierend? Schauen Sie vielleicht einmal in diesen Artikel, der im November 2007 hier zu lesen war.



Und noch ein ceterum censeo: Wann endlich wird man Deutsche türkischer Herkunft als Türkendeutsche bezeichnen, statt als Deutschtürken? Die Amerikaner nennen ja einen Amerikaner italienischer Herkunft auch nicht Americo- Italian, sondern Italo- American.



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15. Oktober 2008

Gedanken zu Frankreich (26): Pfiffe beim Spielen der Marseillaise. Chefsache für den Staatspräsidenten. Ein schwarzer Franzose äußert sich

Stellen Sie sich einmal vor, eine deutsche Nationalmannschaft spielt im Berliner Olympia- Stadion, und beim Spielen des Deutschlandlieds gibt es Pfiffe aus dem Publikum.

Nicht wahr, das würde vielleicht berichtet werden, vielleicht auch nicht. Kommentiert würde es kaum werden.

Und nun sehen Sie sich bitte einmal diese Meldung an, die im Augenblick auf der Startseite des französischen Wochenmagazins Nouvel Observateur auf dem ersten Platz steht:
La classe politique et gouvernementale s'est emparée mercredi 15 octobre de la polémique autour de la Marseillaise sifflée lors du match France-Tunisie.

Nicolas Sarkozy a arbitré : désormais, tout match où l'hymne français sera sifflé sera immédiatement arrêté et les matches amicaux avec le pays concerné suspendus.

De même, en cas de sifflets pendant l'hymne national, "les membres du gouvernement quitteront immédiatement l'enceinte sportive", a annoncé la ministre des Sports Roselyne Bachelot à l'issue d'une réunion organisée à l'Elysée au lendemain des incidents survenus lors de la rencontre amicale France-Tunisie au Stade de France.

Die Politiker und die Regierung beschäftigte am Mittwoch, 15. Oktober, der Streit rund um Pfiffe bei der Marseillaise anläßlich des Spiels Frankreich- Tunesien.

Nicolas Sarkozy bestimmte, daß ab sofort jedes Spiel, bei dem während der französischen Hymne gepfiffen wird, sofort abzubrechen ist. Freundschaftsspiele mit den betreffenden Ländern werden ausgesetzt.

Ebenso werden im Fall von Pfiffen während der Nationalhymne "die Regierungsmitglieder unverzüglich die Sportstätte verlassen". Dies gab Sportministerin Roselyne Bachelot im Anschluß an eine Besprechung bekannt, die im Elysée [dem Amtssitz des Staatspräsidenten] am Tag nach den Vorfällen einberufen wurde, zu denen es bei dem Freundschaftsspiel Frankreich- Tunesien im Stade de France [dem größten Pariser Stadion] gekommen war.
Da haben wir, in einem Brennglas, einen der großen Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich: Für die Franzosen - für ihre große Mehrheit - ist die nationale Würde von zentraler Bedeutung, und zwar quer durch die Parteien und die politischen Strömungen.

Diese Würde der Nation drückt sich auch in deren Symbolen aus. So, wie jeder französische Bürgermeister, auch wenn er Kommunist ist, stolz die blau- weiß- rote Amtsschärpe trägt, so lassen die Franzosen nichts auf ihre Marseillaise kommen und singen sie inbrünstig, ob Kommunist, Sozialist, Konservativer oder Nationalist.

Während in Deutschland, ohne daß sich jemand empört, der Vorsitzende einer Gewerkschaft - nicht irgendeiner, sondern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - öffentlich sagen konnte, das Deutschlandlied "transportiere die Stimmung des Nationalsozialismus", und ihm ein Hochschullehrer - nicht irgendeiner, sondern der Praeceptor Germaniae Walter Jens - sekundieren konnte: "Wenn ich an unserem Land etwas auszusetzen habe, dann ist es diese unsägliche Nationalhymne".



Ich weiß, ich komme immer wieder auf dieses Thema zurück; erst kürzlich wieder anläßlich unseres Nationalfeiertags.

