30.6.12

Überlegungen zur Freiheit (13): Tugendrepublik Deutschland. Die Ergebnisse von "Freiheitsindex Deutschland 2011", im Detail betrachtet (Teil 2)

Das wissenschaftliche Projekt, mit dem ich mich in diesem zweiteiligen Artikel befasse, entstand in Kooperation verschiedener Einrichtungen, die ich in der vorläufigen Notiz am Montag genannt habe.

Im ersten Teil habe ich über Ergebnisse des Teilprojekts berichtet, das in den Händen des Instituts für Demoskopie Allensbach lag; einer umfangreichen repräsentativen Befragung. Das setze ich jetzt fort, befasse mich kurz mit einem zweiten Teilprojekt (einer im Institut für Publizistik der Universität Mainz erstellten Inhaltsanalyse von Medienberichten) und ziehe am Schluß ein Fazit der Untersuchung.

Im ersten Teil habe ich mich mit denjenigen Fragen der Allensbach-Umfrage befaßt, in denen es um Freiheit und Tabus ging. Ein weiterer Fragenkomplex befaßte sich mit dem Verständnis des Staats und seiner Aufgaben.
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Marginalie: Filz à la française. Des Präsidenten Hollande promotion Voltaire

Frankreich ist so etwas wie eine meritokratische Klassengesellschaft. Eine Klassengesellschaft, weil es eine herrschende Klasse gibt, die sich überwiegend aus den Absolventen der Grandes Écoles rekrutiert, der Elite­hochschulen. Meritokratisch, also mit einer strikten Selektion nach Leistung, weil im Prinzip jeder Zugang zu einer Grande École hat. Er muß nur intellektuell brillant und immens fleißig sein; und er muß es allerdings auch noch geschafft haben, sich in Vorbereitungskursen für die Aufnahmeprüfung trimmen zu lassen.

Ich bin auf dieses System der erbarmungslosen Selektion einer Elite in Frankreich immer einmal wieder eingegangen; zuletzt vor einem Jahr:
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Überlegungen zur Freiheit (13): Tugendrepublik Deutschland. Die Ergebnisse von "Freiheitsindex Deutschland 2011", im Detail betrachtet (Teil 1)

Darüber, was an einer wissenschaft­lichen Untersuchung aufregend, was mitteilenswert und diskussionswürdig ist, kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein.

Als ich zu der Untersuchung "Freiheits­index Deutschland 2011" am vergangenen Montag eine vorläufige Notiz in Form eines Zitats des Tages schrieb, folgte ich der Sicht von Michael Miersch in der "Achse des Guten" und in "Focus", der herausgestellt hatte, wieviel Prozent der Deutschen für das Verbieten seien - daß beispielsweise 32 Prozent dafür seien, es solle verboten sein, zu sagen "Frauen gehören an den Herd".

Jetzt habe ich mir die Untersuchung genau angesehen. Der Teil, in dem danach gefragt wurde, was zu sagen verboten werden sollte, ist der uninteressanteste; methodisch so fragwürdig, daß man diese Daten besser vergißt. Ich komme darauf im zweiten Teil zurück.

Zunächst aber zu den interessanteren Daten; zu denjenigen, genauer gesagt, die ich selbst interessant finde.
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29.6.12

Kurioses, kurz kommentiert: "Die wissen selbst nicht, was sie tun". Scholl und Beckmann über italienische Straßenköter und Pflegefälle

Mehmet Scholl: ... und die Italiener überraschen uns mit permanentem Spiel immer wieder in die Spitze. Das ist sowas Unangenehmes, weil da eben zwei Pflegefälle da vorne rumrennen, die eigentlich überhaupt nicht zu kontrollieren sind. Die wissen ... die machen alles wie auf der Straße. Die wissen selber nicht, was sie tun. Aber das machen sie grandios.

Reinhold Beckmann: Zwei Straßenköter im Strafraum, Balotelli und Cassano (...)
Mehmet Scholl und Reinhold Beckmann gestern in der Halbzeitpause des Spiels Deutschland-Italien.

Der Kommentar kommt heute aus dem kleinen Zimmer, von C.:
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Marginalie: Salafisten in Tunesien und die Freiheit der Kunst. Ein Nazivergleich

Ein deutscher Autor hätte diesen Vergleich schwerlich gezogen, aber der Franzose Abdelwahab Meddeb, Schriftsteller und Professor für Vergleichende Literatur­wissen­schaft an der Universität Paris-X in Nanterre, tut es: Er vergleicht die Lage in Tunesien, das seit dem Wahlsieg der Islamisten livrée aux fanatiques sei, den Fanatikern ausgeliefert, mit den Verhältnissen in Deutschland nach der Machtergreifung der Nazis.

Sein Aufsatz ist gestern in Le Monde erschienen. Der Titel weist allerdings auf eine andere Parallele zu Deutschland hin: "Ennahda se prétend inspiré par la Démocratie chrétienne allemande" - Die Ennahda behauptet von sich, von der deutschen CDU inspiriert zu sein.
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Zitat des Tages: Heroisches Italien, am Boden zerstörte Deutsche. Ein Wort des Trostes


Finisce come sempre, con gli italiani che si abbracciano e i tedeschi, annichiliti e increduli. (Es endete wie immer - mit Italienern, die sich umarmen und Deutschen, am Boden zerstört und fassungslos).
Die italienische Tageszeitung Leggo über das gestrige Spiel. Überschrift: "Italia eroica" - Heroisches Italien.

Kommentar: Ja, wie immer bei solchen Turnieren. Diesmal wohl besonders bitter, weil man sich seiner Sache so sicher gewesen war. Hochmut kommt vor den Fall, wie meine Großmutter gern sagte.

Zum Trost möchte ich auf das hinweisen, was ich vor vier Jahren zur EM 2008 geschrieben habe, über die Rolle des Zufalls im Fußball, über die Dynamik nichtlinearer Systeme:
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28.6.12

Deutschland-Italien 1970. Eine Erinnerung an das "Jahrhundertspiel"


Die Inschrift auf dieser Gedenktafel am Aztekenstadion in Mexiko-Stadt lautet in deutscher Übersetzung:

Das Aztekenstadion ehrt die Nationalmannschaften von
Italien (4) und Deutschland (3),
bei der Weltmeisterschaft 1970 Akteure des
"Jahrhundertspiels"
17. Juni 1970

Wer, sagen wir, vor 1962 oder 1963 geboren und Deutscher ist, der wird sich an dieses Jahrhundertspiel erinnern. Wie das Spiel heute Abend war es ein Halbfinale zwischen Deutschland und Italien. An einem Mittwoch, dem 17. Juni, also dem Tag der Deutschen Einheit. Der Volksaufstand in der DDR lag damals gerade einmal 17 Jahre zurück, war also noch frischer in Erinnerung als heute die Wiedervereinigung.

