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26. Februar 2007

Oscar für "Das Leben der Anderen"

Das freut mich aber: Ein Film, der mich in diesem Blog dreimal beschäftigt hat - nachdem ich ihn das erste Mal gesehen hatte, nachdem ich ihn das zweite Mal gesehen hatte, und das dritte Mal, als ich eine ausgezeichnete Kritik in der "New York Times gelesen hatte - also, der hat den Oscar für den besten fremdsprachlichen Film bekommen.

Ist das nicht schön? Dafür, das in Realzeit zu erleben, bin ich bis halb fünf aufgeblieben. ;-)



Sie haben's verdient, den Oscar zu bekommen. Florian Henckel von Donnersmarck. Der unglaublich gute Ulrich Mühe. Alle, die diesen sorgfältigen, glaubhaften, kunstvollen, ehrlichen und spannenden Film gemacht haben.

Glückwunsch!

9. Februar 2007

Erneuter Rückblick: "Das Leben der Anderen". Nebst einem Lob amerikanischer Filmkritik

Das Vergnügen an einem Kunstwerk wird gesteigert, wenn man dazu eine kluge Interpretation, eine passende, vielleicht dem Werk kongeniale Kritik liest. Man freut sich an der Klugheit der Kritik, man freut sich, sozusagen sekundär, erneut an dem Kunstwerk, wie man es jetzt im Licht der Kritik sieht.

So ist es mir gegangen, als ich in der gestrigen New York Times A.O. Scotts Besprechung von "Das Leben der Anderen" gelesen habe.

Ich habe diesen Film zweimal gesehen und war sehr von ihm beeindruckt. Das hat sich in zwei Beiträgen hier im Blog niedergeschlagen. Im ersten habe ich diskutiert, ob das eigentlich ein politischer Film ist. Im zweiten ging es mir darum, zu schildern, wie anders man einen Film beim zweiten Besuch sieht.



Die Kritik von A.O. Scott ist ein Musterbeispiel amerikanischer Filmkritik. Eines Stils der Kritik, den ich immer bewundert habe. Der Kritiker legt es nicht auf Lob oder Verriß an. Er nimmt den Film nicht, wie es so oft deutsche Kritiker tun, zum Anlaß, um sich selbst in den Vordergrund zu spielen.

Sondern es wird sorgsam, konkret, detailliert auf den Film eingegangen. Der Kritiker sieht sich nicht als "Kunstrichter"; vielmehr versteht er sich als ein Vermittler zwischen dem Kunstwerk und dem Leser.

Es ist vielleicht ein Reflex des generellen Unterschieds zwischen amerikanischem und deutschem Journalismus. Deutscher Journalismus will sehr oft belehren und beeinflussen; amerikanischer will informieren und interpretieren, ohne sich dem Leser aufzudrängen.



Es fällt mir schwer, etwas von dieser ausgezeichneten Kritik besonders hervorzuheben. Eigentlich möchte ich fast jeden Absatz zitieren. Aber dann kann ja der Leser dieses Blogs ebensogut selbst auf die WebSite der New York Times gehen (Anmeldung erforderlich, aber es tut gar nicht weh).

Also gut, einige Passagen, die ich besonders treffend finde:
"The Lives of Others," one of the nominees for this year’s best foreign-language film Oscar, never sacrifices clarity for easy feeling. Posing a stark, difficult question — how does a good man act in circumstances that seem to rule out the very possibility of decent behavior? — it illuminates not only a shadowy period in recent German history, but also the moral no man’s land where base impulses and high principles converge.

"Das Leben der Anderen", für den diesjährigen Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert, opfert niemals die Klarheit für seichtes Gefühl. Er wirft eine tiefe, schwierige Frage auf - wie verhält sich ein guter Mensch unter Bedingungen, die als solche die Möglichkeit anständigen Verhaltens auszuschließen scheinen? Er beleuchtet dabei nicht nur eine dunkle Zeit der jüngsten deutschen Geschichte, sondern auch das moralische Niemandsland, auf dem sich einfachste Impulse und hohe Grundsätze treffen.

