Kann ein Romantitel Deutschland mehr von Amerika trennen, als es der Atlantik tut? „Every Day“ hieß der Jugendroman von David Levithan in der 2012 erschienenen Originalausgabe. Nun kam in Frankfurt am Main 2014 das Erziehungsbuch unter dem tiefsinnigen Titel „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ heraus.
Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt
4. Mai 2014
Der verdeckte Krieg
"In der Ukraine haben wir es de fakto mit einem Krieg zu tun. Aber es ist eine neue Art von Krieg. Ein Krieg, der nicht erklärt wurde."
3. Mai 2014
Von roten und blauen Pillen. Ein Gedankensplitter zu Zukunft, Realität und anderen seltsamen Dingen. (II)
Am Ende des
ersten Teiles wurde der Begriff der Immersion genannt. Immmersion beschreibt die Überführung in
einen Bewusstseinszustand (Eindruck), bei dem sich die Wahrnehmung der eigenen
Person in der realen Welt vermindert und die Identifikation mit dem
"Ich" (dem Avatar) in der virtuellen Welt vergrößert (Zitat
Wikipedia). Man kann auch einfach sagen, Immersion beschreibt das Eintauchen in
eine virtuelle Welt.
Von roten und blauen Pillen. Ein Gedankensplitter zu Zukunft, Realität und anderen seltsamen Dingen. (I)
Prognosen sind
schwierig, besonders wenn Sie die Zukunft betreffen. Ein schönes Bonmot, dessen
Ursprung nicht ganz geklärt ist, und sicher eine ebenso gute wie richtige
Erkenntnis über die menschliche Eigenart gerne Vorhersagen auf die Zukunft zu
machen. Allerdings sollte einen die Schwierigkeit nicht unbedingt davon
abhalten etwas zu versuchen, bzw. sich wenigstens zu bemühen ein paar Gedanken
dazu zu machen.
2. Mai 2014
Ganz unten
Wenn Leute eine Diktatur verherrlichen während sie gegen die Einrichtungen der deutschen Demokratie protestieren, dann ist das schon krass. Aber immerhin sind das isolierte Spinner, die Meinungsfreiheit ermöglicht eben auch solche Äußerungen.
Einen Tag später in Frankfurt ging es noch etwas härter zu. Bei der traditionellen 1.-Mai-Kundgebung des DGB waren nicht nur mannschaftsstark die üblichen Diktatur-Fans von DKP, MLPD und anderen linksextremen Sekten vertreten. Sondern diesmal auch Putin-Fans mit russischen Fahnen. Was die gewaltsame Eroberung der Krim mit der Rechten deutscher Arbeiter zu tun haben soll, ist schon kaum zu erklären.
Darüber hinaus war aber auch eine Gruppe präsent mit syrischen Fahnen und Portraits von Assad. Portraits also nicht nur eines Diktators, sondern eines grausamen Massenmörders.
Man könnte überlegen, ob das nicht schon längst unter Volksverhetzung fällt.
Noch viel schlimmer ist in meinen Augen aber die Haltung des DGB. Es ist schon seit Jahren ein bißchen peinlich, daß eine Organisation von 6 Millionen Mitgliedern zu ihrer zentralen Veranstaltung nur eine Handvoll Leute mobilisieren kann. Aber noch schlimmer ist es dieses Defizit dann dadurch kompensieren zu wollen, daß man klar antidemokratische Kräfte nicht nur als Verstärkung akzeptiert, sondern auch als Mitveranstalter mit Info-Ständen und Zelten.
Wenn aber wie nun in Frankfurt der moralischen Bodensatz dieser Gesellschaft als Arbeiterklasse auftreten will - dann wären eigentlich nicht nur die Ordnungsbehörden der Stadt gefordert, sondern vor allem der DGB sollte sich endlich überlegen, ob er sein Ansehen als demokratische Großorganisition völlig in die Tonne treten will.
Einen Tag später in Frankfurt ging es noch etwas härter zu. Bei der traditionellen 1.-Mai-Kundgebung des DGB waren nicht nur mannschaftsstark die üblichen Diktatur-Fans von DKP, MLPD und anderen linksextremen Sekten vertreten. Sondern diesmal auch Putin-Fans mit russischen Fahnen. Was die gewaltsame Eroberung der Krim mit der Rechten deutscher Arbeiter zu tun haben soll, ist schon kaum zu erklären.