Als die 90. Minute lief, schien das Spiel durch das frühe Tor Boninsegnas verloren zu sein. Wir Zuschauer hatten resigniert, vor unseren Fernsehern; damals noch ohne Public Viewing und überwiegend noch schwarzweiß.
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Eine rosige wirtschaftliche Zukunft für Afrika? Nur auf den ersten Blick

Wenn das Fernsehen und die Zeitungen über Afrika berichten, dann selten Gutes. Das liegt nicht nur an dem bekannten zynischen journalistischen Grundsatz Bad news is good news - schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Sondern die politische Lage in vielen Ländern Afrikas ist noch immer durch Instabilität gekennzeichnet.

Das aktuelle Beispiel ist Mali, dessen Norden sich für unabhängig erklärt hat, nachdem als Folge des Sturzes von Gaddafi große Mengen an Waffen aus Ostlibyen dorthin gelangt waren. Diese Rebellion ist deshalb bemerkenswert, weil in ihr gewissermaßen zwei Epochen aufeinandertreffen: Die Zeit der "Nationalen Befreiungsbewegungen", wie sie nach dem Vorbild der algerischen FLN und der Mau-Mau-Bewegung in Kenia ab den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts überall in Afrika entstanden; und die heutige Epoche des islamistischen Terrorismus.
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27.6.12

Marginalie: Religiöse Beschneidung erlauben oder verbieten? Was im Kölner Urteil steht. Warum ich dazu keine Meinung habe

Heute hat mich jemand, sichtlich engagiert, danach gefragt, ob ich schon von dem Urteil zur Beschneidung gehört hätte.

Ja, das hatte ich; es ging ja gestern durch die Medien. Kaum eine Zeitung oder ein Sender, die nicht über das Urteil des Landgerichts Köln berichteten, nachdem zuerst die "Financial Times Deutschland" darauf aufmerksam gemacht hatte; bereits vorgestern.
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Deutschland im Öko-Würgegriff (31): Die deutschen Erdgasvorräte sind zehnmal so groß wie bisher angenommen. Haben Sie diese Meldung irgendwo gelesen?

Die Bundesanstalt für Geowissen­schaften und Rohstoffe (BGR) hat eine Untersuchung zu den Möglich­keiten vorgelegt, in Deutschland Schiefergas zu gewinnen; Erdgas, das aus dichten Tongesteinen geholt wird. Eine Pressemitteilung dazu finden Sie hier; der Bericht selbst steht als PDF-Datei zur Verfügung. Reuters brachte zu dieser Unter­suchung vorgestern einen ausführ­lichen Artikel von Vera Eckert. Allerdings in seinem englischsprachigen Dienst; eine deutsche Version konnte ich nicht finden.

Das Thema ist von zentraler Bedeutung für die künftige deutsche Energieversorgung, denn die Behörde hat nachgerade Sensationelles zu melden:
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Aufruhr in Arabien (29): Im Machtspiel des Nahen Ostens beginnt mit der Wahl Morsis eine weitere Runde. Eine neue strategische Option für Erdogan

Im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts gab es ein komplexes Machtgefüge, innerhalb dessen der Kanzler Bismarck das Jonglieren "mit fünf Glaskugeln" beherrschte. So jedenfalls schrieb es ihm sein Kaiser Wilhelm I. zu; und Bismarcks Nachfolger Caprivi hat es erwähnt, als er anläßlich von Vertrags­verhandlungen mit Rußland kundtat, daß er selbst dieses Spiel leider nicht beherrsche.

Es gab damals die fünf europäischen Groß­mächte England, Frankreich, Österreich, Rußland und Deutschland, die miteinander um Macht und Einfluß kämpften; mit wechselnden Allianzen, mit einem komplexen System von Verträgen. Ähnlich sieht es, seit die USA sich aus dem Irak zurückgezogen haben, im Nahen Osten aus.

Hier sind allerdings nur vier Kugeln im Spiel: Der Iran, die Türkei, Saudi-Arabien und Ägypten. Auch hier wechseln die Allianzen.
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26.6.12

Es wird ernst!

Die von den Verantwortlichen gerne zur Ablenkung als "Eurokrise" bezeichnete Schuldenkrise in Europa scheint in eine neue Phase zu treten. 

Die erste Phase ab dem Frühjahr 2010 war eine des hektischen Improvisierens. Merkozy und Genossen waren durch den griechischen Bankrott völlig überrascht worden. Und sie hofften durch erst zweistellige, dann dreistellige Milliardentransfers die Lage beruhigen zu können. 

Spätestens im Sommer 2010 muß ihnen klar geworden sein, daß sie die Krise nicht bewältigt, sondern nur vergrößert hatten. Offziell wurden "die Spekulanten" als Sündenböcke benannt und es begann die zweite Phase: Die Ad-Hoc-Finanzmaßnahmen sollten durch feste Institutionen abgelöst werden, durch "Schirme" und Verträge à la EFSF, ESM und "Fiskalpakt". 

Wie zu erwarten war hat all' dies die Krise nicht lösen können. Man kann eben ein Schuldenproblem nicht durch Aufnahme von noch mehr Schulden lösen. Es beginnt nun die dritte Phase, Schäuble droht mit der "perfekten Lösung" - nämlich der vollständigen Zentralisierung der Macht in Europa.
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Marginalie: Ägyptens Präsident Morsi hat der iranischen Agentur Fars gar kein Interview gegeben? Hier ist es, in fünf Teilen

Das fängt ja gut an, möchte man sagen.

Dr. Mohamed Morsi Issa Ayyat ist seit Sonntag der gewählte, wenn auch noch nicht vereidigte Präsident Ägyptens. Und schon hat er seine erste Affäre.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars hat ein Interview mit ihm veröffentlicht, geführt nach deren Angaben am vergangenen Sonntag in den Stunden vor der Verkündigung des Wahlergebnisses. In diesem Interview sagte Morsi bemerkenswerte Dinge, die beispielsweise der Sender Al Arabiya und die Kairoer Zeitung Al Ahram verbreiteten
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Marginalie: Die Ineffizienz der Energieeffizienz. Denn der Verbraucher, er will nicht so

Gewiß, Deutschland ist nicht Mexiko. In Mexiko wäre vermutlich niemand auf den Gedanken verfallen, über die Frage der künftigen Stromerzeugung ausgerechnet eine Ethikkommission beraten zu lassen. In Mexiko, wie in den meisten Ländern der Welt, sind Erzeugung und Verbrauch von Strom Themen der Wirtschaft und der Technologie, nicht der Ethik und des Gewissens.

Und dennoch - vielleicht sollte auch in Deutschland das zu denken geben, was kürzlich im "Handelsblatt" Malte Buhse über Energiesparen in Mexiko berichtete.
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25.6.12

Marginalie: Morsis "Druckausgleich" und das "Islamische Erwachen". Der neue ägyptische Präsident wendet sich in Richtung Teheran

Ägyptens neuer Präsident, Dr. Mohamed Morsi Issa Ayyat, ist promovierter Ingenieur, Fachgebiet Metallurgie. Am gestrigen Montag, als das Wahlergebnis noch nicht verkündet worden war, er es aber vermutlich schon kannte (es war den Kandidaten vorab mitgeteilt worden), gab er der iranischen Nachrichtenagentur Fars ein Interview.

