Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt
30. Juli 2015
Hitzewellenlektüre: Heinrich Nowak, "Die Sonnenseuche"
19. Juli 2015
Und sie rufen nicht mal morgens an und sagen Danke dafür. Ein Gedankensplitter zu Anspruch und Dankbarkeit.
17. Juli 2015
Die Dicke singt nicht
Das gilt um so mehr bei Vorführungen, die man schon von Anfang an nicht wirklich gut fand. Z. B. die Griechenlandkrise.
Immer noch ein Krisengipfel, immer noch eine letzte Frist, eine allerletzte Nachverhandlung, immer wieder Bedingungen, immer wieder Zahlungen - und dann wieder ein Krisengipfel mit Sitzungsende spät in der Nacht.
Begleitend dann eine Kakophonie von Meinungsäußerungen, von Politikern, "Experten" und Kommentatoren. Man kann gar nicht so unwichtig sein, daß man mit einer schrägen Position nicht eine Tickermeldung spendiert bekommen würde.
Nein, keine schöne Show. Und der Wunsch wächst, daß endlich der Auftritt der Dicken kommen würde. Egal ob dann der Weltuntergang kommt, oder der Grexit, oder der Banken-Crash, oder der Zusammenbruch der Demokratie, oder die völlige Entwertung des Geldes, oder, oder, oder ...
An Katastrophenszenarien wäre kein Mangel. Wenn nur endlich die Schlußarie käme.
Aber die Dicke singt nicht.
16. Juli 2015
Gedanken zum Kulturpessimismus. Ein Gastbeitrag von nachdenken_schmerzt_nicht
13. Juli 2015
Miszelle: Ein Götterliebling
12. Juli 2015
Eine Bemerkung zu einer googlefreien Filterblase
9. Juli 2015
„Wer bist du denn?“ Nora Gomringer
So fragt die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises den Lektor und sich in ihrem Beitrag „Recherche“. Darin geht es um die Schuldfrage am Sturz eines dreizehnjährigen schwulen Jungen aus dem Fenster. Für die Polizei ein Unfall, für die recherchierende Dichterin ein Verbrechen. Sie will nicht nur das fünfstöckige Mehrfamilienhaus entlarven, sondern unsere ganze Gesellschaft.
3. Juli 2015
Sieben griechische Wahrheiten
Und es werden - wie seit Jahren - diverse Falschaussagen wiederholt.
Deswegen einige Klarstellungen:
1.) Die Milliardenkredite sind den Griechen zugute gekommen, nicht den Banken.
2.) Die griechische Regierung will etwas von der EU, nicht umgekehrt.
3.) Die Sparmaßnahmen seit 2010 haben nicht zu einem Rückgang der Wirtschaftsleistung geführt.
4.) Die Sparmaßnahmen seit 2010 sind nicht schuld an sozialen Problemen in Griechenland.
5.) Die EU respektiert die demokratischen Entscheidungen in Griechenland.
6.) Die Syriza-Regierung ist verantwortlich für die griechische Überschuldung.
7.) Eine Rückkehr zur Drachme würde Griechenland nichts bringen.
Im Detail:
21. Juni 2015
Marginalie: Die junge Union macht sich Gedanken ums Kinderkriegen
19. Juni 2015
Bevor Europa zerbricht
17. Juni 2015
Deutscher Übersetzer tot: Jameson!
So bleibt mir nur, ihm die Überschrift zu verehren, die er sich selbst (im großartigen Dialog mit Ralf Sotschek namens In-Schlucken-zwei-Spechte) für den Fall seines eventuellen Ablebens zugeschrieben hat.
Sláinte, Haeraidh!
© Meister Petz. Titelvignette: Harry Rowohlt auf der Frankfurter Buchmesse 2003. Foto von Hans Weingartz, vom User Frau Olga unter CC-BY-SA-2.0-DE lizenziert. Für Kommentare bitte hier klicken.
13. Juni 2015
Martin Buber starb am 13. Juni vor 50 Jahren
Er blieb, so scheint es mir, immer ein Sucher und hatte den chassidischen Glauben seines Großvaters im galizischen Lemberg durch das Studium der Aufklärung verloren. Ältere erinnern sich vielleicht noch an Radiovorträge, in denen das Wort vom heutigen Schweigen Gottes vorkam. Damals liefen auch alle in Ingmar Bergmans Film „Das Schweigen“. Und fand der jüdische Sucher etwas?
