Anlagegüter müssen gewartet und irgendwann ersetzt werden.
Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt
24. Mai 2013
Investitionen in Infrastruktur: Gedanken zum politischen Gefangenendilemma
Anlagegüter müssen gewartet und irgendwann ersetzt werden.
23. Mai 2013
Man wird nichts über uns wissen. Über die Zukunft der historischen Forschung in Zeiten des Datenschutzes
Meinen Großvater habe ich nie kennengelernt. Meine Mutter und selbst meine Großmutter hatten als Folge von Krieg, Vertreibung und Neuanfang den Kontakt zu ihm verloren, und er starb, als ich ein Kleinkind war. Als ich mich dann dafür interessierte, wer mein Großvater war, welche Berufe er hatte, wie und wo er gelebt hatte, war niemand da, der mir von ihm hätte erzählen können.
So habe ich mich daran gegeben und habe nach und nach sicher ein Dutzend Eiwohnermeldeämter und Stadtarchive in Deutschland bemüht, um wenigstens die Eckdaten seines unsteten Lebens zu ermitteln. Es war nicht einfach, aber jetzt weiß ich doch einiges über das Leben meines unbekannten Großvaters - und dank eines freundlichen Beamten eines Einwohnermeldeamts in Bayern habe ich sogar seine fünfte und letzte Ehefrau gefunden, die mir Fotos und Schriftstücke überlassen hat.
Unsere Nachkommen hingegen werden nicht mehr in der Lage sein, auch nur einfachste Informationen über uns Heutige zu erfahren.
Die Mordtat von London und die plötzliche Vorsicht der Medien bei der Verwendung des Begriffes "Terrorismus"
I apologize that women had to witness this today. But in our land women have to see the same. You people will never be safe! Remove your governments, they don´t care about you!
Ich bedaure, daß Frauen dies heute mit ansehen mußten. Aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe sehen. Ihr werdet niemals sicher sein! Stürzt eure Regierungen, sie scheren sich nicht um euch!Die jeglicher reaktionärer politischer Tendenzen gänzlich unverdächtige deutsche Wikipedia definiert "Terrorismus" folgendermaßen:
Unter Terrorismus (lat. terror „Furcht, Schrecken“) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B. Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Terroristen streben zwar nach Veränderungen der bestehenden Ordnung, doch greifen sie nicht militärisch nach Raum (wie z. B. der Guerillero), sondern wollen das Denken besetzen und dadurch Veränderungsprozesse erzwingen.Vor diesem Hintergrund scheint die erkennbare Zurückhaltung der deutschen Medien, anläßlich dieses Anschlages offen von "Terror" zu sprechen, doch auffällig. So titelt Spiegel online lediglich einen Soldatenmord, der nur möglicherweise ein Terrorakt sei. Auch SZ-Online spricht in der Überschrift des entsprechenden Artikels lediglich von einer "Bluttat" und "Soldatenmord".
Ebenfalls begrifflich distanzierend berichtet die "Zeit", daß die "Tötung eines jungen Mannes" (lediglich, soll man wohl denken?) vom britischen Premier Cameron als Terrorakt eingestuft würde. Auch die "Taz" spricht von "Mord" und "Hinrichtung". Einen gänzlich anderen Schwerpunkt setzt die Frankfurter Rundschau mit der Überschrift "Mord provoziert anti-islamistische Ausschreitungen". Schließlich sprechen auch die Tagesschau und die Bild lieber von brutalem Mord. Deutlicher in Richtung Terrorismus titeln dagegen die Welt und die Neue Osnabrücker Zeitung.
Zwar ist in den Berichten deutscher Medien jenseits der Überschriften von "Terror-Angst", insbesondere mit Blick auf das Champions league-Endspiel am Wochenende, die Rede und davon, daß die britische Regierung die Bluttat als Terroranschlag betrachte, aber der offensichtlich islamistisch-terroristische Hintergrund findet sich in Berichten und Kommentaren nur am Rande wieder. Dabei scheint dies doch das zentrale Moment, im Sinne der obigen Definition der Wikipedia, zu sein.
Hier wurde in der Tat "kommuniziert". Westlichen Gesellschaften wurde, wieder einmal, der Kampf angesagt. Schrecken soll verbreitet werden, wie immer wenn es sich um Terror handelt. Es geht den Terroristen dabei nicht um den oder die Ermordeten, seien es Einer oder 3000. Es geht darum, bei den nicht Getöteten Angst und Schrecken zu verbreiten und so politischen Einfluß zu gewinnen. Die Ziele sind hierbei evident: die globale Ausbreitung, des radikalen, politischen Islam sowie die offene Bekämpfung westlicher Werte und freiheitlich-demokratischer Gesellschaften. Wie viel Zurückhaltung in der Benutzung des Begriffes "Terror" ist hier angebracht?