Der Wortlaut des Interviews ist noch nicht publiziert, aber Teile seines Inhalts wurden heute beispielsweise von der Kairoer Zeitung Al Ahram und dem arabischen Sender Al Arabiya wiedergegeben.
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Zitat des Tages: "Die Deutschen akzeptieren mehr und mehr Kontrollen und Verbote". Eine Untersuchung zum Verständnis von Freiheit in Deutschland

... anders als noch vor wenigen Jahren ist heute vor allem die junge Generation der Meinung, dass jeder seines Glückes Schmied sei. (...) Als gegenläufige Entwicklung hierzu muss man die Tatsache deuten, dass die Bevölkerung mehr und mehr dazu neigt, gesellschaftliche Ziele aller Art als Aufgabe des Staates zu sehen, mehr und mehr Kontrollen und Verbote in zahlreichen Lebensbereichen zu akzeptieren oder sogar zu fordern.
Aus dem Geleitwort von Ulrike Ackermann zum Freiheitsindex Deutschland 2011, einer umfassenden empirischen Untersuchung zum Verständnis von Freiheit in Deutschland.

Kommentar: Endlich!

Es gibt kaum einen Aspekt deutscher Befindlichkeit, dem sich Sozialwissenschaftler und Demoskopen nicht mit Hingabe widmen. Fragen aber, wie sie Ulrike Ackermann in ihrem Geleitwort formuliert, sind bisher kaum gründlich und systematisch untersucht worden:
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24.6.12

Eilmeldung: Morsi zum Wahlsieger in Ägypten erklärt

Die ägyptische Wahlkommission hat auf einer Presse­konferenz, die von Al Jazeera übertragen wurde, soeben "im Namen Allahs des Allmächtigen" Mohamed Morsi zum Wahlsieger erklärt.

Der Vorsitzende der Wahlkommission, Farouk Sultan, hat es spannend gemacht, indem er zunächst eine längere Rede hielt, bevor er endlich mit dem Namen herauskam. Das dauerte fast eine Stunde.
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Marginalie: Der "Marsch für das Leben", die Deutsche Bahn und eine feministische Ereiferung. Wo endet die Demokratie?

An sich eine Lappalie; eine feministische Ereiferung. Bemerkenswert wird sie dadurch, diese Ereiferung, daß sie dem Ressort "Wirtschaft" von "Sueddeutsche.de" einen zweiseitigen Artikel wert ist.

In diesem Artikel von Hannah Beitzer, der am Freitag erschien, findet man das folgende Zitat:
"Es ist schade, was heute alles unter 'Demokratie' und 'freiheitlich' subsumiert wird, in diesem Fall Homophobie und ein Angriff auf die Selbstbestimmungsrechte von Frauen."
Die das laut "Sueddeutsche.de" so formulierte, ist Magda Albrecht, die den feministischen Blog "Mädchenmannschaft" betreibt (laut Eigenwerbung 2009 sowohl für den "Grimme Online Award" als auch für den "Deutschen Medienpreis" nominiert).

Worum geht es?
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23.6.12

Todesstrafe und Ökostrategie. Ein Gastbeitrag von Juno

"Spiegel Online" meldet auf seiner Wissenschaftsseite Erstaunliches:
Hawaiianern drohte Todesstrafe bei falscher Altenpflege

Wer zu wenig oder falsch pflegte, konnte des Todes sein. Jahrhundertelang galten auf Hawaii strenge Regeln, um die Alten zu schützen: Die moderne Gesellschaft könnte viel vom alten Gesetz der Insulaner lernen, meinen zwei Forscher, die Hawaii mit Florida verglichen haben.
Was ist daran erstaunlich? Natürlich nicht so sehr die Bräuche alter Naturvölker. Dass es bei diesen, gemessen an unseren heutigen Maßstäben, manchmal brutal und blutig zuging, wissen wir ja im Prinzip.

Das eigentlich Erstaunliche ist, dass "Spiegel-Online" hier mit einem billigenden, ja sogar fast empfehlenden Ton über die Todesstrafe schreibt.
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Marginalie: Die Brisanz des syrisch-türkischen Flugzeugzwischenfalls

Nach einer Dringlichkeits­sitzung des türkischen Nationalen Sicherheitsrats hat Premier Erdogan gestern eine sorgfältig formulierte Erklärung abgegeben, in der mitgeteilt wird, daß ein türkisches Flugzeug von der syrischen Luftabwehr abgeschossen wurde. Die Türkei werde "entschlossen mit den notwendigen Schritten antworten".

Nach der Analyse von Stratfor hat die Türkei sich damit wahrscheinlich zu einem militärischen Gegenschlag entschlossen, der über die bisherige finanzielle, logistische, militärische und politische Unterstützung der syrischen Rebellen hinausgeht.
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Marginalie: Breivik-Prozeß - "Im Zweifel für den Angeklagten"? Das Loch in der Logik der Staatsanwaltschaft

"Im Zweifel für die Anstalt" titelte die FAZ. "Im Zweifel geisteskrank" lautete die Überschrift bei "Spiegel-Online". Die beiden Artikel erschienen, nachdem am Donnerstag die Staatsanwaltschaft ihr Schluß­plädoyer im Osloer Breivik-Prozeß gehalten hatte. Beschrieben wurde eine juristische Argumentation der Staatsanwälte, die in "Spiegel-Online" Gerald Traufetter und Espen A. Eik den "Trick mit dem Zweifel" nennen.

In der Tat entwickelten die Staatsanwälte Inga Bejer Engh und Svein Holden eine verblüffende Argumentation; Holden trug sie in seinem Teil des gemeinsamen Plädoyers vor.
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22.6.12

"Lies nicht mit den Schmuddelkindern!" Sarrazin, seine intellektuellen Gegner und das nationale deutsche Interesse. Ein Gastbeitrag von Juno

An Thilo Sarrazin scheiden sich in Deutschland die Geister. Und zwar buchstäblich: Sage mir, wie du es mit Sarrazin hältst, und ich sage dir, wer du bist! Lesen ist gar nicht nötig, es geht vor allem um Bekenntnis und Gruppenzugehörigkeit: Kaufen oder boykottieren - das ist hier die Frage.

Absurderweise sind es gerade die im eigenen Verständnis linksliberalen Meinungsbildner, die den Boykott zur Pflicht aller Anständigen erklärt haben. Ausgerechnet diejenigen, die sich als die Debattenführer in Politik und Medien sehen, wetteiferten zuletzt darin, Sarrazin bereits vorbeugend aus dem Kreis des Diskussionswürdigen zu verbannen. Motto: "Lies nicht mit den Schmuddelkindern".
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Zettels Meckerecke: "Dreistigkeit". Was ein Leitender Redakteur des "Spiegel" zur Debatte über den Islam in Deutschland beizutragen hat

Gehört der Islam zu Deutschland?