Buber (1878-1965) berichtet über seine Suche nach der Wahrheit: „In jüngeren Jahren war mir das ‚Religiöse‘ die Ausnahme. (…) Das ‚Religiöse‘ hob einen heraus. Drüben war nun die gewohnte Existenz mit ihren Geschäften, hier aber waltete Entrückung, Erleuchtung, Verzückung, zeitlos, folgelos.“ Das Ereignis eines schicksalshaften Besuchs eines jungen verzweifelten Menschen habe ihn bekehrt. Er habe dessen Fragen zwar beantwortet, aber es unterlassen, „die Fragen zu erraten, die er nicht stellte“ und von denen er später durch einen Freund erfuhr. „Seither habe ich jenes ‚Religiöse‘, das nichts als Ausnahme ist, Herausnahme, Ekstasis, aufgegeben oder es hat mich aufgegeben. Ich besitze nichts mehr als den Alltag. (…) Ich kenne keine Fülle mehr als die Fülle jeder sterblichen Stunde an Anspruch und Verantwortung. (…) Wenn das Religion ist, so ist sie einfach alles, das schlichte gelebte Alles in seiner Möglichkeit der Zwiesprache.“ ( Zwiesprache, Traktat vom dialogischen Leben, Heidelberg 1978, 31-33)
30. Mai 2015
Kinderverwahranstalt, Indoktrinationsinsel oder doch ein Ort zum Lernen ? Ein Gedankensplitter zur real existierenden Bildungsgerechtigkeit.
29. Mai 2015
Die Sonne scheint
Aber egal wie das Wetter auch sein mag - derzeit scheint die Sonne über dem Sensationsaufsteiger. Ein echtes Fußballmärchen, wie die "Lilien" von der vierten in die erste Bundesliga aufgerückt sind.
Ebenfalls unabhängig vom realen Wetter läßt der Sonnenschein für manche Fußball-Funktionäre etwas weiter südlich zu wünschen übrig. Anstatt feudal im Baur au Lac zu residieren und den FIFA-Paten erneut zu inthronisieren, müssen sie wegen Korruptionsvorwürfen in eidgenössischen Gefängniszellen trauern.
Ein spannender Kontrast.
28. Mai 2015
"Die Caine war sein Schicksal" - Herman Wouk zum 100.
22. Mai 2015
Verkehr 2025 (Nachtrag)
Wenn sich das so wie beschrieben bestätigt, dann wäre autonomes Fahren schon dieses Jahr (!) serienreif möglich.
Vorerst mit einem eingeschränkten Funktionsumfang, aber schon in wenigen Jahren soll dann weitgehend autonomes Fahren möglich sein. "Weitgehend", weil immer noch für den Notfall ein einsatzbereiter und fahrtüchtiger Mensch gebraucht wird:
Im Durchschnitt trifft die Software einmal alle 400.000 Kilometer auf eine unbekannte Situation und übergibt dann dem Fahrer die Kontrolle.
Damit wären dann noch nicht alle der in meiner Artikelserie beschriebenen gesellschaftlichen Veränderungen möglich, aber das wäre dann wohl nur noch eine Frage der weiteren Entwicklung. Die trotzdem deutlich schneller kommen wird als bisher absehbar.
Bemerkenswert finde ich den komplett anderen Ansatz gegenüber Google und anderen "konventionellen" Forschungsansätzen. Das ist wirklich innovativ.
© R.A.. Für Kommentare bitte hier klicken.
11. Mai 2015
9. Mai 2015
Das deutsche Ideal
So lautet ein - tatsächlich belegtes - Zitat von Kurt Tucholsky. Die alte Aphorismenschleuder Tucholsky ist ein Phänomen in der deutschen Geisteswelt, weil er ständig zitiert (oft mit Sätzen, die er nie gesagt hat), aber kaum gelesen wird. Macht nix - es genügt zu wissen, dass Tucholsky ein großer Satiriker (aufgeregtes Schnipsen in der ersten Reihe: "Darf alles!") war und deshalb für die Königsdisziplin, ja die einzige überhaupt mögliche Disziplin deutschen Humors steht.
8. Mai 2015
Zitat des Tages: Das kurze Gedächtnis des Jakob Augstein
Diese Frage ist ganz leicht zu beantworten: Vor ungefähr dreieinhalb Monaten, an gleicher Stelle.
Da schimpfte Augstein nicht nur über die Pegida-Anhänger, sondern vor allem über jene in Politik und Medien, die sie nicht zum Gegenstand einhelliger Verachtung gemacht haben.
