Ich weiß nicht, wann ich angefangen habe, bei Amazon Bewertungen zu schreiben. Ach ja, doch: meine erste Bewertung handelte von einem Computerspiel, das ich über alle Maße liebte. Ich schrieb die Bewertung, um andere ebenfalls von dem Spiel zu überzeugen. Inzwischen stehe ich irgendwo knapp über der Position 2000 in der Rezensenten-Rangliste. Ja, so was gibt es bei Amazon: die Rezensenten bekommen Punkte (nach einem System, das Amazon geheim hält) und die Punkte ergeben eine Rangliste. Warum macht Amazon das?
Stellen wir diese Frage kurz zurück und beschäftigen uns zuerst damit, warum Amazon überhaupt die Kundenbewertung eingeführt hat. Amazons Erfolg ist wesentlich durch dieses ausgefeilte System der gemeinschaftlichen Bewertung und Rezension von Produkten gegründet. Erinnern wir uns: es ist noch keine Generation her, da wurden Produktempfehlungen von (teilweise selbsternannten) Experten verkündet. Zum Beispiel bei Büchern. Die Einzelmeinungen sollten so fundiert sein, dass viele sich an den intellektuellen Vorkostern orientieren konnten. Diese Form der Rezension war so beliebt, dass sich ein eigener Berufszweig entwickelte: der Literaturkritiker. Ähnliches gab es auch bei Technikprodukten, wo sich in Deutschland insbesondere Stiftung Warentest hervortat. Oder bei Restaurants, wo beispielsweise der Michelin-Restaurantführer Ton angebend war.
Inzwischen sind alle diese Expertengremien im Niedergang begriffen und werden ersetzt durch anonymisierte Kundenbewertungen: die "Schwarmintelligenz".
Inzwischen sind alle diese Expertengremien im Niedergang begriffen und werden ersetzt durch anonymisierte Kundenbewertungen: die "Schwarmintelligenz".