Nicht wahr, schon diese Formulierung klingt ungewohnt? "Unseres", das sagt man hierzulande nicht, wenn man Deutschland meint. Und selbst "Nationalfeiertag" ist als Bezeichnung für den 3. Oktober eher unüblich. Manche Deutsche setzen ja offenbar geradezu ihren Nationalstolz darein, keinen Nationalstolz zu haben.

Da haben wir diese ganze Verdruckstheit: "Wir Deutsche sind stolz darauf, nicht stolz darauf zu sein, daß wir Deutsche sind". So ungefähr.

Was ja nicht weiter schlimm wäre, wenn unser Land nicht vor der Aufgabe stünde, etliche Millionen Einwanderer zu assimilieren. Wie man das ohne ein normales Nationalbewußtsein hinbekommen kann, hat mir noch niemand erklären können.



Heute nahm ein Franzose afrikanischer Herkunft - nicht irgendeiner, sondern der Präsident der Vereinigung dieser Franzosen, des Conseil représentatif des associations noires de France, Patrick Lozès - zu dem gestrigen Vorfall folgendermaßen Stellung:
Comme beaucoup de nos concitoyens qui ont regardé hier le match amical de football France- Tunisie hier soir, j’ai été choqué par les sifflets qui ont couvert la Marseillaise. La République est un bien précieux, ses symboles doivent scrupuleusement être respectés. C’est un préalable absolu car cela indique sans ambigüité dans quel cadre nous évoluons. (...)

Lorsque la Marseillaise est sifflée, c’est notre idéal commun qui est rejeté. Lorsque notre hymne national est sifflé, c’est notre promesse du vivre- ensemble qui est souillée.

Wie viele unserer Mitbürger, die gestern Abend das Freundschaftsspiel Frankreich- Tunesien gesehen haben, war ich von den Pfiffen schockiert, die die Marseillaise übertönten. Die Republik ist ein kostbares Gut. Ihre Symbole müssen sorgsam respektiert werden. Das ist eine absolute Voraussetzung, denn es zeigt ohne Wenn und Aber, in welchem Rahmen wir uns voranbewegen. (...)

Wenn bei der Marseillaise gepfiffen wird, dann wird unser gemeinsames Ideal abgelehnt. Wenn bei unserer Nationalhymne gepfiffen wird, dann wird unser Versprechen des Zusammenlebens beschmutzt.
Man stelle sich vor, der Vorsitzende der Vereinigungen türkischer Einwanderer würde so etwas in Bezug auf unsere deutsche Nationalhymne schreiben.



Links zu allen Folgen dieser Serie finden Sie hier. Für Kommentare bitte hier klicken.

10. Juni 2008

Zettels Meckerecke: Warum brachte Ahmad Obeidi seine Schwester um? Weil sie seine Autorität nicht respektierte. Ja dann ...

Die gute Nachricht: Ein SPD-Politiker, der türkischstämmige Hamburger Bülent Ciftlik (der erfreulichrweise auch so genannt wird, und nicht "Deutschtürke"), geht im Interview mit "Spiegel Online" mit den Multikultis ins Gericht.

Es geht um den Tod von Morsal Obeidi, die von ihrem eigenen Bruder ermordet wurde, weil sie nicht so lebte, wie die Familie das für ehrenhaft hielt. Auszug aus dem Interview:
Spiegel Online: Warum schrecken die Behörden davor zurück, sich einzumischen?

Ciftlik: Das ist eine Mischung aus falschem Respekt vor der Kultur des Anderen und Unsicherheit gegenüber dem Fremden.
So ist es. Und dieser "Respekt" wurde über Jahrzehnte nicht nur von den "Grünen", sondern auch von Ciftliks Partei nicht nur gepredigt, sondern nachgerade als die einzige mit dem Grundgesetz konforme Haltung gegenüber Einwanderern aus anderen Kulturen hingestellt.

