Eine traurige
Geschichte, eine grausame Krankheit, ein totes Kind.
Trauernde Eltern, die noch möglichst viele Erinnerungen aufbewahren wollen.
Und ein mitfühlender Reporter, der leider mit dem Neuland nicht zurecht kommt.
Es geht um die Frage, wie man an die verschlüsselten Daten auf einem iPhone kommt, wenn man die Zugangsdaten nicht kennt. Das beschriebene Beispiel mit den Eltern, die das Zugangspaßwort zum iPhone des verstorbenen Kindes nicht kennen, ist ja nur ein Sonderfall - es gibt viel mehr Konstellationen zu diesem Problem.
Der Journalist merkt noch, daß es schon sehr schwierig ist festzustellen, wer überhaupt berechtigt sein könnte an die gesperrten Daten heranzukommen. Ein eifersüchtiger Ehepartner, ein Geheimdienst, ein Handy-Dieb sind ja genau die Leute, gegen die eine Verschlüsselung überhaupt benutzt wird.
Und im konkreten Fall: Aus Sicht des trauernden Vaters mag es logisch erscheinen, daß er an die Daten des verstorbenen Sohns kommt. Es ist aber völlig offen, ob der Sohn das umgekehrt genauso gesehen hat. Pubertierende Kinder möchten nicht unbedingt, daß ihre Eltern Zugriff auf ihre Emails, Tagebucheinträge oder Photos haben.
Es gehört auch nicht zu den mitbezahlten Dienstleistungen eines Handy-Verkäufers, Entschlüsselungswünsche zu bedienen und die dafür nötigen aufwendigen Berechtigungsprüfungen vorzunehmen. Schließlich ist es alleine Kundenentscheidung, die Verschlüsselung überhaupt zu verwenden - man kann das Handy problemlos auch ohne Zugangscode verwenden.