Darüber hinaus war aber auch eine Gruppe präsent mit syrischen Fahnen und Portraits von Assad. Portraits also nicht nur eines Diktators, sondern eines grausamen Massenmörders.
Man könnte überlegen, ob das nicht schon längst unter Volksverhetzung fällt.
Noch viel schlimmer ist in meinen Augen aber die Haltung des DGB. Es ist schon seit Jahren ein bißchen peinlich, daß eine Organisation von 6 Millionen Mitgliedern zu ihrer zentralen Veranstaltung nur eine Handvoll Leute mobilisieren kann. Aber noch schlimmer ist es dieses Defizit dann dadurch kompensieren zu wollen, daß man klar antidemokratische Kräfte nicht nur als Verstärkung akzeptiert, sondern auch als Mitveranstalter mit Info-Ständen und Zelten.
Wenn aber wie nun in Frankfurt der moralischen Bodensatz dieser Gesellschaft als Arbeiterklasse auftreten will - dann wären eigentlich nicht nur die Ordnungsbehörden der Stadt gefordert, sondern vor allem der DGB sollte sich endlich überlegen, ob er sein Ansehen als demokratische Großorganisition völlig in die Tonne treten will.
Standhaft
Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit: Musiker der Bundeswehr haben am Mittwochabend einen Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche mitgestaltet. Trotzdem hatte es im Vorfeld um diesen Auftritt einigen Ärger gegeben: Etwa 800 Menschen sollen nach Angaben der Organisatoren einen Einspruch gegen diesen Gottesdienst unterzeichnet haben.
Dieser Einspruch war mit einem Protestaufruf verbunden: Vor der Frauenkirche sollte gegen die Bundeswehr protestiert werden. Einem Bericht der Dresdner Zeitung DNN zufolge kamen dann am 30.04.2014 ganze »zwei bis drei Dutzend« Aktivistinnen und Aktivisten.
29. April 2014
Die feuchten Träume der ZEIT-Online Leserschaft
Als ich kürzlich wieder einmal auf ZEIT-Online nach typischen und somit hier zu kommentierenden Artikeln suchen wollte, wurde ich unerwartet schneller fündig als gedacht. Nachdem ich nämlich auf den entsprechenden Link in meinem Browser geklickt hatte, prangte zunächst einmal eine ganzseitige Werbung aus dem Automobilbereich auf meinem Bildschirm, unter Umgehung meines Popup-Blockers übrigens (und Browsereinstellungen, die sämtlich gestellt sind auf: "bei beenden löschen"), die erst nach etlichen Sekunden wieder verschwand.
Das war eine ziemliche Enttäuschung für mich. Schließlich hatte ich mich ja über die Fortschritte der Energiewende, über die menschenverachtenden Konsequenzen der Globalisierung, über die wachsende Kluft zwischen arm und reich sowie über die Grenzen und die Amoralität des Wachstums informieren wollen. Und jetzt das.
Das war eine ziemliche Enttäuschung für mich. Schließlich hatte ich mich ja über die Fortschritte der Energiewende, über die menschenverachtenden Konsequenzen der Globalisierung, über die wachsende Kluft zwischen arm und reich sowie über die Grenzen und die Amoralität des Wachstums informieren wollen. Und jetzt das.
28. April 2014
Wie das Wesen der Freiheit ihre eigene Beschränkung wird. Ein Gastbeitrag von nachdenken_schmerzt_nicht
Vor einiger Zeit Zeit erschien in der FAZ ein Beitrag
Lisa Herzogs, in welchem sie die Gelegenheit ergriff, einige Gedanken
aus ihrem Buch "Die Freiheit gehört nicht nur den Reichen" in Form einer
Replik auf Karen Horns Rezension zu präzisieren. Ihren Darlegungen möchte ich widersprechen.
Als ich Lisa Herzogs Text zum ersten Mal gelesen hatte, blieb ich zunächst ratlos über den Kern ihrer Botschaft zurück. Zugleich beunruhigte mich ihr Text, ohne daß ich genau verstehen konnte, warum. Ich dachte nach und versuchte, mich dem Verstehen zu nähern. Im Verlauf konnte ich im Wesentlichen an zwei Aussagen festmachen, warum mir ihre Sicht nicht behagt.