Wer sich dagegen aussprach, der wurde des Versuchs der "Zwangsgermanisierung" und "Eindeutschung" beschuldigt. Wenn Ciftlik sich jetzt - so verstehe ich ihn jedenfalls - für eine Politik der Assimilation von Einwanderern ausspricht, dann ist das in meinen Augen ein Fortschritt.



So weit, so gut. Ansonsten aber ist das Interview eine Katastrophe.

Ein brutaler Mörder hat ein Mädchen abgeschlachtet. Redet man also über die Schuld des Mörders, redet man über die Mitschuld seiner Familie? Wird in dem Interview darüber gesprochen, welche Strafe solche Menschen verdient haben?

Wird die Lücke im Strafrecht thematisiert, die oft genug die Gerichte zwingt, die eigentlichen Hintermänner - die Väter, die älteren Brüder - freizusprechen, weil der von der Familie mit dem Mord Beauftragte dazu vergattert wurde, alle Schuld auf sich zu nehmen?

Nichts davon; jedenfalls fast nichts. Nicht über die Schuld der Familie und des Mörders wird geredet, sondern über angebliche Versäumnisse der Behörden. Nicht über die angemessene Strafe für eine solche Tat macht sich Ciftlik Gedanken, sondern über Maßnahmen, die von den Behörden hätten kommen sollen.

Über das Abscheuliche, das Viehische einer solchen Bluttat an einer nahen Angehörigen verliert der Abgeordnete Ciftlik in dem Interview kein Wort. Stattdessen sagt er über den Mörder Ahmad Obeidi:
Es gab keinen Bereich, in dem Ahmad Selbstwertgefühl hätte aufbauen können: kein Schulabschluss, kein angesehener Job, keine Perspektive. Er hat in all diesen Bereichen nichts zu bieten.

Ahmad wollte wenigstens in der Familie Autorität und Respekt genießen, auch das ist ihm nicht gelungen, zumindest nicht bei Morsal – deswegen brachte er sie um. Söhne wie Ahmad werden von Geburt an so erzogen, dass sie meinen, die vermeintliche Ehre ständig verteidigen zu müssen. Gewalt kommt immer dann ins Spiel, wenn ein Mann nicht fähig ist, mit Niederlagen umzugehen.
Ich versuche mir vorzustellen, wie die Medien reagiert hätten, wenn ein Abgeordneter die Tat von Neonazis, sagen wir der Solinger Brandstifter, so verständnisvoll psychologisierend eingeordnet hätte. Wenn er gesagt hätte, diese jungen Rechtsextremen hätten gemeint, Deutschland gegen Eindringlinge verteidigen zu müssen. Sie seien zu Brandstiftern geworden, weil sie nicht fähig gewesen seien, mit ihren Niederlagen im Leben umzugehen.



Es wäre falsch, Bülent Ciftlik persönlich einen Vorwurf zu machen. Er denkt so, er redet so, wie das im linken Spektrum üblich ist, und weit in das liberale hinein:

Wenn Verbrechen geschehen, dann fragt man (es sei denn, es sind Nazi- Verbrechen) nicht nach der Schuld der Täter, sondern nach Versäumnissen der Behörden, nach dem "Versagen der Gesellschaft".

Die Abhilfe sieht man nicht darin, die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen und potentielle andere Täter damit abzuschrecken; vor allem aber wertebildend und damit generalpräventiv zu wirken. Sondern man macht sich Gedanken über von den Behörden zu ergreifende präventive, ja oft nachgerade therapeutische Maßnahmen.

Ganz so, als sei ein Mörder einer, der das Pech hatte, in ungüstigen Verhältnissen aufzuwachsen, die falschen Werte gelehrt zu bekommen, in eine Konfliktsituation zu geraten.

Ein Mörder ist aber einer, der sich aus freien Stücken dafür entschieden hat, die Gesetze zu brechen; die des Staats, die der Menschlichkeit. Menschen wie diesem Ahmad Obeidi, ihren Familien, ihrem sozialen Umfeld muß klargemacht werden, daß eine solche Mordtat etwas Böses ist.

