3.3.13

Zettels Vermächtnis

Die Nachricht von Zettels Tod hat uns alle tief getroffen. Wohl niemand hätte sich vorstellen können, wie schmerzhaft dieser Verlust sein würde. Er war ja immer da. Fast täglich setzte er ein Thema, welches ihm wichtig erschien, auf die Agenda, vertiefte es, bezog Stellung, und forderte uns zum Denken und Diskutieren heraus. Zettels Raum ist über die Jahre zu einer Informationskonstante im Leben Vieler geworden und plötzlich fehlt sein Gründer und Namensgeber.

Zettel hat jedes neue Mitglied im Kleinen Zimmer willkommen geheißen; viele von uns erinnern sich noch daran. Er hat unsere Diskussionen in einem ungewöhnlich herzlichem Ton moderiert. Er ist aber auch konsequent eingeschritten, wenn sich jemand nicht an die Regeln gehalten hat.

"Niemand schreibt hier Unsinn" pflegte er doch einmal in erhitzter Debatte geäußerte Kommentare zu rügen, "hier wird zur Sache diskutiert". Das war Zettel. Und er war stolz auf seine "Zimmerleute", wie er uns nannte.

Manch einer konnte kaum glauben, dass Zettel, dieser unglaublich produktive Blogger und Diskussionsleiter eigentlich schon im Rentenalter war. Dem emeritierten Professor war dies jedoch nur zu bewusst. Auch dass er eines Tages mal nicht mehr sein würde. Es war ihm aber wichtig, dass Zettels Raum und Zettels kleines Zimmer erhalten und fortgeführt werden.

Im Jahr 2011 erlitt Zettel während seiner fast durchgehenden Berichterstattung rund um die Ereignisse in Japan einen Schwächeanfall. Damals wurde ihm deutlich bewusst, dass seine Zeit endlich war. Im Forum schrieb er:

... es gibt so viele tolle Menschen, die das weiterführen können, was ich angefangen habe. ZR und das Kleine Zimmer hängen ja nicht daran, wie lange das Herz eines Menschen noch pumpt. Ihr sollt das gefälligst weiterführen. Meines Erachtens ist das Kleine Zimmer einmalig im deutschen Netz. Da müßt Ihr alle euch halt a bisserl engagieren.

In den letzten Jahren wählte Zettel aus dem Kreis der Mitglieder des Kleinen Zimmers einige Co-Autoren für Zettels Raum aus. Sie sollten ihm Unterstützung und auch Versicherung sein, wenn es einmal an Kraft mangeln würde. Nun stehen die Co-Autoren und die Zimmerleute vor einem schweren Erbe. Uns ist klar, dass Zettel durch niemanden zu ersetzen sein wird. Aber uns ist auch bewusst, dass sein Wirken fortgeführt werden sollte.

Das Motto von "Zettels Raum" ist Zettels Vermächtnis:

VERNÜNFTIGE GEDANKEN VON GOTT, DER WELT UND DER SEELE DES MENSCHEN, AUCH ALLEN DINGEN ÜBERHAUPT

Ein helles Licht ist erloschen, aber das Feuer brennt weiter. Für die Freiheit, für die Vernunft, und im ehrenden Gedenken an einen großen Aufklärer.


Am 18. März wird sich "Zettels Raum" wieder bei seinen Lesern melden.

Die Autoren

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