Als ich Lisa Herzogs Text zum ersten Mal gelesen hatte, blieb ich zunächst ratlos über den Kern ihrer Botschaft zurück. Zugleich beunruhigte mich ihr Text, ohne daß ich genau verstehen konnte, warum. Ich dachte nach und versuchte, mich dem Verstehen zu nähern. Im Verlauf konnte ich im Wesentlichen an zwei Aussagen festmachen, warum mir ihre Sicht nicht behagt.
27. April 2014
Zitat des Tages: Die Diabolisierung der Advokatin
„Im Gegensatz zu Sturm [der Verteidigerin von Beate Zschäpe] heute haben die RAF-Verteidiger damals ihre Mandanten politisch verteidigt. Sie haben versucht, deren Taten zu rechtfertigen. Einige Anwälte fanden zum Beispiel, die in U-Haft sitzenden Angeklagten müssten als Kriegsgefangene anerkannt werden – denn aus ihrer eigenen Sicht lägen sie im Krieg mit dem deutschen Staat, somit seien ihre Taten Notwehrhandlungen und nicht strafbar. Mit solch zynischen Argumenten wurde selbst der Tod von arglosen Fahrern und pflichtbewussten Personenschützern begründet.
Wie klänge das, würden Anja Sturm und ihre Mitstreiter argumentieren: Der NSU hat den multikulturell überlaufenen deutschen Staat abgelehnt, er sah es als seine Pflicht an, die Deutschen vor Überfremdung zu bewahren. Der NSU befand sich deshalb im Krieg. Die Handlungen in diesem Krieg, zu denen die Morde an den neun Einwanderern und der deutschen Polizistin gehören, können daher nicht als Straftaten angesehen werden.
Undenkbar.“
Özlem Topçu in einem auf ZEIT-Online veröffentlichten
Beitrag (hier die Komplettansicht) über die Rechtsanwältin Anja Sturm, die im
NSU-Prozess gemeinsam mit zwei Kollegen Beate Zschäpe verteidigt.
26. April 2014
Die zweierlei Maße des Heiko Maas
Nachdem es um Andrea Nahles medial in den letzten Tagen vergleichsweise ruhig geblieben ist und der CDU/CSU-Teil der großen Koalition weiterhin den Schlaf der Selbstgerechten schläft (abgesehen vom glaubhaft leidenden CDU-Wirtschaftsrat vielleicht, aber wer hört dem in diesen Tagen schon zu?), ist die Zeit günstig für einen weiteren jungen SPD-Minister, ins Rampenlicht zu treten und Großes zu verkünden: Bundesjustizminister Heiko Maas.
Aktuell plant Maas, daß "rassistische Motive" in den Strafzumessungskatalog mit aufgenommen werden sollen, d. h. daß Täter, bei denen rassistische Motive als nachgewiesen gelten, härter bestraft werden sollen als Delinquenten, die die gleichen Taten aus anderen Motiven heraus verübt haben. Hiermit will Maas eine Empfehlung aus dem Abschlußbericht des NSU-Untersuchungsausschusses umsetzen, der bis August letzten Jahres unter der beherzten Leitung des nach wie vor abgetauchten, und möglichen Gegenstandes eines zukünftigen U-Ausschusses, Sebastian Edathy, stattgefunden hat.
25. April 2014
Fragen zu allen Dingen überhaupt (2): Sind die Deutschen humorlos oder woher stammt dieser Ruf?
Deutschland, die Heimat der Dichter und Denker, ist Export-
und manchmal auch Fußballweltmeister. Es ist für seine Autos und andere – in
der breiten Öffentlichkeit weniger beachtete – Maschinen auf dem gesamten Globus
bekannt und geschätzt. Doch beim Humor wird der Klassenprimus nicht nur in der
Eigen-, sondern auch in der Fremdwahrnehmung zum Kandidaten für den Förderunterricht. Wenn selbst eine seriöse Welterklärungssendung wie South Park im entsprechenden Klischee badet,
dann lässt es sich nicht ohne weiteres von der Hand weisen.
