31. März 2012

Karl May hat das alles gar nicht erlebt? Aber ja! Über die Einheit von Person und Werk bei Karl May. Über die Gründe seines Erfolgs

Am gestrigen 100. Todestag von Karl May werden Sie, wenn Sie Zeitung gelesen, sich im Internet bewegt, Radio gehört oder ferngesehen haben, seinem Namen vermutlich nicht entgangen sein. Die mediale Aufmerksamkeit war bedeutend größer als vor einer Woche, als Martin Walser seinen 85. Geburtstag feierte.

Merkwürdig, nicht wahr? Der eine war ein drittklassiger Vielschreiber des 19. Jahrhunderts; der andere ist einer der bedeutendsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts; vielleicht der wichtigste lebende Romancier (siehe Heute wird Martin Walser 85; ZR vom 24. 3. 2012).

Über das Geheimnis des ungeheuren, noch immer anhaltenden Erfolgs dieses seltsamen Autors Karl May, dieses "meistgelesenen deutschen Schriftstellers", ist viel nachgedacht und spekuliert worden. Ich möchte einige der möglichen Gründe diskutieren und dann auf einen Aspekt aufmerksam machen, der mir zentral zu sein scheint: Die Einheit von Person und Werk bei Karl May.

30. März 2012

Marginalie: Der Fall Schlecker und die Parteipolitik. Ein weiterer Erfolg für die FDP. Wie wird sich Lindner verhalten?

Derzeit läuft bei "Spiegel-Online" eine Abstimmung, bei der sich ein bemerkenswertes Ergebnis abzeichnet:
FDP blockiert Schlecker-Hilfen - richtig oder falsch?

Die FDP hat die Verhandlungen über Hilfen für die Schlecker-Mitarbeiter platzen lassen. Richtig so?
  • Die Liberalen haben richtig gehandelt, Steuergeld sollte nicht in Hilfspakete für Firmen fließen

  • Die FDP-Blockade war falsch, denn sie bestraft die Mitarbeiter, die unschuldig an der Firmenpleite sind
  • Bis zum Augenblick haben sich 11.793 Leser beteiligt. Die Stimmen zugunsten der FDP-Entscheidung überwiegen mit 54,0 Prozent zu 46,0 Prozent.

    29. März 2012

    Mal wieder ein kleines Quiz: Yin und Yang

    Hier sehen Sie eine der vielen Varianten, in denen das chinesische Prinzip von Yin und Yang interpretiert werden kann; in diesem Fall Himmel und Erde.

    Folgt man der Wikipedia, dann symbolisiert Yin das Langsame, Weiche, Nachgebende, Diffuse, Kalte, Nasse, Passive. Es steht für Wasser, Erde, den Mond, Weiblichkeit und Nacht.

    Yang symbolisiert dagegen das Schnelle, Harte, Feste, Konzentrierte, Heiße, Trockene, Aggressive. Es steht für Feuer, Himmel, die Sonne, Männlichkeit und Tag.

    Nun die Quizfrage:

    In der New York Times ist heute ein Artikel erschienen, in dem zwei Politiker als Yin und Yang bezeichnet werden. Wer sind sie?

    Marginalie: Warum sind die Amerikaner mehrheitlich gegen Obamas Gesundheitsreform? Drei Gründe. Einer könnte der entscheidende werden

    Der Eindruck, den unsere Medien überwiegend von Präsident Obamas Gesundheitsreform (inzwischen meist Obamacare genannt) vermitteln, ist ungefähr dieser:

    Bisher sind Millionen von Amerikanern nicht krankenversichert gewesen; also der Gefahr hilflos ausgeliefert, auf ärztliche Hilfe angewiesen zu sein, die sie nicht bezahlen können oder für deren Bezahlung sie sich finanziell ruinieren müßten. Seit Jahrzehnten versuchen amerikanische Präsidenten, diesen Mißstand zu beenden. Präsident Obama ist derjenige, dem das jetzt endlich gelungen ist. Repräsentativ für diese Berichterstattung ist "Spiegel-Online":

    28. März 2012

    In eigener Sache: Widerrechtliche Übernahme eines Artikels aus ZR

    Ich bin soeben darauf aufmerksam gemacht worden, daß der Blog "Blaue Narzisse" meinen heutigen Artikel "Die Reisen des Mohammed Merah. Werdegang eines Terroristen. Es gibt inzwischen ein stimmiges Bild" übernommen hat.