Ja, ist denn dieses Thema nicht ausgelutscht, nach allen Seiten gedreht und gewendet; ist es nicht hin und her und nochmals her und hin diskutiert worden? Gibt es noch irgendeinen Aspekt, der nicht beleuchtet, ein Argument, das nicht wieder und wieder vorgetragen worden wäre?

Das ist schon so.
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21.6.12

Deutschlands demographische Zukunft. Eine ausgezeichnete interaktive Grafik zu Sarrazin (2010). Vom Statistischen Bundesamt

Nicht immer sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Aber sehr oft sagt eine Grafik mehr als viele Zahlen. Jedenfalls dann, wenn sie diese Zahlen treffend visualisiert; und vor allem dann, wenn sie interaktiv ist - wenn man also selbst entscheiden kann, was man sehen möchte; wenn man zwischen Modellannahmen wählen und sich deren jeweilige Konsequenzen zeigen lassen kann.

Eine solche Grafik zu demographischen Entwicklung Deutschlands habe ich jetzt dort gefunden, wo ich sie am wenigsten vermutet hätte - bei einer Behörde. Es ist das Statistischen Bundesamt.

Klicken Sie einmal hier.
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Marginalie: In Ägypten bereiten die Sicherheitskräfte den Schutz koptischer Kirchen vor. Siegt Shafiq, werden Ausschreitungen erwartet

Eigentlich sollte Ägyptens zentrale Wahlkommission SPEC heute verkünden, ob Mohamed Morsi oder Ahmed Shafiq die Wahl zum Präsidenten gewonnen hat. Jetzt wurde mitgeteilt, daß mit der Bekanntgabe des Ergebnisses erst für Samstag oder Sonntag zu rechnen ist.

Zur Begründung heißt es, es müßte noch Beschwerden beider Bewerber wegen Unregelmäßigkeiten und Wahlfälschungen nachgegangen werden. Dazu gehört, wie die Online-Ausgabe von Al Ahram gestern schrieb, die Behauptung des Shafiq-Lagers, rund eine Million Stimmzettel seien von der angeblich islamistisch unterwanderten Staatsdruckerei bereits mit einem Kreuz für Morsi an die Wahllokale ausgeliefert worden
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20.6.12

Marginalie: Der Kämpfer für die Informationsfreiheit Assange möchte politisches Asyl in Equador. Wie steht es dort mit der Informationsfreiheit?

Julian Assange, von vielen als ein Held der Informations­freiheit gefeiert, hat politisches Asyl in Ecuador beantragt.

Da erscheint es geboten, doch einmal nachzusehen, wie es denn um die Informationsfreiheit in dem Land bestellt ist, in das der Freiheitskämpfer sich gern begeben möchte. Hier ist die aktuelle Bewertung der Menschen­rechts­organisation Human Rights Watch:
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Zitat des Tages: "Noch nie stand eine Gesellschaft, die keine Diktatur ist, so unter Kontrolle". Martenstein über die Tugendrepublik Deutschland

Wir, die Deutschen von heute, glauben, freier zu sein als alle Generationen vor uns, in gewisser Hinsicht stimmt das auch. Wir dürfen unsere Regierungen kritisieren, die meisten leiden nicht unter materieller Not, wir leben lang und haben einige Krankheiten besiegt. Wenn wir unsere Sexualität jenseits der heterosexuellen Monogamie entfalten möchten, dann geht das. Gleichzeitig aber stand noch nie eine Gesellschaft, die keine Diktatur ist, so sehr unter Kontrolle.
Harald Martenstein in einem Artikel in der "Zeit" (24/2012 vom 6. 6. 2012), der jetzt auch bei "Zeit-Online" zu lesen ist. Titel: "Der Terror der Tugend".

Kommentar: Als Maximilien Robespierres, des Tugendfanatikers, Sieg sieht Harald Martenstein das an, was er in diesem Artikel an vielen Beispielen demonstriert; nicht nur aus Deutschland stammend, wenn auch überwiegend. Offenbar hat er sein Archiv von Themen und Meldungen geplündert, die er für seine Kolumne im "Zeit-Magazin" hätte verwenden können, und daraus einen mehr analytischen, nicht glossenhaften Artikel gemacht.

Viele der Beispiele sind im Kern bekannt, aber Martenstein offeriert Details, die man nicht unbedingt kennt. Beispielsweise ging die Meldung durch die Presse, daß in New York die großen Coca-Cola-Trinkbecher verboten werden sollen. Jetzt las ich bei Martenstein, daß ein deutscher Medizinprofessor das mit den Worten kommentiert hat: "Der Mensch brauche Leitlinien, auch der erwachsene Mensch". Martenstein meint dazu, auch Kim Il Sung habe das nicht besser sagen können.

Anderes war mir entgangen, zum Beispiel der "Hamburger Negerpuppen-Skandal", der Sarah Kuttner, einer Autorin, rund tausend Haßkommentare auf ihrer Facebook-Seite eingebracht hat.
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Marginalie: In Ostdeutschland lebt es sich schlechter als im Westen. Es liegt nicht am Einkommen und nicht an der Altersstruktur

In Ostdeutschland sind die Menschen im Schnitt mit ihrem Leben weniger zufrieden als in den Ländern der alten Bundesrepublik.

Für sich genommen ist das keine erstaunliche Meldung. Was die Kommunisten angerichtet haben, ist eben auch nach mehr als zwanzig Jahren noch nicht völlig repariert. Es gibt deshalb objektive Faktoren, die einen solchen Unterschied begründen könnten - beim Einkommen beispielsweise, bei der altersmäßigen Zusammensetzung der Bevölkerung.

Das erstaunliche Ergebnis einer Untersuchung, die Gallup heute publiziert, ist, daß das West-Ost-Gefälle bestehen bleibt, wenn man solche Faktoren berücksichtigt.
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Marginalie: Mubaraks Söhne durften nicht ans Sterbebett ihres Vaters

Ob Hosni Mubarak nun im Augenblick schon klinisch tot ist oder nicht - jedenfalls liegt er, oder lag er, im Sterben.

Seine beiden Söhne Alaa und Gamal wollten an seinem Sterbebett bei ihm sein. Sie sind derzeit im Kairoer Tora-Gefängnis inhaftiert; beide wegen "Börsenbetrugs". Dort befand sich auch ihr Vater bis gestern.
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19.6.12

Marginalie: Im wohnlichen Himmelspalast. Drei Taikonauten inspizieren Tiangong

China hat mit dem Bau seiner eigenen Weltraumstation begonnen. Das erste Modul heißt Tiangong-1 ("Himmelspalast-1"), wurde vor neun Monaten in den Orbit geschossen und ist seit gestern bemannt. Ein Video des chinesischen Senders CCTV-News zeigt, wie zwei Astronauten und eine Astronautin die Luke zur Station öffen und in diese einschweben. Dann sieht man sie, wie sie die Station inspizieren.