Es grenzt an einen Betriebsunfall, wenn eine deutsche Filmkomödie einmal so etwas wie lustig ist; zumeist herrscht in diesem Format eine „Komik, die aus dem Kabarett kommt“ und eine „biedere[n] Witzigkeit“ – so Bert Rebhandl in der FAZ über zwei der jüngsten diesbezüglichen Versuche aus schwarz-rot-goldenen Gefilden. Und zu komischen Streifen aus anderer Herren Länder schweigt der Besucher eines deutschen Kinos, pardon: Filmkunsttheaters, jedenfalls dann, wenn das betreffende Opus als irgendwie anspruchsvoll und sozialkritisch wahrgenommen wird.
Es grenzt an einen Betriebsunfall, wenn eine deutsche Filmkomödie einmal so etwas wie lustig ist; zumeist herrscht in diesem Format eine „Komik, die aus dem Kabarett kommt“ und eine „biedere[n] Witzigkeit“ – so Bert Rebhandl in der FAZ über zwei der jüngsten diesbezüglichen Versuche aus schwarz-rot-goldenen Gefilden. Und zu komischen Streifen aus anderer Herren Länder schweigt der Besucher eines deutschen Kinos, pardon: Filmkunsttheaters, jedenfalls dann, wenn das betreffende Opus als irgendwie anspruchsvoll und sozialkritisch wahrgenommen wird.
21. April 2014
Eine Verteidigung des freien Willens
Eine Antwort des geschätzten Kollegen Andreas Döding in ZkZ, verbunden mit einem Verweis auf ein Interview mit dem prominenten Naturwissenschaftler und Hirnforscher, Wolf Singer, der die Existenz des freien Willens ablehnt, brachte mich dazu, mir über dieses Thema Gedanken zu machen.
Einigen im besagten Interview beschriebenen Argumenten möchte ich meine Sicht zu diesem hoch aktuellen Thema entgegensetzen.
Einigen im besagten Interview beschriebenen Argumenten möchte ich meine Sicht zu diesem hoch aktuellen Thema entgegensetzen.
Es geht dabei nicht nur um die Frage, ob unsere Handlungen eher bewussten oder unbewussten Ursprungs sind, oder ob solch eine Unterscheidung überhaupt möglich ist. Auch nicht nur darum ob sie vollständig determiniert sind.
Es geht auch um die Konsequenzen, welche sich aus einem unbewussten Ursprung ergeben. Um die Etablierung von "neue(n) ethische Regeln" wie Wolf Singer sagt.
Diese möglichen Konsequenzen werden kaum thematisiert und wenn, dann als Auswüchse des Zeitgeistes dessen Prägung meist dem politischen Gegner zugerechnet wird. Zum Beispiel wenn die Verantwortung für Straftaten zunehmend auf die Gesellschaft als Ganzes verlagert wird.
Außerdem scheint mir eine Gewöhnung einzusetzen, an die sich die Klinke in die Hand gebenden Weltverbesserer mit Forderungen nach radikalen Veränderungen - weil wir sonst in "katastrophalen" Zuständen leben werden.
Der Gang der Dinge, welcher von revolutionären Umwälzungen meist weit entfernt ist, lässt einen vielleicht gelassen abwinken und solche Diskussionen für den Zeitvertreib von Bewohnern der Elfenbeintürme erscheinen.
Vielleicht.
Oder auch nicht. Und Wissenschaftler mit neuen Erkenntnissen und einer starken politischen, um nicht zu sagen umstrittenen, ideologischen Agenda, die eine ergebnisorientierte Liaison mit der Politik einzugehen im Stande sind, die uns Dinge wie z.B. die Energiewende und die Große Transformation bescheren, haben weitaus mehr Einfluss auf die Gesetzgebung als alle demokratisch legitimierten Entscheidungsfinder und -träger zusammen.
Dabei sind nicht so sehr die Theorien das Besorgnis Erregende, sondern die Schlüsse, welche daraus gezogen werden.
Die wiederum sehr wohl Konsequenzen für unser Leben haben.
Die wiederum sehr wohl Konsequenzen für unser Leben haben.