Wie viel weniger zurückhaltend sind deutsche Medien dagegen mit den Begriffen "Terror" und "Terrorismus" in der Bewertung des mutmaßlichen rassistisch motivierten Serienmordes des NSU vorgegangen, obgleich, zumindest im Sinne obiger Definition, von einer deutlichen Überdehnung des Begriffes in diesem Fall wohl die Rede sein muß?
Aber, bitte, nicht schon wieder das Thema...
© Andreas Döding. Für Kommentare bitte hier klicken.
22. Mai 2013
Zitat des Tages: "Berufskriminelle als V-Leute"
Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen
Kommentar: Die Innenministerkonferenz entwickelt zur Zeit neue "Qualitätsstandards" für V-Leute. Dazu gehört die zitierte Forderung des Ministers Pistorius, der auch der Bundesinnenminister zustimmt. Wohlgemerkt, es geht dabei, wie man wohl annehmen kann, nicht um die Anstiftung zu Straftaten zum Nutzen des Staates, sondern um solche, die sie auch begehen würden, wären sie keine V-Leute.
Vermutlich sind solche V-Leute die nützlichsten, die ergiebigsten Informanten. Die sollen also nicht mehr befragt werden. Das wird die Rechtsextremisten freuen.
Der Vergleich mit dem Ankauf von Steuerdaten-CDs drängt sich auf. Hier beteiligt sich der Staat finanziell an kriminellen Handlungen. Dabei soll es bleiben.
Zweierlei Maß? Nicht doch. Die Priorität wird klargestellt. Bei den V-Leuten in der Extremistenszene geht es nur darum, Bürger vor Schaden an Leib und Leben zu bewahren. Bei den Steuer-CDs geht es um die Staatseinnahmen.
© Kallias. Für Kommentare bitte hier klicken.
Mal wieder ein kleines Quiz: Für wessen Höllenfahrt ohne Rückfahrtschein wird hier gebetet?
20. Mai 2013
Das Wesen von Politik
Ein Zitat aus dem zugrunde liegenden Interview mit Michael Ignatieff hat mich dagegen nicht überzeugt:
Es ist ein sehr schmutziges Spiel, sicher. Der Aspekt an der Politik, der mich am meisten stört, ist dass es fast nie um politische Inhalte geht. Alle Kämpfe in der modernen Politik gehen um Standing.Das ist eine sehr gängige Klage. Die "schmutzige" Politik, in der es nicht um Lösungen geht, sondern "nur" um Machtkämpfe. Oft hört man auch die Vorstellung, man solle die Parteien und Politiker ersetzen durch Experten, die würden dann nur von Sachüberlegungen geleitet die jeweils beste Lösung finden.
Diesen Vorstellungen liegt ein ganz grundsätzliches Verständnisproblem zugrunde.
Denn es geht in der Politik nicht um Lösungen!
Werte in einer Revolution
18. Mai 2013
Papst Franz
Die Dänen nennen ihn Frans.
Die Engländer nennen ihn Francis.
Die Spanier nennen ihn Francisco.
Die Basken nennen ihn Frantzisko.
Die Franzosen nennen ihn Francois.
Die Ungarn nennen ihn Franjo.
Die Italiener nennen ihn Francesco.
Die Polen nennen ihn Franciszek.
Wo immer es überhaupt eine lokale Variante des Namens gibt, nennt jedes Volk den Papst mit dem Namen in seiner Sprache.
Warum nur benutzen die Deutschen, und offenbar nur die, die lateinische Form?
© R.A.. Für Kommentare bitte hier klicken.
16. Mai 2013
Zitat des Tages: Wie moderne Politik und der Rechtsstaat funktionieren
Der Aspekt an der Politik, der mich am meisten stört, ist dass es fast nie um politische Inhalte geht. Alle Kämpfe in der modernen Politik gehen um Standing. Man attackiert nicht, was Leute sagen, sondern wer sie sind. Oder genauer, man attackiert ihr Recht, überhaupt etwas zu sagen.
14. Mai 2013
Werden wir immer gestörter? Skeptische Gedanken zur vermeintlichen Zunahme psychischer Erkrankungen
13. Mai 2013
Westjordanland (israelische Siedlungen)
Wie heute der Bundestag mitteilt, hat die Fraktion "Bündnis90/Die Grünen" eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, bezüglich der Kennzeichnung von Importwaren. Israel unterscheidet nämlich nicht zwischen Gütern, die in Produktionsstätten innerhalb der Grenzen von 1967 hergestellt werden und solchen, die in Siedlungen der Westbank entstehen. Überall steht "Made in Israel" drauf.
Es kommt sogar vor, dass Firmen, die ihren Sitz im israelischen Kernland haben, Waren in Siedlungen herstellen lassen, und auf diese Weise deren "tatsächliche Herkunft verschleiern", wie die Grünen sagen.
