Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt
6. April 2014
Marginalie: The show doesn’t go on – Zum Ende von „Wetten, dass …?“
5. April 2014
Andrea Nahles und das Geld: Geschenkt. Und nicht verdient. Eine Meckerecke
4. April 2014
Warum der Vorwurf der "Zensur" in Deutschland verfehlt ist
1. April 2014
Feu tricolore (5): Manuel Valls – ein „rechter“ Sozialist und Frauenschwarm im Hôtel Matignon
31. März 2014
Fragen zu allen Dingen überhaupt (1): Sind das Steuerhinterziehen und das Plagiieren bei universitären Abschlussarbeiten gleich verwerflich?
Historiker einer späteren Generation werden wohl mit Erstaunen feststellen, wie in unserer Zeit aus der lästigen Pflicht des Steuerzahlens eine moralische Verbindlichkeit gegenüber dem Vaterland und gleichsam ein Fetisch der veröffentlichten Meinung konstruiert wurde, ganz zu schweigen davon, dass es der Staat zur Aufklärung von Finanzdelikten mit dem Strafgesetzbuch nicht mehr so genau nimmt und die in seinem Namen tätigen Hehler auch noch für einen Orden vorgeschlagen werden.
Den vorläufig letzten Akt in diesem Stück absurden Theaters bildeten die den Mündern von Medienschaffenden und Politikern entströmenden Wortspenden zum Fall Uli Hoeneß. Vor wenigen Tagen hat nun die Saarbrücker Zeitung in einem (leider nicht online zugänglichen) Artikel geschrieben, dass Annette Schavan „den Hoeneß machen“ solle. Die Klage der ehemaligen Bundesministerin für Bildung und Forschung gegen die Aberkennung ihres Doktortitels war vom Verwaltungsgericht Düsseldorf abgewiesen worden.
30. März 2014
Hausaufgabe der Kirchen und nachhaltiger Fehler. Gastbeitrag von Ludwig Weimer
Jetzt lag das evangelisch-katholische Papier 22 „Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft“ im Briefkasten: feierlich gedruckt, so dass seine inhaltlichen vereinten Schwächen umso dreifarbig-deutlicher hervorstechen. Wen erschüttert die Formulierung einer These wie: Wirtschaftliches Wachstum in den Dienst für den Menschen stellen?
Ich will vor allem auf ein einziges textimmanentes Problem aufmerksam machen, weil ich es für das wichtigste halte.
25. März 2014
Marginalie: Ursula von der Leyen und Private Paula´s Krapfen
24. März 2014
Zitat des Tages: Mit Dank an die Krim-Krise
Fast muss die Wirtschaft der Krim-Krise dankbar sein. Die unerwartete Machtprobe, in die der russische Präsident die Europäer zwingt, führt der Koalition vor Augen, wie schnell die Wirklichkeit einen anderen Verlauf nimmt als geplant.
Die SPD hat sich die Schlüsselressorts für Wirtschaft und Soziales gesichert, um wieder als Schutzmacht des (kleinen) Bürgers sichtbar zu werden. Und zwar ganz handfest. Immer geht es ums Geld: höhere Niedriglöhne, abschlagsfreie Frührente, gedeckelte Mieten, günstiger Grünstrom – im Subtext jedes Gesetzentwurfs findet sich Umverteilung, wie auch immer verbrämt.
22. März 2014
Die Farbe der Freiheit. Ein Gastbeitrag von nachdenken_schmerzt_nicht
20. März 2014
Marginalie: Krimsekt
In vielen Ländern der EU ist die anscheinend größte Sorge von politisch interessierten Verbrauchern, aus Versehen ein Produkt aus einer jüdischen Siedlung in der Westbank zu kaufen und - Gott bewahre - wömiglich gar zu verspeisen.
Die ansonsten mehr als unauffällige EU-Außenbeauftragte Lady Ashton tut, was eine Politikerin in Deutschland (vulgo: Claudia Roth) nicht besser tun könnte: Sie nimmt die Sorgen der Menschen ernst.
Nun ist aber die EU gerade von dieser Herzensangelegenheit abgelenkt und befasst sich mehr oder weniger intensiv mit den Geschehnissen in der Ukraine. Nachdem wir uns im vorigen Absatz erst daran erinnert haben, dass überhaupt über eine Außenbeauftragte verfügen, so tritt diese plötzlich wieder in Aktion:
European foreign policy chief Catherine Ashton has strongly condemned Russia for its role in the "so-called" referendum in Crimea, which she described as "illegal and in clear breach of the Ukrainian constitution".
19. März 2014
Die Demokratie als Brückentechnologie
18. März 2014
Oxfam, der Sozialismus und die Juden
16. März 2014
Zitat des Tages: Der verklärte Blick auf die DDR
Auch nach 25 Jahren Aufarbeitung ist es uns offenbar nicht gelungen, in der Gesellschaft zu verankern, dass die DDR eine menschenverachtende Diktatur war. Die Hauptschuld daran trägt die Linkspartei, die den DDR-Verklärern immer wieder politischen Rückhalt gibt. Man braucht nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man die SED-Diktatur lobt.