The plot, as it acquires the breathless momentum of a thriller, also takes on the outlines of a dark joke. The poet and the secret policeman — both writers, in their differing fashions — may be the only two true patriots in the whole G.D.R.; in other words, the only people who take the Republic’s stated ideals at face value. But since the nation itself functions by means of the wholesale and systematic betrayal of those ideals, the only way Wiesler and Georg can express their loyalty is by committing treason.

Während die Handlung die atemlose Geschwindigkeit eines Thrillers erreicht, nimmt sie auch Züge schwarzen Humors an. Der Dichter und der Geheimdienstler - jeder auf seine Art einer, der schreibt - sind vielleicht die beiden einzigen Patrioten in der ganzen DDR; anders gesagt, die beiden einzigen, die das Ideal dieser Republik beim Wort nehmen. Aber da das Land in Form eines vollständigen und systematischen Verrats an diesen Idealen funktioniert, können Wiesler und Georg ihre Loyalität nur im Verrat zum Ausdruck bringen.

The suspense comes not only from the structure and pacing of the scenes, but also, more deeply, from the sense that even in an oppressive society, individuals are burdened with free will. You never know, from one moment to the next, what course any of the characters will choose. Mr. Mühe conveys Wiesler’s curious evolution with appropriate meticulousness and reserve. It is only in retrospect that you appreciate the depth and subtlety of emotion that underlie his performance.

Die Spannung ergibt sich nicht nur aus der Struktur und dem Tempowechsel der Schnitte, sondern - auf einer tieferen Ebene - aus dem Eindruck, das selbst in einer unfreien Gesellschaft das Individuum die Last des freien Willens trägt. Zu keinem Augenblick weiß man, wofür sich eine der Gestalten entscheiden wird. Mühe vermittelt die seltsame Entwicklung Wieslers angemessen sorgsam und zurückhaltend. Erst im Rückblick erkennt man, wie tief und subtil er spielt.

Georg and Captain Wiesler, though they occasionally waver and worry, remain true to their essential natures, and thus embody the film’s deepest, most challenging paradox: people don’t change, and yet the world does.

Georg und Hauptmann Wieseler sind manchmal schwankend und unsicher. Aber sie bleiben doch ihrem eigentlichen Wesen treu. Damit verkörpern sie das tiefste, uns am meisten herausfordernde Paradox des Films: Menschen ändern sich nicht, und doch ändert sich die Welt.
Das kommt meinem eigenen Eindruck von diesem Film sehr nahe: Er handelt davon, daß man in jedem Regime, unter allen denkbaren Bedingungen, anständig sein kann. Oder sich eben frei dafür entscheiden kann, es nicht zu sein.

Keiner der beiden Protagonisten hat im Lauf der Handlung "sich geändert". Beide haben nur erkannt, daß sie sich selbst nur treu bleiben konnten, indem sie ihr Verhalten änderten.

15. Dezember 2006

Rückblick: Das Leben der Anderen. Oder: Einmal ist keinmal

Für diesen Rückblick auf den Blog zu dem Film "Das Leben der Anderen" gibt es zwei Anlässe, einen objektiven und einen subjektiven.

Der objektive ist, daß der Film gestern für den Golden Globe nominiert wurde.

Deutscher Filmpreis, Europäischer Filmpreis, jetzt diese Nominierung - der Film erklimmt sozusagen Stufe um Stufe. Oder: Die Wellen breiten sich aus wie bei einem ins Wasser geworfenen Stein. Oder: Der Newcomer wird weitergereicht Oder: Sein Ruhm strahlt von Deutschland nach Europa, von Europa in die globalisierte Welt.



Warum fällt mir zu diesem Film ein Bild nach dem anderen ein? Ich glaube, weil es ein in seinen Bildern, in seinen Details eindringlicher Film ist. Womit ich beim subjektiven Motiv für diesen Rückblick bin.