    Geistige Armut

    Wieder einmal ein interessantes Beispiel, wie deutscher "Qualitätsjournalismus" Propagandaschlagzeilen fabriziert.

    Da droht also angeblich Millionen von Frauen die Altersarmut. Und warum? Weil sie derzeit einen 400-Euro-Job ausüben. Und weil ein Mini-Job natürlich auch nur Mini-Rentenansprüche generiert. Was aber nun die Journaille entweder nicht versteht - oder nicht verstehen will, um mal wieder skandalisieren zu können.

    Marginalie: Die Reisen des Mohammed Merah. Werdegang eines Terroristen. Es gibt inzwischen ein stimmiges Bild

    In der Zeit während der polizeilichen Belagerung Mohammed Merahs in seiner Wohnung und unmittelbar danach gab es immer wieder verstreute Informationen über seinen islamistischen Hintergrund. Sie stammten aus diversen, teils unzuverlässigen Quellen und ließen verschiedene Interpretationen zu - vom Kaida-Kämpfer bis zum "Einsamen Wolf", der sich in der Isolation seiner Gefängniszelle durch die Lektüre des Koran selbst radikalisiert hat.

    Das ist jetzt eine Woche her. Inzwischen zeichnet sich ein klareres Bild ab.

    27. März 2012

    Marginalie: Obama und Medwedew. Ein Video sagt mehr als tausend Worte. Warum sucht Putin die Raketenabwehr in Osteuropa zu verhindern?

    Neunzig Minuten hatten Obama und Medwedew in Seoul über die geplante Raketenabwehr in Europa verhandelt. Dann wähnte Obama die Mikrophone abgeschaltet, und es spielte sich das ab, was Sie zum Beispiel - mit Transkription - auf diesem Video (ab 0:55) sehen können:

    Obama und Medwedew sitzen einander an einem Tisch gegenüber. Beide beugen sich vor; so, wie man es tut, wenn man vertraulich reden will.

    Obama sagt "This is my last election". Medwedew: "Yes". Obama: "After my election I have more flexibility". ("Dies ist meine letzte Wahl" - "Ja". - "Nach meiner Wahl habe ich mehr Spielraum").

    Obama nickt, als wolle er seine Worte bestätigen. Dann geschieht etwas Auffälliges:

    Marginalie: "Der Rat für Menschenrechte hat keine Beziehung zu den Menschenrechten". Warum Israel jetzt die Zusammenarbeit mit diesem Rat einstellt

    Bei "Zeit-Online" ist es derzeit der meistkommentierte Artikel: Ein kurzer, aus Agenturmaterial montierter Bericht mit der Überschrift "Israel will UN-Menschenrechtsrat boykottieren".

    Die Lektüre der zahlreichen Kommentare wird allerdings dadurch beeinträchtigt, daß viele von der Redaktion gelöscht wurden; darunter gleich die ersten drei. Warum, das ahnt man, wenn man liest, was stehenblieb; beispielsweise dies:

    Marginalie: Laut Gallup sind die Amerikaner unverändert mehrheitlich für die Kernenergie. Aber es gibt eine "Kluft zwischen Männern und Frauen"

    Gestern hat Gallup die Ergebnisse einer seiner regelmäßigen Umfrage publiziert. Gefragt wird jeweils im März nach der Meinung zur friedlichen Nutzung der Kernenergie.

    Eine der Fragen lautet, ob man - alles in allem - die Kernkraft als eine der Methoden zur Stromerzeugung in den USA befürwortet oder ablehnt.

    26. März 2012

    Über Tätowierungen. Schmuck, sozialen Narzißmus und die "Generation Next"

    Bei einem flüchtigen Blick auf das nebenstehende Bild könnte man meinen, dieser Mann trage eine sehr eng anliegende, prächtig gewirkte Strumpfhose. Er ist aber tätowiert. Es handelt sich um eine traditionelle Tätowierung in Samoa.

    Dieses Bild illustriert eines der Motive für Tätowierungen bei Naturvölkern: Sie schmücken; so, wie es Kleidung, Haartracht und Gegenstände aller Art tun, die man an den Kleidern oder direkt am Körper anbringt - Broschen, Ringe, Ketten, Federn und dergleichen.