12. Mai 2013
Zitat des Tages: Mein Ziel ist immer noch, die Welt zu verbessern
Wir halten, wie die Mehrheit der Bürger, Steuersenkungen für falsch. Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat. Der muss gut finanziert sein, und das ist er zurzeit nicht. Wir müssen dringend in die Zukunft Deutschlands investieren. Auch ich würde gerne Geschenke verteilen, aber Ländern und Kommunen fehlen dafür die notwendigen Finanzmittel.Man liest und staunt. Steuersenkungen als Geschenke zu betrachten war schon immer ein ganz besonders reizendes Stück sozialistischer Sprachkultur. Denn es besagt nichts weiter als das, was Sozialisten mutmaßlich wirklich denken: eigentlich gehört alles privat erwirtschaftete Geld dem Staat. Und was dem Bürger bleibt, ist als Geschenk des Staates an den Bürger zu betrachten. Ich danke ergebenst im Namen der Mehrheit der Bürger.
11. Mai 2013
Aufmerksamkeitsökonomie: Der Boykottaufruf als Geschäftsmodell?
Jede Darstellung des Menschen in der Kunst kann das Publikum polarisieren. Wir können das Werk mit Begeisterung, Gleichgültigkeit oder Ablehnung aufnehmen. Wir können die Intention des Künstlers verstehen oder missverstehen. Manche Menschen behaupten, dass man Kunst grundsätzlich nur missverstehen kann.
Jede Darstellung des Menschen in der Kunst kann und wird bei mindestens einem Menschen Ablehnung hervorrufen: Er kann sich verletzt, ausgegrenzt oder gar diskriminiert fühlen. Die Übergänge sind fließend.
Tatsächlich müssen Sie meist nicht lange nach solchen Reaktionen suchen. Wenn Sie aber behaupten, dass Sie niemanden finden können, der sich durch ein spezielles Kunstwerk diskriminiert fühlt, dann übernehme ich diese Rolle.
Jede Darstellung des Menschen in der Kunst kann also mindestens einen Betrachter diskriminieren; meist finden sich kleine oder größere Gruppen von Diskriminierten. Wer sich dieser Tatsache nicht bewusst ist, muss an der Rezeption von Kunst scheitern.
Wer diese Tatsache allerdings kennt und sich zunutze macht, hat ein sehr gefährliches Werkzeug gegen die Kunst in der Hand. Er muss nur einen Aspekt des Kunstwerks finden, von dem sich subjektiv jemand diskriminiert fühlen könnte. Und er muss eine aktive Gruppe organisieren, die öffentlichkeitswirksam gegen das Kunstwerk vorgeht:
10. Mai 2013
Über die Schwierigkeit den Anderen zu ertragen. Gedankensplitter zu einem mir wichtigen Thema. Ein Gastbeitrag von Llarian
In der westlichen Zivilisation gilt – mit wenigen Ausnahmen – seit langer Zeit die Meinungsfreiheit als ein ehernes und zentrales Grundrecht. Das Bundesverfassungsgericht fasste es in einem Urteil von 1958 mal treffend: Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt. Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend.
9. Mai 2013
Meckerecke: Die Schuldvermutung
8. Mai 2013
Gauck. Eine Zwischenbilanz
Wohl nie ist ein Bundespräsident mit so vielen Vorschußlorbeeren, mit so vielen positiven Erwartungen in sein Amt gestartet.
7. Mai 2013
Grenzen des Wachstums - über den Saatgutstreit in der EU
6. Mai 2013
Zitat des Tages: Ich hoffe, dass es am Ende ausreicht, um die Schuldigen auch zu bestrafen.
Mal wieder ein kleines Quiz: Wer gibt dem Geld ein Vaterland?
5. Mai 2013
Die großen Missverständnisse über Kierkegaard. Ein Gastbeitrag von Ludwig Weimer
Sören Kierkegaard war einer der schöpferischsten Philosophen und Kirchenkritiker. Er blieb vielfach missverstanden oder wurde verkürzt auf einen psychologischen Entdecker der modernen Angst, der Masse und der Macht der Presse. Sein 200. Geburtstag im Mai 2013 bietet den Anlass, die Hauptpunkte der Irrtümer über diesen Dichter und Propheten aufzulisten und richtigzustellen.
Zitat des Tages: Die Schmiererei ist eine unsägliche Aktion, für die es keine Begründung gibt.
Doch, es gibt eine Begründung.
Doch es begann mit der Einschüchterung und Vertreibung von Ladenbesitzern.
4. Mai 2013
NörgelEi: Kampagne mit Doppelstandard - fair und transparent müssen die Anderen sein
3. Mai 2013
Ehrlich essen
Wobei sich diese Maßstäbe erstaunlich verändert haben. Christus setzte laut Bibel vor allem auf Brot, Fische und Wein. Das ginge heute gar nicht. Vegetarische Ernährung wird gefordert, Alkohol ist verpönt.
Die moderne Maxime lautet: "Gekocht wird nur mit saisonalen, regionalen, ökologisch angebauten und fair gehandelten Lebensmitteln."