Dadurch, daß der Film in Warschau prämiert worden war, wurde er in unserem örtlichen Filmkunsttheater noch einmal ins Programm genommen; und vorgestern haben meine Frau und ich ihn zum zweiten Mal gesehen.

Ich habe ihn bei diesem zweiten Mal mit anderen Augen gesehen. Einen guten Film muß man eigentlich (mindestens) zweimal sehen. Wie man ein Buch, das man ernst nimmt, zweimal lesen, eine bedeutende Theateraufführung zweimal sehen sollte. Einmal ist keinmal.

Denn man sieht beim zweiten Mal ja nicht denselben Film, nicht dieselbe Inszenierung. Man liest ja nicht dasselbe Buch. Das erste Mal ist man wie einer, der fremdes Gelände erkundet. Das zweite Mal nimmt man vertrautes Terrain genauer in Augenschein.

Also achtet man auf ganz Anderes. Das zweite Mal wiederholt nicht das erste Mal, sondern es gibt ihm erst das Detail, die Eindringlichkeit.



Beim ersten Sehen, beim ersten Lesen ist die Ebene der Betrachtung weit oben angesiedelt in der Hierarchie kognitiver Repräsentationen. Es geht um die Handlung, den Zusammenhang des Geschehens, die allgemeine Atmosphäre. So, wie man beim ersten Blick auf ein Bild erst einmal guckt, was überhaupt dargestellt ist - also das Thema beachtet, das Genre, die Anmutungsqualitäten.

Beim zweiten Kennenlernen wird aber erst richtig "kennen gelernt". Man bemerkt jetzt die Details. Man kann erst jetzt auf sie achten, weil man ja den Rahmen kennt, in den sie gehören. Beim ersten Mal guckt man sozusagen durchs Teleskop, beim zweiten Mal wenn auch nicht gleich ins Mikroskop, so doch mit dem, sagen wir, "unbewaffneten" Blick des sich Nähernden auf die Einzelheiten.

Ohne einen Rahmen, ohne ein Bezugssystem ergeben Details keinen Sinn. Den "hermeneutischen Zirkel" hat man das hochtrabend genannt, in der irrigen Annahme, die Kenntnis des Ganzen würde schon die Kenntnis der Details voraussetzen. Was ja gar nicht der Fall ist. Sondern man startet mit der Vogelperspektive und arbeitet sich sozusagen zur Froschperspektive vor. Oder hinab, wenn man so will.



So ist es mir mit diesem Film ergangen.

Beim ersten Sehen hat mich die Handlung gefesselt, das Spiel des großen Ulrich Mühe und des nicht minder großen Thomas Thieme, der einen Preis für den besten Nebendarsteller verdient gehabt hätte, auf nationaler und internationaler Ebene. Für mich war er der überragende Schauspieler in diesem Film, in dem auch andere - Ulrich Tukur, Sebastian Koch - glänzend gespielt haben.

Beim zweiten Sehen ist mir aber auch Anderes aufgefallen.

Beispielsweise die Farben der DDR. Dieser Staat hatte ja seine eigene, triste Ästhetik. Nicht einfach nur grau; sondern alle diese gedeckten Grüns, Bleus und Rosas; als Hintergrund für das grelle Rot und Gelb der Agitation. Bonbonfarben, ja, aber matte, ungesättigte. So, als hätte dieser Staat schon mit seinen Farben die ganze Gehemmtheit, die ganze Erbärmlichkeit, die miese Kleinbürgerlichkeit des Systems zum Ausdruck bringen wollen.

Beispielsweise die intellektuelle Ernsthaftigkeit Ulrich Mühes - Gerd Wieslers also - von Anfang an. Beim ersten Sehen des Films habe ich ihn am Anfang des Films nur als einen brutalen MfS-Offizier wahrgenommen. Aber das war er ja gar nicht. Auch nicht anfangs. Er war um die Sache bemüht, nur um sie. Wie entlarvt man den Schuldigen? Dafür gibt es eben gewisse Techniken; die brachte er seinen Schülern bei.