Nun ist es nicht das Thema, dass Augstein die einen unterstützt und die anderen ablehnt (zur Hälfte stimme ich ja mit ihm überein). Sondern dass er das Streikrecht als Argument anführt, warum die Lokführer nicht kritisiert werden sollen:
Vor Jahren haben die meisten Lokführer ihren Beamtenstatus verloren. Nun sollen sie - de facto - ihres Streikrechts beraubt werden. Das ist die höchste Vollendung der Privatisierung. Es geht dabei nicht nur um die Lokführer. Der Wirtschaftsflügel der CDU möchte die Gelegenheit nutzen, das Streikrecht grundsätzlich einzuschränken. Im Bereich der "Daseinsvorsorge" sollen strengere Regeln gelten. Das kann man weit fassen: Verkehr in der Luft und auf dem Land, Erziehung, was noch? Heute trifft es die Lokomotivführer. Morgen Lehrer und Erzieher. Und übermorgen?Abgesehen davon, dass diese Untergangsrhetorik durchaus an Pegida unter umgekehrten Vorzeichen erinnert und einige Ungereimtheiten enthält (als ob Lokführer als Beamte überhaupt ein Streikrecht gehabt hätten oder es mit einer einheitlichen Tarifgemeinschaft keine Mitbestimmung mehr gäbe): Es gibt noch eine andere Parallele.
5. Mai 2015
Quo vadis, Blogosphäre?
Ein schönes Treffen, ein schönes Programm:
Freitag abend die Gründung des Hayek-Clubs Bamberg mit Einführung von Günter Ederer und einem Vortrag von Sascha Tamm zur liberalen Sozialpolitik.
Samstags eine Stadtführung mit Schwerpunkt "Hexenverfolgung" - dieses Thema werde ich bei Gelegenheit hier vertiefen. Nachmittags dann zwei sehr gute Vorträge von Christian Hofmann ("Lügenpresse? Wahrheitsblogger?") und Igor Ryvkin ("Liberalismus und Libertarismus in Rußland"). Und noch einer zur Währungspolitik, bei dem ich mal "nil nisi bene" anwende.
Abends eine Podiumsdiskussion mit Frank Schäffler, dem bayrischen FDP-Vize Körber und dem Politikwissenschaftler Saalfeld aus Bamberg zum aktuellen Stand der Schuldenkrise.
Und am Sonntag dann einen leckeren Brunch mit einer Diskussion zwischen dem Öko-Autor Michael Miersch und einem Ex-Bio-Landwirt.
Wichtiger als das offizielle Programm waren aber die persönlichen Gespräche mit Kollegen aus der deutschen Blogger-Szene.
30. April 2015
Literarisches Neuland
Ein Beispiel, an dem sich die Überforderung der Verantwortlichen (oder sich verantwortlich Fühlenden) immer wieder zeigt, ist der Umgang mit "E-Books". Sind das jetzt "richtige" Bücher?
Sind sie, meinen die Verbraucherschutzorganisationen (die sich völlig unabhängig von Sachkenntnis immer gerne verantwortlich fühlen). Und fordern von den Verlagen, daß man "E-Books" genauso weiterverkaufen können sollte wie gedruckte Bücher.
Vor Gericht sind sie damit wieder einmal gescheitert. Die deutsche Justiz scheint also technisch schon etwas weiter zu sein als die Streitparteien. Denn ein "Weiterverkauf" ist bei einer Datei eigentlich kaum möglich. Die wird kopiert, und ist dann beim "Verkäufer" immer noch vorhanden. Selbst wenn er sie - eine eher unrealistische Annahme - nach dem "Verkauf" ordentlich löscht: In seinen Datensicherungen ist sie natürlich immer noch vorhanden.
24. April 2015
Wahl im UK: Die Last der Vergangenheit
Der Wahlkampf für die general election im Vereinigten Königreich am 7. Mai geht in die heiße Endphase. Nach den aktuellen Umfragen steht ein Kopf-an-Kopf-Rennen an.
Wieso es überhaupt so knapp wird, mag man sich fragen - sitzt doch die aktuelle Koalitionsregierung alles andere als fest im Sattel. Cameron schlingert in der Europa-Frage, und vor allem Juniorpartner Nick Clegg von den LibDems trug bis vor kurzem regelmäßig die rote Laterne als unbeliebtester Politiker und verliert möglicherweise sogar sein Mandat in Sheffield, das er 2010 mit über 15.000 Stimmen Vorsprung gewonnen hat.
Schauen wir uns also die aktuelle politische Situation im UK etwas genauer an. Ich glaube nämlich, dass sie sowohl in den Gemeinsamkeiten als auch in den Unterschieden ein interessanter Spiegel zu Deutschland ist.
23. April 2015
Es kommt, wie es kommen muss. Ein kurzes Streiflicht zur AfD.
22. April 2015
Meckerecke: Nach zweihundert Metern nationalsozialistisch abbiegen
An diesen Klassiker unter den politischen Witzen musste ich heute denken, nachdem ich über eine Entscheidung des Amtsgerichts in Bremen gelesen habe. Es hat einen Betreiber einer Facebook-Seite zu 1.500 Euro Geldstrafe wegen übler Nachrede verurteilt, weil er einen Politiker der "Bürger in Wut" als "rechtes Schwein" bezeichnet hat.
21. April 2015
Russisches Roulette im Mittelmeer
Denn Europa hat es sich recht bequem in der Realitätsverweigerung eingerichtet.