Man muß versuchen, sie zur Reue und zur Buße zu bewegen. Stattdessen behandelt man sie so, als seien sie selbst arme Opfer der Gesellschaft und von untätigen Behörden.

Wie will man mit einer solchen Politik solche Taten verhindern? Für einen Staat, für eine Gesellschaft, die sich derartig permissiv verhalten, die offenbar dem kriminellen Wertesystem solcher Familien keine anderen überzeugenden Werte entgegensetzen können, werden diese Leute doch nur Verachtung empfinden.

Auch wenn das natürlich nicht beabsichtigt ist - mit einer Sozialklempner- Politik, wie Ciftlik sie exemplarisch repräsentiert, kommt man solchen Verbrechern nicht nur nicht bei, sondern man stärkt sie nachgerade in ihrem kriminellen Weltbild; auch wenn man das natürlich nicht will.

"Ich kenne Jugendliche, die sich schlapp darüber lachen, wie die Behörden - allen voran die Polizei - in Deutschland vorgehen", sagt Ciftlik in einem Augenblick der Einsicht. Sie lachen über genau jene Rezepte, die Ciftlik anempfiehlt.



Für Kommentare zu diesem Artikel gibt es einen Thread in "Zettels kleinem Zimmer". Dort findet man auch eventuelle Aktualisierungen und Ergänzungen.

16. Februar 2008

Zettels Meckerecke: "Türken in Deutschland werden wegen ihrer Religionsausübung kriminalisiert"

Zu meinen Lieblingswitzen gehört ein jüdischer Witz, den Freud erzählt hat. Ein Mann leiht einem anderen einen Krug, und als er ihn zurückbekommt, ist ein Loch drin. Zur Rede gestellt, verteidigt sich der Entleiher: In dem Krug sei gar kein Loch. Das Loch sei außerdem schon drin gewesen, als er den Krug entlieh. Und er hätte den Krug gar nicht entliehen.

Jede der drei Behauptungen kann den Entleiher vielleicht entlasten. Aber zusammen tun sie es nicht.

Freud benutzte das als Illustration dafür, daß das Unbewußte keine logischen Widersprüche kennt. Mir ist der Witz eingefallen, als ich in "Stern.de" einen von Manuela Pfohl verfaßten Kommentar gelesen habe.

An sich wäre ein Kommentar von Manuela Pfohl nicht unbedingt wert, seinerseits kommentiert zu werden. Aber was sie schreibt, illustriert nicht nur trefflich das, was auch Freuds Witz illustrieren sollte, sondern es scheint mir auch repräsentativ für die seltsame Sympathie zu sein, deren sich der Ministerpräsident Erdogan neuerdings bei einem Teil der deutschen Journalistik erfreut.



Seit seinen beiden Auftritten in Berlin und in Köln genießt Erdogan diese Sympathie. Sei es, wenn es um seinen Vorschlag geht, in Deutschland türkische Universitäten zu gründen, sei es bei seiner Bezeichnung der Assimilation als, je nach Übersetzung, "Schande für die Menschheit" oder "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Mit dieser Ablehnung der Assimilation befaßt sich die Kommentatorin Pfohl, die sich dabei in launiger Weise an den "Deutschen Michel" wendet; offenbar sieht sie bei diesem Belehrungsbedarf.

Belehrungsbedarf, weil es in der deutschen Öffentlichkeit Empörung darüber gibt, daß Erdogan das Bestreben von türkischen Einwanderern, sich an ihre neue Heimat Deutschland anzupassen, als Schande für die Menschheit oder als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet hat.

Nichts da, meint die Kommentatorin Pfohl:
Wieder eine Integrationsdebatte und wieder nichts als Polemik! Und warum das alles? Weil der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan seine Landsleute in der Bundesrepublik zwar zur Integration aufruft, gleichzeitig aber vor Assimilation warnt.
Was sei denn falsch daran, fragt unsere Kommentatorin weiter, "wenn die Türken in der Bundesrepublik ihre kulturelle Identität bewahren, sich ihrer Herkunft bewusst und auf die Leistungen ihres Volkes stolz sind?"