Zweierlei fällt gegenüber der ISS auf:
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Zitat des Tages: "Dies ist brillant!" Beckmann rauf, Jauch runter. Der ARD-Programmbeirat über seine Moderatoren

Da gebe es eine Sendung, die verlasse der Zuschauer "meist mit einem Erkenntnisgewinn", weil der Moderator zuhöre und nachfrage, ins Thema einführe, den Gesprächsfluss strukturiere – und am Ende gar "eine gesamt­gesellschaft­liche Botschaft ableitet". Der Programmbeirat ist der Meinung: "Dies ist brillant!"
Zitate aus einem der "Tageszeitung" ("taz") zugespielten internen Papier, in dem sich der ARD-Programmbeirat mit den Talkshows der ARD befaßt.

Kommentar: Die "taz" brachte das am vergangenen Freitag in dem Artikel "Offensive in der Defensive" von Steffen Grimberg. Sie kam damit dem "Spiegel" zuvor, der das Papier offenbar auch erhalten hatte und eine Story vorbereitete, die dann gestern im gedruckten "Spiegel" erschien ("Der Spiegel" vom 18. 6. 2012, S. 74 bis 78).

Der als brillant Gelobte ist Reinhold Beckmann.

Wie brillant er eine gesellschaftliche Botschaft ableiten kann, das konnte man am 30. August 2010 anschaulich erleben, als er seinen Gast Thilo Sarrazin nicht wie einen Gast behandelte, sondern wie einen Angeklagten, zu dessen Aburteilung das Tribunal der übrigen Eingeladenen einberufen worden war.
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18.6.12

Falls Sie heute lieber Italien gegen Irland als Spanien gegen Kroatien sehen wollen, ...

... dann können Sie das bei ZDF-Info. Oder Hin- und Herschalten.
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Frankreichs Wahljahr 2012 (15): Eine Minute Tagesschau - zwei Falschmeldungen. Aktualisierte Fassung: Das vorläufige amtliche Endergebnis

Genau eine Minute und sieben Sekunden dauerte der Bericht, den in der gestrigen Tagesschau um 20.00 Uhr die Pariser Korrespondentin Ellis Fröder (WDR) in die Kamera sprach; von 07:21 bis 08:28. In dieser guten Minute brachte sie zwei gravierende Falschmeldungen unter. Hier der Text ihres Beitrags (die betreffenden Passagen sind von mir hervorge­hoben), den der Sprecher Jan Hofer mit den Worten eingeleitet hatte "Zum aktuellen Stand der Auszählung nun live von der Parteizentrale der Sozialisten in Paris Ellis Fröder":
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Marginalie: In Ägypten sieht es nach einem ganz knappen Sieg Morsis aus

Soeben hat Al Ahram die von den lokalen Wahlleitungen mitgeteilten Endergebnisse der einzelnen Provinzen zusammengestellt.
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Marginalie: In Griechenland haben die reicheren Landesteile für die Linksradikalen gestimmt, die ärmeren für die Konservativen

Auf dieser Karte, die ich der internationalen Wikipedia entnommen habe, sind die von der konservativen Néa Dimokratía gewonnenen Präfekturen blau gefärbt, diejenigen mit einer Mehrheit der linksradikalen SYRIZA rosa:

Es zeigt sich, wie so oft, das Bild, daß die Linke und die Rechte jeweils regional zusammenhängende Gebiete beherrschen; kaum ein Faktor sagt das Wahlverhalten so gut vorher wie die Geographie.
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17.6.12

Marginalie: Wahlbetrug à la Ägypten. Was die beiden Lager einander alles vorwerfen

Die Stichwahl, in der Ägyptens Präsident ermittelt wird, geht mit dem heutigen zweiten Wahltag zu Ende. Ergebnisse sind noch nicht bekannt. In seiner ausführlichen Berichterstattung brachte die Online-Ausgabe von Al Ahram den Tag über hauptsächlich Äußerungen von Wählern, die bereit waren, ihre Entscheidung offenzulegen und zu begründen; sodann Meldungen zur Wahlbeteiligung und allerlei Anekdoten. Und immer wieder Berichte über Wahlbetrug.

Diesem Thema hat die Zeitung auch einen eigenen Artikel gewidmet.
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Frankreichs Wahljahr 2012 (14): Hollande wird eine Mehrheit haben. Trotzdem wird es spannend

Wenn Sie die Folgen 10 bis 13 dieser Serie gelesen haben, dann wissen Sie, daß der Sieg der Linken im heutigen entscheidenden zweiten Wahlgang der Wahlen zur National­versammlung so gut wie sicher ist.

Das liegt nicht daran, daß die Linke bei den Wählern eine Mehrheit hätte; diese hatte sie jedenfalls im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag nicht. Es liegt zum einen am Wahlrecht und zum anderen daran, daß die Sozialisten und die extreme Linke einander helfen, die bürgerliche Rechte und die extreme Rechte aber nicht.

Weil das so ist, wurde bereits aufgrund des Ergebnisses des ersten Wahlgangs am vergangenen Sonntag durchweg eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung vorhergesagt.
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Zitat des Tages: Steuersatz 100 Prozent. Die Kommunistin Kipping und die Kapitalisten

Kein Mensch braucht mehr als das Vierzigfache des Mindesteinkommens. (...) Alles, was darüber liegt, kann man getrost mit 100 Prozent besteuern. (...) Ab 40.000 Euro im Monat gibt es kein Mehr an Lebensgenuss. Wenn es dann noch Einkommenszuwächse gibt, fließen sie in die Beeinflussung von politischen Entscheidungen durch Bestechung - oder in zerstörerische Finanzspekulationen.
Die Vorsitzende der Partei "Die Linke" Katja Kipping gegenüber der F.A.S.

Kommentar: An dieser Äußerung ist zweierlei bemerkenswert:
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16.6.12

In Middleborough, Massachussetts, ist das öffentliche Fluchen strafbar. Über die Segnungen der direkten Demokratie

Die USA sind das Land der direkten Demokratie. Das wissen bei uns nicht sehr viele Menschen, weil direkte Demokratie in Deutschland ja hauptsächlich auf der Linken des politischen Spektrums propagiert wird - aktuell von der Piratenpartei -, und weil doch die USA das Musterland des Kapitalismus sind. Also kann in den Vereinigten Staaten, so denken viele, doch keine direkte Demokratie bestehen.

Tatsächlich finden in den USA aber ständig Volks­abstimmungen statt; auf allen Ebenen.
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Marginalie: Wissenschaftlich gesehen wird Spanien Europameister

Gibt es objektive Kriterien, anhand derer man vorhersagen kann, wer Fußball-Europameister wird? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin glaubt das. Und es sagt vorher, daß es Spanien sein wird.
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15.6.12

Zitat des Tages: "In Fukushima stellt Strahlung kein Gesundheitsproblem dar". Nicht wahr, diese Meldung hätte eigentlich durch die Medien gehen müssen

In Fukushima stellt Strahlung kein Gesundheitsproblem dar. Aber die Angst vor Strahlung hat sehr schlimme Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Wir müssen deshalb viel mehr über Natur und Wirkung von Strahlung aufklären.
Der Oxforder Strahlenphysiker Wade Allison am vergangenen Dienstag in einem Interview mit "Welt-Online", in dem er ausführlich erklärt, wie gering die Schäden beim Unglück von Fukushima in Relation zu der Angst sind, die dieses ausgelöst hat.