Besseres Deutsch dank Gender-Mainstreaming
An der Philipps-Universität Marburg gibt es also eine
„Studienführerin Gender“ – ein Informationsportal, keine Person; die
Entstehungsgeschichte dieses Angebots ist in einer „Herstory“ nachzulesen. (Dank
für diese Trouvaille gebührt einem Artikel auf FAZ.net.) Dass es den ProgrammiererInnen
der Website an der erforderlichen Linientreue fehlt, lässt ein Blick in die URL
der „Studienführerin“ erahnen. Dort regiert der blanke Chauvinismus.
Wir begrüßen es zwar, dass die weibliche Form Führerin den unerträglich hohen Autobahnfaktor ihres männlichen Pendants etwas abmildert, würden uns aber vielleicht eine assoziativ neutrale, wenn auch grammatikalisch doch wieder maskuline Variante wie Leitfaden wünschen. Hingegen findet die Umwandlung der history zur herstory unsere nahezu uneingeschränkte Zustimmung. Nahezu, denn wir fragen uns, ob die Feminisierung nicht richtigerweise hertory lauten müsste.
Wir begrüßen es zwar, dass die weibliche Form Führerin den unerträglich hohen Autobahnfaktor ihres männlichen Pendants etwas abmildert, würden uns aber vielleicht eine assoziativ neutrale, wenn auch grammatikalisch doch wieder maskuline Variante wie Leitfaden wünschen. Hingegen findet die Umwandlung der history zur herstory unsere nahezu uneingeschränkte Zustimmung. Nahezu, denn wir fragen uns, ob die Feminisierung nicht richtigerweise hertory lauten müsste.
20. April 2014
Kurioses, kurz kommentiert: Liebesleid und ZEIT-Geist
Einer der in den vergangenen Tagen meistkommentierten Beiträge auf
ZEIT-Online ist der Leserartikel einer gewissen Steffi Arendsee. Die Autorin beklagt
sich darin über ihre letzten drei Beziehungsanbahnungsversuche, die allesamt „endeten,
bevor sie richtig begonnen hatten“. Die beteiligten Herren „sind zwischen 30
und 35 Jahre alt, haben studiert oder befinden sich kurz vor dem Abschluss und
arbeiten mit Zahlen bzw. in der Computerbranche“ und haben (jeder auf eine
andere Weise) der Schreiberin nach kurzer Zeit ihr Desinteresse an der
Intensivierung der Bekanntschaft signalisiert.
Angesichts dieser Erfahrungen fragt sich die Gastautorin im
letzten Absatz ihrer Zuschrift:
Was ist nur los mit den Männern aus meiner Generation? Wenn ich von meinen Erfahrungen auf alle schließe, verdienen sie wahrlich keine Lorbeeren für ihren Umgang mit Frauen. Sie sprechen viel über sich, fragen aber wenig. Sie ergreifen selten die Initiative und wissen nicht, was sie wollen. Sie suchen Spaß – ohne Verpflichtungen. Wenn sie eine Verbindung auflösen, zeigen sie wenig Anstand, und suchen den Fehler bei der Frau.
19. April 2014
Der Narzißmus der Andrea Nahles
Ja, ich weiß, verehrter Leser; schon wieder Frau Nahles. Mir scheint, daß sowohl dem Bloggen als auch dem Lesen von Blogs manchmal ein selbstschädigendes Moment innewohnt. Man beschäftigt sich in seiner oft raren Freizeit vergleichsweise vertieft mit Dingen, die schon bei oberflächlicher Betrachtung geeignet wären, einem den Tag zu verleiden. Andrea Nahles ist zweifellos solch ein Ding. Dabei habe ich mit ihr gemeinsam, daß wir beide völlige ökonomische Laien sind. So gesehen herrscht zwischen uns also Waffengleichheit, mit dem Unterschied daß das Bloggen über Dinge, von denen man wenig versteht, keinerlei Schaden anrichtet (außer vielleicht Langeweile oder Ärger beim Leser); ganz anders als bei Gesetzgebungsverfahren, die durch ökonomische Laien und unter völliger Ignorierung ökonomischen Sachverstandes angestoßen werden.
18. April 2014
Judenverfolgung auf prorussisch?
Der Präsident Russlands, Wladimir Putin kennt für die Mitglieder der Übergangsregierung in der Ukraine nur eine Bezeichnung:
Faschisten.