Vielleicht ist Frau Pfohl entgangen, daß die öffentliche Empörung sich ja keineswegs gegen Türken richtete, die das tun, sondern dagegen, daß Erdogan denjenigen Einwanderern, die sich assimilieren wollen, Schande oder Verbrechen vorgeworfen hat. "Warnen" nennt sie das, die Kommentatorin Pfohl.

Wie auch immer, in dem Krug ist, so will uns Frau Pfohl sagen, gar kein Loch. Wenn die Deutschen türkischer Abstammung es ablehnen, sich zu assimilieren, dann ist das aus ihrer Sicht in Ordnung.

Kann man so sehen, von mir aus. Nur: Dies gesagt, erklärt uns Frau Pohl, wie das Loch in den Krug gekommen ist. Nachdem sie geschrieben hat, daß es gar kein Problem gibt, sagt sie uns jetzt, wer an diesem Problem schuld ist.

Wer? Elementary, my dear Watson: "...so lange Türken wegen ihrer grundgesetzlich zugesicherten Religionsausübung misstrauisch beäugt oder gar kriminalisiert werden (...), muss das gemeinsame Projekt scheitern. Nur bitteschön - daran sind dann nicht die Türken schuld!"



Sie werden wegen ihrer Religionsausübung kriminalisiert, Türken in Deutschland, behauptet unsere Kommentatorin. Und deshalb - unter anderem deshalb - besteht die Gefahr, daß "das gemeinsame Projekt scheitert".

Das ist fast noch beeindruckender, als lediglich die Anpassung von Einwanderern an ihre neue Heimat als Schande oder Verbrechen zu bezeichnen. Darauf ist noch nicht einmal der Ministerpräsident Erdogan gekommen.

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12. Februar 2008

Zettels Meckerecke: Türkische Halbwahrheiten. Oder: Warum soll der Soldat den Vorgesetzten grüßen?

Fragt der Ausbilder den Rekruten: "Warum soll der Soldat den Vorgesetzten grüßen?" Anwortet der Rekrut: "Recht haben Sie, Herr Feldwebel. Warum soll er eigentlich?"

Warum sollen in Deutschland keine türkischen Universitäten eingerichtet werden? Ja, warum sollen sie denn eigentlich nicht? Fragte gestern in der "Süddeutschen Zeitung" deren Feuilletonchef Thomas Steinfeld. Titel: "Türkische Wahrheiten".



Für den unbedarften Medienkonsumenten ist die Sache klar: Der Ministerpräsident Erdogan hat das anläßlich eines Besuchs in Deutschland vorgeschlagen, auf dem er deutlich, nein überdeutlich gemacht hat, wie er sich die Zukunft der türkischen Einwanderer wünscht:

Sie sollen keine Deutsche werden. Sie sollen, auch wenn sie demnächst seit fünf, sechs Generationen in Deutschland leben, Türken bleiben. Mit "ihrer eigenen Sprache", der türkischen. Mit "ihrer Kultur".

Sie sollen sich vor allem - das wäre ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagt Erdogan - um keinen Preis assimilieren. Anders also als die bisherigen Einwanderer nach Deutschland, die Polen, Russen, Italiener, Spanier zum Beispiel, die im letzten Jahrhundert eingewandert sind. Anders als heute die Einwanderer nach Kanada, Frankreich, die USA, beispielsweise.

Kurz, Erdogan sieht die Türken in Deutschland überhaupt nicht als Einwanderer im üblichen Sinn dieses Worts. Sondern für ihn sind und bleiben es Türken, die sich lediglich dafür entschieden haben, ihren Wohnsitz in Deutschland zu nehmen. "Kolonisten", das wäre vielleicht das passende Wort für das, was ihm vorschwebt. So wie die Wolgadeutschen, sagen wir.