Kommentar: Am Dienstag ist es erschienen, dieses Interview, in dem Allison die zitierte Beurteilung ausführlich anhand von wissenschaftlichen Daten begründet. Heute ist Freitag. Wenn Sie im deutschen Google News oder in der deutschen Nachrichtensuchmaschine News Reader nachsehen, werden Sie feststellen, daß kaum ein deutsches Medium außer der "Welt" selbst dieses Interview aufgegriffen hat. Es ist, medial gesehen, so, als hätte es gar nicht stattgefunden.
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14.6.12

Marginalie: In Ägypten übernimmt der Militärrat wieder die Macht. Die Islamisten müssen um ihre Vorherrschaft fürchten

Das Ägyptische Oberste Verfassungsgericht hat heute zwei Entscheidungen mit weitreichenden Folgen getroffen: Erstens wurde die Wahl beider Kammern des Parlaments für ungültig erklärt. Zweitens wurde ein Gesetz annulliert, das auf Englisch Political Disenfranchisement Law heißt, wörtlich "Politisches Entrechtungsgesetz". Es war vom islamistisch beherrschten Parlament verabschiedet worden und bestimmte, daß niemand für ein Amt kandidieren darf, der Teil des Mubarak-Regimes gewesen war.
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Marginalie: Rosenkrieg im Haus François Hollande. Cherchez la femme! Aber es gibt auch einen politischen Hintergrund

Sehen Sie sich einmal diese beiden Fotos an: Zwillinge? Jedenfalls Schwestern?












Es sind Ségolène Royal, die langjährige Gefährtin von François Hollande, und Valérie Trierweiler, die aktuelle Gefährtin von François Hollande. Da haben Sie das Thema, das im Augenblick Frankreich mehr beschäftigt als die gesamte sonstige zweite Runde der Wahlen zur Nationalversammlung am Sonntag: Der Krieg, den Valérie gegen Ségolène führt. Die Nachfolgerin gegen die Ex.
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13.6.12

Marginalie: Hakan der Gemüsehändler und das Urheberrecht. Samt Link zu einer ungewöhnlich gründlichen Auseinandersetzung mit den Plänen der "Piraten"

Sollte man Äpfel mit Birnen vergleichen? Ja, warum denn nicht? Birnen sind zum Beispiel, wenn sie die richtige Reife haben, saftiger als Äpfel.

Sollte man aber auch das Urheberrecht mit Äpfeln und Birnen vergleichen?
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Zitat des Tages: "Mut-Bürger in Uniform". Aus der Rede Gaucks vor der Führungsakademie der Bundeswehr. Nebst einem Kommentar zu einem Kommentar

Freiheit ist ohne Verantwortung nicht zu haben. Für Sie, liebe Soldatinnen und Soldaten, ist diese Haltung selbstverständlich. Ist sie es auch in unserer Gesellschaft? Freiheit und Wohlergehen sehen viele als Bringschuld von Staat und Demokratie. Manche verwechseln Freiheit mit Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Hedonismus. Andere sind sehr gut darin, ihre Rechte wahrzunehmen oder gegebenenfalls auch vehement einzufordern. Und vergessen dabei allzu gern, dass eine funktionierende Demokratie auch Einsatz erfordert, Aufmerksamkeit, Mut, und manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben.

Diese Bereitschaft zur Hingabe ist selten geworden in Zeiten, da jeder für sich selbst Verantwortung zu übernehmen hat – und zu viele meinen, damit schon genug Verantwortung zu tragen. Hier, in der Bundeswehr, treffe ich auf Menschen mit der Bereitschaft, sich für etwas einzusetzen – gewissermaßen auf "Mut-Bürger in Uniform"!
Bundespräsident Gauck gestern in der Rede anläßlich seines Antrittsbesuch bei der Bundeswehr vor der Führungsakademie der Bundeswehr. Den Text der Rede können Sie auf der WebSite des Bundesministeriums der Verteidigung nachlesen. Was ich empfehle.

Kommentar: Das Befreiende an den Reden von Bundespräsident Gauck ist, daß er das Selbstverständliche sagt.

Er redet von Freiheit und Verantwortung, von den Rechten des Einzelnen und seiner Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft so, wie das für einen amerikanischen, einen französischen oder seit der Befreiung vom Kommunismus für einen polnischen Präsidenten selbstverständlich ist.

Er nennt die Verwundeten des Afghanistan-Kriegs nicht "Verletzte" und die Toten nicht "ums Leben Gekommene". Er spricht von Kriegsversehrten und Gefallenen.
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12.6.12

Zettels Meckerecke: Schäm dich, "Spiegel"!

Auf dem Titelblatt des aktuellen "Spiegel" finden Sie eine, tja, wie soll man es nennen? Sagen wir: Schlagzeile. Sie besteht aus dem Wort "Schade", dahinter ein Punkt. Darunter klein "Obamas mißglückte Präsidentschaft".

An dieser Schlagzeile ist zweierlei bemerkenswert.
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"Wir sind alle Marsianer" - Zum Tod von Ray Bradbury. Ein Gastbeitrag von Ulrich Elkmann

Zu den "Großen Drei" auf den Gebiet der Science Fiction zählt man in der Vereinigten Staaten Isaac Asimov (1920-1992), Arthur C. Clarke (1917-2008) und Robert A. Heinlein (1907-1987) - Autoren, die den klassischen Themenkomplex dieses Genres umrissen haben und die auch dem Nichtspezialisten ein Begriff sind. Sie haben das nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, daß ihre Bücher zu den ersten gehörten, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs von renommierten Verlagen herausgebracht wurden und diese Literaturgattung aus dem Ghetto bunter Groschenhefte befreiten - jenen pulps, knallige action-Literatur, die man verschämt am Kiosk erstand.

Der Autor, der die meisten Leser gehabt haben dürfte, war aber wohl ein anderer: Ray Bradbury, dessen Bücher The Martian Chronicles (1950, dt.: Die Mars-Chroniken) und The Illustrated Man (1951; dt. Der illustierte Mann) für Millionen amerikanischer Leser eine erste Berührung mit den Themen der Science Fiction waren; vor allem mit der Behandlung des Themas "Zukunft", ob nun optimistisch oder mit dunkler Furcht grundiert.
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11.6.12

Marginalie: Breivik ist nicht schizophren. Sagt ein Team von Experten

Um den Breivik-Prozeß ist es in unseren Medien still geworden. Dessen zentrale Frage ist aber noch immer unbeantwortet: Leidet Anders Breivik unter einer paranoiden Schizophrenie und ist er damit schuldunfähig, oder ist er ein Psychopath - zwar auch eine gestörte Persönlichkeit, aber voll verantwortlich für das, was er getan hat?