Russischstämmige Bürger werden von diesen Faschisten bedroht sagt Putin; weshalb er zehntausende Soldaten an der russisch/ukrainischen Grenze zusammengezogen hat und einige von denen schon mal über die Grenze schauen und Terroristen in der Ukraine höchst professionell ausrüsten und leiten lässt.
Ihre Aufgabe besteht in der Besetzung von Verwaltungsgebäuden im Osten der Ukraine. Die mit petersburger Dialekt sprechenden Ortsunkundigen Antifaschisten sollen in ihrem Kampf gegen den Faschismus auch mal in ein Theater einmarschiert sein und sich nach dem Bürgermeister erkundigt haben.
16. April 2014
Marginalie: Die ARD, Tebartz van Elst und das neue Tagesschau-Studio
Die Affäre um den ehemaligen Limburger Bischof Tebartz van Elst im Spiegel der ARD:
Der Protz-Bischof sagt Adieu: "Der kommende Bischof [...] wäre gut beraten, auch das ganze Domkapitel auszutauschen, wenn die Herren nicht von selber auf die Idee kommen, geschlossen zurückzutreten. [...] daß in der Führungsetage des Bistums Limburg Zivilcourage ein Fremdwort ist. Zugegeben, Zivilcourage in der katholischen Kirche ist kein Selbstläufer. Zu sehr ist hierarchisches Denken bei vielen kirchlichen Protagonisten verankert. [...]"
13. April 2014
Quis custodiet ipsos custodes? Ein Gedankensplitter zu Edward Snowden, der NSA, dem Feind meines Freundes und nicht zuletzt auch Angela Merkels CDU
Edward
Snowden ist ein Verräter. Daran kann nach Wortdefinition nicht wirklich ein
Zweifel bestehen, ihm waren Geheimnisse anvertraut, die er verraten hat und hat
damit seinem Arbeitgeber und seinem Land erheblichen Schaden zugefügt.
Amerikanische Diplomaten werden Jahre brauchen um auch nur einen Teil des
Vertrauens zurückzubekommen, dass zerstört wurde und die Effizienz der NSA
dürfte international deutlich und über sehr lange Zeit reduziert sein.
10. April 2014
Mecker-Marginalie: Mal wieder "zeitgemäßer Liberalismus"
Es geht also wieder einmal um den "zeitgemäßen Liberalismus", was
in etwa so klingt wie "modernes Christentum". Freilich: Eine
Ideologie sollte nicht in Stein gemeißelt sein und jede Veränderung – man könnte
auch freundlicher formulieren: Weiterentwicklung – als Angriff auf die
allein selig machende, reine Lehre ablehnen. Indessen: Ein
Wohlfühlgedankensystem ohne Gott ist kein Christentum, und eine
Freiheitsidee, die diesen Begriff bis zur Unkenntlichkeit entstellt und
ihn als positiv konnotierte Hülle für eine Mogelpackung missbraucht, ist
kein Liberalismus.
9. April 2014
Gefallene Mädchen, der Abstieg der Domina und die Erfolgsgeschichte der Queen
Vermutlich
wissen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, was ein Koberer ist. Angehörige dieses
Berufsstandes versuchen, Menschen auf der Straße durch Überredungskünste in ein Etablissement der – sagen wir mal – eher anrüchigen
oder zumindest nicht familiengerechten Vergnügung zu locken.
Vielleicht
sind Sie durch die Überschrift gekobert, also dazu verleitet worden, sich auf diesen Artikel
näher einzulassen. Ich hoffe nur, dass der Titel bei Ihnen keine Erwartungen
geweckt hat, die der Beitrag nicht erfüllen kann und auch gar nicht zu erfüllen
gedenkt. Das Rotlichtmilieu soll im Folgenden nämlich nicht im Mittelpunkt
stehen, obwohl wir sogleich einer Dirne – oder besser gesagt – der Dirne begegnen werden.
7. April 2014
Zitat des Tages: Feministinnen im Kampfmodus – Brüderle zur Causa Himmelreich
Ich bin heute noch überzeugt, dass ich die politische Debatte anders nicht überstanden hätte. Da kommen Sie mit der Wahrheit nicht weiter, wenn Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus sind.
Der Spitzenkandidat der FDP für die Bundestagswahl 2013,
Rainer Brüderle, in einem Interview in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts (die dem Verfasser
vorliegt); das Gespräch wird auszugsweise auf dem Online-Portal der Zeitung referiert.