Jedem Gesamtdeutschen im Jahr 2014 kommt die DDR, wenn sie so quellenunkritisch aus ihrer Aktenlage und aus den Erinnerungen ihrer Insassen rekonstruiert wird, irgendwie idyllisch vor. Die selbstbewussten Frauen, Nackte an den Stränden, Arbeit, Sicherheit und Freizeit. Selbst die Mangelwirtschaft wirkt, wenn man sie heute sieht, wie ein vom Staat gelenktes großes Downgrading. [...]Da erscheint das Aber [der überwachende und bevormundende Unrechtsstaat] gar nicht mehr so schlimm, beinahe wie ein aufregendes Abenteuer.
15. März 2014
Ein paar Gedanken zu freien Gedanken oder warum unsere Eltern alle Rassisten waren.
14. März 2014
Der Uli und der Michel
Aber es geht schließlich um Steuern, und das lässt niemanden kalt, wie ich in einem früheren Artikel zum selben Thema ausgeführt habe.
Ich will hier auch nicht die Frage erörtern, ob Uli Hoeneß Gerechtigkeit widerfahren ist, denn diese bekommt man von der Justiz bekanntlich nicht, sondern allenfalls ein Urteil. Statt dessen werde ich das Thema "Steuern als Volksobsession" an Hand einer kleinen Geschichte wieder aufgreifen.
Das deutsche Einkommenssteuersystem lässt sich mit einer Familie mit unmündigen Kindern vergleichen, in der der Vater Staat dem deutschen Michel zuerst sein gesamtes erwirtschaftetes Einkommen wegnimmt und dann ein Taschengeld für seine persönlichen Lebenshaltungskosten zugesteht.
13. März 2014
Meckerecke: Wie die "Welt" den Rechtsstaat versteht
Selbst wenn das Urteil heute rechtskräftig geworden wäre, könnte niemand daran gehindert werden, seine Solidarität mit H. zu bekunden. Ein Strafurteil ist ja keine umfassende und abschließende Bewertung des Charakters eines Menschen, sondern eine Sanktion für eine oder mehrere seiner Handlungen.
Noch einmal zum Mitschreiben für das Personal des Globusblatts: H. genießt die – gemäß Ziffer 13 des Pressekodex – auch für die gedruckte Meinung verbindliche Unschuldsvermutung. Wer sich vor dem Gerichtsgebäude bei H. für dessen Verdienste um einen bekannten deutschen Fußballverein bedankt und seiner Sympathie für den Angeklagten Ausdruck verleiht, ist nicht schon allein deshalb ein Feind des Rechtsstaats.
© Noricus. Für Kommentare bitte hier klicken.
12. März 2014
Zitat des Tages: Die Dialektik der Sperrklausel
Praktisch macht das Gesetz der arabischen Minderheit also genau jenen Meinungspluralismus unmöglich, den die zahlenstärkere jüdische Mehrheit für sich selbstverständlich in Anspruch nimmt.
10. März 2014
Gute Ressentiments, böse Ressentiments
Das ist kein Witz. So denkt es in mir.
Kein Antisemit reflektiert seine Ressentiments, grübelt, wie "es" in ihm denkt.
das gegenwärtige Fortpflanzungsgemurkse derart widerwärtig erscheint, dass ich sogar geneigt bin, Kinder, die auf solch abartigen Wegen entstanden sind, als Halbwesen anzusehen. Nicht ganz echt sind sie in meinen Augen, sondern zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weißnichtwas. Das ist gewiss ungerecht, weil es den Kindern etwas anlastet, wofür sie rein gar nichts können. Aber meine Abscheu ist in solchen Fällen stärker als die Vernunft (Seite 12 f).
6. März 2014
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Zur Fastenaktion der EKD
4. März 2014
Und sie verstehen sich doch – Deutsche Sprache, fremde Sprache
Stille. Einen Moment lang geschieht nichts. Und just in dem Moment, als sich unser junger Freund seines sprachlichen Fauxpas bewusst wird, entgegnet ihm die Verkäuferin in rheinischem Frohnaturen-Ton: „Ach, Sie meinen Berliner. Bei uns heißen die Berliner.“
3. März 2014
Der Schatten von München
Beklemmend sind dagegen die Parallelen zum März 1939. Hitler läßt die Wehrmacht in tschechisches Gebiet einrücken und annektiert das Land. Obwohl er im Münchner Abkommen von 1938 Frieden versprochen und den Bestand des Nachbarlands zugesagt hatte. Die westlichen Großmächte hatten auf Appeasement gesetzt und müssen ohnmächtig zuschauen, wie der Diktator sich über alle völkerrechtlichen Abmachungen hinwegsetzt und sie zum Gespött macht.