Jetzt ist ein weiterer Schritt zur Beantwortung dieser Frage getan.
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Frankreichs Wahljahr 2012 (13): Die Mehrheit der Wähler hat gegen die Linke gestimmt. Falschmeldung in "Spiegel-Online". Das amtliche Endergebnis

"Frankreich will die politische Wende: Bei den Wahlen zum neuen Parlament erhielten die linken Parteien im ersten Wahlgang die Mehrheit der Stimmen". So steht es seit gestern 23.55 Uhr bei "Spiegel-Online". Eine glatte Falsch­meldung des größten deutschen Nachrichtenportals. Eine, die sich wahrscheinlich in vielen Köpfen festsetzen wird.

Hier können Sie sich das vorläufige amtliche Endergebnis ansehen, veröffentlicht vom französischen Innenministerium. Es zeigt, daß die linken Parteien nicht die Mehrheit der Stimmen erreicht haben.
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10.6.12

Zitat des Tages: Public Viewing zur Fußball-WM anno 1954. Ein Psychologe psychologisiert

F.A.S: Früher hat man in kleinen Kneipen geguckt. Heute schaut man auf großen Plätzen, mit Hunderten von Menschen. Macht das einen Unterschied?

Strauß: Psychologisch gesehen: nein. In beiden Fällen möchte man seine Emotionen nicht allein auf dem Sofa erleben. Das konnte man auch schon bei der Welt­meisterschaft 1954 beobachten. Menschen versammelten sich vor den großen Kaufhäusern, um auf den Fernsehgeräten in den Schaufenstern gemeinsam das Spiel zu sehen.
Aus einem Interview in der heutigen "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.) mit dem Münsteraner Professor für Sportpsychologie Bernd Strauß.

Kommentar: Die Menschen wollten bei der WM 1954 "ihre Emotionen nicht allein auf dem Sofa erleben" und versammelten sich deshalb vor den Fernsehgeräten in den Schaufenstern?

Eine interessante psychologische Theorie.
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9.6.12

Frankreichs Wahljahr 2012 (12): Morgen sind Parlamentswahlen. Die Parteien rechts von der Mitte liegen vorn. Die Linke wird wahrscheinlich gewinnen

Die Wahl des Präsidenten im Nachbarland Frankreich hat unsere Medien stark beschäftigt. Die Wahlen zur Nationalversammlung, deren erster Wahlgang morgen stattfindet (der zweite dann in einer Woche) erregen viel weniger Interesse.

In gewisser Weise zu Recht. Denn zum einen ist es in Frankreich der Präsident, der weitgehend die Richtlinien der Politik bestimmt. Präsident Hollande hat beispielsweise bereits die Regierung gebildet, bevor überhaupt der Wähler über die Zusammensetzung des Parlaments bestimmen konnte (Die Regierung ist ernannt, noch bevor die Nationalversammlung gewählt wurde. Das neue, sozialistische Frankreich; ZR vom 17. 5. 2012). Zum anderen gibt es kaum einen Zweifel daran, daß die Linke siegen wird.

Sieht man sich allerdings die Umfrageergebnisse an, dann bietet sich ein anderes Bild als ein Sieg der Linken; jedenfalls auf den ersten Blick.
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Zitat des Tages: Hansi Flicks Äußerung im Wortlaut. Es gibt da eine hübsche Pointe

Da heißt's einfach Stahlhelme aufsetzen, groß machen, und dann ..., wenn so eine Situation kommt. Aber wir haben ja auch ... unsere Spielphilosophie ist ja auch die, daß wir im Zweikampf geschickt agieren, daß wir auf Ballgewinn aus sind, und möglichst wenige Fouls. Und klar, morgen ist es natürlich auch noch die Vorgabe, daß man um den ... sagen wir mal, um zwanzig, fünfundzwanzig, man könnte es fast auch auf dreißig Meter ausweiten, ... letztendlich geschickt im Zweikampf agiert. Und ... ja, Ronaldo hat schon einen außergewöhnlichen ... äh ... ja ... muß ich ich es jetzt richtig sagen, ich sag nicht .. "Schuß" sagen, sondern [lacht] ... äh ... Freistoß-Qualität.
Der Assistent von Bundestrainer Löw, Hans-Dieter ("Hansi") Flick, gestern bei einer Pressekonferenz in Danzig als Antwort auf die Frage eines Journalisten, wie sich die deutsche Mannschaft auf Freistöße der portugiesischen Mannschaft in der Nähe des Tors vorbereite. Das Video können Sie beispielsweise hier ansehen.

Kommentar: Flick hat also offenbar, noch während er sprach, geahnt, daß er "Autobahn" gesagt hatte, und ironisierte das mit der Bemerkung über den Schuß.

Die öffentliche Aufregung konnte er damit nicht abwenden. Wenn man nach "'Hansi Flick' Stahlhelm" googelt, erhält man im Augenblick 49.700 Fundstellen. Es dürften im Lauf des Samstag noch einige mehr werden.
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8.6.12

Marginalie: Ausbau der Kernenergie in Osteuropa - mit Rußlands Hilfe. Angebote liegen auf dem Tisch

Wenn der eine aussteigt, dann steigt der andere ein.

Rosatom ist die staatliche russische Atomagentur; zuständig sowohl für die militärische als auch die friedliche Nutzung der Atomenergie. Rosatom will jetzt nach Osteuropa expandieren.

Wie Stratfor vorgestern meldete, verhandeln die Russen mit Ungarn. Sie bieten an, den Ausbau von dessen Versorgung mit Atomstrom zu finanzieren. Kosten rund 10 Milliarden Euro.
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7.6.12

Zettels Meckerecke: Eine Frage verschwindet. Die Meinung der Deutschen zum Atomausstieg und die Berichterstattung des WDR

Das, was Sie jetzt lesen, habe ich mehrfach nachgeprüft, weil ich es nicht glauben konnte.

Direkt unter diesem Artikel finden Sie die Marginalie, in der ich mich mit den Ergebnissen des aktuellen "Deutschlandtrends" der ARD befaßt habe.

Ich hatte mich für die dortigen Angaben auf die PDF-Datei von Infratest dimap gestützt, die Sie hier herunterladen können. Die Grafiken wurden von dem Institut erstellt; jede trägt dessen Logo.

Nach der Sonntagsfrage wurden insgesamt 17 Fragen gestellt (Numerierung von mir):
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Marginalie: 53 Prozent der Deutschen sind dafür, bei steigenden Strompreisen den "Ausstieg" zu verschieben. Nur 42 Prozent wollen das nicht

Gestern Abend um 22.45 Uhr veröffentlichte der WDR die Ergebnisse des aktuellen Deutschlandtrends, der regel­mäßigen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Senders. Inzwischen liegen dazu Schlagzeilen vor; und wie meist findet das eine Medium dieses, das andere jenes Befragungsergebnis so wichtig, daß es in den Titel des Artikels gehoben wird. Zum Beispiel:
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6.6.12

Die Angst des Journalisten vor der Autobahn

Die Fußball-EM steht vor der Tür und die Berichterstattung läuft sich schon warm. Und noch vor dem Anpfiff spürt man die Angst deutscher "Qualitätsjournalisten", sich politisch inkorrekt auszudrücken.