6. April 2014
Marginalie: The show doesn’t go on – Zum Ende von „Wetten, dass …?“
Wie das ZDF mitteilt, wird „Wetten, dass … ?“ zum Ende
dieses Jahres Fernsehgeschichte sein. Dreimal soll das einstige Flaggschiff des
Mainzer Senders noch über die Bildschirme flimmern, dann fällt der Vorhang und
breitet den Mantel gnädigen Schweigens oder seligen Erinnerns über ein
Dritteljahrhundert deutscher Unterhaltungshistorie.
Jüngeren Semestern wird kaum zu vermitteln, welche
Anziehungskraft die Samstagabendshows jedenfalls in den 80ern, vielleicht auch
noch Anfang der 90er-Jahre ausübten. Da saß die ganze Familie gebannt vor der
Mattscheibe und schaute „Einer wird gewinnen“, „Auf Los geht’s los“ oder eben
„Wetten, dass…?“ Am Montag wurde das, was Kulenkampff, Fuchsberger, Elstner und Gottschalk in die Wohnzimmer
getragen hatten, in der Schule, im Büro oder der Werkstatt Gegenstand des kollegialen Smalltalks. (Anmerkung zur unvollständigen
Auflistung der „Wetten, dass …?“-Gastgeber: Lippert wird wegen zu kurzer Moderationstätigkeit
nonchalant übergangen, die Nominierung Guttenbergs blieb eine Fußnote im Almanach der Ideen, und Lanz kam erst zu der Zeit, als die Party bereits vorbei war.)
5. April 2014
Andrea Nahles und das Geld: Geschenkt. Und nicht verdient. Eine Meckerecke
Andrea Nahles (SPD) verwaltet mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales den mit Abstand größten Einzelposten des Bundeshaushaltes. Für 2013 betrug er 119,2 Mrd. Euro. Zum Vergleich: der Bundeshaushalt betrug 2013 inkl. der Nettoneuverschuldung von 17,2 Mrd. Euro insgesamt 302 Mrd. Euro.
Nun hat Frau Nahles, seit sie im Amt ist, ja schon ordentlich vorgelegt. "Geliefert" sagt man wohl neuerdings in Politikerkreisen. Neben dem Mindestlohn ("Tarifautonomiestärkungsgesetz"; Orwell wäre vermutlich begeistert) hat auch das "Rentenpaket", die sogenannte Rente mit 63, das Kabinett bereits passiert.
4. April 2014
Warum der Vorwurf der "Zensur" in Deutschland verfehlt ist
Was mich in öffentlichen Diskussionen, insbesondere wie sie im linken und grünen Meinungsspektrum geführt werden oft ärgert, ist die Neigung zur Inflationierung moralisch aufgeladener Begriffe für politische Zwecke und zur Diskursunterdrückung. Da ist schon die Skepsis gegenüber der "Homo-Ehe" ein Ausdruck (und beweisend!) für eine homophobe Haltung; wer auf Probleme mit bestimmten Einwanderergruppen hinweist gilt als xenophob usw. Es gibt diese Neigung zur Inflationierung (oder richtiger: Entpräzisierung) von Begriffen auch in Diskussionen innerhalb des liberalen, insbesondere aber des konservativen Spektrums. Schnell ist man hier mit dem "Zensur!"-Vorwurf dabei oder daß die Meinungsfreiheit von Individuen oder Gruppen eingeschränkt werde und dergleichen mehr. Ich halte diese Vorwürfe in der Regel für maßlos übertrieben und in der Sache für falsch.
1. April 2014
Feu tricolore (5): Manuel Valls – ein „rechter“ Sozialist und Frauenschwarm im Hôtel Matignon
Manchmal lohnt es sich zu warten: Anfang November des
letzten Jahres hatte ich – nicht zuletzt angeregt durch diesen interessanten Artikel in der FAZ – einen Beitrag über François Hollandes zunehmende Unbeliebtheit und die Zukunftschancen des damaligen Innenministers Manuel Valls
geplant. Folgende Zeilen waren bereits entworfen (ich habe sie für den
vorliegenden Beitrag geringfügig ergänzt, aber ihre Essenz beibehalten):
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