    Die Funktion ist dieselbe; nur sind beim Tätowieren die Mittel anders. Statt prächtig bemalte oder gewebte Stoffe und Accessoires zu tragen, versieht man die eigene Haut mit Bildern und Ornamenten. Das erfordert weniger Aufwand; es ist auch in warmen Gegenden, wo man wenig Bekleidung benötigt, bequemer.

    Tätowierungen und Körperschmuck sind dabei oft miteinander integriert. Sie sind einander ergänzende Mittel, um dasselbe Ziel zu erreichen: Möglichst attraktiv, möglichst prächtig auszusehen. Hier ist das Foto eines Maori aus dem Jahr 1913. Die Haartracht, die Federn, die Pfeife im Mund und das tätowierte Gesicht bilden ein Gesamtkunstwerk:

    Der deutsche Nationalstaat und das Problem der Einwanderung. George Friedman über Nation und Staatsbürgerschaft


    Ist das Thema Nationalstaat überhaupt noch aktuell?

    Viele Deutsche würden das vermutlich verneinen, wenn man sie danach fragte: Der Nationalstaat, das ist doch, so sehen sie es, tiefstes neunzehntes Jahrhundert. Außerdem, gerade wir mit unserer Geschichte ...

    Und ist denn der Nationalstaat nicht auch durch die Globalisierung überholt?

    In einem kürzlich erneut publizierten Artikel vom Juli 2010 schreibt George Friedman:

    25. März 2012

    Marginalie: Im Westen nichts Neues. Zur Wahl an der Saar. Wann wird das Saarland endlich abgeschafft?

    Das Saarland ist ein historisches Zufallsprodukt. Seine Existenz verdankt es dem Umstand, daß sich Frankreich im Versailler Vertrag dieses damalige Kohlerevier als Kriegsbeute aneignen wollte. Das gelang nur halb. Dann ging es bekanntlich hin und her mit dem Saarland; seit dem 1. Januar 1957 ist es ein Land der Bundesrepublik Deutschland.

    Wozu brauchen wir es, dieses Bundesland?

    Marginalie, zugleich eine Meckerecke: Datendiebstahl anno 2011. Warum sind besonders Restaurants betroffen?

    "Hacktivisten haben 2011 mehr Daten geklaut als Kriminelle" war am Freitag ein Artikel bei "Heise-Online" überschrieben.

    Daran hat mich gleich dreierlei geärgert.

    Mal wieder ein kleines Quiz: Versuchen Sie zu erraten, was am Freitag im französischen Wahlkampf passierte

    Am Freitag machte Marine Le Pen, die Kandidatin des Front National für das Amt des französischen Staatspräsidenten, Wahlkampf in Meaux, nah bei Paris. Sie hielt sich ungefähr eine Stunde im Zentrum auf, verteilte Flugblätter und warb für ihre Kandidatin Marie-Christine Arnautu, die dort für die Wahl zur Nationalversammlung Mitte Juni antreten wird.

    Ihr Auftritt wurde von Linken - einem Grüppchen von vielleicht zwei Dutzend Menschen; vor allem Anhängern des Kandidaten der Kommunisten, Jean-Luc Mélenchon - gestört, die "Résistance! résistance!" riefen; "Widerstand! Widerstand!" Marine Le Pen beschwerte sich über diese "Schreihälse" (gueulards). Was geschah dann?

    24. März 2012

    Heute wird Martin Walser 85


    Dieses Foto (für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken) hat Elke Wetzig vor zwei Jahren aufgenommen; am 12. März 2010 auf dem Kölner Literaturfestival "lit.Cologne".

    Es ist eine sehr gelungene Aufnahme: Walser, der Bonvivant mit dem Weinglas in der Hand. Walser, der Redner; ein Meister des gesprochenen ebenso wie des geschriebenen Worts. Die Geste der ausgebreiteten Hand - das ist aber nicht nur der Rhetor Walser, der etwas Gesagtes unterstreicht. Es ist auch die Geste des Erklärers, der dieser große Erzähler ja immer auch ist. Der Gesichtsausdruck zeigt Ernsthaftigkeit und Konzentration; aber auch einen Anflug von Ironie. Gleich wird Walser etwas Pointiertes sagen, einen Sachverhalt, eine Meinung auf den Begriff bringen.

    Zitat des Tages: "Mit rechtsstaatlichen Prinzipien unvereinbare Totalüberwachung". Terrorismus und Kinderpornografie im Internet. Was will Sarkozy?