Auch Putins Angriff auf die Ukraine ist ein klarer Bruch der Vereinbarungen, in denen Rußland 1994 in Budapest die Grenzen des Nachbarlands garantiert hatte. Und wieder müssen die westlichen Großmächte, die auf Abrüstung gesetzt hatten, der Skrupellosigkeit des Diktators ohnmächtig zuschauen.
Man kann noch einige Parallelen mehr finden. Der verletzte Stolz einer Großmacht, die wesentliche Einbußen hinnehmen mußte und die neue Friedensordnung wieder zu ihren Gunsten revidieren möchte. Die Ausnutzung von Minderheitenproblemen in den Nachbarländern. Und sogar der Versuch, mit einer prachtvollen Olympiade internationalen Ruhm zu gewinnen. Um dann die Panzer rollen zu lassen.
Aber Geschichte wiederholt sich nie mit völlig gleichen Ergebnissen. Putin ist nicht Hitler, obwohl seine Fixierung auf außenpolitische Machtpolitik fast ähnlich dominant ist. Und die Ukraine ist trotz ihrer internen Zerrissenheit kein hilfloses Opfer. Noch ist völlig offen, wie die Krise ausgeht.
2. März 2014
Putins Russland ist auch eine Bedrohung für Europa
Zu Zettels Todestag (6): Rußland
Zum Abschluß unserer kleinen Gedenkserie zu Zettels Todestag geht es um ein recht aktuelles außenpolitisches Thema: Rußland.
Zettel hat über dieses Land, und insbesondere über die Politik Wladimir Putins, sehr viel geschrieben; sein letzter Artikel "Rußland auf hegemonialem Kurs" stammt vom 10. Januar 2013. Er stellt die Prognose von Stratfor für das Jahr 2013 vor, bietet Links zu früheren Artikeln und schlägt schließlich einen Bogen zur deutschen Energiepolitik.
Von den älteren Artikeln vermittelt besonders "Entkolonialisierung oder 'Selbstverstümmelung'? Rußlands auf dem Weg zurück zu einer imperialen Politik" vom 16. November 2008 einen guten Einblick in Zettels Deutung der neueren russischen Geschichte.
(Der von Zettel erwähnte Vortragstext von Igor Maximytschew ist leider nicht mehr im Netz auffindbar.)
1. März 2014
Meckerecke: Gemeinsame Inkompetenz
Inzwischen ist das Problem dringlicher geworden. Während deutsche Bischöfe mit ihren gottgewollten und steuerfinanzierten Bezügen (B7 bis B10, 9000 - 12000 €, zuzüglich Dienstwohnung und Dienstwagen) darben müssen, steigert der global entfesselte Kapitalismus den weltweiten Wohlstand. Da muß eingeschritten werden.
Egal was sie theologisch trennt, hier sind sich katholische und evangelische Bischöfe einig. "In gemeinsamer Verantwortung" veröffentlichen sie eine Sozialinitiative um dem wüsten Treiben Einhalt zu bieten, sie kritisieren "Gier und Maßlosigkeit". Und breiten auf vielen Seiten aus, was sie in den Parteiprogrammen von Grünen und Kommunisten so alles gefunden haben. In der Bibel werden sie jedenfalls nicht fündig geworden sein, wenn es um die angeblichen Ursachen der Finanzkrise oder die Beurteilung der deutschen Haushaltslage geht.
Man kann davon ausgehen, daß keiner der hohen Herren auch nur den Unterschied zwischen einer Aktie und einem Optionsschein kennt. Aber ganz sicher sind sie sich, daß der Handel mit diesem Teufelszeug irgendwie stärker staatlich kontrolliert werden muß.
Und demnächst liefert uns dann der Vorstand der Deutschen Bank eine Exegese der Offenbarung des Johannes ...
Aber abgesehen davon, daß sie sich ausführlichst zu allen möglichen Sachen äußern, von denen sie keine Ahnung haben: Welche "Verantwortung" beanspruchen sie denn hier?
Sollte jemand tatsächlich ihren Vorschlägen folgen - werden sie dann "mea culpa" anerkennen, wenn es dann schief geht? Wohl nicht. Sie werden sich in ihre Bischofspaläste zurückziehen und weiter über das Elend der Welt klagen.
Sie sind so wenig für das wirtschaftliche Geschehen in Deutschland verantwortlich wie ein Theaterbesucher für die Qualität der Aufführung. Die "gemeinsame Verantwortung" ist eine Floskel, Verantwortung übernehmen können sie nicht und wollen sie nicht.
© R.A.. Für Kommentare bitte hier klicken.
Zu Zettels Todestag (5): Der Achtundsechziger
Im Jahre 1968 ist Zettel 30 Jahre alt gewesen. Kein Student mehr, noch nicht Professor. In einer kleinen Serie erinnerte er sich 40 Jahre später an diese Zeit. Ich habe die Artikel seiner Serie "Wir Achtundsechziger" leicht gekürzt zu einem zusammengefasst, deshalb Vorsicht: es folgt ein langer Schmöker!