15. Februar 2026

Marco Rubio, Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz (14. 02. 2026)









(Der amerikanische Außenminister Marco Rubio hat gestern, am 14. Februar 2026, am zweiten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz, eine Rede gehalten, die nicht nur in den US-Amerikanischen Medien, sondern auch in deutschen sozialen Medien wie Facebook und X-vormals-Twitter, ein überwältigendes Echo - ein positives Echo! - hervorgerufen hat. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Rubio mit seinen klaren, unumwundenen Worten einen "Nerv getroffen hat," daß er zahllosen Zuhörern, die über die Videostreams diese 20 Minuten verfolgt haben, aus tiefstem Herzen gesprochen hat. Vor allem aus den USA waren zahllose Kommentare zu lesen, daß es sich um die beste, prägnanteste Rede handelt, die seit Jahren von einem Politiker zu hören war. Auch der Schreiber dieser Zeilen neigt zu diesem Urteil: diese Rede sollte in die Geschichtsbücher engehen, neben die "Gettyburg Address", John F. Kennedys "Before this decade is out..." oder Ronald Reagans "Mr. President, tear down this wall!" Mehrere deutschprachige Outlets haben die Rede, im Original wie in deutscher Übersetzung, bereits gestern ins Netz gestellt, so etwa Nuis.de und "Tichys Einblick." Aber solche Beiträge "versenden sich," wie es vor Jahrzehnten über die Flüchtigkeit von Radiosendungen hieß. Und angesichts einer solchen Gelegenheit schadet es nicht, auch einer vier- oder fünffachen Dokumentation eine weitere an die Seite zu stellen. Ich habe mich deshalb entschieden, Rubios Rede in voller Länge, in meiner eigener Übertragung, folgen zu lassen.)

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Wir kommen hier heute als Mitglieder einer historischen Allianz zusammen, einer Gemeinschaft, die die Welt gerettet und sie verändert hat. Als diese Konferenz 1963 ihren Anfang nahm, fand sie in einem Land statt – auf einem Kontinent sogar – der geteilt war. Die Grenze zwischen dem Kommunismus und der Freiheit verlief durch das Herz Deutschlands. Nur zwei Jahre davor war der erste Stacheldraht der Berliner Mauer gezogen worden.

Und nur wenige Monate vor dieser ersten Tagung, als unsere Vorgänger sich hier in München getroffen haben, hatte die Kubakrise die Welt an den Rand der Zerstörung gebracht. Zu einer Zeit, als man sich sowohl in Amerika wie in Europa immer noch deutlich an den Zweiten Weltkrieg erinnerte, sahen wir uns von einer erneuten, weltweiten Katastrophe bedroht – einer Bedrohung, die an Zerstörung, and apokalyptischem Potential alles bisherige in der Geschichte der Menschheit übertraf.

Zur Zeit dieser ersten Tagung befand sich der Sowjetkommunismus auf dem Vormarsch. Das Schicksal von Jahrtausenden der westlichen Zivilisation stand auf dem Spiel. In diesen Jahren war es keineswegs sicher, daß wir diesen Kampf gewinnen würden. Aber uns hat ein gemeinsames Ziel geeint. Wir waren nicht nur geeint durch das, was wir bekämpften, sondern durch das, für das wir kämpften. Und gemeinsam haben Europa und Amerika gesiegt und diesen Kontinent wieder aufgebaut. Unsere Völker gediehen. Mit der Zeit kam es zwischen dem westlichen Block und dem Ostblock zur Wiedervereinigung. Eine Zivilisation wuchs wieder zusammen.

Die Schandmauer, die diese Nation geteilt hatte, stürzte am Ende ein, und mit ihr ein Reich des Bösen, und der Osten und der Westen wurden erneut eins. Aber die Begeisterung über diesen Sieg hat uns zu einer gefährlichen Illusion verführt: das wir, ich zitiere: „am Ende der Geschichte angelangt“ wären – daß alle Nationen in Zukunft freiheitliche Demokratien bilden würden; daß die Bindungen, die durch Handel und Gewerbe bestimmt würden, den Nationalstaat ersetzen würden, daß die auf diesen Regeln basierende Weltordnung – ein überstrapazierter Begriff – jetzt an die Stelle der nationalen Interessen treten würden, und daß wir von nun an in einer Welt ohne Grenzen leben würden, in der jedermann zu einem Weltbürger werden würde.