Dort - hier also - sollen die Kolonisten natürlich ihre "eigene" Infrastruktur haben, ihre wenn auch vielleicht nicht geographischen, so doch kulturellen Enklaven. Nicht nur Geschäfte und Moscheen, nicht nur Teestuben und Vereinsheime, sondern eben auch Schulen und Universitäten. Was man als Türke nun einmal braucht, um sich wie in der Türkei zu fühlen. Auch wenn man seit vielen Generationen die Türkei allenfalls noch aus dem Urlaub kennt.



Was ist davon zu halten?

Wer will, daß es so kommt, wie das Erdogan will, wer also den Zweivölker- Staat Deutschland will, der wird ihm die türkischen Schulen und Universitäten nicht verweigern. Denn sonst müßten ja die Türken deutsche Universitäten besuchen; mit der erheblichen Gefahr, sich dabei des Menschheits- Verbrechens der Assimilation schuldig zu machen.

Wer andererseits - und das scheint ja bis jetzt noch der deutsche Konsens zu sein - der Auffassung ist, daß die Einwanderung nach Deutschland so, wie das in jedem Einwanderungsland der Fall ist, zur Integration, zur Anpassung, schließlich zur Assimilation führen soll, der wird nicht mit Erdogan konform gehen können. Er wird sein Ansinnen ablehnen, für die Einwanderer aus der Türkei eigene Universitäten zu errichten.



Kommen wir nun zum Literaturchef Steinfeld und seinem Artikel.

Mit dem Thema kennt sich Thomas Steinfeld aus; er hat selbst jahrelang in Schweden und in Kanda Deutsch und Deutsche Literatur gelehrt. Er hat zur Ergänzung auch noch im Archiv nachgesehen und nennt erst einmal Zahlen: Wieviele deutsche Schulen es im Ausland gibt, wieviele deutsche Lehrer an diesen Schulen.

So auch in der Türkei, wie auch anders. Und dort sei gar eine deutsche Universität geplant. Es gebe doch auch an deutschen Universitäten Unterricht auf Englisch, schreibt Steinfeld weiter. Es gebe in Berlin ein französisches Gymnasium. "All diese Unternehmungen gelten als Beförderung der internationalen Verständigung, als Erfolge des Dialogs zwischen den Kulturen. Geht es aber um die Türkei und die Türken, gelten die Regeln nicht mehr. Die Aufregung wirkt um so absurder ...", und so fort.



Was soll man dazu sagen? Ist denn dem Literaturchef Steinfeld nicht bewußt, daß die deutschen Schulen im Ausland, daß die französischen, amerikanischen usw. Gymnasien in Deutschland nicht dazu dienen, einer dort in einer kulturellen Enklave ansässigen Minderheit Erziehung und Bildung in ihrer "eigenen" Kultur anzubieten?

Sieht Steinfeld nicht oder will er nicht sehen, daß diese Schulen, daß auch die geplante deutsche Universität in der Türkei die genau umgekehrte Funktion haben: Denjenigen, die in ihrer eigenen Kultur verwurzelt sind - den Deutschen in Deutschland, den Türken in der Türkei - das Angebot zu machen, sich auch in einer weiteren Kultur umzusehen, deren Sprache, deren soziale Kompetenzen, deren Abschlüsse und Zertifikate zu erwerben?

Ob Thomas Steinfeld wirklich nicht wahrnimmt, daß es hier um sehr verschiedene Fälle geht; so verschieden, daß man sie nicht argumentativ in einen Topf werfen kann? Oder ist ihm das klar, und er will uns Leser nur ein wenig auf den Arm nehmen? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls beläßt er es nicht dabei, dem "Kultur- Chauvinisten" Erdogan (so heute im TV die türkischstämmige Rechtsanwaltin und Bürgerrechtlerin Seyran Ates) nur in Sachen Universität argumentativ beizuspringen. Sondern er setzt noch einen drauf, der Literaturchef, indem er für den mangelnden Assimilationswillen von Türken in Deutschland nicht etwa diese selbst verantwortlich macht, sondern uns Deutsche.