    Sarkozys Forderung nach einer Bestrafung von regelmäßigen Besuchern fundamentalistischer Websites würde voraussetzen, das Surfverhalten aller Franzosen kontinuierlich zu überwachen oder zumindest die Voraussetzungen für eine solche Überwachung zu schaffen. (...)

    Das Vorhaben würde auch die Erfassung und Prüfung aller von beliebigen IP-Adressen aus aufgerufenen Seiten erfordern - von einer schwarzen Liste mit Seiten mit verbotenen Inhalten einmal abgesehen. Frankreich müsste die digitale Analogie zu einer flächendeckenden Videoüberwachung nicht nur des öffentlichen, sondern auch aller privaten Räume installieren. (...)

    ... was da vorgeschlagen wird, entspricht in letzter Konsequenz einer digitalen Form dieser mit rechtsstaatlichen Prinzipien unvereinbaren Totalüberwachung.
    Stefan Simons und Christian Stöcker gestern in "Spiegel-Online" über die von Präsident Sarkozy als Reaktion auf die Morde von Toulouse und Montauban angekündigten gesetzlichen Maßnahmen.

    Kommentar: Man kann diese radikale Befürchtung hegen. Nur gelten exakt dieselben Argumente auch für die Strafbarkeit des Besuchs von Seiten mit Kinderpornografie. Dieser ist in Frankreich wie auch bekanntlich in Deutschland verboten.

    Simons und Stöcker schreiben zu diesem Einwand:

    23. März 2012

    Friedrich August von Hayek starb heute vor zwanzig Jahren

    Heute vor zwanzig Jahren starb Friedrich August von Hayek; einer der großen Denker des Liberalismus. Einen Zugang zu Informationen über ihn bietet die WebSite der Friedrich A. von Hayek Gesellschaft. Dort habe ich das folgende Zitat gefunden:

    "Wenn der Mensch in seinem Bestreben, die gesellschaftliche Ordnung besser zu gestalten, nicht mehr Schaden als Nutzen anrichten soll, wird er lernen müssen, daß er auf diesem, wie auf allen anderen Gebieten mit einer tief verflochtenen Organisationsstruktur, keine endgültigen Kenntnisse dessen erlangen kann, was ihm das Beherrschen der Vorgänge erst ermöglichen würde.

    Marginalie: Gaucks Rede. Vergessen wir sie

    Immerhin: Das Bundespräsidialamt bietet Gaucks heutige Rede nach seiner Vereidigung im Bundestag bereits im Wortlaut an. Keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem Texte wichtiger Reden oft schwer, mit Verzögerung oder manchmal auch gar nicht im Internet zu finden sind.

    Das ist aber auch schon nachgerade das Positivste, was ich zu dieser Rede sagen kann.

    22. März 2012

    Neues aus der Forschung (14): Verursachen Handy-Strahlen das "Zappelphilipp"-Syndrom ADHS? Ein kleines Lehrstück in wissenschaftlicher Methodik

    Aufmerksam geworden bin ich auf die Sache durch einen Artikel von Ulrich Bahnsen in der heutigen "Zeit". "Von Dr. Ulrich Bahnsen" hätte ich vielleicht schreiben sollen, denn der Redakteur Bahnsen gehört zur schrumpfenden Gilde der Wissen­schafts­journalisten, die etwas von Wissenschaft verstehen (für ein Gegenbeispiel siehe Welche Meinung haben die Amerikaner zur "globalen Erwärmung"? Vertrauen Sie nicht "Spiegel-Online". Sie werden desinformiert; ZR vom 11. 6. 2010).

    In diesem Fall geht es um eine vor einer Woche publizierte Untersuchung einer Forschergruppe um den Gynäkologen Hugh S. Taylor (Yale), die fand, daß Mäuse Auffälligkeiten in ihrem Verhalten zeigten, wenn die Muttertiere während der Trächtigkeit permanent der Strahlung eines eingeschalteten Handys ausgesetzt gewesen waren.

    Marginalie: Merah sprang aus dem Fenster. Sarkozys Wahlkampf und die Chancen der Kandidaten (zweite aktualisierte Fassung)

    Warum griff die Polizei in Toulouse so lange nicht ein? Nach dem, was die französischen Medien berichten, dürfte es zwei Gründe für das Zögern geben.