Dieser Wiesler hat sich ja - und das habe ich erst beim zweiten Anschauen verstanden - im Lauf des ganzen Films überhaupt nicht geändert. Er war am Anfang der emotional vertrocknete, anständige Intellektuelle, der er auch am Ende noch war. Er war im Grunde der Kommunist par excellence. Der Kommunist im real existierenden wie auch im heute noch propagierten Sozialismus.

Er hat im Lauf der Handlung nur neue Erfahrungen gemacht. Erfahrungen, die ihn nicht verändert haben, die aber sein Handeln beeinflußt haben.

Redlich, konsequent, intelligent, emotionsarm, wie er schon in den ersten Szenen des Films gewesen war, hat er aus diesen Erfahrungen seine Konsequenzen gezogen. Ohne sich ändern zu müssen; ohne sich auch ändern zu können.



Denn - so interpretiere ich den Film - die psychischen Deformationen, die jemandem vom Kommunismus zugefügt wurden, kann man nicht reparieren. Man kann sie nur, wenn man ehrlich ist, akzeptieren.

3. Dezember 2006

Randbemerkung: "Das Leben der Anderen". Ein politischer Film?

Kunst hat nichts mit Politik zu tun. Ob ein Gedicht gut ist oder ein Roman, hängt so wenig von der politischen Haltung des Autors ab, wie die politische Einstellung des Malermeisters darüber bestimmt, ob er eine Wohnung ordentlich renoviert oder Pfusch abliefert.

Man sollte sich eigentlich scheuen, eine solche Binsenwahrheit zu schreiben. Aber sie wurde und wird von vielen nicht gesehen, ja ausdrücklich geleugnet. In den siebziger und achtziger Jahren war die Auffassung weit verbreitet, ja sie galt unter Intellektuellen nachgerade als Gemeinplatz, daß jede Kunst erstens politisch sei, ob sie es wolle oder nicht. Und daß es zweitens die Pflicht jedes anständigen Künstlers sei, seine Kunst in den Dienst fortschrittlicher, also linker, politischer Ziele zu stellen.

Meist sehr verschwommen formulierter Ziele, wie Gerechtigkeit und Solidarität. Manchmal aber auch sehr konkreter, sehr praktischer Ziele. Nicht wenige Künstler haben sich damals - nicht einfach als Staatsbürger, sondern sozusagen als im Dienst befindliche Kunstschaffende - zur DKP bekannt und deren Ziele, beispielsweise die Veränderung des europäischen militärischen Gleichgewichts zugunsten der Sowjetunion, unterstützt. Sie verstanden das als Arbeit für den Frieden.

Sich überhaupt politisch "einzubringen", Manifeste und Deklarationen zu unterzeichnen, sich "zu Wort zu melden", das gehörte bis weit in die achtziger Jahre hinein sozusagen zum Berufsbild des Künstlers. Kaum ein Monat, in dem nicht in den Zeitungen und Zeitschriften irgendwelche Anzeigen erschienen, in denen Künstler urteilten, sich empört zeigten, mahnten, zu Diesem und Jenem aufriefen.



Der Film war von dieser seltsamen Sicht auf die Kunst natürlich nicht ausgenommen. Ihm, als einem Massenmedium, galt sogar die besondere Aufmerksamkeit linker Theoretiker. Harmlos erscheinende Unterhaltungsfilme wurden in ihrer "politischen Funktion" entlarvt.

Der Revuefilm der vierziger Jahre, so wurde verkündet, - sollte von den Leiden des Kriegs ablenken. Der deutsche Heimatfilm der fünfziger und sechziger Jahre - diente der Restauration des Nationalismus. Der amerikanische Katastrophen- und UFO-Film derselben Epoche - sollte das Gefühl der Amerikaner, von den Kommunisten bedroht zu werden, verstärken.

Und so fort. Wer suchet, der findet.