Die "Klein-Türkei" in Deutschland, schreibt er, sei
die Konsequenz einer arroganten Weigerung anzuerkennen, dass man mehr als zwei Millionen Einwanderer im Land hat. Über Jahrzehnte wurden diese Türken, ihre Kinder und sogar Kindeskinder, in Deutschland in einem rechtlich unsicheren Zustand gehalten. Man wird es ihnen nicht vorwerfen können, wenn sie daraus den Schluss ziehen, dass ihr Leben hier nicht fest gegründet ist, dass die Vorbehalte gegen sie jederzeit in offenen Rassismus umschlagen, dass sie wieder "nach Hause geschickt" werden können - und dass sie sich abschirmen.
Jens Jessen läßt grüßen. So, wie dieser für den Angriff von zwei Jugendlichen auf einen Rentner nicht diese selbst verantwortlich machte, sondern die negativen Erfahrungen, die sie angeblich mit erwachsenen Deutschen gemacht hatten, so ist es jetzt bei Steinfeld die "arrogante Weigerung", überhaupt die Existenz der Einwanderer aus der Türkei "anzuerkennen", die diese sozusagen gegen ihren Willen dazu trieb, Türken bleiben zu wollen.

Daß sie das selbst wollen könnten, aus freien Stücken, als autonome, für sich selbst verantwortliche Bürger; ganz so, wie (der ja auch vermutlich nicht durch deutsche Arroganz dazu getriebene) Erdogan es will - auf diesen Gedanken scheint Steinfeld gar nicht zu kommen.

"Türkische Wahrheiten" sind das nicht, die Steinfeld uns mitteilt. Bestenfalls Halbwahrheiten.

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Zitat des Tages: Beckstein über Erdogan

Diese Rede war höchst unerfreulich.

Der bayrische Ministerpräsident Beckstein gegenüber der "Nürnberger Zeitung" zur Kölner Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Über die Haltung Becksteins zu einem EU-Beitritt der Türkei heißt es in dem lesenswerten Artikel: "In der EU will er – wie seine Partei – das Land auf keinen Fall sehen. Man dürfe sich keine Illusionen machen, warnt er. 'Sind sie erst aufgenommen, streben sie sicher eine Führungsrolle an', warnt Beckstein."

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8. Februar 2008

Zitat des Tages: Nein zur Assimilation

Er sage aber Nein zu Assimilation. Menschen müssten in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden.

Der türkische Ministerpräsident Erdogan über die Kurdenpolitik seiner Regierung türkischen Einwanderer in Deutschland; laut "Spiegel Online".

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6. Juli 2007

Zettels Meckerecke: Wer ist eigentlich ein Deutscher?

Seltsam. Einwanderer werden bei uns fast nie als Deutsche bezeichnet, anders als zum Beispiel die Einwanderer in die USA, die, wenn sie Staatsbürger geworden sind, auch Amerikaner heißen.

Ein Italiener, der in die USA eingewandert ist, heißt Italo- American. Einer aus der spanischsprachigen Welt, der in die USA eingewandert ist, ist ein Hispano- American. Und so fort.

Aber wer nach Deutschland einwandert, wer durch Erwerb der Staatsbürgerschaft Deutscher geworden ist - den nennen wir in der Regel nicht einen Deutschen. Sondern einen Deutschtürken beispielsweise, also einen Türken.

Die Bezeichnung "Türkendeutscher" oder "Türkeideutscher" habe ich noch nie gehört oder gelesen.

Wir sehen diese Einwanderer - und sie sehen sich überwiegend selbst - halt nicht als Deutsche. Die Sprache trifft präzise die Wahrnehmung, die Selbstwahrnehmung ebenso wie die Fremdwahrnehmung.

Außer der Betreffende wird kriminell. Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit haben und die sonst nie als Deutsche, sondern als Deutschtürken usw. bezeichnet werden würden, heißen auf einmal Deutsche, wenn sie kriminell werden oder krimineller Taten verdächtig sind.

Hier ist ein aktuelles Beispiel.



Mit Dank an Odysseus.

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