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Der heutige Venusdurchgang: Einige Informationen, die Sie vielleicht interessieren


Während ich dies schreibe, bewegt sich die Venus vor der Sonne. Ich verfolge das auf der WebSite der NASA. Man kann es sich beispielsweise auch beim CosmicLog von MSNBC ansehen.

Wenn Sie dies lesen, ist das Spektakel wahrscheinlich vorbei. Auch wenn Sie sich für Astronomie interessieren, werden Sie es vermutlich nicht direkt haben beobachten können, angesichts der Wolkendecke über Mitteleuropa.

Auch wenn Sie sich andererseits nicht für Astronomie interessieren, werden Sie von dem Ereignis gehört und gelesen haben; meist vermutlich unter der Bezeichnung "Venustransit". Das ist ein Anglizismus (venus transit heißt die Sache auf Englisch), der sich inzwischen eingebürgert hat.

Möglicherweise sind Ihnen dabei einige Fragen durch den Kopf gegangen. Vielleicht beantwortet das Folgende die eine oder andere davon.
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5.6.12

Aktuelles zum Krieg der Dschihadisten (11): Die Kaida ist besiegt? Keineswegs. Im Jemen kontrolliert sie bereits "Emirate"

Seit der Tötung Osama Bin Ladens ist die Kaida weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Das liegt zum einen an der seither weit­ver­breiteten Meinung, die Dschihadisten seien durch diesen Schlag derart entscheidend geschwächt, daß von ihnen kaum noch eine Gefahr ausgehe. Zum anderen richtet sich seit dem Beginn der tunesischen Revolution im Dezember 2011 die Aufmerksamkeit zunehmend auf die politischen Umbrüche in Arabien; weniger auf den Kampf der Dschihadisten.

Auch an den Berichten in diesem Blog können Sie diese Verlagerung der Aufmerksamkeit sehen.
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4.6.12

Zettels Meckerecke: Quietschende Töne. Juli Zeh und Ilija Trojanow tuten gegen den Aufruf der Autoren zum Urheberrecht

Manchmal dauert es ein wenig, bis, nachdem einer laut getutet hat, andere ins selbe Horn stoßen.

Am 11. Mai schrieb Georg Diez in "Spiegel-Online":
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Eine militärische Intervention in Syrien? Hollandes Vorstoß und warnende Worte von Henry Kissinger

Sollte der Westen in Syrien militärisch intervenieren? Das Thema ist auf dem Tisch, seit vergangene Woche der neue französische Staatspräsident Hollande eine solche Option ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat.

Man reibt sich die Augen. Wie war das doch gleich bei der Invasion des Irak vor neun Jahren? Kein Land hat sich damals so massiv gegen sie gestellt wie Frankreich; mit diplomatischen Vorstößen bis buchstäblich zur letzten Minute. Und ausgerechnet Frankreich bringt jetzt ein militärisches Eingreifen gegen eine ähnlich blutige Diktatur im Nachbarland des Irak offiziell ins Spiel?

Weiter: In Frankreich, in Deutschland und weltweit war es vor allem die Linke, die gegen die Invasion des Irak Front gemacht hat. Jetzt ist es der erste linke Präsident Frankreichs seit Mitterrand, der von der Möglichkeit eines Eingreifens in Syrien spricht. Verkehrte Welt, so scheint es.

Zu fragen ist zum einen, was es mit dieser doppelten Rochade auf sich hat. Wichtiger ist die zweite Frage, wie denn eine solche Option zu beurteilen ist.
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3.6.12

Marginalie: "In unserer Fraktion im Bundestag herrscht auch Haß“, sagt Gysi. Die Westschrumpfung der umbenannten SED

Eine kommunistische Partei an der Macht hat kaum etwas gemeinsam mit einer revolutionären kommunistischen Partei. Das ist der Hintergrund dessen, was sich gestern auf dem Wahlparteitag der Partei "Die Linke" in Göttingen zugetragen hat. Es ist der Hintergrund von Gregor Gysis Bemerkung auf diesem Parteitag "In unserer Fraktion im Bundestag herrscht auch Haß".
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2.6.12

Zitat des Tages: Ein "Mörder" und sein Hinterhaupt. Der Fall Trayvon Martin in den deutschen Medien

Der Mörder des schwarzen Teenagers Trayvon Martin muss wieder ins Gefängnis. Ein Richter setzte am Freitag die Kaution von George Zimmerman aus. Er hatte falsche Angaben zu seinem Vermögen und seinem Reisepass gemacht.
Beginn einer Meldung, die seit gestern, 21:31 Uhr, bei "Spiegel-Online" zu lesen ist.

Kommentar: Seit mehr als einem halben Tag steht das jetzt so auf der Seite; und niemanden ist offenbar bei "Spiegel-Online" etwas aufgefallen. Oder man findet die Formulierung "der Mörder" ja vielleicht sogar richtig.

Sie ist doppelt falsch.
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Gehört der Islam zu Deutschland? Wunschdenken und Wirklichkeit


Christian Wulff würde allmählich in Vergessenheit geraten, wäre da nicht dieser eine Satz, den er am 3. Oktober 2010 gesagt hat; in seiner Bremer Rede zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit. Hier ist er, im Kontext des offiziellen Wortlauts der Rede:
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1.6.12

Marginalie: Erschöpfte "Piraten". Die Jugendpartei und das Erwachsenwerden

Nein, kein Grund zur Häme: Heute sind der Bundes­presse­sprecher der "Piraten", Christofer Lang, und sein Stellvertreter Aleks Lessmann zurückgetreten. Das Motiv ist Erschöpfung. Die FAZ meldet:
"Ich kann nicht mehr, bin für den Moment müde, ausgepowert und erschöpft", begründete der 25 Jahre alte Lang seine Entscheidung. (...) Auch die ehemalige politische Geschäftsführerin Marina Weisband, der ehemalige Schatzmeister René Brosig und der frühere Berliner Landesvorsitzende Gerhard Anger waren aus Überforderung zurückgetreten.
Hat die Partei "Die Piraten" Politiker, die ungewöhnlich schlecht belastbar sind? Nein, vermutlich nicht. Sie hat nur Politiker, die ungewöhnlich naiv sind, was die Anforderungen des politischen Geschäfts angeht.
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Zitat des Tages: "Leute, bitte einmal tief durchatmen". Der Bundespräsident, der Islam, die Moslems

Die Absicht war die, zu sagen: Leute, bitte einmal tief durchatmen und sich der Wirklichkeit öffnen. Und die Wirklichkeit ist, dass in diesem Lande viele Muslime leben. (...) Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.
Bundespräsident Gauck in einem Gespräch mit der "Zeit", zitiert von "Welt-Online", über den Satz seines Vorgängers Wulff "Der Islam gehört zu Deutschland".

Kommentar: So einfach ist das. Gauck, der Theologe, übt sich in Exegese, und das Ergebnis ist eine einleuchtende Interpretation. Eine, deren Inhalt niemand widersprechen kann, der bei Verstand ist:
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