Freilich gab es Filme, die wirklich politisch waren. Durchhaltefilme, patriotische Filme auf beiden Seiten der Front im Zweiten Weltkrieg; der letzte deutsche war "Kolberg" von Veit Harlan und Wolfgang Liebeneiner, der inmitten des untergehenden Reichs 1945 fertiggestellt worden war. Nach dem Krieg waren vor allem die Filme, die unter der Herrschaft des Kommunismus hergestellt wurden, politische Filme. Die DEFA war zur Parteilichkeit verpflichtet. Sie sollte "helfen, in Deutschland die Demokratie zu restaurieren, die deutschen Köpfe vom Faschismus zu befreien und auch zu sozialistischen Bürgern erziehen", lesen wir als Zitat aus der Gründungszeit der DEFA in der deutschen Wikipedia; leider wieder einmal ohne Quellenangabe.

Politische Filme sollte die DEFA verfertigen. Es waren schlechte Filme, ganz überwiegend; notwendigerweise.

Denn gute politische Kunst zu machen ist schwer, fast unmöglich. Das Kunstwerk als das angestrebte Arbeitsergebnis und die politische Wirkung als Ziel laufen einander zuwider. Kunst ist facettenreich, widersprüchlich, uneindeutig. Deshalb lädt sie ja zur Interpretation ein, erlaubt sie viele Deutungen. Politische Agitation aber verlangt Eindeutigkeit, die klare "Stellungnahme", die zugespitzte "Aussage".

Agitationsfilme sind deshalb fast immer schlechte Filme, so wie auf dem Theater Agitationsstücke zwar vorübergehend populär sein können, aber ihre Zeitaktualität selten überdauern. Brechts Lehrstücke sind ein Beispiel, die Stücke von Rolf Hochhuth sind ein offensichtliches Beispiel. Was soll man an einem Stück interpretieren, das seine vom Autor vorgesehene Interpretation wie eine Monstranz vor sich herträgt? Was in aller Welt sollte einen Regisseur an einem Stück reizen, dem just die Vieldeutigkeiten und die Assoziationsgeflechte fehlen, die einen neuen inszinatorischen Blick auf den Text ermöglichen?



Gestern ist "Das Leben der Anderen" in Warschau mit gleich drei europäischen Filmpreisen ausgezeichnet worden: Dem für den besten Film und für das beste Drehbuch. Und Ulrich Mühe erhielt den mehr als verdienten Preis für den besten Hauptdarsteller.

"Das Leben der Anderen" - ein politischer Film. Kein politischer Film.

Ein politischer Film insofern, als sein Thema der Umgang einer Staatsmacht mit "ihren" Bürgern ist; spezifischer sind es die psychischen Verformungen, die es bei Herrschenden wie Beherrschten mit sich bringt, wenn ein Staat keine Achtung vor der Menschenwürde seiner Untertanen hat, und damit letztlich auch vor der Menschenwürde seiner eigenen Diener.

Kein politischer Film aber, weil er keine "Botschaft" transportiert. Florian Henckel von Donnersmarck hat sehr sorgfältig recherchiert, jahrelang. Er hat eine - soweit das unter Beachtung der Dramaturgie eines Films möglich ist - realistische Geschichte erzählt, auch wenn gelernte DDR-Bürger das eine oder andere Detail für unglaubwürdig halten mögen.

Aber der Film "will uns" nichts "sagen". Er klagt nicht an, er agitiert nicht. Er ist insofern eben gerade kein politischer Film. Und kann deshalb ein großer Film sein.

Ich glaube, einen so unpolitischen politischen Film konnte nur jemand aus einer Generation machen, die nicht mehr durch die politischen Verkrampftheiten der siebziger und achtziger Jahre geschädigt ist. Und daß es gerade jemand mit der Weltläufigkeit Henckels von Donnersmarck war, dem dieses Werk über ein Stück deutsche Geschichte gelang, ist vielleicht auch kein Zufall.