    Erstens ist, anders als bei Geiselnahmen, keine Eile geboten. Ein Nicht-Eingreifen bringt niemanden in Gefahr. Die Zeit arbeitet für die Polizei, die weiter auf Zermürbung setzt (siehe "Frankreich in die Knie gezwungen". Aktuelle Informationen zu den Morden von Toulouse und Montauban; ZR vom 21. 3. 2012).

    Zweitens dürfte das Abwarten aber auch einen politischen Hintergrund gehabt haben.

    21. März 2012

    Marginalie: "Frankreich in die Knie gezwungen". Aktuelle Informationen zu den Morden von Toulouse und Montauban

    Den Nachmittag über habe ich die Berichterstattung des Nachrichtensenders France24 verfolgt. Die folgenden Informationen erscheinen mir interessant:

    Marginalie: Mohammed Merah, der Massenmörder von Toulouse. Die geänderte Taktik der Kaida. Nebst einer Anmerkung zu polizeilichen Ermittlungen

    "Frankreich ermittelt im rechtsextremen Militärmilieu" lautete gestern um 17. 46 Uhr die Schlagzeile beim Nachrichtenportal "Der Westen". Wie fast überall wurde aus Agenturmeldungen zitiert, hier beispielsweise dapd:
    Ins Zentrum der Ermittlungen rückten am Dienstag drei Fallschirmjäger, die 2008 wegen Verdachts auf rechtsextreme Gesinnung aus ihrem Regiment in der Nähe von Toulouse entlassen wurden, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Täter war bei dem Angriff am Montag offenbar sehr erfahren mit den großkalibrigen Waffen umgegangen. Dies legte den Verdacht nahe, dass er militärisch ausgebildet wurde.
    Das war, wie wir inzwischen wissen, eine falsche Spur. Der Täter ist offenbar kein Rechtsextremer, sondern ein Franzose algerischer Herkunft, der sich selbst als Mitglied der Kaida bezeichnet.

    20. März 2012

    US-Präsidentschaftswahlen 2012 (24): Die Lage zur Halbzeit. Heute wählt Illinois. Santorum düpiert die Demoskopen. Mit einem Nachtrag zum Ergebnis

    Das Rennen um die Nominierung des republikanischen Kandidaten für die Präsidentschaft begann am 3. Januar in Iowa. Am 26. Juni findet die letzte Vorwahl statt, im Mormonenstaat Utah. Es ist jetzt also bald Halbzeit bei den Entscheidungen darüber, wer am 6. November gegen Barack Obama antreten wird.

    Auch von den Delegiertensitzen ist jetzt schon fast die Hälfte vergeben: Von den 2296, die sich am 27. August in Tampa, Florida, versammeln werden, sind derzeit 965 bestimmt. Davon entfallen 519 auf Mitt Romney, 239 auf Rick Santorum, 138 auf Newt Gingrich und 69 auf Ron Paul.

    Spannend war es besonders am Anfang, als entschieden wurde, wer ausscheidet und wer im Rennen bleibt. Spannend wird es wahrscheinlich noch einmal im Endspurt werden. Jetzt, in der Zeit dazwischen, geht es etwas beschaulicher zu.

    Vor allem seit letzter Woche; denn bei den Vorwahlen in Alamaba und Mississippi entschied sich, daß neben Romney, Santorum und Paul auch Newt Gingrich im Rennen bleiben wird - paradoxerweise gerade deshalb, weil sein Rivale um die Stimmen der Konservativen, Rick Santorum, glänzend abschnitt.

    Zitat des Tages: "Der Solidarpakt Ost ist ein perverses System". Oberbürgermeister des Ruhrgebiets über ihre Finanzlage. Nebst einem Blick auf Altena

    Der Solidarpakt Ost ist ein perverses System, das keinerlei inhaltliche Rechtfertigung mehr hat. (...) Der Osten ist mittlerweile so gut aufgestellt, dass die dort doch gar nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld. Und bei uns im Ruhrgebiet brennt der Baum.
    Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) gegenüber Bernd Dörries, dem Düsseldorfer Korrespondenten der "Süddeutschen Zeitung".

    Kommentar: Dörries hat sich bei den Oberbürgermeistern der großen Städte des Ruhrgebiets umgehört und ist überall auf dieselbe Haltung gestoßen: